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Blatt 2

Nach Feierabend, Beilage der Oberhessisch«« Zeitung

Nr. 296

(Nachdruck verboten.)

«njchluß nach Alteichen!

Roman von Anny von Pan Huys.

, (Schluß.)

Inzwischen lvaren die Eingeladenen nach dem auf dem Berg malerisch hingelagerten Hotel unterwegs. Die Musik marschierte voran und Peter Paul Falke ging neben dem Hauptaktionär aus Freiburg. Der meinte plötzlich: „Ich habe mich vorhin ein bißchen gewundert, als ich einen Blick In den Maschinenraum warf und sah, daß der Ingenieur Rademacher den ersten Zag roufgeseilt hat. Es kann ja in diesem Fall wohl so'ne Art symbolischer Handlung fein, aber dafür brauchte er sich doch nicht in die Personaluniform zu werfen. Allerdings ist die Idee originell! Ich glaube, außer mir hat niemand Herrn Rademacher er­kannt."

Peter Paul Falle gckte ein bißchen ver­wundert, aber er ließ sich seine Derblüf- ftmg nicht allzusehr anmetten, nickte nur: „3a, die Idee ist originell". Er schob flch an Dr. DillfangS Seite, wiederhotte ihm, was er eben gehört.

Dr. Dillfang hüstelte erst ein bißchen und dann erzählte er mit kurzen Worten die Wahrheit, schloß: „Ich brachte es nicht über mich, den armen Teufel trostlos aus der „Rheinland" fortlaufen zu lassen. Er wolüe hier gern bis zuletzt helfen, er sieht im Bau einer Bergbahn noch die Erfül- üutg einer Sehnsucht. Jetzt habe ich ihm «ine Stellung in Italien besorgt, nächstens reist er ab. Ich hätte ihn sehr gern be- haüen. Die italienische Konkurrenz kann lachen, solche technischen genialen Men­schen laufen bloß alle hundert Jahre mal durch die Welt."

Peter Paul Falke guckte ein bißchen ver­sagen, aber es waren zu viele Menschen ton chn herum und eigentlich wagte er es nicht einmal richtig, denn da war plötz­lich etwas in ihm, das war die Freude, daß es ihm vielleicht noch freistand, Io- achüm Rademacher wieder für die „Bhein- land" zu gewinnen. Er druckste und fragte endRch: „War es eigentlich hübsch von Ihnen, Doktor, so was hinter meinem Rücken zu machen? Wie kamen Sie dazu?"

Dr. Dilffang fühlte Boden unter den Füßen.

Er lächelt: „Lissr war so in Angst um ihn. Sie fürchtete, er könne sich das Le­ben nehmen."

„Lissl war in Angst um ihn?" wieder­holle Peter Paul Falke fragend. „Ja, um des Himmels willen, was geht der Mensch denn Liss: an? Ich dachte, unter uns, und er bekannte auch so etwa, er Hütte sich in Arna verliebt."

Dr. Dillfang lächelte noch immer.

„Die Schwestern sind einander verblüf­fend ähnlich, aber die jüngere ist warmher­ziger, weicher —" Er wurde ernst: „Ich will einem Vater nicht wehe tun.“

Peter Paul Falle nickte: „Stimmt, mein lieber Freund, aber dafür wird sie auch eine Herzogin." Er flüsterte: „Aber das mit Lissr ist trotzdem ein bißchen merk­würdig. Es ist gut, wenn Joachim Rade­macher ins Ausland kommt. Wenn Sie mir die Andeutung mit Lissi nicht gegeben hätten, würde ich ihn wieder ausgenommen haben, well er wirklich ein ausgezeichneter Kopf für die „Rheinland" ist, aber jetzt geht das nicht." Er sah sich um: „Ja, wo ist denn Lissr eigentlich?^

Gin Stück vor ihm neben dem Landrat schritt Arna. Peter Paul Falke rief sie an: „Wo ist Lissi?" Arna zuckte leicht di« Achseln: „Ich weiß es nicht, Vater."

„Ich sah die junge Dame in den Ma­schinenraum gehen", erllätte jemand. Peter Paul Falle rief übechasttg: „Komm, Arna, wir wollen sie holen!"

>Arna blieb stehen und Dr. Dillfang erklärte rasch: „Ich gehe auch mit, da mir noch eine kleine Anordnung für den Ma- schinenraum einfällt. Gehen Sie nur vor­aus, meine Herrschaften, in fünf Minuten folgen wir!"

'Arna hatte eine kleine kaum merkbare Falte auf der Stirn.

„Weshalb muß ich denn noch mit, Va­ter? Ich hatte mich gerade mit dem Land­rat wundervoll unterhalten. Er besitzt Verwandte in England, die Beziehungen zu dem Herzog von Grenshire haben. Ist das nicht hochinteressant?"

„Direkt aufregend ist die Reuigkeit", spöttelte Peter Paul Falke und eilte voraus. Er wollte Lissr klarmachen, daß sich nicht gehört, einfach zurückzubleiben.

„Was hat denn mein Vater?" fragte Arna Dr. Dillfang.

Der lachte ärgerlich: „Ich weiß es nicht!"

Peter Paul Falle betrat den Ma- fchinenraum und blieb wie erstarrt stehen. Da lag Lissr an der Brust eines Unifor­

mierten Mannes, und dieser Mann, der jetzt erschreckt den Kopf hob, war Joachim Rademacher.

Lissr war mit einem Satze an des Va­ters Seite.

„Du, Vater, bitte, nicht böse sein, ich habe ihm über alle Maßen lieb, zerstöre nicht sein und mein Glück. Bitte, Vater, er ist ja nicht schlecht, er ist nur dem Zu­fall erlegen."

Peter Paul Falle sah dicke Dränen an Lisfis Wimpern hängen und sah den zer­knirschten, todtraurigen Ausdruck auf dem Gesicht Joachim Rademachers.

Qlrna rief heftig von der Tür her: „Schäme dich, Lissi, sofort kommst du zu mir."

Lissr lächelte und folgte dem Ruf, zog aber die Schwester hinaus ins Freie, sagte ihr leise dott ins Ohr: „Entweder küm­merst du dich um gar nichts, was Jo­achim Rademacher und mich angeht, denn ich lasse mir mein Glück nicht nehmen, oder ich teile deinem Herzog mit, daß er nicht der erste Mann in deinem Leben istcher dich geküßt hat. Ich glaube, er legt sehr viel Wert darauf, der erste gewesen zu sein. Er hat so etwas der Att an sich, und meine Mitteilung könnte dich um den herzoglichen Ring bringen. Fasse das, bitte, nicht als Gemeinheit und Erpressung auf. Es ist lediglich Rotwehr, denn lieb habe ich dich doch, Schwester, so verschie­ben unser Denken über Liebe auch sein mag." '

Arna war bleich geworden.

„Woher weißt du das, was du an­deutest?"

„Ein armer verliebter Darr öffnete mir sein Herz. Er wurde wieder normal, als er Hörte, du würdest Herzogin. Er liebt mich jetzt. Besser und echter wie dich. Roch einmal: Du bist gewarnt."

Sie eilte zurück, zog Arna mit sich, hiett die sich wehrende Hand fest, lachte von der Tür her: „Ich habe Arna schon bekehrt, sie wünscht mir viel GWck und bittet das­selbe wie ich Vater.“

Peter Paul Falke sah verdutzt auf Arna, die ruhig lächelte: „Es ist so, Vater. Warum sollen die beiden sich nicht lieb haben, ich gönne Lissi das Glück." '

Dr. Dillfang nickte Peter Paul Falke zu: „Wir muffen den anderen folgen, zu lange wegbleiben wäre unhöflich."

Da holte Peter Paul Falke noch einen tiefen Seufzer aus seiner Brust und ent schied dann: „Ich gebe alles zu, aber Joa­chim Rademacher bleibt bei der „Rhein­land" für immer!"

Joachim stand wie im Traume. Herr­gott, war das denn wahr? Er durfte Liß lieb haben und durfte bei der „Rheinland bleiben? Er ergriff Peter Paul Falke? Hände und drückte sie wie in Ekstase, dann jubelte er: „Der glücklichste Mensch ans Erden bin ich!"

Lissi strahlte ihn an und dann gingen sie alle fort, sagten Auf Wiedersehen! uni er stand allein am Ausblick und sann, nun war seine Zukunft frei und klar. Man brauchte nur so bald wie möglich den Ba­ron Dorn auf Schloß Alteichen und seiner Schwester, der Gräfin Bärwitz, ein Stück­chen von der Wahrheit damals verraten, dann gab es niemand weiter, dem es not* auffallen könnte, wie ähnlich der Inge­nieur Joachim Rademacher dem Multi­millionärssohn James Maker war.

Er blickte hinaus über ein Stück de? herrlichen Verglandes und dachte, wie eigen war es doch gewesen, daß er damals nicht losgekommen von der Annonce mit der Ueberschrift: Anschluß nach Alteichen!

Die drei Worte hatten sein Leben voll­ständig verändett, hatten seiner Sehnsucht rächt und ihm ein schönes Lieb geschenkt.

Er lächelte selig vor sich hin und war­tete, tief in Elücksträume eingesponnen, bis die Eingeladenen vom Hotel zuriick- kamen.

Lissi schaute noch einmal zu ihm herein und eine Welt von Liebe lag in ihrem Blick, als sie ihm zurief: „Du fährst nach­mittag mit uns heim an den Rhein, Joa­chim."

Er nickte ihr zu und in feinen Augen schimmerte es feucht: „Ja, Liebling, ich fahre mit euch heim an den Rhein."

— Ende. —

Buster Keaton.

„Wie gefällt Ihnen Vuster Kraton?"

„Wer ist bas?'*

„Was, Sie wissen nicht wer Vuster Keaton ist? Der berühmte Buster Keaton? Das iß doch der Mann, der nie lacht!“

„Kunststück! Bei den Zeiten!"

Rösselsprung.

Pyramidenratsel.

König, 4. See in Tirol, 7. Himmelsrichtung,

Bilderrätsel.

Rätselhafte Inschrift.

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Wo ist der Wild'chütz?

Aus oberrstehenden 17 Süden sind 6 Wörter zu bilden, deren Anfangs-und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen Meister der Tonkunst und eines seiner Werke

Asien, 3. Fremdwort für eineu Unterstellraum, 4. Wassernymphen, 5. Untugend, 6. Berg in

8. Fluß zur Donau, 9. Geistlicher, 10. Ab­schiedsgruß, 13. Fürwort, 14. Tonstufe, (ch = 1 Buchstabe.)

Kreuzworträtsel.

Waagerecht: 1. Drameneinteilung, 3. Hauptstadt von Kuba, 5. Fürwort, 6. Klage- laut, 8. Frauenname, 11. Wochentag, 12. Rinne, 15. Wasserbau, 16. Fluß zum Neckar.

Rärsellösrmgen cm3 der vorige« Nummer.

Silben-KrenzwortrStfel: Waagerecht: 1. In­spektor, 3. Aroma, 6. Somali, 7. Ala, 8. Sumina, S. Malaga, 10. Rinde, 12. Oker, 13. Ventil, 14. rosa, 15. Peter, 17. Kater, 19. Marine, 20. Gotha, 21. netto, 22. Tabelle, 24. Elektra, 25. Odeum.

Senkrecht: 1. Indianerin, 2. Torso, 3. AL 4. Mathematiker, 6. Makulatur, 11. Deventer, 12. Osaka, 15. Pelargonie, 16. variabel, 18. Ter­ritorium, 22. Tatra, 23. Leo.

vtwerEsü: Es bringt der Feind dem Tapfer« seine Kraft.

Rdssekstmmg: Mau ist reich, wenn man ein freundliches Herz hat. Was Sie draußen gesehen und erfahren haben, das müssen Sie nicht vei- schlreßen, wie viele eS tun, sondern es aut-geben- Freundlich muß man sein, Interesse muß man haben, dann kst man reich. Gustav Frenssen.

Rätselhafte Inschrift: Was Fröhlichem» gerät gut.

Epidenrätsel: 1—3 Weib, 4—5 Lia, 7—8 Re­gent, 10—11 Baß, 14—13 er, 2—6 e, a, 3—9 Beet, 4—12 Liebau, 5—8 Ast, 11—15 Stea. Waagerechte Reche: Wartburg.

Such bild: Bild auf bie rechte Seite stellen- Die Kirchgängerin erscheint über den Bäume» * den Wolken.

Silbenrätsel: 1. Jerusalem, 1. Orchidee, 3. Hafer, 4. Aviatik, 5. Naturgeschichte, 6. Niederost erreich- 7. Anzengruber, 8. Gellert, 9. Eurchides, 10. Hüitn 11. Themse, 12. Uwarow, 13. Nelli, 14. Dohle, 15. Nordwind, 16. Iphigenie, 17. Marmor. I»' Hanna geht, und nimmer kehrt sie wieder-

I.,fSchiller, jungst«,

Streichholz-Anfg abe.

Aus 8 Streichhölzern sollen 2 Quadrateund -4Dreiecke gebildet werden. — Die Aufgabe scheint zunächst unlösbar, denn um die ver­langten-6 Figuren eiuzelncherzustelken, würden Ä0 Hölzer'vonnöten sein. Die Aufgabe kann aber natürlich nur so gelöst werden, daß die .f™8dnen Hölzer zu glächer Zeit zur Bildung Der Seiten von mehreren der gewünschten -Ngmen verwendet werde».

*2 tU 4 5

. Von der Spitze anfangend, sollen Wötter m die Reihen der Figur eingetragen werden, die sich aus den Buchstaben der vorangegan- genen und je einem neuen Buchstaben ergeben, D« einzelnen Wetter bedeuten: 1. Selbst, laut, 2. Schmerzenslaut, 3. starkes Sell, 4. Blasinstrument, 5. Verlobte, 6. männlicher ®ogel, 7. Weinfrüchte, 8. wichtige Sitzung, 9. ländliches Anwesen.

Silbenrätsel.

de — den — ei — ga — g© — gen » — mar — na — nutz — ra — ri

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Der Rösselsprung ist der Gang des Rössels ober Springers über sämtliche 64 Felder des Schachbrettes. In das abgebildete Schach­brett ist ein Zitat eines bekannten deutschen Dichters sowie dessen Name genau nach den Sprüngen des Rössels eingettagen. Es gilt nun, das Zitat sowie den 9??men wieder zu­sammenzusetzen. Die Schachspieler werden das zustande bringen. Schwerer ist die Auf­gabe für jene, die noch nicht vor dem Schach­brett gesessen haben; aber wer sich genau merkt, daß das Rössel stets schräg ins dritte Feld springt, der wird bei stttßiger Übung auch zum Ergebnis kommen.

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