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tzente nunmehr sofort in ausreichender Höhe und unter Einbeziehung aller schutzbedürftigen Agrarprodukte durchzuführen. Der Reichskanzler sagte zu, daß das Kabinett nach Rückkehr der Kommission aus Dänemark schon am Donnerstag die Kontingentierung, an der unbedingt festgehalten werde, beschließen werde. Der Reichskanzler wies dabei auf seine früheren Reeden hin. Er sagte ferner Maßnahmen zur »Lastensenkung zu.
Ausland
Die Pariser Erregung über die Zwischen» fälle bei Herriots Spanien-Besuch.
fk. Paris, 3. Roo. Die Erregung Aber die Zwischenfälle, die Herriots Spanienreise begleitet haben, hat sich noch nicht gelegt.
„R e p u b l i q u e" fordert eine radikale Neubesetzung verschiedener diplomatischer Posten. Die Reise Herriots nach Madrid fei vom französischen Botschafter in Spanien ungenügend vorbereitet jworden. Frankreich brauche wirkliche Botschafter. Seit Jahren wisie man im Ausland, wie unzulänglich die französische Propaganda sei. Das muffe aufhören.
ictoire" spricht von einer kal- jte n Dusche, die Herriot in Madrid erhalten habe, versucht aber, als einziges Wlatt, den Dingen auf den Grund zu Hetzen. Auch in Spanien, so schreibt das Klatt, sei man sich darüber Hai, daß ohne deine deutsch-französische Annäherung eine wirkliche Wiederbelebung der Welt nicht möglich sei.
Es gebe keine Beruhigung und keine Entspannung in Deutschland, solange gewisse plumpe Akte des Versailler
Vertrages nicht revidiert seien.
Von allen großen Siegernationen sträube sich heute nur noch Frankreich gegen eine Revision. Darin muffe man die Erklärung für die Madrider Kundgebung gegen Frankreich sichern.
Paul Boncour nach (Senf abgereist.
fk. Paris, 3. Rov. Kriegsminister Paul B o n c o u r ist am Mittwoch abend nach Genf abgereist, um als Führer der französischen Abordnung an den kommenden Beratungen des Abrüstungsplanes teilzunehmen. Paul Boncour wird am 4. November in einer großen Rede den französischen Sicherheits- und Abrüstungsplan entwickeln, der nach Rückkehr des Ministerpräsidenten nach Paris den an der Abrüstungskonferenz beteiligten Mächten unterbreitet werden soll. Die Sowjet-Regierung wird bei den kommenden Arbeiten durch ihren Berliner Botschafter Dowgalewski vertreten sein.
Rücktritt Zaleskis.
Warschau, 2. Nov. Wie Mittwoch verlautet, hat Außenminister Za- keskr sein Rücktrittsgesnch eingereicht, das angenommen wurde. An seiner Steile wurde der bisherige stellvertretende Außenminister Ober st Deck zum Außenminister ernannt. Zaleski beabsichtigt, wie es heißt, sich nach siebenjähriger ununterbrochener Amtstätigkeit <cks Außenminister ins Privatleben zurückzuziehen.
Zaleski" bekleidete das Amt eines Außenministers seit der Machtübernahme durch Marschall Pilsudski im Sommer 1926 Und vertrat Polen bei allen internationalen Konferenzen.
Außenminister Beck ist als langjähriger engster Mitarbeiter des Marschalls PilsUdSki 'im In- und Auslände bekannt und, wie böse Zungen behaupten wollen, besonders in Paris an gewisser Stelle recht unbeliebt. Die Ernennung Becks dürfte daher ein Versuch sein, die Selbständigkeit der polnischen Außenpolitik in gewissen Fragen Paris gegenüber offen* sichtlich zu betonen.
Zwischenlandung des Zeppelin in Sevilla.
Sevilla, 2. Aov. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat hier um 17.10 Ahr eine Zwischenlandung vorgenommen. Die Lgndung vollzog sich unter lebhaften Ovationen und unter Hochrufen auf Deutschland und Spanien. Die Musik spielte die deutsche Nattonalhymne. 10000 Menschen waren zur Stelle. Der Adjutant des Kriegsministers Azana, Oberstleutnant H e r r e r a, und der Sta dtvervrdnetenvor- steher von Sevilla, Easas, gingen an Bord des Luftschiffes, um die Fahrt bis Friedrichshafen mitzumachen. Auch 20 Minuten Aufenthalt setzte das Luftschiff unter neuen Ovationen seine Fahrt sott.
Der Kommatchant der „Karlsruhe- in Washington.
Washington, 2. Aov. Kapitän zur See Waßner vom Kreuzer „Karlsruhe", der zur Zeit im Hafen von Philadelphia liegt, traf heule nut zwei Seeoffizieren in
Doppelmord in Köln
Eine Zimmermieterin und ein Eeldbriestrager erschossen
Köln, 2. Rov. In einem Hause am Rudolfsplatz wurden heute nachmittag die lebige 61 Jahre alte Ulla Korte und b« 48 Jahre alte Gelbzusteller, Oberpvftschaff« wer Clemens Koerner ermorbet auf g'ef nnben. Beide waten durch Kopfschüsse getötet.
k Nach dm polizeilichen Feststellungen fft die Tat rn dm frühen Morgmstunbm zwischen 8.15 und 8.30 Uhr von einem bisher unbekanntm Mann, der sich als Studmt der Medizin ausgegeben hat, verübt worden. Der Mörder hat sich gestern bei der Korte als Untermieter einlogiert und hat einen Geldbetrag an Feine eigne Adresse geschickt. Ms ihm dieser Betrag heute morgen in seine Wohnung gebracht wurde, hat er den Geldzusteller durch einen Kopfschuß getötet und ihm die Geldtasche mit Inhalt geraubt. Ulla Korte, die tm Nebenzimmer mit dem Aufräumen der Wohnung beschäftigt war, wurde gleichfalls durch einen Kopfschuß getötet. Bisher fehlt von dem Täter jede Spur, so daß auch eine Personalbeschreibung vor der Hand nicht er- feigen kann.
Zu dem bereits gemeldeten Doppekranb- mord wird noch bekannt, daß der erschossme ©elbbrieftiäger 2800 Mark bares Geld und einen Wertbrief über 100 Franken bei sich trug. Die gräßliche Tat kam dadurch ans Tageslicht, daß in dm späterm Abmdstun- den ein Neffe der Ermordeten dieser einen Besuch abstatten wollte und auf wiederholtes Klingeln keinen Einlaß in die Wohnung fand. Schlimmes ahnmd, rief er einen Schlosser herber, der die Wohnungstür gewaltsam erbrach. Den Emttetenden bot sich ein furchtbares Bild. In einem Zimmer fand man die Tante in einer Blutlache liegend, neben ihr hingestreckt dm Geldbriefträger, dessen Geldtasche leer war. Der Umstand, daß die Tat erst zehn Stunden später aufgedeckt wurde, erflärt sich daraus, daß der Eeldbriefträger durchgehenden Dienst hatte und erst gegen 17 Uhr vermißt wurde. Sofort nach Bekanntwerden der Tat begab sich der Polizerpräsidmt mit mehreren Kri- minaltäten an dm Tatort. Für die Ergreifung des bisher uabetamrten Täters hat der Kölner Regierungspräsident eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Dm ?leid)en Betrag und 10 Prozent des wieder erbergeschafftm Geldes hat auch die Ober- postdirettion Köln ausgelobt.
Vorwurf der Pflichtverletzung
Offener Kampf zwischen Braun und v. Papen
Berfin, 2. Nov. Wie bas Nachrichtenbüro des Bdz. meldet, fand heute mittag wiederum eine Sitzung des Kabinetts Braun statt, die knapp zwei Stundm bauerte, und an der sämtliche Staatsrninister mit Ausnahme des Kultusministers Grimme und des Innenministers Severins teilnah- mm. Die letzten beidm Minister befanben sich noch auf Wahlreisen. Den Vorsitz führte Ministerpräsident Dr. Braun. Wie das Nachrichtmbüro meldet, mürben vom Kabinett die morgen beginnenden V erhand- lungen der Reichsratsaus schü s s e besprochm. Ministerialdirettor Dr. Brecht erstattete Bericht über seine Verrnittlungs- atiionen. Es schloß sich eine Erörterung an über die aus dm Aktionen und dem Bericht Dr .Brechts sich ergebenden Fragen. Es hat dm Anschein, als ob die Be- sprechungm Dr. Brechts bisher einen für die Staatsregierung nicht befrie- digenden Verlauf genommen hätten.
Die preußische Staatsregierung teilt offiziell folgendes mit:
„In bet beutiflen Staat smrmstarialsitzung stellten die Staatsrninister übereinstim- menb fest, daß die Reichsregierung ihre Pflicht, die nach bet Entscheidung des Staatsgerichtshofes $u Unrecht ihres Amtes enthobenm preußischen Staats- Minister wieder in ihr Amt als Staats- Minister und Landesregierung einzusetzen, bis heute nicht erfüllt hat."
In der preußischm Regierung nahestehen- ben Kreisen wird weiter erklätt, daß die prmßische Staatsregierung auf Grund dieser ihrer Auffassung der bestehenden Tatsachm weitere Schrttte eingelettet habe. Allerdings dürste ein neuer Appell an dm Staatsgerichtshof vorläufig nicht in «Frage kommm.
Zu der Erllärung der preußischm Staatsregierung über die angebliche Pflichtverletzung der Reichsregierung wird von zuständiger Reichsstelle erklätt, daß diese Mitteilung irreführend sei. Die Entscheidung des Staatsgerichtshofes habe keineswegs der Reichsregierung die Pflicht auferlegt, die preußische Staatsregierung formell wie- be r in ih r Amt einzuführm. Die Reichsregierung habe lediglich die Pflicht, ihr die Ausübung fest nmrissmer Befugnisse $u er
möglichen. Zu diesem Zweck habe sie der Regierung Braun berests mtsprechmde Vorschläge gemacht, auf die die Regierung Braun aber bisher nicht eingegangen sei.
Der Streit um die Amtstäume.
5B erün, 2. Nov. Zu der Mitteilung des preußischm Ministeriums Braun über die angebliche Pflichtverletzung des Reiches wird von einer unterrichteten, dem Staats» kommiffar nahestehenden Seite werter erklärt, diese Mitteilung sei offenbar auf die Verhandlungen über die Raumfrage zwischm Dr. Brecht und Dr. Bracht zurückzuführen.
Die Regierung Braun wünsche demonstta- tro in die alten Amtsgebäude in der Wilhelmstraße wieder einzuziehen. Diese Forderung sei jedoch ab gelehnt worden. Dr. Bracht habe statt dessen der Regierung Braun ausreichmde und würdige Räume tm Wohlfahttsministerium zur Verfügung gestellt. Eine Pflichtverletzung des Reiches könne aus der Nichtwiederemführung in die alten Amtsräume nicht hergeleitet werdm, da die Verteilung der Amtsräume Sache der Erekutive sei, die auch nach dem Leipziger Urteil in den Händen des Reichskommissars bleibe. Dr. Bracht habe sich in großzügigster Weise bereit erklärt, die Wünsche bezüglich der Räume im möglichen Rahmen zu erfüllen. Die Räume int Wohlfahrtsministerium lägen in der Nähe des Staatsrates und des Landtages, seien also für die Aufgaben der Regierung Braun durchaus geeignet.
Dr. Bracht, der immer eine persönliche Hochachtung vor dem Politiker Braun ge= halten habe, würde es auf das lebhafteste bebauent, wenn dieser sich aus Prestigegründen von anderen Leuten dazu verleiten ließe, auf einem demonstrativen Wiederein- züg in die Räume in der Wilhelmstraße zu bestehm.
Es wirb weiter betont, daß es sich bet dieser Angelegenheit selbstverständlich nicht um eine Schikane handele, sondern daß man durchaus gewillt ist, dm Wünschen der Regierung Braun westestgehend mtgegmzu- kommen. Anscheinend lasse sich diese aber durch eine Ueberempfindlichkeit in der Raumfrage zu ihrer unoerständlichm Haltung be- stimmm.
Washington ein und wurde in Abwesenheit des auf Wahrreifen befindlichen Präsidenten und Marineministers vom Chef des Admiralstabes empfangen. Die deutschen Offiziere legten am Grabe des „lln* befannten Soldaten" im Arlington- Friedhof einen Kranz nieder und besuchten Mountvernon, George Washingtons Landsitz und Grabstätte. Abends waren die Herren mit Vertretern der amerikanischen QBarine Gäste des deutschen Botschafters.
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Kommunistische Überfälle in Hamburg
Zwölf Personen verletzt.
Hamburg, 2. Nrw. Die Polizei- Pressestelle teilt mit: Am Mittwoch morgen gegen 6—7 Ahr verteilten am Baumwald Nationalsozialisten und Kom- munisten Flugblätter, ohne daß es zu Zusammenstößen kam. Während sich dann die kommunisttschen Mugblattvetteller in Richtung Dorsetzen entfernten, begab sich ein Trupp Nationalsozialisten nach der Admiralitätsstrahe, um weitere Flugblätter in der Zunenstadt zu verteilend
Zn der Höhe der Helligen-Geist-Drücke traten den Nationalsozialisten Kvmmutt i st e n entgegen und gaben auf die Nationalsozialisten mindestens 30—40 Schüsse ab. Getroffen wurden insgesamt zwölf Personen, von denen einige keiner Pattei angehören und als Passanten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei den Verletzungen handelt es sich zum größten Dell um Arm-, Dein- und Knieschusse. Etliche der Getroffenen haben nur leichtere Streifschüsse erhalten. Ein Nationalsozialist errett dagegen zwei Armschüsse und einen Bauchschuß.
Ein 20jähttger Schloffergeselle Erwin D. wurde festgenommen. Er wird beschuldigt, nicht nur auf Nationalsozialisten, sondern auch aus eingeschrittene Ordnungspolizeibeamte geschossen zu haben. Weiter wurde ein 22jähriger Mattose festgenommen, welcher der Antifa angeboren soll und einen Knieschuß bei dem Zusammenstoß erhallen hatte. Ordnungspolizeibeamte ergriffen weitere Personen, von denen noch nicht fesffteht, ob sie an dem Zusammenstoß beteiligt waren. Die Kommunisten flüchteten teilweise auf Fahrrädern. Einer der Täter warf auf der Flucht an der Bleichen-Brücke feine Pistole ins Fleet.
Deutsches Reich
Adolf Hitler tm Sportpalast.
Berlin, 2. Mw. Die von der NSDAP, heute abend veranstaltete Wahl- kundgebung im Sportpalast war schon mehrere ©hmben vor Beginn so überfüllt, Daß kurz nach 6 Ahr die Polizei beit Sportpalast schloß. Nach dem Fahnen- einmarsch gedachte Graf Helldorf des heute nachmittag bestatteten SA.-Mannes Harwick, wobei der Redner scharfe An- griffe gegen die katholische Kirche richtete, die sich geweigert habe, dem Ermordeten die kirchlichen Ehren zu erweisen.
Adolf Hitler verteidigte in ferner Rede insbesondere seine Stellungnahme am 13. August. Man habe nie ernstlich daran gedacht, den Nationals c^iallsten ir- gendwelchen Einfluß zuzugestehen, das habe auch schon HarzbUrg bewiesen, wo man lediglich die junge Kraft nutzen wollte, ohne die Nationalsozialisten an die Führung zu lassen. Die Kluft zwischen dem NattonalsozialiSmus und den Regierenden fei so groß, daß eine gemeinsame Arbeit nie in Frage kommen könnte. In seinen weiteren Ausführungen betonte Hitler, hätte er 19IS auch nur ein Korps unter sich gehabt, dann wäre die Revolution nicht gelungen.
Nationalsosialistisch« Antrag zu Gunsten der preußischen Wattestandsbeamten.
3m Preußischen Landtag hat die nahm ncrlsozialistische Fraktion einen Antrag eingebracht, der das Staatsministerium ersucht, mit rückwirkender Kraft die ungleiche Behandlung der Wattestandsbeamten in Preußen gegenüber den Wattestandsbeamten im Reich zu beseitigen und das gemäß einem Reichsgerichtsurteil und einem Erlaß des Reichsfrnanzmrnisters im Reich gültige Recht auch in Preußen zur Geltung zu bringen, wonach den Reichsbeamten die im Wattestand verbrachte Dienstzeit in vollem Umfange auf das Pensionsdienstalter angerechnet werde.
WkrterbefchSftigung Ausgelernter ist Mehr- Einstellung.
Auf eine Eingabe des Reichskartells des selbständigen Mittelstandes bat der Reichsarbeitsminister, wie der „Lok al an; eiberichtet, dem Kartelle folgende Enftchei- düng mitgeteilt:
„Wenn ein Lehrling nach Ablauf seiner Lehrzeit nicht aus einem Unternehmen ausscheidet, sondern als Geselle oder Handlungsgehilfe oder sonst gegen Entgelt im Betriebe weiter beschäftigt wird, so ist diese Weiter- beschäftigung regelmäßig als Mehrbeschäftigung eines Arbeitnehmers im Sinne der Verordnung des Reichspräsidenten zur Belebung der Wittschaft vom 4. September 1932 anzusehen."
Die Schießerei in Meidorich am Soimtag.
Duisburg, 3. Nov. Zu den politischen Zusammenstößen, die sich am Sonntag im Stadtteil Weiderich abspielten, und bei denen ein lSjabriger Knabe erschossen wurde, veröffentlicht bte politische Polizei einen Bericht, in dem es heißt, daß nach einwandfreien Feststellungen und nach dem Geständnis von vier Mitgliedern der NSDAP., die an den Zusammenstößen beteiligt waren, diese Schußwaffen mitgefühtt und daraus geschossen haben. Ein weiteres Patteimitglied will aus einer Schreckschußpistole geschossen haben. Während im Laufe der Ermittlungen 14 Personen wieder entlassen werden konnten, wurden heute neun Beteiligte dem Untersuchungsrichter vorgeführt.
Der Untergang der „Niobe" vor dem Kriegsgericht
fk. K i e 1, 3. Nov. In der Marineschule Kiel-Wik begann heute vormittag vor dem Marine-Kriegsgericht die Verhandlung über den Untergang des Marine-Segel- schulschiffes „Niobe" am 26.Juki 1932, bet dem 69 Angehörige der Reichsmarine den Seemannstod gefunden haben.
Vorsitzender in diesem Prozeß, für Den zwei Tage vorgesehen sind, ist Marine- KriegSgerichtsrat Schuck, als militärische Beisitzer fungieren die Kapitänleutnante Berger und Bramesfeld. Die An- flage wird von Marine-Kriegsrat Becker vettreten. Die Vetteidigung liegt jn den Händen des Kieler Rechtsanwalts Rath je, dem Kapitänleutnant Rogge zur Seite steht.
Die Anklage richtet sich gegen den Kommandanten der „Niobe", Kapitänleutnant Ruh fuß. Sie stützt sich auf § 236 des Strafgesetzes. Dieser Paragraph handelt von der fahrlässigen Herbeiführung des Sinkens eines Schiffes.
Zur Verhandlung sind 20 Zeugen geladen. Unter ihnen 13 frühere Angehörige der „Qßobe“ mit dem Wachtoffizier, Oberleutnant Lott an der Spitze, die bei dem Untergang gerettet werden konnten.
Zu der Verhandlung haben sich zahlreiche Pressevertreter eingefunden.
Zn der Anklageschrift gegen Kapitänleutnant Ruh fuß werden die Amstände ge- schildett, unter denen das Unglück eintral. Bei Dem Ausmaß der Katastrophe, so heißt es in der Anklage, ist die Mutmaßung gerechtfertigt, daß das Anglück hätte vermieden werden können.
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