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SportbellÄge bet „ÖbeWWbwt ZMuW-

VfV.-Kurhessen kann noch schießen

BfB.-Kuth. — 1900 Sieben 10:3 (3:1).

Wenn jemand, der dem Spiel nicht bei« gewohnt hat, dieses hohe Resultat hört, fragt er bestimmt: Ist denn der Sturm des BfB.-Kurh. so gut geworden oder ist die Gießener Hintermannschaft so schlecht? Letzteres trifft aber nicht zu. Mns fehlt der Gießener Elf, die Ausdauer. Eine Stund« lang kämpfte sie unverdrossen mit aller Energie und war so lange den Marburgern auch einigermaßen ebenbürtig, doch dann bauten die Spieler fast durchweg ab, und das machte sich bei der Verteidigung be- merkbar.

Es zeigte sich aber auch eine Besserung in den Stürmerleistungen des VfD.-Kuch. Erstmalig spielten Fischer und Süß zu­sammen. Wenn auch noch nicht alles so klappt« und harmonierte wie es sollte, so wirb es bestimmt wieder besser werden. Während Süß Spezialist in Kopfbällen ist, so bleibt bet Fischer der scharfe Schuh, rechts wie links, das beste. <Rne sehr gute Leistung bot heute die Läuferreihe, in die man Berndt als linken Läufer zurückge­nommen hatte. Er fand sich dort be­deutend besser zurecht, spielte sehr gut mtt Matthae zusammen, so daß auch dieser be­deutend mehr zur Geltung kam als am Dorsonntag. Berndt hatte aber auch den Vorteil, daß er dicht hinter dem Sturm blieb, wodurch der linke Flügel sich über richttg« Unterstützung nicht zu beklagen braucht«. In dieser Beziehung fiel Michel als rechter Läufer etwas ab; er zerstörte wohl recht gut, spielte aber zu defensiv, so daß zwischen ihm und dem rechten Flügel immer eine etwas große Lücke war. Röll, der als Ersah für Böttner Rechts­außen spielte, lieh sich ganz gut an. Durch eifriges Körpettrarning wird er di« ihm noch etwas anhaftende Angelenkigkeit be- feittgen, so daß er dann ein recht brauch­barer Spieler werden wird. Auf jeden Fall wußte er er, was er mit dem Ball sollt«. Er wurde von Süß auch in sehr guter Manier bedient. Durch die guten Leistungen der Läuferreihe bekam die Hin­termannschaft der Marburger nicht allzu­viel zu tun, wodurch sie manchmal etwas zu leichtsinnig spielte. Sowohl Schmitz als auch der als Ersatz für Wiese spielend« Weber rückten gar oft bis an die Mittel­linie auf, wodurch bei der enormen Schnel­ligkeit des Gießener Sturmes manche brenzliche Situatton entstand, von denen auch drer Gelegenheiten ausgenutzt wur­den. Diese Treffer wären bei richtigem Stellungsspiel, wenigstens zum Teil, zu vermeiden gewesen. Weyand selbst hatte fast garnichtS zu tun, was für ihn von Rachteil ist, denn dann wird er zu phleg- mattsch. Auf jeden Fall hätte er vor zwei Jahren alle drei Bälle gehalten.

Geleitet wurde das Spiel von Brandt (Marbach), der seinen Posten zur Zu­friedenheit beider Parteien ausübte. Ihm stellten sich die Marburger mit Weyand; Weber, Schmitz; Berndt, Matchae, Michel; Dietrich, Adorf, Fischer, Süß, Röll. Es

fehlten also Rueff, Böttner und Wies«. Don Anfang an übernahmen die Mar­burger das Kommando und waren leicht im Dorteil. Es dauerte aber eine Welle, bis der erste Treffer fiel. Doch bald da­nach glich Gießen durch weiten Schuß aus. Zwer weitere Tore bis zum Wechsel waren der Erfolg der leichten Ueberlegen- hett. Rach der Pause gingen die Gießener dann noch einmal ganz aus sich heraus; sie holten einen Treffer auf, Fischer stellte dann die alte Differenz wieder her, doch kamen die Gäste durch Aeberrumpelung der aufgerückten Marburger Derteidigung noch zu einem dritten Tor. Doch dann klappten sie ab. Die Aeberlegenheit der Einheimischen wurde drückend; sechs wei­tere Tore fielen, so daß «S einen zweistelli- Sieg gab. In die Erfolge teilen sich Süß mit 5, Fischer mit 4 und Adorf mit dem letzten Treffer. Hoffen wir, daß auch nächsten Sonntag im Punkttampf gegen Spielverein diese Schuhfreudigkeit archält.

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Pokalspiele.

Diederzwehren — Hermanni« Kassel 1: 4.

03 Kassel — Dura Kassel 1:2.

Borussia Fulda — Germania Fulda 2:0.

Göttingen 05 — Rortheim 3:2.

Wallau — Bottenhorn 2:3.

DfB. Gießen — Spv. Wetzlar 0:1.

Sonstig« Resultate:

Gladenbach — Dreihausen 3:4.

Sarnau — Frankenberg 5:2.

Cappel 1. — Schönstadt 1. 5:1.

Bürgeln 1. — Wehrda 1. 0:1.

Cölbe 2. — Oberrosphe 1. 4:1.

Goßfelden 1. — Schönstadt 2. 14:0.

Unterrosphe — Sterzhausen 2:6.

Cölbe 1. — Biedenkopf 1. 5:0.

Jugend.

Germania 1. — DfB.-Kurh. 1. 2:3.

Germania 2. — Bürgeln 1. 7:2.

Ockershausen Sch. — Germania Sch. 2:3.

Wehrda Sch. — DfB.-Kurh.. 2. Sch. 5:1.

Berbandsspiele in Süddeutschland:

GruppeMain:

DfB. Friedberg — Hanau 93 Verl, auf 20. November.

Die erste Sitzung -es Olympischen Ausschusses

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In der vordersten Reihe von links nach rechts: Der Berliner Oberbürgermeister Dr. Cabm, Erzellenz Dr. Lewald und Dr. Mulert, der Präsident des Deutschen Städtetages. Hinter Dr' Sahm Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin.

Unter dem Vorsitz von Dr. Lewald hielt der Olympische Ausschuß in Berlin seine erste große Sitzung zur Vorbereitung der Olympischen Spiele 1936 ab, deren Hauptkämpfe bekanntlich in der Reichs­

hauptstadt stattfinden werden. Ueber den Austragungsort der Olympischen Winter­spiele, die ebenfalls innerhalb der deut­schen Grenzen stattfinden werden, konnte noch keine Einigung erzielt werden.

Nr. 268

FSD. Frankfurt — Kickers Offenbach 1:0. Sportfreunde Frkf. — Eintracht Frkf. 0:2. Rot-Weiß Frkf. — Union Aiederrad 6:1. Germ. Bieber — DfL. Reu-Isenbttrg 1:1.

Grupp« Hessen:

Fdg. 06 Kastel — Al.-Ol. Worms 2:1. DfR. Bürstadt — Fvg. 06 Mvmbach 3:1. 1. FE. Langen — FSD. Mainz 05 2:2. Worm. Worms — SD, Wiesbaden 3:1. Olympia Lorsch — Viktoria Urberach 2:1.

Gruppe Nordbayern:

ASD. Nürnberg — FC. Nürnberg 1:2. Schweinfutt 05 — Spvg. Fürth 1:0.

Gruppe Süd bahern:

Bayern München — Wacker München 1:0. Jahn RegenSbevg — Schwaben Augsburg 1:2.

Gruppe Württemberg:

FC. Pforzheim — Germ. Brötzingen 4:0. Stuttg. Kickers — Union Böcftngen 2:3.

Gruppe Baden:

FD. Offenburg — Karlsruher FD. 0:5. Phönix Karlsruhe — Svg. Schramberg 7:1.

Gruppe Rhein:

Spvg. Mundenheim — Phönix Llhafen 3:1.

DfR. Mannheim — DfL. Neckarau 3:3.

Spvg. Sandhofen — SD. Waldhvf 0:5.

Gruppe Saar:

l.FC. Kaiserslautern — SD. 05 Saar­brücken 5:0.

FD. Saarbrücken — FK. Pirmasens 1:3.

Wetterbeohachtimgeii 13.14. Nev.

Höchste Temveratur am 13. Novemb. 5.2 Celsius Niedrigste Temperatur lebte Nacht 0,5 Celsius

Zeit

Barometerst. reduziert auf N.-N.

Tempe­ratur

Relative

Luft-

V

13.11.2 Ubr nachm.

13.11. 9 Ubr nachm.

14.11.7 Ubr vorrn.

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773.9 mm

774 5 tam

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OHLER - 1

4,2 Keli.

2.3 teil;

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871.

971.

891.

-BÖHLER

Weitergabe 30 Bahnhofttr. I

Marburg/Lahn Fernruf 2248.

Wetterbericht.

Das nordeuropäische Hochdruckgebiet breitet sich durch weiteren Druckanstteg über Polen nach Osten zu aus. Es hat jetzt in feinem Kern den außerordentttch hohen Druck von über 790 mm "reicht. Heber die baltischen Staaten streßt kalte Luft süd- südostwärts, die auch rn Deutschs land Abkühlung bringen wird Wenn mich die Witterung im wesentlrchen trocken bleiben wird, so tritt doch vielfach stärkere Bewölkung ein.

Witterungsaussichten für Dienstag: rm wesentlichen trockenes, aber bewölktes Wetter fortbestehend.

(Nachdruck verboten!)

Ser afinellne im Seuervlen

Roman von Heinz Stegiu4v«rt.

87. Fortsetzung.

Da hatte mich der Gastgeber auch schon angestoßen, sein Gesicht, das vom Schein der Kerze rötlich beschüttet wurde, wandte sich dem meinigen mit einer Feierlichkeit zu, die in mich überströmte, obwohl ich ge­lernt hatte, mißtrauisch gegen solche Stim­mungen zu sein. Lothar Quambusch sprach dies:

„Sagt mir, Leute, was hat euch eigent­lich hierher gettieben?"

Tobias schwieg, weil Manes zu antwor­ten hatte. Und Manes antwortete nicht, weil er noch feige war. Quambusch mußte weitersprechen:

„Keine Umstände, Manes Himmerod. Daß ich lebe, macht mich schuldig vor dir. Du hast etwas auf dem Herzen, — raus damit, die Reihe ist ja an mir!"

Ich schwieg immer noch.

„Ken Vertrauen? Schäm' dich und mach, daß du fort kommst!"

Da drückte ich das Kreuz durch, holte Luft und Hub an: „Herr, wie kommt es, daß Sie achthundert Morgen Erde haben, während ich ein armes Luder bin?"

Er lachte: „Ich habe sie nur dann, wenn ich sie jeden Tag erwerbe. Meines Vaters Großvater war ein Bauer mit einem Joch Ochsen und zwei Ziegen. Dieser Mann schuftete aber dreizehn Stunden am Som­mertag, und als er starb, pflügte des Va­ters Vater schon durch hundert Morgen Acker. Die Bauern seiner Nachbarschaft waren bequemer gewesen, taten nicht Nrehr als das, was man so eben noch Pflicht und Schuldigkeit nennt. Bis ihre Söhne das Erbgut vwckausten und in die Städte und Fabriken wanderten, weil

ihnen die Arbeit im Feld zu mühselig schien. So ließ .meines Vaters Ahn schon fünfhundert Morgen zurück, und als mein Vater auf dem Totenbett lag, sagten die Aerzte, die Lunge sei ihm an den Rücken gewachsen. Woher? Vom vielen Bücken, Himmerod, nur vom vielen Bücken! Run bin ist übrig geblieben, mein einziger Bruder liegt in Rußland begraben, und auch mich hätt' es beinah' erwischt, da kant aber einer, — nun, Himmerod? Da kam aber einer..."

Tobias blinkerte mit den Augen, als wollte er sagen, der Leutnant wäre jetzt reif. Mich quälten andre Gedanken. Meine Erfahrungen waren so düster, daß ich die Stimme des Mißtrauens immer noch nicht überhören konnte. Lothar Quambusch würde von der Bank fallen, wenn ich ihn jetzt mit meinen kühnen Plänen bestürmte.

Ich sagte: „Die Quambuschs sind immer fleißig gewesen, und sie konnten noch an das Glück im Fleiß glauben. Wie ergeht es aber mir und Millionen andern? Ich faulenze nicht und bleibe doch auf einem mürben Ast hocken!"

Quambusch runzelte die Stirn: „Fette Jahre, magere Jahre, nie ist das anders gewesen. Wir haben es entweder übel an­getroffen in diesem Wechsel, oder, hör zu, Himmerod, oder wir haben nicht mehr den Willen, uns für diejenigen, die nach uns kommen, die Lunge an den Rücken wachsen zu lasten! Sind wir Stümper, die mehr Wert aufs Versorgtsein legen als auf opfernde Arbeiten, dann rennen uns die Kommenden eines Tages über den Hau­fen!"

Der Landherr war reif. Ich raffte alle Kräfte zusammen: .Herr, — ich — ich — brauche etwas!"

„Was denn, Himmerod?"

„(Erbe, Land, Lehm, Boden, nennen Sie es. Mir Sie wollen!"

„Wieviel?"

Waren wir schon so weit? Ich blieb dreist: „Zehn Morgen! Ich will Steine brennen. Tobias und ich haben das ge­lernt. Das Reue muß vom Lande kom­men, dort find die Wurzeln heil geblie­ben. Ich weiß nur dies: Ich kann die Städte nicht mehr lieben mit ihren Lich­tern und Baskenmützen, mit ihrer Neger- mufik, ihren Plakatsäulen und ihren Schönheitsköniginnen. Vielleicht bin ich fanatisch, aber schaut sie an, die das ärgert--!"

Quambusch paffte blaue Kringel in den Abend: „Zehn Morgen? Für eine Feld­bäckerei? --Du sollst alles haben!"

Da sprang Tobias auf und beging eine Dummheit. Er schrie über den Tisch, daß die Kerzenflamme sich quer legte: „Schrift­lich machen! Schriftlich machen!"

Der Tollpatsch. Der Elefant im Por­zellanladen. Dieses Kind seiner Zeit. Ich boxte den Schöps auf die Bank zurück und mußte die Wunde wieder salben, die er geristen hatte: „Herr Quambusch, die Hand, unser Wort wird gehalten. Wann gehen wir in die Felder? Ich möchte bald anfangen mit der Arbeit!"

„Morgen früh, Manes. Und das noch: Ich habe fünfzig Morgen für eine Sied­lung freigemacht. Eine Sache, die sich lohnt. Ganz können wir Kleinen es nicht schaffen, aber versuchen wir, ein Beispiel zu geben. Wo soll denn Deutschland be­ginnen, wenn nicht im Herzen? Wollen mir uns gegenseitig umbringen? Oder haben wir einander zu gebären?"

Wir hatten uns vorgenommen, nicht über die Mitternacht hinaus an diesem Tisch zu plaudern. Aber die Kerze war längst geschmolzen, im Osten glühte schon die Morgensonne, als Quambusch und ich immer noch auf und ab gingen im Hof. Die Hähne krähten, die Tauben gurrten, eine festliche Frühe. Rur Tobias pennte

auf der Laubenbank mit hingelümmetter Sorglosigkeit. Wir erhitzten uns unter- desten rote Schulbuben, denn die Stedlung sollte ein Staat werden, und Quambusch, der Kopf, der dies ersonnen hatte, war ein Schwärmer und doch ein ganzer Mann, der auf den Tag und seine Forde­rungen zu hören gelernt hatte. Er warb schon seit Wochen Sparer für das Werk. Arbeiter, Beamte, frühere Mtlttar, Bauern, Lehrer. Gebende, die eine Sehn­sucht hatten und zu Nehmenden werden wollten. Haus an Haus sollten sie woh­nen, jedem sein Häppchen Garten, jedem seine Türbank für den Abend, damit er die Härte des Tages vergeste und sich versöhne mit dem Harm der Zeit. Und damit er auch seinen Boden habe, auf dem er verantwortlich blieb. Denn was fehlte den Hadernden heute? Daß sie Volk waren und Deutschland spürten. Und wo sollte dem neuen Sinn der Nation ge­opfert werden, wenn nicht im Heiligtum der Familie!

Maria schickte bald eine Antwort, die mich mutig stimmte: Fürstlich könne es mir nicht gehen, sonst hätte ich nicht ge­schwindelt. Sie kenne ihren Mannes und sehne sich nach dem Wiedersehen, zumal der Vater immer neue Dummheiten mache. Ich solle nicht erschrecken: Die Ziegelei der Selbachs habe Konkurs an­melden müsten!

Ich zeigte den Brief meinem Freunde Quambusch. Der zog ein bitteres Gesicht: „Ja, das ist jetzt so. Wer nicht mitkommt, bleibt liegen. Das wird noch viel Hunger geben. Wenn meine Ernte schief geht, würgt die Bank auch mir den Hals zu. Aber es geht nicht schief, Manes, es darf nicht schief gehen. Die Wühlmäuse find schon ausgeräuchert, nun müsten wir noch um Sonne bitten und um maßvollen Regen!"

(Fortsetzung folgt'