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OberbeM^e Altung. Marburg a. L. Sonnabend, den 17. Dezember 1932
Freiwilliger Arbeitsdienst
Dränage von Ackerländereien und Vorflutbeschaffung durch freiwilligen Arbeitsdienst bei Erfurts Haufen
Auf dem Arbeitsmarkt spielt heute der frei» willige Arbeitsdienst eine wichtige Rolle Tausende erwerbslose Jugendliche im Alter von 18—25 Jahren konnten in dem nunmehr hinter uns liegenden Jahre im freiwilligen Arbeitsdienst Beschäftigung finden.
Im freiwilligen Arbeitsdienst wurden auch die Lntwässerungs- und Vorflutarbeiten in -er Gemarkung Erfurtshausen durchgeführt. Rund 40 Arbeitsfreiwillige haben in der elf Wochen langen Bauperiode ein hohes Matz von wirklich volkswirtschaftlich wertvoller Arbeit geleistet. Hier haben fleißige Hände rund 80 Hektar entwäjserungsbedurftiges Ackerland durch Röhrendränage unter der fachkundigen Leitung bes_ Kreiskulturbaumeisters Eiesler enb ben bewährten Vorarbeitern Röder-Kirchhain und Trier-Niederwald innerhalb ber vom Arbeitsamt Marburg festgesetzten Frist trocken gelegt.
Die Arbeiten haben allseitige Anerkennung der Erfurtshäuser Bevölkerung gefunden. Vor der Dränage war es in regenreichen Jahren kaum möglich, die Aecker mit Pferd und Wagen zu betreten. Rach erfolgter Entwässerung zeigte sich gleich nach wenigen Tagen der Erfolg. Kaum waren die Dränagegräben fer- tigaestellt, kam auch schon der Landwirt zur Bestellung seines Ackers. Jetzt zeigen sich auf dem Acker nach ttirzerem Regen keine Wassertümpel mehr. Sämtliches überschüssiges Tage- tnb Erundwasser wird nunmehr von den unterirdischen Rohrkanälen aufgesaugt und den Vorflutanlagen zugeführt. Eine Auswinterung von Wintergetreide, wie dies vor der Dränage der Aecker ohne Ausnahme Jahr für Jahr der Fall war, wird nunmehr kaum noch möglich sein. Trotz des länger anhaltenden Regens und des starken Wasserandranges m den Dränagegräben waren die Arbeitsftei- willigen immer wohlauf. Auch die Leistungen waren nach dem Urteil des Herrn Kreiskultur- bameisters gut. Jeder bet Arbeitsdienst- willigen suchte aber auch sein bestes-in jeder Weise an Arbeit und Humor herzugeben. Die Einigkeit unter den Jugendlichen und das gute Verhältnis zu den Vorarbeitern verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Die Arbeitsdienstwilligen, die sich aus den Der» schiedensten Berufsständen gruppierten, waren aus Langenstein, Niederwald, Echweinsberg, Erfurtshausen und Mardorf.
Wo Vater unb Brüder erwerbslos waren, da brachte ber Jüngste vom freiwilligen Ar- beitsbienst {eben Samstag ben Wochenverdienst mit nach Hause.
Jedoch nicht nur materiellen Nutzen hatte der freiwillige Arbeitdienst. Durch die Beschäftigung an frischer Luft, bei jedem Wind «ld Wetter wurde ber Körper gestählt und ab» gehärtet. Der gesunde Appetit eines Jeden ßm uns sorgte wieder für neue Kräfte. Was die Arbeit als Sport nicht erreichte das er» rate oder begeisterte ein Fußballspiel. Mit Sang und Klang ging es Mittwoch und Samstag nachmittags aufs Spielfeld.
Neben dieser Körperschulung schuf bet freiwillige Arbeitsbienst auch geistige, ibeelle ^.rte. Bei bet großen Gruppe von Arbeits- frelwllllgen aus ben verschiedensten Berufs» gruppen wurden Erfahrungen, Erlebnisse und Ansichten auf jedem Gebiet untereinander ausgetauscht. Herr Kreiskulturbaumeistet Eiesler nahm öfters Gelegenheit, außer den sonst zur Belehrung stehenden - Vorträgen auf den verschiedensten Gebieten die Arbeiten, mit denen die betreffenden Arbeitsdienstwilligen beschäftigt waren, von Fall zu Fall besonders zu erklären, sodatz dadurch in ganz besonderer Weise die Freude in uns an der Arbeit wach gerufen wurde. Daneben wurden auch wissenschaftlich wertvolle Schriften auf landwirtschaftlichen Gebieten verteilt, die mit Dank angenommen und gerne gelesen wurden. Viele von uns, die noch nie in einer Arbeitsgemeinschaft tätig gewesen sind, die noch nie Hn der Fremde waren, hatten sich schnell aneinander gewöhnt.
Dochnoch mehr wie Erziehung wurde uns der freiwillige Arbeitsdienst! er wurde uns eine Hoffnung.
Mancher hatte schon die Hoffnung verloren, jemals Arbeit und Verdienst zu finden. Der
Jugendliche geht mit feinen Plänen, feiner Hoffnung in die SBeIt;er will einen Sehens» Meck haben. Der Tätigkeitstrieb steckt im Menschen, wir Jungen wollen keine Unterstützungen, wir wollen Beschäftigung, unb bte bot uns ber freiwillige Arbeitsbienst. Deshalb ließ uns ber freiwillige Arbeitsdienst wieder an eine Zukunft glauben. Dadurch, daß die Jugend wieder eine bejahende Einstellung zu Gegenwart, Staat unb Volk erhält, wirb sie dem Staate miebergegeben. Gibt man ber 3ugenb feine Arbeit, so wirb sie leicht an ber wirtschaftlichen Krise ber Jetztzeit scheitern unb sich mit fremden gefährlichen Ideen beschäftigen. Möge die segensreiche Einrichtung des freiwilligen Arbeitsdienstes weiter seine Früchte dem deutschen Volke zukommen lassen und hoffen wir auf die Bereitstellung der nötigen Gelder, daß weitere Arbeiten durch den freiwilligen Arheitsdienst auch im hiesigen Bezirk verwirklicht werden können.
Für die Belegschaft: Arbeitsfteiwilliger Wilh. Fischet, Abiturient, Erfurtshausen
Arbeitsfteiwilliger Heint. Heberle, Techniker, Langenstein.
SeüMenft
Sonnabend, den 17. Dezember. St.-Jost-Kapelle (oor Weidenhausenl. Sonnabend, den 17. Dezember.
20.30 Uhr: Liturg. Wochenschluß-Abend- segen, Prof. Dr. D. Frick.
Sonntag, den 18. Dezember.
Pfarrkirche. 10 Uhr: Gottesdienst, Äretspfr. Schmidtmann; 11.15 Uhr: Kin- dergottesdienst, Pfr. Dr. Geller: 17 Uhr: Gottesdienst, Missionar D. Johanssen.
Elisabethkirche. 10 Uhr: Gottesdienst, Pfr. Wattemath; 11.15 Uhr: Kindergottesdienst, Pft. Wattemath: 14 Uhr: Gottesdienst, Pfr. Dr. Getter.
Ockershausen. 11 Uhr: Kindergottesdienst, Pfr. Bork.
Reformierte Gemeinde. 10 Uhr: Gottesdienst (zugleich für Militär), Pfr. Veerhosf (Tert: Phil. 4, 4—7; Lieder: 21, 285 und 286); 11.15 Uhr: Kindergottes- dienst, Pfr. Veerhoff; 15 Uhr: Weihnacht- ttche Feier des Kindergottesdienstes, Pfr. Veerhoff; 17 Uhr: Gottesdienst, Pfr. Dr. Ritter (Ergänzungsheft des Kasseler Gesangbuches mitbringen).
Selbständige eo.-luth. Gemeinde, Michaels-Kapette. 10 Uhr: Predigtgottesdienst, Sup. Martin.
Dtakontss. - Mut 1 erhaus.,Sebron" Wehrda. Der Gottesdienst fällt aus.
Katholische Kirche. 6.30 Uhr: Hlg. Messe; 7.30 Uhr: Hlg. Messe mit Predigt
und gemeinschaftlicher hlg. Kommunion der schulpflichtigen Knaben und des 3. Ordens; 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt; 11 Uhr: Hlg. Messe mit Predigt: 18 Uhr: Segensandacht: darauf katechetische Unterweisung. Neu apostolische Gemeinde, Heusingerstraße 5. Gottesdienste: Sonntag 9.30 und 16 Uhr; Mittwoch 20.30 Uhr.
Met hodistengemeinde, W?rlhstr. 15a Sonntag 9.30 Uhr: Adventsfeierstunde mit musikalischen Einlagen; 11 Uhr: Sonntagsschule; 20.15 Uhr: Gottesdienst.
Baptist en gern ein de, Pilgrimstein 6. Sonntag 15 Uhr: Gottesdienst: Dienstag fällt die Bibelstunde aus.
Stadtmijsion, Reitgasse 5. Sonntag
8.30 Uhr: .Morgenandacht: 10.30 Uhr: Sonntagsschule: 16 Uhr: Jungfrauenstunde; 20.30 Uhr: Predigt; Dienstag 20.30 Uhr: Bibelstunde für junge Männer: Mittwoch 20.30 Uhr: Bibelbefprcchstunde für Männer; Freitag 20.30 Uhr: (gebet- stunde.
Gemeinschaft Marburg-Süd in- " nerhalb der Landeskirche, Schwan-
allee 47. Sonntag 8 Uhr: Morgenandacht;
10.30 Uhr: Sonntagsschule: 20 Uhr: Weihnachtsfeier; Mittwoch 20.30 Uhr: Jung- männer - Bibelstunde; Donnerstag 20.30 Uhr: Jugendbund - Bibelstunde: Freitag 20.30 Uhr: Bibelbesprechstunde.
Chriftl. Verein junger Mädchen, Phillppshaus. Sonntag 20 Uhr: Advents- feter; Montag 16 und 18 Uhr: Jungscharfeier.
_______________________________Seit« T
Christ!. Verein junger Männer, Philipvshaus. Sonntag 20.30 Uhr: Vortrag: Geschichte ber Weihenacht, Jnßp. Euler: Montag 17 Uhr: Ueberraschungen für die Jungschar: 20.15 Uhr: Sippen» abend des Jungvolks: Dienstag 20.30 Uhr: Bläserchor-Uebungsstunde; Mittwoch 20.15 Uhr: Jungoolkaoend: Donnerstag 20.30 Uhr: Bibelbe prechung, Diakon Engelbrecht: Freitag 19 Uhr: Turnen für Zungscharler; 20 Uhr: Turnen für Jungvölker.
Brüderhaus „Tabo r", Lothringer« stratze 30. Sonntag 14.30 Uhr: Kinder» Weihnachtsfeier; 20 Uhr: Evangelisations- versammlung: Mittwoch: Keine Bidet, stunde.
Die Christengemeinschaft (Bewegung f. religiöse Erneuerung), Nikolaistr. 1. 9.30 Uhr: Feier der Menschenweihehandlung.
Montag, den 19. Dezember.
Philipp sh aus. 20 Uhr: Frauenhttf« der Pfarrkirche (Adventsabend), Pft. Dr. Geller.
Aerztlicher Sonntagsdienst am 18. Dezember:
Prof. Dr. I u st i, Wilhelmstratze 28, Fernsprecher 2762.
Dr. Trenkmann, Marktstr. 18/20, Fernsprecher 2407.
Zahnärztlicher Sonntagsdienst
Zahnarzt Henckel, Georg-Vvigtstraße 4, Fernsprecher 2932.
Für Mitglieder der Allgem. Ortsftankenkasse: Zahnarzt Dr. Ruez, Wilhelmstr. 2, Fernsprecher 3602.
(Sprechstunde von 10—11 Uhr.) Sonntagsdienst unb Wochendtenft der Apotheken
vom 17. bis 23. Dezember: Trauben-Apotheke.
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