Sette 6
Oderhesstsche 3ettnwa, Marburg <l L. Donnerstag, den 10. November 1932
At. 265
Fm Liede klar, im Werte wahr
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Aus -er Amgesen-
0 Dillenburg, 8. Nov. Prinz der Niederlande, der Gemahl der
8. Nov. Prinz Heinrich Gemahl der Königin
2ch suchte die dunkle Straße ab, pfiff
(Fortsetzung folgt.»
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die Bedeutung beigelegt werden, die Interesse unserer Nation geschenkt mutz
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ihr im werden I.
Monumentalqemälde, das den Einzug Wilhelms von Öranien unter der alten Linde zeigt, besichtigt. Nach einem Imbiß im Kurhause traten die Gäste um 6 Uhr die Rückreise nach Laasphe cm, wo der Prinz zurzeit als East des Fürsten von Wittgenstein weilt.
Zusammenlegung der Berficherungsämter.
0 Biedenkopf, 9- Nov. Gemäß Erlaß der Regierung wurde nunmehr auch das Versicherungsamt des früheren Kreises Biedenkopf mit dem Versicherungsamt des neugebildeten Landkreises Dillenburg zusammen- gelegt.
Verlag Dr. C. Hitzeroth. Sauptschristleiter und verantwortlich für Po- lrtil und Feuilleton: Dr. (Emft Scheller; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales: Lothar Schneider, sämtlich in Marburg.
Tobias hielt mich fest, so daß wir mitten auf der lenzlichen Straße stehen blieben: „Manes, zu dem willst du hin —?“ Ich nickte gläubig.
„Und der wohnt hier irgendwo?"
„Drüben in Keltenich. Der Kerl hat Felder, Kühe, Scheunen, Schweine, alle- mögliche!"
Heber dem grünen Atem der Aecker stand eine Lerche. Es roch nach Kamillen hier, der Wind schmeckte Honig. Und mochten wir uns das auch nur einbilden: Wir wurden fröhlich dabei.
19.
Blutsbrüderschaft.
Alles blühte, wir blühten mit. Das Schmalzbrot schmeckte wie Sahne, ein früher Zitronenfalter, trunken von Liebe und Licht, taumelte über die Gräser. Wir kamen an einer Wiese vorbei, wo der Bock auf die Schafe sprang. Wir blickten flüchtig in einen Stall, wo der Melker die Magd in die Wade kniff. Und die Furchen der Aecker dufteten nach Lehm, ich bekam Sehnsucht nach Steinebrennen. Und die Spatzen schimpften, weil die Drossel besser fingen konnte. Spatzen aller Länder, vereinigt euch!
„Jst's noch weit?" stöhnte Tobias. Er' hatte einen Wolf zwischen den Deinen und lahmte. Da hielt ich zwei alte Bauern mit stoppelichten Kaktusgesichtern an, sie nach dem Gut Quambufch bei Keltenich zu fragen. Und die zerknitterten Männer nahmen die Pfeifen aus dem Mund, zeigten nach einer Höhe des Voraebirges: „Do hinger beit hä wunne. Lans die Kirch met dem Knollekopp. En veedel Stund . . .!"
ter. Der Mann ist nicht schlecht, er ist nur gefährlich!"
Maria wurde hysterisch. Sie schrie, warf sich über den Boden, trommelte mit den Fäusten auf die Holzdielen und machte sich absichtlich schwer, als ich sie aufheben wollte.
„Ich will nicht! Ich mag nicht--!“
Mochte sie mit dem fiebernden Kinde in Gottes Namen hier bleiben, >— und ich gings aufs Zimmer, packte meinen Kram, küßte den Buben, vernahm den Pfiff des Tobias Doß. Und ging wieder hinunter, hörte, wie Mutter Selbach mit ihrer Tochter in der Küche verschwand und abriegelte. Maria hatte wohl einen Wein- krarnpf. Welche Frau treibt ihre Mühlen nicht mit Tränen?
Ich steckte den Kopf in die Wohnstube: „Schwiegervater, leben Sie wohl!"
Der Alte grinste vor sich hin, stocherte in den Zähnen, las die Zeitung unbekümmert weiter und schüttelte den Kopf, ipas er immer zu tun pflegte, wenn er seine innere Hohlheit vertuschen mußte. Als ich die Tür hinter ihm geschloffen hatte und schon im Hausflur stand, da brachte er erst den Mut auf, mir zu antwotten: „Das ist der Dank dafür, daß ich ihn von der Straße aufgelesen habe!" Es klang so spöttisch, daß ich die Tür noch einmal öffnete: „Sagten Sie etwas, Schwiegervater?"
„Ich? Nö, — hab' nur laut gedacht!"
Nein, Papa Selbach war krank. Sollte ich ihn gesund pflegen?
Ich nahm meinen Koffer, ging, draußen wartete die Nacht. Aber die Finsternis hatte Sterne, und auch das war wieder ein Gleichnis.
Seficn-Mau an» Smbbnrgtblett
Schwer« Unfall «* Bahnhof Wetzlar.
Wetzlar, 10. Nov. Gestern früh trug »nh am Bahnhof Wetzlar ein bedauerlicher Unfall zu. Beim Ueberfchreiten von Gleisen wurde der Oberbahnhofsvorsteher Oppermann von einer Lokomotive erfaßt, wobei ihm beide Unterschenkel abgefahren wurden. Der Schwerverletzte wurde nach Anlegung eines Notverbandes in das Städtische Krankenhaus transportiert O. konnte erst vorgestern sein 40jähriges Dtenstjuöt- läum feiern.
Der (Ettttanfcr laust. — Eine Köpemckiade.
Frankfurt a. M., 9. Nov. In Bad Homburg befand sich seiner Zeit em G e - richtsgefäugnis, dessen Pfottlll sich inzwischen für immer geschlossen haben. Die treue Seele dieses staatlichen Unternehmens war Gottlieb, ein bejahtter Strafanstaltsaufseher, ein Mann von erhabener Größe und verbindlichen Zügen, der heute die längst herangereiften Früchte seines Schaf- fms. die Pension bezieht. Gottlieb hatte nicht nur die Gefangenen zu beaufsichtigen, sondern auch für ihr körperliches und geistiges Wohlergehen zu sorgen, sie zu entlaufen und mit frischer Wäsche zu versehen, falls es nottat. Seit Iahr und Tag war es üblich, daß die Gemeinden, die Gefangene nach dem Homburger Gefängnis schickten, auch ihr Scherflein zu den Unkosten betrugen, die durch die Unterbringung, Reinigung und Bekleidung der Leute entstanden. Gottlieb erhob die Beiträge und ließ die Gemeinden im Glauben, daß alles hübsch zugunsten 8er Gefangenen verwendet wurde. Der Beamte erhob die Beiträge sogar noch, als das Gefängnis schon lange geschlossen worden war und — es wurde nicht einmal gemerkt. Als ihm in einem Fall Vorhaltungen gemacht gemacht wurden, gab er an, daß noch Leute entlaust würden. Als Gottlieb wegen Betrugs und Betrugsversuchs vor dem Klemen Schöftengericht erschien, bezeichnete der Vorsitzende die Vorgänge als eine wahre Köpemckiade und las dem Angeklagten gehörig den Tert wegen der begangenen Pflichtverletzungen. Der Angeklagte würd' zu drei Monaten Gefängnis verutteölt.
(SeneraUetttnant Eduard von MM« gestorben.
Wiesbaden, 9. Nov. Emer der ältesten Mitbürger der Stadt Wiesbaden, Ee- neralleutnant Eduard von Müller, der sich insbesondere um die Errichtung des Ge- fallenen-Ehremnals der 80er auf dem Neroberg große Verdienste erworben hat, ist heute nach längerer Krankheit im Alter von 91 Jahren gestorben. Dem Verstorbenen war im Jahre 1901 wegen seiner Verdienste um das Füsilier-Regiment 80, dessen erster Regiments-Adjutant er war, die Uniform des Regimentes verliehen worden.
«reis Mnrdurs
Winterhilfe.
-o- Kirchhain, 9. Nov. Die örtlichen Organisationen für freie Wohlfahrtspflege beabsichtigen auch im bevorstehenden Winter, die Hilfe der Ottsemwohner in Anspruch zu nehmen. Im Vorjahr wurden Kinder aus unbemittelten Familien in wirtschaftlich besser gestellte Familien auf 4 bis 6 Wochen untergebracht. Hierbei sind gute Erfahrungen gemacht worden, da die Kinder sich gut erholt und andererseits in den Familien nützlich gemacht haben. In den nächsten Tagen werden für diesen Zweck bestimmte Einzeichnungslisten zirkulieren. — Anläßlich des gestrigen 9. November wurde durch die hiesige SS- Cchutzstaftel ernt Gefallen enehrenmal ein Kranz in den Farben der NSDAP niedergelegt.
-o- Erfurt sh an sen, 10. Nov. Trotz der Ungunst der Witterung sind die Arbeiten der Dränagegenossenschaft Er- futtshausen, an der zur Zeit etwa 30 Arbeiter beschäftigt sind, gut gefördert worden. Augenblicklich werden mehrere Hettar der Feldmark brüniert. Große Gräben werden viele hundett Meter wett gezogen: em breiter Durchlaß durch die Straße Mardorf- Schweinsberg nimmt das Wasser auf und führt es direkt der Ohm zu. Durch dieses Kulturwerk erhofft man eine erhebliche Steigerung des Ertrags in unserer Gemarkung. Für die Durchführung der Dränage stehen erhebliche Staatszuschüsse zur Verfügung.
Aus dem DtllkceiS
Prinz Heinrich der Niederlande in Dillenburg.
des Dorfes. Tobias Baß faß auf einem Kilometerstein und spielte Mundharmonika: „Wohlauf, gut Gesell, von hinnen! Meins Bleibens ist hier nit meh--!“
Als ich näher kam und wohl ein saures Gesicht machte, brach er ab mit dem Lied und klopfte die Harmonika in der Hand aus: „Manes, Mensch, haste Würmer?"
Ich lachte. Was konnte alle Bitterkeit helfen.
„Komm, Tobias, so wohl war mir lang nicht mehr. Ich denke, wir tippeln zum Borgebirge!"
„Rach Köln?"
„Nein. Ich hab aber einen Plan?"
„Du, Manes, wir zwei werden noch reich!"
„5)ämel! An so was denkst dn jetzt? Dann bleib lieber hier «nd laß mich allein!"
Tobias schwieg, schritt rüstig ans und patschte zuweilen in die Pfützen. Ich fragte ihn nach den Abenteuern seiner letzten Jahre. Er zählte sie schnell hin: „Mai 1918 in die Front, November wieder daheim, zwei Jahre Ziegel gestrichen, dann Ofenwätter mit fünfzig Pfennig Berantwortungszulage!"
Und stieß mich in die Stippen: „And dn . . .?"
Ein Uhr schlug es im Kirchturm von Wilerswist, als ich mit dem Floß Meister Erls und mit dem Separatistengemetzel zwischen Mostheim und dem Siebengebirge begann. Und die Morgensonne lag warm und tausendkarätig auf den fernen Dom- türmen von Köln, als ich dem Gefährten die Dächer von Brühl zeigen konnte, wo ich ein Liter Blut für den Leutnant und Kompagnieführer Lothar Quambufch hergegeben hatte. Ueber fünf Jahre war das jetzt her!
Gottesdienst bet israelitischen Gemeind«.
Sonnabend, den 12. November.
Vorabend 16.35 Uhr: 8.30 Uhr: 16 Uhr: Ausgang 17.35 Uhr. An Wochentagen 6.45 Uhr; 19 Uhr.
Lichtstreik?
0 Biedenkopf, 9. Nov. Die Bezirks- bauernfchaft will, wenn die Rhein—Main- Elektrizitätsgefellschaft den Strompreis nicht lenkt, einen allgemeinen L i ch t st r e i k ein- leiten. Verhandlungen mit dem Werk auf Senkung des Strompreises sind int Gange.
Wenn man keine Zeitung liejtt...
0 Biedenkopf, 9. Nov. Ein schier unglaublicher Vorfall, der aber den Tatsachen entsprechen soll, ereignete sich hier. Kam da em Bewohner aus dem Edertckl nach Biedenkopf und wollte bei der Krets- verwattmtg Geschäfte erledigen. Da mußte er erfahren, daß der Kreis Biedenkopf gar nicht mehr bestehe und er umsonst den Weg gemacht habe. Auf die Frage, ob er denn keine Zeitung gelesen habe, antwortete er „nein!" — Man sieht, wohin es fühtt, wenn man keine Zeitung zur Hand nimmt.
Kreis ZiegMain
Pferde-, Rindvieh- and Schwemmmartt.
a. Treysa, 9. Nov. Der heutige Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt war in jeder Beziehung das Bild seines Vorgängers, da Pferde und Rindvieh wieder nicht aufgetrieben waren. Desto stärker erwies sich jedoch der Auftrieb auf dem Schweinemarkt, wo Jungvieh in allen Größen vorhanden war. Aber es fehlte meist an Käufern, und der Handel wollte sich nur schwer entwickeln. Für das Paar Saugferkel von 6 Wochen wurden je nach der Qualttät 15—20 Mark gefordert und bezahlt. Trotz der niedrigen Preise konnte der Martt nicht ganz geräumt werden.
von Holland, tiaf am Dienstag nachmittag gegen 3 Uhr in Begleitung des Fürsten von Wittgenstein, zweier Prinzessinnen und des Grafen von Waldeck in der Oranierftadt Dillenburg zu einem kurzen Besuch ein, der in der Hauptsache der Besichtigung des Schloßberges galt. Für die Stadt Dillenburg bewillkommnete Bürgermeister Äupfrian die hohen Gäste, ferner waren bei der längeren Besichtigung zugegen der Vorsitzende des historischen Vereins, Dekan Brandenburger, der Konservator des Wilhelmsturms, Dr. C. Dönges und der Leiter der unterirdischen Gewölbe, Weinhändler Schneidet. Im Anschluß an diese Besichtigung wurde dem Rathaus ein Besuch abgestattet und insbesondere der schöne Sitzungssaal mit dem
Gau Oberheffen mache. Unter Uebergabe der goldenen Ehrennadel rief er dem Jubilar zu: „Hab Sonne im Herzen, hab ein Lied auf den Lippen, hab ein Wort auch für andere!"
Endlich fanden auch die Herren Henkel als Vertreter sämtlicher Vereine der Gruppe Mittelbahn und Garde (für Liedertafel) warme und aufttchtige Worte für den Genannten. Der Postgesangverein Marburg hatte seine Glückwünsche durch ein wunderbares Telegramm übermittelt.
Dank, innigster Dank, sei an dieser Stelle diesen deutschen Sängerseelen zum Ausdruck gebracht!
Dank aber auch allen denen, die für Ausfüllung des gemütlichen Teils zu sorgen wuß-
(Nachdruck verboten!)
Der gflngline im gmerofen
Roman von Heinz ©tegtttocit.
84. Fortsetzung.
„Sollen fe, sollen se. Frische Lust tut immer gut. Die kommen noch mal aus dem Bauch gekrochen für ein Stück Brot. Jawoll, Sie auch, Herr Schwiegersohn, nur nicht so hitzig, Herr Mitarbeiter! — Frau, weißte, was er meint? Wirst lachen: ich soll mit bett Arbeitern zusammen schlafen unb speisen, bann würbe alles viel bester fluppen. Tja, unser Herr Schwiegersohn!"
Er leckte wieder bie Finger ab, in keinem Bart hingen Tropfen brauner Soße. Mein Schweigen war dem Alten wohl unbehaglich, benn er klopfte mich jetzt gönnerhaft auf bie Schulter: „Na, bös? Wissen Sie, wenn ich noch mal auf bie Welt kommen sollte, bann nur als Sohn von Ihnen . . ."
Da ftanb ich auf und verließ bas Zimmer. Ich war noch zu jung, um mir meine Galle von einem senilen Ignoranten aufschwemmen zu laffen. Aber bie vielen Hindernisse: bie oerquälten Mütter, das fiebernde Kind!
Als ich im Flur stand, kam Maria zitternd die Treppe herunter und hängte sich an meinen Hals: „Manes, nicht fortgehen bitte, trag alles für mich, laß Mutter nicht allein, es trifft ja uns am schwersten, wenn du gehst. Ich kann das ewige Hin und Her nicht mehr mitmachen. Sind wir Zigeuner? Manes, halt' aus, trag' alles für mich . . .!"
Die Eesangsabteilung des Turn- und Sportvereins 1869 hatte zur Feier ihres 36. Geburtstages eingeladen. Den besonderen Anlaß zu dieser Feierlichkeit gab aber die Tatsache, daß der Singwatt der Abteilung, Karl Dieterich, die Ehre hat, nunmehr 25 Jahre an der Spitze derselben zu stehen.
Den Auftakt des Abends bildete der Vor- irag des Chors „Das Hochamt im Walde" von Becker, als nach erfolgter Begrüßung die vor allem dem Vorsitzenden des Mitteldeutschen Sängerbundes Herrn Lehrer Echzell, Herrn Eauchormeifter Engelhardt und allen anderen Vertretern der Marburger Chöre galt, die Ehrung des Jubilars durch Karl Bamberger vorgenommen wurde. Karl Dieterich ist als Mitbegründer der Abteilung seit 2. 11. 1896 aktiver Sänger, war von 1896 bis 1907 Stimmführer im 2. Baß, bis er am 15. 10. 1907 als Singwart anstelle von Wilhelm Purgold gewählt wurde. Sein besonderes Ziel sah er zunächst darin, di« Sängerschar bem Deutschen Sängerbund zuzuführen, was ihm im Jahre 1911 gelang, indem die Abteilung dem Kurhessischen und damit dem Deutschen Sängerbund angeschloffen wurde. Seit Gründung des Gaues Oberheffen im Jahre 1925 ist er Mitglied des Musikausschusses und war Vorsitzender der Gruppe Mittellahn bis 1931. Im laufenden Jahre wurde er 2. Vorsitzender des Gaues Oberheffen und führt z. Zt. die Geschäfte des 1. Vorsitzenden. Aus diesem Werdegang erhellt, daß seine Verdienste um den deutschen Turnersang und bie Pflege des deutschen Männergesanges von allen Stellen gern, freudig und in gebührender Weis« anerkannt wurden. Karl Bamberger gebuchte deshalb auch in herzlichen Worten des Jubilars, ihm Dank unb Anerkennung namens der Abteilung zollend, indem er endlich die ihn zum „Ehren-Singwatt" auszeichnende Ehren-Ur- kunde überreichte. Karl Dietettch dankte in bewegten Worten, erfüllte aber auch ein« der vornehmsten Pflichten, indem er an di« in die Ewigkeit berufenen Mitgründer und Sänger erinnerte. Mit Herz und Seele zur Sache des deutschen Gesanges zu stehen, an der weiteren Entwicklung der Abteilung und des Vereins tatkräftig und selbstlos auch tünftig zu arbeiten, war seine ernste Mahnung.
Nachdem Herr Dr. Stier als 1. Vorjitzen- der des gesamten Vereins deffen Glückwünsche in innigen Worten übermittelt hatte, ben Jubilar als den ruhenden Pol im Vorstand wie in der Abteilung bezeichnend, wurde ihm durch Herrn Lehrer Echzell aus Kassel namens des Mitteldeutschen Sängerbundes eine weitere Ehrung zuteil. In vortrefflichen Worten führte er aus, daß es inmitten des Haders hoppelt wertvoll sei, einer einenden und volksverbundenen Ide« zu huldigen. Die deutsche Sängerschaft sei sich des ganzen Ernstes der Lage unseres Volkes bewußt, indem sie sich restlos als eine der Zwietracht mitten ins Herz stoßenden Bewegung be- trachte. Die Musik sei eine unveräußerliche Lebensmacht. Die Einheit im Geiste herbei- Kten, sei das große Ziel, das aber nur die Macht des Geistes errungen würde. Mit dem Dichterwort: „Wer dem Volke sein Lied schenkt, der schenkt ihm seine Seele wieder", sordette er zur restlosen Hingabe an die Pflege deutschen Chorgesangs auf. Mit her Üeberreichung einer Glückwunsch-Urkunde und einer Goethe-Plakette fand die Ehrung ihren Abschluß.
Auch Eauchormeifter Engelhardt gedachte in warmen Wotten des Schaffens von Karl Dietettch, insonderheit seiner Tätigkeit int Gau, sein ehrliches Wort im Streit der Meinungen hervor hebend, was ihn den Sängern zu einem wettvollen Mitarbeiter im
ten, insonderheit den Sangesbriidern Burk nebst seiner von köstlichem Humor erfüllten Schar, wie auch Willi Göbel.
Möge der Gesangsabteilung, unter der hoffentlich noch viel« Jahr« währenden Führung von Karl Dieterich wie auch unter der musikalischen Leitung des Herrn Ermisch noch eine segensreiche Zukunft beschicden sein. Möge die Abteilung vor allem ihre Sendung darin erblicken, für eine gesunde Seele int deutschen Turner zu sorgen, jenen inneren Adel zu prägen, deffen es neben der körperlichen Ertüchtigung bedarf, wenn der Mensch zur Persönlichkeit, zum Charakter herangebil- det werden soll. Möge der Pflege des Chorgesangs innerhalb der deutschen Turnerschaft
„Ich geh ja nicht allein, Mana. Du unb bet Junge müssen mit. Noch in bieser Nacht. Ich kann nicht mehr. Ich ersticke. Ich hatte mir bas alles viel schöner vor- . , . , . __________u_ t
gestellt. Wirf die Schuld auf deinen Va- uns bekam Antwort vom nördlichen Ende