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bem Grau des Alltags herauszuführen in das Sonnenland einer hehren Kunst, und wir verstehen es durchaus, wenn die Oper an großen deutschen Bühnen über ein Scheindasein nicht hinausgekommen ist.

Die Intendanz des Staatstheaters hatte das Wagnis auf sich genommen, dieses stark umstrittene Werk dem Kasieler Pub­likum zu präsentieren. Das geschah 'N einer Form, die allerdings höchster Be­wunderung wert ist. Diese Aufführung war wirklich ausgezeichnet. Das gilt in gleicher Weise von der überlegenen Regis­arbeit des Intendanten und dem wirksa­men Helmdach schen Bühnenbild, wie von der großzügigen, von höchster Akkuwa- tesie getragenen Stabführung Felix Oberhoffers. Das gilt weiter von der absoluten musikalischen Sicherheit des Chores und nicht zuletzt von den Solisten, von denen Ljuba Senderowna, Hans Hoefflin, Victor Mossi, Josef Niklaus und Karl Randt als Sprecher ihre hohe musikalische Intel­ligenz und ihre deklamatorische Ausdrucks­kraft an die Gestaltung der einzelnen Fi­guren des Dramas setzten.

Der nur zögernd einsetzende Beifall er­hob sich nicht über eine freundliche Aner­kennung für die wertvollen Leistungen aller Beteiligten.

Im Gegensatz zu der Starrheit des Oedipus ist das BallettPetruschka" ein Frühwerk des Komponisten mu­sikalisch aus einem anderen Holze geschnitzt. Hier verbindet sich eine eigenartige, aber eingängige Melodik mit beschwingtem Rhythmus und geistreichen musikalischen Einfällen. In dem von Heinz H e l m - dach geschaffenen stimmungsvollen Rah­men und betreut von der feinsinnigen Re­gie F. W. Hanschmanns agierten die Damen Lisel Klostermann, Erika

A x m a n n und die Herren Kurt S ö h - ning und Fritz Hintz-Fabricius mit sicherem Instinkt für die tänzerischen Notwendigkeiten dieser burlesken russischen Ballettszenen. Ft.

ßausmustkaben-

In der Aula des Gymnasiums veranstaltete die Ortsgruppe Marburg des Reichsoer­bandes deutscher Tonkünstler und Musiker einen offenen Hausmusikabend. Dort konnte jeder sich überzeugen, welche Quelle der Freude eigenes Musizieren für den Menschen sein kann. »

Vor Beginn der musikalischen Darbietun­gen, die eine überaus reichhaltige Vorlrags- folge auf fast allen musikalischen Gebieten ent­hielt, wurde besonders betont, daß es sich hier bei dieser Veranstaltung nicht etwa um eine Vorführung von Spitzenleistungen ein­zelner Sd)üiei(rnnen) handele, sondern dar­zutun, daß auch eine Hausmusik der Durch­schnittstalente zur Erbauung des Familien­lebens dienen soll und fann. Und nicht der Einzelne allein hat für uns das Wort, son­dern das Zusammengehen mit andern Gleich­gesinnten, wo dann die Harmonie, Rückstände der Einzelnen überbrückt. Einen Beweis da­für gaben die in der Mehrzahl gebotenen Vorträge, wo mehrere gemeinsam musizierten. Von dem Ganzen bekam man den Eindruck, wie wertvoll eine gute Hausmusik für die künstlerische Erbauung der Familie auch an­deren Teilnehmern ist. Liegt doch int eignen Heim der Keim zu allem Werden, das beste Mittel einer gesunden allgemeinen musikali­schen Volkskultur; nicht immer das öffent­liche Musikleben, das oft von ganz anderen Motiven bewegt ist, sondern der Stand un­serer häuslichen Musikkultur ist der Grad­messer für die musikalische Allgemeinkultur eines Volkes.

Zur Musikpflege der jüngsten und der reiferen Jugend sind die Musiklehrer und -Lehrerinnen berufen, denen jene ein Heilig­tum sein soll. Sie müssen den jungen Serien den Wert, den die Musik an sich und ihre

praktische Betätigung für sie bedeutet, zu Bewußtsein bringen. Der Eindruck, den man von dem Hausmusikabend erhielt, ließ uns alle Lehrmeister und Lehrmeisterinnen im lichten Spiegel ihrerArbeit" erkennen.

Die Vortragsfolge wies eine feinsinnige Gliederung auf. Der Einleitung durch einen a Capellagesang von einem Frauenchor folgte: 1. Hausmusik am Sonntag, 2. Eine Äbend- musik, 3. Kindergesellschaft, 4. Eine kleine Festmusik.

Im wechselnden Mit- und Nacheinander hörte man dann Kammermusik, rein instru­mental oder diese mit vokaler zusammen, Duette, Terzette mit und ohne Begleitung, Solovorträge (Gesang und Klavier) gemischte Ensembles, alles in gefälliger, gediegener und des spontanen Beifalls würdiger Weife. Eine Herzensfreude war es besonders, dasbei der Sache sein", das frohgemute naive Selbst- bewußtsem der ganz Kleinen bei derKinder- geselsichaft", miterleben zu dürfen, die unge­zwungene Hingabe und das Llufgehen der Aelteren in ihrer Aufgabe im Einzelvortrag, die musikkameradschaftliche Einstellung zuein­ander im Ensemblespiel oder Chorgesang. Nicht nur die Angehörigen der jugendlichen Musikergilde, sondem auch den Gästen wird diese Veranstaltung in angenehmer Erinne­rung bleiben.

Es bedarf noch des Hinweises, daß Kom­ponisten verschiedener Zeitepochen zu Worte kamen. So können Lehrer und ßebrerinnen unsere Meister der Tonkunst nicht besser ehren, als daß sie, soweit es nur möglich ist, deren Werke in der Jugend lebendig machen, damit sie im weiten Sinne zur Volkskunst werden oder die Volkskunst beeinflussen. Und wird letzten Endes auf diesem Wege eine Jugend erzogen, die schaffend und nachschaffend die Werke unserer Meister im Herzen tränt, so dürfen wir hoffen, daß aus solchem Nähr­boden mich wieder neue Meister entstehen.

Der hiesigen Ortsgruppe des R. T. D.- M. gebührt allgemeiner Donk, daß sie dem Auf­ruf der deutschen Musikerschaft, die Haus­musik zu pflegen und zu fordern in so vorbild­licher Form ber Werbung Folge geleistet hat.

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©ensral etr John Seelh, der bekannte englische MMär-Fachlmurn, der kürzKch bei einem Festbankett von ber MchjahrS-Offensive 1918 behauptete: ^XsutschiliaM» hatte den Krieg gevormnen »md tduhte es nicht". (Vergleiche wnferen heutigen Ärtikel.)

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Prinz (öuirav Aboti von Schweden und fein: Gattin Sybille, geborene Prinzesiin von Sachsen Coburg Gotha, fahren im Galawagen vom Schiff zum königlichen Schloß.

Auch in Stockholm wurde bas junge schwedische Erbprinzen-Paar, bas dereinst einmal den Kö­nigsthron besteige wirb, von der Bevölkerung aufs herzlichste begrüßt. Die deutsche Prinzesiin syll sich schon jetzt überall der größten Beliebtheit erfreuen.

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Gelände zu bewältigen, auch der feindlich« Widerstand verschieden stark mar, der Feind sich nach und nach von seiner Betäubung erholte. Am schnellsten kam unsere linke Fliigelarmee (18.) voran. Sie hat im ganzen vom 21. bis 30. März rund 67 Kilometer unter stetem Kampf gewonnen eine Rie'enleistung! Zu­sammen fielen fast 90 000 Gefangene, 600 Ge­schütze, ungeheure Massen an Lebens- und Kriegsmitteln in deut'che Hand.

Am 26. März stand der linke Flügel der 18. t Armee nur noch 21 Kilometer vor Amiens, dem Angriffsziel, mit -essen Gewinnung nicht nur der Besitz des für die Feinde höchst wichti­gen Eisenbahnmittelpunktes von den Deutschen erreicht war, sondern auch eine strategische Trennung zwischen den Engländern und Fran­zosen somit eine Durchbrechung der Feindes­front, erhofft werben konnte. Das haben unsere Gegner vollkommen begriffen. Die Lage stand auf des Messers Schneide.Wenn die deutsche Heeresleitung", sagte der englische Ober­befehlshaber H a i g,jetzt mehrere frische Divisionen, vielleicht auch nur mehrere Reiter­bivisionen, zur Verfügung gehabt hätten es wäre möglich gewesen, einen Keil zwischen das engli'che und französische Heer zu treiben. Der

staffelet Staatsttmter

Igor StrawinskyOedipus Rex" und Petruschka".

Zwei Erstaufführungen. .

Man sollte eigentlich von einer Versün­digung am Geist der Antike sprechen, denn dieses Oedipus-Drama des Russen Stra­winsky, das ausdrücklich am Sophoklei- schen Geschehen festhalten will, hat mit- seinem hohlen Pathos zu Sophokleischer Gedankengröße aber auch nicht die leiseste Beziehung. In 50 Minuten läuft die Handlung bei vollkommener Bewegungs­losigkeit der Darsteller ab, der Inhalt wird in einem z. Tl. hanebüchenen Latein ver­mittelt, und wenn der Sprecher oder Conferencier nicht wäre, der im mondä­nen Smoking den Inhalt einer jeden Czene erläutert, so wüßten wir garnicht, was dort oben zwischen dem Chor und den Solisten verhandelt wird. Die Musik zu dieseroratorischen" Oper, von der man nicht weiß, ob sie besser in den Konzert- saal oder auf die Buhne paßt, soll nach dem Willen Strawinskys in einfachster Linienführung und Eedrungenhett, unter völligem Verzicht auf jeden Prunk und jegliche Klangherrlichkeit das Geschehen auf der Bühne zu sinnfälliger Ausdeutung bringen, und es gibt Strawinsky-Vereh­rer genug, die in dieser Art das Höchste Mr musikalischer Eestaltungskunft und das Tiefste an schöpferischer Willenskraft er­blicken. .Man wolle es uns nicht verar­gen, wenn wir in der Oedipus-Mustk le­diglich eine leere Klangattrappe zu sehen vermögen, die am Schreibtisch sein aus- geklügelt mit ihrer Primitivität und Blutleere, mit ihren Gedankensprüngen Und rhythmischen Abjonderlichkeften aller- 'nos wenig geeignet erscheint, aus

Die beiden beachtenswerten Veröffentlichun­gen in derOberhessischen Zeitung", baß wir um die Wende März/April 1918 den Krieg ge­wonnen hatten, ohne es zu wissen, haben im weiten Leserkreise große Aufmerksamkeit, ver­bunden mit dem Gefühl herber Enttäuschung, ausgelöst. Sehr begreiflich! Wenn die deutsche Heeresleitung die Lage zu diesem Zeit- punlie ttchttg erkannt, wenn sie demgemäß anders gehandelt hätte, wie es geschehen ist nun, bann wäre der Sieg unser, bet Krieg be­endet gewesen. 3a, wenn! Es gibt in der Kri^sgoschichte, in der Geschichte bet Völker überhaupt, im Einzelleben im Besonderen kein

Zusammenbruch wäre kaum noch aufzuhalten gewesen. Das französische Heer mußte auf Paris, bas englische auf die Kanalhäfen zu- riickgehen, um die Rückkehr nach England ins Auge zu fassen."

Aber es kam leibet anbers. Vom 27. März ab geriet der deutsche Vormarsch auf Amiens ins Stocken, und blieb am 30- 17 Kilometer vor dieser Stadt liegen. Warum? Die Kräfte bedurften der Ruhe nach den riesenhaften An­strengungen. Reserven waten keine mehr vorhanden, um die Angtisfsbe- wegung zu beleben und die Front zu ver­dichten, denn die Oberste Heeresleitung hatte keine Reserven und konnte keine haben, da die ungeheuere Aufgabe den letzten Einsatz bereits ausgezehrt hatte. Reiterdivisionen hatten mit längst nicht mehr Sie waren zu Schützen­divisionen geworben. lieber Panzersturm- roagen verfügten mir wegen Mangels an Roh, material überhaupt nicht. Dazu kam, daß der Nachschub an schweren Geschützen, an Munition, an Lebensrnitteln nicht in erwünschtem Um­fang möglich wat. Eisenbahnlinien gab cs nicht, die Straßen und Wege durch bas Trich­ter- und Grabengelände waren vollständig zet, wühlt und konnten in der kurzen Zeit trotz der

Visionen ber 3. und 5. Armee besetzt. Die lleberraschung wat eine vollkommene: auf ber ganzen Front war bie Landschaft in und hin­ter ben englischen Stellungen in Rauch, Gas, Staub, Splitter gehüllt. Planlos und matt antwortete die britische Artillerie. Der deutsche Angriff war glänzend eröffnet worben.

Bevor ftanzösi'che Reserven zur Hand waren, würben die varderen, mittleren, an manchen

nbett.

tbe tech- ttadj sich tjährigen liier Dr. mstteifen im silber- silberlost

Zur Klärung irriger Ansichten

Die MichaeWlacht vom A. Mörz bis i Avril 1918

böseres Wort als:3B e n n !" Darum ist es eme falsche Beurteilung, nachträglich, nachdem die Dinge entschleiert find und flat vor aller Augen liegen, mit demW e n n" zu arbeiten. Die Tatsachen an sich entscheiden, die »nausführ baten oder versäumten Gelegen­heiten spielen gar keine Rollen.Ewig still stehr die Vergangenheit!"

Daher seien in ganz großen Zügen bet wirk­liche Verlauf unb ber tatsächliche Abschluß ber ichaelschlacht" geschildert, wie die Angriffsschlacht genannt wird, die vom 21. März 1918 auf der deutschen Westfront be- die gewaltigste Kampfhandlung der Ge- .' Auf einer Front von 72 Kilometern n Monchy an der Scarpe im Norden und La FLre an der Oise im Süden brachen am Vormittag des 21. März drei beut'che Armeen mit 52 Divisionen zum Angriff vor: ttu Norden bie 17. Otto v. Below, in ber Mitte die 2. von ber Marwitz, im Süden bie 18. ». Hnttet, nachdem eine Artillerie- unb Minen, werfetmasse von einer noch nie bagewesenen Zahl, Wirkung, Zerstörungskraft einige Slun- dn durch Eaßschießen vorgeatbeitt hatte- Die planmäßig zusammengefahte, mit reichster SRenttionsausftatiung versehene Kraft dieser Artillerie legte dann Stützpunkte, Unterstände, Httü»etnisse nieder und bcchnte endlich mit ber Feuerwalze der Sturminfanterie den Weg. Die englische Front war von 28 Di-

I MschnMen sogar die rückwärtigen Stellungen der Engländer genommen. Das Gas hatte fast überall die Erabenbesatzungen und llnter- I stützungen getötet oder kampfunfähig gemacht, so daß unsere Infanterie im Sturmeslauf, ja im Anfänge wenigstens ohne allzu hohe Ver­luste, vorwätts kam. Allerdings schritt der An­griff nicht überall gleichmäßig vorwärts, fra bei Arras und bei Albert >ehr schwieriges

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aufopfernden Arbeit bet Pioniere und Ar- beitswppen nckht hergeGeSt werden. Das Pferbematerial war erschöpft, die Lastkraft­wagen blieben stocken. So legten sich furcht­bare Hemmnisse auf die Fortsetzung des An­griffs. Die Oberste Heeresleitung war über bie vernichtenbe Niederlage bet Engländer aut unterrichtet unb hat gewußt, daß der taktische Sieg auf deutscher Seite war. flicht ab et der strategische Sieg! Dteses Steges bedurfte es, wenn nicht allein die Schlacht, son­dern auch der Feldzugsabschnitt, ja sogar der ganze Krieg gewonnen werden sollte. Dom strategischen Siwe wat jedoch noch keine Rede. Der stärkste Wille des Feldherrm scheiterte an der Unmöglichkeit des weiteren Vor­gehens. Es ging über unsere Kraft! Daher wurde gegen Amiens in den nächsten Tagen zwar noch etwas Raum gewonnen, allein am 4. April die Einste kl ungdes An­griffs be'chlossen, weil die Weiterführung «rssichtslos geworden wat. Es sollte ander­wärts, gegen den Kemmel bei Ppern, ver­sucht werden. Auf diese Art. gewann ber Femb genug Zeit, die Lücke bei Amiens ab­zudichten und die drohende Gefahr des Zu- sammenbruches gerade noch rechtzeitig zu unterbinden.

Die Feinde tarnen zu sich selbst und erhol­ten sich van ihrem Schrecken General Pe- tain, bsr französische Oberbefehlshaber, hatte mit Hilfe des vortrefflichen Bahnnetzes und ber großartig ausgebauten Kraftfahrstra­ßen 17 Divisionen seiner Heeresreserven Heran­gehen können. Auch bie englische Front kam zum Halten. General Foch wurde zud unbe- ichränkten Oberbefehlshaber ernannt, um künftig 'die Gesamtkraft in eine Hand zu bekommen. So gelang es, ben deutschen Stotz aufzufangen, um so leichter, weil die Deut'chen halt machen mutzten.

In dem Ausgang der Michaelschlacht liegt eine tiefe Tragik, ein Verhängnis sonder­gleichen: überall gesiegt, trotzdem kein End­erfolg, trotzdem keine ent'cheidende Wendung! General v. Kuhl, einer der berufensten Be­urteiler, kaum zu folgendem Endergebnis, dem wir beirieten:Wenn die Siegespalme uns versagt geblieben ist, so wird der Märzangrifs 1918 doch als eine der größten Ruhmestaten des deutschen Heeres in der Geschichte sortleben. Cr wird Zeugnis ablegen von dem Heldentum unserer Krieger und dem kühnen Unter­nehmungsgeist der Führung. Das deutsche Volk kann mit Stolz auf die Frühlingsschlacht 1918 zurückblicken." Wenn sie trotzdem fügen wir zum Schluß hinzu den Sieg nicht bringen konnte, so haben weder die Oberste Führung Fehler begangen, noch auch die präch­tigen, todesmutigen Truppen irgendwo ver­sagt. Die unabroägbaren Verhältnisse, die mit Naturgewalten arbeiten, waren stärker als der beste Wille. Am 26. März 1918 lag der End­sieg zum Greifen nahe vor uns. Und trotzdem versank er durch die Macht des Schicksals in der Tiefe- Gleichwohl darf eine nörgelnde Kritik den Glanz jener Ruhmestage deutscher Waffen nicht schwärzen oder verkleineren. Das wäre geschichtlich falsch, namentlich aber auch undankbar gegen die gefallenen und überlebenden Helden.

So endete die Michaelschlacht weder mit dem durchschlagenden deutschen Siege noch mit der begründeten Aussicht auf ben für uns sieg­reichen Kriegsabschlutz. Leider! An dieser eisenharten Tatsache läßt sich nicht drehen, nicht deuteln. Die Kraft, aufs höchste gespannt, reichte nicht mehr aus.

Warum aber wird man zum Schluß viel­leicht fragen wurde die Schlacht deutscher­seits trotzdem begonnen? Die Antwort lautet: Wir mutzten den höchsten Einsatz wagen, denn nur der kann gewin­nen, der etwas wagt, selb st auf die Gefahr des Fehlschlages hin.

Oberst a. D. Immanuel.