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Sette 6

Aus der Umgegend

rtreis Marvurg

Regulierung bet unteren Ohm?

-o- Kirchhain 2. Dez. Die Stadt­verwaltung gibt auch im kommenden Winter Bezugsscheine für den Bezug verbN- ligter Kohlen an Hilfsbedürftige aus. Per­sonen, die einen eigenen Hausstand haben und hilfsbedürftig sind, können bis zu 20 Zentner Kohlen im Laufe des Winters erhalten. Die Bezugscheine werden heute und folgende Tage im Rathaus ausgegeben. — Nach einer Bekanntmachung der Polizeioerwaltung sind die Geschäfte am kommenden Sonntag, dem 4. Dezember, von mittags 1 Uhr ab geöff­net. — Seit Jahren sind Bestrebungen der Landeskulturbauverwaltung im Gange, die Regulierung der unteren Ohm von Anzefahr ab durchzuführen. Diese Vorberei­tungen scheinen nunmehr Erfolg zu haben. Wie wir in Erfahrung gewacht haben, fand dieser Tage eine Besichtigung durch Herrn Landrat SchwebeI sowie Be­amte der Kulturbauverwaltungen des in Frage kommenden Gebietes statt. Im Inter­esse der Arbeitsbeschaffung wäre es sehr zu begrüßen, wenn die seit langem projektierten Arbeiten alsbald zur Ausführung kommen würden.

-o- Amöneburg, 2. Dez. In aller Stille hat sch die Ueberleitung der alteinge- fefsenen Stadtsparkasse in die Kreissparkasse des Kreises Marburg vollzogen. In den letz­ten Tagen wurden die viele Zentner chweren Kassenschränke und Tresors nach Kirchharn transportiert, wo dieselben in der Kirchhainer Filiale der Kreissparkasse Mar­burg Verwendung finden sollen. Es war ein mühsamer Transport und man mutz es als ein Wunder bezeichnen, daß alles so glatt abgelaufen ist. Das Personal der Sparkasse wurde von der Kreissparkasse über­nommen. Rendant Wingenfeld wurde nach Marburg und die Ange teilten nach Kirch­hain versetzt. Der Geschäftsverkehr wird von der Kirchhainer Niederlas ung weiter geführt.

r. Rauschenberg, 1. Dez. Ein 23 er» kehrsunfall ereignete sich bei der Be­förderung der Möbel eines nach Kirchhain versetzten Iustlzangestellten. An dem Mö­beltransportwagen mit Anhänger, die einem Marburger Geschäft gehören, versagte bei der Barkhenhäuser Mühle das Steuer. Der Lastzug fuhr gegen einen Eichbaum und wurde dadurch davor bewahtt, die hohe Böichung hinabzustürzen. Die Insassen ka­men mft dem Schrecken -davon, der Sach­schaden ist offenbar nicht erheblich.

r. Rauschen berg, 1. Dez. Die Frei- rotllige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ist eifrig mit den letzten Vorbereitungen zu dem Werbeabend am nächsten Sonntag be­schäftigt. Neben einem Werbeoortrag wird ein Theaterstück, das in das Arbeitsgebiet 3 der Sanitätskolonnen einführt, im Mrttel- X pmrrt des Abends stehen. Den musikalischen Teil der Veranstaltung wird die Kapelle Merle bestreiken.

Kreis Frankenverg

F^ankenberg, 2. Dez. Der Land- rMt gibt bekannt: Am 11. und 18. De- SFÜber d Js. ist die Offenhaltung der offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von

PberftenW Zeitung, Marburg tu L, Frettag, den 2. Dezemb« 1932

Ein Geldbriefträger erschossen

Frankfurt a. M., 1. Dez. Heute mittag kurz nach i Uhr wurde am Siegelschlag Rr. 5 in Stadtteil Bornheim der Geldbriefträger Hoffmann erschossen. Als Täter kommt ein am 29. April 1913 in Wiesbaden geborener junger Mann namens Knirsch in Frage, der in dem fraglichen Hause bei seiner Mutter wohnte und am 1. Oktober 1931 mit seiner Mutter von Wiesbaden nach Frankfurt Über- gefiedelt war.

Zn diesem Mord erfahren wir von der Kri­minalpolizei bezw. von der Oberpostdirektion Frankfurt noch folgende Einzelheiten: Der Geldbriesträger Hoffmann hatte der Rent­nerin und Großmutter der Täters eine kleine Rente ausbezahlt und hatte bereits wieder die Wohnung verlosten, als er in diese noch ein­mal zurückgerufen wurde. Kaum hatte er die Tür hinter sich verschlossen, als der junge Knirsch ihm einen Kopfschuß beibrachte, der den sofortign Tod des 48jährigen Brief­trägers, der seit dem Jahre 1907 sich im Amte

befindet, gut Folge hatte. Dann raubte der Täter aus der Geldtasche des Beamten 2800 Ji und ergriff damit sofort die Flucht. Die Unter­suchung ist noch im Gange. Neuerdings zwei­felt man daran, ob die furchtbare Wunde, die der Eeldbriefträger am Kopfe erlitten hat, tatsächlich von einem Schuß herrührt, vielmehr mutz auch mit der Möglichkeit gerechnet wer­den, daß es sich um einen furchtbaren Schlag handeln tarnt. Die Sachverständigen sind noch mit der Aufklärung beschäftigt.

Der Seldbriesträgermörder in Wiesbaden verhaftet.

Frankfurt a. M., 1. Dez. Der 19jährige Schlosser Wilhelm Knirsch, der heute mittag im Stadtteil Bornheim den Geldbriefträger Hoffmann erfchosien und be­raubt bat, konnte bereits im Laufe des Nach­mittags in Wiesbaden durch Frankfurter Kri­minalbeamte festgenommen werden. Man fand bei ihm noch 2000 Der Mörder mürbe nach Frankfurt transportiert und wird morgen einem eingehenden Verhör unterzogen werben.

Arbeitnehmern im Einzelhandel in der Zeit von 10 bis 18 Uhr — jedoch unter Ausschluß der Zeit des Hauptgottesdienstes — gestat­tet. In der Stadt Frankenberg ist der Haupt­gottesdienst um 11 Uhr beendet. Der Ver­kauf beginnt hier also erst um 11 Uhr.

Aus dem DMkreiS

Die Belastung bet Gemeinde Gladenbach.

0 Gladenbach, 1. Dez. Die Gemeinde Gladenbach hat für das laufende Rechnungs­jahr 1932/33 an Umlagen aufzubringen: Steuersoll an Einkommensteuer 1784,50 Mark, find 50 Prozent: Grund- und Ge­bäudesteuer 909,25 Mark, sind 66 Prozent: Umlagen 1497,77 Mark.

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SessenRassau und Rmttmstbiek

Tödlicher Autounfall in Darmstadt.

Darmstadt, 1. Dez. An der Straßen­kreuzung Spessartring-Dieburger Straße stie­ßen heute nachmittag ein Personenkraftwagen und ein Lastkraftwagen zusammen. Der Per­sonenkraftwagen wurde umgeworfen und der sich darin befindliche Reisende Mayer aus Darmstadt auf der Stelle getötet.

500 Mark Belohnung für die Ermittlung des Täters.

Hanau, 1. Dez. Wie die Poltzeidirek- tion Hanau mrtteHt, ist für die Ermittlung des Täters des gestern auf die Wohnung des Oberbürgermeisters Dr. Blaum in Hanau verübten Bombenanschlags vom Regierungs­präsidenten in Kassel eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt worden, deren Aus­zahlung und Verteilung unter Ausschluß des Rechtsweges vorbehalten wird.

Wirtschaft und Kandel

Berliner Börsenbericht vom L Dez.

Da in den heutigen Vormittagsstunden die innerpvlitische Lage nach den Infor­mattonen der Morgenpresse bereits so weit geklärt Fu sein schien, daß man mit einem Präsidialkabinett Schleicher rechnen zu kön­nen glaubte, wurde die Stimmung vormit­tags und besonders Kl Beginn des offi­ziellen Börsenverkehrs trotz des schwachen Verlaufes der gestrigen NeUhorrer Börse durchaus freundlich. Außerdem hatte eine Reihe günstiger Momente aus der Wirt­schaft weiteres Kaufinteresse bei der Kund­schaft ausgelöst, das sich allerdings in der Hauptsache immer wieder auf Spezial­werte beschränkte. Am Berliner Geld­markt machte sich heute bereits eine merk­liche Entspannung bemerkbar, da der Al- ttmo ziemlich glatt überwunden worden ist. Der Tagesgeldsatz ging an der unteren Grenze auf 47/s Prozent zurück, vereinzelt schon auf 45/« Prozent. In Privatdiskon­ten war das Angebot nur noch ganz genug. Es machte sich bereits hier ebenso wie nach Reichswechseln per 28. Februar and Reichsschatzanweisungen per 18. April eher Nachfrage bemerkbar.

Berliner Devisenbericht vom 1. Dez.

Helsingfors 5,934—5,946, Wien 51,95 bis 52,05, Prag 12,465—12,485, Budapest —, Sofia 3,057—3,063, Holland 169,33 bis 169,67, Oslo 69,53-69,67, Kopenhagen 70,53—70,67, Stockholm 73,78—73,92, Lon­don 13,54—13,58, Buenos Aires 0,863 bis 0,867, Belgien 58,27—58,39, Italien 21,40 bis 21,44, Pans 16,455—16,495, Schweiz 80,92—81,08, Spanien 34,42—34,48, Ja­pan 0,839—0,841, Reuhork 4,209—4,217.

Nr. 283

SBar Elimar tte

fo ÄDO JÄyt, kMhl und Sutter, nstkksk fe fÖÖ j^fogranrnt

Berliner ©etreibemarlt vom 1. Dez.

Weizen 193—195, Roggen 154—156, Brau^rste 170—180, Futter- and Inda- strlegerste 161—168, Hafer 124—129, Wei. zemnehl 24—27, Roggenmehl (70 Prrtz.) 19,75—22,10, WeizenSeie 9,45-9,75, Rog. genReie 8,75—9,10.

Wie zumeist bei rückläufigen Preisen hat sich das Inlatrdsangebot nach der gestrigen Abschwächung eher etwas verringert, je­denfalls war von einem Abgabedruck attf dem ermäßigten Preisniveau nichts Kt be­merken. Andererseits hatte die Nachfrage noch immer nicht die erhoffte Belebung er­fahren, besonders nach dem Rhein ist der Absatz ziemlich schwierig. Die politische Konstellation wirkt naturgemäfj auch noch immer geschäftshemmend. Am Prompt­markte war das Preisniveau für Weizen Und Roggen Unverändert Und auch im Lie» ferungSgeschaft wurden die Dezembersich- ten auf gestriger Schluhbasis notiert, wobei die über 3000 Donnen betragenden Sog* genandienungen ohne Eindruck blieben. Kr den späteren Sichten kam es unter mätziyeu Käufen der Staatlichen GeseWchast tttebet zu leichten Preisbesserungen. Weizen- Utto Roggenmehle sind zu unveränderten Pro­sen offeriert, haben aber nur kleines De» darfsgeschäft. Das Haferanigckbvt Ist für die vorsichtige Nachfrage völlig das* reichend, die Preise find etwa gehalten. Mittlere und geringe Gersten werden na­mentlich aus Pommern Und der Grenzmark über Bedarf angeboten, dagegen ist daS Offertenmaterial in feinen Qualitäten ziemlich gering.

Frankfurter Schlachtviehmarkt v. 1. Dez.

Auftrieb: 932 Kälber (gegen 1065 am letzten Donnerstagmarkt), 436 (394 Schafe, 627 Schweine darunter 270 Memelländer (1123), 58 (75) Rinder. Notiert wurde per Iw. in RM.: Kälber: b) 31—34, d 27—30, d) 22—26; Schafe: al) 20—23, ff) 16—19, c) 13—15; Schweine: c) 38—42, d) 36—42. Verglichen mit den Preisen vom 24. Nov. gaben Kälber und Schafe erneut 1 RM. nach, Schweine waren Um eine RM. erholt. . Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, Schweine ruhig, aUs- verkauft.

Di« Konkurse und Vergleichsverfahren im November 1932.

Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat Novem­ber 1932 durch den Reichsanzeiger 449 neue Konkurse — ohne die wegen Masie- mangel abgelehnten Anträge auf Kon­kurseröffnung — und 267 eröffnete Ver­gleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 459 bezw. 262.

l Nachdruck verboten.)

.Nie Skti «a »n «mfilniKe"

Ein heiterer Roman von: R. S. lltsch. (Copyright by Verlag Alfred Bechtbold in Braunschweig).

12 Fortsetzung.

®er Detektiv Lehmann geriet in 03er* wrrrunng.

«2ch stand früher — ehe ich mich der Kriminalistik zuwandte — als Wachtinei- fter im Leibhusaren-Regiment Nr. 1 in Danzig-Langfuhr," erwiderte er.

Debroix nickte verständnisinmg mit dem kletnen Kopfe.

-Hä, das ist natürlich etwas anderes! Gehobene und beneidenswerte Positton! — Aber Lehmann! — Lehmann .... Ganz Berlin wimmelt voll Lehmänner! — Fabelhafter Name! .... Lassen Sie ihn Doch changieren! — Sagen wir einmal Eulenburg, Rothenfels oder Füfftenstein! — Ich meinte, das wäre doch etwas ganz anderes."

Sein Blick glitt von Lehmann auf die anderen, und er fuhr fort:

„Die Herren scheinen auch sehr wenig zu tun, — ich meine, sehr viel Zeit zum Essen zu haben! — Ihre W-chlgenährtheit läßt wohl darauf schließen. Mus) doch arg lästig sein, so ein Bäuchelchen!"

Er zeichnete nut der Hand, in weitem Bogen aushalenD, vor sich in der Luft einen Bauch. «Haben <5te vielleicht gute Referenzen?"

Der zweite trat vor. „Unser Institut ist das bedeutendste des Konttnents!"

„Das möchte ich bezweifeln!" warf ein anderer ein.

Der erste fuhr unbehindert fort: „Die schwierigsten Fälle werden bei uns in kür­zester Jett erledigt!"

„Wir haben die schwersten Verbrecher in den letzten Jahren zur Strecke gebracht," sagte mit-Pathos der dritte. „Kriminal­fülle trüe Wellrng in Breslau, Hannemann in Hannover, Dullftiebttng in Leipzig reden eine überzeugende Sprache für uns."

Der mit dem Schnurrbärtchen wurde sehr erregt.

„Sie sind durch Uns auf die Spur des Bullstiebling geteuft worden . . . Sie ha­ben geerntet, was wir gesät haben!"

«Das ist eine Verleumdung unseres In­stituts!"

„Seit wann sind Wahrheiten Verleum­dungen? — Der Fall des Geldschrank­knackers Holbig hat gezeigt, daß wir in kttminalisttschen Dingen auf der Höhe sind!"

„Zanken Sie sich doch nicht, meine Her­ren, — sonst werden Sie letzten Endes noch eingesperrt!" Debroix machte der Dis­kussion ein Ende. „Wir haben hier ab­solut nichts mit Geldschrankknackern zu tun. Sie haben wohl durch die Zeitungen von dem Verschwinden meines Neffen gehört. Ich habe Ihnen nun weiter nichts zu sagen als dieses: Schaffen Sie mir den Ver­schwundenen zurück, — oder sagen Sie mir bald seinen Aufenthalt. Wer ihn findet, erhält 20 000 Mark! — Oder nein, hä — sagen wir 50000!“

Die Detektive horchten auf.

„Herr Wagg!" Debroix wandte sich an seinen Sekretär, „geben Sie jedem von den Kerlen, hä — Herren wollte ich sagen, — einen Scheck in Höhe von dreitausend Mark Vorschuß!" In den Augen oer drei Detektive leuchtete es. Ihre kühn­sten Erwartungen waren bei weitem über» ttoffen worden. Mit tiefen Verbeugungen verliehen sie das Zimmer. Der Sekretär folgte ihnen.

Nun begann die Zecherei von Neuem.

♦

®U feiner schnurgeraden Landstraße be- wegten sich die drei 'Wanderburschen vor­wärts. Der Regen fiel in Strömen aus nachtschwarzen Wolken, und die Kleider hingen ihnen naß am Leibe. In mißmuti­gem Schweigen schritten sie eilig auf die fern im Dunst au stauchenden Häuser einer Stadt zu. Nur Wuttke unterbrach das eintönige Geräusch der fallenden Tropfen und das takttnähige Stampfen ihres Gleich- fchxttts hin und wieder. "

man verloren hat.

(Forts, folgt.)

Kdiättiif Kfügeeol-

Bonbons mit * grünem Streifen im Or<snge-ßeuM

„Wenn ich in der letzten Zeit nicht so unjemein faul jewesen wäre, so hätten wir wenigstens mehr Kröten in der Tasche und könnten uns was anständiges leisten," murrte er. „Dieser schuftige Regen!___

Gr ist eine Qual für Menschen, die auf die Straße anjewiesen sind. Drei Tage schon ohne Unterbrechung regnets Bind­fäden . . . Man sollte es einfach nicht für möglich hatten . .

Molden und Debroix schwiegen. Sie gelangten an die ersten Häuser. WUttke ging auf den Eingang einer Villa zu, um zU betteln, wandte sich aber um Und kam zurück.

„Es jeht mcht," sagte er. „Es ist be­reits 8 Ahr, und um diese Zeit daff man nicht mehr arbeiten. Wenn ich zufällig in ’ner Villa wohnte, wollte ich auch so spät nicht mehr belästigt werden. — Wie­viel Ield hast du noch Bernd?"

„26 Pfennig!" erwiderte der Gefragte. „And du, Axel?"

»65 Pfennig!" antwortete Debrvix.

„Das sind im Janzen 91 Pfennig. — Ich h<rbe noch 42 Pfennig, — macht zu» s-mmten 1,33 Mark. Heute abend muffen wir uns also Unserer Kaffe entsprechend mit einer janz jewöhnlichen Mahlzeit be- jimjen. Wir Haufen für 30 Pfennig Ab­fallwurst, — für 20 Pfennig Semmeln, die mit Backschoß anjestoßen sind, — und für 10 Pfennig Stäbchen, damit ihr etwas qualmen formt .. . Bleiben noch 73 Mg- Rest, — für die Herberge, wo das Schla­fen 20 Pfennig pro Nase kostet. Viel­leicht jibt man uns Rabatt als Iroßab- nehmer. Morgen wird jeschuftet! ...

Molden kaufte ein, während Wuttke sich bet einer Marktfrau, die eben den 'Rest ihrer Waren einpackte, noch einige Aepfel und Birnen erbettelte. Die gekauften Sachen wurden gleichmäßig verteitt Und im Weiteffchreiten verzehrt.

„Bist du hier bekannt, Wuttke?" fragte Debroix.

„Das ferade nicht," entgegnete der Klei«, jähr in der Herberge habe ich.

schon einmal jepennt, und ich jlaube be­stimmt, daß ich sie wiedeffinde."

Doch sie suchten vergebens. Wuttke sand das Haus nicht mehr. Fröstelnd stellten sie sich unter ein vorstehendes Dach und Begannen zu Beraten. Doch wo sollte man hin? Der Wind trieB ihnen Regen­schauer ins Gesicht, und sie drückten sich ganz nahe an eine Schaufensterscheibe. Die Gedanken des jungen Debroix wan­derten zurück in die Zeiten, als er nie ein Obdach zu suchen Brauchte. Er dachte an die schönen Schlafzimmer und Salons der Vergangenheit. — Elektrische Wagen und schnittige Autos sausten an ihnen dorBei. — O, — es war doch schön, als man noch in einem Auto fahren konnte. Hatte er je darüber nachgedacht, wie angenehm es war, reich zu fein? Nein, — nicht ein einziges Mal.

Wuttke ging mft Molden die Möglich­keiten für ein Unterkommen durch. Plötz­lich ließ er die Beiden stehen und lief einem Mamr nach der gerade um die nächste Ecke verschwand. Molden blickte auf den sin­nenden Freund.

„Nu denkst wohl an vergangene Zeiten, Axel?"

«Ja, ich kann im Augenblick mcht an­ders, Bernds — Wir haben uns doch sehr nachteWg verändert."

Gleichmäßig strömte der Regen her­nieder. Ihre langen Haare hingen in nas­sen kttunpigen Ärähnen über die Stirn und die Hosen waren bis an die Knie mit Dreck besprtht. Die Fußgänger hasteten vorüber, — feiner sich sie, die Heimat­losen . . . Alle strebten einem gemütlichen Heim oder einer Vergnügungsstätte zu.

„Es ist bitter," veffetzte Molden nach einigem Schweigen, „wenn man plötzlich aus den obersten Regionen in die Unter­sten geworfen wird. Auf dem Lande kam uns das mcht so richtig zum Bewußtsein. Effi hier in der Stadt empfindet man, was

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