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Nr. 291

Oberhessisch« 3?ttmtg. Marburg a. L. Montag, den 12. Dezember 1932

Seite 3

Sowjet.

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Aas Mikroskop als Seifer

Das Geheimnis der M Streichhölzer

Sie Spitze einer Tannennadel verrät den «etter

Zu den wichtigsten, man kann sagen un­entbehrlichsten Hilfsmitteln des modernen Kri­minalisten in keinem Kampfe gegen das Ver­brechertum gehört seit langem das Mikroskop Es gestattet die genaueste Untersuchung noch so kleiner Staub-, Haar- oder Eewebeteilchen, läßt falsche Juwelen sofort als solche erkennen, entlarvt Fälschungen von Handschriften oder Gedrucktem. Die Auswertung von Finger­abdrücken und die Prüfung der winzigen Ein­drücke, die sich an einer abgeschossenen Kugel finden, wären ohne das Mikroskop nicht mög­lich. Die moderne Technik hat dieses wert­volle Instrument in einem kaum vorstell­baren Grade vervollkommnet. Wir besitzen es heute in allen Gröben, vom winzigen Tascheninstrument bis zu jenem riesigen „Ma- gnoskop" mit seiner fünftausendfachen Ver­gröberung, in dem ein feines Haar einem Te­legraphenpfahl gleicht.

Dieses Magnoskop, das sich in Seattle in den Vereinigten Staaten befindet, spielte eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung eines Mor­des, dem vor einiger Zeit ein neunjähriges Mädchen zum Opfer gefallen war. Der Mör­der hatte hinter einem aus abgeschnittenen Zweigen erbauten Schirm der Kleinen aufge- kruert und sie dann umgebracht. Unmittel­bare Spuren gab es nicht, doch wurde eine Anzahl Verdächtiger festgenommen. Der mit der Aufklärung des Verbrechens betraute Be­amte nahm zunächst sämtlichen Verhafteten 8?re Taschenmesser ab. Mit diesen stellte er in seinem Laboratorium eigenartige Versuche an, indem er die Messer in einen kunstreich ge­arbeiteten mechanischen Arm klemmte und durch diesen nun zahlreiche Zweige in genau dem gleichen Winkel durchschneiden lieb, wie « ihn bei einem der Zweige gefunden, aus denen der Mörder den ihn bergenden Schirm errichtet hatte. Die Schnittflächen wurden bann unter dem Magnoskop geprüft, und es zeigte sich, daß eine Klinge genau die gleichen Merkmale im Holz hinterlieb, wie sie der Kontrollzweig aufwies. Zu allem Ueberflub zeigte die Riesenlinse auch noch, dab die winzige Spitze einer Tannennadel, die man an der Kleidung des Besitzers des ver­dächtigen Messers gefunden hatte, genau an den Rest einer Radel patzte, die an der Mordstelle gefunden worden war.

Dasselbe Mikroskop klärte auch das zuerst Unlösbar scheinende „Geheimnis der 13 Streichhölzer" auf. Die Frau eines Berg­werksbeamten war mitten in der Nacht durch das Knarren einer Tür aus dem Schlafe ge­schreckt. Ihr Mann befand sich nicht zu Hanse, um so gröber war ihre Angst, als sie je# deutlich im Nebenzimmer leise Schritte Wtte. Ohne Zweifel machte sich der Ein­dringling an einem Schreibtisch mit 2000 Mark, die am nächsten Morgen zur Bank ge­bracht werden sollten, zu schaffen. Die zu Tode Erschrockene stieb einen lauten Schrei aus, worauf der Verbrecher, der das Geld schon eingesteckt hatte, das Wette suchte. Statt zur Tür kam er aber an ein Fenster, und um sich zu orientieren, zündete er ein Streichholz an. Dann verschwand er, ehe Nachbarn her­bei eilten. Seine Persönlichkeit war in tief­stes Dunkel gehüllt.

Der hinzugezogene Kriminalbeamte wandte । seine Aufmerksamkeit sofort dem von dem I

Einbrecher benutzten und jedenfalls fottgewor- fenen Streichholz zu. Aber an dem bezeichne­ten Fenster lagen statt des einen nicht weniger als 13 gebrauchte Zündhölzchen! Am Abend des Einbruchs hatte nämlich der Hausherr mit einem Bekannten dort stundenlang gesessen und geraucht und die dabei gebrauchten Streichhölzer nach schlechter Gewohnheit ein­

fach auf den Fubboden geworfen. Der Be­amte sammelte nun alle 13 Hölzchen und un« terroarf sie einer genauen Prüfung. Er hatte Glück: bei 12 von ihnen war das Holz ab- Smbet, beim letzten aber viereckig. Dies e offenbar der Gesuchte fortgeworfen. Das Mikroskop wies später ein winziges Stück­chen Fett auf, ein Kohlestäubchen und einen

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Dlkck in den neuen Rex-Palast in Paris, bei wohl das phantastischste Kinotheater der Welt darstellt. Die Wände vermitteln den 4 000 Besuchern den Eindruck einer exotischen Stadt, während stch beim Erlöschen der Lichter über den Zuschauerraum ein leuchtender Sternhimmel wölbt.

verschwindend kleinen Metallspan aus Eisen und Messing, wie sie beim Löten abfallen, sowie noch weitere sieben Anhaltspunkte. Aber die ersten drei genügten. In wenigen Tagen konnte der Beamte ermitteln, daß in einer der benachbarten Kohlengruben ein Zylinder schadhaft geworden und die Ausbesserung von einem gewissen Jenkins vorgenommen war, der Mann gestand, als man in seiner Tasche eine Schachtel Streichhölzer der gleichen Att wie das in den Händen des Detektivs befindliche gefunden hatte und dieser zudem unter einem seiner Fingernägel ein ebensolches Stückchen Metallspan hervorkratzte, wie es an dem ver­räterischen Zündholz satz.

Eines Morgens ertönte in dem Labora­torium eines bekannten Chemikers eine hef­tige Erplosion. Als die Nachbarn auf die Straße eilten, schlugen schon die hellen Flam­

men aus dem Gebäude, bas bis auf den Grund niederbrannte. Da man kurz vor der Erplosion noch den Chemiker in Gesell­schaft seines kürzlich neu eingetretenen Assisten­ten das Laboratorium hatte betreten sehen, fürchtete man für beide das Schlimmste und war daher , sehr überrascht, als sich beim Auf­räumen der Trümmer nur eine völlig ver­kohlte Leiche fand. An ihrer Unterseite hafte­ten noch einige Stoffreste, und sie wie auch ein an der Rechten des Toten sitzender Siegel­ring Hetzen es als zweifellos erscheinen, daß man die letzten Reste des Chemikers vor sich hatte. Von dem Assistenten fand sich keine Spur.

Der Chemiker hatte nun aber einige Wochen zuvor eine sehr hohe Lebensversicherung ab­geschlossen, was die Versicherungsgesellschaft veranlahte, der Sache genauer nachzugehen.

Der bekannte Sachverständige Dr. Mbert Sch«S>er wurde mit der Untersuchung beauf­tragt. Er fand Se Lösung, ohne sich von sei­nem Schreibtisch zu rühren, nur mit Hilfe seines Mikroskops. Einer seiner Gehilfen brachte ihm drei Haare vom Genick des To­ten, das, zufällig durch ein feuchtes Tuch ge­schützt, nicht versengt worden war. Ein an­derer AngesteMer trieb im Hause des Chemi­kers dessen Haarbürsten auf. Die darin sitzen­den Haare wurden mit den dem Toten ent« nommenen verglichen und zeigten von diesen derartige Abweichungen, bah sie unmöglich von derselben Person stammen konnten. Der Tote war mithin nicht der Chemiker. Es sprach alles dafür, dah dieser seinen Assisten­ten umgebracht und den eigenen Tod oorge- täuscht hatte, um in den Besitz der hohen Ver­sicherungssumme zu gelangen. Wenige Tage später stellte sich die Richtigkeit der Ver­mutung heraus. Der flüchtige Chemiker hatte in einer nahen Erohstadt freiwillig seinem Leben ein Ende gemacht, als er sah,, dah wider alle Erwartung sein so fein einge- fäbelter Plan durch das Mikroskop zunichh gemacht worden war.

H. Soldenhoff-Wien.

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MMchwäim M gut gegen Kablkvpse

Den neuesten Forschungen zufolge kann heute kaum noch ein Zweifel darüber be­stehen, datz die Kahlköpfigkeit beinahe so alt ist wie die Menschheit selbst. Sobald in der Geschichte irgendwo Verschönerungs­räte auftauchen, ist auch von Mitteln gegen das Kahlwerden die Rede. Mrmr wir heute lesen, womit man die immer mehr sich ausbreitende „Platte" zu be­kämpfen suchte, mutz man freilich lächeln. Denn alle Mittel zeichnen sich mehr durch Originalität als durch überzeugende Wirksamkeit aus. Da lesen wir zum Bei­spiel den guten Rat, die Kahlköpfigen soll­ten Maultierhufe verbrennen, die Asche mit Myrtenöl vermengen und sich diese schöne Pomade auf den Kopf reiben. Darüber, ob der Patient des Geruchs wegen bis zur Wiederkehr eines üppigen Haarwuchses als Einsiedler zu leben hatte, wird leider nichts gesagt, liebet die Wir­kung des nächsten Haarwuchsmittels kann man heute ebenfalls geteilter Meinung sein: Die Köpfe frischgefangener Fliegen waren auf den mangelhaft befruchteten Haarboden zu reiben und gut in die Haut hinein zu massieren. Ein weiteres anschei­nend warm empfohlenes Mittel waren Fliegenasche, mit Ziegenmilch und gekoch­tem Kohl vermischt. Ueberhaupt scheinen die Vorgänger unserer heutigen Friseure die düngende Wirkung der in jeder Asche zurückbleibenden Salze schon erkannt zu haben, denn auch ein als vorzüglich ge­priesenes Mittel besteht aus Asche: ver­brannte Mäuseschwänze. Frischer Hühner- dung, ebenfalls angelegentlich empfohlen, ist ja auch ein Verbrennungsprodukt. Lei­der wird uns in keinem Fall bettchtet, daß dieser ober jener einem der genannten Mittel wirklich einen neuen üppigen Haar­wuchs zu verdanken hatte.

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6ulc Bücher zum WeiWuWW

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Es ist überaus erfreulich zu sehen, dah es im letzten Jahr endlich gelungen ist, dem wesentlichen und guten deutschen Schrifttum den Weg frei zu machen. Es ist heute nicht mehr so leicht, das echte Gut deutscher Dichtung totzuschweigen zugunsten einer entwurzelten Lllerweltsliteratur. Deutsche Verleger haben es, unterstützt von einer verantwortungsbe- wuhten Presse, möglich gemacht, dah die wahr­haft schöpferischen und äufbauenden Kräfte in der deutschen Dichtung zu ihrem Volk sprechen können. Mr wollen versuchen, unsere Leser auf einige wichtige Bücher hinzuweisen. Wir Hennen kurz die Bücher, die uns zur Erkennt­nis der Zeit wichtig erscheinen und von denen totr uns innere Bereicherung, Förderung und Freude versprechen.

Zunächst einige Bücher zur deutschen Gegen­wart und deutHen Geschichte: deutsche Gegen­wart heitzt freilich heute deutsche Not. So be­richtet auch Erwin Rainalters Gegen­wartsroman „Sturm überrn Land" IVerlag Staatmann, L., Jl 4,80) von der Not des deutschen Bauerntums. Ernst und schlicht ge­staltet Rainalter den packenden Vorwurf der Sebrobung des Bauerntums. Gegen sinnlose Willkür des amtlichen Apparates erheben sich oberösterreichische Bauern in elementarer Not­wehr. Welche Wirklichkeit hinter dem Wort: Bauernaufstand steht, haben auch wir im Reich erlebt. Die Landvolkbew^ung um Klaus Heim lebt heute noch. Welche Energien in 3t leben, mag man aus dem Buch „Die wtodt" ersehen, das

Ernst von Salomon

her Verfasser der „Geächteten" erscheinen lieh Kerlag Rowohlt, Berlin: Pr. 5,80 JC). Der Held dieses Buches beginnt feine Laufbahn im Preise dieser Landvolkbewegung, aus der rich- üpen Einsicht heraus, datz der Kampf der beut» Wo Nation um ihre Selbstgewinnung beim Hauern beginnen mutz. Die Fortführung des Kampfes fuhrt aber den Helden in die Stadt, Nach Berlin. Er erlebt wie hier alles Handeln

Reden wird; er steht, datz die Stadt nie Selbftrocrt ist, sondern nur der Spiegel des Geschehens. Salomons Buch entspringt aber

der Not, datz Deutschland heute gerade für seine aktivsten Kräfte nicht Raum und Arbeit hat. Es besteht die große Gefahr, daß aus Tat Literatur wird! Salomons Buch ist mit einer leidenschaftlichen Besessenheit geschrie­ben, es ist nicht leicht zu lesen und wird auf mancherlei Widerstand stoßen. Aber es ent­schädigt durch seine hohe Liebe zum Vaterland, die auf die deutsche Idee wartet, „die be­rufen ist, neu zu ordnen, dem kommenden Jahrhundert das Gesicht zu geben“. Diesem Glauben werden wir später bei Wehner wieder begegnen.

Wir bejahen heute die Bücher, die mehr sind als nur Kunstwerke, die notwendig sind, in­dem sie eine vorhandene Not erkennen helfen. Zu solchen Büchern rechnen wir auch den Ro­man „Die richtige Mutter“ von

Haus Franck

(Verlag Langen/Müller, geh. 'Jl 4,50; Seinen Jl 5,80). An der Tragödie des unehelichen Kindes und der kindlosen Mutter zeigt Hans Franck in einem meisterhaft gestalteten Kunst, werk, wie die natürlichen Bindungen des Le­bens durch entseelte Weltanschauung und falsche Gesellschaftsordnung zerstört sind. Drei Frauen stehen um den kleinen unehelichen Jungen: das Schenkfräulein von Sankt Pauli, seine leibliche Mutter, die ihn fortgibt, die arme kindlose Dorfalte, die ihn annimmt, ab­göttisch liebt und verzärtelt und schließlich die staatliche Fürsorgerin, der auch das Glück des eigenen Kindes versagt ist. Voller Ehrfurcht vor der Mütterlichkeit weist Franck den Weg zur „richtigen Liebe“. Sein meisterliches Mrk zeigt, wie Franck auch heute noch seinem ein­stigen Berufe in schönster Weise gerecht wird — er ist ein wahrer Lehrer seines Volkes. Mit den Mitteln der Satire und des Humors geht

H. Kutzlebs „Sans der Genesung"

(Verlag Westernmnn, L., Jl 4,80) unserer aus den Fugen geratene Zett zu Leibe In einem Sanatorium für „naturgemäße" Lebensweise, in dem sich eingebildete Kranke aller möglichen Lebenskreife an irgend einer „modernen“ Weltanschauung berauschen, erleben wir in wunderlichem Kontrast den Wiederaufftieg eines innerlich gesund gebliebenen Frontsol­daten, den der Krieg aus der Bahn geworfen

hat. Mit einem prachtvoll bissigen Humor werden Sebensreformerei, Aesthetentum und die innere Brüchigkeit mancher Zeitgötzen an­gegriffen. Man hat an der Scharfe des An­griffs umso größere Freude, als darüber die positiven Werte nicht zu kurz kommen, zumal sie noch von einem so prachtvollen Menschen bejaht werden wie dieser Fronttoldat und Freikorpskämpfer Scharnweber es ist. An ihm merken wir, was uns diese Generation noch zu sagen hat. In den Besten von ihnen ist das Reich lebendig, um dessen Gestaltung der Kampf heute und morgen geht. Als einen Dichter bes Reiches hat man

Bruno Brehm

den Oesterreicher begrüßt. Sein Buch: „Das war das Ende" (Verlag R. Piper, München, fart. M 4,40) rechtfertigt diesen Ehrennamen. Wie er in „Apis und Este“ den Beginn des Krieges schilderte, so unternimmt sein neues Werk den großen Versuch, die. Tatsache Ver­sailles lebendig zu machen. Gerade der Sudetendeutfche Brehm vermochte es aus einem gewissen Abstand, ohne billigen Pa­triotismus, das furchtbare Geschehen jener Tage groß und unerbittlich zu gestalten. — Die Größe und den Niedergang des alten Habsburgerreiches läßt mit wehmütiger Liebe 3. Roth hn „Radetzkymarsch“ erstehen. Ein altes österreichisches Geschlecht geht mit dem Ende Habsburgs seinem eigenen Ende ent­gegen. — In das alte Habsburgerreich führt uns auch Th. H. Meyer mit seinem Buch „Deutscher im Osten“ (Verlag Staad mann, L) — ex erzählt das tragische Leben des größten Siebenbürger Dichters und Volksmannes Stefan Ludwig Roth. Er war, ursprünglich Theologe, ein Schüler Pestalozzis und wollte durch Erziehung und Hebung des Schulwesens seinen Siebenbürger Sachsen helfen. Er zer­brach an den kleinlichen Hemmungen seiner kurzsichtigen Landsleute und wurde schließlich ein Opfer des ungarischen Rationalismus. Vom siebenbürgischen Leben der Gegenwart handelt dann

Adolf Meschendörfer

in seinem Buch „Stadt im Osten". Wir haben das Buch schon vor einem halben Jahr ein« -"' end gewürdigt und freuen uns, daß es jetzt tm Verlag Langen/Müller zum billigen Preis

von Jl 4,80 erschienen ist und so zu allen Deutschen sprechen kann. Es ist das befre dichterische Werk des Auslanddeutschtums? — Datz auch in der jüngeren Generation deutscher Dichter die Deutsche Geschichte mit neuer Liebe, neuem Verständnis gesehen wird, beweist das ausgezeichnete Buch „Schicksa^- wende“ von

Harald von Köuigswald

(Verlag Korn, Breslau, Jl 3,80). Schicksals­wende, das rft jenes halbe Jahr zwischen Solin und Leuthen, der schwersten Niederlage Friedrichs des Großen und seinem herrlichsten Sieg. Die ungeheuer knappe Darstellung Königswalds, die sich durch ihren Verzicht auf alle psychologische Deutung vorteilhaft von der üblichen Gefchichtsdichtung abhebt, ist ein machtvolles Bekenntnis zu Preußen mit der Idee des Durchhaltens, der Pflichterfüllung bis in den Tod, der „Schicksalswende" durch die Entscheidung trotz grauenhafter Aussichts­losigkeit. Man sollte meinen, daß dieses Bild des Großen Friedrich zu unserer leid­erfüllten Gegenwart eher spricht als alle ver­schönenden und verniedlichenden Filmverherr­lichungen. Ein weiteres Dokument echten Preußentums legt der gleiche Verfasser vor in dem Puch „Preußischer Adel" (Verlag Korn, Jl 5,50). Während wir in diesem Buche in Friedr. A. L. v. d. M a r w i tz den gebürti­gen Konservativen, neben Bismarck die be­deutendste Figur des preußischen Adels, kennen lernen, zeichnet

August SBbmig

in seinem Lebens- und Bekenntnisbuch „Der weite Weg" (Hanseatische Verlags-Anstalt, Seinen Jl 5,80) die dramatische Entwicklung seines Lebens vom marxistischen Klassen­kämpfer zum Patrioten, der im jahrzehnte­langen Ringen erkannt hat, daß nur eine kon­servative Weltanschauung der deutschen Auf­gabe gerecht wird. Er geht den Weg von der Pattei zur Allgemeinheit, den Weg von der Internationale zum Reich! „Alles Deutsche meint das Reich“ ist das Leitwort, das Winnig seinem Buch voranstellt. Wir wün­schen diesem Buch die Liebe der Nation, es ist unerschöpflich in der Fülle seiner Gestalten und »nungen, unerschöpflich an Schönheiten arstellung, di besonders dann aufblüht,