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Oberhessische Zeitung. Marburg a. L- TkriStag, den 20. Dezember 1932
Nr. 298
Um den Weihnachtsfrieden
Ruhige Beurteilung der Situation im Reich und in Kreutzen
Entscheidung LVrr Neichstagseinberusung erst heute.
Der Aeltestenrat des Reichstags beschloß, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, nach mehr als einftündiger Debatte, am Dienstag unmittelbar nach der Stzsag des Reichsrates noch einmal zusammen z« treten, am über die Reichs- tagseiaberufung zu entscheiden. In der gestrigen Sitzung konnte eine Einigung über die Ansetzung einer Reichstags- fitzung noch nicht erzielt werden.
Die Regierung war in der Sitzung nicht vertreten und hatte auch dem Reichstags» Präsidenten keine Mitteilungen zNgehen lassen. Auch di« Bayerische Volkspartei hatte keinen Vertreter entsandt, sie hatte aber schriftlich mitgeteitt, daß sie gegen eine vv-rzettige Einberufung sei. Präsident Göring erklärte einleitend, es würde sich wohl nicht empfehlen, noch vor Weihnachten eine Tagung des Reichstages ab- zuhaften, zumal der Reichsrat, falls er gegen die Amnestie Einspruch erhebe, noch eine Begründungsfrist von 14 Tagen habe. Die Gryialdemokroten beantragen trotzdem. den Reichstag sofort für Donnerstag einzuberafen und neben der eventuellen neuen Abstimmung über die Amnestie auch die Wirrterhilfeanträoe auf die Tagesordnung zu setzen. Die Kommunisten verlangten außerdem für Donnerstag schon die Behandlung der polittschen Fragen Und der Mitztrauensanträge. Beide Anträge wurden jedoch vorläufig abgelehnt.
Die Amnestie vor de« Reichsrat.
Dienstag nachmittag um 5 Ahr tritt der Reichsrat nochmals zu einer Vollsitzung zusammen, um das vom Reichstag beschlossene Amnestiegesetz zu beraten. Am 11 Ahr versammeln sich die Vertreter der preußischen Provinzen im Reichsrat bet dem preußischen Stimmführer, Ministerialdirektor Dr. Brecht, wobei versucht werden soll, eine einheitliche Abgabe der preußischen Stimmen herbei- zuführrn. Am 12 Ahr mittags treten die Ausschüsse des Reich^rats zusammen, um die Amnefttevorlage in einer zweiten Lesung fettig zu beraten. Diese zweite Le- . sung ist notwendig geworden, west der ersten Beratung in den Ausschüssen noch keine endgültige Stellungnahme einiger Lärrder Vvrlag.
Wie das Nachrichtenbüro des BDZ. hört, hofft man in Kreisen der Reichsregierung und des Reichstags nach wie vor. daß der Reichsrat auf einen Einspruch gegen das Amnestiegesetz verzichten wird, so daß eine Weihnachtstagung des Reichstags zur Wiederbesettigung dieses Einspruchs vermieden wird. Die Bemühungen her ReichSregiernng gehen insbesondere dahin, zu erreichen, daß Baden sich im Reichsrat dem Einspruch nicht anschlietzt. Eine endgültige Entscheidung über die Haltung Badens liegt zur Stunde noch nicht vor.
0n der Berliner Abendpresse wird ein großes Rätselraten über die nächste parlamentarische Entwicklung veranftästet. Es hat seinen Grund in der Einberufung des Aelteftenrates und der für Dienstag bevorstehenden Entscheidung des Reichs- ratS über das Amnestiegefetz. Wan beschäftigt sich nun nrit der Möglichkeit, daß vom Reich her auch tue Preußenfrage aufgerollt unb der Landtag aufgelöst werden könnte, und zwar wird dem Sentrmn die Absicht der Landtagsauflösung zugesprochen. In gutunter- richteten Kreisen nimmt man ober alle diese Gerüchte nicht sehr ernst. Ratürfich kann auch die Auflösung des Preußischen Landtags in absehbarer Zett akut werden, aber sie wird es nur im Zusammenhang mit der Reichstagsauflösung. Die Situation im Reich wird durchaus ruhig beurteilt. Man neigt allgemein der Auffassung zu, daß die Amnestie im ReichSrat gfatt über die Bühne gehen wird, da als ziemlich sicher nur mit dem Einspruch Bayerns zu rechnen sei und Bayerns Stimmen nicht an das erforderliche Dtti- tel heranreichen. Nachdem Reichstags- Präsident Göring sich ebenfalls gegen eine WeHnachtslagung des Reichstags er- Wtt hat, glaubt man auch, daß der Antrag der Linken in der Sitzung des Ael- testenausschusses abgelehnt werden wird. Die Haltung GöttngS entfpttcht auch nur dem, was von nattonalsozialiftichser Seite in den letzten Tagen immer wieder verkündet wurde, nämlich daß die NSDAP, im Augenblick kein Interesse an einer Zuspitzung der PÄüischen Lage habe, sondern zunächst abwotten will, wie sich die Dinge im Januar entwickeln. Angesichts dieser parlamentarischen (Situation im Reich bestehen kaum Anzeichen dafür, daß es in
den nächsten Tagen in Preußen zu Aeber- raschungen kommt. Namentlich ist auch unglaubhaft, daß das Zenttum die Absicht hat, eine Aktton in Preußen einzuleiten. Damit bleibt die Austtagung der inner« polittschen Gegensätze im Reich wie in Preußen bis in die zweite Ianuarhälfte hinein aufgeschoben.
Gegen eine nuzweckmahige Weihnachtstagung des Reichstages.
Die Beutteilung der parlamentarischen Situation ntirb, wie wir erfahren, von dem Gedanken beherrscht, daß es einfach nicht angeht, daß der Reichstag, ohne $u der entscheidenden, grundsätzlichen Frage seines Verhältnisses zur Reichsregierung Stellung zu nehmen, immer wieder zu kurzen Tagungen zusammenttttt, in denen er Beschlüsse faßt, die doch nur agita- tonschen Sinn haben. Die schwierigen Auf
gaben, vor denen die Reichsregierung sieht, werden auf diese Weise nur erschwert, und zwar schon deshalb, weil ihr sa garnicht die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um kostspielige Agitationsbeschlüsse durchzuführen. Es ist auch gar kein Zweifel, daß die Regierung sich einen etwaigen Affront unter keinen Umständen gefallen lassen würde. Man muß natürlich abwatten, wie die Situation im Aeltestenrat sich heute vollzieht. In den späten Abendstunden wurden aus der Tatsache, daß der Aeltestenrat gestern noch nicht zur Elftscheidung gekommen ist. Schlüsse gezogen, nach denen der Ausgang seiner heutigen Sitzung als zweifelhaft angesehen werden könnte. Es ist aber nach Auffassung politischer Kreise doch wohl zu erwarten, daß der Reichstag sich den sachlichen Argumenten, die gegen eine Weihnachtstagung sprechen, ebenso wenig entzieht, wie der besümmten Haltung der Reichsregierung.
Hitler in Hamburg
Das Wirtschaftsprogramm unter Verschluß
Hamburg, 18. De$. Am Sonntagabend sprach Adolf Hiller in sämtlichen Sälen des Sagebiel-Etabliskements vor den Amtswaltern, den SA.- und SS.-Führern der Gaue Hamburg. Schleswig-Holstein und Hannover- Ost. Httler ettlätte, man denke nicht daran, das Angnffsfeld aufzugeben und für ein Linsengettcht die Erstgedutt zu »erlaufen, um sich in die Festung der Regierung hinein- Msetzen, die früher oder später fallen müsse. Kabinette, die ihre Wurzeln nicht im Volle hätten, würden immer in Wollen schweben. Die Staatsmänner, die in Monaten dächten, hätten noch niemals Völler groß gemacht. Noch niemals in seinem Leben, so ettlätte der Führer, sei er so schnell gerechtfertigt worden, wie in seinem Kampf um die Regierung Papen. Die Rundfunkrede Schleichers habe viele Gedanken enthalten, von überall hergeholt, aber nicht einen einzigen Gedanken, wie er im Groben diese 'Gedanken zu realisieren beabsichtige. Die Pattei werde nicht noch weitere Gedanken ihres Wittschaftspro- aramms der Oeffentlichkeit übergeben, sondern in Zukunft dieses Programm unter Verschluß galten, damit es nicht von den Gegnern ausgeplündert werden könne. Die NSDAP, sei nicht daN» da, um in Regre- rungen emsutreten, deren Finanzen und deren Grundlage vollkommen zerrüttet seien, bannt man ihr später, wenn sie sich zur Verfügung gestellt habe, den Stuhl vor die Tür, setze. Es sei irrig, zu glauben, die NSDAP, karnpse um die Wilhelmstraße, nein, sie kämpfe um das deutsche Voll., Das sei der Schlussel, der dann auch einst die Wilhelmsttaße offnen
könne. Den anderen komme es darauf an, ein paar Regierungen zu gewinnen. Die NSDAP, dagegen wolle die Nation, und den deutschen Mensen gewinnen. Wer sich unter» wette und vor dem Ziel kapituliere, versündige sich an den großen Opfern der Der- gangenhett. Wenn diese Bewegung in einem faulen Kompromiß zertteben werde und zerfallen würde, dann würde nicht eine Partei zerbrechen, sondern die letzte große Hoffnung bes deutschen Volkes, die für Millionen der Inhalt ihres Lebens geworden sei. Ms Wahrer der Einheit, des Mutes und der Entschlossenheit der Bewegung, werde er sich für sie und ihr Ziel persönlich einsetzen bis zur Selbstaufopferung, und seinen Weg gehen, ohne nach rechts oder links zu schauen. Gerade in Notzeiten sei die NSDAP, widerstandsfähig geworden. Diese Zeiten seien dazu bestimmt gewesen, die Nationalsozialisten harr zu machen. Wenn ein wenig Treibholz, abschwimme, schließe sich der Kern umso fester wlsammen zu einem Bund unerschütterlicher Treue und Kameradschaft. Die N^DAP. könne in keine Regierung hineingehen und später herausgehen. Ebenso habe sie nicht einmal einen Reichs-SA.-Anfmattch in Berlin abhalten können: denn wer einmal in die Reichshauptstadt einmarschiere, muffe auch darin bleiben. Es werde die Seit kommen, in der es nicht mehr heiße, die NSDAP, weide als zweite Garnitur in eine Regierung emgeiaoen, svnvern es wmme die Stunde, in der es heißen werde: Das nationalsozialistische Deutschland ist da.
Der rasende Hamburger
in 2 Stunden 20 Minuten
Berlin-Hamburg
Hamburg, 19. Dez. Heute früh 8.02 Uhr trat der erste Schneilittedwagen der Reichsbahn vom Lehrt« Bahnhof aus fern« Versuchsfahrt nach Hamb«« an. Die Probefahrten werden am 29. und 30. Dezember wiederholt werden. Im Jamm« soll dann ein achtwöchiger Prob«v«!ehk zwischen Berlin und Hamburg durchgesühtt werden.
Der Probewagen traf programmäßig um 10 22 Uhr auf dem Hamburger Hauptbahn- hof ein. Er erreichte nn ersten Test ber Fahrt eine Höchstgeschwmbrgkeft von 150 Kilometern. Später verlangsamte « bie Geschwindigkeit etwas, um die vorgesehene Zeck emzuhatten. Trotzdem passierte er bre Bahnhöfe noch mit einer Geschwrndigkeck von 120 Kilometern.
Eine riesige Menschenmenge hatte M auf dem Hauptbahnhof Hamburg emgefunben. Bei ber Einfahrt bes Triebwagens, ber mü feiner beige-violetten Tönung etnen äußerst schmucken Eindruck machte, brach die Menge in begeisterte Rufe aus.
Die Rückkehr nach Berlin erfolgte um 15.05 Mr. die Ankunft auf dem Lehtter Bauhof in Berlin um 17.34 Uhr. Die Fühnmg des Wagens hatten zwei Beamte vom Reichsbahnzentralamt, die eine Sonderausbrldung jur Bedienung des Schnelltriebwagens aus den Maybachwetten genossen haben.
Der schnellste Zug d« Wett.
Der Schnelltttebwagen hat die 289,8 Kilometer lange Strecke in 142 Minuten durchfahren. Der FD-Zug braucht zur BewAii- gung dieser Strecke 179 Mrnuten. Da bie bisher höchste Geschwindigkeit tm Eisenbahnverkehr der Welt auf ber englischen Strecke Swindon—Paddington mit 123 Stundenkilometern erreicht wird, so wird die Reichsbahn mit ihrem Schnelltrrebwagenverkehr Berlin—Hamburg sozusagen das Blaue Band des Schienenstranges an sich reißen. Der Krukenbergsche Propellerwagen erreichte allerdings bet Der suchst alnten im Januar 1931 auf der Strecke Hamburg—Berlin eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 157 Stundenkilometern und eine vorübergehende
Höchskgeschwrndrgkeit von 230 Stundenkilometern. Aber diese Fahtt war nicht ün Rahmen des normalen Gesamtverkehrs, sondern bei freigemachter Sttecke durchgefühtt worden.
Der großen Fahttgeschwmdigkeft ist bei ber Konstruktion bes Schnelltriebwagens Rechnung getragen worben, mbem man 5jm bie Stromlinienform gab. Dementsprechend sind aste bet den gewöhnlichen Wagen vorspringenden Teile eingebaut, versentt ober so gestaltet worben, daß ber Luftwiderstand auf das geringste Maß beschräntt wird. Die innere Einrichtung des Wagens entspricht irn= gesähr der des Rherngoldzuges. Die eine Wagenhälfte ist für Raucher, die andere für Nichtraucher eingerichtet. In ber Mitte befmbet sich ein Erfrischungsraum. Insgesamt imb 102 Sitzplätze 2. Klasse vorhan- ben. Die Maschinenanlage besteht aus zwei Maybach-Dieselmotoren von je 410 PS. Der Wagen hat eine Gesamtlänge von 42 Metern unb ein Gewicht von 77 Tonnen. Er ist also bebeutenb leichter als ein gewöhnlicher FD-Wageu.
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Das Handwerk zur Kanzlerrede
Hannover, 19. Dez. In einer Stellungnahme des Reichsverbandes für das Deutsche Handwerk zur Rundfunkrede des Reichskanzlers wird iL a. erklärt, daß der Reichsverband -dem einzigen Programmpuntt der neuen Reichsregierung „Arbeit schaffen" lebhaft zu stimm e. Er erwarte jÄwch, daß auch die Vottchläge der handwerklichen Spitzenverbände Verwirklichung falben, was insbesondere für den wiederholt vorgebrachten Antrag gelte, für die Instandsetzung des Althausbesitzes wettere 200 Millionen Reichsmark zur fBerfügimg zu stellen. Daß die Finanzierungsfrage des gesamten ArbeitSbeschaffungspro- gramms keine Gefährdung der Währung mit sich bringen dürfe, sei für das Hand
werk eine Selbstverständlichkeit. Auch fte Notwendigkeit, möglichst viel zu siedest, begrüße das Handwerk. Der beschleunigten Abwicklung des Osthilfeverfahren; werde das Handwerk ebenfalls zustimmvn. soweit hierin vor allem der Abbau de- einfeifigen Dollstteckungsschutzes der Land- wittschaft eingeschloffen werde.
Lebhaft zu bedauern sei, daß der Kanzler mit keinem Wott auf die Notlage des Handwerks eingegangen sei, was um st mehr auffallen müsse, als Schleicher freundschaftliche Wotte für andere Berufsstände gefunden habe. Es müsse darauf hingewiesen werden, daß das Handwett in normalen Zeiten 8 Millionen Deutschen Arbeit und Brot gebe. Der Reichsverband erwartet, daß möglichst bald eine Aussprache seiner Vertreter mit dem Kanzler stattfinden werde.
Deutsches Reich
Heute Aufhebung der Terror- Notverordnung.
fk. Berlin, 20. Dez. Der Reichspräsident empfing am Montag nachmittag den Reichskanzler zum Vortrag. Die Besprechung bezog sich auf die neue Verordnung, die am heuttgen Dienstag veröffentlicht wird. Sie wirb 18 Paragraphen umfassen, deren Inhalt sich an! die Aufhebung der Notverordnung über bie Sondergerichte unb ber Terror- sowie der Presse-Notverordnung bezieht.
Ein kommunistischer
Reichstagsabgeordneter verhaftet.
Berlin, 20. Dez. Wie bie beiden kommunistischen Morgenbläiter „Rote Fahne" unb „Berlin am Morgen" berichten, soll gestern nachmittag ber kommunistische Reichstagsabgeorbnete Scher, ber Mitglied bes Zentralkomitees ber KPD. ist, in seiner Wohnung verhaftet worben fein. Gleichzeitig soll eine Haussuchung stattgefunden haben. Me Derhas- ttrnig soll auf Anordnung des Oberreicheanwalts erfolgt sein.
An zuständiger Stelle im Berliner Polizeipräsidium war in später Nachtstunde keine Auskunft über diese Angelegenheit zu erhalten.
Litwinow beim Reichslanzttr.
Berlin, 19. Dez. Volkskommissar Lil- winow, ber auf ber Rückreise von Gens nach Moskau zu kurzem Aufenthall in Berlin eingetroffen ist, stattete beute Reichskanzler von Schleicher unb Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath Besuche ab. In ben Unterredungen würben die Deutschland unb di« Sowjetunion gemeinsam berührenben (fragen burchgesprochen unb die völlige Hebet' ein Kimmung in ben Auffassungen bet betben Regierungen erneut festgestellt.
Unternehm« vertret« bei Warmbold.
Berlin, 19. Dez. Die Enbe ber vorige» Woche begonnene Aussprache zwischen Reichswirtschaftsminister Dr. Warmbolb unb ben Vertretern aller Gewerkschaften über ehrt Reihe aktueller Fragen auf allen (Schiefen ber Wittschaftsfragen würbe heute oo-rmittas rntt ben Vertretern ber Unternehmerverbände fortgesetzt.
Wae lippische Semeindewahl am Goldene» Sonntag.
Detmold, 19. Dez. In ber zum Amtsteil Detmold gehörenden Dorfgemeinde Müsfen fand am Goldenen Sonntag eine Neuwahl ber Gemeindevertretung statt, da die am 10- Januar bs 3s. durchgeführten Wahlen für ungültig erklärt waren. Man hatte einem Einspruch der Kommunisten stattgegeben, weil damals bie Wahloorschläge nicht lange genug öffentlich ausgehängt wurden. Die Wah> brachte ein unerwartetes Ergebnis. Die Kommunisten, bie die Neuwahl veranlaßt hatte», erlitten Verluste, ebenso die Sozialdemokraten. Die Nationalsozialisten hatten einen Zuwachs von 41 Stimmen (174 gegen 1331- Danach bilden Nationalsozialisten und Bür» Öe den Gemeindevorstand, bei vor der am 10. Januar 7 Jahre von bet Linksmehrheit besetzt war.
Zn dem furchtbaren Krastwagenunglück bei Meißen.
Dresden, 19. Dez. Zu dem furchtbare» Krastwagenunglück bei Meißen erfahren ®,r noch folgende Einzelheiten: Die drei Herren der Reichsbahndiiektion Dresden hatten M» Sonntag im Auto eine Dienstfahrt nach Rieft und Röderau ausgeführt und befanden P® auf dem Heimwege nach Dresden. Kurz vo, Weißen verfuchte Oberinspektor Lenke, be- am Steuer saß, einige Radfahrer zu über' holen Obwohl die Straße infolge der am Morgen ordnungsgemäß bestreut rootbc» war, scheint sich durch die Einwirkung b»- Sonne und den nachfolgenden Nebel doch wie» der Glätte gebildet zu haben. Ein Wandel' bursche und einige Spaziergänger eilten l“” fort an die Unglücksstelle. Es gelang iW” nur, den Reichsbahnoberrat Dr. Stange tm letzten Augenblick noch unverletzt aus dem Auto zu ziehen, während die beiden andere Insassen verbrannten. Direktor Pokorny ®a der Leiter der Betriebsabteilung der Reich» bahndirektion Dresden, Oberinspektor Len» im Präfidialbüro der Reichsbahndirettion.