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OberheMstze Zeitung, Marburg tu L, Freitag, den 16. Dezember 1932

Sette 8

Sie Sri Lluag ter Sdm'ttMlen

Der dem überaus starken Geburtenrück­gang der beiden letzten Jahre — er be­trägt für 1930/31 gegenüber dem Vorjahr 6,5 Prozent, für 1931/32 sogar 8,9 Pro­zent — läßt sich für die Jahre 1937 und 1938 ein starker Rückgang der Lernempsänger vermuten. Für Ostern 1933 lvird aller­dings die Schülerzahl in den Volksschulen noch einmal steigen, weil dann der letzte schwache Geburtenjahrgang 1918/19 zur Entlassung steht and ein für die Nach­kriegszeit normaler Jahrgang eingeschult wird. Mit 1933 ist der Geburtenausfall während der Kriegsjahre für die Volks­schule ausgeglichen. Dann wird bei den Vollsschulkindern ein Rückgang einsetzen. Für 1934 kommt nämlich der Aufnahme­jahrgang 1926 (Geburtenjahrgang 1919/20 zur Entlassung, während nur ein für unsere Zeit normaler als Lernansängerjahrgang hinzutritt. Für die dann folgenden Jahr­gänge wird die noch stetig fallende Ge­burtenzahl von Einfluß sein, die weitechin ein allmähliches Sinken der Schülerzahl zrr Folge haben muß. Die Höchstzahl der Volksschulkinder war 1915 erreicht, der tiefste Stand 1925, als die dünnen Kriegs­jahrgänge alle in der Volksschule Auf­nahme gefunden hatten. Seit 1926 haben wir in der Volksschule mit einer Schein­blüte zu tun. Anstelle der bisherigen Kriegsjahrgänge trat zunächst ein über­starker Aufnahmejahrgang 1926. Auch in den drei folgenden Jahren war der Zu­gang trotz schwächerer Aufnahmezahlen größer als der Abgang.

Die Berufsschulen verdanken chre Entstehung fast ganz der Entschlußkraft der tSädte und die Zahl der Berufsschüler ist natürlich abhängig von der Zahl der Vollsschüler. Hatte die Volksschule ihre mageren Jahre von 1922 bis 1925, so mußte dieser Zustand sich 1930/33 bei der Berufsschule zeigen. 1928 hatte sie ihre höchste Schülerzahl erreicht. Da die Be­rufsschulpflicht im allgemeinen drei Jahre dauert, kommt 1932 schon der erste schwache Aufnahmejahrgang 1930 zur Entlassung. An seine Stelle tritt dann ein etwas an­steigender LlachkriegSjahrgang, der Zugang . wird sich aber kaum bemerkbar machen. Je­denfalls sind alle Hoffnungen, die sich infolge fehlerhafter Berechnung seü Jah­ren an 1933 geknüpft haben, falsch. Da­gegen wird das Gebuttenjahr 1919/20, das uns als DolkSschulaufnahmejahr bereits A ausgefallen ist, einen ganz abnorm starken Zusttom bringen. Dieser Jahrgang geht dann drei'Jahre durch und erst von 1937 an tritt ein dauernder Rückgang ein.

Der erste Zentral Omnibu^Dalmhof in Deutfchlan-

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Der ehemalige Hauvtbahnhof von Flensburg

wurde jetzt zum ersten Zentral-Omnibus-Babnbof Deutschlands umgebaut. Von hier findet die Abfertigung der zahlreichen Omnibuslinien statt, die von Flensburg ins Schleswiger Land aus­strahlen.

Wirtschaft unö Handel

Berliner Börsenbericht vom 15. Dez.

Der wirtschaftliche Opttmismus, der in den gestrigen Reden Professor Warmbolos und des Herrn von Krupp zum Ausdruck kam, hatte schon im heutigen Vormittags­verkehr, unterstützt durch den festen Verlauf der gestrigen Reuhorker Börse und ver­schiedene andere, günsttge Wittschastsnach- richten (Schultheiß-Mvidende, Gelsen­kirchen GV., gebessette Rohstahlerzeugung usw.) eine freundliche Stimmung hervor­gerufen. Diese war zwar auch noch zu Beginn des offiziellen Börsenveriehrs vor­handen, kam aber kursmäßig nicht so stark, wie man erwartet hatte, zum Ausdruck. Die Kursgestaltung war nämlich ziemlich uneinheitlich, und es verstimmte in einigen Spezialwerten herauskommendes Material. Am Rentenmarkt blieb der Grundton freundlich. Im allgemeinen waren die Veränderungen gegen gestern nicht sehr groß. Die Jndustrieobligattonen konnten aber im Verlauf doch bis zu 1 Prozent anziehen. Auch Reichsbahnvorzugsaktien und Reichsschuldbuchforderungen waren eher gebessert. Von Auslandsrenten wa­ren Bosnier nicht ganz preishaltend. Trotz des Medios blieb TageSgeld auch heute

weiter leicht, nur die untere Grenze wurde nicht mehr unter 4i/< Prozent unterschritten, auch PrivatdiSkonten waren eher weiter angeboten. Der Termin für Reichswech­sel soll sich heute auf den 15. März ver­schieben, doch blieben sie ebenso wie Reichsschatzanweisungen per 18. April no­minell.

Berliner Devisenbericht vo« 15. Dez.

Helsingfors 6,074—6,086, Wien 51,95 bis 52,05, Prag 12,465—12,485, Budapest —, Sofia 3 057—3,063, Holland 169,28 bis 169,62, Oslo 71,13—71,27, Kopenhagen 71,53—71,67, Stockholm 75,32—75,48, Lon­don 13,82—13,86,Duenos Aires 0,858 bis 0,862, Aeuyork 4,209—4,217, Belgien 58,24 bis 58,36, Italien 21,53—21,57, Paris 16,425—16,465, Schweiz 80,92—81,08, Spa­nien 34,35—34,41, Danzig 81,69—81,85, Japan 0,879—0,881.

Warenmärkte

Betreibe tn 1000 Kttvgr., Wehl und Futter mittel te 100 Kilogramm

Berliner Eetreidemartt vom 15. Dez.

Weizen 187—189, Roggen 152—154, 'Braugerste 166—176, Futter- und Jndu-

Nr. 295

striegerste 158—165, Hafer 116—121, Wei­zenmehl 23,75—26,50. Roggenmehl (70 -/°) 19,30—21,50, Weizenkleie 9,10—9,40, Rog­genkleie 8,70—9,00.

Die Preise im Produktenverkehr bröckel­ten auch heute wieder leicht ab, obwohl das Angebot keineswegs als dringlich zu be­zeichnen war. Das erschändige Offerten­material in Brotgetreide hat sichsogar ver­schiedentlich etwas verringert. vor allem halten die Abgeber auf Preis, angesichts der geringen Konsumnachfrage lauten die Gebote aber am Promptmarkte überwie­gend 1 RM. niedriger, so daß das Geschäft sich in sehr ruhigen Bahnen bewegt. Die Stützungskäufe werden fottgesetzt, wobei im Zeithandel allerdings Weizen 0,50 AM., Roggen bis 1 RM gedruckt war. Bei den ersten Notierungen nahm die Staatliche Gesellschaft etwa 1500 Tonnen Brotgetreide auf. Für morgen rechnet man mit beträchtlichen Andienungen,, da zum Medio verschiedentlich Lombardver- ttäge ablaufen. Weizen- und Roggen­mehle haben lleineS Bedarf sgeschäft in Lokoware größere 2lbschlüsse kommen auch bei Preiskonzessionen der Mühlen kaum zustande. Recht schwach ist die Tendenz für Hafer und Gerste, da das Angebot die Nachfrage erheblich übersteigt, mittlere Braugeriten sind kaum un.erzubringen, da die Brauereien nur feinste Qualitäten auf­nehmen wollen.

Frankfurter Echlachtolehmarkt v. 15. Dez.

Auftrieb: 1407 Kälber (gegen 846 am letzten Nebenmarkt), 372 (255) Schafe, 1318 (871) Schweine, 85 (117) Rinder. No­tiert wurde per Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber: b) 33—36, c) 29—32, d) 24-28; Schafe: a) 23—25, b) 18—22, c) 15 bis 18; Schweine: b) 37—39, c) 36—39, d) 35—38, e), f) und g) gestr. Marktverkauf: Kälber und Schweine schleppend, Schafe mittelmäßig, geräumt. Gegen die letzten Preise blieben Kächer und Schafe unver­ändert, Schweine verloren 1 RM

):( Die öffentlichen Lebensversichermigs- anstalten in Deutschland. 3m November 1932 wurden bei den im Verbände öffentlicher Le­bensversicherungsanstalten in Deutschland zu­sammengeschlossenen öffentlichen Lebensver- sicherimgsanstalten 11973 neue Versicherun­gen mit 16,5 Millionen Versicherungs­summe beantragt. Die durchschnittliche Ver­sicherungssumme betrug in der Gioß-Lebens- versicherung 3590 gut gegenüber 3505 im November 1931 und in der Sterbegeldver­sicherung 460 9LM, gegenüber 480 tm gleichen Monat des Vorjahres.

Verlag Dr. E. Sitzerath.

Hauptlchriflletter und verantwortlich für Po- lttii und Feuilleton: Dr. E r n il Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales: Lothar Schneider, 'ämtlick in Marburg.

SMetitfcm

** Schröders Allgemeiner Deut­scher Hochschul-Führer für das Win­tersemester 1932/33. Brücke-Verlag Kurt Schmersow, Kirchhain N.-L. 704 Seiten, Taschenformat. Preis brosch. 6,80 RM. Nach mehrsemestriger, durch die Ungunst der Zeit- oerhaitnisse bedingte Pause liegt jetzt der allgemein bekannte und beliebte Führer durch das gesamte deutsche Hochschulwesen wieder vor. Seine Berichterstattung erstreckt sich auf einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über die Hochschulen, die Aufnahmebedingungen, Rek­tor, Senat und Verwaltung, die Besuchsziffern im S.-S. 1932 und das vollständige Do­zentenverzeichnis mit Angabe des Lehrfaches und Geburtsdatums der einzelnen Hochschul­lehrer. Hierauf folgen Bibliothek, Seminare ukld Institute mit Anschrift. Den Schluß bil­den die akadem. Wohlfahttseinrichtungen und Angaben über die student. Vertretungen. — Wie bisher fast jede Neuausgabe des „Schrö­der", erfuhr auch die vorliegende eine Um- fangvermehrung. Diese erstreckt sich jetzt aut die Einbeziehung der 4 deutschen Hochschulen der Tschechoslowakei in den Tert, Jo daß das Buch nunmehr mit dem Vorhandensein der 10 österreichischen, der (deutschen in der C. S. R. und dem Herder-Institut in Riga als „großdeutsch" anzusprechen ist. Damit wurde der Wunsch vieler Freunde des Werkes er­füllt, die deutschen kulturellen Belange auch über die Reichsgrenzen hinaus zu vertreten. — Der frühere Abschnitt übet die preufe. Pädagogischen Akademien ist zu einem über die Lehrerausbildung tm ganzen Reich ausge­staltet worden. In einem ausführlichen Ka­pitel wird die Ausbildung der Volksschullehrer in den einzelnen Ländern behandelt und dar­an anschließend die 14 Pädagog. Akademien und Institute, die akademischen Charatter tragen in der oben angeführten Art. — Nirgends im Schrifttum wird das deutsche Hochschulwesen in dieser Vollständigkeit wie­dergegeben wie in t>em neuen „Schröder *, der jetzt als bas universelle Nachschlagewerk gelten darf. Sein Bezug ist für die ganze akademische Welt eine selbstverständliche Not­wendigkeit geworden.

** M. Munier-Wroblewska: „DerBau- m ei st er zu Mühlbach". 6.—10. Tau­fend. Verlag C.Berielsmann in Güters­loh. 72 Seiten. Preis gebunden RM. 1.10. Zu haben in jeder Buchhandlung. 3m lieb­lichen Burgenland hinter den Karpathen -träumt die Kirche von Mühlbach seit vielen

Jahrhunderten. Verspinnt den Freund deut­scher Baukunst und mittelalterlichen Wesens in ihre Träume: und das steingehauene Ant­litz ihres Baumeisters bleibt Rätsel und Ge­heimnis. Bis Munier-Wroblew ska Sage qnd Wirllichkeit, das Gestern mit dem Heute ver­bindet, Zufälliges und Ewigmenschliches ju einer Meisternovelle gestaltet. Eine der reif­sten und ttefsten Arbeiten der baltischen Dichterin.

Alfted Wien: „Das Antlitz hinter der Maske". Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 319 Seiten. Preis gebunden RM. 4.40. Zu haben in jeder Buchhandlung. Nur ein begnadeter Dichter konnte dieses hinreißende Buch vom Antlitz hinter der Maske schreiben. Denn wie dem Andrct» und seinem Weibe Kaina überall das ge­zeichnete Antlitz des Brudermörders Kain ent­gegengrinst, so packt auch uns das grauen­hafte Geheimnis der Verwesung, das als Todeskeim in allem Lebendigen sich birgt. Zwischen der ersten himmelstürmenden Sin­fonie des jungen Andreas, die doch nur die ganze Trostlosigkeit menschlicher Sehnsucht enthüllt, und der letzten Chorsinfonie des ge­läuterten Künstlers aber liegt ein siebenfacher Passionsweg von Seelengual und Tränen, den mitzugehen und Zuleiden unser aufwühlen­des Erlebnis wird. Bis endlich der Spuk ver­schwindet und es ist, als streiche auch uns eine Hand übers Antlitz, das Kainszeichen zu til- gen, damit wir nicht mehr unstet und.stüchtig feien aut Erden. Alfred Wien verrät mit feiner klingenden Sprache und der Eigen­willigkeit dichterischer Gestaltung wieder ein literarisches Können, das schon seinem ersten Buche „Die Stadt in den Wolken" (17. Tausend) vollen Erfolg brachte.

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— Hans Grimm: „Was wir suchen ist alles. Drei Novellen. 80 Seiten. („Der Eckart-Kreis", Bd. 3) hübsch gebun­den 9Ut 1,90. — Der Dichter von „Volk ohne Raum", der in seinen Kolonialerzäh­lungen für alle lesenden Deutschen ein unver­gleichliches Denkmal deutscher Kolontal- leistungen geschaffen hat, zeigt sich in diesen frühen Erzählungen, die hier zum ersten Mal gesammelt in Buchform erscheinen, von einer ganz anderen Seite. — Sie sind aus dem Boden seiner Heimat gewachsen, aus dem Hessenland um Wiesbaden und Mainz. Es zeigt sich schon in diesen frühen Erzählungen der ganze tiefe Ernst seiner Kunst: tn drei Lebensschicksalen steht innere Verpflichtung ge­gen die äußeren Verhältnisse, und jedesmal fällt dis Entscheidung aus diesem inneren

Müssen. — Am eindrücklichsten tn der Haupt­novelle vom Schultheiß, der den Landes­feind, den Mörder seines Sohnes erschlägt und — obwohl alles Recht auf seiner Seite ist — sich dennoch schuldig spricht und zum Tode verurteilt.

** Erna Heinberg: Estrid und Karen. Ein« Erzählung für junge Mädchen. Aus dem Dänischen übersetzt von Pauline Klaiber-Gott- schau. Mit 4 farbigen Bildern von Marianne Schneegans. 103 S. Oktav. Halbleinen 2 Jl. Thienemanns illustrierte Zwei-Mark-Vücher. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. Für 10- bis 16jährige. — Wieder einmal ein echtes frisches Jungmädchenbuch, ohne Sentimentali­tät und süßliche Betrachtungen! Der Stofs ist unmittelbar dem Leben entnommen: die echte Jungmädchenfreundschaft zwischen Estrid und Raren wird gestört durch das brutale Da- zwischentreten von Vera, der neuen Mit­schülerin aus reichem Fabrikantenhause. Raren gerät immer mehr unter den unheil­vollen Einfluß dieser „Neuen", und läßt sich gänzlich herausdrängen aus der Freundschaft zu Estrid, die sich recht einsam und zurückge­setzt fühlt. Die glückliche Lösung dieses Kon­fliktes bringt nicht nur die beiden Freun­dinnen wieder zusammen, sondern führt als dritte in diesem Bund die Lehrerin ein, mit der zusammen die Treue und Dauerhaftigkeit der geschlossenen Freundschaft neu begründet wird.

** Gustav Schröer: „Um Mannes- ehr e". Verlag C. Bertelsmann in Güters­loh. 11.—15. Tausend. 360 Seiten. Preis gebunden 4,40 Mark. Zu haben in jeder Buchhandlung. In unerschöpflicher Fülle quel­len die Geschichten aus dieses Mannes Ge­müt. Diesmal geht es „um die Mannesehre" eines Bauern, der ein Stückchen Acker im Be­sitz hat. ohne zu wissen, wie sein Vater dazu- aekommen ist, und daneben nut die uner­schütterliche Ueberzeugung, daß dieser Vater ein redlicher Mann gewesen ist, und der. um diesen Besitz falsch angeschuldigt, an den Rand der Verzweillung, aber auch bis an den Ab­grund der Mordtat kommt. Sein Gegenspie­ler ist ein norddeutscher Pflichtmensch., der den Thüringer nicht versteht und ihm nicht nahe- kornrnt, aber schließlich durch die Trefflich­keit und Kernigkeit seines Wesens mit ihm Hand in Hand gehen kann, während tn dem Dritten, dem Fabrikanten, die leichte, spie­lerische Seite des Thüringers in ihrer gefähr­lichen Umgestaltung burd) Industrie und Geld geschildert ist: versöhnlich wirkt aber auch hier die endlich kommende Einsicht des gutherzigen

Menschen in sein Allzuleichtnehmen schwerer menschlicher Dinge wie der Mannesehre, — Als echter Volkserzähler gibt Schröer Seiner Geschichte wieder nicht das tragische Ende, das in der Welt leider meist der Ausgang eines solchen Konflikts ist, sondern es geht alles gut, weil das Gewissen siegt in dem Ein­zigen, der Bescheid weiß. Um diese Gestalten des Hauptspieles sind wieder Männer und Frauen, alte und junge Menschen mannig­facher Art gestellt, mit besonderer Liebe ge­zeichnet: zwei Lehrer, der eine ein Wander­vogel. der alle Herzen durch die Kinder ge­winnt. der andere ein genialer Musikant, der am Trunk leidend sein Amt verspielt, zum Nachtwächter herab sinkt, aber gerade in der Erniedrigung seines Dienstes feine Auf­erstehung erlebt. Mit das Schönste in dem Buche find seine Nachtwächtersprüche, durch die er her heimliche Erzieher des Dorfes wird. Das Allerschönste aber sind diesmal die Schilderungen der Nacht, im Dorf, im Feld und im Wald. Augenscheinlich ganz be­wußt hat Schröer die großen Szenen in die Nacht verlegt, und es gelingt ihm i" mzig- ariiger, meisterhafter Weise bi: r ächl ZU ichildern und von innen her zu belebe... Diese Nachtbilder gehören zum Schönsten, was in deutscher Dichtung in dieser Art zu finden ist.

— Deutscher Reichspost-Kalen- b er 1933. Herausgegeben mit Unterstüt­zung bes Reichspostministeriums. Konkor­dia-Verlag, Leipzig C 1, Goethestr. 6. Preis gut 3,60. — Der Deutche Reichspost-Kalen- der ist im fünften Jahrgang erschienen. Er gibt wie seine Vorgänger in gemeinverständ­licher Form einen Ueberblick über die neueste Entwicklung der Deutschen Reichspost und die ihr tm Wirtschaftsleben zufallenden Auf­gaben, weist auf ihre vielseitigen, auch die weniger bekannten Einrchtungen hm und er­läutert deren zweckmäßigste und wohlfeilste Benutzung. Der Kalender zeigt ferner, welche Maßnahmen und technischen Hilfsmit­tel die Deutsche Reichspost zu einer reibungs­losen und schnellen Abwicklung ihres vielge­staltigen Betriebsdienstes benötigt. Das von Künstlerhand entworfene Titelblatt oerlnm- bildlüht in siebenfarbigem Offsetdruck den Paket- und Päckchendienst der Reichspost. Auf den dann folgenden 157 Blättern wer­den durch Bilder und Zeichnungen m Verbm- bung mit lebendigen, knappen und klaren Texten zahlreiche Einzelheften aus dem welr- umipannenben Arbeitsgebiet der Deutschen Reichspost volkstümlich und anichaulich ve- haudelt.