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Rach Feierabend

__________ Unterhaltungs-Beilage der Oberhessischen Zeitung____________

_ * flffl* S> < SJ. trenn sie sich bewährt hat. Auf keinen Fall

Fntereffantes von tiner alten Wissenschaft Z--

' Tycho de Brahe und Johannes Kepler tn

Astrologisches aus vier Fahrtausenben I ihren Bann gezogen hat. $

Uralt ist die Sehnsucht des Menschen, dte Zukunst entschleiern zu wollen. Aus den ver­schiedensten Dingen, aus den Traumen, dem Daaelslug, den Emgeweiden frischgeschlachteter Tiere, ja sogar aus Eigelb, Kaffeesatz und ben Skatkarten hat man die Zukunft herauszu­lesen versucht. Datz man dazu schließlich auch die Sterne zu Rate zog, ist nicht weiter ver­wunderlich. Denn den Einfluß der Sonne auf alles Lebende, ihre und des Mondes Vedeu- tuna für alle Witterungserscheinungen, für (Ebbe und Flut — dies alles erkannte man sehr bald. Nichts lag deshalb naher als der Gedanke, auch das Schicksal des Emzelmen- schen unterstehe den Gestirnen, und er führte ^ühzeit^ zur Begründung der astrologlschen

Nach den'alten chinesischen Annalen finden sich astronomische Beobachtungen lchon tm Jahre 2697 v. Ehr. Zu derselben Zett entstand auch die Astrologie. Neben den Chinesen und Indern waren es besonders hie ältesten Be­wohner Mesopotamiens, die Sumerer, die diese Kunst ausübten. Don diesen ging sie auf die späteren semitischen Volker Klem- afiens über. Auch die ägyptischen Priester bc- saken eine ausgebildete Sterndeule -unst. Zu den aröhten Astrologen der damaligen Zeit gehörte der Baalspriester Berorus. Von Aegyp­ten aus breitete sich die Astrologie über Grie­chenland und das römische Weltreich aus. Berühmte römische Astrologen waren em ge- wiffer Flrmanus, der aus den Konstellationen der Planeten den Untergang Roms berechnet haben soll, und Sulla, der den Tod des Kai­sers Caligula voraussagte. Dom 7. bis lö. Jahrhundert wurde die Astrologie besonders von den Arabern gepflegt. Sie übte m der Kolaeieit geradezu eine Art unumschränkte Herrschet über die Gemüter der Menschen aus. Mele Kreise gab es, die keme wichtige Handlung, keine Reise, keine Hochzeit wag­ten ohne vorher die Sterne befragt zu haben, ohne astrologische Beratung begannen die Fürsten keinen Krieg und keme wichsige diplomatische Verhandlung. -fct

Eine Weltberühmtheit war der grotzte Astrologe des 16. Jahrhunderts, Nostradamus der sich sein ganzes Leben lang btt Gunst Weier französischer Könige erfreute. Ost glaubten die Fürsten ihren Astrologen mehr als ihren klügsten diplomatischen Ratgeberm Dies Vertrauen hatte für andere oft sehr böse Folgen. So ließ der englische König Erich Xiv im Jahre 1567 den Staatsmann Sture und dessen ganze Familie ermorden, weil em Astrolog geweissagt hatte. derHerrscher wurde von einem blondhaarigen Manne gestürzt werden, und weil die Stures blond waren. Bekannt ist auch, datz der berühmte Sterndeu- ter Stöffler durch die Doraussage einer grohen Sintflut für das Jahr 1524 schlimmste Ver­wirrung unter der abergläubischen Menschheit anWteund dadurch Lle Menschen, die d« Ende der Welt für nahe bevorstehend hielten, zu einem wüsten Sich-Ausleden und zu uppi waren Anhänger der Astrologie, und ble Aerzte Cardanus und Paracelsus, die Astronomen Tycho de Brahe und Kepler übten diesi Kunst sogar persönlich aus. Kepler schneb 161» eine Schrift zur Verleidmung ber Ste™’ deutekunst gegen ungläubige Gelehrte In der Folgezeit waren es kwchl'che Kreise, die gegen die Astrologie voramgen. Dor allem aber haben die neuerwachenden exakten Na­turwissenschaften die Astrologie ruruckge- drängt, zumal sich immer wieder gewissenlose Charlatane dieser Kunst bemächtigten Sehr bald sah man em, datz dre Voraussagen der Astronomie, die sich auf die Sekunde: ge- nau bestätigten, weit über die vieldeutigen Prognosen gewinnsüchtiger Astrolr^en hmauo- raoten. Im nüchternen

schlietzlich hat man diese verächtliche Wifsen- schaft ganz und gar vergessen.

In unseren Tagen ist indessen das Inter­esse an der Sterndeuterei wieder neu erwacht, und die Vertreter der modernen Astrologie sind eifrig bemüht, sie als eine empirische Naturwissenschaft aufzubauen. Die eajte Astrologie unserer Tage geht äutzerst vorsich­tig vor und hat jedenfalls mit jenen Charla- tanen nichts zu tun, die auf Jahrmärkten und in billigen Kalendern und Traktätchen ihre Weisheit verkaufen. Sie will zunächst nur, ähnlich wie die ebenfalls so lange verachtete Graphologie, als charakterologische Wissen­schaft gewertet und anerkannt werden. Sie geht also vor allem auf die Diagnose aus und macht auf dem Gebiete der Prognose, der Voraussage, nur vorsichtig tastende Schritte. Neben manchen verblüffenden Er­gebnissen finben sich dabei — wie in jeder menschlichen Wissenschaft — auch schlimme Irrtümer. Die Grundvoraussetzung der Astrologie ist jedenfalls, das haben auch moderne Naturwissenschaftler und Philoso­phen wie Driesch und Berweyen anerkannt, einer ernsten Prüfung wert. Denn wenn Sonne und Mond fo einen geroolngen Einfluß auf das Leben dieser Erde avsüben, rote er von keinem vernünftigen Menschen geleugnet wird, dann ist es nicht absurd, einem etwaigen Einfluß der anderen gewaltigen Gestirne auf uns nachLUsorschen.

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Don Wilhelm Ackermann.

Wie geht man nun in der astrologischen Praxis vor? Um einen menschlichen Lebens­lauf ' bestimmen zu können, wird das Horo­skop. der „Stundenschauer", auf den Augen­blick der Geburt berechnet. Man nimmt ge­rade diesen, weil er natürlich besonders be­deutungsvoll und leicht feststellbar ist. Die Elemente der Astrologie sind: der Tierkreis mit feinen 12 Zeichen, der eine Zwölfteilung der Sonnenbahn vom Frühlingspunkt (21. März) aus gemessen darstellt, weiter die bei­den „Lichter" Sonne und.Mond mit den Pla­neten und vor allem die Winkelstellungen zwischen diesen Gestirnen. Jeder Planet, jedes Tierkreiszeichen, jedes astrologische „Haus" hat eine ganz bestimmte, durch die Erfahrung festgestellte Qualität, „bedeutet etwas. Da die Konstellationen zwischen den Planeten natürlich stets wechseln r.-b niemals bieselben sind, müssen auch bie Sancksale per Menschen voneinanber verschieden fern. Schick­salsübereinstimmung könnte nur bann emtre- ten, wenn wirklich einmal, was selbst bei Zwillingen nicht der Fall ist, zwei Menschen wirklich zu gleicher Zeit an gleichem Ort ge-

Das Ehrenmal des deutschen Kriegerfriebhoss Eaudrt, (Rorbfrankreich).

der jetzt von de« Deutschnationalen Sanblungsaehilfenverband tn Patenschaft genommen wurde, um der eindrucksvollen Totenstätte eine würdige Pflege angebeiben ,u lassen._________________

Der Deutfchnationak San-lunvsseMrnverban- übernimmt Ar Patenschaft eines deutschen Krieversriebhoses in Frankreich

Das Aanklurter Mis-MWiM

Mrmtag. den 14. November.

6.15: Wetterbericht. — Anschließend: Mor- gengymnastik. — 7.20: Schallplatten-Konzert. — 12.00: Schaftplatten-Konzert. — 13.30: Komert. — 17.00: Konzert. — 18.25: „Don ber Rhernichrffahrt uitb ihrer intern atton al en Rechtsordnung", Dortrag. — 18.50: (Engli- scher Sprachunterricht. — 19.30: Erich Ponto spricht. — 20.00: Orchester-Konzert des Sud- westbeutschen Rundfunkorchesters. — 22.00: Heinrich Lersch spricht. — 2230: 3 Tagesnachrichten, Wetterbericht, Sportbericht. — 22.45: Nachtmusik.

MW, Ne «affet kochen tmb Sein Inenten

Der Präsident von Tuba erhielt kürz­lich von seinem Untertanen Tleton Da- quet-Habana eine Uhr als Geschenk, die nicht nur morgens weckt, sondern auch eine am Abend vorher mit Wasser und gemah­lenen Kaffee gefüllte Kaffeemaschine ern- schaltet. Ist der Morgentrunk fertig, schal­tet sie den Strom aus und rüst durch Wecken „zu Tisch". Ein herrliches Geschenk besonders für ledige Frühaufsteher.

Diese interessante Uhr hatte schon im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland und in der Schweiz in kunstvollen Tafeluhren Vorgänger, die schwieriger zu konstruieren waren, weil man damals natürlich noch nicht die Eektrizitat zu Hilfe nehmen konnte. Eine dieser Uhren zeigte einen Bogenschützen, der sich im Kreise herum­drehte, wie unschlüssig mit dem Kopf wackelte und dann einen Pfeil abschotz. Der von dem Pfeil getroffene East hatte dann einen Humpen voll Wein zu leeren, den er aber erst dann in die Hand nehmen konnte, wenn er den Pfeil wieder auf die Bogensehne der Figur zurückgelegt hatte.

Eine andere hübsche Uhr aus dem 18. Jahrhundert bestand' aus einem Hund, der einen Korb mit Weintrauben bewachte. Wenn jemand eine der Weintrauben fort­nahm, dann bellte der Hund so lange, bis man die Traube wieder an ihren Platz zu­rücklegte. Nur Eingeweihte wußten, daß es auch genügte, wenn man dem Hund eine der Beeren in den Mund legte.

So gefährlich die Stürme, die besonders die Zeit der Herbst-Tag- und Nachtgll über das Meer dahinbrausew dem Seern auch sein mögen, er fürchtet sie kaum in dem gleichen Matze wie eine andere Begleiterschei­nung der Herbstmonate, den Nebel. Zwar hat auch der Binnenländer darunter zu leiden, der Verkehr auf den Landstraßen und tn ben Städten wird erschwert und verlangsamt, aber in erster Linie ist doch der Seemann und tn neuerer Zeit auch der Luftfahrer das Opfer des Nebels, der nicht selten zum völ­ligen Stillstand des Betriebes zwingt ttnb manches Menschenleben gefordert hat.

Sung b« kleinsten Teilchen zu größeren Tropfen stattfinden, und der Nebel bleibt, während er bei ungleichartiger Ladung als­bald als Regen niederfallen, mithin bte tuft nebelfrei werden würde.

Diese Eigenschaft des Nebels laßt sich nur dazu benutzen, ein nicht allzu großes ^biet von ihm zu befreien. Dies ist vornehmlich zur den Luftverkehr von Bedeutung, der sich erst dann mit der erforderlichen Regelmäßigkeit und Sicherbett durchführen lagen wird, wenn die Flugzeuge unter allen Wetterbedingungen ihren Landeplatz ungefährdet anfltegen kön­nen, was heute noch bei emigermatzen dichtem Nebel ausgeschlossen ist.. Zum mmbesten mutz also ber Luftraum über brat Flugfeld nebel­frei gemacht werden. Auch Schifte können bei dichtem, Nebel sicher fahren, wenn: sich- vor allem gilt dies für Flußmündungen unb Häfen mit ihrem zusammengebrangten V.r- bct>T — eine Art nebelfreien Kanals schaffen läßt. Das erstrebte Ziel ist nun zu erreichen, indem bie Beständigkeit des Nebels beseitigt "Die, geschieht aus die Weise, daß man in den Nebel kleinste Wasserteilcyen strömen läßt, denen man eine ber bes Nebels ent­gegengesetzte elekttische Labung gegeben hat. Dies erfordert allerdings sehr genaues Arbei­ten, damit die Teilchen vor allem der Grotze nach denen des zu befeitigenden Nebels nach Möglichkeit gleichen. Es vollzieht sich dann der Vorgang, bah bte Nebelttop chen unb bie eingeströmten, entgegengesetzt geladenen Was- serleilchen einander anziehen unb alsbald als Regen nieberfallen: Der Nebel verschwindet. Es ist m der Tag gelungen, einen Flugplatz nahe Hamburg mit einer verhältnismatzig kleinen Apparatur zu einem großen Teile nebelfrei zu machen. Ob der gleiche Erfolg, was zu wünschen wäre, auch für erheblich grö­ßere Flächen sich erzielen lassen wird, mutzen erst weitere Versuche mit stärkeren Apparaten lehren.

Um die aus dem Rebel sich ergebenden Nachteile zu beseitigen ober wenigstens ZU mildern, hat man seit langem nach entspre­chenden Maßnahmen gesucht. Diese Bestre­bungen bewegen sich in zwei Richtungen. Einmal will man trotz dem Nebel und der durch ihn bewirkten Unsichtigkeit den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Lust sicher und schnell durchführen. Dahin gehört bte Verbesserung der seit ältesten Zeiten bekann­ten akustischen Nebelfignale, die ht neuerer Zeit durch Einführung besonderer Sirenen, er­heblich verbessert wurden. Eule Dienste leistet ferner sett Einführung der drahtlosen Tele- araphie ein sorgfältig durchgearbeitetes Pet- lungsverfahren, das Schiffen und Flugzeugen über weite Entfernungen hinweg den Weg nt den sicheren Hafen weist.

Neuerdings hat sich die Wissenschaft aber näher mit dem eigentlichen Wesen des Nebels befaßt und auf Grund der dabei gefundenen Erkenntnisse ganz neue Wege betreten, dte nicht nur eine Verkehrs,icherung trotz Vor- banbenjent des Nebels erstreben, sondern mtt diesem ganz oder doch wenigstens zum Tert aufzuräumen trachten.

Der Nebel besteht bekanntlich aus äußerst kleinen Wasserteilchen von häufig nur einem

baren werden. Ein einziger bisher bekannter Fall von gleichzeitiger Geburt am gleichen Ort ist in bet Literatur viel zitiert worben: König Georg in. von England und ein Mann namens Samuel Hennings wurden beide am 4. Juli 1738 in der gleichen Minute in ©t. Martin geboren. Abgesehen von der völlig andersgearteten Umgebung, wies beider Schicksal merkwürdige Gleichrichtung auf. Am Tage ber Thronbesteigung bes Komgs im Jahre 1760 eröffnete Hennings ftm Geschäft, beibe heirateten am 8. September 1761, beide starben am 29. Januar 1820 tn der gteia)en Stunde unb hatten biefelbe Anzahl Km der von gleichem Geschlecht. Es ist natürlich be- denklich, so ein merkwürdiges Zusammentref­fen mit dem Allerweltsschlagwort „Zufall abtun zu wollen. , » , . o.st

Die Astrologie war in ber Tat lange Zeit Aberglaube gewesen unb blieb es gum großen Teil bis heute. Aber in ber ernsten Astrologie steckt ein richtiger Kern. Man mutz ihre zu­künftigen Leistungen genau prüfen, um sie unter' Umftänben in bas große (Befuge der exakten Wissenschaften einfügen zu können,

tausendstel Millimeter Durchmesser. Auch ein noch so dichter Nebel enthält daher nur eine sehr geringe Menge eigentlichen Wassers. Fällt z. B das tn einer ein Kilometer star­ken Nebelschicht enthaltene Wasser als Regen nieder so würden die Wetterwarten nur einen Niederschlag von einem Millimeter Höhe verzeichnen. Und trotz ihrer Kleinheit bilden die Wasserteilchen dem Auge des See­manns und Fliegers ein undurchdringliches Htdernis, dem mit einem dem menschlichen Auge wahrnehmbaren Licht nicht belzukom- men ist. Anders steht es dagegen mit den beiden .Flandstrahlen" des Spektrums, den ultravioletten mit ihren sehr nmen Wellen­längen und den infraroten, bte längere Wel­len als das uns sichtbare Licht aufweisen. Beide Arten vermögen auch dicken Rebel zu durchdringen. Der modernen Technik bietet es keine Schwierigkeiten, ein „elektrisches Auge zu schaffen, bas diese Strahlenatten trotz bem Rebel auffängt und bem Menschen erkennbar macht. Man vermag asso für ben gewöhn­lichen Sterblichen unsichtbare Leuchtturme und -feuer zu errichten, bie bem Führer eines Schiffes ober Flugzeuges sicher ihren Weg ftn, ben lassen.

Reben biefen Versuchen ber Rebelbekänip- fung, bie sich barauf beschränken, einen Ver­kehr nach Möglichkeit aufrecht zu erhalten, mit dem Rebel als solchem sich aber abfinden, sieben neuerdings andere, die ihn entweder völlig oder wenigstens auf einem be,chrankten, aber besonders wichtigen Raum — z. B. über einem Flugplatz — zu beseitigen suchtti. Als führend auf diesem Wege, gilt Professor Wi­gand in Hamburg, der seit rast ernem Jahr­zehnt sich mit der Nebelbekampfung beschäf­tigt. Dabei hat et zunächst so genau wie mög­lich bie Größe bet ben Rebel bildenden Wassertröpfchen gemessen, ihre elekttische La- düng ftstgestellt unb ist endlich bet Art bet im Nebel herrschenden Luftströmungen nach­gegangen. Von all diesen Faktoren hangt nämlich bie Beständigkeit eines Nebels ab. Man spricht von einem beständigen ober trockenen Nebel, wenn alle seine Teilchen