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DlerWWte 3tttnnfl. Marburg «. L. Smmabenb, beit 26. November 1932;
Nr. 278
Lumen, Spiel und Sport
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Bezirk-sliga.
):( Bruchleidenbe werden auf das heutige Inserat des Spezialbandagisten C. A. Stein» bera Freiburg i. Br., aufmerksam gemacht.
Marburger Hochschulsport.
«TB.*Rarbmg. «TB.»«urhessen lomb. gegen Rhenania Marburg.
Obengenannte Korporationsmannschaften tragen am morgigen Sonntag, 11 Uhr im Universitätsstadion ein Futzballwettsprel aus. Der ATB. stellt eine kampferprobte Mann- schäft ins Feld, während der Gegner zum ersten Mal ginn Kampf um dre Umoersrtats- meisterschaft antritt. Es ist daher an entern sicheren Siege der ATVer kaum gtt Zweifeln.
Starkenburg-Rheinhessen.
Zum 4 Mal wird morgen in Worms oben bezeichneter Kunstwettkampf ausgetra- qen. In der vom Gau Selsen mifgestellten Mannschaft befinden sich. drei Marburger Kunstturner. Es handelt sich um Ahreng, Eberspächer und Fink, alle drei von der Turngemeinde Marburg. Die übrigen Turner sind aus Gießen. Bad Nauheim, Nidda, Erohen-Linden. Dieser grosze Kunstturnwettkampf ging das erste Mal zu Gunsten der Turner des Gaues Lessen aus. aber bei den beiden letzten Kämpfen m Darmstadt und Eiehen muhten die Sesfen- turner mit ganz kleinem Punktunterschred unterliegen. Die Frage, wer Morgen gewinnen wird, wollen wir offen lassen. Soviel steht, aber fest, sollten die Sessenturner kemm Versager haben, dann werden die Kunstturnen der anderen beiden Provinzen nicht so leichv die Siegespalme erhalten. Zwilchen Rhem-, Hessen und Hessen wird es einen schwerem Kampf geben, denn jede Mannschaft wird; versuchen den EhrenpPis des Hessischen Staats-’ Präsidenten zu erlangen. Sollten die Rheinhessen diesmal wieder Siegen, dann blewt der Preis für dauernd in dem Besitz von Rhem- hessen. __
Wie wir hören, ist vorgesehen, daß «M die Kunstturnmannschast des Gaues Hessen m Marburg turnen soll. Der ZeltMnkt konnte aber noch nicht festgelegt werden. Der Marburger Bürgerschaft ist aber am Kulturabend des Marburger Hausfrauenoereins am Dienstagabend in ben Stabt« täten Gelegenheit gegeben, die dreiKmm- turner von Marburg bei ihrm Hebungen am Reck und Barren zu sehen.
lieber die Veranstaltung in Worms werden wir berichten. ________
Ittia Kassel — Hermannia Kassel jkirhessen Kassel — 03 Kassel.
Diese beiden Spiele beschließen die runde. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir -rn Platzverein jeweils Siegeschancen geben.
Hier in Marburg erleben wir ein Lokaltreffen. Auf dem Sportplatz am Kchfweg stehen sich die Ligamannschaften von Germania 08 und FV. Ockershausen gegenüber. Es ist schon eine geraume Zett her? datz diese beiden Gegner ihre Kräfte matzen, und eswegen wird dem Treffen em besonderes Interesse entgegengebracht werden. Die Ockershauser Elf will ihren Anhängern beweisen, daß sie ihre alte Spiel- stärke wieder erreicht hat und den Germanen ebenbürtig ist; diese dagegen werden alles aus sich herausgeben, um einen sicheren Sieg zu landen. Es wird also morgen um 2.30 Uhr einen spannenden Kampf geben, der hosfent- lick im Rahmen eines Freundschaftsspieles
M2äe zweite Elf der Germanen tritt in Cölbe tu einem Gesellschaftsspiel an
In den unteren Klassen gehen die Punktspiele weiter; die Terminliste sieht folgende Treffen vor:
2. Bezirksklasse.
Fransienberg — Gladenbach Detter — Sarnau
Feudingen — Wommelshausen Breidenstein — Biedenkopf
L Gauklasse.
Mornshausen a.D. — Caldern Schönstadt — Niederwalgern Mellnau — Wehrda
NfB.-Kurh. 2. — Ockershausen 2.
Endbach — Hartenrod (in Gladenbach) Dernbach — Mornshausen a.S.
Bottenhorn 2. — Gönnern Niedereisenhausen — Breidenbach 2- Wallau 2. — Berleburg
2. Gauklasse.
Erndtebrück — Raumland Banfe 2. — Birkelbach Buchenau 2. — Wolfgruben Eckelshausen 2. — Hommertshausen Allendors — Dautphe Schönstadt 2. — Sterzhausen Oberrosphe — Gohfelden Unterrosphe — Michelbach Beltershausen — VfB.-Kurh. 3. Bortshmisen — Leidenhofen 1. Leidenhofen 2. — Holzhausen Grotzseelheim 2. — Ebsdorf
2.30 Uhr: Cölbe 1. — Germania Marburg 2. (Senger)
2.30 Uhr: Marbach 1. — Ockershausen 2. (Rupp)
2.30 Uhr: Niederweimar 1. — Germania Marburg 3. (Pfeil).
Schüdsrichter-Belehmngsstanbe.
Am Sonnabend, dem 26. November, abends 7 Uhr, findet in Wetter bei Springer unter Leitung des Gau-Schiedsrichter- Sachbearbeiters die zwefte Belehrimgsitunde der Anwätter von Wetter und Umgegend statt. 15 Teilnehmer haben sich zu diesem Kursus gemeldet. Der Lehrgang umfaßt 8 Lehrstunden und findet mit einer theoretischen Prüfung seinen Abschluh. Teilnehmer, die zweimal fehlen, können tut Abschlußprüfung nicht zugelassen werd.,..
Hockey in Marburg.
Nachdem die 1. Herrenmannschaft des Turn- u. Sportverein 1860 in Frankfurt drei Unentschieden erzielen konnte — am 13. d. M. gegen den Stadtsportvcrein ein 1:1 —, will sich die Mannschaft auch wieder einmal in Marburg zeigen.
Am Sonntag um 10% Uhr findet auf dem Kämpfrasen ein Wettspiel „Grün gegen Weitz" statt. Bei Weitz wirkt erstmalig der Repräsen. tative des Westens, stud. Meier (Schaumbur- aiae) mit, während bei Grün der frühere- Trainer des Turnvereins Bremen die Mannschaft verstärkt. Es handelt sich hier um ein Auswahlspiel, um für die Nachsaison die besten Spieler herauszusuchen. Der Eintritt zu dem Spiel ist frei. °c-
Deutsche Turnerschast
Handball.
Ain morgigen Sonntag finden im südlichen Kreise in der Rückrunde zwei interesiante Spiele statt, auf deren Ausgang man gespannt sein kann. Es rptelt auf dem Sportplatz in Niederwalgern um 13% Uhr
T.B. Niederwalgern 1. — T.V. Wallau 1. und in Roth um 15 Uhr
T.V. Roth 1. — T.D. Ockershausen 1.
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In Sarnau spielen Tv. Sarnau und Tv. Moischt. Das Vorspiel wurde von Moischt gewonnen; dock diesmal tritt Sarnau komplett an, so datz mit seinem sicheren Siege zu rechnen ist. Dadurch würden beide Vereine I punktgleich. Das Spiel beginnt um 3 Uhr.
Frechenhausen 2. — Oberdieten Altenvers — Lohra
Frohnhausen 1. — Weidenhausen 2.
Runzhausen — Güterod
Neustadt 1. — Schweinsberg Neustadt 2. — Kirchhain 2. Münchhausen 2. — Roda . Wollmar — Münchhausen
Langenstein 2. — Grotzseelheim.
Jugend.
Germania 1. — Dreihausen VfB.-Kurhessen 1. — Ockershausen Cappel — Lohra Wehrda — Cölbe
Marbach — Niederwennar Kirchhain — Neustadt, Bürgeln — Grotzseelheim Frankenberg — Wetter Michelbach — Sarnau Biedenkopf — Dautphe Wallau — Biedenkopf 2. Buchenau — Caldern Erdhaufen — Gladenbach Holzhausen — Weidenhausen Berleburg — Feudingen Birkelbach — Schameder.
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Den eifrigen Bemühungen einiger fußballbegeisterter Studenten ist es gelungen, eine Ustiversitäts-Fußball- Mannschaft ins Leben zu rufen, die sich in diesem Semester an den Spielen um die Deutsche Hochschulmeister fchast beteiligen wird. Die Mannschaft, der neben einigen Kanonen hiesiger Vereine auch gute Spie- I ler der Umgegend angehören, dürfte, wenn sie erst einmal eingespielt ist, als äußerst spielstark anzusprechen fein und ein bedeutsames Wort um die Südwestdelttschc Hochschulmeisterschaft mitsprechen.
Da die Umversttäts-FUßballmannschaft bereits in der nächsten Woche ihr erstes Punktspiel auf hiesigem Platze gegen die Anidersitätsmannschast von Gießen austrägt, hat man zu einem Deneralprobe- spiel für den kommenden Sonntag in Wallau den FV. Wallau verpflichtet. Die Spielstarke von Wallau ist hinreichend bekannt. Trotzdem sollte man den Studenten, wenn sie sich finden, einen knappen Sieg zutrauen dürfen. Die Anidersi- - tätsmannschast spielt voraussichtlich mit: Krüger; Korr, Schmidt; Kühne, Mathee, Bourlon oder Krämer; Groh, Schneider, Franke, von Lojewski, Eckardt.
hUuuuiut Zukunft
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für Deine jfrau, wenn Du nicht mehr Da bitt —
für Deinen Kohn, wenn Du ihm nicht mehr helfen Kannü —
für Deine Tochter, wenn Du nicht mehr für üe forgen KannK —
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s Nachdruck verboten.)
LteNnilMk« LmiMote"
Em heiterer Roman von: R. S. Utsch. (Copyright by Verlag Alfred Bechthold in
Braunschweig).
7. Fortsetzung.
„Wer ist also reicher: Der Jndusttie- könig oder der junge Bauer, der dort auf jenem Wagen fitzt?" Debroix zeigte mit der Hand auf die Landstraße, über die ein Fuhrwerk rollte, dessen Lenker em fröhliches Liedchen pfiff.
„Ohne Zweifel der Mann da und nicht der Millionärs Der Bauer scheint unverheiratet zu sein. Ich wette, er denkt an seine Liebste, mit der er fich heute Abend heimlich an einem Lattenzaun trifft — in dunkler Ecke... Nachher geht er zufrieden heim und schläft den Schlaf des Gerechten bis morgen früh ... Seine ganze Tätigkeit ist ruhiges Gleichmaß!"
„Wir waren aber reich und glücklich!" ’’$ic Gründe find erkennbar!"
„Bitte, erkläre mir das!"
„Wir standen vier Jahre vor dem Feind ... Lernten die allerbitterste Rot des Lebens kennen. Die gesellschaftlichen Unterschiede fielen dort, wir verkehrten kameradschaftlich mit Männern aus allen Kreisen des Volkes. Es existierte nur mehr der Begriff „Mensch", Es wurde nicht gefragt: Wo kommst du her? — Einer stand für den anderen ein, einer opferte sich für den anderen. Du bist genau so gut wie ich in dem vierjährigen Massenmorden dem Wahn erlegen, daß nach Friedensschluß eine hohe sittliche Welle den Erdball überschwemmen würde, die Lauen und Unbekehrten einfach mit sich fortreißend. Es ist anders gekommen, »nd in dem aUgerneinen Kesiel der Sistst-
losigkett überkam uns eben die Wurschtigkeit — wir lebten zufrieden und froh, kümmerten uns nicht um das groteske Theater auf der Weltbühne." Molden warf den Rest der Zigarette die Böschung hinab in den Straßengraben. „Wir hätten aber damals mit unseren Mitteln uns eine Existenz verschaffen sollen. Wir waren verlottert — einfach wurzellos geworden ... Vorgestern erzählte mit ein Wirt, in der Nähe des Dorfes stehe ein Gut zum Verkauf für einen Preis von fünfzigtausend Mark mit lebendem und totem Inventar. Nun, da habe ich gedacht, wenn wir noch die Mittel besäßen, um uns da ansiedeln zu können. Aber mit sechs Mark Anzahlung wird da schwerlich etwas zu machen sein!"
„Da haben wir's", versetzte Debroix. „Als ich meine Güter noch besaß, ist dir nie der Gedanke gekommen, praktisch Landwirtschaft zu betreiben. So ist es, wenn her Mensch am Indus angefommen ist, sehnt er fich zu den verlorenen Töpfen wieder zurück... llebrigens ist es leicht, fich mit Geld eine Existenz zu verschaffen. In diesem Fall braucht man fich wirklich nicht in die Stuft zu werfen. Es kommt nun darauf an, wieviel wir auf der Waage der Brauchbarkeit wiegen. Alle Senti- ments müßen verschwinden — wir stehen in der rauhen Wirklichkeit. Morgen haben wir nichts mehr zu eßen.. “
Es ist stoch eine lange Zeit bis morgen!« Molden lehnte fich zurück und gähnte.
„Für uns müßte es doch eigentlich ein Leichtes fein, uns einen Beruf zu verschaffen!" „
„Aber mir können doch gar nichts Berufliches, Axel!" ,
„Nun, so schlimm t|t s nicht! — Wir beherrschen mehrere Sprachen und ftnd
mannigfach verfiert!..."
„Ja, ja, besondern in Eeldausgeben! Molden schüttelte vor Lachen.
„Laß das Kichern sein!"
„Nun werde nut nicht unleidlich!"
„Wir können doch nicht hier liegen bleiben bis an unser Ende." Debroix Stimme klang vorwurfsvoll. „Es ist wirklich nötig, daß wir uns ein wenig über unsere Lage unterhalten. Ich bin zu allem fähig!..."
Molden richtete fich wieder empor: „Denkst du an Amerika?"
„Ausgeschlossen!... Da fährt jeder hm, der in Europa nicht mehr vorwärts kommen kann. Dann kostet die Fahrkarte Geld, zu Fuß kann man nicht gut über den Ozean laufen..."
„Nun, was tut man, wenn man nichts mehr zu eßen hat? - Willst du betteln?"
„Beleidige mich nicht!"
„Unterbreite mit deine Ideen!"
„Wir arbeiten! In einer Fabrik oder sonstwo! Braucht man sich als Mensch irgend einer ehrlichen Arbeit zu schämen?"
„Nein, das nicht!"
„Wäre es für uns nicht vorteilhaft, wenn wir das Leben man von der anderen Seite kennen lernten?"
„Es würde nichts schaden!"
„Es ginge doch wirklich mit dem Teufel zu, wenn wir uns nicht hocharbeiten könnten!" ~ _T
„Ja, — es — ginge" — mit dem Teufel zu!" Moldens Augen waren schon halb geschloßen, — er versank in einen tiefen Schlaf. *
Vor einem Dorfe stand abseits der Straße ein etwa fünfzigjähriger Mann in einer Heckenlichtung und nahm eine seltsame Verwandlung mit sich vor.
Et war ein recht komischer Kauz, klein und mager. In dem bartlosen jedoch unrasierten Gesicht lagen verschlagene Qüge. Die Augen blinzelten listig und lange breite Ohren standen vom Kopfe ab Die Lippen waren in fortwährender Bewegung. Er summte, lachte und kickerte vor sich hin.
Er zog den Rock aus, warf ihn auf den Boden und vergrub beide Hände in den Hosentaschen, die Hose bis über die Hüften herabdrückend. Nun setzte er sich wie ein Schneider auf den Boden, nahm eine Flasche zur Hand und blinzelte sie an. Dann entkorkte er sie und tat einen tiefen Zug. Während er mit der Zunge schnalzte, lächelte er die Flasche an und schmunzelte:
..Wir beide...!" _
Und um einer treuen Freundschaft sichtbaren Ausdruck zu verleihen, führte er die Flasche wieder an den Mund und schlürfte sie leer. .
Vor ihm lag alles kunterbunt durcheinander: Heu, alte Kleiderfetzen. Stoch Hut, Brot und ein angebissenes Stuck Wurch
Wurst und Brot wickelte er in ein Tuch. Das Pciketchen steckte er in eine gronc Tasche, die sich am hinteren Rock befand. Dann zog er den Rock wieder an.
Nun schob er kunstgerecht etwas Heu in ein kleines Säckchen, band dieses zu und drückte es langsam unter den Rock am den Rücken. Dann nahm er Hut Stock und noch einige berum!lie«enbe wachen, vergewisserte sich, ob er nichts liegen gelaßen hatte und ging bann auf die Straße. , ,, _ . .,
ein armer verkrüppelter Greis — nut einem entstellenden Höcker, — schleppte sich, erbärmlich hinkend, auf der Landstraße vorwärts.
Fortsetzung folgt.