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-^ber-effisHe 3ettwa, Marburg «. L. SeemabeRb. den 12. November 1932

vierten Unterausschusses jetzt auch auf dritte Länder auszudehnen im Begriffe sei. Er hoffe, daß Die jetzige Tagung gia praktischen und schnellen Ergebnissen führe, denn die Krise und Arbeitslosigkeit ver­langen schnelle Hilfe.

Der Herr Reichskanzler schloß daran den Wunsch und die Hoffnung, daß die Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet günstige Auswirkungen auch auf andere Gebiete haben wird, ins­besondere auf die Lösung der schweben­den politischen Probleme. Der Herr Reichskanzler hat dabei wiederholt seinem aufrichtigen Willen Ausdruck gegeben, an einer Entspannung in diesen Fragen mit­zuarbeiten.

Adolf Götz f

Ein deutsch-elsässischer Führer.

Stuttgart, 11. 11. Hier starb im Alter von 69 Jahren Ministerialdirektor a. D. Dr. h. c. Adolf Goetz, nach dem Kriege Leiter der 1919 geschaffenen „Ab­teilung für Elsah-Lothringen" im Reichs­innenministerium, der u. a. die Unter­bringung der aus Elsatz-Lothringen ver­drängten Beamten und Lehrer oblag; in der Vorkriegszeit war Goetz in der Tages­politik seiner elsässischen Heimat lebhaft bervorgetreten, vor allem als einer der Führer der deutschgesinnten jüngeren Generation. Nach dem Kriege verließ er als äußeres Zeichen seiner Treue zur deut­schen Sache seine französisch gewordene Heimat. Er war u. a. mehrere Jahre hin­durch Vorsitzender des Deutschen Schutz­bundes für Grenz- und Auslandsdeutsch- Ium, ferner Vorstandsmitglied des Frank­furter Elsaß-Lothringer Instituts und führend bei den anderen elsaß-lothringi­schen Vereinigungen.

Neue Personalveränderungen

Die Vereinfachung in der Zentralinstanz

Erster Abend der Llterartschen Gesellschaft

Joseph Ponten liest.

Die Bedeutung Joseph Pontens im deut­schen Gegenwartsschrifttum hatte es, trotz der vielen Veranstaltungen dieser Woche, doch vermocht, den H.örsaal im Landgrafenhaus zu füllen. Die Literarische Gesellschaft kann ge­wiß sein, daß sie mit diesem Versuch, nach 9 Jahren denselben Dichter noch einmal spre­chen zu lassen, das Richtige getroffen Hot. Joseph Ponten hat uns heute wieder etwas zu sagen.

Er las zuerst aus seinem Romanwerk „Volk auf dem Wege" das Kapitel von der Ver­wüstung Speyers. Mit schwingender, mit­empfindender Stimme gestaltete der Dichter das furchtbare Geschehen jener vergangenen Tage. Aber keinem der Hörer dürfte entgan­gen sein, daß es hier um mehr als um ver­gangene Zeiten geht.

Heute vor 10 Jahren wurde des Dichters Heimat, Eupen, vom Reichskörper getrennt. Haben wir das vergessen? Sind die Gene­räle und Kommissare des 17. Jahrhunderts: Melac und de Lafond, nicht die Gleichen, die in unfern Tagen unter den Namen Tirard und Degoutte das Land an Rhein und Ruhr be­setzten? Stehen nicht in unfern Tagen für den Alibürgermeister Heinsberg aus Pontens Werk die Stinnes und Krupp — und die vie­len Namenlosen, die ihre Heimat verlassen mutzten gleich jenen Bürgern von Speyer?

Wer nicht wie Ponten selbst die Heimat verlor und verlassen mußte, der wird es kaum so gestalten können wie er. Aber Ponten weiß es, was es heißt, den heimischen Boden ver-

In den einstweilige n Ruheflvckd ver­setzt:

3m Ministerium für Dolkswohlfahrt die Mmstenaldirektoren Meyer, Peters und Dr. Schneider, neun Ministerialräte, sechs Oberregierungsräte und zwei Regierungsräte.

3m Ministerium für Landwirtschaft, die Ministerialdirektoren Bollert, Rocingh, Ministerialdirigent Thomas, vier Mini­sterialräte. zwei Oberregierungsräte und vier Regierungsräte.

3m Ministerium für Handel und Gewerbe Ministerialdirektor Merten, Ministerial­dirigent Jordan.

Im Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die Ministerialdirektoren Dr. Jahnke und Dr. Hübner. Die un­mittelbare Weiterverwendung des Ministerial­direktors Dr. Hübner als Leiter der Preußi­schen Kunstverwaltung ist in Aussicht genom­men. Fünf Ministerialräte, drei Oberregie­rungsräte (darunter eine Frau), zwei Regie­rungsräte.

Im Finanzministerium Minkstenaldirektor Grosser und ein Oberregierungsrat.

Im Wohlfahrtsministerium 9 Ministerial­räte, darunter Tejessy.

Im Staatsministerium Ministerialrat Pfeiffer, der als Direktor des Reichs- und Staatsanzeigers verwendet werden wird.

Mit Wirkung vom 1. Dezember abwer- dm versetzt:

In das Ministerium des Innern: Mi­nisterialdirektor Dr. S ch o p o h l, Ministerial­dirigent Prof. Dr. Müss.emeyer, sieben Ministerialräte, sämtlich bisher im Mini­sterium für Volkswohlfahrt, zwei Ministerial­räte, bisher im Ministerium für Landwirt- schast, ein Oberregierungsrat und ein Regie- rungsrat (eine Frau) bisher im Ministerium für Volkswohlfahrt.

Berlin, 11. Nov. Me der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat sich die kommissarische Regierung mit der Durchfüh­rung der zweiten Verordnung zur Verein­fachung und Verbilligung der Ver­waltung vom 29. Oktober 1932 beschäftigt und hierbei zunächst die erforderlichen Per- s.onalveränderungenfürdiehöhe- renBeamten beschlossen. Die Neuorgani­sation der preußischen Ministerien im ein­zelnen ist vor 14 Tagen bei der Herausgabe der Verordrmng mitgeteilt worden. Bei der Durch führung dieser Maßnahmen, die am 1. Februar 1933 zum Abschluß kommen werden, können in den preußischen Mi­nisterien acht Abteilungen einge­spart und durch Zusammenlegung und Auf­hebung d er Bearbeitung von einzelnen Sach­gebieten etwa 140-Referate freigemacht wer­den. Dadurch wird es möglich, wirksame Ersparnisse auch bei den Ausgaben der Zentralinstanz zu erzielen.

Die Einsparung der 140 Referate erfordert jedoch nicht die Verabschiedung der gleichen Anzahl von Referenten. Es ist vielmehr gelungen, die Zahl der betroffenen Beamten in engeren Grenzen zu halten. Es ist auch versucht worden, durch Sorgfältige Prüfung aller einzelnen Fälle Härten zu vermeiden. Ferner ist in Erwägung ge­zogen, in den einstweiligen Ruhestand ver­setzte,Beamte in geeigneten Fällen Später wie­der im aktiven Staatsdienst zu verwenden.

U. a. wird Staatssekretär Prof. Dr. Dr. Scheidt mit Wirkung vom 1. Februar 1933 ab in den einstweiligen Ruhestand, und auf 'seinen Antrag mit Wirkung vom 1. Mai 1933 ab in den dauernden Ruhestand versetzt.

Auf ihrm Antrag werden in den dauernden Ruhestand versetzt:

Im Ministerium für Handel und Ee- m»r B e Ministerialrat Loesen er und Ober- reflierungsrat Rotermund.

lassen müssen, den mystischen Urgrund, dem wir verbunden sind und der die Werke unse­rer Hände trägt. Heimatboden — Ponten sieht chn am liebsten belebt und gegliedert von Bauwerken. Man weiß, daß ein mehr als wissenschaftliches Bemühen Ponten gerade zur Architektur treibt. Speyer: Das heißt ihm Landschaft am Rhein, das heißt Türme und Tore, Altpörtel und Dom, der heilige Dom mit den Kaisergräbern. Und all das vernichtet mitten im Frieden der Wille des Königs von Frankreich: „O Straße, Haus und Stern, o Domhaus, Turm und Stadt! Wir müssen scheiden, weil der Franzose es will und weil der Deutsche sich zu schwach gemacht hat, um dem trotzen zu können, der ihn vernichten will!"

Graue Vergangenheit, Geschichte? O nein, deutsche Gegenwart .ewiges deutsches Schick­sal! Der Beifall, den dieser erste Teil der Vorlesung des Dichters fand, galt in glei­cher Weije dem meisterhaften Vortrag, dem man die innere Ergriffenheit und den auf- rüttelnden, mahnenden Willen anmerkte, wre dem Mut des Bekenntnisses zur Unausweich- lichkelt des volklichen Schicksals.

Den zweiten Teil des Abends füllte ein Kapitel aus den „Studenten von Lyon", die Begegnung der jungen glau- benseh'ngen Studenten mit ihrem verehrten Meister Calvin in Genf. Der ganz an­dere Atem religiöser Kämpfe und Ent­scheidungen gab diesem Teil des Abends sei­nen Gehalt. Mit wenigen knappen Sätzen vermochte es Ponten, die besondere Atmo­sphäre des Calvin'schen Hauses zu schaffen: Das Düster und die Strenge, aber auch die Klarheit und die Entschiedenheit. Ganz we­nig Andeutungen nur ließen die Menschen,

Ausland

Englandfeindliche Kundgebung i« Dublin

Dublin, 11. Nov. Hier kam es gestern abend zu englandfeindlichen Ausschreitun­gen. Im Anschluß an eine Kundgebung, die sich gegen die Feier des Waffenstill­standstages richtete, zogen junge Leute durch die Straßen der Stadt und risien den Passanten die künstlichen Mohnblu­men ab, die alljährlich als Erinnerungs­zeichen an den Waffenstillstand getragen werden. Die Polizei mußte vielfach ein­schreiten. Eine Anzahl Personen erlitt Verletzungen und wurde ins Krankenhaus geschafft. Um Mitternacht waren noch immer Menschenmaffen in den Hauptstra­ßen der Stadt versammelt. Von Zeit zu Zeit wurden die Rufe laut: „Hoch die Re­publik!", „Nieder mit dem Britischen Reich!“.

Das Mesfingschild bet „Emden- Deutschland zurückgegeben.

London, 11. Nov. Die australische Regierung hat beschloßen, das Messing­schild des Kreuzers „Emden" als Zeichen des guten Willens Deutschland zurück zu geben. Das Namensschild der „Emden" war nach der Zerstörung des Schiffes am 9. November 1914 bei der Nordth-Keeling- Jnfel zusammen mit anderen lleberresten des Schiffes nach Melbourne gebracht worden und im Parlament ausgestellt ..worden. Später wurde es in das neue Bundesparlamentsgebände nach Canberra gebracht.

Der Sieg bet »Rassen".

Newy ork, 11. Nov. Wie aus Lansing (Michigan) gemeldet wird, erklärte der neu­gewählte vemokralische Gouver­neur, daß aus Grund des prohibitionsfeind- lichen Wahlergebnisses schon jetzt alle wegen Verletzung der Prohibitionsgesetze verurteil­ten Personen aus den Gefängnissen enl- lassen werden müßten. Er habe diesbezüg- luhe Schritte schon eingeleitet.

. Auch sonst richtet man sich schon jetzt auf bte Aufhebung des Alkoholverbots ein. Die Prohibitionsbeamten sind allerdings noch wei­terhin tätig, doch verfügen die Gerichte bei n«ien Vergehen nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses Strafaussetzung vor­behaltlich der Entscheidung späterer Gesetze. I

Senator Borah erklärte dagegen, es bestehe nur geringe Aussicht, die Prohibition?- I frage noch vor dem Zusammentritt des neuen I Kongreffes im März aufzurollen.

SaieW übet die Beziehungen zu Deutschland.

P r a g, 11. Nov. Im Außenausschuß des Smats kam Außenminister Dr. B en e sch am Schluß der Debatte über seine letzte Erklä- rung auf das Verhältnis zu Deutschland I 8U_ Spredjen. Er erklärte, er wünsche em I möglichst freundschaftliches Verhältnis und I artette darauf hm. Es sei sicher ungewöhn- l»ch bezeichnend m der so schweren Zett der vettlossenen 14 Jahre, daß die Tschechoffo- wakei m ihren Beziehungen zu Deut-chland fast keme Schwiengketten gehabt habe. Die berden Zwischenfalle — einer wegen der I Filme und der zweite wegen des Anschlusses — feien w behandelt worden, daß zwischen beiden Nationen und Staaten kein Stachel 8CU9C DWl dem beiderseitigen guten WMen. |

. ©efängnisrewHie in Bielefeld.

/l. Nov. Unter den im Bielefelder Eerichtsgefangms untergebrachten Festungsgefangenen kam es gestern nachmittag zu einer Revolte. Sie richtete sich gegen die verschärften Bestimmungen des Strafvollzugs ber der Festungshaft. Unter Anführung des I früheren Leutnants Scheringer kam es rm I Gern ein schaftsraum zu turbulenten Lärmsze- I nen. Die Gefangenen zertrümmerten das Mobiliar und warfen ihr Eßgeschirr auf die Straße. Vor dem Gefängnis rottete sich eine große Menschenmenge zusammen, die die lärmenden Demonstrationen der Gefängnis­insassen mtt erregten Zurufen begleitete. Auch in den Zellen wurde das Mobiliar zettrüm- I mert und das Bettzeug zerrissen und durch die Luken auf den Korridor geworfen. Die Be- I amten der Gefängnisverwaltung hatten gegen die Lärmenden einen schweren Stand. Sie I vermochten aber die Revolte ohne Unter« ‘*,,fe"ng der Polizei üiederzuschlagen. I

Deutsches Reich

Der Reichskanzler über die deutsch­französische Zusammenarbeit.

Berlin, 11. Rov. Amtlich wird mit» geteilt: Die deutsch-französische Wirt­schaftskommission ist heute (Freitag) nach­mittags vor der Fottsetzung ihrer Arbeiten von dem Herrn Reichskanzler empfangen Und in sehr herzlichen Wotten begrüßt worden. Der Herr Reichskanzler hat daran erinnert, daß es eine Tradition geworden fei, daß die Ehefs der deutschen und der französischen Regierung den Vorsitz in der deutsch-französischen Wirtschaftskommission führen. So hätten Reichskanzler Brü­ning und Ministerpräsident Laval den Vorsitz gefühtt. Sv hätten jetzt auch Herr Herriot und er den Vorsitz übernommen. Der Herr Reichskanzler wies dann darauf hin, daß zwischen Deutschland und Frank­reich die privattvittschaftliche Verständi­gung und Zusammenarbeit in vielen In- dufttien schon mehr Fortschritte gemacht und prakttsche Folge erzielt habe, als Mi­schen anderen Ländern. Eine Tatsache, die in der veffenttichkeit im allgemeinen nicht genügend bekannt sei und gewürdigt werde. Dies beweise schon, daß die fran­zösische und deutsche Wirtschaft M einer Zusammenarbeit und Verständigung be­sonders geeignet seien. Er begrüße es besonders, daß diese Zusammenarbeit sich dank der Inittative und Mitwirkung des

Die künftige Stellung des Reichsrundfunk- kommiffars.

In den Verhandlungen der Ausschüße des Reichsrats über die Neuorganisation des Rundfunks, die am Freitag beendet wurde, sind in der von der Reichsregie­rung vorbereiteten Vorlage wesentliche Aenderungen vorgenommen worden. Wie das Nachrichtenbüro des DDZ. dazu er­fährt, wurde mit Rücksicht auf die immer noch sehr weitgehenden Befugniffe, die dem Reichsrundfunkkommissar des Reichs- minifteriums des Innern zustehen sollen, von Seiten der Länder verlangt, daß die Ernennung des Reichsrundfunttommisiars nur im Einvernehmen mit dem Reichsrat

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I erfolgen darf, um dadurch eine stärkere Gewähr für die Auswahl einer geeig. neten, die sachliche Arbeü verbürgende Persönlichkett zu sich««.

Wechsel iu bee Fraktionsgemeinschaftei, der bremischen Bürgerschaft.

Bremen, 11. Nov. Die national­sozialistische Fraktion der bremischen Bür- gerschast hat die Aufhebung ihrer bis. herigen Fraktionsgemeinschaft mtt den Deutschnationalen mitgeteilt. Als Ant. wort darauf haben die Deutschnationalen ihren Beitritt zu der aus Dolkspartei, Staatspartei und Zentrum bestehenden Fraktionsgemeinschaft der Mitte voll­zogen.

Zehn Monate Gefängnis für deu Flieger Autonius Raab. — Sofortige Verhaftung.

Krefeld, 11. Nov. Im Preetz gegen den Flieger Antonius Raab, der seit fünf Tagen hier verhandelt wird, wurde heute abend nach 2^ stündiger Beratung das Urteil gefällt. Der Angeklagte wurde wegen Konkursvergehens, Unterschlagung und Untreue in je einem Fall und wegen Betruges in zwei Fällen zu einer Gesamt­strafe von zehn Monaten Gefängnis ver­urteilt. Da Fluchtverdacht besteht, wurde gegen Raab Haftbefehl erlaßen und so­fort im Eerichtssaal vollstreckt. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefäng­nis und sofortige Verhaftung beantragt, während der Verteidiger auf Freispruch plädierte. Raab beteuerte bis zum Schluß seine Unschuld.

Das Urteil im Schweidnitz« Prozeß.

Schweidnitz, 11. Nov. Freitag nach­mittag wurde im Bombenattentatsprozeß das Urteil verkündet. Der Angeklagte Wagner wird zu 5 Iahren und einer Woche Zucht­haus verurteilt; der Angeklagte Polom- s k i wird zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr verurteilt, Heines zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, Hayn, Staats und Rauscher zu Gefängnisstrafen von je vier Monaten. Wolter wird freigesprochen.

Der Vorsitzende teilte mit, daß für die bei­den Angeklagten Wagner und Polomsky der Gnadenweg empfohlen werden solle, um zu erreichen, daß die ZuchthaussArfen in Ge­fängnisstrafen umaeroanbelt würden und daß den beiden Angeklagten bei guter Führung später ein Straferlaß zugeoilligt werden könne.

Bei der Urteilsverkündung und «begrün» düng ereigneten sich mehrere Zwischenfälle. Der Abgeordnete Heines erhob sich, nachdem der Urteilstenor bekannt gegeben war und rief zum Gericht hinüber: „Dieses Urteil ist mir gegenüber nichtig; denn ich bin Mitglied des Ausschußes zur Wahrung der Volks- tetbte!“ '

Motorrad fährt in ein Tambourkorps.

Mülheim a. Rh., 11. Nov. In der Kruppstraße wurde gestern abend ent 18 Mann starkes Tambourkorps des Katholi­schen Jungmännervereins von einem Motor­rad mit Beiwagen beim Ueberholen ange­fahren, wodurch fünf Personen des Tambour­korps mehr oder weniger schwer verletzt wur­den. Der Lenker des Motorrades gab nach dem Zusammenstoß Vollgas und fuhr m rasendem Tempo davon. Bei dem Zusam­menstoß hatte das Rad aber einen Retten­schaden erlitten, so daß der Fahrer nach kur­zer Zett an einer Tankstelle Haltmachen mußte. Dort konnte er von ber Polizei festgenommen werden. Es handelt sich um einen Kaufmann aus Dortmund.

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Calvin, seine Frau, die nächsten Mttstretter lebendiger erscheinen, als es die direkte Rede Calvins erreichte. Hier litt der Vortrag lei­der unter der vorgerückten Stunde. Doch blieb immer von großer Emdruckskraft die Fäbigkeit Pontens zu lontraftterenber Kenn­zeichnung seiner Gestalten. Dies allem, rote junge, verehrende, opferwillige Menschen dem verehrten Meister gegenüberstehen, rote dieser in seiner eigenartigen Mischung von Diplo­matie, erfahrener und erlittener Weisheit, menschlicher Nähe und Werkbeiessenhett le­bendig wird, das ist em gültiges Beispiel von Pontens gestalteri'cher Fähigkeit.

Pontens künstlerische Persönlichkett und die Vielheit seines Werkes kur; zu charatteri- fieren ist em vergebliches Bemühen. Seine Lebendigkeit, seine viesiettige Begabung, vor allem der Ernst, mit dem er alle echten Pro­bleme künstlerischer, inbroibueller unb völk­ischer Art erlebt unb zu gestatten sucht, ver- eiteln jebe schnelle Einordnung.

.Dem Eindruck seines vollendeten Vortrags, seiner großen Darstellungs- unb Gestaltungs­kraft, nicht zuletzt feiner menschlichen Wärme unb seines volkhaften Verantwortungsbewußt- seins wirb sich ferner ferner gestrigen Hörer haben entziehen können. Wir haben manche Schrtttsteller mit großen Namen, bie oft auf ben Banketts in ben Haupt st äbten Europas ihre Stimme erheben — bisher hatten wir noch keinen, ber wie Joseph Ponten berichten konnte von Vorträgen vor deutschen Kolo­nisten am Schwarzen Meer. Auch bafür sei ihm gebankt. Unb wir hoffen, als künst­lerische Frucht bieih Reisen bald einen drit­ten Band vom „Volk auf dem Wege" sehen zu dürfen. —o. —r.