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Nr. 260

Oderbefstfche 3ettmrg, Marburg e. & Freitag, den 4. Novemb« 1932

tiefte 7

Reue Mlarrzema-fen

Wie -ie süße Lupine gefun-en wurde - Der nikotinfreie Tabak - San-weizen und Weizen Rossen Von Dr. Hermann Kuckuck, Kaiser Wilbelm-Jnstitut für Züchtungsforschung. Müncheberg-Mark.-

Die wissenschaftlichen Arbeiten des Kaiser-Wilhelm-Instttuts für Züchtungs­forschung haben wegen ihrer großen volkswirtschaftlichen Bedeutung.Anrecht auf allgemeinstes Interesse. Es ist jedoch durch Berichte aus mangelhaft unter­richteten Quellen m letzter Zeit soviel Dichtung unter die Wahrheit gemischt worden, daß die wertvollen und inter­essanten Aufklärungen des nachfolgen­den Artikels besondere Beachtung fm» den werden.

In den letzten Jahren sind in der Tages­presse häufiger Berichte über sensationelle Entdeckungen und Umwälzungen auf dem Ge­biete der Pflanzenzüchtung, die besonders im Kaiser-Wilhelm-Jnstttut für Züchtungsfor­schung in Müncheberg gemacht sein sollen, erschienen. Diese Berichte sind dazu ange­tan, auf der einen Seite bei vielen Inter­essenten hoffnungslose Illusionen zu erzeugen — die Landwirte werden glauben, das Gol­dene Zeitalter sei jetzt für sie angebrochen, und die Volkswirte, die die Autarkie, die Selbstversorgung aus heimischer Produktion auf ihr Panier geschrieben haben, roerben ihr Ziel schon erreicht sehen.

Gewiß lassen wir uns bei unseren züchte- rilchen Arbeiten in erster Linie von wirt­schaftlichen Gesichtspunkten leiten. Es wäre ein Unsinn, eine neue Pflanzenrässe um ihrer selbst willen zu züchten: sie muß stets eme wirtschaftliche Notwendigkeit bedeuten. Der großen Not in der Landwirtschaft, die zum Teil auf der Ueberproduktion von Roggen und Kartoffeln und auf dem Mangel wirt­schaftseigener eiweißreicher Futtermittel be­ruht, kann durch Züchtung zweckentsprechender Kulturpflanzen und -rassen begegnet werden. Co werden z. V. durch die

Züchtung einer Mm Lupine

in Zukunft auch die Bauern in Eebietm mit leichten Böden in die Lage versetzt, ein hoch­wertiges, eiweißreiches Futtermittel anzu- bauen, und damit die Grundlage für eme starke Viehhaltung zu schaffen. Verstärkung der Viehhaltung bedeutet aber Vermehrung der Stallmistprodukrion und damit eine phy­sikalische und chemische Verbesserung der leich­ten Böden. Diese Verbesserung der Böden bringt wiederum die Möglichkeit mit. sich, den Roggenbau durch Weizenbau zu ersetzm. Die süße Lupine ist nun nicht auf irgendeine mystische Weise durch geheimnisvolle Be­handlung des Bodens oder der Samm ent­standen, wie es so häufig zu lesen war, son­dern sie ist ganz einfach aus dem Bestände bitterer Lupmm ausgelesen worden. Vor­handen war sie schon immer, nur ist sie bisher nicht gefundm worden. Etwas grundsätz­lich Neues kann auch der beste Pflanzen- züchter nicht schaffen, sondern er kann nur das, was ihm die Natur bietet, auslesen und sich nutzbar machen. Die. Schwierig­keit zu überwinden, war nötig, eine Massen­auswahlmethode auszuarbeitsn, die es er­laubt, Tausende von Pflanzen an einem Tage ohne großen Aufwand an Zeit und Geld, auf ihren Bitterstoffgehalt zu prüfen. Nach­dem man diese Methode ausgearbeitet hatte, war es ein Leichtes, bei Durchprüfung eines Millionen-Matenals von bitteren Lupinen auch süße herauszufmden.. Diese mürben dann vermehrt und es erwies sich daß auch ihre Nachkommenschaft süß ist. Es ist auch nicht zu fürchtm, daß die süßen Lupinen wieder bitter werden, daß sie allmählich wie­der zur „Urform“ zurückschlagen.

Auf ähnliche Weise, wie die süße Lu­pine, ist auch der mfotmfreie Tabak entstanden;

keine „Müncheberger Sauberer“, sondern ziel- bewußte Auslese mit geeigneten Methodm aus dem, was uns die Natur bietet. In absehbarer Zeit werden weniger gesunde und widerstandsfähige Naturen nikotinsreim. Ta­bak rauchen und sich dm Gmuß dieses Lasters verschaffen könnm, ohne an ihrer Eemndheit Schaden zu nehmm.

Ein wichtiges Problem der Pflanzenzüch­tung ist

das Roggm-Weizen-Problem.

Wir leiden in Dmtschland an einem Rog­genüberschuß, sind dagegen auf die Einfuhr von Weizm angewiesm. Um aber dm Weizmbau auf die mittleren Sandböden ausdehnen zu können, müssm Sorten ge­schaffen werden, die auf diesen Bödm noch Hinreichmd hohe Erträge liefern. Es gibt in den kontinmtalen Gebieten Europas Wer- zmsortm, die ein Minimum von Äusprüchm an Bodm und Feuchtigkeit stellm, aber zu niedrige Erträge liefern, als daß sie für dm Anbau im Eroßm in Frage kämen; unsere deutschm hochertragreichm Sorten versagm aber auf dm leichten Bödm. Es besteht nun die Möglichkeit, gute Eigmichaftm, die auf verschiedene Pflanzen verteilt sind — in diesem Falle die Anspruchslosigkeit und die Ertragsfähigkeit — mit Hilfe der Kreuzung und der Auslese in späteren Emeratio- um nach der Kreuzung in einer Pflanze zu vereinigen und diese dann konstant weiter $u züchten. Es ist auch tatsächlich gelungen, auf diese Weise eine

Weizensort« zu schaffen, dir auf den bessere» Sandböden gute (ärrträgniffe gibt

und dort sehr wohl dm Roggm ersetzm kann.

Aus der etwas phantastisch klingmdm Kombination von Weizm und Roggen, von der schon viel berichtet wordm ist. verspricht Man sich, Formen zu gewinnen, die von bei»

dm Eltern nur die günstigsten Eigenschaften — die Qualität und die Anspruchslosigkeit — in sich vereinigen. Die Kreuzungen ge- Itngen ohne allzu große Schwierigkeitm; aber die endgültige Fertigstellung der Ge- wünschtm Kombinationm wird noch viel Zeit und Mühe kostm.

Diese Methode der „Kombinationszüch- tung" wird auch bei anderen Kulturpflan­zen im größten Maßstab angewandt. Es wäre ohne weiteres möglich, unserm. Früh­kartoffelbedarf aus eigener Produktion zu befriedigen, wmn unsere Kartoffeln ein frost- härteres Laub besäßm und damit ein frühe­res Auspflanzm erlaubten. Unter den m Südamerika heimischen Wildformen befinden sich solche mit frosthärterem Laub. Es sind nun Arbeiten im Gange,

durch zweckentsprechende Kreuzungen

unsere Frühkartoffeln frofthärter zu machen.

Die Arbeit gestaltet sich aber sehr schwierig und langwierig, da die Wildformen auch viele unerwünschte Eigmschaftm besitzm, wie schlechte Knollmform und -größe, geringen Ertrag und weitverzweigte unterirdische Aus­läufer, die die (Ernte sehr erschweren. Alle diese Eigmschaftm müssen bet der Neuzüch- tung wieder ausgeschaltet werden. Wenn es einmal tatsächlich gelingen sollte, das Laub unserer Frühkartoffeln um nur 1 bis

2 Grad frosthärter zu machm, wirb man schon sehr froh sein unb dies als wirtschaft­lichen Erfolg buchm können. Aber gar eine Frosthärte gegen 10 Grad Kälte durch Züch­tung zu erreichen, wie es sich manche Bericht­erstatter vorgestellt hatten, wird stets ein unerfüllbaren Traum sein.

Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in der

Tomatmzucht.

Wenn ein Berichterstatter schreibt, daß in Müncheberg die Tomaten im Schnee stehen, ohne zu erfrieren, so dürfte das wohl nur das Wunschbild eines allzu anspruchsvollen To­matenliebhabers sein. Mit einer vielleicht möglichen Steigerung der Frosthärte des To­matenlaubes um 1 bis 2 Grad wird auch der tüchtigste Züchter zufrieden sein. Dagegen kann schon jetzt gesagt roerben, daß es ge­lingt. Tomaten zu züchtm, die 10 bis 14 Tage früher reif sind, als die bisher be- stehmdm Sorten.

Diese wenigen Beispiele aus dem Arbeits- unb Aufgabengebiet neuzeitlicher Pflanzen­zucht haben hoffentlich gezeigt, baß auch die Pflanzenzüchtung bemüht ist, mit ihrm Kräf­ten an der Lösung volkswirtschaftlicher Auf­gaben mitzuarbeitm. Von der Stellung des Problems bis zu seiner Lösung ist aber meist ein langer, mühevoller Weg, und nicht im­mer lassen sich alle Hoffnungen, die in eine Arbeit gesetzt werben, erfüllen.

Platzorönunv!

Anordnungen für Sportplatzbesucher

In dm neuesten amtlichen Mitteilungen gibt der Fußballsachbearbeiter des Bezirks Hessen-Hannover neue Bestimmungen bezgl. Platzorbnung bekommt. Diese Anorbnungen sind wegen ber für bie Sportvereine eventuell entstehenben Folgen sehr wichtig, so daß wir sie im Wortlaut wiedergeben:

1. Platzorbnung: Es liegt Veranlassung vor, die Bestimmungen für die Platzorvnung zu wiederholen und zu ergänzen. Nach Rück­sprache mit dem Bez.-Schr.-Sachbearbeiter gilt deshalb mit sofortiger Wirkung folgendes: Die Anzahl der Platzordner muß zukünftig mindestens 20 Mann betragen, die dem Schr. vor Beginn des Spieles namentlich anzugeben sind. Der Obmann der Platzordnung ist be­sonders zu kennzeichnen und zu.nennen. Vier der Ordner und der Obmann halten sich inner­halb der Barrieren an den Seiten- und Tor- linien des Spielfeldes auf. Sie bilden ben Kontakt zwischen dem Schr. unb den Platz­ordnern. Alle anderen Platzordner haben sich außerhalb der Barriere, also im Zuschauer- raum aufzuhalten. Die Platzordner haben besonders folgenbes zu beachten: a) Soweit keine provisorischen Sitzplätze es erfordern, haben sich innerhalb der Barrieren keine Zu­schauer, insbesondere keine Iugmdlichm auf» zuhalten: b) die Jugendlichen dürfen sich nicht gruppen toeife hinter den Toren aufhalten und die Torhüter behindern ober gar belästigen: c, oct irgend welchen Beleidigungen ober Drohungen gegen die Schr. oder die Spie­ler, sind die betr. Zuschauer ohne besondere Ermahnung vom Platz zu ©eifert; b) soweit erwachsene Personen die Zurechtweisung eines Iugmdlichm verhindern oder abschwächm, sind auch diese Zuschauer vorn Platz zu weisen; e- den Schr. und Spieler auch nach dem Spiel in jeder Weise zu schützen unb bie Schülingen unter allen Umständen namhaft zu machen unb zur Bestrafung zu melben. Für ben Schutz ber Schr. unb ber Spieler während unb nach dem Spiel sind bie Platzvereine voll unb ganz verantwortlich. Wer hierzu nicht in ber Lage ist, hat fein Recht, Spiele auf seinem Platz auszutragen. Die Sperrung bes Platzes ist deshalb zukünftig geboten, 1. Wenn Ausschreitungen gegen ben Schr. unb Spieler erfolgen, 2. Wenn Beleidigungen und Drohungen gegm den Schr. unb die Spieler nicht unterbunden werden, insbesondere, wenn bie Platzordner die Namen ber Schuldigen nicht feststellen; 3. Wenn bie Jugendlichen nicht so in Ordnung gehalten werben, daß diese währmb unb nach dem Spiel überhaupt nichts zu monieren haben; 4. Wenn feine Barrieren vorhanden sind, ober trotz dieser sich bie Zu­schauer, insbesonbere bie Jugendlichen, inner­halb ber Barrieren aufhalten bürfen. Anwei­sungen für Schr. unb Spieler: a) Schr. unb Spieler haben nach Schluß bes Spiels ge- schlossm ben Platz zu verlassen, wer anbers verfährt, hat fein Recht zur Beschwerde; b) bie Schr. haben von bm Platzorbnern bie Na­men ber Personen zu forbem unb ber Be­hörde anzugebm, bie sich in irgendeiner Weise unsportlich bmommen haben: c) bie Spieler bürfen unter feinen Urnstänben die Zuschauer zurechtweisen, auch wenn es sich um Jugenbliche handelt. Wenn Spieler be­lästigt werden, so haben diese Spieler durch den Schr. bie Platzorbnung in Tätigkeit treten zu lassen. Spieler, bie trotzdem be­gründet oder unbegründet anders verfahrm, werden beitraft, auch wenn keine Spielfeldver­weisung erfolgt ist: b) "beim Abgang vorn Spielfelb haben Schr. unb Spieler bie An­weisungen ber Platzorbner zu beachten, soweit ber Abgang besondere Maßnahmen erfordert. Nur bann fann bie Platzordnung voll zur Verantwortung herangezogen roerben. Vor- stehmbe Bestimmungen unb Anweisungen ver­

folgen nicht ben Zweck einer Bestrafung, son­dern sie sollm die erforderliche mustergültige Ordnung aut den Sportplätzen sicherstellen. Ich appelliere deshalb an alle Vereinslei­tungen, Schr. und Spieler, und bitte dringend um tatkräftige Unterstützung, indem meine Anweisungen genau beachtet unb befolgt werben.

3m allgemeinen fann man ja hier in Mar­burg über bas Verhalten bes Publikums — bis aut einige Fanatiker — nicht klagen; trotzbem bitten wir im Namen ber Sportver­eine alle Zuschauer diesen Bestimmungen Be­achtung zu schenken und sich ben Anweisungen ber Platzordner zu fügen.

Solei unb Sven

Herbst gelänbellmf.

Als Ausklang ber offiziellen leichtathleti­schen Veranstaltungen int Gau Dtarburg (Westbeutscher Spielverband) findet am kom- mmden Sonntag der Herbstgeländelauf statt. Er findet statt in zwei Smiormllassm über je 5 Klm., einer Jugendklasse über 2 Klm. und einer Schülerklasse über 1 Klm. Weiter ist noch eine Sonderklasse eingelegt, bie für alle Angehörigen ber DSB.-Vereine (soweit sie nicht bem Gau Marburg angeboren) unb ber beutschen Studentenschaft offen sind. Die Beteiligung verspricht gut zu roerben; u. a. liegt bie Meldung eines ausgezeichneten Läu­fers aus ber Gefolgschaft von Dr. Peltzer vor, mit bem er in ber 3mal-1000-Meter-Staffel von Preußen-Stettin startete.

Start unb Ziel ist im Stadion, wo bie erste Gruppe um 11 Uhr abläuft. Wir wünschen, baß das Wetter etwas fteunbllcher wirb, bamit die Veranstaltung nicht dar­unter leibet. Dm Siegern winken Auszeich- mingen des Westbeutschm Spielverbandes, was hoffentlich zu einer Massenbeteiligung anregt. S—n.

Mchmümi

** Moeller van ben Bruck, bem Leben, Schäften unb der politischen Wirk­samkeit des Äerfassers des „Drittm Reiches“ ist das 1. Septemberheft der bekannten Halbmonatsschrift „Deutsches Volks­tum“ (Heftpreis 60 Pfennig, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg) gewidmet. Welch außerordentliche Bedeutung Moeller van ben Bruck für die Entwicklung bes jungen deut­schen Nationalismus unb der neuen konser­vativen Bewegung besitzt, ist heute unbestrett­bar. Seme Schriften sind zum Glaubens­bekenntnis aller jungen Kräfte der Nation geworden. Sein Hauptwerk „Das brüte Reich“ hat ber Zukunftshoffnung einer gan­zen Generation den Namen gegeben,, ohne daß sein eigentlicher Sinn allerdings immer von benen verstanden würde, die sich zu dem Tfielwoft des Buches bekennm. Ällm de- nen, die in Moeller van den Bruck ihren geistigen und polttischm Führer sehen, wird es sehr willkommen sein, daß jetzt im „Deut­schen Volkstum“ die engften Freunde Moel­lers ein umfassendes Bild seines Werde­ganges und Wirkens geben. So schildert Hans Schwarz das eigentliche Leben bis zum tragischen Ende, Mar Hildebert Boehm „Moeller van dm Bruck im Kreise seiner polttischen Freunde“, Gustav Steinböhmer stellt das Italienerlebnis Moellers in bie Eigenart des deutschm Jtalienerlebnisses. wie es sich etwa in Winkelmann. Goethe unb Dorf bargetan hat, in einem Aufsatz, der ebenso wie ein anderer Steinböhmers in die­sem Heft über bas „Forum Fribericianmn"

Neues vom Nundmnk

Berlin, 2. Nov. Die Neuordnung bes beutschen Rundfunks wird in organisatorischer Hinsicht binnen kurzem vollständig burchge- führt sein. Am 8. November roerben in ben Reichsratsausfchüssen bie betreffen­den Entwürfe ihre abschließende Erörterung finden. Der Aufbau bes Rundfunks wirb nach Grunbsätzm durchgefühtt, bie u. a. besagen:

Die Runbfunfgesellschaften stel­lm ihr Programm selbstänbig unb unter, eigener Verantwortung im Rahmen bet Richtlinien für bie Programmgestaltung auf.

Grundsätzliche Programmfragen und ।oidie Des Programmaustaufches roerben von ber Reichsrundfunkgesellschaft be­arbeitet.

Als beratenbe Organe für ben Programm­dienst wirken Programmbeiräte mit.

Die Richtlinien für ben «Programm» bimst verpflichten ben Rundfunk zur Auf­bauarbeit an Volk unb Staat, bie frei von Parteieinflüssm unb bürokratischem Zwang fein soll.

Alle im Rundfunk tätigen G e s e l 1 sch a f- t e n erhalten die Form ber ®mb£>. Die An­teile an ber Reichsrundfunk-Gesellschaft liegen zu 51 o. H. in Händen ber Deutschen Reichspost, zu 49 o. 5. bei ben fian» bem, in bereu Gebiet sich Sender befindm. An ben Sertbegesellschastm sinb zu 51 v. H. bie Reichsrundfunkgesellschaft, zu 49 o. H. bie im Smbebezkrk liegenden Länder nach einem bestimmten Schlüssel beteiligt.

An der Ausübung der Staatsgutfi 41 sind das Reich (Rundfunfkomnnsfar bes Reichspostministers für Verroaltmm und Tech­nik, Rundfunkkommissar bes Reichsministers bes Innern für Programmdimst) und die Länder beteiligt.

Die Befugnisse der Kommissare umfassen Fragm der Personalpolttik und bes Programmbimstes.

Die Kommissare können einzelne Dar­bietungen aus politischen Gründen ver­bieten ober von Amberungen abhängig machen.

MM' -

8iir Kekümvslmg der Alterschnerke

Die regenfeuchte Witterung der letzten Zeit hätte vielerorts ein starkes Auf­treten der Ackerfchnecken Mr Folge. Da nun die Vermehrungsfähigkeit dieser Schädlinge außerordentlich stark Und die Lebensdauer verhältnismäßig lang ist, leuchtet es ohne weiteres ein, daß bei massenhaftem Auftreten in kürzester Zeit ganze FeldbestSnde restlos vernichtet wer­den kömmen. Ein besonders wirksames Und preiswertes Mittel im Kampfe gegen die Strecken stellt nur der Hederich- Kainit dar, eine überaus feine Mahlung des bekannten Kainits. Voraussetzung für einen vollen Erfolg ist jedoch, daß das AusstreUen desselben spät abends oder in den frühesten Morgenstunden erfolgt, wenn die Diere beim Fraß sind und trockenes Wetter M erwarten ist. Empfehlenswert ist stets ein zweimaliges Ausstreuen im Abstand von 5 bis 10 Minuten kreuz Und quer über das Feld, da man dann die Ge­währ hott, daß auch alle Schnecken ge­troffen werden und Mgrunde gehen. Be­nötigt werden je Dang etwa 1,5 Zentner, das sind also 3 Zentner Hederich-Kainft je Morgen (Vt Hettar). Um einem Befall donbenachbarten Feldern und Futterschlä- gen, oder von Mesen, Waldrändern und Feldrainen vorMbeugen, bestreut man um das eigene Feld einen einige Meter brei­ten Streifen mtt Hederich-Kaiitkt, eine Schutzmaßnahme, bie nöttgenfalls M wie- decholen ist.

vom zwei ausgezeichneten Stlbroiebergaben begleitet wird. Albert Erich Günther un­tersucht bas Verhältnis ber jungen Gene­ration zu Moellers „Drittem Reich“, Albert Mirgeler gibt eine Einführung in die jüngst veröffentlichten Schriftm Moellers, die un­ter bem Titel „Das Recht der jungen Völ­ker“ zusammengefaßt sinb. Auf bie übrigen polttischm Glossen des Heftes sowie auf einen bedeutsamen Aufsatz des Herausgebers Dr. Wilhelm Stapel über „Eigentum unb So­zialismus, Versuch einer biologischen Eigen» tumstheorie“ sei besonders verwiesm.

— Ais Geheimagent ber O. G. P. U. Selbsterlebtes von Willy Melchert. 48 Setten 'oktav, geh. in zweifarbigem Um­schlag (Zeichnung von Fritz Preiß 50 Pfennig (Buchoerlag Germania AG., Berlin SW 68). — Wohl zum ersten Mal geschieht es, das der Oeftenüichkett ein dokumentarisch belegtes Material vorgelegt wird. das die gramamen im heutigen Rußland herrschenden Methoden der roten Scharfrichter der O. G. P. U. so ungeschminkt zeigt, wie es Willy Melchert tut. Diese Selbsterlebnisse eines deutichen Opzers des Roten Terrors ohne jebe Uebertretbung geschilbett, werden jeden Leier menschlich tiez erschauern lassen. Graumerregmb smd die Schilderungm. die ber Venasser von ben Verhältnissen in dm russischen Konzenttations- lagern von ben unmenschlichen Leiden der Strafgefangenen gibt, unb es ist em Dienst an btt Menschheit, durch weiteste Verbrei­tung der Broschüre gegen ein derartiges schauerliches unb geheimes System Einspruch zu «heben.