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Treffer ließen auch nicht allKu lange auf sich warten. Kuzorra brachte in der 23. Minute seine Mannschaft wieder in Front und 10 Minuten später reihte Albrecht noch ein schöne« viertes Tor an.

Maul (Nürnberg leitete das Spiel sehr aufmerksam. Don neun privaten Begeg­nungen zwischen Berlin und Westdeutsch­land haben die Westdeutschen nun fünf ge­wonnen.

Die deutsche Fußballelf gegen Holland für den Kampf am 4. $e$. in Düsseldorf.

Der Spielausschuh des Deutschen Fuh- ball-Dundes hat am Sonntagabend die deutsche Nationalelf für das am 4. De­zember im Düsseldorfer Rheinstadion statt- sindende Länderspiel gegen Holland wie folgt ausgestellt: Buchloh (VfB. Speldorf); Schütz, Stubb (beide Eintracht Frankfurt); Knöpfte (FDD. Frkst.), Leinberger (Spvg. Fürth), Mahlmann (Hamb. DD.); Albrecht, Wigold (beide Fortuna Düsseldorf), Ku­zorra (Schalke), R. Hofmann (Dresdener SC.), Kobierski (Fortuna Düsseldorf). Er­satz: Tor: Pesch; Derteidigung: Traut­wein (beide Fortuna Düsseldorf); Läufer: Horn (Schwarz-Weih Essen), Dender (For­tuna Düsseldorf); Sturm: Poertgen (Dchw.- Weih Essen), Röthardt (Schalke 04). Schiedsrichter ist der Belgien Langenus.

Repräsentativspiel

in Berlin: Brandenburg — Westdeutschland 2:4

Länderspiel

in Mailand: Italien — Ungarn 4:2

Derbandsspiel« in Süddeutschland:

Gruppe Main:

Eintracht — FSB. Frankfurt 3:1 Sportfreunde Frankfurt — Hanau 93 2:0 VfB. Friedberg — Germania Bieder 1:1 BfL. Neu-Isenburg — Rot-Weih Franks. 4:0 Kickers Offenbach — Union Niederrad 2:3

Gruppe Hessen:

Wormatia Worms — 1. FC. Langen 5:0

FSV. Mainz 05 — M.-Ol. Worms 2:0 Olympia Lorsch — Fogg. Kastel 05 2':0 Vitt. Urberach — Fogg. Mombach 03 6:4 SV. Wiesbaden — VfR. Bürstadt 5:0

Gruppe Nordbayern:

1. FC. Nürnberg — Spvgg. Fürth 1:0 Gruppe Südbayern:

1860 München — Bayern München 2:2 Wacker — Teutonia München 0:2

FV. Ulm 94 — Schwaben Augsburg 0:5 Spvgg. Landshut — Jahn Regensburg 3:2

Gruppe Württemberg:

SV. Feuerbach — 1. FC. Pforzheim 5:1

FC. Birkenfeld — VfB. Stuttgart 2:1 Gruppe Baden:

SC. Freiburg — Freiburger FC. 1:0

Frankonia Karlsruhe — Karlsruher FV. 3:1

Gruppe Rhein:

Spvgg. Mundenheim — SV. Waldhof 2:2

VfR. Mannheim — Phönir LHafen 0:1

FC. Mannheim 08 — VfL. Neckarau 2:3

Gruppe Saar:

FC .Kaiserslautern — FV. Saarbrücken 2:1 FK. Pirmasens — Sportfr. Saarbrücken 6:2

Weitere Ergebnisse:

Wetter — Sarnau 1:2

Niederweimar — Germania 3. 3:4

VfB.-K. 2. — Ockershausen 2. (O. nicht an­ongetreten) .

Beltershausen — VfV.-K. 3. 4:1

Kirchhain — Dreihausen 9:2

Bort-bausen — Leidenhofen 5:2

^porlbeilage der „Obechessisch.'n Zeitung"

Nr. 279

Grohseelheim 2. — Ebsdorf 4:0

Schönstadt 1. — Niederwalgern 1. 2:2

Schönstadl 2. — Sterzhausen 1. 3:5

Mellnau 1. — Wehrda 1. 2:3

Wollmar 1. — Münchhausen 1. 1:4 Münchhausen 2. — Roda 1. 1:4

Oberrosphe 1. — Gohfelden 1. 0:2

Wallau — Universitätsmannschaft 5:1 Eiehen (Städteelf) — Borussia Fulda 0:3 Biedenkopf 1. — Breidenstein 6:4 Feudingen 1. — Wommelshausen 1. 2:7 Wallau 2. — Berleburg 5:3

Erndtebrück — Raumland 5:3

Banfe?. — Birkelbach 1. 3:1

Jugend.

Germania 1. — Dreihausen 1. fcO

Germania Schüler — Gohfelden Schüler 2:0

VfB.-K. 1. — Ockershausen 1. 4:1

Cölbe 1. — Wehrda 1. 3:0

Universitätrmeisterschaft:

ATV.-ATB. Kurh. — Rhenania 10:1

Sportneutoketteil in Kürze

Der erste Eruppenmeifter bei den süd­deutschen Fuhball-Punktekämpfen ist der 1. FC. Nürnberg, der sich in Nordbayern

durch einen 1:0 Sieg über die Spielver­einigung Fürth den Titel ficherte.

Walter Neusel schlug am Sonnabend abend in Frankfurt den Engländer Daniels über zehn Runden hoch nach Punkten. Horst Hinzmann besiegte den australischen Schwergewichtsmeister Jack O'Mally ebenfalls nach Punkten.

Der Berliner Schlittschuh-Club schlug im Pariser Sportpalast die Eishockey­mannschaft von Stade Francais Paris Mit 6:3.

Hessenkampf im Kunstturnen

Gau Rheinhessen schläqt unseren Hessengau — Die Hessenturner belegen sicher den 2. Platz

Wir nahmen in der letzten Zeit öfters Ge­legenheit, über Kunstturnweitkämpfe zu be­richten; nicht nur weil unsere Hessenmannschaft daran beteiligt war, sondern vor allem auch darum weil die'e immer beliebter werdenden Mannschaftskämpfe zweifelsohne ganz ernst zu nehmende Erziehungsarbeit leisten. Und das ist das Erfreuliche für uns: das spürbar an- wachsende Interesse in der breiten Oeffentlich- keit für diese Spitzenleistungen der Turnkunst zeugt von einer immer stetiger werdenden Be­reitschaft für handfeste, sittlich ernste Arbeit. Die deutschen Turner haben das unbestreitbare Verdienst, in vorderster Front gegen Flachheit und Gleichgültigkeit mitgekämpft zu haben. Unser deutsches Publikum verlangt heute — gottlob! — wieder mehr als Nervenkitzel und Tempo; es will wieder teilhaben an verpflich­tenden wertvollen Inhalten; es fragt nicht mehr so sehr nach dem „Reiz" als nach dem „Sinn" der Ereignisse. In dieser langsamen aber stetigen Umstimmung der „großen Masse" erblicken wir unleugbar Ansätze zu einer inneren Gesundung. Auch hier verkündet sich immer eindeutiger der Will« zur Nation; ja, hier vielleicht ehrlicher als in der Stickluft politischer Tageskämpfe. So können wir von diesen Kämpfen mit reiner Freude berichten und sind gern bestrebt, unsere Leser an dieser Freude teilhaben zu lassen.

Da» Treffen in Wor«, nahm einen schönen Verlauf. Die weite Kuppelhalle des Spiel- und Festhauses war überstillt. Der vornehme Raum gibt an sich den Rahmen für eine Schaustellung; aber was stch da auf der hell erluchteten Bühne vollzog, war kein Sich-zur-Schaustellen, es war harte, ernste Arbeit, eiserne Pflichterfüllung; den übervollen Zuschauerraum füllten ernste, ver­ständnisvolle Zeugen. Volle 4 Stunden stand man im Banne der Turnkunst, die stch auch hier wieder als echie deutsche Volkskunst er­wiesen hat.

Ein Kampf Punkt um Punkt.

Der Barren als er st es Gerät brachte schon recht beachtliche Leistungen; die Rheinhessen bestachen durch fein ausgebaute Hebungen, die ste mit ruhiger Sicherheit durchtürnten. Besonders die Hebung von Genf; (Mainz-Kastel) verdient hervorgehoben zu werden' man sah sehr ge'chichte Verbindungen (2714 Punkte). — Unsere Hessenturner sind sichtlich von Pech verfolgt; der sonst so sichere Reuter mutz seine Uebung unter­brechen und erhält nur 18 Punkte; unser Mar, bürget Turner Ahrens fängt mit schönem Schwung an, schlägt aber dann bei der Luft­rolle rückwärts so unglücklich auf die Holme, dah er verletzt aus der Mannschaft ausscheiden

mutz; ein schwerer Verlust für unsere Gau­mannschaft. Der Ersatzmann Weitershausen tritt an seine Stelle. — Resultat: Rheinhesten 203% Punkte, Gau Hessen 181 Punkte, Gau Main-Rhein 165 Punkte.

Am Pferd sieht man auch ausgezeichnete Leistungen. Unsere Hestenturner lassen den Rheinhessen nicht viel nach; leider hat Dechend (Friedberg) einen Versager, der ihm nur 17 Punkte einbringt. Fink (Tgm. Marburg) turnt sauber durch (25% Punkte), Eckhard be­endet seine sauberen Wanderflanken unter lautem Beifall (27% Punkte). Beste Uebung turnt Genf; (Mainz-Kastel) mit 29 Punkten. — Resultat: Rhein-Hessen 197 Punkte, Hessen 188% Punkte, Main-Rhein 173 Punkte.

Am Längspferd legen sich die Vertreter unseres Gaues mächtig ins Zeug; sie wollen den Rheinhesten den Vorsprung von 31 Punk­ten wieder abringen. Fink zeigt einen feinen gestreckten Ueberschlag (27 Punkte). Nur (Senfs überflügelt ihn mit % Punkt. — Re'ultai: Rheinhesten 2011/, Punkte, Hessen 200% Pkt«., Main-Rhein 172% Punkte.

Bei den Kürfreiübungen zeigen sich unsere Hestenturner wieder den Rheinhesten ebenbürtig. Weitershausen gefällt besonders, 28 Pkte.)! Gerade an diesenm „Gerat sah man viele neue Formen; mer bieten sich ja auch die mannigfachsten Bewegungsmöglich- keiten. Recht beachtlich waren in dieser Hin­sicht die Hebungen von Gentz (Mainz-Kastel) und Fiedler (Darmstadt). — Resultat: Rhein­hesten 73% Punktt, Hesten 72 Punkte, Main- Rhein 68t/-- Punkte.

Der Kamps am Reck führte zu ganz aus­gezeichneten Leistungen; saubere Stecher aus Dem Aufsohlen und Ausgrätschen, Salto vor­wärts mit änherst schwierigen llebungsverbin- dungen. Fink (Marburg) turnt seine Rück­übung mit seltenem Schneid durch: 27i/»Pkte.! Nur Gentz kann ihn um % Pkt. überflügeln. Auch Ephardt, Seth und Sinnwell turnen einen glänzenden „End purt". Doch zum Sieg kann es nicht mehr führen. — Das End­ergebnis steht fest: 1. Gau Rheinhesten 883 Pkte-, 2. Gau Hessen 834% Pkte., 3. Main- Rhein 763 Pkte. Die Rheinhesten gewinnen somit zum 3. Mal den Wandpreis der hessischen Staatsregierung.

Kritik der Mannschaften. Bleiben wir zunächst bei unserer Hestenmannschaft. Für sie stand der Kampf von vornherein unter einem unglücklichen Stern: Eberspächer (Tgrn- Marburg) muhte ersetzt werden und ebenfalls Ahrens nach dem 1. Gerät. Doch mutz zuae- Knben werden, daß sich die Mannschaft tapfer lug.

An den vier Geräten (ohne Freiübungen) erreichten die einzelnen Turner folgende

Punkte: 1 Eckhardt (Nidda) 1061/q, 2. Seth (Gr. Linden) 102%, 3 Sinnwell (Bad Nau beim) lOH/» 4. Fink (Tgm. Marburg) 101.

Hätte die Mannschaft am Barren etwas glücklicher geturnt, so wäre der Ausgang des Kampfes offen geblieben. Doch muß gesagt werden, daß die Rheinhesten Glänzendes leisteten; sie stellten auch in Gentz den besten Einzelturner des Tages.

Abschließend sei ae'agt, datz der Kampf den Äen Turnern ein ausgezeichnetes Zeugnis teilt bat. Die Siegermannschaften kön­nen sich sehen lasten! " H. D.

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Der deutsche Zehnkämpfer Sievert, er­zielte jetzt phantastische Leistungen hn Kugelstoßen. Auf seinem väterlichen Gut bei (Eutin warf er die Kugel an einem Tage siebenmal über 16 Meter weit, sein bester Wurf betrug 16,46 Meter, das ist 32 Zentimeter über dem erst vor wenigen Monaten von dem Amerikaner Sexton aufgestellten Weltrekord. Freilich kann die Leistung offiziell nicht als Weltrekord gebucht werden, da keine offizielle Stelle das Protokoll aufnahm, doch waren Mestung und Gerät durchaus einwandfrei und mehrere Zeugen anwesend.

Sütherlibau

** Der geschichtliche Schinder- Hannes, nach den Quellen dargestellt von G. Lehr- Gladenbach. Druck und Verlag von Thiele u. Schwa« in Kastel, 1932. 48 Seiten. Preis 60 4. — 3n jüngster Zeit hat es eine Reibe dichterischer Darstellungen dieses sagen­berühmten Räuberhauptmanns gegeben, von denen am bekanntesten die Zuckmayersche Vüh- denbearbeitung geworden ist. Aber auch von solchen literarischen Neubelebungen abgesehen, ist die Erinnerung an den Schinderhannes noch nicht in der Bevölkerung erloschen. So mag die Darstellung, die der bekannte kirchliche und Heimatschriftsteller Dekan Lehr in Gladenbach direkt aus den alten Urkunden geschöpft hier vorgelegt wohl auf größeres Interesse stoßen. Der Verfaster führt, um nicht nur unglauH« würdige Anekdoten und erfundene Eeschicht- chen wiederzugeben, häufia direkte Aussagen des Schinderhannes oder feiner Spießgesellen aus den Prozeßakten wörtlich an,-darunter auch witzige Geschichten, wie die von der „Be­raubung" von 4o Juden (auf die er es über­haupt stark abgesehen hatte) — hierbei geschah den Juden nichts weiter, als daß ihnen die Schuhe ausgezogen rourbe: die man dann durch­einander auf einen Haufen warf, sodaß die Juden sich Drum prügelten. Aus Anekdoten und Akten ergibt sich ein Bild, das dem Räu­berhauptmann trotz sehr verwegener Taten doch sympathische Zuge läßt: seine Schau vor blutiger Gewalt, sein Mitgefühl mit den Armen, auch die Unverftorenheit, mit der er aus der deutschen Kleinstaaterei jener Tage (um 1800) noch Nutzen zu ziehen versteht und schließlich die „Ritterlichkeit", mit der er sich vor sein Julchen stellt und sie von ater Schuld frei zu halten sucht. Das volkstümliche Pild des „edlen" Räubers freilich kann der Der- faster nicht teilen, ohne datz er ihn andererseits für einen großen Schurken und Bösewicht hält. Er möchte ihn als „tragischen Verbrecher" an­sehen — des „ehrlichen Deutschen" anzu­sprechen, weil er auf Versprechungen der fron, zösischen Justiz hin Geständnisse macht, die ihm dann den Kopf kosten. —r.

- Das Gesicht der Westfront. Ein Kriegsdokument und Ermnermigsbuch. Von Ernst Vollbehr, Kriegsmaler im Gro- ßen Hauptguartier. Herausgegeben von Dr. Otto Korfes, Archlvrat im Reichsarchio unter Mitwirkung von Kronprinz Wilhelm, (Bene» raloberst von Einem, General d. Inf. von Eberhardt, Generalmajor Hesse, General d. Inf. von Sutter, General d. Art. Krafft von Dellmensingen, General d. Inf. von Mudra, Admtral von Schröder, General d. Inf. Sirt von Armin, General d. 3nf. von Strantz. Mit einem Eeleftwort von Ee- neralfeldmarschall von Hindenburg. Mit 26 Taf«n in Vierfarbendruck und 80 Abbil- dungen im Tert 3. T. in Vierfarbendruck. Das Werk erscheint in 7 monatlichen Lie­ferungen zum Preise von je 3Ut 4,— und Ipjtrt nach Abschluß gebunden 9U, 32,—. Akademische Derlagsgesellschäft Athenaion m. b. H., Potsdam. — Lieferung 4, 5. Neue Lieferungen dieses großen Bilddoku» mentes von der Wesffront sind erschienen und führen den Beschauer und Leser mitten hin­ein in die Kämpfe der Somme- und Arras- Front. Wie seltsam erretjenb wirken doch

* Ein Schulschiff ging unter. Er, Sng von Dr- Hans Dittmer. Oktav. 144 n. 1932. Einbandentwurf und Umschlag von A. P. Weber. Verlag von Herrn. Böhlaus Nachf., Weimar. Ganzleinen 2,85 jK,. — Der Untergang der „Niobe" gab den Ausgangs­punkt dieses ernsten Jugendromans. Der durch seine Nordsee-Romane „Vrouw Johanna" und „Annenhof" bekannte Verfaster gestaltet hier das Schicksal eines der jungen Menschen un­serer Tage. Er schildert ihre Not und Rat­losigkeit — ihr Suchen nach Lebensinhalt und Ziel in der uns Deutschen überall versperrten Welt. Ein in all der Wirrnis unterer Zeit positives, aufrichtendes, männliches Buch, das dem Empfinden und den Hoffnungen zahlloser deutscher Menschen Ausdruck verleiht und als eines der wertvollsten Zettbllcher mit bestem Eewisten für jeden jungen Deutschen von 16 Jahren an, rote für jeden Erwachsenen emp­fohlen werden kann.

diese meisterhaft gemalten PcmoramagemAde, wie instruktw und naturgetreu auch die vom Schützengraben aus gemalten GeländeskiUen. Eine ungemein starke Darstellung ist r. B. das Bild vom Chemin des Dames zwischen Che- nregnp und Pinon, das im Julr 1917 vom Fesselballon aus gemalt wurde. Desgleichen die eindrucksstarken Tafeln von demSomme- Eelände, von St. Quentin und Arras. Daß es tatsächlich möglich ist, die Front im Bilde lebenswahr und mrt plastischer Anschaulich­keit darzustellen, zeigen diese einzigartigen Dollbehr'chen Äilddokumente, die das wahre „Gesicht der Westfront" mit unerreichter Le­bensnahe wiedergeben. Der ehemalige Front- kämpfer wird so leicht nicht loskommen von diesem Anblick, der ihm seine altbekannten Kriegsgegenden aus der Vogelschau zeigt: die weiten Länderstrecken mit jeder Straße, jedem Wäldchen und Hügel. Vielleicht darf jchon jetzt ausgesprochen werden, was zwei­fellos die letzten Lieferungen beftättgen wer­den, daß kein Werk über den Weltkrieg so glücklich den Charakter emes^ Ernmerungs- ouches mit dem einer kriegsgeschichtlichen Do­kumentensammlung verbindet wie dieses „Ge­sicht der Wesffront" und daher auch den weitesten Leserkreis aus der Kriegs- und Nachkriegsgeneration erwarten darf. — Die Generäle von Hutier und Kraft von Dell- mensingen geben in den neuen Lieferungen eine knapp gefaßte, sachliche, aber dadurch um so fesselndere Schrlderung des Somme- und Arras-Frontabschnittes. Dem Abschluß des Werkes sehen wir mit Spannung entgegen.

B—t.

•* Knut Hamsun „Der Wanderer" („Unter Herbststernen", „Gedämpftes Saiten­spiel", „Die letzte Freude") 522 Seiten. Sn Seinen gebunden nur 4,80 Mark. Albert Langen/Georg Müller Verlag, München. Der von dem größten Dichter unserer Tage ein Werk besitzen möchte, das für seine Art kenn­zeichnender als alle anderen ist, nehme den „Wanderer" zur Hand. Sn diesem schön aus. gestatteten starken Bande erscheinen die drei Wanderer-Romane Hamsun» „Unter Herbst­

(I. Ungezü-

Berlag Dr. C. Hitzeroth.

Hauptschrfftleiter und verantwortlich für Po­litik und Feuilleton: Dr. E r n st S ch e I l e r: tot Kommunalpolitik, Provinz und Lokales: Lothar Sch««ijd/r» sämüich in Niarburg.

schlagenden Herzen in Hertha Pohl, llngezi. gelte Leidenschaft und sittlicher cvieg, Laster und Tugend, Gemisch von berden, Freud und Leid, Treue und heroische Entsagung, kommen zu überzeugendem, oft wuchtigem Ausdruck. Die Farbentönung ist kraftvoll abhebend, zu­gleich an gegebener Stelle zatr vertieft. Das Matz wird gewahrt, auch bei Zeichnuim des großen Bösewichts der Handlung: des Vaters der Heldin, der durch Faulheit, Trunk und Boshett seine bald verelendete Familie in ständigem Unglück erhält- Die Sprache des Buches ist gewählt, ohne Schweffälligkeit, von schöner, knapp gefahter Klarheit.

sternen", „Gedämpftes Saitenspiel", und „Die letzte Freude" zum ersten Mal zu einem Buche von volkstümlichem Preise vereint. Liest man die drei Romane nun so im Zusammenhang, so geht es einem auf, rote eng und notwen­dig der umfangreichste unter ihnen, „Dir letzte Freude^, mit den beiden vorausgehen­den Wandererbüchern zusammenhängt, wie eigentlich erst er den rechten innerlichen Ab­schluß dieser Periode in des Dichters Leben bringt. Denn es ist Hamsun selbst, der durch die oret Romane vagaounbiert, sein heißes Herz gleichsam mit beiden Händen vor sich ejerträgt, es verschwenden will und immer mehr erkennen mutz, datz keiner darnach greift, weil seine Jugend auf die Neige geht. Bitteren Schmerzes voll, der heimlich trotzdem Sühe in sich birgt, geht er zum Schluß fort in die Einsamkeit, wo ihm die letzte Freude blüht, die uns beschieden ist: das Glück m der Natur.

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— Die Bettelaret. Roman von Hertha Pohl. 2. Ausl. 221 Seiten. 8. 1932. 2,50 M, ®'. 3,50 jK. Di« vorliegende Erzählung länd-

-schlesischer Art, ständig in dem für diesen Fall unmittelbar werkenden Zeitmaß der Ge­genwart gehalten, bekundet sinnfällig bi: Dichterin mrt dem in heißer sozialer Liebe