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OOHWW aeftimg, Marburg «. L. Feett«, ben 9. Dezember 1932

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darstellten, mittlerweile ohnehin aufgegeben worden sind, weil sie nicht ohne empfind­liches Risiko für die Sicherheit der Wäh­rung waren. Mit dem nunmehrigen Einbau dieses Planes in das Arbeitsbeschaffungspro­gramm der Reichsregierung überhaupt und durch die Beteiligung der Reichsbank ist Sicherheit gegen die Gefahr einer übermäßi­gen Kreditausweitung gewährleistet. Die in­zwischen erfolgte Einigung zwischen dem aus­gesprochen prioatwirtschaftlich eingestellten Vertreter der Großindustrie, dem Wirtschafts- Minister Dr. Warmbold einerseits und dem Reichsernährungsminiiter Braun andererseits, dürfte gleichfalls Gewähr dafür bieten, daß be­stimmte Absichten auf Ausdehnung des Macht­bereiches der öffentlichen Hand in der Pri­vatwirtschaft nicht zur Reife kommen. Das ändert freilich nichts an der Notwendigkeit, dem Staat einen erhöhten Einfluß zum min­desten auf die durch Bürgergelder unterhal­tenen Unternehmungen zu gewähren. Auch diese Maßnahmen müssen in ein umgeform­tes Wirtschaftsprogramm miteingebaut werden.

Die Frage der Arbeitsbeschaffung ist eine unpolitische Angelegenheit, sie sollte es wenig­stens sein. Ein Problem, das die Sicherung der Eristenz von Millionen unserer Mitbür­ger angeht, muß unbehindert durch partei­politische Rücksichten in Angriff genommen und durchgeführt werden, und die Regierung, die dieser Aufgabe sich widmet, darf, fa muß den Anspruch erheben, ihren Willen und ihre Leistungen zum mindesten unter Beweis zu stellen.

Ausland

Eine Million jugendlicher Vagabunden in den II. 6. A.

Washington, 8. Dez. Die ameri­kanische Presse, die vor wenigen Jahren noch umfangreiche Berichte über die in Rußland Hermat- Und obdachlos Herum­schweisende Jugend brachte, berichtet jetzt, daß sich mit der WilttvirtschastSkrrse die gleiche Erscheinung auch in den Vereinig- ten Staaten bemerkbar macht. Der frühere PoLzeikv-mmissar von Washington, Dri- gadegeneral Gloßsord, hat nun vor kur­zem eine Bewegung gegründet, die die sich ziellos in Amerika Hemmtreibende Jugend wieder geordneten Verhältnissen zuführen will. Der General schätzt die Gesamtzahl dieser jugendllchen Vagabunden auf eine Million, also etwa den hundertzwanzig- sten Teil der Bevölkemng der Vereinigten Staaten. Die Bewegung will zunächst vor allem die Bewilligung von Mitteln seitens des Kongresses durchsetzen, die, aus die einzelnen Staaten verteilt, für die Unter­bringung und Verpflegung der vagabun­dierenden Jugend verwendet werden sollen. Die Hebungsarbeiten an dem englischen

U«Boo1 M. 2 gescheitert.

L o n d o n, 8. Dez. Die seit neun Mo­naten unternommenen Versuche, das in der West-Bay gesunkene U-Boot M. 2 zu heben, sind gestern endgültig gescheitert und werden wahrscheinlrch nicht wieder ausgenommen werden. Es gelang, das in 40 Mtr. Tiefe liegende Wrack soweit zu heben, daß es sich nur noch einige Meter von der Wasseroberfläche befand: aber dann sank es mit dem Bug ab­wärts, und alle Versuche, es wieder ins Gleichgewicht zu bringen, blieben ver­geblich.

Die häufig wiederholten Bergungsver­suche waren durch schlechtes Wetter und starke Meeresströmungen behindert, die das Niedergehen von Tauchern schwie­rig und oft unmöglich machten. 26 Taucher der britischen Marine sind ins­gesamt mehr als 1500 mal in die Tiefe gegangen, um die Hebung vorzubereiten.

Deutsches Reich

Kreuzer „Äöln" tritt seine Weltreise an.

Wilhelmshaven, 8. Dez. Der Kreuzer „Köln" trat heute vormittag die Ausreise zu seiner einjährigen Fahrt um die Welt an. Bei der kurzen Abschieds- feier an Bord des Kreuzers richtete der zwerte Bürgermeister der Patenstadt Köln eine Ansprache an Offiziere und Mannschaften. Das Auslaufen des Kreu­zers wurde von einer riesigen Menschen­menge bejubelt. Die Besatzung des Schiffes ist 550 Mann stark. Unter den milfahrenden Seekadetten befinden sich auch die Ueberlebenden der „Niobe".

Empfang der heimgekehrten Karlsruhe"

Kiel, 8. Dez. Zum Empfang des nach einjähriger Auslandsreise in den Heimathafen zurückgekehrten Kreuzers „Karlsruhe" hatten sich am Don­nerstagnachmittag Tausende von Ange- rigen der Besatzung auf der Blücher- brücke eingefunden. Weitere Menschen­mengen hielten die umliegenden Brük- ken und den Strandweg besetzt. Bei sei­nem Eintreffen im inneren Hafengebiet begrüßte der Kreuzer die Flagge des Schiffes der Marineleitung mit 17 Schutz Salut. Gleichzeitig stieg am Mast des Schiffes der etwa 100 Meter lange, mit dem Eisernen Kreuz geschmückte weiße Heimatwimpel empor.

Die Preußenlösung vertagt

Gregor Straffer auf drei Wochen beurlaubt — Gmndsätzliche Erörterungen

Berlin, 8. Dez. Die Reichspresse­stelle der NSDAP, teilt mit: „Parteige­nosse Gregor Strasser tritt mit Ge­nehmigung des Führers einen Krankheits« «rlanb von drei Wochen an. Alle weite­ren daran geknüpften Gerüchte und Kom­binationen sind unzutreffend und entbeh­ren jeglicher Grundlage."

Die Mitteilung der Reichsparteileitung der NSDAP., daß Gregor Strasser einen drei­wöchigen Krankheitsurlaub antritt, hat in politischen Kreisen lebhaftes Aufsehen erregt. Das ist umso natürlicher, als vor Bekannt­gabe dieser parteiamtlichen Mitteilung Ge­rüchte verbreitet waren, denen zufolge Stras­ser an Adolf Hitler einen Brief geschrieben haben sollte, mit dem er seine Aemter in der Partei niederlegt. Auf diese Gerüchte bezieht sich der Zusatz des nationalsozialistischen Corn- muniquäs, der alles von sich weist, was über den Urlaub hinausgehl.

Nach der Annahme politischer Kreise liegen die Dinge so, daß in der nationalsozialistischen Führung eine Aussprache über die grundsätz­liche Haltung der Partei zu dem Problem einer Regierungsbeteiligung stattgefunden hat. Den Anlaß dazu scheinen die Verhandlungen mit anderen Parteien über fote Regierungs­verhältnisse in Preußen gegeben zu haben. Während der Mittwochsitzung des Reichstags war unter der Hand bekannt geworden, daß diese Besprechungen ziemlich weit gediehen seien, so daß man mit der Mldung einer Koalition zwischen Nationalsozialisten, Zen­trum und vielleicht Deutscher Volkspartei in Preußen rechnete. Die Wahl des Minister- präsidentm hielt man, zwar nicht für die Zeit vor Weihnachten, wie ein Berliner Mor­genblatt gemeldet hatte, aber doch im Januar für recht wahrscheinlich. Man sprach auch davon, daß der preußische Ministerpräsident dann zugleich Vizekanzler im Reiche werden sollte, und daß dieses Projekt nur noch der Zustimmung Hitlers bedürfe. Daraus schienen sich nun gewisse Schwierigkeiten ergeben zu haben. Vielleicht gehen sie von der Er­wägung aus, daß Hitler, wenn er entweder für seine Person oder für Gregor Strasser seine Zusttmmung zur Wahl gäbe, damit gleichzeitig auf den Anspruch auf das Reichs­kanzleramt verzichten würde. Das ist ein Problem, das für die NSDAP, eine große grundsätzliche Bedeutung hat. Man weiß seit einiger Zeit, daß Gregor Strasser der erste Verfechter einer praktischen Regierungsbetäti- gung der Partei ist, und so entstanden wohl die Gerüchte, die zu der parteiamtlichen na­tionalsozialistischen Mitteilung führten In politischen Kreisen entnimmt man aus Diesem Eommumgus, daß die Entscheidung über die Frage der Regierungsbeteiligung zunächst bis zum Ianuar vertagt ist. Inzwischen wer­den sich die Anschauungen innerhalb der Par­teiführung gewiß Hären. Das dürfte in der Tat der Sinn der Mitteilung sein, und sie hätte damit auch recht, wenn sie alle über den Urlaub Strassers hinausgehenden Kom­binationen, die sich auf einen offenen Kon­flikt erstrecken, zurückweist.

In polillschen Kreisen wird nun natürlich lebhaft erörtert, welche Auswirkungen diese Dinge auf "die Reichstagsoerhandlungen haben. Vorerst glaubt man nicht, daß die normale Abwicklung dadurch gestört wird, sondern rech­net immer noch mit der Vertagung. Diese Ansicht gründet sich darauf, daß Strassers Urlaub die Bedeutung einer Vertagung der Klärung hat. Die Frage Preußen ist damit allerdings wieder vollkommen offen. Für den Verlauf der Freitagssitzung des Reichstages ist jedoch von Wichtigkeit, wie die Ausschuß­verhandlungen über die Amnesllefrage weiter­gehen.

Die Erklärung der NSDAP, daß Strasser einen dreiwöchigen Krankheitsurlaub enge« treten habe, wird in einer ganzen Reihe von Mvrgenblättern sehr eingehend erörtert. Teil­weise wird sogar in ganz positiver Form von Meinungsverschiedenheiten in der NSDAP und einem Konflikt Hitler-Strasser gesprochen, der vor allem in Zusammenhang mit der Haltung der NSDAP zur Frage der preu­ßischen Regierungsbildung stehen soll.

Die „Deutsche Allgemeine Zei­tung" verzeichnet ein Gerücht, wonach Strasser aus der Partei austreten und als Minister dem Reichskabinett beitreten werde. Dieses Gerücht, das das Blatt von vorn­herein unglaubwürdig nennt, sei falsch, da­gegen dürste richtig sein, so schreibt die „D. A. Z." wetter, daß Strasser m einem Schreiben an Hitler sein Amt als Reichs­organisationsletter niedergelegt und mitge- teilt habe, er werde jetzt als emfacher Soldat in die Bewegung zurückkehren. Das Blatt sagt dazu, daß es

em Verhängnis für btt Nation wärt, wenn sich die größte Rechtsbewegung zersetze« würde, ehe sie ihre geschichtliche

Aufgabe erfüllt habe.

Strassers aufsehenerregender Entschluß könne aber nicht mit einem Dementi abgetan wer­den, dessen Fassung in auffallender Weise an die lange mangelhafte Dementierkunst des „Systems" erinnere.

Die „Vos fische Zeitung" berichtet von einer direkten Aussprache zwischen Hitler und Strasser, die gestern nachmtttag stattge­funden habe und die damit endete, daß Strasser entgegen seiner ursprünglichen Ab­sicht, „vorläufig m der Partei verbleibt.

seine Patteiämter und das Parlamentsman­dat beibehält, zunächst aber einen dreiwöchi­gen Erholungsurlaub antritt".

Das „Tageblatt" nennt es auffallend, daß in den letzten Mitteilungen über die Verhandlungen wegen der preußischen Regie­rungsbildung nicht mehr Sttasser, sondchm Göring als nationalsozialistischer Kandimrt für die Ministerpräsidentschaft genannt wor­den fei.

Die „Kreuzzeltung" nimmt an, daß Strasser seine Aemter in der Partei nieder­gelegt habe, weil' er bei der Einigung zwi­schen Zentrum und NSDAP über Preußen, die, wie das Blatt behauptet, gestern zu- standegekommen sei, nicht mehr als Anwär­ter für die Ministerpräsidentschaft genannt werde. Das Blatt will in diesem Zusam­menhang aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß bei dieser Einigung Frick als Ministerpräsident und Dr. Bracht als In­nenminister in Aussicht genommen sei, und daß nach einer gewissen Ernführungszett der Versuch gemacht werden solle, die Bindung zwischen Reichsregierung und Preußenregie-

nmg derart ju verstärken, daß Frick zum Vizekanzler in das Kabinett von Schleich« berufen werde.

Ebenso wie der „B ö r senkurier" be­richtet das Blatt von einer Unterredung der Reichskanzlers mtt dem Vorsitzende, der preußischen Zentrumsstattion, PrAat Dr. Lauscher, über die Frage des Preu- ßenkommissariats. Der Kanzler habe da- neben noch eine Reihe von anderen Be­sprechungen geführt, die mtt der Frage der Neubildung der preußischen Regierung und des Verhältnisses zwischen Reich und Prey, ßen in Verbindung stehen dürsten.

Gregor Sttasser ist bekanntlich vor nicht langer Zett schwer verunglückt und hat sich von einer Mckgratvettetzung kaum echolt. Da er ferner zu Adolf Hitler stets In einem besonderen Vertrauensverhältnis ge­standen hat, so dürften alle Kombinattv» nen, die an persönliche Gegensätze an­knüpfen und die Krankheit mcht als Ur­laub Sgrund gelten lassen wollen, ganz ab­wegig sein.

5358000 Arbeitslose

2600000 Wohlfahrtserwerbslose

Berlin, 8. Dez. Wie die Reichsanstalt mitteilt, belief sich die Zahl der Arbeitslosen, die am 30. November bei den Arbeitsämtern gemeldet waren, auf rund 5 358 000. Die Zunahme gegenüber Mitte des Monats be­trug rund 92 000. Das Tempo der jahres­zeitlichen Verschlechterung hat sich in der zwei­ten Monaishälfte gegenüber dem Zeitraum des Vorberichtes etwas verlangsamt. Während im Vorjahr im Laufe des ganzen Monats November die Arbeitslosenzahl um rund 436 000 zugenommen hatte, betrug die Zunahme im November 1932 rund 248 000. Die diesjährige Zahl Ende November liegt noch immer um etma drei Mettel Millionen niebriger als der Höchststand Mitte März. Zur gleichen Zeit des Vorjahres war der Höchststand von Mitte Februar 1931 schon um etwa 70 000 überschritten.

Die Zahl der Hauptunterstützungsemp- fänger nahm um rund 47 000 zu und betrug am 30. November rund 638 000. In der Krisenfürsorge war die Zahl der Hauptunter­stützungsempfänger am 30. September mit ttmd 1131 000 um rund 5000 höher als am letzten Stichtage. Da vom 28. November ab für den Rest des Winters weitere Aussteue­rungen ausgeschlossen sind, ist in der nächsten Zeit mit einem stärkeren Ansteigen dieser Zahl nicht zu rechnen. Aus dem gleichen Grunde dürfte die für Ende November mit rund 2 277 000 festgestellte Zahl der von den Ar­beitsämtern anerkannten Wohlfahrtserwerbs­losen keinesfalls im gleichen Maße wie bis­her zunehmen und vielleicht ihrem höchsten Stande nahe sein.

Die Zahl der Notstandsarbeiter, die für Ende November noch nicht vorliegt.

wird infolge der überwiegend günstigen Wit terung nur wenig unter den letzten Stand von rund 90 000 zurückgegangen sein. Beim Freiwilligen A r b e i t s d i e n st hat dir Zahl der Beschäftigten nochmals um rund 35 000 zugenommen: sie betrug am letzten Stichtag rund 285000. Damit belaufen sich diese beiden wichtigen Gruppen von Arbeits­losen, die bei zusätzlichen öffentlichen Arbei­ten beschäftigt sind, Ende November auf etwa 375 000.

2 600 000 Wohlfahrts-Erwerbslose.

Berlin, 8. Dez. Wie der Deutsche Städtettag mitteilt, ist die Zahl der Wohl­fahrtserwerbslosen trotz der leichten Vesse- nina der allgemeinen Arbeitsmarktloge weiterhin stark gestiegen und hat a« 31. Oktober mit rund ^00 000 einen neuen Höchststand erreicht. Diese Zahl, die auf Grund der Statistik des Städtetages ermittelt ist, umfaßt alle ar­beitsfähigen Erwerbslosen, die von bett Gemeinden laufend unterstützt werden müssen. Sie ist nm rund 40 000 höher als die Ermittlungen der Arbeitsämter, die be­kanntlich seit August 1932 nur einen Aus­schnitt der Wohlfahrtserwerbslosen er­fassen. Die Gemeinden betreuen augen­blicklich über 60 v. H. aller unterstützten Arbeitslosen.

Schwerverbrecher in Freiheit

B r e m e n, 8. Dez. Settdem drei aus der Strafanstalt Oslebshausen bet Bremen aus- gebrochene Schwerverbrecher sich der Freiheit erfreuen, ist eine starke Zunahme der Embruchsdiebstähle m Bremen festzu­stellen. Die damtt verbundene von Tag zu Tag sich mehrende Beunruhigung her Be­völkerung bat die Polizeibehörden veranlaßt, am Donnerstagvormittag eine Eroß-Razzta durchzuführen, um zu einem einheitlich orga­nisierten wirksamen Schlag gegen die Schwer­verbrecher auszuholen.

Em großes Aufgebot von Krimmajbe- amten und Polizei unter Verwendung von Polizeihunden sucht fett den frühen Vormittagsstunden das Parzellmgeländ« an der Peripherie der Hansastadt ab, da man «mimmt, daß die Verbrecher dott ihr« Schlupfwinkel haben.

Die Razzia bauert zur Stunde noch an. In der vergangenen Rackst wurden wieder drei Einbrüche ausgefühtt, die man gleichfalls dem Konto der Schwerverbrecher Mr Last legt. Erschwert wird die Sache dadurch, daß man es in der Strafanstalt unbegreiflicherweise un- tettassen hat, die Schwerverbrecher zu pho­tographieren, so daß für die Veröffentlichun­gen zur Mfthilfe der Bevölkerung bet der Ergreifung der Flüchtlinge kein Bildmaterial zur Verfügung stand.

Wie eine Küpen ick iade mutet es an, wie die Schwerverbrecher ihre Flucht bewerkstel­ligten. Es gelang dem einen von ihnen, sch eine Wätteruniform zu verschaffen, und mtr Hilfe dieser Uniform seine Komplizen unter den Augen der Wärter ins Freie $u führen.

Der kommunistische Geheimsender entdeckt.

Berlin, 8. Dez. Der seit langem ge­suchte kommunistische Geheimsender, der mittags und abends • kommunistische Agi- tationsredeu verbreitete, ist heute beschlag.

nahmt worden. Der Sender, der immer wieder seinen Standort wechselte, um nickt festgestellt zu werden, trat heute nachmittag 2 Uhr wieder in Tätigkeit. An den sofort vorgenommenen Abmessungen der Wellen­länge konnte man feststellen, daß der Sen­der diesmal im Norden der Stadt ausge­stellt worden war. Die Polizei gab sofort an alle Straßenpolizisten den Befehl, be­stimmte Straßen und Hauseingänae p beobachten, da man annehmen mußte, daß die Apparatur des Senders nach feiner Tätigkeit wieder fortgeschafft werden würde. Wenige Minuten, nachdem der Sender mit der Internationale seine Tätigkeit eingestellt hatte, fuhr vor einem Haus der Reinickendorfer Straße im Nor­den Berlins ein großes Lastauto vor, auf das die Sendeapparate aufgeladen wor­den. Die Polizei griff sofort ein, beschlag­nahmte das Lastauto mit seiner Ladung und verhaftete drei Kommunisten, die dr« Sender in der Wohnung eines Arbeiters in Betrieb gesetzt hatten.

21 Stennes-Leute zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Zehdenick, 8. Dez. 21 Stenns leute vom Arbeitslager des freiwillige» Arbeitsdienstes in Badingen rourDe ‘ wegen einer Schlägerei mit Schnitter, zu drei bis neun Monaten Gesängu^ verurteilt. Der Staatsanwalt hell Zuchthausstrafen von ein bis zehn ren beantragt.

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