C»«WWf* Setärna. Marburg «. L. Dienstag, bat 29. November 1932
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sehen könnte, ob sie so rasch zum Abschluß gelangen, daß der Landtag beim Wiederzu- sammentritt am 13. Dezember den neuen Ministerpräsidenten wählen könnte.
Vorläufig ist es auch noch verfrüht, über Personenfragen sowie darüber zu sprechen, ob und welche Konsequenzen sich für die Institution des Reichskommissars in Preußen aus der etwaigen Neuwahl eines Ministerpräsidenten ergäben.
3. Das vom allgemeinen Abrüstungsausschuß vom 23. Iuli angenommene Abrüstungs- Programm soll sofort durchgeführt werden.
4. Das französisch - amerikanisch - englischitalienische Abkommen soll bei allen angeführten Punkten eine gewisse Rolle spielen, um Deutschland vor die Entscheidung zu stellen, ja oder nein zu sagen, und um für Frankreich die Gefahr einer Isolierung auszu- schalten.
5. Abschluß eines französisch-italienischen Flotten ab kommens.
Der außenpolitische Berichterstatter des „Echo de Paris" fügt hinzu, daß Herriot kaum den von Davis vorgeschlagenen Weg benutzen werde, da die Garantie, die man geben könnte, durch die Haltung Hoovers in der Schuldenfrage einen schweren Schlag erlitten hätte.
flamen fdCfat. SEte Herriot sich ein* verstanden erLüven. so werbe sicherlich «ch Wa-edawaCd nach Genf gehen.
Reue Anklage gegen den Ehegatten Gertrud Bindernagels.
chend den von Paris angegangenen An* Weisungen — nicht von dem Betamten französischen Standpunkt zur deutschen und zum n angegangen.
Onfvlgebeffen werben Herriot ton
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Deutsches Reich
Hansabund fordert Beibehaltung der Wirtschaftslinie von Papeu.
Hamburg, 28. 2kov. 2Uf einer Ta* gung des Präsidiums des Hansabundes sprach Präsident Dr. Fischer vor mehre* ren hundert Hamburger Wirtschaftlern und Vertretern des Senats. Dr. Fischer unter* strich sehr stach, daß die Münsterrer Rede des Reichskanzlers von Papen ein histo* rischer Augenblick gewesen sei, weil zum ersten Wt wieder eine Reichsregierung erkannt habe, daß eS nicht ihre Aufgabe sei, Me Not lediglich zu verwalten, sondern zu meistern aus dem Wege der freien Ent* salttrng der unternehmettschen Kräfte. Man müsse mit aller Entschiedenheit fordern, daß die Grundsätze des Papenschen Wittschaftsprogramms auch die wich* schaftspolittschen Leitsätze der kommenden Reichsregierung würden. Dr. Fischer kam in diesem Zusammenhang aus die bekannte Rundfunkrede des Reichswehrministers Schleicher zu sprechen, in der dieser seinerzeit sagte, die Reichswehr wolle keine überkommenen Wirtschaftsformen schützen, und erklärte hierzu, daß jeder Bürger, 6er auf die deutsche Reichswehr stolz sei, nur dringend wünschen könne, daß diese sich nicht in die wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen und kollektivistischer Witt* schaft einmische. Der Redner betonte, daß zweifellos ein gewisser Ausstieg in der Wirtschaft zu bemerken sei, daß nun aber alles au ^daraus ankomme, daß die Wirt* schäft nicht mehr ständig von der Politik gestört werbe.
Wacdonald abgelehnt.
ff. Loudon, 29. Nov. Das Unterhaus 6e, endete am Montag abend die Aussprache über dt, Thronrede des Königs. Der Mißttauens- ®£»sber «rbetterpartei gegen die Wirt- schaftspoltttt der Regierung wurde mit 431 gegen 39 Stimmen abgelehnt und die Ent- schlichung zur an den Kimig
Urbertritte zu den Deutschnnttonule».
Berlin, 28. Nov. Di« deutschnationale Pressestelle teilt mit: Die beiden Abgeordneten des Württembeigi'chen Bauern- und Weingärtnerbundes Freiherr v. Stauffenberg und Haag und der auf der Liste des Thüringischen Landbundes gewählte Abgeord- eete A b i ch t find der deutschnationalen Reichstagsfraktton beigetreten.
Demonstrationen te Berlin.
Berlin, 29. Nov In verschiedenen Stadt, teilen Berlins wurden in dien Abendstunden xs Montags von unbekannten Tätern, ver- nutlich Kommunisten, insgesamt elf Schaufenster von Scherl- und Ullstein-Filialen mrch Steinwürfe zertrümmert. Die -keine waren in Packpapier gewickelt, das di« Lufschriit trug: „Nieder mit dem Verbot der stoten Fahne! Heraus zum Massenstreik!" Wit einbrechender Dunkelheit versuchten eken- salls in verschiedenen Stadtteilen die Kommunisten Demonstrattonszüg« zu bilden Die Polizei schritt überall ein und nahm einige Verhaftungen vor.
Haftbefehl Rtgew Ludwig Renn.
Abrüstung in Etappen
Der amerikanische Vorschlag
Was wird in Preußen?
Neue Koalitionsverhandlungen
Schwere Stürme über England
L o n d o n, 28. Nov. Während des Sonntags und in der Nacht zum Montag wütete ein starker Sturm über Nord- und Mitt« lengland, der teilweise eine Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometern erreichte. Der Dampfer „Btttamric" traf erst mit 24 Stunden Verspätung in Liverpool ein. Auf dem Flusse Wear stteßen zwei Dampfer zusammen. An einigen Stellen in Schottland kam es zu Schnee st ürmen, die den Verkehr sehr stark behinderten.
Der schwere Sturm, der über England wütete, hat vier Todesopfer ge- forbert. Im Hafen von Gorleston bei Var- mouth an der englischen Südostküste stürzte ein Kraftwagen über die Kaimauer herab und versank mit den beiden Insassen, einem Mann und einem jungen Mädchen, in den Fluten. Bei der Insel Wight kenterten zwei Segelboote, wobei zwei Personen ertranken.
Newyo-rk, 28. Nov. Der Winter setzt in diesem Jahre ungewöhnkichfrüh ein. In Newyork sank das Thermometer in der letzten Nacht bis auf 10 Grad unter Null. Zwei Erwerbslose wurden erforen aufgefunden. Alle Wärmehallen und Notguarttere sind Ins zum letzten Platz besetzt. Viele Tmlsende können keinen Unterschlupf mehr nnden. Die nad) dem warmen Süden fahrenden Leerftachtzüge nehmen Zehn- tausende von Erwerbslosen mit In den Darackenkagern der 5t rt egst ef I» neymer in den Außenbezirken von New
fk. Paris, 29. Nov. Norman Davis wird Paris voraussichtlich im Laufe des Dienstags verlassen. Pettinar faßt im „E ch o de Paris" die vom amerikanischen Haupt- oettreter auf der Genfer Abrüstungskonferenz gemachten Vorschläge in fünf Punkte zusammen:
1. Zuerkennung der Gleichberechtigung an Deutschland:
2. Diese Gleichberechtigung (die durch die Abrüstung der anderen Länder und nicht durch die Aufrüstung Deutschlands erzielt werden soll), soll etappenweise durchge- fühtt werden, um die Möglichkeit zur Durchführung gewisser Sicherheits-Garantien zu geben. In dem Plan wird die Ersetzung der Reichswehr durch eine Miliz besonders begrüßt, während man die anderen Vorschläge als mehr ober weniger geeignet erachtet.
Berlin, 28. Nov. Wie bas Nachrichtenbüro bes VDZ. melbet, sind nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen um die Bildung einer Mehrheitsregierung im Reich die Besprechungen für die Schaffung einer neuen preußischen Staatsregierung wieder aufgenommen worden.
Da im Preußischen Landtag bei der gegenwärtigen Zusammensetzung dieses Parlaments eine Mehrheit bereits aus Nationalsozialisten und Zentrum gebildet werden kann, würde eine Verständigung zwischen diesen beiden Parteien genügen, um einjm neuen Ministerpräsidenten in Preußen wählen zu können, dem nach der Verfassung dann die Befugnis zustände, die übrigen Staatsminister zu ernennen. Es hat über die Möglichkeit einer baldigen Wahl bes Ministerpräsidenten eine mehrstündige Unterhaltung zwischen dem Landtagspräsidenten Kerrl als Vertreter der NSDAP, und dem Führer der preußischen Zentrumsfraktion, Abgeordneten Lauscher, sowie dem Geschäftsführer der Zen- trumfraktion, Abgeordneten Dr. Graß, statt- gefunden. Diese Verhandlungen dürsten fort« gesetzt werden, ohne daß man bereits ab-
Berlin, 28. Nov. Der Schriftsteller Arnold Vieth von Eollssenau genannt Ludwig Renn, der bei einer Durchsuchung der Berliner sexistischen Arbeitsschule feftgenommen war, irbe heute dem Vernehmungsrichter unter bet Beschuldigung vor geführt, Umsturzpläne und Aufzeichnungen uiw Schriften verbreitet yt haben. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Vorbereitung zum Hochverrat etfaReu.
Wie wir zu den Besprechungen über die Regierungsbildung in Preußen, die zwischen Zentrum und NSDAP, wieder aufgenommen wurden, noch erfahren, wurden die Erörterungen zunächst zwischen den nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten 5tube und 5terrl und den Zentrumsabgeordneten Lauscher und Graß in loser Form ge- fühtt. Gestern fand dann eine Besprechung Mischen dem Abgeordneten Lauscher und Reichstagspräsident Göring statt. Irgendwelche positiven Ergebnisse dieser erneuten Fühlungnahme dürsten erst zu erwatten sein, wenn die Lage im Reich 5tlärung gefunden hat.
Schwerer Berkehrsmifall in Breslau.
Breslau, 21. Nov. In der Siedlung Pilsnitz geriet heute ein Radfahrer, der verkehrswidrig fuhr, in die Fahtttahn eines städtischen Autobusses. Der Lenker des Auto- hnsfes riß das Steuerte scharf herum, daß der Wagen gegen einen Ehausfeebaum führ. Trotz, dem wurde der Radfahrer überfahren und ge- totet. Außerdem wurden nahezu alle Jn'asfen des Autobusses verletzt Elf von ifr»*«3y«jjt*n
Staatspräsident Dr. Bol; Sb« Reichsreform.
München, 28. Nov. 2m Akademisch- Politischen 5tlub sprach heute abend der mürt« tembcrgische Staatspräsident Dr. Bolz über „Fragen der Reichsreform".
Ausgangspunkt für alle Erwägungen »führte der Redner aus, müsse die Weimarer Verfassung sein. Die AbgrenMNg der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern sei verfehlt gewesen. Hinsichtlich der vielfach ge- forberten Erweiterung der Befugnisse bes Reichspräsidenten, erklärte der Redner, sei er der Ansicht, daß eine solche nicht nötig fei. Die verlangte Sicherstellung der Reichsregierung gegen Zufallsmehrheiten im Parlamen» könne in einer einfachen Beseittgung des Ar- ttkels 54 der Reichsverfassung nicht erblickt werden. Die Festsetzung des Wahlalters auf 20 Iahte könne nicht befürwottet werden. Die Schwierigkeiten des sogenannten Dualismus zwischen Reich und Preußen würden solange fottbestehen, als die Möglichkeiten einer verschiedenen Zusammensetzung der Regierung im Reich und in Preußen gegeben seien. Eine der wichtigsten Fragen sei die Verwaltungsreform. Hier müsse unter allen Umständen durchgegriffen werden. Zum Schluß seiner Ausführungen warnte Staatspräsident Dr. Volz vor feder Gewaltanwendung im Wege eines Verfassungsbruches.
Ter kommunistische Gebeimtad« wieder bi Tätigkeit.
Berlin, 28. Nov. Wie die „Nachtausgabe" berichtet, wurde am Montagnachmittag der kommuni st i sch e Schwarzsender, um deffen Ermittlung die Behörden fest längerer Zeit vergeblich bemüht sind, erneut gehött. Es wurden etwa 45 Minuten lang kommunistische Hetzreden, unter anderem auch gegen die Regierung und gegen die Nationalsozialisten, gehalten.
Nepemenmmgen zum Derwalttmgsrat bet Reichsbahn.
25er!in, 28. Nov. Die Reichsregierung hat me mit Ende des Jahres aus dem Ver< waltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Eesell- chast ausscheidenden Mitglieder Dr. Welker, Dr Schmitz, Dr. Silverberg, Herrmann und Kaiser wieder zu Mitgliedern des Verwaltungsrates ernannt.
Txt miver brennbare Film erfunden.
.Eine Erfindung die schwerwiegende tech- msch« und wirtschaftliche Folgen nach sich zrehen wird, ist letzt nach enter achtjährigen Forschungsarbeit dem Berliner Chemiker Dr. Wahl gelungen.. Er hat einen Filmstteifen konstruiert, der absolut frei von Chrom silber-
. langgesuchte silberlose F»m ist zetzt endlich da.
. Um^fich die volle Bedeutung der Erfin- bM»g klarmachen zu können, muß man be- denlen, daß ebenso wie die Oberfläche einer photographichen Platte auch jene eines bisher ubttchen Filmstteffens aus einer Schicht
mrkroskopiich kleinen Chromsilberkörnchen besteht. Diese Chromfilbetteilchen stötten zur <jett bes stummen Filmes nicht besonders, aber jetzt beim Tonfilm haben sie sich überaus unangenehm bemerkbar gemacht.
Darüber hinaus aber ist mit dem sklber- fofen Film auch praktisch der unverbrennbare entstanden. Man kann mit gutem Gewissen behaupten, daß in ihm das Ende von Kmo- bränden . gekommen ist. Wahl hat vor Fachleuten ein überaus interessantes Erperiment gemacht: Zwei Filmstreffen, ein bisher üblicher chromsilberner und ein moberner silber- loser, würben an ber Lampe einer Vorführungsmaschine entzünbet. Der Chromiilber- streifen stammte innerhalb von zwei Sekun- dne auf, während der silberlose Film noch nicht entzündete, nachdem man ihn sechs Minuten Ians an den Flammenbogen gehal-
hafte.
Vertagung der - > . Fünfmächte-Konferenz
Englischer Druck auf Herriot.
De rlin, 28. Rov. Es hat den Qtn* schein, als ab die ursprünglich für Mitte Dieser Woche in Aussicht genommenen Mer* oder Fünf*Müchte*Be* sprecharngen zur Gleichbere chti* gungsfrage noch etwas verschoben werden da einige der beteiligten Persönlichkeiten zu diesem Zeitpunkt ander* weittge Verpflichtungen haben. ES ist des* halb noch ungewiß, wann die Besprech* ungen stattfimden werden. Wie in Ber* llner Politischen Kreisen verlautet, hat Herriot wissen lasten, daß er wegen der amerikanischen Schuldenfrage einen Frist* aufschub vorschkige.
Davis bei Herriot.
Paris, 28. Rov. Ministerpräsident Herriot hat heute vormittag eine neue Anterredung mit Norman Davis, die Davis als befriedigend bezeichnete. Da* vis teilte mit, daß er heute abend noch nicht nach Genf zurückreise.
tewt tyotXfajra.
London, 28. Avv. Der diptanalische Korrespondent des »Dasty Telegraph" flfau&t, daß der englische 2Lchenminister Sir John Simon nunmehr seine Mi* rafterMfegen Über das Ergebnis der De* sprechungen unterrichten werbe, die er mit Freiherrn von AeUrath, Baron Alo* ist. Rorman Davis und Pa»l*Dvn* cdur in Genf über die deutsche Gleichbe*
Ausland
Neuer Hungermarsch auf Washington.
Washington, 28. Nov. Von verschiedenen Orten ber Vereinigten Staaten aus haben sich heute etwa 800 H uriger de monstra nten und Kommunisten in Richtung Washington in Bewegung gesetzt. Sie bilden die Vorhut von mehreren tausend Verttetern von Arbeitslosen, Krregsttilnehmern und Farmern, die ihnen nach Washington folgen wollen, um dort dem Kongreß ihre Forderungen, darunter Stundung ihrer Schulden, zu unterbreiten.
Frankreichs Antwort-Note an Amerika.
fk. Paris, 29. Nov. Die Antwortnote, die die französische Regierung gegenwärtig auf die amerikanische Note in der Schuil* denfrage vorbereitet, wird, wie »Petit Parisien" cmkündigt, weder eine An* nähme noch eine Verweigerung des Fällig* keitstermins vom 15. Dezember enthalten.
'Berlin, 28. Nov. Gegen den früheren Bankier Wilhelm Hintze, der das Revolverattentat auf seine Frau, die Sängerin Gertrud Drndernaget, verübt hat, und zurzeit int Lazarett des Untersuchungsgefängnisses Moabit sitzt, um dort auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden, werden jetzt neue Anklagen erhoben. Der Anwalt der Familie Bindernagel hat gegen Hintze, gegen den das Raats» anwaltliche Verfahren wegen versuchten Mordes läuft, Sttafanzeige wegen Bedrohung eines Kindes, der achttährigen Erika, und wegen Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung der Schwägerin, der 23jahrigen Sängerin Alice Bindernagel, erstattet. Wahr-- scheinlich werden diese beiden Fälle dem Hauptverfahren angeghebett werden.
Zwei neue Nahbeben im Ruhrgebiet verspürt. v.®U*n - 281 Nov. Heute früh verzeichneten bte Seismographen der Bochumer Erdbebenwarte wiederum zwei kleine Nahbeben, von' denen das erste auch von Personen deutlich verspürt worden ist. Bei beiden Beben setzte nach etwa 14 Sekunden die zweite Bewegungs, Phase ein, was den Schluß zuläßt, daß der gleiche Herd wie bei dem Beben in der letzten Woche, also Holland, in Frage kommt- Nach y«, Minuten war in beiden Fällen del Boden wieder ruhig.
------- ------- Nr. 280
SteWrmgnahme wirb die französische Re, flierung erst nach der Antwott der ameri* «mischen Regierung auf die neue Not, treffen. Soweit gewinne Herriot eine gewiss« Frist und werbe nicht nötig haben, wie man zuerst geglaubt habe, die Ver- tagung der für kommenden Freitag in Genf vorgesehenen Fünfer Konferenz zu fordern.
Der Panama-Kanal gesperrt.
ff. Newyork, 29. Nov. Wie aus Balboa gemeldet wird, ist der Panama-Panal infolge der lleber'chwemmung durch den Chagrasflutz gesperrt. Die Arbeiten an dem neuen Damm find unterbrochen.
Mordan schlag in Sofia.
Sofia, 28. Nov. In ber Reihe bei Mazebonierattentate in Sofia ist wieder ein Anschlag der Proiogerowisten-Gruppe zu verzeichnen, dessen Opfer der Abgeordnete bet Mazedonischen Sobranje-Eruppe Philip- poff wurde. Philippoff, der zwar mit bet illegalen Imro nichts zu tun hat, als einer < ber Führer ber mazedonischen Emigranten in Bulgarien jedoch dem Unabhängigkeitskampj ber mazedonischen Minderheit freundlich ge- genübersteht, wurde abends auf dem Nachhauseweg tn einer Straße Sofias von mehreren Unbekannten überfallen und durch fünfzehn Pistolenschüsse so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Sein Leibwächter wurde durch einen ber ersten Schüsse getötet. Danach ergriffen bie Attentäter bie Flucht, auf der sie von mehreren Passanten, darunter entern höheren Polizeibeamten, verfolgt wurden. Letzterem gelang es, einen der Mörder zn stellen, ber im letzten Augenblick eine Eierhandgranate auf seine Verfolger warf, bie aber keinen Schaden anrichtete. Dor der Polizei gab ber Festgenommene an, im Auftrage ber Protogerowisten-Eruppe gehandelt zu haben, die ihm Geld und Waffen für den Mord geliefert habe.
3n den mazedonischen Kreisen Sofias herrscht große Aufregung über den Anschlag, weil er einem legalen Führer galt, offenbar als Antwott auf die Fememorde. Dieser Kampf wird ohne Zweffel durch den jüngsten Anschlag eine Belebung erfahren und bte Imro veranlassen, mit noch größerer Rücksichtslosigkeit unter ihren Gegnern aufzuräumen.