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Rvatas, »MISS. 9166.1932

TH« ,£»«6efftf<6e Sritimg* e» scheint sechsmal wöchentlich. B«. pigspreis monatl.i. Markmrg 2.02 SM. auSschl. ZirstellimgSgeöabr, bei unsren Agenturen 1,93 SM. zuzügl. ZustellmiqSgebOhr, durch t* Post 2.25 GM. Mr etwa durch Streck, Maschlnendefekt oder elementare Srelgntste ausfallend« Nummern teitb Mn Ersatz ge­leistet. Verlag, Dr. $. Sktzeroth, Druck der Unid-Buchdruckeret Job. Aug. Koch, Markt 21/23. Kernfdrecher: Rr. 2054u-Rr.2065 Postscheckkonto: Amt Frankfurt *. M. Rr. 5015. SprechM btt Redaktion von 1011 «d

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ÄberheMche (jdtunQ

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse«

St.279 «7.NM. Marburg a.Slchn

9er rdqetgendretS beträgt ffc den 11 gespult. Zeilenukilliureter 0.08 GM., Famtlieaanzetgen bei Barzahl. 0.07 SM., amtl. u. oee- wckrtig« An». 0.10GM. Sog. kleine Anzeig en n ach SpeMttarif.Grund- schrift: SetowL Betschwiertg-Gatz, sowie bei PlatzdarfchrHtSO'/. Sief» schlag. Sanonelenqetgeu 1XN, Aufschlag Reklan^MMtm. 0.40 SM. Grund schrift i Petit. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tag«. Sffrrten-Sebsthrr 25 Pfg., bei Zustellung der Angebot« eknschl. Porto.60 SM. Beleg« werden berechnet.ErftlUmg«ortM«b»rg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen ffir Stadt nnd Kreis Marburg.

Reichskanzler von Schleicher?

Verhandlungen über einen politischenWaffenstillstand" Das Zentrum fordert grundsätzliche Kursänderung

:rnommea Berit«, 28. NO». A« Sonntag habe«, amtlicherseits allerdings «nbe- > stätigt, Besprechungen v. Pape ns «nd Schleichers mit verschiedenen politi­schen Persönlichkeiten über die Möglichkeit einer Lösang der Krise stattgefunden. Die tL Sondierungen über einen Waffen- ftillstand für einige Monate werden wenig aussichtsreich beurteilt. Bon Zen­trumsseite wird unterstrichen, datz es bei einem etwaigen Versuch mit Schleicher

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darauf ankommt, welches Programm er Vorschlägen könne. Eine Notlösung Schlei­chers »chne Konflikt wird von dieser Seite als Fortschritt bezeichnet. Freilich dürsten die Verhandlungen nicht auf der Erund- lage eines neuen v. Papen-Kurses ge­pflogen werden.

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aber zurück hinter dem Problem, von wem das neue Kabinett geführt werden soll. Die Version, datz ein Kabinett v. Neurath in Frage komme, scheidet nach unseren be­stimmten Informationen aus. Dasselbe gilt für ein Kabinett Meißner, da der Reichspräsident ihn nicht als engsten Mit­arbeiter in seiner näheren Umgebung ent­behren will und Staatssekretär Meitzner selbst auch wenig Neigung haben dürfte, das Amt des Reichskanzlers zu über­nehmen.

Nach Auffassung weiter politischer Kreise lst ein Kabinett unter Führer des Reichs« wchrministers ».Schleicher wahrschein­lich.

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nehmen.

Hitler zur Lage

In einer Unterredung mit dem Ver­treter desDail» Expreß" erklärt Adolf Hitler, datz nach seiner Ansicht in nicht mehr als 4 Monaten das kom­mende Präsidialkabinett wieder gestürzt wnb dann der Tag der Nationalsozialisten gekommen sein werde. Man könne ein Land nicht gegen den Willen von 90 vom Hundert seines Volkes regieren. Das sei in Deutschland genau so unmöglich wie es in England unmöglich sein würde. Auf den Einwurf des Berichterstatters, datz die Regierung durch die Gewehre der Armee geschützt sei, sagte Hitler, Gewehre könnten vielleicht in Rußland Wert haben, aber nicht in Deutschland. Der Sturz der Re­gierung könne auf verschiedene Arten zu­stande kommen. 2n diesem Winter werde sich die Arbeitslostgkett «höhe« «nd es

Von anderer Seite wird jedoch betont, daß Herr v. Schleicher wenig Neigung habe, sich in diesem Augenblick stärker zu exponieren. Nachdem der Versuch, die NSDAP, einzuschalten, mißlungen sei, wo­bei immer wieder auf den starken Einfluß gewisser Kreise hingewiesen wird, die die Verantwortung für die unglückliche For­mulierung des ersten Auftrages an Hitler zu tragen hätten, drohe jedem Präsidial­kabinett die Gefahr der gleichen Isolierung, der ja auch Herr v. Papen erlegen sei. Da diese Erwägungen im wesentlichen durch­aus der Situation seit dem Scheitern der Bemühungen um eine parlamentarische Lösung entsprechen, ist also auch die Mel­dung, datz augenblicklich nur Herr v. Schlei­cher in Frage komme, mit Vorsicht aufzu-

' Die Tatsache eines Präsidialkabinetts - als einziger Ausweg aus der Krise steht fest, ebenso, daß es eine andere Zusammen­setzung als das bisherige Reichskabinett er- - fahren wird. Alle Personalfragen treten

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würde große soziale Unruhen, Streiks und ähnliches geben. Das wichtigste sei aber, daß die Regierung einem katastrophalen Zusammenbruch ihrer Finanzen und des Wirtschaftsprogramms gegenüberstehen werde.

Hitler sagte ferner, datz er bei den letz­ten Verhandlungen über die Regierungs­bildung von Anfang an gewutzt Habe, datz es sich um eine grotze Komödie han­delte, die dazu erfunden sei, um dem deut­

schen Volke vorzutäwschen, datz man gerecht handele. Der Plan sei fehlgeschlagen, er sei nicht getäuscht worden und das deutsche Volk sei auch nicht getäuscht worden.

Eine Erklärung des Zentrums

Berlin 26. Rov. Die Pressestelle der Deutschen Zentrumspartei teilt mit:

Me Deutschnativnale VolkS- Parte, sucht einen Gegensatz festzustellen

Die neue englische Note

Man hofft auf Verständnis in Amerika

ff. London, 28. Nov. Am Sonntag abend setzten Macdonald, Simon, Neville Chamberlain und Bald­win die Antwort auf die letzte Note Amerikas in der Schuldenfrage auf. In der Note werden die Gründe ausern- andergesetzt, die England zu dem Stun­dungsantrag für die am 15. Dezember fäl­lige Schuldenrate veranlaßt haben. Dre Frage, ob England am 15. Dezember zah­len solle, wurde nicht eiörteT, da man in Nationalkreisen der Ansicht ist, daß zunächst der Eindruck der jetzigen englischen Note in Amerika abgewartet werden muff. Dre englische Regierung hofft, daß die amerr- kanische Antwort bald erfolgt.

Ueber den Inhalt der neuen englischen Note an Amerika macht dieTimes eine Reihe von Andeutungen. Die Note werde sich nicht mit der allgemeinen Frage der Schuldenrevision befassen. Dre Schwierigkeit sei, aus der Wucht des Be­weismaterials die Gründe auszusuchen, die am überzeugendsten auf den Durchschnitt Amerikas wirken würden. Amerika würde unmittelbar durch die Rückwirkungen auf die Währung und den internationalen Handel berührt, da durch die Geldüber­

weisung der Sterling sinke und die amerr- kanische Ausfuhr sich verschlechtern müßte. Noch ernster wäre es, datz das Abkommen von Lausanne ins Wanken geraten sei und dadurch das Vertrauen erschüttert werden würde, das schon etwas gestärkt war. Die Weltwirtschaftskonferenz würde schließlich jede Aussicht auf Erfolg verlieren. Sollte Amerika auf die Zahlung bestehen, so wurde England trotz der weitgehenden und schädlichen Folgen bezahlen.

Daily Telegraph" sagt, der Amerikaner müßte heute überzeugt werden, daß die großen Geldvorräte die Ursache für das Fallen der Preise, die Fehlbeträge im Haushalt, die Arbeitslosigkeit und die Krise seien. Es liege nicht im Jnteresie Amerikas, das Pfund noch weiter finken zu lassen.

DieM o r n i n z P o st" macht den Vor­schlag, die Zahlung ht Gold zu leisten. Bei einer Zahlung in Gold würde man nur 20 Millionen benötigen, gegenüber 28 Mil­lionen bei einer Bezahlung in Sterling. Die 20 Millionen Pfund würden ungefähr den Eoldzuwachs der Bank von England in den letzten 12 Monaten ausmachen.

Ein Erfolg Rußlands

.Vor der Unterzeichnung des französisch-russischen Nichtangriffpaktes

Die Ankündigung der für Dienstag vorge- | sehenen Unterzeichnung des franzöfifch-rusti- schen Nichtangriffspattes «nd des barm ern- begriffenen Ausgleichsabkommens wird von der Presse eingehend besprochen. Die rechts­stehende Presse verhätt sich ablehnend. So schreibt das

Echo de Parrs", es sei unvornchtrg, sich für die Zukunst zu binden, obwohl fest einem Jahre der Fünfjahresplan auseinander­falle und für den Augenblick Rußland wirt­schaftlich nicht so gefährlich sei, wie man glaube. Die Moskauer Regierung habe rm Abschluß eines Dettrages mit Frankreich stets die Versicherung gesucht, daß ihre Bemühung um eine wittich aftttche Organisation nicht an­gegriffen oder behindett werde. Die stan- zöstschen Unterhändler seien dagegen vor al­lem darauf hingewiefen, die Garantie zu ereilten, datz Sowjetrutzland sich nicht einem Angreifer cmschiietze, mit anderen Worten, Frankreich habe der Zusammenarbeit der Ro­ten Armee und der Reichswehr einen Stoff versetzen wollen. Moskau erhalte in einer kritischen Stunde eine nicht zu -unterschätzende moralische Unterstützung. Dadurch, datz Frankreich Rutzlands Nachbarn in ein bei« artiges diplomatisches Unternehmen getrie­ben habe, habe es die polnisch-rumänische Allianz bereits stark erschüttert.

L' Ordr«" erklärt, daß das neue Ab­komme» Mostart gefährliche Waffen auf alten

Gebieten in bte Hände Spiele. Dom politi­schen Gesichtspunkt aus kompromittiere es m einem KonflittsfaKe Frankreichs Allianzen in Osteuropa.

Figaro" nennt den Patt Imherlich.,weü die in ihm enthaltenen Derpfiichtungen Nichtig seien.

Amt du Peupke" spricht von einem kapitalen Fehler.

Dagegen -nennt euor e" den Pakt ein gutes Werk, weil es als Zeichen emer po­litischen Entspannung zu wetten set.

Ere N onoelle" begrüßt den Abschluß, weil damit die franzöfisch-russichen Beziehun­gen in eine vollkommen neue Phase träten. Vom allgemeinen Standpunkt aus gesehen könne der Patt ein neues Element der Sta­bilität und der Bestiedung bilden.

Die radikaleRspubkrgue" ist eben­falls erfreut, datz jetztalle Mißoerständ- nisse zwischen Frankreich und Rußland be­seitigt seien und die Stunde der Versöhnung geschlagen habe". Diejenigen, die sich mit bei Hoffnung getragen hätten, Rußland in ernt gegen Frankreich gerichtete Koalition oder in ein europäisches Umsturzunternehmen hin­einzuziehen, würden grausam enttäuscht sein. 3m übrigen erSärt das Blatt, daß es in der Tat keine dringendere Aufgabe gegeben habe, als die deutich-ttaltenijch-rufsische Ko- alition zu zerschlagen.

zwischen dem offiziellen Bericht, den SM* Kaas dem Herrn Reichspräsidenten über seine Fühlungnahme mit den Parteiführern erstattet hat, und dem tatsächllchen dfex» lauf der Besprechung des Herrn Kaas- mit Herrn Hugenberg.

Die deutschnattonake MitbeAUng behaup­tet, daß Herr Kaas in dieser Besprechung weder von derBildung einer Äot- Und! Arbeitsmehrheit", noch von einemRot-" und Arbeitsprvgramm" gesprochen habe,, sondern von einemsachlichen Pro»- gramm für eine parlamenta» rische Mehrheitsregierung". Da» mit sei versucht worden, die Vorgänge von 1927 zu wiederholen,als in der Zen* ttumsleitUng die bekannten Richtlinien auf« gestellt wurden, die damals die nationale Rechte lahmlegten". Zum Schluß wird in diesem deutschnationalen Bericht festge- stellt, daßdas Ziel, das anscheinend in der Bettchterstattung des Prälaten Kaas liegt, den Eindruck erweckt, als sollte den Deutschnattonalen für das Scheitern der Verhandlungen eine Mitschuld zugeschoben werden."

Wir stellen hierzu folgendes fest: Herr Prälat Kaas hat bei seinen Sondierungen mit den Patteiführern sich zum Ziel ge- . setzt, alle Personenfragen beiseite zu lassen und die S a ch b e r a t u n g in den Vordergrund zu stellen. Diese Methode war nach den Vorgängen der vorherge- gangenen Tage notwendig. Herr Kaas hat also die Patteiführer zu Beratungen! eines Sachprogramms aufgesordett, mit dem selbstverständlichen Ziel, eine Mehr» heit für ein solches Programm zu gewin- neu. Ohne dieses. Ziel Hütten seine Be­mühungen nur theoretische, aber keine real- politische Bedeutung gehabt.

Bei Herrn Hugenberg hat Herr KaaS auf diese Frage eine ablehnende Antwort bekommen, wie es auch in dem von der Deutschnattonalen Vvlkspattei hev- ausgegebenen Bettcht über diese Besprech­ung mit aller Deutlichkeit selbst festgestellt wird. Bei der Ablehnung hat tatsächlich Herr Hugenberg auf die Vorgänge des Icchres 1927 sich berufen, ohne daß dazu eine sachliche Berechttgung gegeben war. Herr Kaas hat das Rein Herrn Hugen- bergs in seinem Bettcht an den Herrn Reichspräsidenten pflichtgemäß festgestellt. Diese Feststellung mag der DÄVP. un- angenehm sein, kann aber durch eine Spie- - lerei mit Worten nicht aus der Wett geschafft werden."

Die erste Rede Hitlers nach den Berliner Verhandlungen.

Weimar , 26. Rvv. Zm Rahmen einer nattonalivziallsttschen Wahlversammlung zu den thüringischen Kommunalwahlen am 4. Dezember sprach in der vollbesetzten Wer- marhalle neben dem thüringischen Mi­nister Sauckel der Berliner Gauführer der ASDAP. Dr. Goebbels und als letzter Redner Adolf Hitler, der sich nach Ab­schluß der Berliner Verhandlungen um die Regierungsbildung auf der Rückreise nach München befand.

Dr. Goebbe ls erstattete Bettcht über die Berliner Verhandlungen zur Regie­rungsbildung und wandte sich u. a. gegen Gerüchte über angebliche Uneinig.eit zwi­schen Hitler und feiner nächsten Umgebung. Wenn einer von Hitlers Mitarbeitern Reichsminister würde, dann nur unter der Voraussetzung, daß Httler Reichskanzler werde Eine halbe Lösung werde es nicht geben. Die Zeiten der Kompromisse feien in Deutschland vorbei.

Wolf Hitler betonte eingangs seiner Ausführungen, daß seine Voraussagen