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OverdeMsche Zckümg. Marburg a. «, T^atshag, »en 20. Dyemter 1932
ein Müder der neuzeitlichen Rndtumbebandlms
Ein durch Krebsgeschwulst im Geh«« blind Gewesener wird wieder gesund.
Der junge Lehrer R., 25 Jahre alt, hatte in der Gegend der Kreuzungsstelle der Sehnerven, eine Krebsgeschwulst. Durch Druck dieser Geschwulst auf den Sehnerv war er vollständig blind geworden. Die Versuche, mit Röntgentiefenstrahlen die Geschwulst, die Ursache der Erblindung, zum Schwunde zu bringen, gelangen zuerst, dann scheiterten sie. Herr Dr. Wet- terer, der Präsident des deutschen Bundes fit Krebsbekämpfung, Leiter des Radiumheims in Neckargemünd, bei Heidelberg, unternahm folgendes: Er konstruierte einen Radiumhelm aus Wachs und Honig, eine Moulage, die dem Kopfe genau an- pafsie, besetzte diese Moulage mit schweren Radiumpräparaten, die auf Türmchen aus Wachs gestellt wurden und konnte so eine Kreuzfeuerdurchsirahlung der ganzen Hirnpartie, in der der Krebs lag, bewirken. Außerdem schob Dr. Weiterer Radiumpräparate in den oberen Rachenraum und in das Siebbein, nahe an die Geschwulst heran. Das schmerzlose „Kreuzfeuer" wurde vollständig, die Geschwulst schwand, innerhalb 6 Lagen konnte der Patient wieder kleingedrucktes lesen und die grünen Berge von dem Balkon meines Krankenzimmers aus sehen. Rach 14 Tagen wurde der Lehrer zum Schuldienst entlassen, die Sehkraft des rechten Auges war normal.
• Darf ein Bettler Müßen?
Wien, 1*. Dezember.
In einer Verhandlung vor einem Wiener Bezirksgericht wurde ein für allemal Ifie Krage geklärt ob es einem Kettler erlaubt ist, M grüßen^ Und das kam so:
Angeklagt wegen Bettelns und öffentlicher Gewalttätigkeit war der Hilfsarbeiter Ludwig Reu. Er hatte einem Polizeibeamten, der ihn wegen Bettelns ungehalten hatte, «inen kräftigen Faustschlag ins Gesicht versetzt.
„Sicher hätte sie der Beamte wegen Bettelns allein nicht beanstandet", erklärte der Borgende. „Heute betteln ja Tausende und die Behörde kümmert sich nicht darum. Aber sie waren zu den Paflanten besonders zudringlich und sprachen sie dauernd an." — „Aber Herr Richter", meinte der Angeklagte darauf, „ich habe doch die Leute nur gegrüßt. Darf man denn heutzutage nicht einmal mehr höflich $a seinen Mitmenschen sein?" — ,3a, haben Sie darn die Leute gekannt, die Sie gegrüßt ha- tea?“ — „Das nicht, aber ich grüße eben auch Menschen, die mir vorläufig noch ftemd find. 3cb kann sie ja doch einmal kennenlernen." — „Vielleicht wollen aber die Leute von Ihnen gar nicht gegrüßt sein." — Ja, da kann ich doch nichts dafür. Ich erfülle meine Höflichkitspflicht mtt> grüße Das kann mir niemand »erbiete«." — „Do ja, ich verbiete Ihnen das. In Zukunft Unterlasten Sie das Grüßen fremder Menschen!"
Wegen der angeklagten Delikte erhielt Ludwig Ne«, der fihon mehrfach vorbestraft war, drei Wochen schweren Kerker.
Der ftieyen-e Hottän-er -erRor-see
Äftool“, -je Schmuggleriacht - Ein 6tuM ab Anführer einer SvrttbMde
Seit Jahren schon tauchte in der ütorb* fee ein „fliegender Holländer" auf. Er kam und verschwand vor den Häfen ttiti) nie vermochte man ihn $u fassen.
Es war kein Gespensterschiff, aber ein geheimnisvolles Fahrzeug, das von einem „fliegenden Holländer", der kein Holländer sondern ein Norweger und kein Meger sondern ein Student war, kommandiert wurde.
Er und feine Gesellen waren ttncr=> schrockei«, vor nichts zurückschreckende Männer, die sich mit viel Eifer und Glück dem Spritschmuggel Hingaben. And die „Parsidal", ihre Jacht war der Traum oller Schmuggler. So fuhr die Jacht in der Nordsee umher und nie konnte die Pollzei etwas Verdächtiges bemerken. Einige Wale im Monat tarn die „Pcrrsi- dal" vor die Flußmündung. Trotz scharfer Aeberwachnng kam noch genau fest- gelegtem Wan eine Hehlerkolonne an Bord, verlud den geschmuggelten Sprit und brachte ihn schnell in Sicherheit. Am nächsten Tag war die Schmuggeljacht wieder verschwunden.
Gott weih, wie lange die Tätigkeit der „Parftval" noch fortgesetzt worden wäre,
wenn nicht die rohe Hand der Daturgewal- ten ihr ein Ende gesetzt hätte. Bor einigen Wochen ging das stolze Schiff in einem Sturm vor der deutschen Küste unter. Die Besatzung konnte sich noch rechtzeitig retten.
Das Spritlager unter Wasser wollte mau nicht so ohne weiteres aufgeben. Sv wandte sich der „fliegende Norweger" und seine Kumpane an einen Taucher, der ihnen für 400 Mark die Spritkanister der „Parsidal" vom Grund des Meeres heraufholen sollte. Alles war bereits mit dem Taucher vereinbart, da bekam dieser im letzten Augenblick es mit der Angst zu tun. Er fürchtete für seine Stellung und verriet die Geschichte dem deutschen Aeber- wachungÄrienst.
Nun wurde die »Parsidal" gehoben und der Sprit aus seinen Schlupfwinkeln her- dorgeholt. Me nächste Folge war natürlich die Verhaftung des „fliegenden Norwegers" und seiner Bande, die allerdings nur «ne Abteilung einer internationalen Schmuggelbande war.
Das Ende kam mit Niesenschritten. Dem norwegischen Studenten als dem Eigen-
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Die vollständig unter Master gesetzte Hauptstraße der südfranröfischen Stadt Bezies.
Ganz Südfrankr eich wurde in den letzten Wochen von starken Regenfällen heimgesucht, die schließlich zur Folge hatten, daß die Flüste über ihre Ufer traten und wette Strecken des Landes unter Wasser setzten. Die Überschwemmung war auch die Ursache des furchtbaren Zugunglücks bei Perpignan. wo die Gleise durch die Fluten unterspült worden waren.
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dauer des Schwuggelschiffs wurde eine Geldstrafe traa 21367 Mack auf gebrummt, aber es gelang merkwürdigerweise der ganzen Gesellschaft, zu entkommen. Seitdem sind die Schmuggler wie vom Erdboden hinweggefegt. Der „fliegende Holländer" der Nordsee „hat" ausgeflogen.
6iü lliWmr dekWkMMmilim oon Setlaiies geworben
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Der Lcmdwick Friedrich Wilfrottz in Meuschou bei Merseburg, einer der letzten Zeugen der Kaiser-Prokka- mation von 1871, ist im 84. Lebensjahre gestorben.
Die EchtMrt M wegen NeSel
Bingen, 19. Dez. Durch den anhaltenden, überaus starken Nebel ist die Schiffahrt nunmehr bereits seit nahezu acht Tagen fast vollkommen stillgelegt. Nur in den Mittagsstunden können die Schiffe es wagen, einige Kilometer zu fahren, um alsdann schnell wieder vor Anker zu gehen. Oberhalb des Binger Lochs geriet ein Kahn mit Weizen im Nebel auf Grund und konnte bis jetzt noch nicht wieder flott gemacht werden.
SoAfchulnachrjKten
XJJIm 16. Dezember verschied in Erk an- ffew der Ordinarius für indogermanische Philologie am der dortigen Universität Dr. Julius oo-n Negekein im vollendeten 60. Lebensjahre.
x Professor Dr. med. Wilhelm Stoeltzner, Direktor der Kinderklinik an der Universität Königsberg begeht am 19. Dezember seinen 60. Geburtstag.
Schone weiße Zähne
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Stk SeitoadtKbrattn
Skizze von Heinrich Stieghorft.
Bei Strykow, zwischen Lodz und Lowicz, Ken wir Ende 1914 eklig in der Klemme. Der Russe hat uus eingekesselt. Nach allen »er Himmelsrichtungen funken wir mit unseren schweren Langrohrkanonen. Aber Hindenburg und Ludendorff wachen: schließlich wendet sich das Blättchen, und nun müssen die Russen türmen.
Wir protzen auf und ziehen hinterher. Wir Marschieren vom Morgm bis Abend, immer bunt) zerschossene, brennende und gualmende •Dörfer. Tote, Verwundete, Gewehre, Kano- Ku, Patronen liegen am Wege. Am dritten Tage ist unser Brot zu Ende. Wir ziehen Rüben, kümmerliche Ueberbleibsel des Herbstes, aus dem Felde und kauen sie ungereinigt hinunter.
Eines Abends bleiben wir in einem Dorf, Hessen Hütten noch stehen. Auch einige Ein- vrchner sind geblieben. Wir, die Bedienung des zweiten Geschützes, gehen über den Hof ur unser Quartier. Linkerhand sicht ein klei- i«r, überdachter Schuppen, daneben ein Stall. Zsiginskp drcht sich um, lacht uns an und Pfeift; Vierkenbein macht: „Tatütata!" Weiter sagen wtt nichts, denn der Panje kommt uns jetzt entgegen, hinter ihm die Matta. Alle Amern in Rußland nennen wir Panje, die 'Trauen Matta und die Mädchen Manstchla. .Wir bekommen ein großes Zimmer ange- »nesen. 3m Ofen brennt ein tüchtiges Feuer, und es ist mollig warm in der Stube. Eine «eine Oellampe brennt ruhig. Der Mond SE durch die Eisblumen an den Scheiben ?•" zeichnet die Fensterkreuze auf den Fußboden. Draußen friert es.
. 2Bir stellen unsere Karabiner in die Ecke, wallen ab und gehen hinaus. Zaginsky «Ueist sein großes Messer; bann gucken wir °J den Stall. „Die Mische wiegt mindestens °>er Zentner", stellt Leidenberg fest.
~ „Gediegen, daß die Russen oder unsere '«tfanterie die nicht schon aüfgefreffen haben", wundert sich Vierkenbein.
"Das Schmalz jangt bis Weihnachten",
„Herrlich, sowatt oon Schink«r", begeisieck sich Wilke und Muckt, „trott gibfn leckeren Weihnachtsbvaten".
Dann gehen sie in den Stall mA holen die Sau heraus. Sie grumt freundlich; sie denft vielleicht, .wir wollen ihr etwas zu fressen geben. Erst als sie auf einer großen Bank unter dem Schuppen Legt, merkt sie, was los ist, und auielt und gröhlt.
„Mach schnell, August!" drängt der Geschützführer, der mit einem großen, brennenden Holzscheit leuchtet. „Die schreit ure sonst die ganze Batterie auf den Hals."
Zaginsky will ihr gerade sein Messer in die fettige Kehle tauchen, da erscheint der Unteroffizier vom Dienst am Tor und ruft: „Satteln und schirren! Batterie steht in einer Biertckstunde marschbereit."
Zaginsky klappt fern Messer zu, steckt es in die Tasche und fnurrt wütend: „Na, denn nicht, fegle der Fuchs, da hatte er dem gejagten Huhn nur ein paar Schwanzfedern aus« gerupft."
Dann klatscht er der Sau eins auf einen Schinken, und wtt gucken ihr wehmüttg nach, wie sie oon der Bank fpringt und knuffend im warmen Stall verschwindet. Wtt packen schnell unsere Sachen und gehen zum Parkplatz. Erne Viertelstunde später ist die Bat- terie wieder auf dem Marsch.
„Vielleicht geschieht ein Wunder", sucht Merkendem seinen Kameraden Zaginsky zu trösten, „und wir finden unterwegs noch ein Schwein."
„Wunder gibtts nicht im Krieg", murrt Zaginsky. .Lvemr eins geschehen soll, müssen wir es selbst machen."
An der Rawka grabt sich der Russe ein und hält die Stellung. Unsere Bagage kommt nicht nach. Wir haben ewig Hunger. . .
Heute schreiben wir den rrierundzwansigsien Dezember. Um, Mittag kommen unsere Küchenbullen mit ihrer Kohldampsabwehr- kanone bis dicht an die Stellung gefahren und geben das Essen aus.
„Zweiten Zug gibt's heute nich", ruft der wabbelige Krause laut, „wir haben sonst für hinten nich genug."
„Hinten, das sind wohl die hohen Herrschaften von der Küche, was?" grollt August ZaainSy. Herren Fettsäcke?"
Der dicke schwarze Rauch der Feldküche steigt senkrecht in die Winterlust.
Mit einem Mal kommt ein seines Singen, wtt Grillenzirpen, durch die Mittagsstille. Dann ein Krach! Die Pferche vor der Küche werfen ängstlich die Köpfe auf und tänzeln. Der Batteckeoffizier schimpft: „Seht Ihr, Ihr Kaffem? Jetzt habt Jhcks. Mü Euerm dicken Eequalme. Macht das Feuer uriterm KHsel 'raus, Kerls!"
Es i st aber schon zu spät. Jetzt kommen die besseren Sachen. Die Rollwagen fahren durch die Lust: Wupp . . . wupp . . . wupp . . . Bmch! Oerge . . . örge . . . örge . . .burr! Alles ist ein Qualm und Schwefelgestank, und unaufhörlich spcktzen dtt Drecksäulen hoch in die Lust. Dtt Pferde reißen sich los und brausen ab, die Fahrer hinterher. Der dicke Koch, der Krause, verschwindet in unserm Unterstand.
Dtt Gulaschkanone steht noch. Ganz zuletzt — der russische Feuerüberfall ist schon vorbei — kommt eine Heine Granate angekichert. So em Dingelchen oon der Feld- arttllertt, wtt es der dicke Zaginsky im -8rne« den. als er noch aktiv diente, an der Uhrkette getragen hat. Behauptet er jedenfalls. Und diese kleine mssische Granate setzt sich vor unsere Gulaschkanone, erplodiert ordnungsgemäß und haut der Küche beide Räder weg. Plumps, macht die dicke Tante, und dann liegt sie bequem auf ihrem heißen Bauch, dem Kesiel.
Ickes Geschütz mit Eimern antreten, Küche leermachen!" ruft der Batteckeoffizier.
Gegen Abmd, als es schon stack schummckch ist. werdm der Gulaschkanone neue Räder aufgezogen, und leer und hohl rasselt sie nach hinten. Gesenttm Kopfes, ohne sich umzusehen, stapft der dicke Äraufe wehmütig hinterdrein.
Als es dunkel ist, kommt Schnee von oben, leise, ganz leife. Am Himmel spielen die Leuchtrakeim, zucken in der Ferne die Mündungsfeuer der Artillerien. Ab und zu tackt ans den Gräbm vor uns ein Maschinengewehr.
Der Batterieposten läuft langsam hinter dm Getchützm hin und her. Mit kräftiger
Stimme singt er: „Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, einfam wacht . .
Wir unteren aber sitzen in unferm kleinen Unterständen. Das Stroh ist schon tratet, und ter kleine Feldofen in ter Ecke glüht vor Eifer, es dm deutschen Eardekanonieren recht gemütlich warm zu machen. Unsere Pfeifen brennm, und ordmtlich satt sind wir auch. Heber unsere Seine haben wir, je drei und drei zusammmhockmd, einen Mantel gebreitet, und darauf spttlm wir Skat.
„Jetzt hüten wir doch rtoMj einen Weihnachtsbraten gekriegk", sagt Leitenberg fröhlich und zeigt mit dem Henaß in die Ecke am Ofen, wo vie Eimer und Kochgeschirre stehen, voll schöner, nahrhaster Bohnmsuppe.
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Erik liebt Fräulein Eina. Oft besucht er sie in ihrem Heim. Niemand weiß davon, außer dem kleinen Brüderchen Peter. Peter hält Wache an der Tür. Wenn er die Schritte Mamas vernimmt, meldet et es dem jungen Liebespaar. Am 23. Dezember bringt Erik einen Zeppelin als Weihnachtsgabe für Klein- Peter mit. Peterchm betrachtet das Geschenk und sagt: „Komisch, alle Herren bringen Zeppeline mit.....!"
Ein krank aussehender Mann sucht seinen Arzt auf. Nach der Untersuchung meint der Arzt lächelnd: „Sie brauchen sich nicht zu ängstigen. Vor zwei Jahren war ich in genau derselben Verfassung und hmte bin ich wieder ?anz hergestellt!" — Der Packent atmet er- eichtert auf: „Welchen Arzt hatten Sie damals"?
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Karlchen bekommt eines Tages die Aufgabe, den Schnee vom Eingang des Nachbarhauses wegzufegen. Als et damit fertig ist, kommt der Besitzer und druckt ihm ein Geldstück in die Hand. Karlchen sieht es an, sagt aber nichts. „Aber Karlchen", meint der Nachbar, „was fegt denn ein kleiner Junge, wenn er einen Groschen für das Fegen bekommt?" — „Mein Vater fegt, man Darf nicht immer sagen, was man teuft“