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Oberbesiische Leitung. Marburg tt g., Sonnabend, den 10. Dezember 1932

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Oer Wes zur Arbeißsbefchaffuus ist frei!

Eerccke, dem neuernannten Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung

Unterredung mit Land rat Dr.

Blick in das Laboratorium einer Londoner Giftgasfabrik: Hier sitzen tagaus tagein Ar­beiter mit Gasmasken in Jfolierkammern, um am eigenen Körper Schutzmahnahmen gegen dieses furchtbarste Mittel des Zukunstskrieges auszuprobieren. In dem Raum, der von der eigentlichen Giftgaskammer hermetisch abge- schlossen wird, hält sich dauernd ein Arzt auf, um im Fälle der Gefahr die erste Hilfe keiften zu können. Doch sind die modernen Giftgase so wirkungsvoll, dah jede Hilfe zu spät kom­men würde, wenn das Gas erst einmal iN'Die Lunge eines Menschen gedrungen ist.

weitaus.größte Teil jener 700 Millionen frei, die als Beschäftigungsprämie für die freie Wirtschaft gedacht waren, aber nicht abberufen worden sind. Diese Sum­men reichen aus, um die öffentliche Ar­beitsbeschaffung tatkräftig zu beginnen.

Ich glaube, daß es sehr wohl möglich ist, auch mit der Reichsbank schnell eine Einigung über die Realisie- r u n g. der ausgesetzten Kredite herbeizu­führen. Reichsbankpräfident Dr. Luther hat ja in letzter Zeit verschiedentlich be­tont, dah auch die von ihm gebilligten Steuergutscheine eine Kreditausweitung darstellen sollen, und es besteht weiterhin genügend Grund zu der Annahme, dah alle Kräfte der Regierung einmütig an diesen grohen Aufgaben der Arbeits­beschaffung mitarbeiten werden.

tzlstsas-Emrimente mit lebenden Menschen

^»«kkswirtschaftlichen Sinne rentabel sind; allein als Entschädigung für ueber- schwemmungsnotstände usw. werden oft viele Millionen im Jahr gezahlt, die dann fortfallen. Vielleicht legt eine Schilderung unserer Pläne am besten klar, in welchem Matze auch die Privat­wirtschaft an unseren öffentlichen Arbei­ten interessiert und sogar beteiligt ist, so datz von dem Vorwurf, die öffentlichen Arbeiten stellten eine versteckte Sanie­rung der Gemeinden dar, nichts übrig bleibt.

Nicht Subventionen, sondern produk­tive Kredite!

Es kommt beispielweise irgend ein De'ch-Verband und fordert Mittel für Deicharbeiten an. In diesem Ver­band zusammengeschlossen sind die Land­wirte, deren Boden überschwemmt wird, die Gemeinden, die Schiffahrt. Oder es meldet sich eine Landeskulturgenossen­schaft, in der wiederum, vor allen Dingen Landwirte vereinigt sind, und bean­sprucht Mittel für Meliorationsarbeiten.

Für die Siedlung wiederum sind vor allem die höheren Instanzen (Provinz, Staat, Reich) zuständig, aber sie wah­ren streng ihren Charahter als Träger der Arbeitsbeschaffung. Die Vergebung der Mittel soll n i ch t b ü r o k r a t i s ch von Berlin vom grünen Tisch her er­folgen, sondern an Ort und Stelle und von den zuständigen Körperschaften sollen die Arbeiten auf ihre Wirtschaftlich­keit hin begutach et werden. Die Körperschaft erhält diese Gelder nicht ein­fach ä fonds perdu, sondern wie jedes andere wirtschaftliche Unternehmen als Kredit, der nur für die Zwecke der Ar­beitsbeschaffung nach vorgelegten Til- gungs- und Bauplänen verwandt werden 'tf! Mehrere unabhängige und unvor­eingenommene Kontrollinstanzen (Kredit- ausschllsie usw.) prüfen, ob die Mittel rich­tig verwandt werden. Auf diese Weise wird die Gewähr gegeben, dah die Mah­nahmen rasch und in wirtschaftlichem Sinne durchgeführt werden.

Finanzierung und Reichsbank.

Was steht uns an Mitteln zur Ver­fügung, um sofort anzufangen? Zunächst 350 Millionen, die für die öffentliche Ar­beiten bestimmt, aber noch nicht ver­geben worden sind. Ferner ist noch der

Landrat a. D. Dr. E e r ek e, der Präsident des Landgemeindetages, und Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung machte in einer Unterredung über sein Programm folgende Ausführungen:

Lieber den Arbeitsbeschaffungsplan der Landgemeinden, feine Freunde und Geg­ner, ferner über die Tendenzen der Ar­beitsbeschaffung, die innerhalb der Reichsregierung verfolgt werden, gibt es verschiedene Lesarten. Und doch liegen für den, der die Richtung unserer Bestrebungen nach ihrer geschichtlichen Entwicklung verfolgt, die Verhältnisse klar.

Die Krise an der Wurzel packen!

Das Arbeitsbeschaffungs-Programm der Landgemeinden entstand vor dem Wirt­schafts-Programm Papens. Es wurde durch den Wirtschaftsplan Papens, der die deutsche Wirtschaft auf dem Wege über die Privatwirtschaft an­kurbeln wollte, weder verdrängt noch überflüssig. Auch wir begrüßten eine Reihe der Hilfsmaßnahmen Papens für die Privatwirtschaft insbesondere die steuerlichen Erleichterungen ver­traten dabei aber den Standpunkt, daß

diese Bemühungen nicht ausreichten, um die Arbeitslosigkeit wirksam zu be­kämpfen, sondern dah sie durch ein gro­bes öffentliches Arbeitsbefchaffungs- programm ergänzt werden mühten!

Unsere Bedenken richteten sich zunächst gegen einzelne Teile des Programms. Es zvar uns klar, daß ein Teil der Steuer- tzu t s ch e i n e nicht abberufen werden würde, weil diese Gutscheine in Stadt und Land vielfach an kleine Gewerbetrei­bende, Landwirte usw. gelangten, die mit ihren Steuerzahlungen weit im Rück­stand sind und deshalb die Steuergut- t$eine gar nicht benutzen können.

Außerdem wird sicherlich ein anderer Teil der ausgegebenen Steuergutscheine zur teilweisen Schuldentilgung, nicht aber zur N e u e i n st e I l u n g von Ar­beitskräften dienen. Wir waren uns auch über die sozialen Bedenken klar, die die Beschäftigungsprämien für Arbeit­nehmer und Arbeitgeber erwecken muß­ten: Wer seine Arbeiter entlassen hatte, erhielt für die Wiedereinstellung die Be- fchäftigungsprämien, die sozial denken­den Arbeitgeber gingen oft leer aus.

Das große grundsätzliche Bedenken aber war gegen die Auffassung gerichtet, als handele es sich um eine konjunktu­relle, nicht um eine strukturelle Krise, als sei der Konjunkturaufschwung schon so weit vorgeschritten, daß die Pri­vatwirtschaft nur noch einen Impuls zum Auftrieb brauche.

Staatsinitiative, aber keine Beengung der Privatwirtschaft!

Die Entwicklung der Dinge hat uns Recht gegeben und der Auffassung Gel­tung verschafft, daß wir ein öffent­liches Arbeitsbeschaffungs- Programm durchführen müf- f e n. Nun wird verschiedentlich der Vor- roftrf erhoben, die öffentliche Wirt- -b a f t habe überhand genommen, und man dürfe ihr nicht weiter Vorschub lei­sten. Demgegenüber stelle ich fest, daß es sich bei unserem Programm in keiner Weise um eine neue Einengung der Privatwirtschaft durch die öffentliche Wirtschaft handelt, ganz im Gegenteil! Es hat im Rahmen der Volkswirtschaft immer dringende öffent­liche Aufgaben gegeben, die die Privat­wirtschaft zwar d u r ch f ü h r t e, die aber nur durch die öffentliche Hand finan­ziert werden konnten.

An diesem Punkte setzen wir ein: Denn diese im Gesamtinteresse so not­wendigen Arbeiten sind heute infolge der Finanznot der öffentlichen Körperschaften stark in Stocken geraten.

In der Vorkriegszeit, die als sparsam gerühmt wird, wurden nach vorsichtiger Schätzung für 2y2 Milliarden jährlich mehr öffentliche Arbeiten vergeben als heute!

Infolge der Finanznot sind heute wich­tigste Verkehrs st ratzen in Deutsch­land unbrauchbar, zehntausende Hektar besten Bodens können in­folge Ueberschwemmung nicht bebaut werden! Hier können zahlreiche Arbei­ter beschäftigt werden und außerdem durch erhöhten Verbrauch der Privatwirt­schaft die Möglichkeit der Ankurbelung geben.

Gegenüber manchen Bedenken möchte ich noch einmal betonen, daß diese öffent­lichen Arbeiten, an die wir denken, im

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Das Inserat in einer überall gelesenen Zeitung tit der

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Mittel der Kundenwerbung, wie längst in allen Kreisen

bekannt ist. Das moderne Amerika hat es seit Jahrzehn-

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auf dem Lande sichern ein Erfolg, auch im gesamten Ver­

breitungsgebiet.

Auf Verbreitung und Eingebürgertsein einer Zeitung in der Leserschaft kommt es an. Und die ist bei der Ober- bessischen Zeitung seit altersber in vollkommenster Weise

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