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Nr. 296

Cbfrfremwe Fettung. Marburg a. L.. Sonnabend, den 17. Dezember 1932

Seite 8

Aus der Urngegend

Hessen Nassau und Rachdargebiete

Die

im früheren Lehrerseminar.

n. Winterberg, 15. Dej. Die

PHOTO-BÖHLER -

Fernruf 2248.

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BRILLEN-BÖHLER

Bahnhcfstr. I

bad gehen ihrem Ende entgegen. Die An» lagen sind soweit fertiggestellt. Das Ge­lände für das Schwimmbad war vom Sauer- ländischen Bobklub bereits vor mehreren Iah- ren angekauit, um dieses Schwimmbad im Winter für Eishockenspiele zu benutzen. Jetzt ist dieses Ziel durch die Hilfe des freiwil­ligen Arbeitsdienstes erreicht worden. Das etwa 7000 Quadratmeter große und 2.70 Meter tiefe, hübsch in die Umgebung hm- einmodellierte Becken gibt im Minter eine vorzügliche Eisdecke ab. Im Sommer soll es als Frei- und Strandbad benutzt werden.

gebrochen, wobei 100 Zentner Speck ver­brannt sind. Der Schaden beläuft sich auf etwa 2000 Mark.

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Verlag Dr. T. Hitzeroth. Sauptlchriitleiter und oerantwottlick für Po­litik und Feuilleton: Di. E r n!t S ch e l l e r: für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales. Lotbar Schneider, 'amtlich in Marburg

Wetterbeobachtungen 16.17. Dez.

Höchste Temperatur aml6. Dezemb. 1.5 Celsius Niedriakte Temveratur'ente Nacht -2,5 Telüu»

Wettergasse 30 1

Marburg /Cohn

längerer Zeit in Angriff genommenen beiten an der neuen Eisbahn und Schwimm»

Wetterbericht.

lieber Island ist ein äußerst Kräftiger Tiefdruckwirbel erschienen, dessen Aus­läufer bis nach Südengland reichen. An der Südseite dieses Wirbel» strömen seuchtwarme Luftmaffen nordostwärts, die in England verbreitete Niederschlage verursachen. Unser Bezirk steht noch unter dem Einfluß des starken festländi­schen Hochdruckgebiets, doch wird sich rn den nächsten Tagen die Wirbeltätigkelt im Nordwesten auch bei uns bemerkbar machen und zu unbeständiger Witterung führen.

Witterungsaussichten für Sonntag- Zu­nehmende Unbeständigkeit mit vorerst noch geringerer Niederschlagsneigung.

Tue £ethmge ber Arbeiten liegt ebenfalls in den Händen eines Jugendlichen. Jeder be- schäftigt« Arbeitslose bekommt täglich 1,10 Mark. Im ganzen sind 770 Arbeitstage vor­gesehen. Das nasse Wetter der vergangenen Wochen hatte den Beginn der Arbeiten hin­ausgeschoben, die aber jetzt trotz des Frostes rüstig fottschretten.

Mels Fmnkenvers

n. Battenberg, 15. Dn. Die Zigeu­nerplage, diese schwarzen Pustasöhne mit den schmierigen rauchenden Weibern und verwahr­losten Kindern, nimmt in hiesiger Gegend wieder überhand. Ueberall an geschützten windstillen Otten, die möglichst in oer Nähe von Ortschaften liegen, sieht man die Reste von Lagerplätzen oder trifft einen oder meh­rere Wagen an. 'Die Polizei und Gendar­mette hat hierdurch viel zu hin, denn über­all, wo diese bettelnde und raubende Gesell­schaft austaucht, mutz sie durch diese Organe weiter abgeschoben werden. Dies ist feine

leichte Arbeit und in vielen Fällen tarnt dieses nut mit Gewalt und durch mehrere Polizeiorgane erfolgen, da sich diese Fttnde der Gesellschaftsordnung leicht widersetzen und sich auch zu Tätlichkeiten Hinreisen lassen.

n. Dodenau, 15. Dez. Der hiesige Jagdpächter Kl. erlegte vor einigen ein recht feistes Alttier. Auch im benachbarten Hatz­feld konnte Herr Staatsförster Buse ein Alt­tier und Herr Staatsförster Wagner einen Achtender Hirsch zur Strecke bringen. Weid­mannsheil! t

Kreis slkgenlmin

- Treysa, 16. Dez. Die Sonnenwend- feier des Knüllgebirgsvereins findet am 17. Dezember statt. Btt dem winterlichen Wet­ter wird diese ritten besonderen Reiz haben. Nach dem Abbrennen des Feuers finbet ge­meinsames Essen bei Gastwirt Liebermann statt. Das Hersfelber Eornett-Quattett sorgt für musikalische Unterhaltung.

0 Biedenkopf, 16. Dez. Nachdem nun­mehr auch das Kreiswohlfahrtsamt des früheren Kreises Biedenkopf nach Dillenburg übergesiedelt ist, ist die Umoraaniiation der neuen Kreisverwaltung abgeschlossen. Büros befinden sich in Dillenburg in drei bänden und zwar in zwei Kreishäusern

Sine tüchtige Kuh.

Gelnhausen, 16. Dez. Ein Fall, bet wohl selten vorkommt, ereignete sich dieser Tage im Kreisort Hellstein. Die Kuh eines Lanbwirts brachte vor drei Wochen einen kräftigen Stier zur Welt. Richt klein war deshalb die Freude des Bauern, als er gestern seinen Stall be­trat und feststellte, daß die Kuh ein zwei­tes Mal gekalbt und ihm ein kräftiges, lebensfähiges Kalb beschert "hatte.

Geheimrat Dr. Dr. h. e. Willy Merck f.

Darmstadt, 16. Dez. Im Alter von 72 Jahren verschieb gestern abend Dr. phil. et meb. h. c. Geheimrat Dr. Willy Merck, der älteste Mitinhaber der pharmazeu­tischen Weltfirma E. Merck-Darmstadt. Dem Verstorbenen unterstand drei Jahr­zehntelang die Eesamtleitung des Fabrik­betriebes und der wisienfchaftlichen Ein­richtungen, um deren Fortbildung er sich sehr verdient gemacht hat. Der Verstor­bene hinterläßt keine Söhne. Er ist u. a. bet Schwiegervater des Führers der Deut­schen Volkspartei Dingeldey und des frühe­ren Reichsfinanzministers Dr. Peter Rein­hold.

ein „Detektiv" verleitet zum Meineid.

Darmstadt, 16. Dez. Das Schwur­gericht verurteilte gestern den 43fährigen Polsterer Ludwig Traum wegen Meineids zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und den 26jährigen Techniker Wilhelm Kling wegen Anstiftung zum Meineid zu zwei Jahren Zuchthaus. Bei beiden wurde auf dauernde Eidesunfähigkeit und fünf Jahre Ehrverlust erkannt. Kling hatte einem Kaufmann behilflich sein wollen und sich als Detektiv betätigt für die Stel­lung eines Zeugen in einem Alimen­tationsprozeß gegen den Kaufmann. Er fand in Traum ein williges Werkzeug. Der Polsterer gab an, mit dem Mädchen in der in Betracht kommenden Zeit Verkehr gehabt zu haben. Das Urteil fiel deshalb io hatt aus, weil Traum die Ehre des Mädchens, das er überhaupt nicht kannte, so schwer angegriffen hatte. Der Techniker ist mehrfach vorbestraft.

Elfjähriges Kind erschießt sich.

Dieburg, 16. Dez. Der 3^jährige Knabe einer hiesigen Familie hatte in Ab­wesenheit der Eltern im Nachttisch einen Revolver gefunden und mit demselben ge­spielt. Plötzlich krachte ein Schuß und die Kugel drang dem Kind in den Kopf. Es starb nach wenigen Stunden.

i stumpf

j & Sohn I Wettergasse 8

I morgen geöffnet

Kreis smenburg

0 Biedenkopf, 16. Dez. Im Anwesen des Landwirts Enners zu Bottenhorn ent- stand ein Brand, der schnell um sich griff und den Dachstuhl des Hauses vernichtete. Die Feuerwehr konnte in angestrengter Arbeit da, gesamte Haus und die Nebengebäude retten. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch ungeklärt.

Konkurs der Firma Berger «. To., Erndtebrück.

0 Biedenkopf, 16. Dez. Ueber das Bei. mögen der Firma Berger u. Eo. in Erndte- brück ist jetzt das Konkursverfahren eröffnet worden, da das gerichtliche Vergleichsverfah­ren nicht durchgefiihrt werden konnte. Die Firma unterhielt drei Werke und zwar je eins m Erndtebrück, in Aue und in Hachenburg lWesterwald). In der Hauptsache wurden Schuhleisten hergestellt. Zeitweise konnte das Unternehmen 400 Arbeiter beschäftigen. Es besteht wenig Aussicht, die bevorrechtigten und nicht bevorrechtigten Gläubiger ^befrie­digen zu können, weil einige Hauptgläubiger sich durch Zessionen verschiedener Art gesichert haben. Der Gesamtverlust bei dem Unterneh­men betrug in 7 Monaten rund 28 000 Jl.

KrelS Mattms

Kirchhain, 16. Dez. In der gestern ab­gehaltenen Straffitzung des Amtsgerichts wurde zunächst gegen zwei Händler aus Sch- und W. wegen Diebstahls von Eetreidegarben verhandelt. Da die erbrachten Beweise trotz starken Verdachtes der Täterschaft nicht aus­reichend erschienen, kam das Gericht zu einem freisprechenden Urteil. — Wegen eines Ee- werbevergehens erkannte das Gericht gegen eine Butrerhändlerin aus E. auf 5 M Geld­strafe. — Einblick in die Vielgestaltigkeit des Lebens einer Dorfgemeinde gewährte die Ver­handlung gegen einen Geschäftsmann aus SB. wegen Beleidigung des SBürgetmeifterg, des Eemeinderechners und des Lehrers. Der An­geklagte, der durch Rechtsanwalt Pfeiffer ver­treten wurde, hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben. Rach umfangreicher Be­weisaufnahme kam das Gericht zu der Ueber- zeugung. bafc der Angeklagte schuldig sei und »erurteilte ihn zu einer Geldsttafe von 100 Jl. — Wegen Pfandbruchs war ein Einwohner aus A. angeklagt, der den vom städtischen Vollziehungsbeamten gevfändeten Hafer ver­kauft hatte. Das Urteil lautete auf 30 Jt Geldstrafe, an deren Stelle im llnvermögens- falle entsprechende Gefängnisstrafe tritt.

. Neustadt, 16. Dez. Unter grober Anteilnahme ber Bevölkerung wurde heute unser früherer Schäfer Heinrich Eonther au Grabe getragen, lieber 55 Jahre hat er die Schafe in unserer wett ausgedehnten Gemar­kung gehütet und den Hlttenstab. erst vor 10 Jahren niedergelegt, nachdem die Zusam­menlegung unserer Gemarkung das Huterecht beschräntte. Treu und gewissenhaft m guten und bösen Tagen war er seiner anoertrauten Herde ein guter Hirt. Diese Anerkennung brachte Herr Pfarrer Hufschmidt in seiner Grabrede zum Ausdruck. Unter den Trauer- gSsten waren auch seine Landsleute in SchwSl- mettracht, sowie ber Kriegerverein Neustadt vertreten, dem er seit dessen Gründung als eifriges Mitglied angehötte. (Er ruhe in Frieden.

. Neustadt, 16. De». Die zweite Holz- verstcigerung hrachte wieder eine Preissenkung. Durchschnittlich wurden bezahlt für 2 Me­ter Buchenschrit 9—9,50 Mark, für 2 Mietet Buchenknüppel 7—7,50 Matt, Buchenrriser fanden wenig Käufer.

Schadenfeuer.

Mellau, 17. Dez. Gestern gegen 20 Uhr ertönte das Feuerhorn, und die Feuerwehr wurde nach dem Anwesen der Witwe Peil­st ö ck e r gerufen, wo die Scheune in Hellen Flammen stand. Durch das schnelle Ein­greifen der Ortsfeuerwehr konnte eine weitere Ausdehnung des Brandes verhindert werden. Die Scheune mußte eingerisien werden und die Löscharbeiten beschränkten sich zweckmäßig auf die Erhaltung des Hahnschen Gehöfts, das gefährdet war. Das Vieh wurde noch recht­zeitig in Sicherheit gebracht. Sämtliche Heu- und Sttohvorräte sowie die landwirtschast» lichen Geräte wurden vernichtet. Die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt, der entstan­dene Schaden nur zum Teil durch Versicherung gedeckt.

Simtsbauken, 15. D«. 3« diesen Tagen besichtigte eine Kommission ber Hessi­schen Branbversicherungsanstalt Kassel unter Führung ihres Direktors Stör bie hiesige Vemeinoewafserltttung. Da die Branbkasse zu den Eesamttosten einen Zuschuß geleistet bat, ber für bie Anlage von Hydranten zu Feuerlöschzwecken bestimmt war, hat sie auch lein berechtiges Interesse daran festzustellen, Vb bie Anlage nach ihren Sorfdjriften aus­gefallen ist. Die Kommission -besichtigte die Gesamtanlage und besonders eingehend die Hydranten. An oerf(hiebenen Stellen mußten die Schläuche angeschraubt werben, um die Druckhöhe festzustellen. Herr Direktor Stör sprach seine Zufttedenhttt über die Anlage laus und beglückwünschte die Gemeinde zu leinet derartigen gemeinnützigen und eiatt aus» (geführten Einrichtung.

Lohra, 17. Dez. Nachdem die Arbtt- len der Zusammenlegung in bet hiesigen Ee- markung schon längere Zeit beenbet ftnb, hat die Gemeinbe im Wege des Freiwilligen Arbeitsbienstes die Herrichtung emes Bades begonnen. Es werden durchschnittlich 13 ar­beitslose Jugendliche mt Alter von 18 bis 25 Jahren beschäftigt mit 40 Wochenstunden.

Reue Paratyphusfalle tut Vogelsberg.

Alsfeld, 16. Dez. Reben den Para­typhusfällen in Sichenhausen, Kaulstoß und Gedern (Kreis Schotten) sind seit einigen Tagen auch in Storndorf (Kreis Alsfeld) eine Anzahl Fälle von Para­typhus-Anzeichen festgestellt worden. Das Kreisgesundheitsamt hat sofort umfasiende Maßnahmen zur Bekämpfung ber Krank­heiten und zur Abwehr einer weiteren Ausbreitung getroffen. In verschiedenen Fällen würden Gehöfte für die Abgabe von Milch und Molkereiprobukten ge­sperrt. Ferner würbe die erforderliche Un­tersuchung und Betreuung ber erkrankten Personen in die Wege geleitet und zu die­sem Zwecke vom Eemeinberat eine Für­sorgeschwester angestellt. Der bisherige Verlauf ber Erkrankungen ist günstig ge­wesen. Rach dem gegenwärtigen Stand der Dinge ist zu Beunruhigung kein An­laß gegeben.

= Alsfeld, 16. Dez. Ein Fußgän­ger wurde auf der Straße von einem hinter ihm her kommenden Personen­kraftwagen erfaßt und zu Boden geschleu­dert, wobei er schwere Verletzungen er­litt. Ein gerichtliches Nachspiel ist die Folge.

— Groß-Felda, 16. Dez. Der Kriegsveteran Jost Schüßler hier konnte feinen 85. Geburtstag in bester Gesundheit feiern. Er zeichnete sich im deutsch-fran­zösischen Kriege 1870/71 besonders aus und erhielt das „Eiserne Kreuz". Der Crfspfarrer brachte dem Jubilar, der auch Mitglied des Kirchenvorstandes ist, eine Ehrenurkunde. Der Herr Reichspräsi­dent hatte fein Bild mit eigenhändiger Unterschrift gesandt. — Durch einen stür­zenden Baum im Walde erlitt ein Holz­hauer einen doppelten Beinbruch. Der Bedauernswerte mutzte in das Kranken­haus gebracht werden.

Schwere Schlägerei unter Mietern.

Frankfurt a. M., 16. Dez. Am Donnerstag kam es in der Parabiesgasse wegen Mietstreitigkeiten zwischen zwei Arbeitern zu einer Schlägerei. Dabei schlug der eine Mieter mit einem Stuhl und einer Latte auf seinen Gegner ein und versetzte ihm noch einen Tritt in den Unterleib. Der Angegriffene blieb be» wußtlos liegen und mußte in das Kran­kenhaus gebracht werden. Der Täter wurde festgenommen.

100 Zentner Speck verbrannt.

Frankfurt a.M., 16. Dy. Gestern abend wurde die Frankfurter Feuerwehr nach der Fleischwarenfabrik des Konsum­vereins-nach der Rebstöckerstraße gerufen. In einer Räuchettammer war Feuer aus­

Zeit

Batometeiit. reduziert auf N. N.

Tempe­ratur

Relative Lust- feucbtig» feit

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17.12.7 Uhr

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