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v- Marburger Stadtzettuag p SeschWene Mitgliederverfammlung
ter RESAP.
3m überfüllten großen und kleinen Stadtsaal hatte gestern die Ortsgruppe Marburg- Lahn der NSDAP, ihre Mitglieder versammelt.
Der erste Teil der alljährlichen Novemberversammlung war in traditioneller Weise den Toten Fewiomet .
Referendar Stoevesandl gedachte zunächst der Toten von Langemarck. die ihr Leben für ihr Volk gegeben hätten und die nicht vergebens gefallen seien. Die Toten von Langemarck und die des groben Krieges seien die Saat des kommenden Deutschlands geworden. Ihr Blut sei das Symbol des deutschen Freiheitswillens.
Sodann gedachte der Redner der toten Kameraden, die auf der „Niobe" im tiefen Frieden ihr Leben hingegeben hätten im Dienst für Volk und Vaterland.
Die Tage des November veranlaßten die Nationalsozialisten vor allem aber der Toten der jungen Bewegung zu gedenken. Am 9. November 1923 habe der Nationalsozialismus seine ersten Opfer bringen müssen. Die vor der Feldherrnhalle in München Gefallenen seien ein erschütterndes Bild deutscher Volksgemeinschaft. Die Zahl der Toten der nationalsozialistischen Bewegung sei von Jahr zu Jahr gewachsen. 3m letzten Jahre allein habe die SA, SS und Hitlerjugend über hundert Tote.
Die Nationalsozialisten aber wollten diesen mcht ein Denkmal von Stein aufrichten, sondern ein lebendiges Denkmal der Tat. So gelte auch heute in schicksalsschweren Stunden die Losung: lieb % Gräber vorwärts. ..diach kurzer Pause folgte die Eeneralmit- -lliederversammlung. in der Ortsgruvpen- und Kreisleiter Krawielktzki seinen Tätigkeits- b^rscht gab und die Durchführung der neuen politischen Organisation bekannt gab.
Zum Abschluß sprach als Vertreter der Gauleitung der in Marburg schon bekannte Gaugeschastsführer Friedrichs. Er gab die neuen Richtlinien der am 20. Novem- verstärkt einsetzenden Propaganda der NSDAP, bekannt. Er erinnerte, daß der heutige Tag der beste Beweis dafür sei, daß E 13. August Adolf Hitler die richtige Entscheidung für Deutschland getroffen habe.
Die Losung aber bleibe die alte. Kampf vis zum Sieg für ein neues Deutschland unter Führung des Nationalsozialismus. Treu stehe das nationalsozia-
Deutschland hinter seinem Führer Adolf Hitler! .
* Vermißt! Vermißt wird seit hem 8. Oktober 1932 der Kaufmann Philipp Fehrrnger, geb. am 3. Juli 1893 in Homburg v. d. H., 1,76 Meter groß, nut« ger, breitschulterig, dunkelblondes Haar, Scheitel links, gest. Schnurrbart, blaugraue Augen, lückenhafte Zähn«, Rase nach rechts gebogen, gr. anl. Ohren, hohe Stirn, Narb« von der Nasenwurzel bogen- fömng n. d. r. Auge verlaufend. Dunkel- grauer weicher Mlzhut, schwarzer Aeber- zieher, dunkelblauer Hackettanzug, niedr. Stehumlegkragen braune Halbschche, braunmelrerter Pullover. Fehringer ist unheilbar geisteskrank und hat sich am 8. Ott 1932 heimlich aus der Landesheilanstalt Kloster Haina entfernt. Zuletzt wurde er in Darmstadt gesehen, too er sich einen Tag im Stadtkrankenhaus hat auf» achmen lassen. Sachdienliche Mittei- hingen unter Tageb.-Rr. II 2801/32 Marburg-Lahn, Kriminalpolizei.
* Diebstähle auf dem Elisabeth« markt. Auf dem gestrigen Elisabethmarkt wurden von Ständen Strumpfe und eine Handtasche gestohlen. Der Polizei gelang es, die Täter — es handelt sich um zwei Mädchen — zu ermitteln und die gestohlenen Sachen sicher zu stellen.
* Fabrraddiebstahl. Trotzdem die Gerichte die Fahrraddiebe schwer bestrafen ereignen sich fast täglich neue Fahrraddiebstahle. So wurde gestern wieder ein Herrenfahrrad entwendet, von dem die Nummer und Fabrikmarke unbekannt ist. Das Rad hat schwarze Felgen, hochgebogene Lenkstange, Gepäckträger und Dynamolichtmaschine.
* Beim Holzhauen verunglückt. 3m Walde bei Moischt verunglückte gestern ein junger Mann beim Holzhauen. Er wurde der Ehirurgischen Klinik zugeführt.
* 100 000 Markgezogen. In der heu- Itgen Vormittagsziehung der Preußi'ch-Süd- detuschen Klassenlotterie wurde auf die Losnummer 11 830 ein 100 000«Mark - Gewinn gezogen. Das Los wird in beiden Abteilungen ht Halben gespielt, und zwar in der einen Abteilung in Berlin und in der anderen in Westfalen.
' Treibjagd. Gestern fand in der Gemarkung Niederweimar eine Treib- l'agd statt, bei der nicht weniger al« 72 Hasen und 1 Fuchs zur Strecke gebracht wurden. Das Schüsseltreiben bei einem Jagd- pächter verlief zur Zufriedenheit aller 3agd- teilnehmer.
• Museum. Am morgigen Sonntag ist die Dantzer-Ausstellung zum letzten Mal geöffnet und zwar durchgehend von 10 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags. Wie wir erfahren, hat der Kasseler Kunstverein die Marburger Ausstellung geschloffen übernommen: sie, wird im Tiziansaal bet Staatlichen Gemäldegalerie in Kaffel gehängt werden.
* Weihnachtsrückfahrkarten Weihnachten 1932. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft hat beschloffen, für den Weihnachtsverkehr 1932 wiederum Festtagsrückfahrkarten (33%% Ermäßigung in 2. und 3. Klaffe auf den Personenzugsahrpreis. Hin- und Rückfahrt nur über die gleiche Strecke) einzuführen. Die Geltungsdauer der Festtags- rückfahrkarten ist auf die Zeit vom 21. Dez. 1932 bis 10. Januar 1933 festgesetzt und zwar gelten die Karten: für die Hinfahrt: nur an den Tagen vom 21. Dez. 1932 0.00 Uhr bis 1. Januar 1933 24.00 Uhr, für die Rückfahrt: nur an den Tagen vom 23. Dezember 1932 12.00 Uhr bis 10. Januar 1933 24.00 Uhr. — Genaue Bestimmungen über die Ausgabe bet Festtagsrückfahrkarten werben in ben nächsten Tagen noch vom Reisebüro veröffentlicht werben.
* Musikalische Feier st unde in den Stadtsälen. Wie im vorigen Jahre, so veranstaltet auch in diesem Jabre das Bruderhaus „T a b o r“, Seminar für Innere und Aeußere Mission, eine Musikalische Feierstunde »m Totensonntag. Wir glauben unsere Leser auf die im vorigen Jahre mit besonderer Freude aufgenommene Feierstunde besonders aufmerksam machen zu dürfen. Der Beginn der Stunde ist pünktlich um 20 Uhr. Der Preis ist den Verhältniffen entsprechend.
* Zur Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof am morgigen Totenfest 15 Uhr. Die Reihenfolge wird sein: 1. Musikstück „Gebet" von Gluck (Musikkorps Ausbild^ Batl. Jnf.-Regts. 15): 2. Gemeinsames Lied; 3. Eesanavortrag (Mannergesangverein „Lieberverein Z ; 4. Ansprache (Pfarrer Beet« hoff); 5. Gemeinsames Lied; 6. Kranzniederlegungen durch die Bertreter bet geladenen Behörden, Vereine, Verbände sowie der Studentenschaft; 7. Gesangvortrag (Männergesangverein „Lieberverein"); 8. Musikstück Largo mit dem Lied „Sei getreu bi, in den Tod von Neithardt (Musikkorps Ausbilb» Batl. Jnf.-Regts. 15
Finale des 2. Akts, wo der Graf zu den Füßen der Gemahlin ffeht: „O, Engel verzeih mitt' — in der Kavatine „Heilige Quelle reiner Triebe im 2. Akt. ein Meisterwerk deklamatorischer Kunst. Die Reinhett und Wahrheit der Liebe, die uns Musik und Gesang vermitteln, bringt jeden Gedanken an ein frivoles Spiel der Gräfin zum Schweigen.
Johanna Klee legte in ihre Arien die Kleinode der Partitur, außer einer schönen Empfindung ben Wohlklang ihrer modulationsreichen Stimme. Die ihr an Emst und innerem Gehalt unterlegene Susanns erstand durch Gertrud Lungetshausen, Meisterschaft und Drolligkeit in vollem Leben und blieb dem bis ins kleinste ausgeführten einen Charakter an die Stelle einer Opernfigur stellen, den Figaro, Karl Fäcknitz, ebenbürtig zur Seite. Reizvoll gab sie der Zofe heitere^ schelmische Natur und offenbart in oem Verkehr mit dem Pagencherubin ihr Mitgefühl in der Beobachtung des heftigen Zwiegesprächs zwischen Graf und Gräfin. Mit einer Hellen, weichen, sehr sympathischen Sopranstimme verstand die Künstlerin es wunderbar, den Tertinhalt in der jeweiligen Tonlage musikalisch auszuschöpfen und durch ihre gewinnende Dor, ttagsweise das Publikum für sich einzunehmem Margarete Wildgruber verkörperte in dem Cherubin, dem holdesten aller Opern- pagen, das Element der Uebergangsjahre — wofür die Künstlerin etwas zu reif spielte, temperamentvoll, schelmisch, ein wenig ver- nebt, ein wenig kokett in der Darstellung, bot sie gesanglich als Mezzosopranistin mit trag- rahiger Stimme, die hin und wieder etwas hart, aber sauber herausklingt, durchweg Beachtenswertes.
Magdalene Günzel fand sich mit der Rolle der Marcelline recht gut ab und war auch gesang-
Slk MM des Sisare
, Das Gastspiel der „Deutschen Musik- bühne' stand auf seltener Höhe. Man hotte m die Ohren raunen: „Das sind noch Mozattsangett'! Das Besondere an dieser Mozattaufführung liegt in der Zusammen- fasiung der Einzelleistungen, in einem eignen emhettlichen Stil, in der Konkurrenz zwischen Musik und Spiel und Bild.
Sans Oppenheim dirigierte mit Lust unb Liebe, schwelgend im Humor und in der Seligkeit dieser aus Geist und Gemüt erzeugten Musik, dem edelsten Abbilde des das annmtig Spielerische mit höfischer Vornehmheit und Unnahbarkeit durchdringenden Rokokos. Er übertrug seine temperamentvolle, nur an einzelnen Stellen noch einmal überfein zugespitzte Auffassung nicht bloß aus das belebt spielende Orchester, sondern auch auf die Künstler der Szene, und was man sah und hörte, war wirllich Beaumarchais, durch Mo- zatt veredelte „solle journöe" („Der tolle Tag") ein bezwingender Reigen von toller Laune und Schönheit, wobei man aus der Bewunderung der Kunst ins lachende Behagen am Stoff geriet und unterm Lachen wieder entzückt bewundette. — Das Orchester wies eine sehr erfreuliche, künstlerische Schulung auf, zeigte sich nicht nur als williges Instrument ihres Führers, sondern zeigte auch in der Ouvertüre und jm Zwischenspiel ein erfreuliches Eindringen in den Geist und in die Kunst dieser Opernmusik, die sich in gelegentlich schönen Phrasierungen, in deklamatorischer Betonung und Anpassung an die jeweiligen Auftritte und Szenen auf der Bühne kundgab. Das Spröde des Stoffes wurde biegsames, erwärmendes L-ben, eäffer Herzensschlag durchströmte jeden Ton, so im
* lotengebeeffeiet. Am lotenfemu tag, bem 20. November, 17 Uhr, findet auf Einladung bet Christengemeinschaft (Bewegung für religiöse (Erneuerung) eine Feier zum (Bebenfen an die Toten In Form von Rezitation und Musik statt im Raum der Christen, gemeinschaft, Nicolaistraße 1.
* Jahresfest bes Et. Elisabeth« Vereins. Wie im Anzeigenteil dieser Zeitung bereits mitaetetlt wurde, hält bet St. Elilabethvetein (Verein für Innere Mission in Marburg) am kommenden Dienstag, bem 22. bs. Mts., im St. Elisabethhaus ht schlichter Weise sein Jahresfest ab. Herr UniversttStsprofeffor D. Dr. Hermelink wird ein- Vortrag über „Gustav als Held und Christ" halten. Alle Mitglieder und Freunde sind herzlich eingeladen.
' Evangelische Frauenhihfe. Wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, wird am Dienstag, dem 22. d. Mts., abends 8 Uhr, im Rahmen eines Gemeindeabends für alle ©emeinbeglieber ber Film „Der große Strom" zur Aufführung gelangen. Er bringt Bildet von stärkster Eindringlichkeit aus der erschütternden Not der Mütter unseres Volkes, zeigt aber auch die gesunde, lebens- und glaubensstarke Frau, die die Zukunft unserer Nation gestaltet Umrahmt merben biete Bilder vom Leben und Werk der deutschen Mutter von herzerfreuenden, schönen Landschastsbildern in Meer, Wolken, Gebirge und Flachland. Möge der Film auf seiner Wanderung durch die deutschen Lande auch m unserer Stadt seine eindringliche Wirkung nicht oerfeMen. — Karten sind im Vorverkauf im Phllippshaus und in der Buchhandlung Sonnenschein zu haben. Die Frauenhilfe ber Pfarrkirche fällt am Montag. dem 21. d. Mts., aus und findet sich statt dessen am Dienstag zu dem Gemeindeabend ein.
* Flurnamen in Hessen und Nassau. In der Vortragsreihe, die der Verein für Heimatschutz und der Hessische Eeschichtsverein in diesem Winter veranstalten, spricht am Montag, dem 21. Nov., abends 8y2 Uhr im Hörsaal des Instituts für Leibesübungen (Saalbau) Bibliotheks- rat Dr. B. Martin über: „Die Flurnamensammlung in Hessen und Nassau, ihre Ziele und Aufgaben." Lichtbilder werden die Anschauung vermitteln.
Auch für unsere Gebiete ist die Flurnamensammlung, deren Wert in allen deutschen Landen längst erkannt ist, eine dringende Notwendigkeit. Wie die alten Sitten und Bräuche unserer hastenden Zeit zum Opfer fallen, so sind auch die Flurnamen in Gefahr, durch die modernen Neueinteilungcn der Fluren (Verkoppelungen) außer Kraft gesetzt z'- werden und allmählich zu verschwinden. Da gilt es durch schnelle Sammlung die meist alten Namen für die heimatliche Kulturforschung zu retten. Alle für die Heimat Interessierten sind herzlich willkommen. Eintritt ist frei.
Mitteilungen aus dem Leserkreise
Täglich führt mich mein Weg mehrmals ben Steinweg heraus und somit an den neu- gepflanzten Akazienbäumchen vorüber: fast jeden Morgen muß ich feststellen, daß von diesen Zweige ober Aeste frisch abgerissen sind. Einer ist schon fast seiner ganzen Krone beraubt, er steht an ber Stelle, an der schon voriges Jahr ein anderer gestanden hat, der aber auch aus demselben Grunde entfernt werden mußte. Das Abreißen erfolgt meist bei Sladjt, beim am Tage habe ich noch nie etwas gemerkt: spielende Kinder kommen also weni- ;get in Betracht, als die „reifere" Jugend, die bei Nacht ihr Unwesen treibt und solchen Banbalismus verübt. Schämt sich diese Qhigenb nicht vor solcher Zerstörungswut?
lich nicht übel disponiert. Olaf Strand- berg war als Graf Almaviva, gut angelegt und vornehm, ein glaubhafter Grandseigneur in Haltung, Gebärde und Mimik. Er zeigte Temperament in der Darstellung und verbindet mit einem angenehmen Organ eine nicht große, aber ausreichende Tenorstimme von ge- falligem Wohllaut. Karl Fäcknitz als Figaro verkörperte die Heiterkeit, Beweglichkit und Schalkhaftigkeit unaufdringlich und von angenehmer Natürlichkeit. Er zeigte edle Tongebung und feine Auffassung." Sein weicher, allen Lagen gerechter Bariton wirkte sich bedeutsam aus. Aus ber Arie im 4. Akt gestaltete er ein Vortragsstück von einbrir.g-- Uchster Wirkung. Trefflich hatte Lothar Wi'e- berg den süffisanten Sntrigenten Basilio gezeichnet. Hans Müller schuf als Dr. Bartolo eine derbkomische Leistung, in der das Wesentliche faßlich herauskam. Mit gut gepflegter Technik paart sich eine weiche Baßstimme, stimme.
Ganz prachtvoll klangen die vortrefflich einstudierten Ensemblegechnge in jeder Gemeinschaft, wie sie gegeben waren. Die Szenen wurden mit musikalischer Delikatesse > nd Intelligenz geboten. Bewundernswart war die ungeminberte Gesangsfteubigkeit und harmonische Einstellung bis zum Schluffe. Auch ber Chor konnte in Ehren bestehen. Die Regie, Subert Franz hatte geschickt und vorsichtig die ynamik ber komischen Effekte zu steigern verstanden. Oppenheims aufflammenbe Führung ließ auch auf die Szene Funken überspringen, und am Schluß wurden Diriaent und Darsteller stürmisch und oft ar. die Rampe gerufen.
—p—m.
Ist Re beim schon soweit gesunken, baß fte ihren Uebermut an solchen Däumchen auslassen muß, die ihr nichts getan haben und doch wohl zur Derschönerung unserer Stadt bienen sollen?
3ch hoffe, baß bisse Zeilen dazu beitragen vor solcher Zerstörungswut abzuschrecken uns, bitte alle Mitbürger, etwaige Beobachtungen sofott festzustellen unb zu melben, damit dir Leute ber verdienten Strafe zugeführt wer- ben, die am besten in einer Tracht Prügel mit ben abgerissenen Aesten bestäube.
Vielleicht widmet auch die Polizei diesen Bovgängen etwas mehr ihr Augenmerk.
.....r.
An nufere Agenturen!
Ab heute fügen wir die Zeitungen für die Abonnenten, welche ab 1. Dezember bestellt haben, bei.
SMüMelle ber vberhefs. Zeitung.
Tagesanzeiger.
Sonnabend, 19. November.
$ergnfigmtgsan$eigtr.
Kratz'sche Bierstube, Marktgasse: 17 und 20 Ahr: Künstlerkonzert Der Kapelle Willy Otto.
Cafe Markees, Reitgasse: Ab 16 n. 20 Ahr: Konzert, Hansi Nuttsch mit seinem Orchester.
Cafe Detter, Reitgasse: Ab 20 Ahr: Bobby Müller und seine Solisten.
Stadtteller: 20 Ahr: Künstlerkonzert.
Restaurant Daub, Frankfutter Str.: 20 Ahr: Konzert mit Tanzeinlagen.
Capitol, Biegenstraße: 17 und 20.15 Ahr: „Wie sag 'ich's meinem Mann?"
Kamera, Kasernenstraße: 17 u. 20.15 Ahr: „Mensch ohne Namen".
Versammlungen, Bortrage, sportliche
Veranstaltungen «sw.
Marburger Konzert-Derein e. D.: 20.15 Ahr in der Luch. Pfarrkirche: Oeffenü. Hauptprobe der Totenmesse und De» deum.
Sonntag, 20. November. Sergnügungsanjeiger.
Schloß-Cafe, Marburg: 15.30 Ahr: Konzert.
Capittll, Biegenstraße: 15.30. 17.30 und 20.15 Ahr: Wie sag' ich's meinem Mann?"
Kamera, Kasernenstraße: 15.30. 17.30 und 20.15 Ahr: „Mensch ohne 2tdmen*."~
Cafe Markees, Reitgasse: Ab 16 u. 20 Ahr: Hansl Nuttsch mit seinem Orchester.
Cafe Vetter, Reitgasse: Ab 16 und 20 Ahr: Bobby Müller und seine Solisten.
Kratz'sche Weinstube, Marttgasse: 17 und 20 Ahr: Künstlerkonzett der Kapelle Willy Otto.
Stadtkeller, 20 Ahr: Künstlerkonzett Al' Buesher mit seinen Solisten.
Restaurant Daub, Frankfurter Str.: 20 Ahr Konzett.
Bersammlungen, Vorträge, sportliche Veranstaltungen usw.
Kanarienzucht- u. Dogelschuhverein Marburg und Amgegend: Große Kanarien- ausstellung in den SteinDegsälen.
Jäger und Schützen: 11 Ahr: Antreten vor der Kaserne zur Kranzniederlegung.
Vereinigte Kr:egervereine Marburg: 15 llbr auf dem Ehrenfriedhof: Totengedächtnisfeier.
Braderhaus Tabor: 20 Uhr in den Stabt« Sälen: Musikalische Feierstunde.
Marburger Konzert-Verein e. V.: 20.30 Uhr in der Luth. Pfarrkirche: Totenmesse unb Tebeum.
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Letzte Meldungen
Adolf Hitler beim Reichspräsidenten.
st. Berlin, 19. Nov. Wie wir erfahren, hat der Reichspräsident heute vormittag um y212 Uhr Adolf Hitler empfangen. Obwohl man den Zeitpunkt der Besprechung geheim gehalten hatte, sammelten sich schon in den ersten Vormittagsstunden Schaulustige vor der Reichskanzlei und vor dem Hotel Kaiserhof an. Die Polizei hatte keine größere Absperrungen vorgenommen, sondern sorgte nur dafür, daß der Fahrdamm und die Einfuhr zur Reichskanzlei frei gehalten und der Verkehr nicht gestört wurde. Kurz vor 11 Uhr fuhr dann der Wagen des Reichs- tagspräfidenten Göring vor der Reichskanzlei vor. Göring hielt sich jedoch, nur eine knappe Viertelstunde bei Staatssekretär Meißner auf und kehrte bann in den Kaiserhos zurück. Um I/<12 Uhr erschien Adolf Hitler in Begleitung Göhrings vor dem Hotel und begab sich im Wagen zur Reichskanzlei. Die Menge brach auch jetzt wieder, wie schon bei dem ersten Erscheinen des Reichstagspräsidenten Göring in Heilrufe aus.