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Marburg, den 20. November 1982

Beilage zur Sberhesflschen Zeitung, Marburg /Lahn

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Warum Göring verhandelte.

Berlin, 20. Nov. An die Verhand­lungen, die heute nachmittag beimNeichs- tagspräfidenten Göring stattgefunden haben, schloffen sich noch interne Be­sprechungen bei den National- sozi allsten im „Kaiserhof", wo auch Adolf Hitler wohnt, und in engerem Kreise der Zentrumsführung. Von unter­richteter Seite erfahren wir, daß die Ein­ladung Görings zu Besprechungen nicht nur auf das Zentrum und die Deutsch­nationalen beschränkt ist, sondern sich auch auf Deutsche Volkspartei und die bayerische Volkspartei erstrecken. Es ist also sicher, das? auch mit den Füh­rern dieser beiden Parteien verhandelt wird.

Zur Konstruktion dieser ganzen Ver­handlungen werden von nationalsoziali­stischer Seite folgende Gesichts­punkte unterstrichen: Die Nationalsozia­listen sind bereit, positiv die Aufgabe der Regierungsbildung in Angriff zu nehmen, wenn der Reichspräsident ihnen die Füh­rung überträgt, das beißt. 5>errn Hitler beit Auftrag erteilt. Dieser Auftrag liegt siisher nicht vor, und deshalb werden die Verhandlungen auch nickt von Adolf Hit­ler geführt. Vielmehr ist nach national­sozialistischer Auffaffung zunächst Reichs­tagspräsident Göring der gegebene Mann. Das werde einmal durch leine Stellung als Reichstaaspräsident bedingt, noch stärker aber durch die Tatsache unter­strichen, daß er von den Parteien gemählt ist, die vom Reichspräsidenten zur Fraae der nationalen Konzentration gehört mor­den sind. Seine Unterhaltungen M''t bin Parteien gehen von der Frage bet Rei-* -;- tagseinberufvng aus, gelten weiter der Stellung der Parteien zum. Kabinett Papen und von da aus den Möglichkeiten, die zur Bildung einer neuen Regierung führen können. Es wird betont, datz diese Verhandlungen nur informatorisch sind und vorbereitenden Charakter haben. ,

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H.l—1 Uhr.

ten Teil des Sonntags im Kaiserhof auf­gehalten und eine Reihe von Besprechun­gen mit seinen engeren Parteifreunden ge­habt. Ueber den Inhalt der Verhandlun­gen zwischen Nationalsozialisten und Zen­trum wird auf beiden Seiten aller- strengtes Stillschweigen be­wahrt, weil man unter -allen Umständen vermeiden will, datz der weitere Verlauf durch Indiskretionen gefährdet werden könnte.

Reichstagspräsident Göring hat auch versucht, mit den Deutschnationa­len in Fühlung zu kommen. Diese Absicht ist aber zunächst mißlungen, und zwar deshalb, weil die Deutschnationalen wohl erwartet hatten, datz Hitler selbst sich an sie wenden würde. Der „M o n t a g", der ja dem Geheimrat Hugenberg nahe­steht. berichtet darüber, datz die Verhand­lungen in der „etwas merkwürdigen Art" eingeleitet worden seien, datz Reichstags­präsident Göring am Sonntag nachmittag durch seinen Adjutanten Geheimrat Hu­genberg in das Palais des Reichstagsprä­sidenten zu sich bestellen ließ.

Dr. Hugenberz ließ nach der genann­ten Quelle darauf mitteilen, datz er Herrn Adolf Hitler wie stets, so auch jetzt zu einer politischen Besprechung zur Verfügung stehe. Er müsse es aber nach den Vorgängen der letzten Wochen ablehnen, einer in so un­gewöhnlicher Form erfolgten Auffor­derung des Herrn Neichstagspräfiden- ten Göring nachzukommen.

Kurrendesanger

wie sie an manchen Orten Thüringens und Sachsens noch heute bei besonderen Gelegenheiten und an hohen Feiertagen auf der Straße singen — eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten

Hitler mit der Kabinettsbildung beauftragt

Er soll den Nachweis einer arbeitsfähigen Mehrheit erbringen

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Anzeiger für (bas frühere kirrhefsifche) Oberhessen

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