ObeflKHW Zeitung. Marburg ...
Nr. 291
Mitgliederversammlung des SeWchen Bauernvereins
Annahme fand ferner nach)
Zum Raubübersall bei Biedenkopf
X
lung beWotz, Vorschlag cm leiten fall.
Ern stimmige folgende
Eopttvk. Gewürz, daS brennt, ober
ZffMNMMl
.Mprika."
Paprika ist SÄcmnMch ein — roh genossen — höllisch die Speisen M IWkatessen
Gottesdienst.
* Fra>nenhilfe der Universi" tätskrrche. IMensttst, Donnerstag, 20 Ahr.
»nacht, wenn es im richtigen Quanürnk verabreicht wird. Aus vorliegenden Ton-- film übertragen, ist das Gewürz gleichbedeutend mit Temperament, Witz, Ironie und hinreißendem Schwung. Mit glück- licher Hand hat hier 03. <8. Lüthge ein deutsches Lustspiel gestaltet, wie man es gern sieht und bei dem das Publikum von Herzen lachen kann.
Die Hauptrolle in diesem Lustspielfilm, der zeigt, wie sich ein Mädel in dem Kleid, einer Kammerzofe den Mann erobert, spielt ein erst kürzlich entdeckter Filmstern. Die Ungarin Franziska Gaal. Sie ist zweifellos eine packende Darstellerin, von starker Ausdrucksfähigkeit und vor allem von überschüumender Lebendigkeit. So, wie das ^Paprikakied" sie schildert:
^Ich hab' so was im Mut, Qch Kaub' es ist der Paprika, Lind Paprika ist gut."
Ein kleines Kabinettstückchen an Darstel- kungskunst liefert ihr Partner, Paul Hörbiger, in der Rolle des Gelehrten. Gne ausgezeichnete Leistung. Neben ihm noch Heitmann, Fischer-Köppe und Liselotte Schaak, die auf ihrem Posten sind.
Alles in ollem: ein sauberer Lustspiel- Schlager! f—r-
daß die Organisation diesen verschiedene Parteien inerter«
näheren Steuergutscheinfragen erörtert werden sollen und die notwendigen Anträge erledigt werden. — Auch auf die sonst noch für den Landwirt wichtigen Notverordnungsbestimmungen ging Herr Meyer ein und am Schluß seiner Ausführungen gab er einen Ueberblick über die gesetzlichen Vorschriften betr. die Bürgersteuer für 1932 und 33. Er werde in der „Oberhessischen Bauernzeitung" noch vor Weihnachten in einem Spezialartikel bezüglich die über Bürgersteuer interessierenden Fragen berichten. Reges Interesse fanden die Ausführungen des Redners betr. Einkommensfreigrenze für die Bürgersteuer 1933. Als Freigrenze gilt jetzt m'cht mehr der Betrag von 500 Mark, sondern die Für- sorgegerichtsähe im Landkreis Marburg.
Mit beglichen Wünschen für das bevorstehende Weihnachtsfest sowie das kommende Jahr schloß der Vorsitzende die vierstündige 'Versammlung.
Eine entscheidende Frage. Weihnachten steht vor der Tür und damit die Frage der ^.annen- baumlichter. Sollen es wieder Wachskerzen sein mit ihrer Feuergefährlichkeit, dem unerfreulichen Tröpfeln und der unbequemen Handhabung oder doch diesmal endlich die elektrischen Osram-Weihnachtskerzen, bet denen alles Unangenehme der brennenden Kerze wegfällt? Sie meinen, daß diesen elektrischen Kerzen das feine Stimmungsmoment der Wachskerzen fehle? Aber keineswegs! Das ist ja gerade das Schöne und letzten Endes Entscheidende, das; auch die Lichtstimmungder Wachskerzen, mithin gleiche psychologische Wn:- kung erreicht wurde. Die Frage ist also dahin entschieden: „Von, jetzig ab nur noch Osram».
Wir haben seit vielen Jahren dl» Volk billig ernähren müssen. Alle Maßnahmen, die für die Landwirtschaft regierungsseitig durchgeführt worden sind, waren gegenüber der vorerwähnten Preisdifferenz nur Pflästerchen, welche die große Wunde nicht geheilt haben. Wir haben nicht nur seit Jahren unserer Väter Erbe zinslos für die Allgemeinheit eingesetzt, sondern obendrein, trotz größtem Fleiß und äußerster persönlicher Sparsamkeit, unsere Betriebe ohne unsere Schuld verschulden müssen! An vielen unserer Betriebsmittel, insbesondere an solchen gewerblichen Ausgaben, die in den einz«- nen Dörfern ohne Konkurrenz dastehen, hat die Eördelersche Preissenkung nicht gerüttelt.
Es ist unmöglich, von uns verlangen zu wollen, daß wir für das deutsche Volk weiterhin Vieh und Viehvrodukte zu einem Schundpreis und (betreibe zu einem, auch unter dem
„Status.*
Capitol. Unvergeßlich für uns verbleibt der Name Günther Plüschows, des Fliegers von Tsingtau. Dieser Film zeigt seine gefahrvolle Expeditionsfahrt in die südlichen Kordilleren, auf einem Schiff, das nur 15 Meter groß war und eine Besatzung von fünf Mann zählte. Trotzdem erreicht Plüschow sein Ziel, wo er später mit seinem treuen Flugzeug „Tsingtau" Flüge in das unerforschte Hochgebirge des Feuerlandes unternimmt, bis sich bei einer zweiten Expedition sein Schicksal erfüllt.
Der Film von dieser verwegenen Wikingerfahrt über den Atlantik mit allen seinen Abenteuern, mit seinen prachtvollen Aufnahmen einer märchenhaften Landschaft kann vor allem unserer Jugend auf's wärmste empfohlen werden.
angegriffen, das ihm der Verletzte schließlich entreißen konnte. Blutüberströmt gelang es dem Greif noch in das Dorf zu flüchten. Er wurde sofort der Chirurgischen Klinik in Marburg zugeführt und wird voraussichtlich mit dem Leben davonkommen. Der Beweggrund der Tat ist noch nicht völlig geklärt. Die Verhaftung des Täter ist angeordnet.
Nachdem Landjägermeister Rötter in Eckelshausen die ersten Ermittlungen ein geleitet hatte, begab sich der Untersuchungsrichter und der Oberstaatsanwalt von Marburg am Sonntag nach Dexbach, wo eingehende Erhebungen angestellt und der Tatort des Verbrechens, der noch starke Blutspuren aufwies, besichtigt und photographiert wurde.
Stt Silberne Sonntag
Das Weihnachtsfest naht mit Riesenschritten, da wird die Einkaufsfrage brennend. Biel wird man ja in diesem Jahr nicht schenken können, aber so weit der schmale Geldbeutel reicht, soll er dazu Helsen, den Lieben Freude zu bereiten und ihnen ihren Lieblingswunsch, den man schon längst durch vorsichtiges Aus- fragen erfahren hat, zu erfüllen. Manches geheimnisvolle Paket ruht schon in einem raffiniert ausgedachten Versteck und harrt seiner Bestimmung: nun gibt es noch viele Kleinigkeiten zu besorgen. Man will auch nicht damit bis zum letzten Tag warten, wenn sich in den überfüllten Läden aufgeregte Menschen gegenseitig auf die Füße treten und schimpfen, weil die Ware schon so ausgesucht ist, weil sie nichts Paffendes mehr finden, well die übermüdeten und überanftteng- ten Verkäufer sie nicht schnell und höflich genug bedienen. Darum mit Recht immer wieder die Mahnung der Kauf- mannschafl: „Einkäufe rechtzeittg besorgen?"
Der Sichb eine Sonntag war günstig für das Weihnachtsgeschäft. Gerade noch.zur rechten Zeit hat uns der Norden winterliche Temperaturen ins Land geblasen, die nun einmal zur richtig«, Wechnachtssttmmung gehört. In der Nacht zum Sonntag sank das Thermometer auf —8 Grad Celsius, und heute morgen zeigt die Lahn bereits die erste Eisschicht, vor der man allerdings unsere Jugend nur warnen kann.
Während der Kupferne Sonntag dem Publikum mehr zur Information diente, wurde gestern gut gekauft — wenn es natürlich auch kein Geschäft im Vorkriegssinne sein kann. Das Publikum hat jedenfalls den Willen, einzukaufen und tut dies, jeder nach seinen Kräften. Der Besuch vom Lande war ebenfalls gut. Wenn die Kauflust in den 14 Tagen bis Weihnachten annähernd so anhält, bann wird man mit dem Weihnachtsgeschäft nicht unzufrieden sein.
Zu dem Raubüberfall bei Biedenkopf, über den wir auf Seite 6 berichten, erhalten wir von amtlicher Seite folgende Darstellung:
Am Sonnabend, dem 10. Dez., gegen 11 Uhr hat der Schlosser Karl Ruppert aus Biedenkopf den Arbeiter Balthasar Greif, der einen Geldbetrag von 350 <Al zur Lohnauszahlung bei sich trug, im Walde oberhalb des Dorfes Dexbach von hinten überfallen und ihm mit einem Rasiermesser schwere Verletzungen, namentlich am Halse, hergebracht. Zwischen beiden ist es zu einem erheblichen Kampf gekommen, in besten Verlauf der Griff des Rasiermessers abbrach. Der Täter hat bann fern Opfer mit einem großen Taschenmesser
Entschketzmg:
„Unsere Notlage ist aufs äußerste gestiegen! Seit Jahren haben uns Regierungen der verschiedensten Schattierungen Hilse versprochen, ledoch keine Regierung hat es gewagt, anb- deren, minder wichtigen Interessengruppen zum Trotz, mit eiserner Faust dafür zu sorgen, daß die bäuerliche Landwittschast wieder rentabel wirtschaften kann. Die große Kluft zwischen den niedrigen Preisen für unsere Produfte und dem weit höher liegenden Preisstand für die notwendigen Betriebsausgaben muß durch Regierungsmaßnahmen schleunigst überbrückt werden!
Friedensstand liegenden, Preis abgeben lÄ- len, wenn demgegenüber regierungsseitig nicht mit eiserner Hand dafür gesorgt wird, daß Sozialversicherungsbeiträge, Realstem, Abgaben, Zinsen, Gebühren für Gerechte, Verwaltung, Anwälte, Notare. Aerzte, Hebammen, Schornsteinfeger, Kliniken, Arzneien, Strombezug ulw., Rohmaterialien, Handwer- kerrechnungen, Maschinenpreise und dergleichen Betriebsmittel in gleichem Maße Seickungen erfahren, wie unsere Produfte. Glaubt mes die Regierung nicht fertiazubringen, so muß sie dafür sorgen, daß unsere Produtte, vordringlich aber Vieh und Vichprodutte, dem Preisstand für unsere Betriebsmittel angeglichen werden. Mit weiteren Psiästerchen ist- die große Wunde nicht zu hellen!
Stärtt man schleunigst die Kaufkraft der • westdeutschen Landwirtschaft n ronb bte Arbeitslosigkeit auch ab flauen; denn der Bauer hat seit Jahren seinen Betrieb verlottern lassen müsten, er verbraucht die ihm vermehtt zugeführten Geldmittel! nicht für seinen persönlichen Bedarf, sondern gibt da- mtt sofott vielen Arbeitslosen rowber Beschäftigung. Subventioniert man weiterhin die Industrie im Rheinland und Westfalen, so wird man wiederum viele Gelder in Maschinen anlegen, die nachher stMestehen, und ein großer Teil dieser Gelder wandert dann in das dott nahegelegene Holland oder ins sonstige Ausland für Lebensrnittel, Bekleidungsstücke oder dergleichen.
Zur neuen Reichsregierung werden wir so stehen, wie sie unseren vorstehend skizNetten Forderungen entsprechend auf wlttschastspoli- ttschem Gebiet Taten zeigt. Möge sie das Wott beherzigen:
Hat der Bauer Geld, haLs die ganze Welt (sprich Deutschland)!"
Die Entschließung soll an den Rkkchs- präsident, Reichskanzler, Reichsernährungs- minister, Preuß. Landwirtschastsimnister und den Deutschen Landwittschc^krat weitergeleitet "roerben..
Als Vorsitzenden des Bezirks Wetter im Hessischen Bauernverein wählte bte Versammlung den Landwirt Johannes Btisch-MÄ^ nau als dessen Stellvertreter dm ßanbrotrt Matthäus Seibel-Wetter.
Direktor Döbler von der „KrttnkenhLfe der Dezirksbauernschast für Hessen und den Kreis Wetzlar" gab sodann emen Uev0MM über das von ihm im Jahre 1928 begvmdae Selbsthilfewerk, dem jetzt bereits TmSE von Landwirten in Nassau, Hessen-Darms^t, Rheinland usw. cmgchören. Die KrcmkenhSfe beabsichtigt, demnächst ihr 'Arbeitsgebiet auch nach den ihr benachbarten Kreisen au^mA- nen. Nähere Mitteilungen über das Sttbst- hrlfewerk gehen den Vertrauensmännern m den nächsten Tagen zu.
Anschließend referierte Herr Syndikus Meyer-Marburg über das Thema:
.Was gehen de« Landwirt die letzten 9t* Verordnungen «m7*
Herr Meyer ging zunächst auf die Notverordnung vom 4. Sept, ein und besprach we für den Landwirt wichtigen Einzelheiten betreffend die Steuergutscheine afc Pränwe für Mehrbeschäftigung und auch als Vergünstigung für Steuerzahler. Er verstand es, in kurzen trefflichen Ausführungen diese schwierige Gesetzesmaterie in einer für Laien Hat verständlichen Form — erläutert an Beispielen — den Zuhörern nahe zu bringen. Er wies darauf hin, daß in den nächsten Ta^n in jeder Ortsgruppe des Bauernvereins nach
Der Hessische Bauernverein hielt am Sonnabend mittag in den Stadtsälen eine stark besuchte Mitgliederversammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Landwirtschaftsrat Dr. Cordes von der Kasseler Land- wittschaftskammer über „Wirtschaftspolitische Zeit- und Streitfragen" stand.
Anschließend an seine Begrüßungsworte führte der Vorsitzende, Bürgermeister Rau ch- Wolfshausen u. a. aus, daß wohl der anläßlich der letzten Versammlung geäußerte Wunsch nach einer guten Ernte in Erfüllung gegangen sei, nicht aber die Hoffnung der Landwirte, nun aus dem Erlös auch ihre finanziellen Verpflichtungen abdecken zu können. Der stetige Rückgang bet Preise vor allem aber der unglaubliche Tiefstand der Schlachtviehpreise wäre vermieden worden, wenn die Regierung ihre der Landwittschast gegebenen Versprechungen durchgeführt hätte. Hoffentlich würden sich die Maßnahmen der neuen Regierung glücklicher gestalten.
Landwittschastsrat Dr. C o r des, der nunmehr zu seinem Vottrag über
„Wirtschaftspolitische Zeit -und Streit« fräsen“
das Wott ergriff, verglich einleitend die Lage der Landwirtschaft nut einem überbeladenen Frachtschiff, dessen Ladelinie nicht mehr über Wasser liege. Bei wogender See würde mancher von den Wellen über Bord gespült und käme unter ben Hammer. So sei auch die Landwittschaft bei der zunehmenden Wirtschaftsnot in Sorge, dqß der Rest ihrer Besatzung über Bord gespült werde. Die alljährliche Verschuldung der deutschen Landwittschaft in Höhe von 1,2 Milliarden Mark wctt solange möglich, als sie noch Kreditfähigkeit besaß. Seit 1931 sei das vorbei: keiner gebe jetzt der Landwirtschaft Kredit und sie nehme auch keinen mehr. Der jährliche Verlust von 1,2 Milliarden Matt setze sich aber weiterhin in Gestatt einer Wertminderung des landwirtschaftlichen Besitzes fort. Dieser ungesunde Zustand wirke sich insofern auf die anderen Berufsstände aus, weil die Landwirtschaft den größten Abnehmer auf dem Binnenmarkt bilde. Wenn man auch überzeugt sei, daß der Landwirtschaft geholfen werden müsse, so stehe dem doch der große Einfluß der an der Ausfuhr von Fertigwaren interessierten Jndusttte entgegen. Wenn diese Ausfuhr gefährdet sei, höre die Freundschaft mit der Landwirtschaft auf. Be, der Kontingentierungsfrage handele es sich nicht um einen Freundschaftsdienst der Landwirtschaft gegenüber, sondern um eine Eristenzfrage de r Landwirtschaft.
Wie der Redner an mehreren Beispielen barlegte, ist bas Ausland infolge günstigerer Arbeiter- und Witterungsverhältnisse in der Lage, Preise festzusetzen, wie sie in Deutschland überhaupt nicht möglich wären. Es ist bekannt, daß Deutschland mtt ausländischen agrarischen Produkten geradezu überschwemmt rorrb, während seine industriellen Absatzmärfte durch Industrialisierung der überseeischen Länder und hohe Zollmauern verschlossen sind. Nach Ansicht des Redners wird es Deutschland nie wieder möglich sein, seine Industrie-Ausfuhr auf bte Vorknegs- höhe zu bringen. Demzufolge müsse sich Deutschland wieder von einem Industriestaat auf einen Agrarstaat umstellen. Wenn auch eine Eigenwirtschaft m vollem Umfange wegen fehlender Rohstoffe tn Deutschland nicht möglich sei, so müsse boa> die Landwirtschaft durch Einfuhrregelung und Zölle geschützt werden, so daß man sie tn die Lage versetze, die Nahrungsmittel ru cm- gemessenen Preisen herzustellyn. Die deutsche Landwittschaft sei heute in der Lage, Deutschland mit genügend Getreide zu versorgen. Eine wett größere Rolle als bte Getreidewirtschaft spiele aber bte sog. Verebelungs- wittschast, der neue vernichtende Schläge durch die Nachbarländer Deutschlands _brofe ten. Nachdem England laut dem kürzlich abgeschlossenen Vertrag von Ottawa ferne Bedürfnisse an Agrarprodutten vorzugsweise aus seinen Kolonien decken wlll, sehen sich seine ieitbertgen Lieferanten (Holland, Dänemark usw.) nach Absatzmöglichketten in Deutschland um. Aus diesem Grunde müsse Deutschland seinen landwirtschaftlichen Ver- ebelungsproduften den gleichen Zollschutz geben, wie bem Getreide. Der Redner gab am Schlüsse seiner Ausführungen wertvolle Fingerzeige auf Ersparnismöglichketten in landwittschaftlichen Betrieben und oertrat bte Ansicht, daß eine Wittschastsbelebung in Deutschland zweifelsohne das Preisniveau erhöhen werde. Es komme in Deutschland auch nrieber eine Zett, wo der Bauer, welcher hinter bem Pfluge feine Pfsicht tue, wieder etwas gelte (Beifall).
Dem Vottrag fogte eine rege Aussprache. Landwitt Johs. Wisker - Leidenhofen brachte in Vorschlag, daß sich der Bauernverein bet verschiedenen Parteien dafür ein» etzen soll, die BeamtengehStter m Deutsch- ,anb in das gleiche Verhältnis zu den Bor- ttiegsgehättern zu bringen, in welchem sich die jegenmärtigen Produttenpreise der Landwitt- chast gegenüber den Dorkriegspreisen bewegen. Würbe diesem Vorschlag gefolgt, so würden sich durch die Jnteresfenver- koppekung der Beamtenschaft mit ber Landwirtschaft die schlechten Ver- HSftnisse in Deutschland beheben lassen. Denn in diesem FMe würden sich die Beamten mtt dafür einsetzen, daß der einsettige Schutz der Industrie wegfalle, die AnslaNdseinfuhrxn an Lebensmitteln aufhörten.unproduktiven Zwi- chenhandel in Fortfall komme usw. Die Landwittschaft würde somtt in ihrer Kaufkraft gestärkt und dadurch auf schnellstem Wege der Arbeiterschaft Beschäftigung für
,__________________Sette 8
♦ Unfall. Am Sonnabend stürzte ftn Schloßgarten ein hiesiger Lehrer über einen Draht, den er nicht gesehen hatte. Dabei zog der Lehrer sich einen Rippenbrnch zu.
«Ein kleines Schadenfeuer entstand heute morgen gegen 5 Uhr im Hause Barfüßerstratze 15. Dort war in einer Wohnung durch ein Ofenrohr ein Balken in der Nähe des Schornsteins in Brand geraten. Die yerbeigerufene Feuerwehr befeitigte die Gefahr.
» Der Konzertvereinschor hält heute eine besonders wichtige, bis zum 13. Januar letzte Probe ab.
* Reformierte ©emeinbe. Morgen, Dienstag abend, 8.15 Uhr, Verteilung der Eemeindeblätter des Südbezirkes im Philippshaus, des Rordbezirkes im Pfarrhaus.
• Adventsfeier. Am Dienstag, dem 6. Dezember, hielt der Marburger Hausfrauenverein e. V. (Reichsverband) Mm tannengeschmückten Saal des Kur- hötels Ortenberg eine schlichte Advents- Zusammenkunft ab. Unter der Mitwirkung von Frau Lennä aus Spangenberg gestaltete sich das Zusammensein zu einer wahren Feierstunde. Frau Lennö las ein Gedicht, eine Weihnachtserzählung und zwei Märchen, keine Märchen für Kinder, sondern solche, die inhaltlich ganz auf mütterliche Herzen abgestimmt sind und durch die poettsche Form und den schlichten, warmen Vortrag eine tiefe Wirkung auf die Hörerinnen ausübten. Dieser stimmungsvolle Märchennachmittag hat sicher wieder dazu beigetragen, in den Hausfrauen das Gefühl der Zu- fammengehörigkeit und der Verbundenheit mit ihrer Berufsorganifatidn zu stücken.