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Settung. Marvurg a. L. Dimstag, bet 20. Dezembe 1932

Nr. 298

Aus dem Arbeitslager Rotzberg

Hesfeu-Nasfau und Siachdargebiete

Nordeck, 20. D^. Am Dienstag, dem 13. Dezember, hatten sich in dem Arbeitslager Roßberg die Kreis- und Forstbehörden des Kreises Marburg, sowie die Vertreter der Landgemeinden Dreihausen, Rotzberg, Wermertshausen, Winnen und Nordeck ver­sammelt, um über den Ausbau der Verbindungswege von Wermerts­hausen nach Nordeck (sogenannter To­tenweg) und Dreihausen — Nordeck — Winnen, sowie über den Anschlutzweg von Rotzberg an vorgenannten Verbindungsweg zu beraten.

Nachdem Herr Landrat Schwebet auf die Bedeutung dieser Verbindungswege hrn- gewiesen hatte, wurde nach genügender Aus­sprache aller Beteiligten an Hand vorge­legter Pläne und Karten volle Uebereinstim- mung erzielt und dem Ausbau der genannten Projekte durch den Freiwilligen Arbeitsdienst zugeftimmt.

Herrn Landrat SchwebÄ gebührt beson­derer Dank dafür, datz er die Sache so schnell zum Abschluß brachte. Auch Herrn Oberförster Voß gebührt Dank, daß er die Steine zum Wegebau aus dem Staats­

wald unentgeltlich zur Verfügung steSte und außerdem der höherer Instanz dafür ein­treten will, datz die beiden Anschlutzwaldwege (Eisenberg und Mohnacker) für den öffent­lichen Verkehr freigegeben werden.

Hoffentlich wird mit dem Ausbau der Wege recht bald begonnen, damit endlich der lang ersehnte Wunsch und das Bedürfnis, die beiden Gemeinden Nordeck und Winnen auf direktem, viel kürzerem Wege wie seither dem Orten des Ebsdorfer Grundes und somit der Kreisstadt Marburg näher zu bringen, in Erfüllung gehen.

Nachdem die Einrichtungen des Arbeitsla­gers besichtigt waren, begaben sich die Ver­treter der Gemeinden nach Wermertshausen, um die von der Belegschaft des Arbeitslagers ausgeführten Wegebauarbeiten zu be- sichtigen. Es mußte übereinstimmend festge- stellt werden, daß hier Pos-itwes geleistet worden ist.

Nach der Arbeit traf man sich in der Dorf­schenke zu Wermertshausen zu einem gemüt­lichen Beisammensein und trat dann durch die schöne Winterlandschaft den Heimweg an.

W.

Aus -er Amvevrn-

Kreis Marvurg

-o- Kirchhain, 20. Dez. Ortskranken- kassen-Rendant Heinrich Peter und Frau feiern morgen bas Fest der silbernen Hochyeit. — Dassewe Fest begehen zu Weihnachten Schreinermeister Hermann Mandt und Frau geb. Becker. — Ein hiesiger Arzt verun­glückte mit seinem Auto auf der Fahrt von Kirchhain nach Marburg zwischen Anzefahr und Kirchhain und wurde erheblich ver­letzt. Das Auto wurde stark beslMdigt. Der Unfall ist auf das unübersichtliche Nebelwetter zuruckzuführen.

Amöneburg. 20. Dez. Seinen 80. Geburtstag beging gestern in körperlicher und geistiger Frische der Landwirt Alfred Müller.

-o- Amöneburg, 20. Dez. Sparkassen­rendant Ernst Wingenfeld verunglückte am verflossenen Freitag auf dem Weg von Amöneburg nach Kirchhain. Er wurde besin­nungslos in seine Wohnung gebracht, wo der Arzt eine Gehirnerschütterung feststellte. Der Zustand ist ernst. Wingenfeld rutschte auf der vereisten Straße unterhalb Amönburg aus und erlitt eine stark blutende Kopfverletzung.

-o- N i e d e r k l e i n, 20. Dez. Morgen, Mittwoch, 21. Dezember. 20 Uhr, findet hier eine Ortsgruppenversammlung der hiesigen v Bauernschaft statt. Neben dem Geschäftsführer der Kreisbauernschaft spricht noch Landwirt­schaftslehrer Becker über betriebswirtschaft­liche Fragen.

* Gisselberg, 20. Dez. Gestern feierte das älteste Mitglied des Kirchspiels Oberwei­mar, Landwirt 3. Dietrich Elms Häuser, seinen 90. Geburtstag. Der Posaunen­chor des Kirchspiels brachte dem Hochbe- taaten ein Ständchen und der Kirchenvorstand ließ seinem langjährigen Mitglied ein Ge- donkblatt überreichen.

Krippenspiel m unserer Dorfkirche.

F. Michelbach. 20. Dez. Am Sonn­abendabend fand in unserer altehrwürdigen Dorfkirche ein Krrppenspiel statt. Zwanzig Marburger Studenten und Stu­dentinnen bereiteten nicht nur ihrem ver­ehrten Professor Wagner, sondern auch un­serer gesamten Gemeinde eine Weihnachts­freude. Zur Darstellung gelangte ein altes deutsches Weihnachtsspiel, das uns einige Bil­der aus dem Weihnachtsevangelium ein­drucksvoll vor Augen führte. Wir sahen Mana und 3osef, die Hirten, die drei Kö­nige und den grausamen Herodes. Die voll­besetzte Kirche verfolgte das mtt Ernst und innerer Anteilnahme dargebrachte Spiel. 3n der Gastwirtschaft Frosch saßen der Profes­sor und seine Studenten bei brennenden Ker­zen und Weihnachtsliedern noch lange beisam­men.

Bürgeln, 20. Dez. Anläßlich der 3. Allgemeinen Geflügelschau zu Ginseldorf, erhielt der Züchter Heinrich Klee, Bürgeln, auf Nürnberger Sanrtschwalben schwarz, und Briestauben, 2 mal sg. 1, Ehrenpreis, sg. 2 und g.

Kreis Srankenverg

XX Frankenberg, 19. Dez. Ms erste Dorfgemeinde in unserem Kreise hat die Ge­meinde Ellnrode eine Motorspritze er­halten. Dieses hat seinen Grund in den sehr ungünstigen Wasserverhältnissen. Die Motor­spritze wurde von der Lieferfirma der Ab­nahmekommission vorgefühtt, die Herr Brand­meister Kohlmcmn aus Frcmkenberg kettete. Die Leistungen befriedigten vollständig.

Neuer Ehrensenator der Hessische« Laades- univerfität.

Gießen, 19. Dez. Bon dem Gesamt­senat der Hessischen Landesuniversitat Gie­ßen wurde der Eroßkaufmaan Wil­helm Tribus in Eießen angesichts seiner hervorragenden Verdienste um die Landesuniversitat zum Ehrensenator ernannt.

Die Polizeistunde

Weihnachten und Silvester in Hessen.

Darmstadt, 19. Dez. Wie im Vor­jahr, ist auch diesmal wieder im Volks- staat Hesien mit Rücksicht auf die besondere wirtschaftliche Notlage des Eastwirtege- werbes die Polizeistunde für den zweiten Weihnachtsfeiertag und den Neujahrstag auf 2 Uhr und für Silvester auf 6 Uhr festgesetzt worden.

Störung des Weihnachtsfriedens in Gießen und Mainz.

Darmstadt, 19. Dez. Das Landes­kriminalpolizeiamt teilt mit: Am Golde­nen Sonntag sind in jüdischen Warenhäusern schwere Aus­schreitungen begangen worden, denen offenkundig politische Tendenzen zugrunde liegen. In der Hauptgeschäftszeit, um 5 Uhr nachmittags, wurden in Gießen in drei jüdischen Warenhäusern Tränengas­bomben geworfen, gezeichnet M. E. E. (das Fabrikzeichen einer bekannten Firma, die Schreckschußpistolen herstellt). Als Täter wurde ein 18jähriger SA-Mann, der Vo­lontär Wenzel, festgenommen, der Mit­glied der nattonalsozialistischen Betriebs-

zellenorgaaisation ist. Bei seiner Ver­nehmung gab Weisel an, daß er die Tränengasbomben geworfen habe, wett er die betreffenden Eeschästs- laute belästigen und auch geschäftlich schä­digen wollte.

In Mainz wurden ungefähr zur glei­chen Zett ebenfalls in drei jüdischen Warenhäusern Tränengasbomben gewor­fen, ohne daß die Bomben selbst gefunden werden konnten.

Frankfurter Mastviehausstellung 1933.

Frankfurt a. M., 18. Dez. Für die dritte Mastviehausstellung vom 25. bis 28. Mai 1933 ist zur Erzielung eines glatten Verlaufs eine Beschränkung in der Beschickung vorgenommen worden, und zwar auf 300 Stück Rindvieh, 150 Kälber, 300 Schweine und 300 Schafe, sodaß also 1050 Masttiere zur Ausstellung gelangen. Von besonderem Interesse wird der Riu- derrasienwettbewerb von Züchtervereini­gung mit Beutteilung und Prämiierung kn lebendem und geschlachtetem Zustand sein. Für den Schlachtwettbewerb wird nur eine beschränkte Anzahl von Qualitätstieren zu- gelassen, und zwar als Höchstzahl 20 Käl­ber, 20 Rinder, 30 Schafe und 30 Schweine. Das Kuratorium der Ausstellung hat als Siegerpreis für den besten ausgeschlachte­ten Mastochsen und das beste ausgeschlach­tete Lamm je eine Goldene Me- d a i l l e gesttftet, das preußische Land- wirtschaftsministerium eine Goldene Staatsmedaille für den besten Maftochsen im Lebendwettbewerb, für andere Wett­bewerbe außerdem eine Anzahl eiserne Staatsmedaillen.

Selbstmord eines Hoteliers.

br. Battenberg, 20. De$. Am Sonn­abend erhängte sich der Besitzer des Kurhauses, Baumann. Baumann hatte das Kurhotel im Frühjahr übernom­men. Doch infolge der schlechten Wittschafts- lage florierte auch das Geschäft nicht be­sonders gut. Das Motiv der Tat ist allo in finanziellen Schwiettgkeiten zu suchen. B. hinterläßt eine Frau und mehrere Kinder.

XX Battenberg, 19. Dez. Am Don­nerstag oori«r Woche hielt die hiesige Otts- gruppe der NSDAP im Saale des Bahn- hofshotÄs eine Mitgliederversamm­lung ab. wozu auch der Bewegung nahe­stehende Familien aus Battenberg und der Umgebung eingeladen waren. 3tt der Ver­anstaltung, welche vorzüglich organisiert war, sprachen der Kreisletter Thiele und Dr. Römer aus Biedenkopf, sowie Pa. K l a mp aus Engelbach. Ferner roirtte ein Sprech­chor aus Engelbach mit. Besonderen Ver­fall ernteten die Darbietungen des Musik- halbzuges aus Biedenkopf, welcher in Uni­form erschienen war. Die Glanznummer des Abends war der schneidige Aufmarsch des Sturmtrupps mit Fahne. Hier war wieder ein Beweis, daß die SA in festen Händen liegt, gut diffrEniett und fest zusammen- geschweißt ist.

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Vertriebs-Abteilung

Briefkasten der Schttftlettung.

I. H. i« F. Sollten die Pächter den von ihnen vereinbarten Pachtzins nicht bezah­len, dann müssen Sie schon das Pacht­einigungsamt in Anspruch nehmen.

Verlag Dr. C. Hitzeroth. Hauptschristletter und verantwottlich für Po- lttik und Feuilleton: Dr. Ernst Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokükes: Lothar Schneider, sämtlich in Marburg.

1 Nachdruck verboten.)

.Sie Srri de« ttk ftrnNlrafe“

Ein heiterer Roman von: R. S. Utsch. (Copyright by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig).

27. Fortsetzung-

Am Nebentisch herrschte eine merkwür­dige Sttlle. Es war die Ruhe vor dem Sturm. — Auf einmal brachen kräftige Stimmen hervor:

rfSSon dem Berge fließt ein ... “

Schluß! — Abgebrochen wie ein prasseln­der, plötzlich aussetzender Wolkenbruch. Eine heftige Diskussion entstand bei den Mägden. Das Gefühl der Blain^e schmerzte sie.

„Du hast zu tief gesungen!" rief eine.

„Und du zu Hochs" verteidigte sich die andere.

„Das ist nicht wahr! — Soll ich das Spieldings von Hermann hatten? — Dann können wir sehen!"

Wuttke grinste. „Run haben wir den Salat! . . . Da habe ich aber was anje- stelli!"

Debroix und Moden aßen lächelnd wei­ter. Bereits zum zweiten Male waren die Schüsseln gefüllt.

Eine lange, hochaufgeschossene Magd gab erneut den Ton an. „. . . So, nun los! . . Eins, zwei, drei und eins ist . . ." kom­mandierte sie und warf die abgearbeiteten Hände wie ein indischer Fakir in die Höhe.

Die drei ließen die Folter schweigend über sich ergehen. Eine qäulende Melan­cholie lag in der Ausdrucksweise des Ge­sangs. Die VeHe waren hanebüchen:

„Von dem Berge fließt ein Bächlein, Das ist lauter reiner Wein!

Kühler Wein, der soll es sein,

Schatz, ach Schatz, — ach könnt ich'bei dir

In dem $ad?e schwimmt ein Fischlein. Das ist glücklicher als ich!

Glücklich ist, wer das vergißt. Was einmal nicht zu ändern ist!

Auf dem Baume ist ein Vogel, Das ist eine Nachtigall!

Nachtigall, du süßer Schall!

Schöne junge Mädchen gibt es überall!

Willst du mich noch einmal sehen, Dann mußt du zum Bahnhof gehen? In dem großen Wartesaal,

Schatz, da sehen wir uns zum letzten Mal!"

Wuttke applaudierte. Er wandte sich den Mädels zu, — ihren Gesang in hohen Tönen lobend:

„Ihr könntet euer Jlück machen, wenn euch der Direktor eines Opernhauses bei Jelejenhett mal hotte. Ihr seid wahre Jenies, — von den Musen bis dorthinaus jeküßt! ... Es ist nicht erlaubt, datz ihr hier in der Finsternis verschmachtet."

Die Mägde zeigten eine große Zufrie­denheit ob dieses Beifalls.

„Wir können noch mehrere Lieder fin­gen," sagte eine. Sie legte die Hände in den Schoß und warf Wuttke einen gaiy schüchternen Blick »u. „Wenn ihr heute abend in den Busch kommt, sollt ihr sie alle hören . . . Jetzt haben wir keine Zeit mehr, denn wir müssen den anderen das Essen auf das Feld bringen."

„Das ist effrnttlich schade," sagte Wuttke, fich innerlich freuend. Er kniff das linke Auge bedeutungsvoll zu. Debroix stieß ihn mtt dem Fuß an und schüttelte vor­wurfsvoll den Kop'. „Nee, wirklich," fuhr Wuttke fort, um s'h zu verbessern, „ihr habt eine Bejahung in betreff Stimme, die jeder Beschreibung spottet. Die Jeritza von der 9RctropoHtan Oper in Newyork würde erbleichen, wenn sie euch hörte, — da könnt ihr Jist drauf nehmen ... So berauschend laut und jänzlich ahne Akzent die Töae, — das jegliche Außerachtlassung

der Nuancierungen, — die unerhörten, je- wagten Dissonanzen ... Da kann sich der Fachmann jetrost an die Brust schlagen und ausrufen: Sowas hötte ich noch Nie und bin doch schon so alt!"

Die Mägde gerieten über die mit Pa­thos gesprochenen Worte Wuttkes in Ver­zückung. Die großen Augen der Hageren strahlten.

„Ich gehe im Herbst nach Aachen in Stellung," sagte sie. „Ich will mich ver­bessern! . . . Wissen Sie, — eine Schwester von mir ist da Dienstmädchen bei einer Sängerin; die beiden können gut zusam­men . . . Hier wird ja unsereinem nichts geboten,’ — Sie haben recht: — hier ver- schkmmeln wir total... Ja, unsere Vera schreibt mir alle vierzehn Tage, ich solle doch komme«. Sie war zu Pfingsten hier auf Besuch, — ich war sprachlos über das, was sie am. Leibe hatte. Leibwäsche mtt echten Valenzia-Spitzen! — sage ich Ihnen. Seidenunterrock, so wunderbar violett — fleischfarbene, allerteuerste Strümpfe, Lack- schiche, — und erst das Kleid und der Hut! — Sie rauchte Zigaretten und sagte so ne­benbei, datz sie jeden Abend ins Theater ginge, wenn sie nicht sonst irgendwo strenge Verpflichtungen hätte . . . And wir stehen hier und find froh, wenn wir baumwol­lene Melder haben. Ich mache das nicht mehr mtt, — ich fahre auch nach Aachen. Es wurde mir fast schwindlig, als ich in den Koffer meiner Schwester sah. — Was da Zeug drin laS . . ."

Wuttke wartet« mit Schnfucht darauf, datz die Mägde endlich das Zimm« oct» ließen. Er war der Ansicht, daß man fich über ihre Vielleserei lustig machen könne. Er wurde daher etwas weniger höflich.

„Das waren wohl alles abjestoßene Kla­motten von der Sängerin!" 1agte er sar­kastisch.

Doch die Lange füllte sich keineswegs

„Man konnte das den Sachen ab« gar nicht ansehen," meinte fie. „Meine Mut- ter sagte, es seien laut« Fähnchen! . . . Aber ein Geruch kam da raus ... Ich hätte stundenlang daran riechen können. . .And man ist bod; geradezu gekleidet wie eine oorne$me Dame . . . Ich mache jede Wette, daß ich — wenn ich solche Kleider mal habe — in einigen Monaten am Theater bin.“

Ein kleines, dickes Persönchen mit einem runden Gesicht nickte bestätigend mit dem Kopfe.

„Das ist wahr," fügte sie den Worten ihr« Freundin hilM. „Hier im Nachbar­ort Stelzheim hat sie im Winter immer in dem Stück „Die Raubritter von der Lö- wenburg" mitgespielt."

„So! . . . Das wird einen ungeheuren Wert für Sie bedeuten, wenn Sie nach Aachen kommen," wandte sich Wuttte wie- d« an die Hagere. „Lassen Sie fich das aber »on dem Ortsjewaltigen in Stclz- heim bescheinigen, denn eine solche Refe­renz ist unter Iarantie bahnbrechend für Sie. Die berühmtesten Intendanten rei­ßen fich förmlich um solche Persönlichkeiten. — Dann jede ich Ihnen noch den juten Rat: Benützen Sie die Künstlerin, bei der Ihre Schwester engagiert ist, mit Raffine­ment afe Sprungbrett! ... Sie müssen üb« Leichen jehen, wenn Sie das Ren­nen machen wollen. Aber sehen Sie sich vor, daß Sie nicht bemerkt werden, — sonst ist alles vorbei . . . Auch sage ich Ihnen: Nehmen Sie fich in Aachen mit Ihrer Stng«ei in acht, denn man könnte es in Beljen hören. Neulich hat das beljische Kriegsgericht ein Jrarnmophon verhaftet und zu sechs Monaten Festung verknallt, weil es das Lied: Deutschland, Deutsch­land, über alles! jesungen hatte."

Die Mägde verließen zögernd die Stube, vor Wuttke, dessen rätselhafte Worte sie nicht verstanden, einen ungewöhnlichen Respekt zur Schau tragend.

Fortsetzung folgt.