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OdrrdtMfche Zewma. Marburg a. L. Dienst«, bat 8. November 1932

Nr. 263

Aos -em Gerichtsfaal

—n.

nrs.

gelegentüch ihrer <rm 9. ttrib 10. Aov. statt-

Frage komm«r. So besitzt Herr Halsen die gröKe Zmnfvllxttensammluntz, die es über­haupt gibt, zweifellos eine bedeutende tttib eigenartige Sehenswürdigkeit, die bisher allerdings nur wenige kennen zu lernen die Möglichkeit hatten. ES ist daher schr zu

«uWam der fouMinroamlti A Staifd?

Um das Marburger Hauptzollamt.

Wie die Kasseler Post- meldet, soll die kürzlich angekündigte Reform der Reichs­finanzverwaltung demnächst dnrchgeführt werde», und zwar will man von den 26 be­stehenden Landesfinanzämtern die Bemter in Oldenburg, in Schwerin und in Kassel auflosen. Das Landesfivanzamt Kassel soll nach Frankfurt verlegt uud dort mit dem Landesfinanzamt Darmstadt zu einem große«, für die Provinz Hessen» Rassau und den Freistaat Hessen zuständi­gen Amte vereinigt werden. Als Folge dieser Mahnahme soll dann die Frage ge­prüft werde«, ob die jetzt im Marburg und Eietzen bestehende« Haupt- zollämter künftig «icht von einer Hand geleitet werden können, d. h^ datz eutweder das Amt ia Sietze« oder i« Marburg aufgelöst werden kann.

Wie das Blatt weiter berichtet, haben sich bereits die Stadt Kassel, die Landes­verwaltung, das Oberpräfidium «ad wirt­schaftliche Organisationen in Kassel mit der geplante« Verlegung befaßt, die als für Kassel und Kurhessen überaus schädlich allgemein abgelehnt wird. Man spricht hierbei die Befürchtnng aus, datz nach der Verlegung des Landesfinanzamtes bald andere Behörden aus der Stadt Kassel »er­legt «»ürde«, die dann zu einem be­deutungslosen Provinzstädichen herabsiaken mützte. Oberbürgermeister Dr. Stadtler wisch in den nächsten Tagen nach Berlin fahren, «m sich bei» zuständige» Mi-- nifterinm persönlich für die Erhaltung bee Landesfinanzamtes in Kassel einzusetzen.

Also doch?

Ger „ScmpS“ bringt in großer Auf­machung unter der Aeberschnft „Also doch!" folgende sensationelle Nachricht sei­nes Berliner Korrespondenten:

„Mit gewohnter Hartnäckigkeit hat dre deutsche Regierung ihre geheimen Rü­stungen stets abgeleugnet. Nun aber hat tuns ein glücklicher Zufall erdrückendes Material in die Hand gespielt, dem gegen­über kein Ableugnen mehr verfängt, durch das aber zugleich unsere schlimmsten Be­fürchtungen weit übertroffen werden: Im Herzen Deutschlands, also in bedrohlicher Nähe der französischen Grenze, in einer zwischen Bergen völlig versteckt liegenden, von mellenweiten, undurchdringlichen Wäl­dern umgebenen kleinen Stadt, Warbourg- sur-Leine, ist es einem ehemaligen kaiser­lichen General in jahrelanger heimlicher Qlrbeit geglückt, aus den kriegerischen Söh­nen dieses barbarischen Landes eine Armee von 100 000 Mann, also von der Stärke der Reichswehr, aufzustellen, dre, mit den furchtbarsten Waffen aller Ersten auSge- rüstet, jeden Augenblick bereit ist, loszu- schlagen. So achtet Deutschland den ge­heiligten Beitrag von Versailles! Wir sehen, wie richtig es von unseren Staats­männern war, zuerst Sicherheit und dann Aufrüstung zu verlangen. Wie wir hören, toyb Herr Herriot unverzüglich den Schutz des Völkerbundes anrufen." —

in das LebeiMverk des Herrn Halsen zu gewinnen. Frölich ist es bei dem immer® hin beschränkten Raum nicht mögllch dre ganze Sammllrng zu zeigen, aber auch nur wesenlliche Telle von ihr, insbesondere eine große Parade zu besichtigen, wird vielen, Zungen Allen, Freude machen.

Es würde uns gar nicht wundern, wenn demnächst die französischen Zeitungen eine derartige Meldung brächten. Denn — es stimmt mit der in aller Stille Und i n jahre­langer unermüdlicher Arbeit hier in Mar­burg zusammengebrachten Armee, und wer kennen ja die blühende Phantasie des Tartarins. Aber diese Armee ist fev- samerweise gänzlich friedlich und in erster Linie dazu bestimmt, ihrem »General" Freude zu machen. ES ist di« Zinn­soldatensammlung unseres Mitbür­gers des Herrn Obergerichtsvollziehers L R. Wilhelm Halsen. Wie andere Mar­ken, Münzen, Schmetterlinge, Porzellan usw. sammeln, so hat er sät seinem 14. Lebensjcchr mit der Leidenschaft des echten Sammlers sich eine Sammlung von Zinn­soldaten «Mer Zeiten und Waffengattm^en samt den dazu gehörigen Geländestücken, Bäumen, Brücken, Häusern u. s. f. zu schaf­fen gewußt, die tatfäckllich etwa 100000 Mann umfaßt, viele Schränke füllt und, nebenbei gesagt, ungefähr 17 Zentner wiegt. Da können wir die Varusschlacht im Teutlckurger Wald, Alexander des Gro­ßen Truppen, Kreuzritter, die Soldateska des 30jährigen, des 7jährigen Krieges, die Schlachten der napoleonischen Zeit, dre deutschen Kärnpfe von 1864/66, 1870/71, sowie die Heerscharen des Weltkrieges und vieles andere, dazu 100 Musikkapellen aller Zeiten und Länder, die leider freilich für ein Svmmerkonzert im Schtoßpark nicht in

BSAerschm

— Fliegende Blätter, Münch». Erster Halbjahrsband 1932,. Verlag von 3. F. Schreiber, München. Preis geb. Kttkl4,—. — Der Verlag der „Fliegenden Stotter, I. F. Schreiber in München, hat den erst« Halbjahrsband der „Fliegenden" für bas Jahr 1932 in Vorlage gebracht. Dre Lei­stung des Verlages und seiner Mrtarbeckec für die Herausgabe dieses aWelrebten rmo altbewährten Familimwrtzblattes erweist sich als stets zielbewußte und unermudlrche Pro- nierarbeit, durch die Fährnisse und Sorgen einer schweren Zeit die sonnige Straße troy- licher Lebensauffassung zu bahnen, xw „Fra­genden Blätter" sind unpolitrsch, nehmen aber stets regen Anter! an den aktuellen Tages- fragen und ergeben deshalb rn chrer Zusam­menfassung einen satrnchen, rrohlrchen. Zea- spiegel unserer Tage. Sre. pflegen, wre mr- mer, den Humor an sich, dre Lyrrk,.dre Sa^ the .den Witz, die Anekdote wä> dre Humo­reske Die Redaktion legt Wert auf ge- psiegten Stil und Niveau aller lrierarlsHm Beittäae. so datz dre Lektüre der „Flregen­den" für jeden Leser nicht nur eme Freude, sondern auch ein künstlerischer Eenuh sem kann Die graphischen Vertrage ,md, mie eine glückliche und ebenbürtige 'Ergmr- zung und Erweiterung des lnerarrschen An­haltes.__

Verlag Dr. <£. Hitzeroth. SauptschrMlerter und verantwortlich für Po- IMk und Feuilleton: Dr. E r n st S ch e l l e r; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales; Lotbar Schneider, sämtlich inMaxbur-,

Bücherrevisor ist nmr die Sache vor dos Ge­richt gekommen. Gestern hatte sich nun der Angeschuldigte darüber zu verantworten, datz er 1. einen Offenbarungseid fahrlässig ge­leistet habe, 2. weil er die Bücher falsch ge­führt hat und 3. weil er wusste, daß es nnt ihm schlecht stand und dennoch den Konkurs nicht angemeldet hatte. Der Angeklagte be­streitet, datz er schlecht gestanden habe und sagt, datz nur der Bücherrevisor schuld daran sei, weil dieser 'ein Geld haben wollte, wes­halb auch der Konkurs angemeldet worden ist. Das Gericht lietz Milde walten und sprach den Angeklagten wegen Nichtanmeldung des Kon­kurses frei. Wegen fahrlässiger Leistung eines Offenbarungseides wurde er flu, 90 dl und wegen schlechter Führung der Bücher zu 60 M Geldstrafe verurteilt.

Aos -er Landeskirche

Dre Gesuche um Zulassung zur zweiten theologischen Prüfung — Frühjahr^ Prüfung 1933 für das geistliche Amt — find durch Vermittlung der Herren Kreis­pfarrer und des Herrn Studiendirektors des Predigerseminars bis zum 15. Novem­ber 1932 zu Händen des Landesober­pfarrers einzureichen.

Ernannt: Der Pfarrer Dr. Schimmel- pfeng-Kirchvers, Kirchenkreis Marburg, zum Pfarrer der vierten luth. Pfarrstelle rn Marburg ab 1. Januar 1933. — Be­stätigt von der Kirchenregierung: Die Wahl des Pfarrers Falk-Eelnhaufen zum Kreispfarrer des Kirchenkreises Geln­hausen.

Das Framkfurter Radio-Program«. Mittwoch, ben 9. November.

6.15: Wetterbericht. — Anschließend: Mor­gengymnastik. — 7.20: Sch allplatten - Konzert. — 10.10: Schukfunl. — 12.00: Konzert. — 13.30: Konzert. — 15.15: Jugendstunde. — 17.00: Konzert des Süddeutschen Rundfunk­orchesters. — 18.25: Stunde der Arbeit. — 18.50: „Die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft'. Vortrag. — 19.20: „Neues aus aller Welt' Vortrag. — 1930: Unser Botts- lieb: 1. Oberbaden. — 20.00: Quellen, die die Wirtschaft speisen: L „Del". — 21.00: Aettere Tanzmusik. — 21.30: Stunde der Kammermusik. — 22ll0: Zeitangabe, Tages- Wetterbericht, Sportbericht, —-

len goldenen Schnitts, dann Verbrechertypen mit ihren auffallenden Abweichungen. Der Vergleich der mannigfachen Formen »es Kör­pers, insbesondere des Gesichts und Sta­dels. führte zu der Erkenntnis dreier Grund­typen. Schon Lavater hatte (.z 3t Goethes) für diese Erkenntnis bemerkenswette Vor­arbeiten geleistet. Karl Hüter hat eine brauch­bare und lehrfähige Menschenkunde aufge­baut. Nach Hüter gibt es — entsprechend den 3 Organsystemen — erstens das Ruhe­oder Ernährungsnaturell (volles, breites, apfelförmiges Gesicht), zweitens das Tat­oder Bewegungsnaturell (knochiges, eckiges Gesicht), brittens das Empfindungs- oder Denknaturell (zattes, feines, birnenförmiges Gesicht). Im harmonischen Naturell stehen alle drei Grundformen in einer einander er­gänzenden Verbindung, im disharmonischen stehen sie Meinander im Widerstreit. Das Ernährungsnaturell ist ökonomisch begabt, das Bewegungsnaturell zeigt schöpferische Fähig­keit und besonderes Feingefühl. Das harmo-

Wie alles kommt!

Bei den Abbaumatznahmen der Reichseisen­bahn war auch ein Reserve-Lokomotivführer in den Ruhestand versetzt worden. Mit einer Pension von 130 dl kam er aber nicht aus und so legte er sich ein Auto zu, mit dem er Lohn­fahrten ausfübrte. Später gründete er eine Gesellschaft und das Geschäft wurde erweitett. Seine ganzen Barmittel hatte er in die Ge­sellschaft gesteckt und auch einen Lotterie- gewinn von 100 000 M legte er zum größten Teil in dem Unternehmen an, nachdem er bei Katholischen Kirche auch einen Teil vermacht hatte. Die Sache ging ganz gut. bis eines Tages ttotz der 100 000 M das Unternehmen ins Schwänken kam und in Zahlungsschwie­rigkeiten geriet. Ein Bücherrevisor, der noch etwas über 200 dl von ihm zu bekommen hatte stellte nun fest, datz das Unternehmen ver'chuldet sei, so datz der Konkurs angemel­det werden mutzte. Der Inhaber hatte auch einen Offenbarungseid geleistet, der nicht ganz richtig gewesen sein soll. Durch den

Ei« alter Sünder.

Ein Mann von hier, besten Vorstrafen in den Akten einige Seiten einnehmen, hatte sich wieder wegen Diebstahls im Rückfall zu ver­antworten. Der Mann ist arbeitslos und darum versucht er mit Korbflechten seinen Unterhalt zu verdienen. Eines Tages kam er auch an den Rotenberg und sprach bei einer Familie wegen Arbeit vor. JDic Hausdame, die gerade aus der Stadt zuttickgkommen war, hatte Mitleid mit dem Mann, sog ihren Mantel aus und legte die Geldtasche auf etn Servierbrett. Für den Mann holte sie einen Korb, den er flicken sollte. Der Mann nahm aber ' die Abwesenheit der Dame wahr und steckte die Geldtasche ein. Dann entfernte er sich. Kurz danach will die Dame die Geld­tasche cm sich nehmen und stellt fest, datz diese verschwunden war. Die Polizei wurde benach­richtigt und man begab sich in die Wohnung des Angeklagten. Dieser leugnete erst, dann aber gestand er ein, datz er die Geldtasche ge­nommen habe, die er wieder zurückgeben wolle. Er ging mit den Beamten in die Anlagen am Südbahnhof, wo er das Geld vergraben hatte- Es war aber nicht mehr der ganze Betrag, sondern es fehlten etwa 8—10 dl. Für diese Tat mutz er nun 9 Monate ins Gefäng-

Marburger SaMauensereiri e.N.

Einen autzergewöhnlich interessanten und ge- nuhreichen Abend wurde am vergangenen Donnerstag vom Marburger Hausfrauenver­ein (Reichsverband) veranstaltet. Nach der Begrützung forderte die Vorsitzende die Mit­glieder auf, in der städttschen Sparkasse^ die wunderschönen Hausfrauen - KaienderdLHer kostenlos adzuholen. Sie machte mit in­teressanten Ergebnisten aus der Arbeit der Versuchsstelle der Hausfrauen in Leipzig be­kannt, sie wies darauf chin, datz die große hauswirtschaftliche Ausstellung der Deutschen Woche erst Ende November als Weihnachts­messe stattfindet und datz am 29. November die deutsche Woche mit einem deutschen Kul­turabend ausklingt, der großen Genutz ver­spricht und M dem bfe Hausfrauen sich recht­zeitig die Plätze sichern sollen. Zur Ausstel­lung wird noch Meldung von freiwilligen Seiferinnen erbeten.

Den Hauptteil des Abends nahm ein Vor­trag des bekannten Psycho-Physiognomikers Richard G l a s e rz Frankfurt a. M., ein. der das Thema behandelte: „Was sollte die :Hausfrau und Mutter von der modernen Charakterologie wis­sen?" Für die weitaus meisten bedeutete dieses Gebiet noch nicht betretenes Neulano. Es war jedoch unzweifelhaft zu erkennen, datz die ganze Zuhörerschaft, zu der auch Studen­ten, Professoren, Maler und andere Gaste gehörten, während des 3stündigen Vortrags den äutzerst reichhaltigen und mannigfaltigen Darbietungen, die durch Lichtbilder uno praktische Vorführungen aufs anschaulichste er- läutett wurden, mit einer Spannung folgtem die niemand zum Bewuhtsein der so starr vorgerückten Zeit kommen lietz.

Der Vortragende übersetzte MNüchst das Wort Psycho-Physiognomik in volkstümlicher Weise mit Lebensformen — Ausdruckskunde, macht dieselbe doch ben_ Anspruch, die Be­ziehungen zwischen der äuheren Körperform und dem seelischen, gestrigen und phwischen Innenleben aufzudecken. Im Hinblick auf die zentrale Stellung der Frau in der yamtlte als Gattin und Mutter ist es fast eine Selbst­verständlichkeit. datz sie der Erkenntnis des Innenlebens der Familienmitglieder ihr be­sonderes Interesse zuwenden sollte. Das Thema läht sich von zwei Gesichtspunkten aus behandeln. Der eine ist der des PsyLna- ters, der vom abnormen Muster krankhaft einseitiger Uebersteigerungen ausgehend, die dort ausgedeckten charakteristischen Formen auch in der Breite des Normalen — roenji auch in schwächerer Ausprägung — angelegt findet Der andere Gesichtspunkt ist der des Künstlers kMalers, Bildhauers), der m sei­nem angeborenen Proportionsgefühl von Idealgestalten ausgehend, von dort aus. M den Abweichungen gelangt. Beide kommen also notwendigermatzen zur Darstellung von „Typen". Der Vottragende behandelte vor­zugsweise im Sinne dieses zweiten Weges die Typen- (Naturell-) Lehre des 1912 verstor­benen deutschen Gelehrten und ehemaligen Künstlers Karl Suter. Als erstes eindrucks­volles Beispiel für die malerische^ Darstel­lung charakteristischer Typen in Körperform und Mimik wurde das Abendmahl von Leonardo da Vinci bargeboten, me Arbeit des Plastikers wurde an der Laokoongruppe. die des Schauspielers an Bildern von Charak­ter-Darstellungen erläutert. Dami folgten tm Lichtbild Proportionsstudien nach alten Mei­stem. insbesondere im Sinne des beruhm-

nische Naturell ist, Mr Führimg gectflira, dos disharmonische wirkt durch den Anreiz Mr Opposition anregend, ist aber zur Führung völlig ungeeignet. — Das interessanteste stellte wohl der zweite Tell des Abends dar. Herr Glaser erläuterte in praktischer Weise an einer Reihe freiwillig sich meldender Personen, rote man aus Form, Grötze und Art von Stirn, Nase, Mund. Ohr, Kopfform usw. in der Lage ist, die Veranlagung eines jeden Men­schen klar M erkennen. Menschenkenntms ist von grotzer Bedeutung. Auch sollten bei der Heirat sich nur solche Menschen zueinander finden, die sich ihrer Veranlagung nach harmo­nisch ergänzen. Außerdem ist es bet JJCuöet möglich, schon frühzeitig bestimmte Anlagen beim Kinde M erkennen, sie M entwickeln oder in andere Bahnen M leiten. Der Geist ist es, der den Körper formt. Diese Charakter- Analysen gaben dem Abend, bet auf einem hohen geistigen Niveau stand, einen besonders interessanten Abschluß. Dr. M. H.

Wege« Körperverletzung mit politische« Hintergrund bestraft.

An einem Tage im Spätsommer b. I. »er­lichen einige Mitglieder der Nationalsozia- listischen Partei in Ziegenhain eine Wirt'chast und bemerkten, datz Angehörige des Reichs­banners Plakate der Hitlerpattei abrissen. Sie verfolgten diese Leute und es kam zu einem Wortwechsel, in den sich auch der Nacht­wächter einmischte. Dieser schickte die Reichs- bannerleute nach Hause. Darüber waren diese erbost, weil der Nachtwächter nicht auch die Nationalsozialisten aufgefordert hatte nach Hause zu gehen. Es kam zu einem weiteren Wortwechsel, und dabei schlug einer der Reichsbannerleute einem Nationalsozialisten auf die Nase, datz diese blutete. Wegen dieser Tat hatte er sich gestern vor dem Schöffen­gericht zu verantworten. Wegen Körperver­letzung mit politischem Hintergrund wurde er in Verwirkung einer Gefängnisstrafe von 1 Monat zu einer Geldstrafe von 30 dl verurteilt.

am Sonnabeiui, dem 12. November bestimm! sind, hüten wir bis spätestens Donnerstag vormittag bei uns aufzugeben

Geschäftsstelle der Oberhessischen Zeitung