Sette«, Marburg <t L. Mittwoch, den S. November 1832
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Der Arbeitsmarkt
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Stetige, wenn auch geminderte Zunahme der Arbeitslosigkeit
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Konjunktur abhängigen Berufsgruppen um rund 66 000 gefallen. In der Vergleichszeit des Vorjahres dagegen stieg die Arbeitslosigkeit in allen Berufsgruppen, da sich mit einer wesentlich stärkeren saisonmähigen Verschlechterung noch ein konjunkturelles Absinken verband.
Im Freiwilligen Arbeitsdienst waren Ende Oktober etwa 250 000 junge Menschen beschäftigt, also noch um etwa 40 000 mehr als Ende September. Ihre Zahl ist, in der angegebenen Gesamtzahl der Arbeitslosen enthalten.
In der Arbeitslosenversicherung wurden am 31. Oktober rund 582 000, in der Krisenfürsorge rund 1139 000 Arbeitslose betreut. Die Zahl der krisenunterstützten Personen ist um rund 36 000 zurückgegangen. In der öffentlichen Fürsorge wurden rund 2 141 000 Wohlfahrtserwerbslose unterstützt, die von den Arbeitsämtern als solche bis zum Stichtage anerkannt waren, d. h. rund 94 000 mehr als bei der letzten, Ende September durchgeführten Zählung.
Rechte, die für alle anderen gelten, nickst als eine Gnade oder eine Wohltat, sondern als unseren unverzichtbaren Anspruch. Ich stelle hier nichts Neues fest, wenn ich aus- spreche: Der Vertrag von Versailles hat keinen wahren Frie denge- brächt. Er ist ursprünglich nur als Prü- liminarvettrag gedacht gewesen und enthält eine Revisionsklausel. Es muh das Ziel nicht allein der deutschen, sondern der europäischen Politik sein, die Bestimmungen, die durch Zwang auferlegt wurden, durch Lösungen zu ersetzen, die dem freien Ermessen aller Beteiligten entspringen. Unser Weg wird der Weg friedlicher Verständigung sein.
Niemals wirb die europäische Wirtschaft zur Ruhe kommen, wenn nicht die grohen Grundsätze der Gleichberechtigung und des Selbstbestimmungs- rechts der Völker auf allen Gebieten anerkannt und durchgeführt werden. Sie kennen den Kampf, den wir heute um unsere Gleichberechtigung in der Abrüstungsfrage zu führen haben. Ich brauche Ihnen unseren Standpunkt nicht zu erläutern. Er ist der Welt aus vielen Reden und Veröffentlichungen bekannt, insbesondere aus der Aufzeichnung, die dem französischen Botschafter am 29. August übergeben wurde.
Der französisch« Plan setzt anscheinend voraus, dah alle europäischen Festlandstaaten gleichartige Heere erhalten.
Berlin, 8. Nov. Wie es im Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis einschließlich 31. Oktober 1932 heißt, ergeben die Meldungen der Arbeitsämter für Ende Oktober 1932 eine Gesamtzahl von rund 5 109 000 Arbeitslosen. Damit ist die Steigerung der Arbeitslosigkeit, die der Bericht üöer die erste Hälfte dieses Monats aufwies, fast völlig ausgeglichen. Gegenüber Ende September mit einer Arbeitslosenzahl von 5 103 000 ergibt sich eine geringfügige Zunahme. Im Vorjahr war die Zahl der Ar- beitslosm zwischen den beiden Stichtagen von Ende September und Ende Oktober im ganzen um rund 269 000 gestiegen.
Die arbeitsmarktpolitische Bedeutung der, Wahlen wird durch die Gegenüberstellung der. Entwicklung in den Saisonauhenberufen und derjenigen in den übrigen Berufsgnippen etwas aufgehellt. Während nämlich in den Saison-Außenberufen die Zahl der Arbeitslosen in der zweiten Hälfte des Oktober weiter, und zwar um rund 25 000 zugenommen hat, ist sie in den überwiegend von der
Das erscheint vom deutschen Standpunkt aus durchaus diskutabel. Wir haben zur Zett eine Heeresverfassung, die uns durch Diktataufgezwungen wurde und führen Klage darüber, dah unsere Soldaten nicht mit den anderen Länder gleichwertig sind, weil sie nicht diegleiche Bewaff- nung wie diese führen dürfen. Die französische Regierung geht anscheinend davon aus, dah erst gleichartige Wehrverfassung und gleichartige Bewaffnung die Heere der verschiedenen Länder wirllich vergleichbar macht. Diesen Standpunkt erachte ich als einen grohen Fortschritt. Es ist unbestteft- bar, dah, wenn es gelingt, allen Herren den Charakter reiner Defensivmittel zu geben, tmr einen entscheidenden Schritt in der moralischen Abrüstung und Befriedung der Welt vorwärts gekommen sein werden.
Die deutsche Regierung, die den Frieden wünscht, weil sie wie keine andere Nation der Welt der Segnungen des Friedens bedarf, stellt ihre Politik unter dem Gesichtspunkt wirklicher, allgemeiner Abrüstung. Sie wird jede Maßnahme begrüßen, welche die Defensivkraft im Gegensatz zur Angriffs- kraft stärkt, und Deutschlands, Anspruch auf gleiches Recht und gleiche Sicherheit verwirklicht. Aber wir werden nicht an einer Albrüstungskonvenffon Mitarbeiten, solange wir nicht wissen, ob sie in ihrem ganzen Umfange für uns selbst Geltung haben soll.
Der Kanzler vor der Auslandspresse
Deutschlands Anspruch auf gleiches Recht
flonsfordetUng im Simm einer Rückkehr zu den Grundsätzen des Vorfriedens (Lan- sing-Rote) bemerkenswert sei. Die bisherige Erörterung über den Herriot-Plan scheine nicht die Annahme zu gestatten, daß hier eine wirkliche Gleichberechtigung zugestanden werden solle.
Der Kanzler habe sehr zutreffend auf die Rückwirkungen hingewiesen, die durch den Außendruck auf die innerpolittsche Wil- lensbildung in Deutschland ausgeübt worden seien. Das Vlatt glaubt den Kanzler richtig zu verstehen, wenn es annehme, daß er nach außen hin den Abstand deutscher StaatsaufsassUng von der formalen westlichen bemerkbar machen wolle, von der sich Deutschland zu seinem Teil fortbewege und sich auch weiterhin in jedem Falle nach eigenen Gesetzen entfernen müsfe.'
Schärfst« Ablehnung durch die NSDAP.
München, 8. Nov. Die „NSK.' nimmt zu dem Verhandlungsangebot Stellung, das die Regierung von Papen allen denen gemacht habe, die „bereit sind, mit ihr zu arbeiten" und schreibt:
Dieses Angebot gleiche der Aufforderung von Parlamentären, die mit der weißen Fahne kommen, um den erfolgreichen Gegner einzuladen, sich der Führung des geschlagenen Feldherrn zu unterstellen. Mit geschlagenen Feldherren verhandele man nicht, sondern bleibe ihnen auf den Fersen, bis sie kapitulieren. Die Regierung von Papen sei der nationalsozialistischen Bewegung gegenüber überhaupt nicht mehr verhandlungsfähig. Das einzige, was man von ihr noch erwarte, sei, zu verschwinden.
NSDAP: 196 Mandate.
Berlin, 8. Nov. Der Kreiswahlleiter des Wahlkreises Nr. 26 (Franken) hat dem Reichswahlleiter ein berichtigtes Ergebnis gemeldet, das um 51981 gültige Stimmen höher ist. als das zuerst gemeldete. Der Anteil der NSDAP an dieser Stimmenzahl beträgt 18,882. Die Berichtigung wirkt sich dahin aus, daß der NSDAP ein weiteres Mandat auf ihrer Reichsliste zufällt. Die Gesamtzahl ihrer Abgeordneten beträgt nunmehr 196. Der Reichstag umfaßt damit insgesamt 583 Abgeordnete.
Deutsches Reich
Der Eutin« Bürgermeister Dr. Stosfregeu mied« im Amt.
Eutin, 9. Roo. Unter Führung bei Staat-Ministers Pauly traf am Dienstag abend eine oldeuburgisch« Regierungskommis. fion in Eutin ein, die längere Zeit mit de» seines Amtes enthobenen Bürgermeister Dr. Stoff regen verhandelte. Zu« Schluß bet Besprechungen wurde dem Bürgermeister mitgeteilt, daß die Verfügung d« Amtsenthebung vom oldenburgischen Ministerium a n f gehoben worden sei. Bürgermeister Dr. Stoffregen bleibt demnach im Amt.
Der „Völkische Beobachter- bi« 14. November verboten.
München, 8. Nov. Am Dienstag abend wurde der Schriftleitung des „Völkischen Beobachters" folgender Beschluß der Polizeidirek, tion München zugestellt:
„Die in München erscheinende Tageszeitung „Der Völkische Beobachter" wird mit sofortiger Wirksamkeit bis 14. November verboten." Das Verbot wurde auf Grund des Paragraphen 6 der Notverordnung vom 14. 6. 1932 ausgesprochen und zwar wegen eines Artikels, der in der Ausgabe vom 6V7. November in der Nummer 311/12 unter der lieber* schrift „Herr von Papen hält eine von Verunglimpfungen gegen Adolf Hitler sttotzende Rundfunkrede" veröffentlicht wurde.
Eine sozialdemokrattsche Zeitung verboten.
Halle, 8. Nov. Der Oberpräsident hat die in Zeitz erscheinende sozialdemokratische Tageszeitung „Volksbote" auf drei Tage verboten mit der Begründung, das Vlatt habe Reichskanzler von Papen und die Reichsregie- runa beschimpft und böswillig verächtlich gemacht.
Die Presse zur Papenrede
Machdem bereits gestern abend die „Vosfische Zeitung" ckus der Rede des Reichskanzlers vor den ausländischen Journalisten die Schlußfolgerung hinsichtlich einer möglichen Konzenttattonsregie- rung gezogen hat, unterstreicht heute früh auch die „G e r m a n i a" diese AeUße- rungen des Kanzlers.
Man müsse darauf schließen, so sagt das Matt, daß man sich nunmehr auch in der Wilhelmstraße die Unmöglichkeit einer „autoritärer" Staatsführung gegen 90 Prozent der Bevölkerung einzugestehen «und den klaren Sinn des Wahlergebnisses nicht nicht länger zu ignorieren bereit sei. Wenn die Reichsregierung den Mut finden sollte, den Weg zu einer Reufundierung der Staatsführung kn der notwendigen Weise freizugeben, dann könnte man die Hoffnung haben, daß es einen Ausweg aus der Sackgasse gäbe, in die sie sich verrannt habe. Diese neue Kanzlerrede habe sich auch noch in anderen Punkten sehr vorteilhaft von dem Unterschieden, was man in den letzten Wochen von der gleichen Stelle zu hören gewohnt gewesen fei. Der Kanzler habe diesmal sehr deutlich darauf hin- gewiesen, bah unsere heutige politische Lage in Deutschland Nur aus der unablässigen Verflechtung von Innen- und Außen-- polttit in den letzten Jahren verständlich sei. Man glaube, plötzlich an eine Brü- ningsche Diktton erinnert zu werden, wenn es in der Rede heiße, daß die letzten Gründe für die Wirtschaft, für ihr Auf und Ab ihr Gedeihen und Schrumpfen schließlich nicht im Wirtschaftlichen liegen, sondern im Politischen, Und daß die europäische Wirtschaft daher niemals zur Ruhe kommen und niemals die für ihr Gedeihen sicheren Grundlagen erhalten würde, wenn nicht jene Konzeptton einer Einigung und friedlichen Völkergemeinschaft Wirklichkeit werde. Hierin könne dem Kanzler nur zugesttmmt werden.
Der „Tag" geht vor allem auf die außenpolitischen Ausführungen des Kanzlers ein, an denen besonders die Aevi-
Weitere 1500 Angestellte bei der BBS. entlasten.
Berlin, 8. Roo. Die Direktton der BVG. hatte in ihrem Aufruf das Fahr- und Werkstättenpersonal aufgefordert, die Arbeit bis 14 Uhr wieder aufzunehmen, widrigenfalls sich die betreffenden Angestellten als entlasten zu betrachten haben. Praktisch kamen dadurch rund 12 000 Personen in Frage. Die BVG. aber hatte nur 1000 Mann entlasten, und zwar diejenigen, die sich besonders durch Terrorakte und Bedrohung von Arbeitswilligen strafbar gemacht hatten. Jetzt hat die BVG. weiteren 1000 Fahrern und Schaffnern gekündigt.
Hohe Zuchthausstrafe» im Freifswaldcr Landfriedensbruchprozeß.
Greifswald, 8. Rov. Rach vier- zehntägiger Verhandlung wurde heute im Greifswalder Landfriedensbruchprozeß das Urteil gefällt. Der Verhandlung lagen die Zusammenstöße zwischen Kommunisten Und Rattoualsozialisten am 17. Juli vor den Baracken in der Loitzer Landstraße zugrunde, bei Denen drei Rational- sozialisten getötet und mehrere verletzt wurden. Das Schwurgericht vemr- teilte die Hauptangeklagten Arbeiter Peters und Behrens wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit Gewalttätigkeiten und Wafsenmihbrauch zu je zehn Jahren Zuchthaus, den Barackenbewohner Sim sch zu acht Jahren Zuchthaus und die Arbeiter Drespe und Tennert zu sechs bzw. fünf Jahren Zuchthaus. Zehn Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von einem Jahr sechs Monaten bis herab zu drei 'Monaten. Sieben Angeflagte wurden freigesprochen.
Das gestohlene Auto aufgesunden.
Düsseldorf, 8. Nov. Wie zu dem mißglückten Raubüberfall auf einen Eeldtrans- port des Schlachthofes noch gemeldet wird, wurde das zur Tat von den Räubern benutzte Auto bereits gestern abend gegen 22 Uhr vor dem Apollotheater in der Reihe der dort parkenden Autos abgestellt. Als man es heute morgen gegen 8 Uhr mit brennenden Lampen dort stehen sah, untersuchte man es und fand darin noch eine Anzahl Patronenhülsen vor. Danach zu urteilen, haben sämtliche Insasten des Autos geschoßen. Bei den Banditen handelt es sich um eine der Polizei seit langem bekannte Verbrecherbande, die bereits '.n Duisburg, Esten und Bochum Ueberfälle mit gestohlenen Autos und schwere Einbruchsdiebstähle ausgesührt hat. Der Regierungspräsident hat auf die Ergreifung der Täter 1000 Belohnung ausgesetzt.
lleberfall aus zwei Kastenbotea.
Berlin, 8. Rov. Auf der Chaussee zwischen den Ottschaften Hohenneuen- dorf und Bergfelde im Rorden Berlins wurden heute vormittag gegen 9 Uhr zwei Kassenboten, die 1750 Mark Unter» ftützungsgelder von der Sparkasse in Hohenneuendorf abgeholt hatten, von zwei Männern überfallen und von ihren Rädern geschlagen. Die Räuber ttssen die beiden Aktentaschen, in denen sich das Geld befand, an sich, schwangen sich auf die Räder der Heberfallenen und fuhren Davon. Obwohl kurze Zeit darauf die Verfolgung mit einem Pffvatauto ausgenommen wurde, gelang es den Wegelagerern zu entkommen.
Berkin, 8. Nov. Der Kanzler hielt auf einem Essen der ausländischen Presse heute mittag eine Rede, in der er u. a. ausfühtte:
Sie werden von mir zunächst eine Aeuße- rung über die Lage erwatten, die durch den Ausgang der Reichstagswahlen bedingt worden ist. Ich kann meinen Eesamteindruck dahin zusammenfassen: Eine erfreuliche Zunahme des Verständnisses,für die Regierungsarbeit ist festzustellen. Keine Parier wird noch Berechtigung zu der Annahme haben, daß sie die All ein- Herrschaft m Deutschland ausüben kann. Dagegen glaube ich die Hoffnung hegen zu duffen,
daß es nunmehr zu einer wirklichen nationalen Konzentration kommt.
Personenfragen spielen hierbei — ich habe es schon immer betont — keine Rolle. Die sachlichen Ziele der Regierung, die Sie kennen, werden unverändeff verfolgt werden. Ich habe Ihnen diese kurze Mitteilung über unsere Innenpolitik gemacht, in eil ich das Interesse verstehe und würdige, das die öffentliche Meinung der Welt an unseren inneren Verhältnissen nimmt. Kein Volk ist mehr in der Gefahr, mißverstanden zu werden als das deutsche. Denn unsere Geschichte ist eine andere als die Ihrige. Unsere polftische Entwicklung hat sich nicht auf dem geschlossenen Raum einer Insel oder hinter sicheren Grenzen abgespielt, sondern als Ergebnis unserer zentralen Lage in Europa unter der unablässigen Einwirkung aller unserer Nachbarn und unter dem gewaltigen Druck kultureller, polftischer und wirtschaftlicher Kräfte aus allen Himmelsrichtungen.
Unsere Lage als Mittelland Europas und unsere geschichtliche Entwicklung hat uns einen unerschöpflichen Reichtum kultureller Gestaltung in den verschiedenen deutschen Stämmen und Ländern beschert, dessen Pflege und Förderung die große Aufgabe der deutschen Kulturpolitik sem muß. Aber nach außen stellt sie uns ebenso zwingend vor das Problem kultureller und polftischer Selbstbehauptung.
Vornehmlich in politischer Beziehung ist unser« Mfttellasge voller Gefahren.
Sie hat eine Fülle von Problemen geschaffen, wie sie Völker gesicherter Lage nicht kennen. Sie setzt auch unsere innere Entwicklung fofffährend unter den Druck der Außenwelt. Namentlich unsere heutige polftische Lage ift nur verständlich aus jener unablässigen Verflechtung von Innen- und Außenpolitik. Wie soll eine Regierung das nötige Ansehen vor ihren Bürgern haben, wenn sie
mit «inseitig«, Diskriminierungen sr- «egeniiber dem Ausland« belast ff und nicht imstande ist, ihnen das primitivste Lebensrecht, die Sicherheit nach außen hm, zu gewährleisten?. Die lange Reihe der Interventionen der Siegermächte, welche den Leutchen Regierungen immer neue Demütigungen zumutffen, trägt ein großes Maß von Schuld an der allgemeinen Radikal ifierung und der Verschärfung der nmenpolftischen Lage. Aus diesem geschichtlichen Zusammenhang von Innen- und Außen- f^^^rgibt sich für das deutsche Volt die Mcksalhafte Aufgabe, eine Gestalt für seine Stabführung zu finden, welche den dauernden Notwendigkeiten seiner Lage rn Mitteleuropa und den besonderen Schwierigkeiten seiner heutigen Situation in gleicher Weife entspricht.
Di« erste Vorbedingung hierfür ist die Wiederherstellung der vollen Hoheft des Staates und die Ein richt ung CtttCt stetigen, machtvollen Regierungsgewalt.
Eine solche autoritäre Staatsführung, meine Heinen, steht nicht im Widerspruche 3U dem Grundsatz der Demokratie. Demokratie und Autorität sind keine Gegensätze sondern notwendige Ergänzungen. Die Augen der Welt sind heute auf die Ver- emtgten Staaten von Nordamerika gerichtet wo ent großes Volk seine Staatsführung für die nächsten vier Iahre in die Hände emes Mannes legt. Ist es denn weniger be= mokratifch, die anonymen Mächte der Par- Zwischen Regierung
Md Volk geschoben haben, auszu sch alten?
Sie werden mit mir der Ansicht sein meme Herren, daß die Herstellung einer in' «erlich starken deutschen Staatsgewalt nicht nur eme Lebensnotwendigkeit für Deutchland sondern *
das zentral« Problem Europas
K- Unsere Lage, in der Mitte unseres Erdteils brmgt es ia mit «ich, -aß sich alle Erschütterungen unserer wirtschaftlichen und politische« Verhältnisse auf alle übrigen Staaten Europas und auf die meisten Staaten der Welt übertragen müssen. Und deshalb muß ich hier nochmals mit Nachdruck hervorheben:
Es wird nicht Rich« und Frieden in Europa herrschen, bis man nicht dem deutschen Volke di« leb<nsiwtwendig«n Voraussetzungen zu gestanden hat, die ihm «in« frielstiche und sichere Entwicklung gewährleisten.
Sie keimen unsere Forderungen. Deutschland kann nicht heute, 14 Jahre nach der Beendigung des Krieges, noch immer in der Rolle »es Besiegten fest gehalten werden. Wir verlangen die.Gewährung der gleichen