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Blatt 2

stach F«i«rabend. Beilage der Oberhessischen Zeitung

Nr. 293

Machdrurt verboten.)

Anschluß nach Alteichen!

:!toman von Anny von Pan Huys. (Fortsetzung.)

Fort war er. Die beiden Zurückbleibenden sahen sich an.

„Der arme Kerl", sagte Joachim Rade­macher mitleidig.

Dr. Dillfang blickte nachdenklich vor sich hin.

,Lie Lösung ist ganz gut bester Rade­macher .aber ich rate Ihnen, ziehen Sie Ihre Mütze recht tief in die Stirn und gucken Sie immer ein bißchen nach der anderen Seite, wenn die Besucher in den Maschinenraum kommen. Sie sind heute nicht Joachim Rade­macher." Er lachte plötzlich. „Sie haben ja Phantasie. So wie Sie einmal James Maker waren, können Sie auch kurze Zeit der Me­chaniker Werner Josef sein."

Joachim nickte. „Das letztere werde ich aber ohne Gewissensbissen sein dürfen!"

Er dachte daran, daß er es war, der nach­her im Maschinenraum der Bergstation hin­ter dem Guckfenster am Fahrschalter stehen wurde. Ein Rucken seiner Hand am Fahr­schalter würde den massigen Elektromotor in Bewegung setzen. Um die Seilscheibe und über die vielen kleinen Leitrollen auf der Strecke würde dadurch das Drahtseil laufen, das die Wagen hinauf und hinunter führte. Er durfte also, wenn auch hinter den Kulis­sen, die Hauptperson bei der Eröffnung der Bergbahn fein, deren Bau durch die nach sei­nen Angaben veränderten Pläne auch ein wenig sein Werk war. Mencke und Co. lag nur noch wie ein ganz ferner, dunkler Nebel- ftreif an feinem Lebenshorizont.

21.

Musik fpielte, Fahnen flatterten, die ersten hellen Frühlingskleider zeigten sich unter offenstehenden, pelzbesetzten Mänteln. Herren Im Zylinder machten feierliche Mienen, eine

Rede wurde gehalten, eine zweite, und in die dritte hinein krachten drei langnachhallende Böllerschüsse über Berg und Tal. Das zahl­reiche Publikum jubelte, Taschentücher flat­terten, Hochrufe sprangen auf und verwehten. Der erste Bergbahnzug, zwei Wagen, stand girlandenumkränzt zur Abfahrt bereit.

Die Aktionäre stiegen ein, auch der Land­rat des Kreises, der Bürgermeister des Ortes und viele andere. Unter ihnen Peter Paul Falke mit feinen Töchtern und Dr. Dillfang, die schönen Schwestern wurden angestaunt, sie schienen den meisten Herren wichtiger wie die Landschaft, denn statt zum breiten Wagen- fenfter hinauszuschauen, blieben die Blicke an den wundervollen Mädchengesichtern hängen.

Dr. Dillfang hatte Lisst noch schnell einge- weiht, wer diesen Vormittag oben im Ma­schinenraum den Dienst tat. und er hatte lächeln müssen, weil sie ihn so strahlend glück­lich für die Mitteilung angesehen. Als wäre es eine große Standeserhöhung für Joachim Rademacher, daß er die Bergfahrt dirigierte.

Sie fuhr mit ihrem glücklichen Wissen den Berg hinaus und strahlte alle Mitfahrenden an, während Arna sehr den Abstand betonte, der zwischen der Braut des zehnten Herzogs von Grenfhire und den anderen Men­schen lag.

Oben am Fahrschalter stand Joachim Rade­macher in der kleidsamen blauen Uniform mit schmalen Silberstreifen. Er hatte, dem Rate Dr. Dillfangs folgend, die Schirmmütze tief in die Stirn gezogen.

Die grüne Lampe flammte auf, zum Zei­chen, daß auf der unteren Station der Zug abfahrtsfertig war. Seine Rechte hielt die Kurbel des Fahrfchalters. Er rückte die erste Stufe ein, die zweite und dann die dritte.

Der Leerzug vor ihm hatte sich talwärts in Bewegung gefetzt. Er war, weil man bei dem ersten Zug von unten, mit einer Ueberfüllung rechnete, mit Sandsäcken belastet. Ioackim Rademacher blickte dem Leerzug nach und dachte, nun bewegte sich von unten nach oben

her auch ein Zug und darin fatz Peter Paul Falke, Arna unp Lisst. Peter Paul Falke war kurzsichtig, er würde ihn kaum entdek- ken, falls er bei der Besichtigung den Ma- schinenraum betrat. Dr. Dillfang würde schon dafür sorgen. Aber vielleicht entdeckte ihn Lisst. Aber erfühlte wie fein Herz hart gegen die Rippen schlug.

Lisst! Er liebte sie, hatte sie vorahnend schon in Arna geliebt, deren Aeußeres ihn so­fort in Bande geschlagen. Lifsi! Ihr dankte er so viel, ihr dankte er alles! Dankte es ihr, daß er nicht stellungslos hatte umher- suchen müffen nach Unterkunft, dankte es ihr, daß er die Bergbahn hatte vollenden helfen dürfen, daß er von Dr. Dillfang ein gutes Zeugnis erhielt, und ihm eine Stellung im Ausland sicher war. Er durste zufrieden fein, sehr zufrieden. Aber er war es doch nicht, denn Lifsi war ihm unerreichbar, obwohl er ahnte, sie war ihm gut. Niemals, und wenn er es noch so weit brachte, würde er sich wie­der an Peter Paul Falke heranwagen. Das war die hohe Schranke zwischen Lifsi und ihm.

Er beobachtete durch das Fenster vor sich die Strecke bis zum Ausweichgleise. Weiter konnte er sie nicht übersehen, dahinter gebot ein Tunnel dem Blicke Halt. Mit gleich­mäßigem Rollen lief das Drahtseil um die große Seilscheibe hinter ihm. Aus dem Tunnel kam der Gegenzug in Sicht.

Das Berghotel hatte eine Kapelle engagiert, sie begann zu spielen. Einen flotten Marsch mit Hörnern. Langsam und feierlich fuhr der Zug in die Bergstation ein, hielt. — Jetzt wurde Joachim ein wenig bänglich, er fand, es war wohl doch etwas unüberlegt von ihm gewesen, hier oben den Dienst zu überneh­men. Noch tiefer rückte er die Mütze in die Stirn, gerade im letzten Augenblick denn drängte sich eine Schar Herren in den Ma- fchinenraum. Aber Peter Paul Falke war nicht dabei. Doch Dr. Dillfang. Der blinzelte ihm zu, es wäre keine Gefahr.

Sein Dienst war nun für eine Stunde er­ledigt, denn erst in einer Stunde, nachdem die Ehrengäste wieder hinuntergefahren sein wür­den, sollte die Bahn dem allgemeinen Ver­kehr übergeben werden. Er kehrte den Be­suchern vorsichtshalber leicht den Rücken. Man hielt sich nicht auf, bald stand er allein.

Er atmete ruhiger, doch schreckte er plötz­lich zusammen, Lifsi war eingetreten und lächelte ihn strahlend an: „Ich weiß von Onkel Dillfang, was Sie heute vormittag für eine Mission übernommen haben. Grund- anständig war das von Ihnen, Herr Rade­macher."

Sie reichte ihm die Hand, und als er die schmale Mädchenhand in der seinen hielt, fühlte er, wie sie bebte. Er sah das zarte rot auf dem schönen Gesicht und die Liebe in den reinen, dunklen Augen. Wie vom Rausch befangen, wie damals, als er, alles vergessend, Arna geküßt, küßte er heute Lifsi. Und doch war der Kuß anders, ganz anders.

Die beiden vergaßen im Glück des Stch- findens, wo sie waren und daß jeden Augen­blick jemand kommen konnte. Sie küßten sich weiter und Lilsi bat: „Mir darfst du nicht rocglaufen, Joachim! Vater wir dir ja ein­mal die Torheit vergeben. Wir müffen halt warten. Jung genug sind wir ja dazu."

sachlich folgt.)

Billig.

Bei einem Herrenschneider stellt sich ein älterer Herr dem Ches vor und fragt ihn: Ich habe erfahren, dasi Sie für meinen Sohn arbeiten und dieser Ihnen noch den Betrag für drei Anzüge schuldet. Stimmt das?"

„Jawohl. Darf ich Ihnen vielleicht die Rechnung überreichen?"

„Nein, danke. Ich selbst möchte zu den gleichen Bedingungen bei Ihnen arbeiten lasten."

Schach

Geleitet Tom Marburger Schachklub.

Nr. 52(14. Dezember) von Dr. A. Kraemer

(I|IL Preis, Gudehus Jub.-Turnier 1932)

8

6

5

5

3

3

2

2

Weiß zieht und setzt mit dem dritten Zuge matt.

Weiß: Kb6, Tal,f6, LaLSdT, Bb4,b5=7. Schwarz: Ka8, Del, Tdl, Sg3, Bc3, d2, eß, f7, g4, hß=10.

P artie

aus dem Hamburger Meisterturnier, Okt. 1932- Weiß : Heinicke Schwarz: v. Henni®

L Sgl—f3 d7—d5

2. g2—g3 e7—eß

3. Lfl-g2 Sg8-fß

4. 0—0 c7—c5

5. d2—d3 Sb8—cß

Die weiße Partieanlage gewährt ein Spiel mit Chancen für beide Teile. Sie hat ausserdem den Vorteil noch keineswegs gründlich durchforscht zu sein.

ß. c2—c3 Lf8—e7

7. Ddl—c2 0-0

8. e2—e4 d5Xe4

Dies dürfte dem Vorgehen d5 —d4 vorzuziehen sein, da das späteref2—f4 von großer Kraft ist.

9. d3Xe4 Dd8—c7

10. Sbl—a3 a7—aß

Schwächt das Feld bß. Besser sofort eß—e5.

11. Dc2—e2 eß—e5

12. Sf3-h4 Sfß—e8

18. Sh4—f5 Le7—f6

Schwarz hätte hier besser getan, LXf5 zu Spielen.

14. Sf5-e3 Scß—e7

15. Se3-g4 Lc8Xe7

16.De2Xg4 . . . +„

Das merkwürdige Springermanöver hat Weiß die bessere Stellung verschafft.

16. .. . g7—gß

17. Tfl—dl Dc7—c8

18. Dg4Xc8 Ta8Xc8

19. Sa3—c4! . + . .

Damit gewinnt Weiß bereite einen Bauern bei besserer Stellung. Auf 19....., Scß folgt

20. Sbß nebst 8d7 und Lhß mit Qualit&tsge- winn.

Stellung nach dem 19. Zuge von Weiß:

abedefgh

abe de f gh

8

8

ß

ß

5

5

3

3

2

Rüttel-Erke

Zusammenstell-Aufgabe.

chen des eich fall fron kätz leid) lein nie mehl men nam sa sti to wei ze gen.

Man bilde durch Zusammenstellen von je 3 der vorstehenden Silben 6 Hauptwörter und entnehme einem jedem von diesen dann drei zusammenhängende Buchstaben . Diese aus­gezogenen Buchstaben ergeben alsdann einen Weihnachlswunsch.

Weihnachts-Anagramm.

Durch Umstellen der Buchstaben in den Wörtern Schiene Stroh Geier Linse Tarasp Parit Schein Nahe Lorch Bohle Kioto sind neue Wörter zu bilden. Richtig gebildet müs­sen die Anfangsbuchstaben dieser Wörter eine weihnachtliche Gedenkfeier ergeben.

19. . . . Tc8—cß

20. Lei—hß Lfß-g7

Auf 20 . . ., Sg7 folgt 21. Td7, droh. TXb7 und SXe5.

21. LhßXg7 Se8Xg7

22. Se4Xe5 Tcß-c7

23. Se5—d7 Tf8-a8

24. Sd7—fß+ Kg8—h8

25. Tdl—d2 Sg7—eß

28. Tal-dl c5—c4

27. Sfß—d5 Se7Xd5

28. e4Xd5 Seß-c5

29. d5—dß Tc7-d7

30. Lg2—d5 Td7Xdß

31 Ld5Xc4 ....

Damit hat Weiß die Bauernmajorität unter gleichzeitigem Abtausch auf den Damenflügel übertragen, von dem der schwarze König noch entfernt ist.

31 ... . Td8Xd2

32 TdlXd2 17—15

33. Td2-d5 Ta8-c8

34. Lc4—b3 Sc5Xb3

Schwarz sucht nun seine Rettung im Turm­endspiel.

35. a2Xb3, Tc8—c7, 3ß. f2-f4. Kh8—g7.

37. Kgl—f2, Tc7—e7. 38. b3-b4, Kg7—hß.

39. b4—b5. aßXbö, 40. TdöXbö. Khß—h5

41. Kf2—f3, Kh5—hß (Es drohte g4+.) 42. c3—c4, Khß—g7. 43. Tb5-b3. Te7-c7, 44. Tb3—c3, Kg7—f7, 45. Kf3-e3. Kf7-eß 48. b2—b4. Ke6-d6, 47. Ke3—d4. Kd6-c6 48. Kd4—e5!, Tc7—e7+, 49. Ke5— f6. Te7-e2, 50. h2—h4, Te2-b2, 51. h4-h5, Tb2Xb4, 52. h5> gß. h7Xg6. 53 KfßXgß, Kcß-c5.

54. KgßXfö, Tb4Xc4. 55. Tc3Xc4+ und Schwaz gab auf Der Bauer g3 geht mit Schach in die Dame.

(Die Schachblätter mit Anmerkungen, von H. Heinicke)

Lösungen und Zuschriften sind an den Mar­burger Schachklub zu richten.

Richtige Lösungen zu Aufgabe Nr. 43 (23. No­vember) sandten ein: »

W. Schildbach, P. Kuhl, Q Wohlfeil.

Hedewigs Mitteilungen über Schachliteratnr und Schachutensilien 1932/33, 9h. 85, werden jedem Interessenten auf Anfrage kostenlos zugefandt. Allen Schachsreunden, die über die letzten Neuerscheinungen und sonstigen Werke unterrichtet fein wollen, fei dieser umfang­reiche Nachweis heftens empfohlen.

Weihnachts-Bersteck-Rätfel.

In jedem der nachfolgenden 14 Wörter ist ein anderes Wort versteckt enthalten, deren Anfangsbuchstaben, aneinandergefügt, eine chnachtliche Botfchaft nennen.

Pfeil Grad Midas Welfe Gedeck Lehen Parma Mure Befugnis Kerze Streife Gedanke Vesper Nabe.

Scharade.

Die Kraft, die in dem ersten liegt, Zeigt öfter in dem andern sich.

Zu zeigen, daß man nicht lügt und trügt, Tut man das ganze feierlich.

Bilder-Rätsel.

Geographisches Versteck-Rätsel.

Den Ortsnamen: Bergedorf Fulda Rü­beland Haferwisch Siethwende Liestal Plesten entnehme man je drei aufeinander­folgende Buchstaben, deren Zusammenstel­lung ein Sprichwort ergibt.

Erganzungs-RStfeL

Nach Ergänzung der angedeuteten Zeich­nungen ergeben die Anfangsbuchstaben her Gegenstände in den einzelnen Vierecken hin- tereinonbetgelefen einen Sport.

Die Wörter bedeuten a Son links nach

<3

n

io

IX

IcT

'S

Silben-Kreuz-Wort-Rötsel.

rechts: 1. Ehemalige deutsche Kolonie. 3. Stadt tn Kleinasien. 5. Prophet. 6. Mittelamerikani­scher <? taut. 7. Längenmaß. 9. Sibrischer Strom. 10. Name byzantinischer Kaiserinnen. 12. Kartenspiel. 14. Buch der Bibel. 18. Weib­licher Personenname. 19. Mit einer fixen Idee behafteter Mensch. 22. Spielkarte. 23. Roman von Zola. 24. Nebenfluß des Rheins. 26. Figur aus Don Carlos. 27. Weiblicher Personen­name. 28. Drahtbericht. 29. Weiblicher Per­sonenname.

b: Bon oben nach unten: 1. Griechische In­sel. 2. Prinzliches Jahrgeld. 3. Kriegerin. 4. Bezeichnung für etwas. 5. Würziger Duft. 8. Höhere Schulklasse. 9. Jakobs Frau. 11. Le­bensbund. 13. Andere Bezeichnung für Neben­buhler. 15. Ansteckungsstoff in der Luft. 16. Stadt in Albanien. 17. Stadt in Brasilien. 18. Apfelbaumgewächs. 19. Berühmtes Gemälde. 20. Schulklasse. 21. Nordamerikanischer Staat. 25 Anderes Wort für Werg. 27. Wirtschafts- gefäß.

Auflösung der Rätsel in nächster Nummer.

Auflösung der Rätsel ans voriger Nummer

Anflösnng der Scharade: — Honigmond. —

Auflösung des Ergänzungs-Rätsels:

Weiche Epik Ilias Heller Nadel Ameise Celle Hast Train Sigel Serbe Tasche Oheim Leber Lehre Etat Neger.

— Weihnachtsstollen. —

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verantwortlich Dr. 6 r n ft Greller.