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Nr. 297

überoefftWe Bettung, Marburg «. L, Montag, den 19. Dezember 1932

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Der Strand von Swinsmünde wird »befestigt

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mit unseren Vernunstgründen nicht her­

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Am „Silbernen Sonntag" z. B. wurde

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gen, wird von iner bolschewistischen Or­ganisation ein Kinderspielzeug vertrie­ben, dessen Name „Ich bin ein Gottloser

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35 von 2ebens- ihnen,

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Geschäftsleute sich die größte Mühe geben, in den Schaufenstern die schönsten

v den letzten zwei Wochen vor dem Fest «n zahlreichen Plätzen Berlins Werh - »achtsmärkte abgehallen, auf denen van von schmalen Holzbuden für wenige Mennige allerlei Kleinigkeiten, wie Leb-

war, wurde er niedergeschlagen und be­raubt. Drei junge Burschen, die auf dem Laubengelände bei ihren Eltern wohnen, konnten als Mittäter verhaftet werden. Mit Entsetzen steht man solcher Roheit

gegenüber. Die uneigennützige Hilfsbe­reitschaft eines Arztes wurde mißbraucht, um das ahnungslose Opfer in die Falle zu locken. Ein Helfer in der Not wird selbst in schwerste Not gebracht. Sollte man sich wundern, wenn sich Aerzte künz- tig weigern, zu mitternächtlicher Stunde einem Hilferuf Folge zu leisten, wenn das Krankenlager oder die Unglücks­stätte sich in einer abgelegenen, dunklen Gegend befinden? Die gemeinen Ver­brecher hätten dann mit der Vernichtung des Vertrauens zugleich auch viele Men­schenleben vernichtet.

Allste gottentfremdeter Diesseitigkeit. SBer bei dem Kinderspiel gewinnt, wird

Lnd Du?" zur Genüge zeigt, was beab­sichtigt ist. Durch Lächerlichmachung von Sott und Religion werden die jungen

Die Königin von Dänemark, die gegenwärtig mit ihrem Gatten, König Christian X., zu Besuch am Londoner Hos weilt, machte in Londoner Geschäftshäu­sern ihre Weihnachtseinkäufe. Bekannt­lich legt das dänische Königspaar Wert aus die allergrößte Unausfälligkeit und Schlichtheit.

in.

Demon- c gegen rrdosten ; in die (jährige hrstratze Schenkel ne An- »rschein- en, fest­er zuzu- in der ein De- kommu- ist wer-

Äletne Rohrbürden werden in den Sand versenkt.

Die Winterstürme und der (Eisgang zerstören in den Ostseebädern fast alliäbrlich die Strandan­lagen. die dann zu Beginn der Badesaison mit groben Kokten wieder hergestellt werden müssen. Infolgedessen hat die Badeverwaltung von Swinemünde in diesem Jahre bereits jetzt Befestigungs­arbeiten in Auftrag gegeben, sodab der Sand nicht mehr vom Winde mitgenommen werden kann.

Der Räuber mit dem Ehrenwort

Die Große Strafkammer in Köln ver­urteilte den 21jährigen Artisten Julius Sch. wegen Raubes und verbotenen Waf­fenbesitzes unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zwei Monaten.

Sch. hatte sich am 26. August ds. Js. bei einem im Ruhestand lebenden Bürger­meister melden lasten, um ihm angeblich eine wichtige Mitteilung zu machen. Als er dem Hausherrn in dessen Arbeitszim­mer gegenübersaß, zog er eine Pistole heraus und forderte Geld. Der Bedrängte schüttete seine Börse aus, die noch 35 Mark Silbergeld enthielt und schlug dem Räuber vor, das Geld zu teilen, da er selbst nicht viel besitze. Darauf ging der Bursche ein. Er überzeugte sich aber durch Nachprüfung der Börse, ob der Hausherr auch richtig geteilt habe und entdeckte noch einen 50= Markschein, den er an sich nahm. Der Hausherr ging mit ihm bis zur Haustür und unterwegs versicherte der Räuber ehrenwörtlich, er werde das Geld zurück­geben. Der Hausherr wurde zu der ehren­wörtlichen Versicherung genötigt, keine Anzeige zu erstatten. Tatsächlich wartete der Äusgeplünderte acht Tage und er­stattete erst die Anzeige, als er die Gewiß­heit hatte, er würde das Geld nicht zurück­erhalten. Der Staatsanwalt beantragte unter Versagung mildernder Umstände fünf Jahre Zuchthaus. Das Gericht nahm aber auf die Jugend des Angeklagten Rück­sicht und verschonte ihn vor dem Zucht­haus.

Eine Königin beim WeihrmchtS- einkauf

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Münd« 5 1906, is 1928

Die Statistiker haben wieder einmal eine neue, überraschende Entdeckung ge­macht. Noch vor wenigen Jahren wur­den wir darüber belehrt, daß Berlin wie ein Riesenpolyp mit seinen gewaltigen jangarmen die gesunde, tüchtige Ju­gend anziehe, um dagegen die älteren Leute, denen der Rhythmus der Welt­stadt zu hastig ist, in die ruhigeren Orte des Reiches hinauszulassen. Kleinere Städte und Dörfer stimmten bewegliche Klagen an, weil sie die in ihrer Jugend Ausgewanderten erst wieder in einem Alter sahen, das die Fürsorge notwendig machte und dadurch den Gemeindesäckel belastete. Jetzt soll auf einmal alles an­ders Jein. Berlin fei überaltert, heißt es, die jüngeren Leute verlassen die Stadt, die Alten bleiben zurück. Damit die Be­hauptungen auch Hand und Fuß haben, wurden genaue Berechnungen angestellt, die ergeben, daß tatsächlich der Anteil der über 60 Jahre alten Leute seit der Zeit vor dem Kriege um mehrere Prozent ge­stiegen ist. Im Gegensatz zu früher wird nachgewiesen, daß die jüngeren Leute fortziehen und daß die alten bleiben, und im gleichen Atemzug werden Maßnah­men gefordert, um das gestörte Gleichge­wicht im Altersaufbau wiederherzustellen.

Diese Berechnungen und Befürchtungen rufen eine Erinnerung wach. Vor vier bis fünf Jahren waren die Statistiker da­mit befdjäftigt, auszurechnen, ein wie großer Lehrlingsmangel wegen des starken Geburtenausfalls in der Kriegszeit in den Jahren 1930 bis 1934 herrschen müsse. Und wie sieht es in Wirklichkeit aus? Durch die wirtschaft­lichen Ereignisie ist es gekommen, daß in Berlin und überall im Reiche nicht nur kein Lehrlingsmangel herrscht, sondern daß sich keine Lehrstellen finden, um die Jungen und Mädchen zur Ausbildung in einem Handwerk unterzubringen. Auf ^niiche Weise werden eines Tages auch die Sorgen wegen einer Ueberalterung Berlins verschwunden sein, und man wird erkennen müfjen, daß bei allen Menschlichen Berechnungen doch ein gott­gewolltes Schicksal mitfpielt, an das wir

Sachkenntnis und hohe Weisheit zur Existenz gebracht hatte.

Ein Wunder geschah, aber ein unerwartetes. Die Tanks konnten zunächst überhaupt nicht von der Stelle kommen, begannen dann erst bei höchster Tourenzahl langsam zu ftiechen und schon ein Baumstamm wurde zum unüber­windlichen Hindernis.

Was war geschehen? All die Schilderungen unter dem Generalshut sii England und in Indien hatten nicht daran gedacht, daß durch all die Zusatzvorrichtungen das höchst zulässige Gewicht des Tanks um genau eine Tonne überschritten worden war. Und jetzt gibt es statt der Tanks lange Gesichter.

Die MMeaM der Metin Eugenik

..Spanische Schatzgräber" aus dem 70 er Krieg tauchen auf

Klemer Skandal um große Lanks

Wenn Generalstäbler es allzugut meinen

mer Be- Seelen vergiftet und hinausgestoßen aus iark aus *em freudigen Kinderparadies in die öde UNd > jRijrtp nnttentfremhefpr Dipsieitiakpft

Mm „Gottlosen" erklärt und damit reif ,ulluw. wr den Bund der kämpfenden Gottlosen, bries er- Rie diese „Erziehung" sich auswirkt, kann jeden Tag mit Schaudern beobachtet

Anstatt an die ferne Zukunft zu den­ken, sollten wir uns besser um die Ge­genwart kümmern, die an wichtigen Problemen mehr als genug bietet. Man beobachte nur einmal, mit welcher Zähig­keit und Geschicklichkeit die G o 11 •

Bombay, 15. Dezember.

Für einige Offizielle im englischen Kriegs­ministerium bedeutet die folgende kleine Ge­schichte einen jähen und unerfreulichen Still­stand — zumindest diesen — in ihrer Karriere, für die Oeffentlichkeit aber einen herz­erquickenden Anlaß zum Lachen.

Und nie lacht man bester, als wenn eine Art von Obrigkeit einem den Anlaß dazu gibt.

Die Sache sollte zwar geheim gehalten wer­den, aber dieser Schildbürgerstreich einiger trestenbeladener Militärs war doch zu köstlich, als daß sich nicht in den Kreisen des Heeres selbst Lücken bildeten, durch die er in die Welt schlüpfen konnte.

Da hatte sich bk englische Regierung ent­schieden so ganz hn geheimen, hundertzwanzig Tanks für die Truppen in Indien zu bestellen, weil man aus diesen oder jenen Gründen in letzter Zeit zu der Annahme geneigt war, die bisher üblichen Panzerautos könnten nicht mein zureichend sein.

Eine der größten englischen Waffenfabriken bekam also den Auftrag auf, zunächst sechzig chwere Tanks neuester Konstruktion.

Die Tanks wurden fertiggestellt, waren mit den letzten technischen Errungenschaften aus­gestattet, aber die Abnahmekommission ent­deckte plötzlich, daß sie noch lange nicht den Anforderungen, die an sie gestellt werden könn­ten. entsprachen. Alles, was ein Eeneral- täblergehirn an kriegstechnffchen Möglich­keiten für einen Erotzkampstank noch ersinnen konnte, wurde also auf Befehl dieser Herren eingebaut. Die Einwendungen, die von seitens der Techniker der Baufftma erhoben wurden, chob man voller Ueberlegenheit beiseite.

Die Tanks kamen in Indien an, aber jetzt hatte das Generalkommando der indischen Truppen weitere Einwendungen zu machen. Was für Europa gut genug war, langte noch nicht in Indien zu. So bekamen die hohen Herren in der Heimat zu hören, daß es ja sehr gut gemeint hätten, aber daß sie ganz und gar nicht die große Hitze in Indien in ihre Rechnung einbezogen hätten. Ja, wenn sich das indische Generalkommando nicht um alles selbst kümmere ...

Und jetzt kümmerte es sich selbst. Eine Finna rn Bombay wurde beauftragt, beson­dere Motorkühlvorrichtungen einzubauen, die Deittilatorenanlagen zu verstärken und uber- baupt verschiedene andere zusätzliche Konstruk­tionen durchzuführen.

Gleichzeitig wurden entsprechende Pläne angefertigt, die nach England gingen, auf daß die nächste Tanklieferung nach „indischem Re­zept" erfolge.

Endlich waren diese ersten sechzig Tanks umgebaut und der große Tag der ersten Probe- fahtten brach an. Mit triumphalem Gesicht ermatteten die hohen Herren Wunderleistun­gen von den Tanks, die ihre ttefgründige

Perpignon, 15. Dezember.

Die kleine Stadt Perpignon war dieser Tage in größte Aufregung versetzt worden. Ganze Kolonnen von Schatzgräbern zogen in das Wäldchen Boulou hinaus, um dort nach den Juwelen der Kaiserin Eugenie zu suchen. Und das kam so:

Ein Holzfäller hatte in dem Wäldchen in einem Baumstumpf eine Flasche gefunden, in der sich offenbar eine Post befand. Bei näherer Nachprüfung ergab sich, daß die Post ein Ver­zeichnis über eine Sendung von Juwelen und Geld im Betrage von 6 Millionen Franken enthielt, das die Kaiserin Eugenie gemacht hatte. Es war vom 4. Sepetmber 1870 datiert,

Name zwar vergesten ist, dessen Methode sich aber bis in die heutige Zeit erhalten hat. Die­ser geniale Schwindler ist der Erfinder einer Betrugsart gewesen, die man in Fachkreisen als „Spanische Schatzgräberei" bezeichnet.

Solche Verzeichnisse wurden nach Beendi­gung des deutsch-französischen Krieges dutzend­weise hergestellt. Man übersandte sie reichen Persönlichkeiten, von denen man wußte, daß sie Sympathien für das vertriebene Kaiser­haus besitzen. Sie bekamen es gleichzeitig mit der Mitteilung, daß sich ein Mann in Madrid als Gefangener befinde, der die Juwelen im Feld versteckt habe. Zu seiner Befreiung aus der Gefangenschaft wurden 25 000 Franken be­nötigt. Bei Ueberlassung dieser Summe sollte der Geldgeber dann zur Hälfte an dem Erlös der Juwelen beteiligt werden.

Der bekannnte Historiker von Perpignon, der Abbee Borrallo, besitzt heute noch ein sol­ches Dokument mit einem schriftlichen Ange­bot, das seinem Großvater, einem glühenden Bonapartisten, gemacht wurde. Der alte Herr, der sich damals plötzlich in die Gelegenheit versetzt sah, der geliebten Kaiserin einen Dienst zu leisten, fuhr selbst nach Madrid zur Gräfin Montijo. Diese dankte ihm für ferne Bemühungen, erklärte aber, daß er einem Schwindler ausgesenen war und sie bereits dutzende solcher Audienzen erteilt habe. Die Gräfin ließ in der französischen Presse vor den „Spanischen Schatzschwindlern" warnen. Für Viele kam diese Warnung schon zu spät. Sie waren in der Zwischenzeit von der gut organi­sierten Bande ausgeplündert worden.

Nun nimmt man an. daß sich im Wäldchen von Boulou das Versteck eines Mitglieds der Schwindlergesellfchaft befand. Beim Verlassen feines Verstecks hatte er wahrscheinlich ver­gessen, die „Kaiserliche Flaschenpost" mitzu- nehmeu.

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also wenige Tage nach der Entthronung Na­poleons III. Adressiert war das Verzeichnis an die Mutter der Kaiserin, die Gräfin von Montijo in Madrid.

Dieser Fund erregte naturgemäß größtes Aussehen nicht nur in der kleinen Stadt Per­pignon, sondern in ganz Frankreich. Es be­gann nun ein Rätselraten darüber, wie dieses Verzeichnis als Flaschenpost in den Baum­stumpf gekommen war. Entweder, so argu­mentierte man. hat der Abgesandte der Kai­serin aus Angst vor dem Ertapptwerden sich der Botschaft und der Sendung entledigt und Beides in dem Wäldchen von Boulou versteckt oder die Juwelen ohne Verzeichnis nach Ma­drid geschmuggelt. Nachdem die Bevölkerung von Perpignon sich genügend mit der erfolg­losen Suche nach dem „Kaiser-Schatz" beschäf­tigt hatte, kam man endlich darauf, daß der Fund einen großairgelegten Schwindel dar­stellte, der vor nunmehr 62 Jahren inszeniert

Achenherzen, hölzerne Hampelmänner, veihnachtskerzen, Lametta ufro. erstehen «mn. Die Händler gehören ganz gewiß iicht zu denen, deren Bekämpfung von vti radikalen Bolschewisten gefordert >ird. Es sind arme Leute, die ein paar Pfennige verdienen wollen, um einige I •age wieder ein warmes Essen zu haben.

diesen Händlern nun „versündigten" am „Silbernen Sonntag" junge Ben­ins, die auf verschiedenen Weihnachts- Mrkten in starken Rotten den gemein­en Unfug anrichteten. Verkaufsstände zu -öden rffsen, die Waren mit den Ab- Hen zertrampelten, Menschen umftie- ck. Die Polizei fuhr zwar mft dem 'Ummiknüppel gehörig dazwischen. Aber 7>s genügt nicht. Die Anstifter müßten ^findig gemacht und zu den schwersten ttrafen verurteilt werden. Derrn der •jünger und die Not spielten bei den ?uften Szenen keine Rolle, sondern ^>iglich der blindwütige Zerstörungstrieb ^erte häßliche Orgien.

Berliner Brief

Überalterung - Meihnachtsfeindliche Eottlosenbewegung - Geplünderte Weihnachtsmarkte

Auf dem gleichen Gebiete der Gemein­heit liegt ein anderer Fall, bei dem ein Arzt zu Schaden kam. Verbrecher rie­fen nachts einen praktischen Arzt an, er möge sofort in eine Laubenkolonie kom­men, um einer Frau zu helfen, die sich mit kochendem Wasser die Füße ver­brannt habe. Die Stelle war genau be­zeichnet, wo der Arzt mit feinem Auto

Ün<Uid>t mre'd)ert- 'rbslosm

ofenberoegung es versteht, mft lüjrer Propaganda sogar bis zu den die not- kleinsten Kindern zu gelangen. Selbst das Weihnachtsspielzeug ist diesen See- lenoerberbem nicht zu schlecht, um ihren Zielen näher zu kommen. Während die

Das Verzeichnis stammt Kaiserin Eugenie noch von ......

son ihrer Umgebung. Es ist vielmehr bas Wett eines raffinierten Fälschers, besten

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