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Rrfttin». Merttnra e. S Sntmabtnb. bett 10. Dezember 1932

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Ire Olmöerlomve der Wiener Polizei

Als man vor einigen Tagen nach der Auffindung einer zerstückelten Frauen­leiche den Mörder binnen kürzester Zeit verhaften konnte, wurde seitens der Kri- minalpolizei bekannt gegeben, datz dieser aufsehenerregende Erfolg zum größten Teil einer "Wunderlampe zu ver­danken sei, die die Detektive bei diesem " Verbrechen zum ersten Male in Benutzung hatten.

Die Wunderlampe der Wiener Polizei und ihr durchschlagender Erfolg hat natur- Ö in allen kriminalistischen Kreisen igtes Aufsehen hervorgerufen. Dutzendweise find sofort in Wien Ansra- <; gen nach diesem neuartigen Handschein­werfer eingetroffen und der Erfinder wird fich in nächster Zeit über Bestellungen nicht zu beklagen haben.

Die Wunderlampe ist eine Art Taschen­laterne, bester gesagt ein Handscheinwer­fer mit geschliffenem Kristallglas, einem Parabolspiegel und mit einer Spezial­birne ausgestattet. Sie wird durch eine tragbare Stahlbatterie gespeist. Das Ge­wicht der ganzen Anlage beträgt nur fie­ben Pfund und bedeutet keine große Be­lastung für den Kriminalbeamten, derben Handscheinwerfer bequem an seinen Leib­riemen anschnallen kann.

Einen Tag bevor der furchtbare Frauen­mord entdeckt wurde, wurde diese Wunder­lampe dem Chef der Wiener Kriminal­polizei, Dr. S t e i n h ä u s l, vorgeführt. Es machte auf ihn einen kolossalen Ein­druck, daß fie Lichtstrahlen wie das hellste Sonnenlicht ausstreute. Sofort bestellte Dr. Steinhäusl diese Wunderlampe und die Lieferung erfolgte gerade an dem Tage, an dem der Verdacht der Täter­schaft auf den Mörder Franz Blazev fiel. Man nahm den neuen Handscheinwerfer bei der Haussuchung sofort in Benutzung und hätte ohne ihn wahrscheinlich das wichtigste Indiz zur Ueberführung des Mörders nicht entdeckt.

Durch die Wunderlampe wurden zwischen den Ritzen des Fußbodens bräun­liche Flecken festgestellt, die sonst bei den schlechten Lichtverhältnissen in der Wohnung und nachdem der Verbrecherden Fußboden mit Aether gereinigt hatte, un­möglich entdeckt worden wären.

Diese Büste, die zu den Meistermerken der römischen Plastik gezählt werden darf, wurde vor kurzem bei Ausgrabun­gen in Pompeji gefunden. Es handelt sich um eine Porträtbüste der Kaiserin Livia, Gattin des Augustus und Mutter des Tiberius, von der die Geschichte be­lichtet, daß sie eine der gefährlichsten Giftmischerin aller Zeiten gewesen sei.

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In Wilhelmshaven: Der Kreuzer „Köln" verläht die Heimat, um zum erstenmal auf eine Weltfahrt zu gehen.

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In Kiel: Mit dem riestgen Heimat-Wimvel im Tov läuft der Kreuzer „Karlsruhe" nach ein­jähriger Abwesenheit in den Kieler Hafen ein, wo eine riesige Menschenmenge ihn begeistert begrübt«

Das stürzende Srltterstugzeug

Vor drei Jahren verunglückte unmittel­bar vor den Toren der englischen Stadt Shepperton ein Militärflugzeug. Der Unfall kostete den beiden Insassen das Le­ben. Niemand dachte mehr an dieses Un­glück, als in der Nacht mehrere Personen durch eine von allen gleichzeitig gemachte Beobachtung in Schrecken versetzt wurden. Um Mitternacht herum dröhnte der Lärm eines Flugzeuges zu ihnen in die Zimmer hinein. Gleich darauf folgte ein starker Aufprall, ein Krachen und Splittern. Die Leute fuhren aus den Betten: „Das Flug­zeug ist abgestürzt!" Sie warfen fich in ihre Kleider, rannten hinaus, fanden aber nichts. Seit einer Woche wollen die ver­schiedensten Menschen in jeder Nacht Ohrenzeugen dieses seltsamen Vorfalls ge­wesen sein. Verschiedene behaupten, das filberhelle, anscheinend beleuchtete Flug­zeug gesehen und unmittelbar darauf den Absturz gehört zu haben. Doch später konnte keine Spur von der Maschine ge­funden werden. Ein Fabrikant, dessen Merke am Ufer eines kleinen Sees stehen, will das Flugzeug so deutlich gesehen und den Absturz so gut beobachtet haben, daß er am nächsten Morgen den Grund des Wassers mit Haken nach den Trümmern der Maschinen absuchen ließ. Doch es fand fich nicht die geringste Spur. Die Behör­den und vornehmlich die Oeffentlichkeit

find' begreiflicherweise beunruhigt über dieses merkwürdige Gespensterflugzeug, wenn auch die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um eine Massensuggestion handelt, am nächstliegenden ist.

Ein Warsckauer Movasanka Margen

Aus Warschau wird gemeldet: Wie sich der nationaldemokratische „W i e c z o r Warszawski" aus Thorn melden läßt, sollen, Nachrichten vom ostpreußischen Grenzgebiet zufolge in letzter Zeit immer mehr fahnenflüchtige Reichs­wehrsoldaten nach Polen über­laufen, „da fie den überaus schweren Dienst und die unerhörte Behandlung durch Unteroffiziere und Offiziere der Reichswehr nicht mehr länger ertragen können". Letztens, heißt es weiter, sei ein Reichswehrsoldat von einem Kavallerie­regiment nach Polen desertiert. Hier bat er um Aufenthaltsgenehmigung, „da er fich bereits zu überzeugen vermochte, daß es hier bedeutend besser ist, wie dies bei jeder Gelegenheit im Regiment behauptet wurde. Den Reichswehrsoldaten werden bei allen Anlässen von den Offizieren und Unteroffizieren unglaubliche Dinge über Polen erzählt. Indessen ist Polen im Ver­gleich zu Deutschland ein Paradies". Don fich aus fügt das Blatt hinzu: „In den Reihen der Reichswehr verbreitet fich

Fäulnis, und unter den Offizieren und Unteroffizieren gibt es zahlreiche Ver­irrungen, was zur Folge hat, daß die Sol­daten terrorisiert werden".

Man kann nur sagen, daß die Po­len im Erfinden von Schwin­delnachrichten unübertroffen dasteben. Die ständigen Desertationen aus den polnischen Armeen sind bekannt. Offenbar will man nun dem polnischen Leser weiß machen, daß das auch wo anders passiert, und wenn man dazu als Beispiel das verhaßte Deutschland heranzieht, so glaubt das polnische Blatt offenbar, sei­nen Lesern damit eine besondere Genug­tuung bereiten zu können. , Das ändert aber nichts daran, daß die angebliche „Massendesertation aus der deutschen Armee" einfach ein polnisches Pro­paganda-Märchen ist, das dadurch nicht wahrer wird, wenn es in einer War­schauer Zeitung steht.

zur Auffindung res kommnnistifchep Schwarzsenders in Berlin

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So ermittelt die „Rundfunkpolizei" den Standort eines geheimen Senders.

Der Beamte stellt von einem erhöhten Puntt der Stadt aus die Richtung fest, von der die geheimen Sendungen verkommen. Gleichzeitig werden von anderen Punkten der Stadt die­selben Peilungen vorgenommen, so datz sich auf der Karte leicht auf dem Schnittpunkt der beiden Linien der ungefähre Standpunkt des Schwarzsenders ermitteln läßt. Bei dem kom­munistischen Geheimsender jedoch, der längere Zeit in Berlin ungestört arbeiten konnte, war die Feststellung deshalb so schwierig, weil die Sendungen immer nur ganz kurze Zeit dau­erten und die Apparate bereits abmontiert und fortgeschafft waren, wenn die Polizei an dem ermittelt« Standort eintraf.

„Stratzensucher" in Stuttgart.

Um den Fremden das Auffinden bestimm­ter Strotzen zu erleichtern, wurde in Stutt- gart an verkehrsreicher Stelle ein neuartr- ger „Stratzensucher" aufgestellt. Der Stra- tzensucher besteht aus einem kreisrunden Stadtplan Erotz-Stuttgarts mit fortlaufen» den Ziffern am Rande, auf die ein im Mit­telpunkte des Planes angebrachter Pfeil, einem Uhrzeiger gleich, eingestellt werde« kann. Auch dieser Pfeil trägt eine Ziffern­skala. Auf einem neben dem Plan ange­brachten Stratzenverzeichnis ftnbet man bei jeder Strotze zwei Ziffern, btc den Zahlen am Kreisrande und auf dem Pfeil ent­sprechen. Man braucht den Pfell also nur so zu drehen, datz seine Spitze auf die im Stratzenverzeichnis angegebene Kreisnummer zeigt .bann finbet man an ber ebenfalls bort angegebenen Zeigernummer di« gesuchte Strotze. — An verschiedenen Derkehrsplätzen Stuttgarts sollen demnächst weitere derar­tige Stratzensucher aufgestellt werden.

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