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Oberdesfistve Zeitung. Marvurg <l L. Bttttag, den 18. November 1932

Nr. 271

Aus -er Hingegen-

»rei» Rmrm«

Ib. Wetter, 17. Nov. Die hiesigen dies­jährigen Winteroeranstaltungen haben mit vem am vergangenen Sonntag im Saale des Gasthauses zur Linde gegebenen Konzert des Männergesangververeins Wetter begonnen. Trotz der gegenwärtigen allge­meinen mißlichen wirtschaftlichen Lage war der Besuch recht zahlreich. Die Erwartungen des Publikums wurden auch nicht enttäuscht, denn der Verein wartete mit einem Programm auf, das auch den anspruchsvollsten Besucher befriedigen mußte. Musikstücke Klavier und Violine wechselten mit Liedervorträgen ernsten und heiteren Inhalts. Vorwiegend waren es Volkslieder, die zum Vortrag ge­langten, aber auch in drei schwierigen Chören bewies der Verein sein Können. Der aus über 60 Sängern bestehende Chor zeigte sich voll­ständig in der Hand seines Dirigenten, das Stimmenmaterial war harmonisch ausge­glichen, Rhythmus und Dynamik wurden sorg­fältig beachtet, die Tonreinheit gewahrt, äußerst angenehm überraschte auch die exakte Aussprache. So konnte der Erfolg nicht aus­bleiben. Abends fand dann in demselben Lokal für die Mitglieder des Vereins ein ge­mütliches Beisammensein mit Tanzvergnügen statt.

Niederwetter, 18 Nov. Das Erup­penfest, verbunden mit dem Leistungssingen der Gruppe Oberlahn, findet im Jahre 1933 am 9. und 10. Juli in Niederwetter statt. Näheres wird später im Anzeigenteil bekannt­gegeben.

Lin Turn- und Spielplatz.

s Simtshausen, 17. Nov. Der hiesige Gesamtschulverband beschäftigte im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes 13 jugendliche Arbeitslose aus den Gemeinden Simtshausen, llnter-Simtshausen und Mellnau bei der Her- llelluna eines Turn- und Spielplatzes. Die Beschaffung eines derartigen Platzes war um so notwendiger, als der seither von einem Landwirt gepachtete Turnplatz wieder an seinen Besitzer zurückgegeben werden mußte. Da der Platz starke Unebenheiten aufwies, mußte er vor Beginn der Arbeiten abnivelliert werden. 3m Laufe dieser Woche mußten nun sämtliche Arbeitsdienstwilligen vorläufig die Arbeiten unterbrechen, weil die in dem Pro­jekt bewilligten Tagewerke verbraucht waren. Die vor einigen Wochen stattgefundene Besich­tigung des Platzes hatte die Kommission ver­anlaßt, sich für die Nachbewilligung von Reichsmitteln bis zur endgültigen Fertigstel­lung des Platzes auszusprechen. Diese Nach­bewilligung konnte aber nur dann vertreten werden, wenn die bei der Anlage gebrochenen Steine für Zwecke des freiwilligen Arbeits­dienstes freigemacht würden.

f. Amöneburg, 16. Nov. Unter großer Beteiligung aller Kreise feierten heute die Eheleute Wilhelm Bien das Fest der gol­denen Hochzeit. Nachdem morgens um %9 Uhr die kirchliche Feier stattgefunden batte, wurden dem Jubelpaare zahlreiche Ehrungen erwiesen. Der Kriegerverein und der Kath. Eesellenverein brachten abends um 8 Uhr dem Jubilar als ihrem Mitbegründer und treuen Mitglieder einen F a ck e l z u g unter den Klängen der Stadtkapelle. Der Herr Kaplan als Präses des Gesellenvereins über­brachte besten Glückwünsche und überreichte ein Geschenk. Die Vorstandsmitglieder des Kreiskriegerverbands Kirchhain Oberstlt. a. D. Freiherr Schenk zu Schweinsbrg-Burq, Flor und Hohl übermittelten die Glückwunschschrei­ben des Preußischen Landes-Kriegerverbands, des Kreiskriegerverbands und derFriedrich von Goldammer-Stiftung" und überreichten deren Ehrengabe im Betrag« von 80 jK. Der Vorsitzende unseres Kriegervereins Kamerad Joseph Graff feierte den Jubilar, der einst bei den Garde-Jägern gedient hat, als vorbild­lichen Soldaten, treuen Kameraden und guten Deutschen und wünschte ihm einen langen, sonnigen Lebensabend.

WSschediebftahl.

Stedebach, 18. Nov. Noch immer besteht auf dem Land« die Sitte, Wäsche über Nacht .im Freien hängen zu lasten. Dies mußte ein hiesiger Einwohner damit büßen, daß der große Unbekannter einen Rucksack voll Wäsche im Werte von etwa 50 jK mitgehen hieß. Dem Täter ist man auf der Spur.

«rett Somderg

Der arme Treiber....

--Homberg, 18. Nov. Bei einer Treibjagd im oberen Ohmtal hatte ein Schütze das Pech, eine Schrotladung einem Treiber in den Oberschenkel zu schießen. Es mußten 29 Schrotkörnei entfernt werden. Der Pechvogel hat den Schaden zu tragen.

Aus dem StNlrett

Gemeinden in Rot. Es konnten teilweise nur Teilbeträge der Unterstützungen gezahlt werden.

0 Biedenkopf, 17. Nov In einer Ver­sammlung der Wohlfahrtserwerbslosen in Breidenbach wurde Stellung genommen zu den Auszahlungen der Unterstützungen für die Wohlfahrtserwerbslosen. Mehrere Gemeinden find nicht in der Lag« geroefen, die Beträge voll auszuzahlen, sondern mußten Abschlags­zahlungen leisten.

Unterschlagungen von Stromgeld.

0 Gladenbach, 17 Nov. Der Kassierer des Stromgeldes von Ullendorf hat sich Unter­schlagungen zuschulden kommen lasten. Bei der Abrechnung hatte der Kassierer geringere Stromentnahmen gemeldet, als tatsächlich die Stromabnehmer bezogen und bezahlt hatten. Wie weiter bekannt wird, sollen wirtschaft­liche Gründe den Mann hierzu verleitet haben. Eine Untersuchung ist eingeleitet morden.

20 000 9LÄ Fehlbetrag im Gemeindeetat.

0 Weiden Hausen, 17. Nov. Die Auf­sichtsbehörde hat der Gemeinde die fünffache Bürgersteuer zudiktiert. Die Grundvermögens, steuer wurde auf je 350 Prozent, die Gewerbe­steuer auf je 450 Prozent festgesetzt. Die Ge­meinde hatte im Etat des Rechnungsjahres 1932 einen Fehlbetrag von annähernd 20 000 J( zu verzeichnen.

Kreiß Wittgeirtein

0 Laasphe, 17. Nov. Apf der Landstraße de, Wemlighausen ereignete sich ein folgen­schwerer Unfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Beim Einsammeln von Laub auf der Straße überhörte der Einwohner Krämer das Herankommen eines Autos. 3n dem Moment, als er die Straße über­schreiten wollte, erreicht« ihn bet Wagen. K. wurde überfahren und trug derart schwere Verletzungen davon, daß er bald darauf ver­schied. Den Wagenführer, der vorschriftsmäßig rechts gefahren ist, trifft keine Schuld.

ßMn-NaWu und NaWliMbiete

Großzügige Eizen Werbung.

Wetzlar, 17. Nov. Die Wetzlarer Ge­schäftswelt hat in Verbi ldung mit I n- dustrie und Landwirtschaft in den Tagen vom 12. bis 16. November eine großzügige Werbeaktion durchgeführt. Das Kernstück bildete eine große Gewerbe- schau, die in 14 Räumen einen umfassen­den Querschnitt durch das gewerbliche, in­dustrielle und landwirtschaftliche Schaffen un­seres Gebietes gab und für das heimische Erzeugnis warb. Etwa 15 000 Besucher konnten gezählt werdchn. Große ge- sellrge Veranstaltungen stellten sich allabend­lich ebenfalls in den. Dienst der Werbung, u. a. auch ein Vortrag der Leitz-Werke über

das Heine phototechnische Wunder, bte Leica, die jetzt ihre 100 000[te Auslage erleben konnte. In einet großen landwirtschaftlichen Kundgebung sprach am Montag der Prä­sident der Landwirtschaftskammer Wiesbaden, Hepp. Unter großen finanziellen Opfern war es für den Bußtag gelungen, eine füh­rende deutsche Fußballmannschaft, den ehe­maligen deutschen Meister, Spielvereinigung Fürth, in internationaler Besetzung nach Wetzlar zu verpflichten. Heber 5000 Be­sucher wohnten einem spannenden Kampf bei, in dem natürlich bte Fürther Sieger blie­ben. Die ganze Werbeaktion hat ihren Zweck voll erfüllt und neben dem ideellen Effekt auch viele wirtschaftliche Anregungen nach Wetzlar getragen.

Geheimrat Spieß 70 Jahre alt.

Frankfurt a. M 17. Nov. Der be­kannte Leiter der Hals- und Nasenklinil des Städti'chen Krankenhauses Frankfurt a. M., Geheimrat Professor Dr. Gustav Spieß, feiert am 18. November seinen 70. Ge­burtstag.

Polizeirat a. D. Philipp Beck« gestorben.

Offenbach, 17. Nov. Gestern mittag verschied nach kurzem, schwerem Leiden Po­lizeirat a. D. Philipp Becker, der als Vor­standsmitglied mehrerer Militäroereine sich über die Grenzen Offenbachs hinaus einen geachteten Namen erworben hat.

Am Röntgenapparat tödlich verunglückt.

Offenbach, 17. Nov. Dr. Eberle, der frühere, Oberarzt am Offenbacher Kranken­haus, ist gestern bei em er Röntgenaufnahme im kantonalen Krankenhaus in Münsterlin- gen am Bodensee tödlich verunglückt. Wie man hört, soll Kurzschluß die Ursache des bedauerlichen Unfalls sein. Dr. Eberle, der im 52. Lebensjahre stand, war über 10 Jahre Oberarzt am Offenbacher Stadtkran­

Deutsche Gerätemeistrrschasten

Arvy Kreuznach 1. Sieger

8000 Menschen hatten sich in der großen Berliner Ausstellungshalle einge­funden, um den E n d k a m p f um den Mei- sterschaftstitel zu sehen. Sie begeisterten sich 2Vs Stunden lang an den Kürübungen, die man in so vollendeter Sicherheit und Schönheit bei kaum einer anderen Ge­legenheit zu sehen bekommt. 8000 Menschen kehrten heim, mit der Ueberzeugung, daß das deutsche Kunstturnen zur Zeit auf einer Höhe steht wie nie zuvor. Diese Anerkennung durch oft wiederholten tosenden Beifall immer wie­der bestätigt, will, da Berlin nicht zu den eigentlichen Turnerstädten gehört, viel b e - sagen. Wer selbst Zeuge der vom Tum- verband Berlin ausgezeichnet vorbereiteten u. durchgeführten Veranstaltung war, weiß auch, daß der Erfolg verdient war.

Kurz nach 4 Uhr marschierten unter Fan­farengeschmetter hinter dem Banner der DT. und den Fahnen der Berliner Vereine die 22 Turner ein, die in den Pflichtübungen die höchste Punktzahl erreicht hatten. Nachdem sie in der Mitte der Halle auf einem dazu er­richteten Podium Platz genommen hatten, be­grüßte der 1. Vorsitzende der DT., Do­rn i n i cu s die Erschienenen, an ihrer Spitze den Berliner Oberbürgermeister Sa hm und General von Stülpnagel, den Vorsitzen­den des ReiHskuratoriums für Jugendertüchti- gung. Dann entbot Dr. Sahm bett Will- kommensgruß der Stadt Berlin. Deutsches Turnen sei eines der wertvollsten Ertüchti­gungsmittel für unser Volk geworden, weil es nicht nur die Stählung des Körpers, son­dern auch in gleicher Weise die Bildung des Charakters erstrebe. Danach begannen die Wettkämpfe.

1. Gerät: Barre«.

Erster Turner ist Eschwei, dessen 17 P. gleich darauf von Frey mit 17Vs P. Über­boten werden: aber er wurde übertroffen von dem Breslauer Hüls, der für seine Hebung 18 Punkte zugesprochen erhielt. Die gleiche Punktzahl erreicht der vorjährige 'Meister Krötsch sowie ber Berliner Mock und der Bremer Steffen, die damit an diesem Ge­rät am besten abzuschneiden vermochten, weil es keinem weiteren Teilnehmer gelang, eine höhere Punktzahl herouszuholen. Da der Frankfurter W i n t e r bei der Kreisflanke da­neben griff und für feine nicht vollendete Hebung nur 15 Punkte erhielt, rückte sein schwerster Gegner Frey an die Spitze. Steffen folgt auf dem dritten Platz, während renb Krötsch 3Vs Punkte zurücklag. Bei den dann folgenden

Freiübung«!

zeigte sich das Bestreben der Teilnehmer, Neu­land zu erschließen. Am stärksten kam es zum Ausdruck bei Hüls, der die Form der Gym­nastik in seine Kür einbezog. Glänzende Aus­führung brachte ihm zwar eine 18 ein. doch dürfte eine weitere Verfolgung dieser Art nicht zu empfehlen sein. Die Höchstpunktzahl erreichten Krötsch und S a n d r o ck, deren Hebungen, in einer vollendeten Form geboten, mit einer 19 bewertet wurden. In Schönheit und Eraktheit dürften ihre Ausführungen kaum zu überbieten fein. Was Gelenkigkeit und turi7erifche Eewaiibheit vermögen, wurde am nachfolgenden 'Gerät, dem

Pferd

sezei^k. Die ohne Versager durchgeführten Hebungen mit schwierigen Abgängen waren derartig schön, daß die Schiedsrichter nicht umhin konnten, die Leistungen mit Ziffern zu bewerten, wie sie an anderen Geräten nicht er­reicht wurden. Steffen und Wertholz-Hann.- Münden brauten es auf je 19& Punkte, und

drei weitere Turner Frey, Krötsch und Genß kamen auf je 19 P. Der Stand nach Beendigung dieses Kampfes zeigte Frey an der Spitze mit 160 P. vor Steffen 159 P. und Winter 158,5 P. Krötsch kam mit 156 P. schon hier für den Titel nicht mehr in Frage. Hohe Puntte brachte wie erwartet das

Turne» am Reck.

Die schwierigsten Hebungen und Abgänge setz­ten das Haus in Begeisterung. Vor allem als der Jmigrather S a n d r o ck eine Hebung vorführte, die mit der Höst erreichbaren Punkt­zahl (20) bewertet wurde! Frey errang 18,5 Punkte und damit den Sieg bereits sicher, während sein schwerster Gegner W i n t e r mit 19 P. und Steffens mit 18 P. den Kampf beendeten.

3m Anschluß an die Wettkämpfe fand so­fort die Siegerehrung statt, die der Oberturnwart der DT. Steding vornahm. Er überreichte den drei ersten Siegern, die sich als vollständig gleichwertig erwiesen hat­ten, unter dem Beifall des Hauses Kranz und Siegerurkunde. Unter Fanfarengeschmet­ter erfolgte der Abmarsch der Turner.

D« Siegerlist«.

I. Frey- Kreuznach 178,5 P, 2. Win­ter- Frankfurt 178, 3. Steffens - Bremen 177, 4. Krötsch-Rösfen 175,5, 5. Wedekind- Forst 172, 6. Hasler-Bornheim 170,5, 7. Iohnke-Berlin 170, 8. Kleine-Leipzig 169,5, 9. Eenß-Mainz 166,5, 10. Lorenz-Hannover und Sandrock-Imigrath je 166, 11. Stutte- Eichen 165, 12. Herrmann-Ulm 164,5, 13. Hüls-Breslau, Poop-Schleiz. Kanis-Königs- berg je 164, 14. Volz-Schwabach 162,5, 15. Eschwei-Pforzheim und Kindermann-München je 162, 16. Mock-Berlin, Wertholz-Hann.- Münden und Schenk-Brombach je 160.

Gau-Turnausschuß Hessen.

Im Mittelpunkt der Eauvorturnerstunde, die am Sonntag zu Gießen die neue Ausbil­dungsarbeit einleitete, standen di« auch für den Gau übernommenen allgemeinen Frei­übungen zum Deutschen Turnfest. In drei Gruppen wachsen aus der neuzeitlichen Kör­per- und Bewegungsschule masienwirksame und durch verschiedenartige Rhythmen belebte Hebungsbilder hervor, die in einem feierlichen Schlußchor mit vaterländischer Kundgebung ihren Höhepunkt finden. Nach anschaulicher Behandlung schwierigerer Kampfrichterfragen an Geräten vertauschte man den Turnboden mit dem Veratungszimmer. Einen kritischen Rückblick auf die verschiedenen Gauwettkämpfe stellten dankbar die wirksame Unterstützung in Gießen, Bad-Nauheim und Laubach beraus und gab wertvolle Anregungen für die Zu­kunft. Die Orte für das Gauturnfest (2. Juli) und das Eauvoikstumen (13. August) sind noch nicht bestimmt, das Gauwettschwimmen (16. Juli) kommt nach Erünberg, das Gau­frauenturnen (27. August) nach Heuchelheim bei Gießen. Die Pflichtübungen für die Winter-Gerätekämpfe (26. März) werden von P. Schüler (Wetzlar) und M Textor (Mar­burg) ausgewählt. Der Wehr'- und Eelände- sport für die deutsche Jugend wird nach den Richtlinien der D. T. in Pflege genommen. Unfall fragen werden wesentlich erschwert durch Rückstände in den Verbandsbeiträgen. Eau- oberturnwart Wilh. Will leitete die Hebun­gen und Beratungen, an denen sämtliche Be- zirks-Turnwarie und die Mehrzahl der Eau- fachwarte teilnahmen, mit Umsicht und Tem­perament und schloß mit einer Ehrung der 25- jährigen treuen Mitarbeit, die P. Schüler (Wetzlar) und A u g. B a st i a n (Alsfeld) als Bezirksturnwart« geleistet haben. B.

kenhcrus und genoß cts Chirurg einen- über die Grenzen Offenbachs weit hmausgehenden Ruf.

Polizei im Darmstadt« Stab trat.

Darmstadt, 17. Nov. Im Darm­städter Stadtrat kam es am Donnerstag­abend bet Beratung von kommunistischen Winterhilfeanträgen zu Tumultszen en, an denen sich auch ein Teil der Ealeriebesu­chet beteiligte. Ber den Ausführungen des kommunistischen Stadtrats F r ö b a sah sich Oberbürgermeister Mueller genötigt, bi« Po­lizei herbeizurufen, die Stadtrat Fröba aus bem Sitzungssaal entfernte und auch die Tri­bünen räumen mußte.

Burggraf Ferdinand Ditiberner gestorben.

Hanau, 15. Nov. 3m Alter von 75 Jahren ist ber lanbgräfliche Burggraf Ferbinand Ditiberner, ber drei Jahrzehnte lang als Kastellan bas bem Landgrafen von Hessen gehörende Schloß Philipps- ruhe bei Hanau verwaltet bat, gestorben.

Errichtung eines Kolonial-Ehrenhains bei Eisenach.

Der Ständige Ausschuß der Kolonialen Reichsarbeitsgemienschaft bat beschlossen, die seit zwei Jahren in kolonialen Kreisen ver­folgten Pläne der Schaffung eines Kolonial- Ehrenhains bei Eisenach aufzunehmen und zur Durchführung zu bringen. Ein großes Wald- geländ« in reizvoller Landschaft mit dem Blick auf die Wartburg und Eisenach soll als Na­turschutzpark erklärt werden. Zunächst ist die Schaffung eines Thing-Platzes für Kundgebungen der Verbände, insbesondere der Jugendbünde, vorgesehen. Die Arbeiten sollen auf dem Wege des freiwilligen ArbeitÄ>ienstes schon bald aufgenommen werden. Für später ist die Errichtung eines Ehrenmals und die Aufstellung von kolonialen Gedenkzeichen auf dem zu dem Thing-Platz und dem Ehrenmal führenden Waldvfade geplant.

WirWatt und Andel

Berliner Börsenbericht vom 17. Nov.

Die scharfe Zuspitzung der Regierungs­krise, die ihren deutlichsten Ausdruck in der Absage der Kanzlerreise gefunden hat, wirkte sich auf Beginn des heutigen Effektenverkehrs etwas stärker aus, obwohl schon die Rückgänge der letzten Tage mit der innerpolitischen Unsicherheit begrün­det worden waren. Die Notierungen lagen bis zu 1 Prozent, in Ausnahmefäl­len bis zu 2 y2 Prozent gedrückt. Das Ge­schäft war denkbar klein, und nur in Daimler war auf die vertagte Sanierung etwas stärkeres Angebot vorhanden. Am Berliner Geldmarkt machte sich heute eine Versteifung bemerkbar, obwohl der Medio überwunden ist. Maßgebend hierfür war die Tatsache, daß der rheinische Zahltag vor der Tür steht (am 20. ds. Mts ) und de. gestrige Tag ein Feiertag war. Tages­geld stellte sich an der unteren Grenze auf 4y8 Prozent. Privatdiskonten waren weiter eher angeboten. Es zeigte sich auch etwas Ausnahmeneigung. In Reichs­wechseln und Reichsschatzanweisungen waren die Umsätze nur gering, da die Banken sich langsam auf den Ultimo vor­bereiten.

Berliner Devisenbericht vom 17. Nov.

Helsingfors 6.0546.066, Wien 51.95 bis 52.05, Prag 12.46512.485, Buda­pest, Sofia 3.0573.063, Holland 169.18 bis 169.52, Oslo 70.5370.67, Kopen­hagen 72.2372.37, Stockholm 73.53 bis 73.67, London 13.8813.92, Buenos Aires 0.9080.912, Newyork 4.209 bis 4.217, Belgien 58.3758.49, Italien 21.56 bis 21.60, Paris 16.49516.535, Schweiz 80.9781.13, Spanien 34.3934.45, Dan­zig 81.8281.89, Japan 0.8490.851.

Berliner Eetreidemarkt vom 17. Roo.

Weizen 197199, Roggen 156158, Braugerste 170180, Futter- und Jndu- striegerste 161168, Hafer 129134, Weizenmehl 24.4027.25, Roggenmehl 20.2022.50, Weizenkleie 9.359.70, Rog­genkleie 8.608.95.

Frankfurter Schlachtviehmarkt v. 17. Nov.

Auftrieb: 850 (gegen 1016 am letzten Nebenmarkt), 536 (450) Schafe, 353 ( 600) Schweine und 73 (105) Rinder. Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber b) 3841, c) 3237, d) 2631; Schafe al) 2124, 5) 1720, c) 1416. Schweine nicht notiert. Im Preis­vergleich zum letzten Nebenmarkt gaben Kälber 12, Schafe 1 Mark nach. Markt­verlauf: Kälber und Schafe langsam, ge­räumt.

Erfindungen unseres Leserkreises

(nach arntl. Veröffentlichungen) von Patent­anwalt Dipl.-Ina. Hans Wolff, Berlin SW 61. Belle Alliance Platz 12.

Eebranchsmust«.

33c. 1237 669. Ferdinand Laubcheer, Marburg,. Metallfederspange für Zöpfe. 16 8. 32. L. 8790.

53c. 1237 239. Julius Wege, Cölbe. Räucher- und Aufbewahrungsschrank. 17.9. 32. W. 10191.

34b. 1238 419. Jakob Enau, Sterzhau- sen. Zerkleinerungsgerät für Kartoffeln, To maten, Gurken usw. 7. 10. 32. G. 8472.