Nr, 256
Cberbtnnite 3<ttong, Marburg «. L. Monteg. da, 31. Oktober 1932
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Die Schuldeniibernahme
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* Allerheiligen. Morgen begehen unser« katholischen Mitbürger einen ihrer höchsten Feiertage: Allerheiligen. Am 2. November ist der Allerseelentag.
Broglie. L. de. Theorie de la quantification dans la nouvelle mecanique. Paris 1932.
Kamke, E. Einführung in die Wahrscheinlichkeitstheorie. Leipzig 1932.
Neumann, 1 v. Mathematische Grundlagen der Quantenmechanik. Berlin 1932.
Cathrein, V. Die Einheit des sittlichen Bewußtseins der Menschheit 1-3. Freiburg 1914.
Cohn, J. Wertwissenschaft 1. Stuttgart 1932.
Greiner, J. G. Formale Gesetzes-Ethik und materiale Wert-Ethik. Heidelberg 1932.
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Heiss, R. Logik des Widerspruchs. Berlin 1932
Hessen, J. Die Methode der Metaphysik.
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Jaensch, E. n. E. Schnieder. Der Berufstypus des Schauspielers. Leipzig 1932.
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Auswahl aus den Neuerwerbungen der Universitäts-Bibliothek
Die Matrikel der Universität Paderborn 1614- 1844. Hrsg. v. Freisen. 1.2. Würzburg 1931-32 Schairer, R. Die akademische Berufsnot
Jena 1932.
Barnikol, E. Mensch und Messias. Kiel 1932. Huber, H. Die Bergpredigt Göttingen 1932. Kietzig, O. Die Bekehrung des Paulus.
Leipzig 1932.
Menzel, W. Das Religionsgespräch zu Marburg 1529. Ohlau 1931.
Ziegler, A. Die russische Gotttosenbewegung. München 1932.
Grabowsky, A. Politik. Berlin 1932.
Hoche, A. E. Das Rechtsgefühl in Justiz und Politik. Berlin 1932.
Hoffmann R. Der Fall Hörshig-Haas Magdeburg. München 1932.
Peters, K. Die kriminalpolitische Stellung des Strafrichters bei der Bestimmung der Strafrechtsfolgen. Berlin 1932.
Pistorius, v. Staats- und Verwaltungskunde.
Stuttgart 1931.
Die Rechtsprechung des Reichsdisziplinarhofs von 1925-1931. Berlin 1932.
Respondek.E. Handelspolitische Neuordnung Europas: Meistbegünstigung und Präferenzsystem. Berlin 1931.
Rhode. H. Juristische Person und Treuhand.
Berlin 1932.
Rosenberg. A. Geschichte des Bolschewismus. Berlin 1932.
Schacht, H. Grundsätze deutscher Wirtschaftspolitik. Oldenburg 1932.
Stucken, R. Die Konjunkturen im Wirtschaftsleben. Jena 1932.
Hyg ene und soziale Hygiene in Hamburg.
Hamburg 1928.
Dilthey, W. Von deutscher Dichtung und Musik.
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Muschg, W. Gegenwart und Altertum.
Leipzig 1932.
Roethe, G. Goethe. Berlin 1932.
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Claß, H. Wider den Strom. Vorn Werden und Wachsen der nationalen Opposition im alten Reich. Leipzig 1932.
Günter, H. Deutsche Kultur. Leipzig 1932.
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Paradise, N. B. Thomas Lodge. New Haven 1931.
Schwendemann, K. Abrüstung und Sicherheit.
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The Fitzwilliam Virginal Book. Ed. by Fuller
Maitland. 1. 2. Leipzig 1899.
Banco, R. Der Magnesit. Dresden 1932.
SdKfchulmMKttn
X Der nichtbeamtete a. o. Professor und Konservator am Hygienischen Institut der Universität München, Dr. Maximilian K n o r r ist zum 1. November 1932 an zum etatsmätzigen ordentlichen Profe||or der Hygiene und Bakteriologie an der Unwert fitär Würzburg als Nachfolger vost Prof. K. B. Lehmann ernannt worden.
Koszert der Marburger -Liedertafel"
. „Liesef, wie konntest Du nur
diese Stellung annehmen, wo der Arzt Dir ddtfi verboten hat, wegen Deines Hämorrhoidalleidens eine sitzende Tätigkeit auszuüben.“ —
»Ja, aber seitdem er mir empfahl, eine Zeid lang Posterisan, Salbe und Zäpfchen, zu verJ wenden, geht es mir glänzend. Die elenden Schmerzen und der unerträgliche Juckreiz sind verschwunden. Jetzt halte ich das lange Sitzeri gut aus, die Arbeit macht mir wieder Freude. 1 allen Apotheken: Posterisan-Salbe für* HM. LS9, Posterisan-Zäpfchen für HM. 2,37.
Übernahme genehmigte. Falls er sich hierzu nicht bereit fand, galt nämlich bte lieber- nähme als nicht erfolgt. Ueberhaupt ist die Genehmigung als verweigert anzujehen, wenn der Gläubiger sie innerhalb einer ihm gesetzten Frist abgeben soll und das unterläßt. Eine Ausnahme ist hier für die Ilebernähme einer Hypothek beim Erunbstückskauf geschaffen. Wer ein Grundstück verkauft, mu& nach erfolgter Umschreibung jm Grundbuch die Uebernahme der Hypothek durch den neuen Eigentümer dem Gläubiger schriftlich Mitteilen. Dabei muh er den Gläubiger darauf Hinweisen, dah der neue Hausbesitzer Hypo- thekenschuldner an Stelle des alten wird, wenn der Gläubiger nicht innerhalb sechs Monaten widerspricht. In diesem Falle wird also das Schweigen des Gläubigers als Zustimmung ausgelegt. Sobald die Genehmigung oder Verweigerung feststehL muh der Verkäufer den Käufer des Hauses benachrichtigen. Durch die Genehmigung wird er vollkommen von der Schuld befreit, während er bei erfolgter Verweigerung weiter haftet. ___
Bürgschaften, Pfandrechte und ähnliche Sicherungen. Sie für die Schuld bestanden, erlöschen. wenn ein Anderer sie übernimmt Nur wenn Ser Bürge usw. in die Schuldübernahme einwilligt, besteht seine Haftung fort.
Zum Schluß noch einige Worte über den Fall, wenn jemand durch einen Vertrag das gesamte Vermögen eines Anderen übernimmt, wie es j. B. bei Verträgen über die lieber« lasfung eines Gutes ober einer bäuerlichen Besitzung häufig Ser Fall ist. Hier ist bemerkenswert, dah beide, die Uebergebende und der Uebernehrnende. für die Schulden des Vermögens, wie sie im Augenblick der Tlebetgabe bestehen, hasten, der llebernehmer allerdings nur mit dem übernommenen und nicht auch mit feinem übrigen Vermögen. Recht bequem wäre es für den llebernehmer ja, wenn er in dem Vertrage seine Haftung einfach ausschlösse. Aber das ist vom Gesetz verboten und wäre, wenn es trotzdem im Vertrage abgemacht wäre, ungültig.
Zuststohersekretär Fr. Mittler, Osnabrück.
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Als vor kurzem der geniale Theologe, Bachbiograph und Arzt Albert Schweitzer den Eoethepreis erhielt, hörten manche zum ersten Mal von der hingehenden Arbeit, die et nun schon manches Jahr zwischen Sumpf und Urwald am Lambarene- strom im Gebiet des Kongo an Schwarzen, teilweise sogar an Menschenfressern tat Bei dieser Gelegenheit trat in den Ee- fichtskreis vieler als etwas bis dahin Unbekanntes, die ärztliche Mission. In England und Amerika weiß man mehr von ihr, denn die Zahl der Missionsärzte geht dort in die Hunderte. Aber auch die Tätigkeit deutscher evangelischer Aerzte verdient, datz man sie kennen lerne. Sie kennen lernen heißt sie achten lernen. Zu Tausenden zählen heute an unseren Universitäten die Studierenden der Medizin. Sie vor allem sollten sich für ärztliche Mission interessieren, auch dann, wenn sie nicht in deren Dienst treten wollen. Die Misfionskonferenz bietet ihnen dazu die
men des Gaues Weftbrandenburg die Teil- nshmer. Als dann die Schirmherrin des Bundes, die Frau Kronprinzessin, die Rednertribüne betrat, erhob sich spontan die Versammlung von den Plätzen und die begeisterten Heilrufe wollten nicht enden. Ihre Worte, die aus warmem, mütterlichem Her- zen kamen, stellten die Frauenaufgaben unserer Zeit vor die Seele der Kameradinnen imd gipfelten m Segenswünschen für den Bund. Die Bundes- und Landesführerin, Freifrau von Hadeln, stürmisch begrüßt von den Kameradinnen, verlah zunächst ein Be- grühungstelegramm des Kaisers., Sie for- Serte in ihrer Ansprache auf, die geschlossene Kraft des nationalen Deutschlands für Sen Kampf um den Aufstieg des Volkes «mzusetzen und selbst treu zu bleiben und weiter zu kämpfen unter der Fahne Schwarz- Weih-Rot.
Gelegenhett. Der heute beste Kenner bet missionsärztlichen Arbeit Professor Dr. Dipp wird von deutschen Misfionsärzten in aller Welt und ihren Leistungen be- richten. Er hat kürzlich in einem umfangreichen Werk eine biographische lleber- schau über die Missionsärzteschast der ganzen evangelischen Christenheit gegeben und ist so zu seinem Thema befugt. Es ist keine leichte Suche in den Missionsgebieten Arzt zu sein, ober alle Missionsärzte find darin einig, daß dort überreiche Gelegenheit ist, ärztliches Wisien und ärztliche Kunst in den Dienst eines Teiles bet Menschheit zu stellen, an dem, wie Schweitzer nie müde wirb zu verkünden, die Kulturvölker Europas eine große Schuld zu sühnen haben. Möchte fich Dr. Dipp einer zahlreichen Hörerschaft aus allen Fakultäten, besonders aber der meSizimschen Fakultät, zu erfreuen haben. (Siehe Inserate.)
♦ Klingler-Quartett in den <51abt'ölen. Am Mittwoch, dem 2. Roo., abends 8.15 Uhr, wirb m vielversprechender Weise ein Kamnrermusikabend des Klingler- Quartetts stattfinden. Seit Jahren bedeuten die Kammermusikabende des Klingler-Quartetts einen Höhepunkt im Konzertleben Marburgs. Mit Profeffor Karl Klingler an der Spitze bilden die vier Künstler ein Ensemble, wie es vollendeter nicht gedacht werden kann. Zum Vortrag gelangen drei auserwählte Werke und zwar: 1. Streichguartett F-Dur, Werk 3 Nr. 5 von Jos. Haydn; 2. Streichtrio sDivertimento) Es-Dur von Mozart; 3. Streichquartett Eis-Moll, Werk 131 von Ludwig van Beethoven. Gerade diese Zusammenstellung mit einem Streich-Trio wird mit Freuden begrüßt werden. — Der Vorverkauf befindet sich bei der Elwertschen Univ.-Buchhandlung und Neuseldtschen Musikalienhandlung.
Skt Kund Königin Luise in Potsdam
Man schreibt uns: Fast 6000 Kameradinnen des Landesverbandes Brandenburg- Grenzmark des Bundes Königin Lust« scharten sich im September mit 130 Wimpeln um chre Bundes- und Landesführerin, um in Potsdam an der 4. Tagung des Landesver- banSes teilzunehmen.
3m herrschen Herbstsonnen schein leuchtete das Blau der Bundeskleidung und beherrschte das Stadtbild. Am Sonnabend leitete eine Führer innenbesprechung im Hotel „Alter Fritz" die Veranstaltung ein. Die Bundes- und Landesführerin. Freifrau von Hobeln, legte die Richtlinien für die Winterarbeit fest und erinnerte mit ernsten, ergreifenden Worten an die großen und schweren Aufgaben, die zu erfüllen seien. Nach begrüßenden Worten der Führerin der Ortsgruppe Potsdam, Frau Eurnrnig, die mit einem warm empfundenen Treuegelübde schloß, und nach einer Ansprache der Bundes- und Landesführerin, Freifrau von Hadeln, gaS die stellvertretende Landesführerin. Frau Seyfarth, Führerin des Obergaues, einen Tätigkeitsbericht, aus dem das starke Wachstum des Bundes im Landesverband Brandenburg - Grenzmark heroorging: Die Zahl der Ortsgruppen, die am 1. 4. 1931 noch 233 betrug mit 10113 Mitgliedern, ist bis zum 1. 1. 1932 auf 343 mit fast 14 000 Mitgliedern angewachsen, ein Beweis für die überzeugende Kraft Ser Ideale, für die der Bund Königin Luise kämpft. Auch die Jugend kann sich dieser Kraft nicht entziehen: Die 123 Sugenbgruppen umfassen 2200 Jungkameradinnen, seit 1. 1. 1932 eine Zunahme von 700, und in 62 Kindergruppen werden 1500 KinSer zu Frömmigkeit und Vaterlandsliebe erzogen. Frau Seyfarth schloß mit dem Wunsche, daß Führung und Gefolgschaft werter wie bisher in Treue zusammen stehen und mit Gott für König und Vaterland kämpfen mögen. Nach Eintritt der Dunkelheit versammelten sich alle Teil- nehmeriimen auf der großen Parkwiese von Cecilienhof, um dem Kronprmzenpaare zu huldigen. Jungkameradinnen mit Fackeln stellten einen Ring um den Platz, in dessen Mitte die Worte „Cecilie Heil!" ebenfalls aus Fackelträgerinmen gestellt wurden, wobei durch einen Sprechchor der Schirmherrin des Bundes, der Frau Kronprinzessin, Segenswünsche bargebracht würben. Als die Frau Kronprinzei sm der Jugend ihren Dank aussprach, wollten die jubelnden Heilrufe nicht enden.
Der Somttagmorgen vereinigte die Kameradinnen in den Kirchen betber Konfessionen. In der Earnisonkirche hielt Herr Superintendent Görnandt den Festgot- tesdreust ab, dessen Grundidee, „Vaterlandsliebe, ein Stück Gottesliebe", aus allen Teilen des Gottesdienstes herausleuchtete. Nach her Mittagspause, in der das Feldküchenessen gereicht wurde, folgte der Abschluß und Höhepunft der Tagung, die Festversammlung nt der Luftschlffhalle, deren weitgeöffnete Tore das Grün der märkischen Landschaft hereinleuchten ließen, dazwischen viel, viel Blau, weil der Platz drinnen nicht ausreichte. Puntt 2.45 Uhr kündeten Trommeln und Meisen die Ankunft des Kronprinzenpaares an. Nachdem der Kron- prins die Ehrenkompanie abgegriffen hatte, zog das Kronprinzenpaar, gefolgt von den Bundes-, Landes- und Gauführerrnnen unter Fanfarenklängen in die Festhalle ein, jubelnd begrüßt von der Festversammlung. Nachdem die Sfahlhelmfahnen eingebracht waren, begrüßte Frau Mackeldey im Na-
des Klanges; da gab es kein greMS Her» vorstechen einzelner Stimmen. Wan mochte fast glauben, der erffe Tenor sei aus De- rufä'Dliften zusammengesetzt. Einen erschütternden Eindruck hinterließ die Steigerung in der „Ablösung" von Hutter. »Dvn Lilien" mit obligaten Holzbläsern und Schlagzeug, vorzüglich gespielt von Kapelle Deermann, von Hantzner, muhte wieder- holt werden, ebenso die Schlußwummer. Sehr viel Anklang fanden die modernen Vertonungen von Lendvai und Trunk, die Abendlieder von 11. Weber und Kahlcra und der Eingangschor von Mozart. Die zahlreichen Zuhörer, das Haws war aus- verkaust, danften dem Ghormeister Datei Rohde und seinen Sängern mit fast demonstrativem Applaus, in welchem sich der lebhafte Wunsch ausd rückte, öfters solchen Abend zu veranstalten.
Frau E. Westphal trug wesentlich zum Gelingen des Abends bei. Sie sang Lieder und Arien von Haydn, Marx. Unger, Graener, Jeunes, Aikolai und 3- Zftrautz. Sie weih die Tonsprache der Komponisten nicht nut richtig aufzufassen sondern auch geistvoll zu interpretieren. Sie verfügt über ein klangschönes, bewegliches umfangreiches Organ. Gs war ein Venuß, die geschliffene Koleratur mit dem Del-canto und den glockenhellen Kopftönen in den Arien von Hahdn und Mko- lai und dem Solo aus der ^Fledermaus" zu hören. Aus den Liedern, bei denen der Ton manchmal mehr gedeckt werden könnte sprach Wärme und Innerlichkeit. Wir freuen uns, eine solch vortreffliche Sängerin, von der wir bisher nichts wußten, in den Mauern zu haben. Herr Wagner beglettete die Gesänge mit ganzem Verständnis und großer Anpassungsgabe, daran erkennt man den ttefftichen Musiker.
Dor einiger Zeit trug sich folgende Begebenheit zu: Der Reisende Heitmann übergab der Firma Börger sein Auto zur Reparatur. Diese nahm die Arbeit jedoch nicht selbst vor, sonSern beauftragte Somit im Einverständnis Heitmanns den Autoschlosser Ring. Nach Beendigung der Reparaturen erschien Heitmann bei Ring, um seinen Wagen abzuholen. Zuerst lehnte dieser die Herausgabe mit der Begründung ab. daß die RM. 800 betragenden Kosten von Börger noch nicht bezahlt und dieser ihm für den Betrag nicht sicher genug sei. Heitmann zerstreute aber diese Bedenken dadurch, daß er erklärte, er käme für das Gelb auf. Stolz fuhr er nun mit seinem Wagen ab unb zahlte einige Tage später die RM. 800 an Börger. Der steckte das Gelb bantenb ein unb — machte pleite.
Niemand kann es dem Ring Übelnehmen, daß er über diese Wendung der Dinge nicht sehr erfreut war. Aus dem Konkurse der Firma Börger war kaum etwas Nennenswertes zu erwarten. Deshalb verlangte er nun von Heitmann den Betrag, indem er sich auf den Standpunkt stellte, Heitmann habe durch seine Erklärung die Schuld übernommen. Wenn er an Börger gezahlt habe, so sei das seine Sache, er möge sich dieserhalb an Börger halten. Heitmann lehnte natürlich eine nochmalige Zahlung ab. Da eine Einigung nicht zustande kam, war ein Prozeß die Folge, und Ring blieb Sieger.
Eine solche Schulbübernahme. wie sie von 'Heitmann erflärt war, ist — im Gegensatz zur Bürgschaft — an keine Form gebunben unb kann deshalb auch mündlich erfolgen. Wer die Schuld eines Andern übernimmt, haftet genau so, als wenn es sich um feine eigene Schuld handelte: der bisherige Schuldner — im obigen Beispiel also Börger — scheibet aus unb wirb von seiner Schulb befreit. Etwas anberes wäre es natürlich gewesen, roerm Heitmann sich Börger gegenüber zur Zahlung verpflichtet unb Ring nichts davon gewußt hätte. Es war Voraussetzung, daß entweder Heitmann oder Börger ihm Mitteilung machte, und daß er die Schulb-
Der gestrige Abend hat deutlich gezeigt, daß die Öppositton der Singkreise gegen das „Konzert" nicht berechtigt ist. Ist das Konzert nicht die einzig mögliche Form, in der ein großer Test unserer Musikliteratur übermittelt werden kann? Natürlich daff das Konzert nur einen künstlerischen und keinen gesellschaftlichen Charakter tragen und muß höherem ernsten Zielen zusfreben. Auch die „Liedertafel" hat sich frei gemacht von Althergebrachtem, sie will jetzt mehr als bloßes Unterhaltungssingen, sie ist sich ihrer höheren Sendung bewußt geworden.
Das gestrige Konzert, das schon hinficht- llch seines Programms ein von den Vorläufern grundsätzlich abweichendes Gepräge trug, — polyphoner Stil, Hinzutreten von obligaten Instrumenten usw. — übertraf fast alle früheren, es wurde zu einem Erlebnis. Gin Blick auf das Programm (Mozart, Haydn, A. Weber, Kuhlau und die lebenden Komponisten Lendvai, Trunk Und HauHner) zeugt von dem Kunstverständnis und dem vornehmen Geschmack seines unermüdlichen und begabten Dirigenten. Die schon ost gerühmten Vorzüge des Vereins, die dieses Mal nur noch schärfer hervortrafen, sind: die reine Intonation, das tadellos richttge Einsetzen, die stettge Führung der Melodie, sei es, daß dieselbe dem 1. Tenor anvertraut ist Und im nächsten Augenblick wieder bei den Mittelsttmmen oder dem 2. Daß erscheint und sofort plasttsch hervortritt, die bis in das äußerste Detail auSgearbei- teten dynamischen Schattierungen, die deutliche Textaussprache und musterhafte Tonbildung und die rhhchmische Festtgkeif. An das Material des Vereins reicht so leicht kein anderer heran. Tenöre und Bässe zeigten auf ihren äußersten Gipfeln der Tonyöh: änd Tonstärke Weichheit und Schörchett