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Di, .Dbttbefpf», Sdhtng* er» sechsmal wkck-enlllch. ®e- ptgifteM moratLi. Marburg 2.02 <xM. ausschl. ZuskeNungSgebObr. iti unsren Agenturen 1.93 EM. gojfigl. Zustellungvgebühr. durch y« Post 2.25 GM. Für etwa d««b Streik. Maschtnendefektoder elementare Ereignisse ausfalkend« Kummern wird kein ErsaS ge- Mistet. Verlag. Dr. §. Sitzerath, Druck der Univ-DuchdruSerei Aod- Aug. Nach, Markt 21 /23. Fernsprecher: Sir. 2054 «. Rr. 2055 «osischeckkonto: Amt Frankfurt
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Noch keine Entscheidung
fk. B e r l i n, 26. Nov. Die Beratungen beim Reichspräsidenten über die Frage der Neubildung der Negierung waren gegen 11 Uhr beendet, ohne zunächst zu einem positivem Ergebnis zu führen. Die Entscheidung des Reichspräsidenten wird erst in einigen Tagen erfolgen.
Wie wir hören, dürfte der Grund für die Verzögerung der Entscheidung darin liegen, datz man zunächst noch einige Fragen Hären will. Vor allem dürfte man noch die Haltung der verschiedenen Parteien zu einem anders zusammengesetzten Präsidialkabinett seststellen wollen.
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fl. Berlin, 25. Nov. Der Reichstagspräsident E ö r i n g hat den Reichstag auf den 6. Dezember 15 Uhr ein-
Reichstag am 6. Dezember
Alterspräsident General Litzmann
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damals dir nationale Rechte lahmlegten. Das Spiel, das einscheinend in der Berichterstattung des Prälaten Kaas liegt, erweckt den Eindruck, als sollte den Deutschnationalen für das Scheitern der Verhandlungen eine Mitschuld zugeschoben werden. Die Haltung der Deutschnationalen in der ganzen Krisenwoche zeigt klar das Ziel, in Uebereinstrmmung mit dem Willen des Reichspräsidenten eine starke Staatsführung auf der Erundla, ie einer wirklichen Zusammenfassung aller nationalen Kräfte zu ermöglichen."
Pressestimmen
Nach dem Abschluß der Bemühungen des Prälaten Kaas schreibt die „E erma nia zur Laqe: Reichspräsident von Hindenburg hat in vollem Umfange die Entscheidung
„Ueber die Besprechungen zwischen dem Prälaten Kaas und Dr. Hugenberg ist bereits eine Pressemitteilung erschienen, die den Verlauf der Besprechungen, soweit die Aeutzerun- gen von Dr. Hugenberg in Frage kommen, zutreffend wiedergibt. Soweit bekannt gegeben, handelte es sich bei dem Auftrag des Prälaten Kaas um die Frage her Möglichkeit einer Mehrheitsbildung im Reichstag. Sn der Unterredung mit Dr. Hugenberg war von feiten des Prälaten Kaas weder von der „Bildung einer Not- und Arbellsmehrhett des Reichstags noch von einem „Not- und Arbeitsprogramm" die Rede, sondern nur von einem sachlichen Programm für eine parlamentarische Mehrheitsregierung. Das wäre die Wiederholung der Vorgänge von, 1927 B'cn, als unter Zentrumsleitung d,e be-
en Richtlinien aufgestellt wurden, die
ft. S e r I i n 25. Nov. Amtlich wird gemeldet: „Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag um 17 Uhr den Führer des Zentrums, Prälaten Kaas, der ihm über feine heutigen Besprechungen mit dem Vorsitzenden der NSDAP„ der DNBP., der BVP. und der DVP. über die etwa noch vorhandenen Möglichkeiten zur Bildung einer Not- und Arbeitsmehrheit des Reichstages berichtete.
Prälat Kaas hat in diesen Besprechungen an die Führer der genannten Parteien in erster Linie die Frage gerichtet, ob sie ebenso wie die Zentrumspartei bereit seien, sich an Beratungen über ein sachliches Not- und Arbeitsprogramm für eine Mehrheitsregierung zu beteiligen. Diese Frage ist von dem Vorsitzenden der BVP. und der DVP. bejahend beantwort worden. Der Vorsitzende der DNVP. hat die Beteiligung an solchen Beratungen als im Widerspruch mit der gesamten Haltung seiner Partei stehend nicht zugesagt. Der Vorsitzende der NSDAP, erhärte, an sich entspreche die Feststellung der sachlichen Grundlage für eine etwaige Mehrheits- regierung durchaus seinen Auffassungen. Auf Grund der Erfahrungen der vergangenen Tage und der Ueberzeugung, dah auch einem positiven Ergebnis einer sachlichen Beratung seitens einfluhreicher Stellen keine Folge gegeben würde, halte et eine Beteiligung seinerseits nicht für vertretbar.«
„Auf Grund dieser Feststellung bat Prälat Kaas den Herrn Reichspräsidenten, von einer weiteren Fühlungnahme mit den Parteien absehen zu dürfen.«
Der Herr Reichspräsident dankte dem Prälaten Kaas für seine Bemühungen.
Die Entscheiduna des Reichspräsidenten für hente erwartet.
ft. 8 e r I i n, 26. Nov. Nach dem Scheitern der Versuche über die Bildung einer parlamentarischen Mehrheits-Negierung ist die Initiative in die Hände des Reichspräsidenten wieder znrückgelangt. Es wird nunmehr mit der Bildung einer Präfidial-Regiernng gerechnet, die jedoch eine erheblich andere Zusammensetzung aufweisen wird, als die bisherige Regierung. Der Reichspräsident wird im Laufe des Sonnabends seine Entscheidung treffen. Es werden die Namen Schleicher, Meißner, Eörde- ler, Peurath, Bracht, Eetzler und andere als etwaige Kanzler-Kandidaten genannt. Mit Sicherheit steht fest, dag in der Besetzung des Nutzen- und des Wehrministeriums keine Aenderung eintreten wird.
Erklärung der DNLP.
Berlin, 25. Nov. Zu der amtlichen Veröffentlichung des Berichts, den Pralat Kaas über das Ergebnis der nnt den Parteiführern geführten Besprechungen an den Reichspräsidenten erstattet hat, wird von seilen der Deutschnationalen Volks- Partei folgendes mitgeteilt:
darüber, welche Regierung er Vun m eifflK der schwersten Stunden Deutschlands zur Führung des Reiches berufen will. Mrt dieser Entscheidung trägt er zugleich eine ungeheure Verantwortung. Die politischen und sozialen Verhältnisse unseres Vaterlandeshaben sich in kritischer Weise zugespitzt und sind durch die Vorgänge der letzten Tage wohl noch verschärft worden. Sn diesem Augenblicke hängt alles davon ab, dah der Reichspräsident als treuer Sachwaltei des Volkes im Geiste der Ueberpafterlichkcft und der Versöhnung, der seine Amtsführung rm-
Wemr eine parlamentarische Regkerirng auf Schwierigkeiten stoße, müsse man ein preußisches Beamtenkabinett oder ein Par« teipvlittsch nicht gebundenes bilden.
«Abg. Hrnkler (Natsvz.) sagte in seiner Polemik gegen die Kommunisten, ein Sowjetdeutschland werde erst kommen, wenn der letzte Nationalsozialist kämpfend zu- sammengebrochen sei. Ewig werde der Reichskanzler von Papen und der Reichskommissar nicht „ehrenamt- licher Propagand achef der Kommunisten" sein können. Die jetzige ungesetzliche Regierungsart müsse beschleunigt, eventuell auf dem Wege über eure ordnungsmäßige Reichsgewalt, die ttagbar sei, bereinigt werden; sonst gebe es ein Ende mit Schrecken.
-Als Abg. Frau Wachenheim (Soz.) das Wott erhall, verlassen die Rattvnal- sozialisten den Saal. Die Rednerin erklärt, ebenso mangelhaft wie die augenblickliche Reichsgesetzgebung auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung ser dies auch hinsichtlich der Iagendwohlfahrts- pfleae. Der Erlaß, wonach die Fürsorgeerziehung mit dem 19. Lebensjahr enden soll, ser sachlich mangelhaft und prakttsch undurchführbar.
Abg. Fechner (Soz.) hall den Ra- tivnalsvzialisten und Kommunisten vor, daß sie keine Wege gezeigt hätten, wie den Gemeinden geholfen werden könne.
Gegen 18 Ahr ist die Aussprache über die Gemeindestnanzen und Erwerbslosen» frage beendet. Die Debatte über Sondergerichte und Berliner DerkehrSstreik wrrd auf Samstag, 10 Ahr, vertagt.
Kein 585. Reichstagsabgeordneter.
Berlin 25. Nov. Durch die Presse geht die Nachricht, daß im Wahlkreis Düsseldorf-West den Kommumsten ern weiteres Reic^tagsmandat zugesprochen worden sei, womit sich die Zahl _ der Reichstagsabgeordneten auf 585 erhöhen würde. Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. erfähtt, trifft diese Nachricht nicht zu. Sie beruht offenbar auf einer Verwechselung, da in der Sitzung des Kreiswahlausschusses in Düsseldorf kein wefte- res Mandat zugesprochen worden ist. Die Kommunisten behalten nach wie vor 100 Abgeordnete, und die Gesamtzahl der Abgeordneten beträgt nach wie vor 584, Vie das in der Sitzung des ReichswahlauS- schufses bereits abschließend festgrstellt worden ist. •
mer ausgezeichnet hat, der Krise eme Losung gibt, die den Weg zu der so bitter notwendigen politischen Entspannung des Volkes findet. Wir hoffen von dieser Lösung, daß sie unter den leidenschaftlichen Streft der letzten Monate wenigstens insoweit emen toanuB« strich zieht, als sie neuen M ä n n e r n dre Chance gibt, das vorhandene Mißtrauen zu mindern und neues Vertrauen zu erobern.
Der „Lokalanzerger" berichtet über eine von deutßchnationaler Seite cnrfgestellte Forderung, daß das kommende Kabinett der verschärften augenblicklichen Lage durch umfangreiche Neubesetzungen gegenüber dem bisherigen Kabinett von Papen Rechnung tragen müsse. Die rnnenpolllischr Lage tet natürlich durch die neue Kampfansage der Nationalsozialisten und durch das Schellern aller Bemühungen des Reichspräsidenten, eme parlarnentariche Mehrheftsbildung zu erreichen, wesentlich ernster geworden.
Die „Börsenzeitung", die von einem „■hüben Ende" spricht, gibt ebenfalls der Hoffnung Ausdruck, daß sich vielleicht doch noch verantwortliche und führende Männer der Rechten finden mögen, denen es ttotz des Sieges, den in diesen Tagen die Form über den Sinn erfochten habe, notwendig und möglich erscheine, die 44 Prozent der nationalen deutschen Wählerschaft als geschlosiene Masse auf die deutsche Schicksalswaage zu legen.
Die „D. A. Z." Mrt aus: Jedermann kann verstehen, datz Hindenburg schwere oher fast unüberwindliche Bedenken, gegen irgendeinen Politiker haben kann, die es ihm verbieten, mit diesem Manne als Reichskanzler zusammenzuarbeften. Wenn sich aber nach größter Bemühung, mit der man nach.einem anderen Weg suchte, schließlich herausstellte, datz die verantwortliche Mllarbell der NSDAP in der Reichsregierung um kernen anderen Preis zu erhalten war, ms um den Preis der Ernennung ihres rtuyrers jum Chef der Regierung., dann wagen wir nicht zu entscheiden, bei welchem Entschluß die größere objektive Staatsnotwendigkell lag. Auf diesem Höhepunkt des Konfliktes gstll es für alle Deutschen, denen es mrt der Sorge um das Gemeinwohl ernst ist, nur einen Wunsch und eine Aufgabe: die Hoffnung nicht sinken zu lassen und alles zu tun, um schließlich doch noch eine Lösung herbeizuführen. Das ist nicht vollständig ausgeschlossen.
Wenn man die Hoffnung wirllich aufgeben wollte, datz in letzter Stunde doch noch eine
Die erste Reichstagsfttzung am b. Dezember wird voraussichtlich, wie stets, nur die Konstituierung des neuen Reichstages bringen. Sie wird diesmal von dem nationalsozialistischen Abg Litzmann als Alterspräsident g eiertet. Nur bemr Wen Reichstag gestaltete stch schon, die konstllme- rende Sitzung zu einerDauersttzung, da man mit Rücksicht auf den Wunsch, möglichst schnell ein arbeitsfähiges Haus ZU schaffen, an den Namensaufruf sofort die Wahl des Präsidiums schloß. Ob man auch diesmal dieses beschleunigte Verfahren wählen wird, ist noch nicht sicher, und hängt wahrscheinlich von dem weiteren Verlauf der polllischen Entwicklung ab. Auch die Personenfrage rst noch nicht geklärt, und wird kurz vor dem Zusammentritt des Reichstages noch Besprechungen zwischen den Parteien notwendig machen. Die NSDAP erhebt als stärkste Frattion natürlich Anspruch auf den P o st en des Reichstagspräsidenten, und wird aller Voraussicht nach dafür wieder den jetzigen Präsidenten vorschlagen.
Preußischer Landtag
Berlin, 25. Nov. Der Preußische Landtag beendete am Freitag die Aussprache über das Kapttel Regierung der Reichskommissare in Preußen. Die Abstimmungen sollen erst später erfolgen.
-Abg. Kasper (Komm.) ersuchte den Landatg, von sich aus die Bevölkerung zum Steuerstreik gegen die „faschistischen Kommissare" aufzurufen, die weder das Leipziger Artest noch Parlaments - beschlüffe achteten.
ikAbg. Dr. Hamburger (Soz.) sprach von einer Verhöhnung des im Leipziger Artest ausgesprochenen Appells auf Verständigung durch die Reichsstellen.
Namens der Zenttumsfraktion führte Abg. Dr. Lauscher aus, das Zentrum sehe sich nach dem Erlaß vom 18. Nov. genötigt, erneut und entschieden Rechts- Verwahrung einzulegen „gegen die willkürliche Handhabung der Rerchsverfassung, die in den Maßnahmen der Reichsregierung liege.
Abg. Schwarzhaupt (DVP.) ermahnte die Parteien, „die nach Lage der Dinge zunächst die Verantwortung tra- gen", endlich daran zu gehen, einen M i - nisterpräsidenten zu wählen.
öbechessische — 3cituno ~
Parlamentarische Lösung unmöglich
Auch, Kaas hat seinen Auftrag zurückgegeben - Entscheidung um einige Tage verschoben
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhefsen Anzeiger der amtliche« Bekanntmachung«« siir Stadt und Kreis Marburg