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»Unb wie stellt sich nun die Gesamtla- nach Ihrer Ansicht dar?"
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! . »Es sieht wie der Anfang vom Ende aus", . sagte Holmes. „Ich beglückwünsche Sie ■ beide aus vollem Herzen."
i »Nun, ich ging von der Tatsache aus, daß 1 Mr. Douglas am Vortage seines Todes, nämlich nachdem er aus Tunbridge Wells zuruckgekehrt war, äußerst beunruhigt schien. Es muß also in Tunbridge Wells gewesen sein, wo er Kenntnis von der Gefahr erhielt. Danach ist es klar, daß, wenn ein Mensch mit einem Zweirad hergekommen ist, dies nur von Tunbridge Wells aus geschehen sein konnte. Wir haben das Rad mit uns hin- ubergenommen und in den Hotels herumgezeigt. Der Geschäftsführer des Eagle Com- mercial Hotels hat es sofort als das eines gewissen Bargreave erkannt, der zwei Tage sruher dort ein Zimmer genommen hatte. Das Rad und eine kleine Handtasche waren seine einzigen Effekten. Er hat sich als von London kommend eingetragen, aber keine Adresse angegeben. Die Handtasche und ihr Inhalt waren unzweifelhaft englischer Her- kunft, aber der Mann selbst war ebenso unzweifelhaft Amerikaner."
„So, so", meinte Holmes, anscheinend belustigt. „Sie haben also praktische Arbeit geleistet, während ich hier mit meinem Freund saß und über alles Mögliche spintisierte. Es soll mir eine Lehre sein. Nun wollen wir aber hören, was uns Mr. Mac noch zu erzählen hat. Haben Sie etwas Pfunden, um Ihren Mann feststellen zu
»So wenig, daß es klar ist, daß er sich die größte Muhe gegeben hat, seine Identität zu verbergen. Keine Papiere, keine Briefe und keine Adresse in seinen Effekten. Auf
Tisch seines Schlafzimmers fanden wir lediglich eine ausgebreitete Landkarte dieser Gegend. Er hat das Hotel gestern morgen nach dem Frühstück auf seinem Rad ver- lassen. Seit der Zeit hat man von ihm nichts mehr gehört."
„Das ist etwas, das mir nicht gefällt, Mr. Holmes", warf White Mason ein. „Logrscherweise müßte man annehmcn, daß der Mann in sein Hotel zurückkehren und dort die Rolle des harmlosen Touristen Weiterspielen würde, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Er mußte doch wissen, daß ,hn die Leute vom Hotel bei der Polizei als vermißt anzeigen würden und er dadurch mit dem Mord in Verbindung gebracht werden könnte."
„Das ist anzunehmen. Immerhin hat er bisher recht behalten, wenigstens so wert, als man ihn noch nicht gefaßt hat. Aber wie steht es mit seiner Personalbeschreibung?"
McDonald zog ein Notizbuch hervor.
„Hier haben wir sie, soweit man sie uns geben konnte. Keiner dort scheint auf ihn besonders geachtet zu haben, aber in den folgenden Punkten sind sich der Portier, der Empfangschef und das Stubenmädchen einig. Er war ungefähr fünf Fuß neun Zoll groß, etwa fünfzig Jahre alt, mit leicht melierten Haaren, grauem Schnurrbart, hatte eine geschwungene Nase und ein Gesicht, das alle als finster und nichts Gutes verheißend bezeichneten."
»Nun, mit Ausnahme des Gesichtsaus- druckes könnte man dies fast für eine Beschreibung von Douglas selbst halten", sagt« Holmes. „Auch er ist etwa fünfzig Jahre alt gewesen, hatte meliertes Haar, grauen Schnurrbart und war ungefähr von derselben Große. Sonst noch etwas?"
„Bekleidet war er mit einem dicken, grauen Anzug, zu dem er eine blaue Seglerjacke und einen kurzen, gelben Überrock trug. Als Kopfbedeckung hatte er eine weiche Mütze."
„Und das Gewehr?"
„Das war nur etwa 60 cm lang und konnte sehr gut in seiner Reisetasche ver-
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„Nun, Mr. Mac, es klingt sehr gut und ist auch ganz klar und logisch bis auf Ver' schiedenes. — Tas ist also Ihre Ansicht von der Sache? Die meine ist, daß das Bei' brechen eine halbe Stunde früher verübt wurde, als Barker und Mrs. Douglas be> haupten; daß diese beiden auf Verabredung etwas zu verbergen suchen; daß sie de« Mörder bei der Flucht halfen, oder wenigstens, daß sie in das Zimmer gelangten, bevor, er geflohen war, und daß sie den Anschein erwecken wollten, er sei durch das Fenster geflüchtet, während sie ihm wähl' schcinlich das Entkommen dadurch erleich' >-rten daß sie die Zugbrücke herabließen. Das 'st meine Ansicht über den ersten der Geschichte." -
Die beiden Detektive schüttelten den Kopf ■
(Fortsetzung soll*.' \
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3njatt des bisher Abgedruckten: «uf dem alt englischen Herrensitz Biristone lebt seit Jahren mit seiner Frau -nd zahlreicher Dienerschaft in ziemlicher Zurückgezogenheit John Dougl-S, der über reichliche Geld- mittelversügt. die — wie man sagt — aus den kali- forntschen Goldfeldern stammen. Häufiger Wohnaast bei ihm Ist Cecil «aller, der von früher der mit ihm be- freundet ist. Einer N-chtS wird Douglas in seinem Bi- bliothelSzimmcr von «arker ermordet aufqefunden. — Der Melsterdetekti» Sherlock Holmes nimmt mit seinem Freund und ständigen Begleiter Dr. Watson, vom Kriminaliuspeltor i ™ n?-*£ ei,n Scotland g)arb, der von Mason, dem Leiter der GrastchaftZpolizei zu Aufklärung dieses sensationellen MordanichlageS berufen wurde, cingeladen, an der Mord- aufklariing teil. Die Tat ist mit einem Jagdgewehr ame- rikanischer Herkunft verübt worden, dessen Läufe abgejägt und dessen beide Drücker mit Draht untereinander ver- bunden waren, so daß der Uopf des Toten, der die volle grobe Schrotladung ins Gesicht bekommen hatte, völlig zertrümmert wurde. Fußspuren am Fensterbrett scheinen darauf hinzuweisen, daß der Täter durch das Fenster, das auf den seichten Waffcrgraben führt, der rund um da» Schloß gezogen ist, geflohen ist. An der Hand de, Toten fehlt der Ehering. Ein in der Mitte des rechten Unter- armS eingebranntes Geheimzeichen- ein Dreieck inmitten tmc« Svene«, gibt zu denken. Auch liegt neben dem Ermordeten eine Karte mit der Beschriftung: VV 341. Auch «b Hammer liegt auf dem Boden, scheint aber unbenutzt. Sherlock Holmes halt die Aussagen Barker« und der Frau des Ermordeten für bewußt falsch und erläutert seinem Freunde die einzelnen Berdachtsmomenle: 10 Fortsetzung
Sie entschließen sich, der Polizei eine Falle zu stellen, und tu« dies rasch, aber in einer plumpen Weise. Mit seinem Pantoffel hat Barker die Fußspur auf dem Fenster erzeugt, um das Entrinnen des Fluchtigen auf diesem Wege anzudeuten. Ta sie die beiden einzigen waren, die den Schuß gehört hatten, mußten sie natürlich die Dienerschaft alarmieren, aber sie taten dies epi, als sie mit ihren Verbereitnngrn zu Ende waren, ungefähr eine halbe Stunde nach dem Ereignis."
„Und wie wollen Sie all dies beweisen?"
-Vielleicht dadurch, daß, wenn es eine Außenperson gab, diese aufgespürt und feft- aenommen wird. Dies wäre wohl der wirksamste aller Beweise. Wenn nicht — nun, bann möchte ich sazcn> dosi wir noch keineswegs am Ende unserer Weish-il sind. Ich
mir. eine kurze Nachtwache in ~ Bibliothek eine ganze Menge enthüllqn wurde.
.Eine Nachtwache, dort, allein?"
„Jawohl, ich werde mich sogleich dorthin begeben. Ich habe die Sache bereits mit dem ehrenwerten Ames besprochen der sich hinsichtlich Barkers recht unbehaglich fühlt. <5ch werde in jenem Raum sitzen und verlasse mich darauf, daß mir die Umgebung eine Inspiration bringt. Ich glaube an den Genius loci. Sie lachen darüber, Watson, aber wir werden sehen, übrigens, Sie haben doch noch Ihren großen Regenschirm, nicht wahr?"
„Jawohl, er ist hier."
»Kann ich ihn mir von Ihnen leihen?" „Sicher, aber was wollen Sie damit?
Wollen Sie ihn als Waffe benutzen? Wenn Sie in Gefahr sind —"
„Nichts von Bedeutung, mein lieber Wat- son, sonst wurde ich Sie schon um Ihren Beistand angegangen haben. Aber geben Sie mir wenigstens den Schirm. Ich warte nur noch auf die Rückkehr unserer Kollegen aus Tunbridge Wells. Die beiden sind hinüber- gefahrcn, um zu sehen, ob sie nicht den Besitzer des Zweirades ermitteln können."
Tie Dämmerung hatte sich bereits niedergesenkt, als Inspektor McDonald und White Mason von ihrem Ausflug zurückkehrten, lubelnd und überfließend von der Wichtigkeit einer Entdeckung, die sie gemacht hatten.
„Mr Holmes ich gebe zu, daß ich meine Geisel wegen der Außenperson hatte", sagte McDonald „aber das ist jetzt anders ge- , worden. Wir haben den Besitzer des Zwei- , t "mtttelt und haben eine Personen- beschrelbung unseres Mannes. Sie müssen zuaeben, daß dies einen Schritt vorwärts bedeutet." ।
--Nun, Mr. Holmes, wenn wir unfcieiH Swann haben, was nicht allzu schwierig wird — denn Sie können sicher sein da^W fünf Minuten, nachdem ich die Beschreibunz! hatte, alle Telegraphendrähte sie tocitei* gaben —, dann werden wir darüber sprechen.» Immerhin haben wir einen großen SchriüWi vorwärts gemacht. Wir wissen, daß eins 1 Amerikaner, der sich Bargreave nannte, zwei» Tage vor dem Mord mit Zweirad nnb| Handtasche nach Tunbridge Wells famt, 3" oer Tasche befand sich die abgesäatrDM Schrotflinte, und er trug sich augenscheinlichW mit der Absicht, das Verbrechen zu beacbew^I Gestern morgen hat er sich auf seinem RadW nach hier auf den Weg gemacht, die FlinM^ war offenbar unter seinem Rock versteckt? Niemand sah ihn kommen, soweit wir gehört» haben, aber um in den Park zu gelangeuH. ist es keineswegs notwendig, das Dorf z« >» durchqueren. Außerdem gibt es auf de» 11 Straßen immer eine ganze Menge Rad- » fahre. Wahrscheinlich hat er sofort sein Nod, und sicherlich auch sich selbst, in den Buschen verborgen, wo das Rad gesunde» In, wurde Bon dort aus hat er das HauS „ beobachtet und gewartet, bis Mr. Douglas ® herauskommen würde. Diese Flinte war wohl kaum für das Innere des Hauses gedacht. Sie hat ihre bestimmten Vorzüge, wan kann damit z. B. schwerlich sein Ziel tn berfeblen — und in England auf dem Laude f'nd Schüsse so häufig, daß man sie gar nicht beachtet.
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»Das leuchtet mir ein", sagte Holmes.
»Nun also, Mr. Douglas ist nicht heraus- ' gekommen. Was war nun für den Mörder BBn Ku tun? Er verließ sein Rad und näherte i - stch 'n der Dämmerung dem Hause. Er fand ■ , . e Zugbrücke heruntergelassen, niemand war *' in Sicht. So ist er dann offenbar geraden- hz* toeflä auf das Tor zugeschritten, mit der Ab-1 stchl, falls er jemanden traf, eine Ausrede 1 zu gebrauchen. Es hat ihn aber niemand» «eschen. Er schlüpfte in das erstbeste mer, das er finden konnte, und verbarg sich^M hinter dem Vorhang. Von seinem Schlupf-Mk winkel aus konnte er sehen, wie die Zug-^M brücke geschlossen wurde, und wurde sich bc>MM wußt, daß sein einziger Rückzugsweg durch den Festungsgraben führte. Er wartete danN^W bis ein Viertel nach elf Uhr, als Mr Tou-^U glas auf seiner gewöhnlichen Runde durch das Haus in das Zimmer kam. Er schoß ihn nieder und entfloh in der Weise, wie er das vorher zurcchtgelcgt hatte. Tas Zwei- rad wurde, wie er sich wohl denken konnte, von den Hotclleuten beschrieben werden und k Anhaltspunkt gegen ihn dienen;MW a^halb ließ er es zurück, um auf andere Art WM nach London oder einem vorbereiteten Ver- MLM steck zu gelangen. Wie wäre das als Er- WW klarung, Mr. Holmes?"
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