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Nr. 254_____________2_________________

Vermischtes voM Tage

Eüterzug beraubt.

Delitzsch, 27. Ott. Der Durchgangs- aüterzug Falkenberg—Halle wurde heute nacht 23.30 Ahr in Delitzsch auf dem So- rauer Güterbahnhof von bisher unbekann­ten Dieben beraubt. Mehrere Wagen wur- den erbrochen und Stückgut auf Len Bahn­körper geworfen. Der Raub wurde erst nach der Abfahrt des Zuges bemerkt. Ein Kommando der Bahnpolizei Halle begab sich sofort mit einer Lokomotive nach De­litzsch und suchte das Gelände systematisch ab. Dabei wurden die Beamten aus einem Strohdiemen Plötzlich beschossen. ES wurden im ganzen etwa 15—20 Schmsse gewechselt. Einer der Täter echielt einen Armschutz und konnte festgenommen wer­den, die übrigen entkamen auf ihren Fahr­rädern.

Politische Schlägerei zwischen Natftmal- sozialisten und Kommunisten..

Hamburg, 27. Okt. Kurz vor Mit­ternacht kam es heute an der Ecke Wer- und Kaiser-Wilhelm-S.rrhe zu einem schweren Zu­sammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten .wobei auch verschiedene Schüsse fielen. Drei Nationalsozialisten trugen Ver­letzungen davon, einer einen Oberjchenkelschutz, einer eine Stichverletzung im Rücken, der dritte schwere Verletzungen. Die drei Ver­letzten wurden dem Hafen-Krankenhaus zuge­führt. Als bas Ueverfalllommando erschien, flüchteten die Streitenden, so daß Festnah­men nicht erfolgen konnten.

Die Gefallenen-Feiern an den kirch­lichen Totengedenktagen.

Wie bereits gemeldet, wurden durch Verordnung de Reichsinnenministers die obersten Landesbehörden ermächtigt, am 1., 2. und 20. November (Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag) solche Versammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge allgemein zu genehmigen, die zum Gedenken an die Toten des Weltkrieges veranstaltet werden. Von dieser Ermächtigung hat, wie der Amtl. Preuß. Pressedienst mitteilt, der preu­ßische Minister des Innern Gebrauch ge­macht und derartige Veranstaltungen all­gemein für das preußische Staatsgebiet zugelassen. Versammlungen unter freiem Himmel und Aufzüge, die zum Gedenken an die Toten des Weltkrieges an einem der drei genannten Tage stattfinden sol­len, sind daher auch dann er­laubt, wenn sie von politischen Vereinigungen veranstaltet werden. Sie bedürfen allerdings min­destens 48 Stunden vorher unter An­gabe des Ortes, der Zeit und des Pro­gramme der Anmeldung bei der Orts­polizeibehörde und können vorbeugend verboten werden, wenn nach den Umstän­den eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu besorgen ist.

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von

Auf mehreren Gebieten sei die Tätig­keit des Verbandes besonders intensiv ge­wesen. Auf dem Gebiete der Finan­zen sei es gelungen, allmählich den maß­gebenden Stellen nahezuüringen, daß ein Finanzausgleich, der die Landgemeinden gegenüber den großen Städten benachtei- «gt, nicht nur ungerechtfertigt, sondern daß eine Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der Landgemeinden, von denen in Deutschland rund 48 000 nur tunb 3000 Städten gegenüberstehen, eine Notwendige Voraussetzung, auch für eine gesunde staatspolitische Entwicklung sei. Auch in kulturpolitischer B e - riehung, insbesondere hinsichtlich der ländlichen Volksschuloerwaltung, sei es ge­lungen, manche Härte und Zurücksetzung ott ländlichen Schulverbände auszuglei- chtn. Besonders lebhaft sei die Tätigkeit "ts Verbandes in der Frage der Ver- ^.altungsreform gewesen. Zur Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit habe der Landgemeindeverband allgemein beachtete Vorschläge gemacht. Als erste Organisation veröffentlichte er Leitsätze Pt ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, ?en sogenannten Eereke-Plan. Zu er- !""ern sei auch an die Vorschläge, die den umbau der Erwerbslosenfürsorae zum

10 Fahre Verband der VreuMen Landgemeinden

Der Verband Preußischer Landgemein­den kann am 28. Oktober auf sein zehn­jähriges Bestehen zurückblicken. Aus die­sem Anlaß veröffentlicht Generalsekretär Standke vom Verband einen Rückblick auf diese 10 Jahre. Zehn Jahre seien zwar, gemessen an den gewaltigen Aufgaben eines kommunalen Spitzenverbandes, eine kurze Zeit. Aber diese habe genügt, um m Gesetzgebung und Verwaltung hinsicht­lich der früher selbstverständlichen Zurück­setzung der Landgemeinden und ihrer Be­völkerung gegenüber den Städten einen Umschwung zum Besseren eintreten zu las­sen. Trotz der unheimlichen, teilweise gänzlich veralteten noch in Kraft befind­lichen Eemeindeverfassungsgesetze gebe es heute praktisch nicht mehr zweierlei Recht für städtische und ländliche Kommunen.

Oberbessfiche Zeit«««. Marburg «. &■ Scdtag, dal 28. Oktober 1932

Die Sitzung des Reichskabinetts'

Wird Dr. von Hülsen Kultusminister?

ft Berlin, 28. Okt. (eigene Mel« düng.) Das Reichskabinett ist heute um 11 Uhr zu der angekündigten bedeutungs­vollen Sitzung zusammengetreten, in der die Frage der preußischen Verwaltungs­reform behandelt werden soll. Es gilt als sicher, daß die Betranung des Staats­sekretärs Popitz mit der kommissarischen Leitung des preußischen Finanzministe­riums bereits heute bekannt gegeben wird, und daß auch die Ernennung von Dr. Popitz und Dr. Bracht z« Reichs- Ministern ohne Portefeuille durch den Reichspräsidenten noch heute Nachmittag erfolgt.

Alle Gerüchte, die über diese Maß­nahmen hinansgehen, verzeichnen nur

Möglichkeiten. Daza gehört auch die von einem Berliner Morgenblatt gemel­dete Ernennnng des kommissarischen Ober­präsidenten von der Provinz Hessen- Nassau, Pr. v. Hülsen, znm kommissa­rischen Leiter des prenßischen Kultus­ministeriums und ebenfalls znm Reichs­minister ohne Portefenille. Sie war je­denfalls für heute nicht beabsichtigt. In unterrichteten Kreisen betont man, daß sich zu Begin» der Kabinettssitzung ganz natürlich noch keineswegs sagen läßt, wie die Lösung im einzelnen aussehen werde. Es bleibt nnr übrig, abzuwarten, bis hente Nachmittag die offizielle Bekannt­gabe der Beschlüsse des Neichskabinetts er­folgt.

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Frei« Tnrnerschaft Lollar — M. T. B. Marburg.

Der Tabellenerste Lollar hat wohl keines seiner diesjährigen Verbandsjpiele so schwer gewonnen als gerade dieses. Marburg, ersatz­geschwächt antretend, lieferte dem voraussicht­lichen Meister ein vollkommen gleichwertiges Spiel, und hinterließ in Lollar einen ausge­zeichneten Eindruck.

Nach Freigabe des Balles durch Keller (Nauheim) ist das Spiel zuerst gleichmäßig verteilt. Lollar kommt dann etwas auf und bringt den ersten Treffer an. Dann übernimmt Marburg das Kommando. Der Sturm har­moniert ausnahmsweise mal und bringt dies durch das Ausgleichstor zum Ausdruck. Dann mutz Bamberger, Marburgs Cerberus, von Rumpf, F. und Wagner K. gut assistiert, einige gut vorgetragene Angriffe der Platzbe­sitzer unterbinden. Beim Stande von 1:1 wer­den die Seiten gewechselt.

Die zweite Halbzeit beginnt mit einer Drangperiode der Marburger. 3n der 60. Minute steht die Partie 3:1 für Marburg. Da­mit sind die Kräfte der Elisabethstädter aber auch erschöpft. Lollar kommt stark auf und er­zielt vier weitere Treffer, den Sieg damit sicherstellend. Lollar hat verdient gewonnen, da es die Distanz besser durchstand und über den größeren Kampfgeist verfügte. P—L

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Deutschland-Ungarn

Am Sonntag in Budapest - Eine schwere, aber lösbare Aufgabe für Deutschlands Fußballer

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in ihren letzten Spielen gegen Dänemark, Finnland, die Schweiz und Schweden Siege er­rungen Keine besonders großen Siege aller­dings, aber es waren doch immerhin Heft- pflaster für die schweren Niederlagen, die man vorher gegen Frankreich. Italien und Oester­reich einstecken mußte- Wenn auch festaestelll werden muß, daß unsere geschlagenen Gegner gegenroärtig nicht zu den besten Fußbalb nationen des Kontinents gehören, so hatte doch unsere Nationalelf Gelegenheit, sich wieder etwas zu finden und für größere Taten vor- zubereiten. Die Probe aufs (Stempel wird nun am kommenden Sonntag in Budapest von- statten gehen, denn eine in normaler Form spielenden ungarische Ländermannschaft ist für alle Gegner eines der schwersten Hindernisse. Unseren Fußballern steht also diesmal eine etwas schwere Aufgabe bevor und ihre Lösung wird nur gelingen, wenn sie das Letzte aus sich herausgeben.

Einmal gelang es schon...

die Ungarn durch den Einsatz aller Kräfte und durch restlole Hingabe jedes einzelnen Spielers zu schlagen. Das war in jenem denkwürdigen Spiel in 1930 in Dresden, als die Ungarn bei der Pause schon mit 3:0 führten und unsere Mannschaft in einem begeisternden Finish in der zweiten Halbzeit noch den Ausgleich und sogar den Sieg mit 5:3 errang. 2n den übri­gen acht gegen Ungarn ausgetragenen Spielen hat Deutschland nicht gut, aber auch nicht all- zuschlecht abgesnitten. Die Statistik verzeichne, vier Niederlagen, drei Unentschieden und noch einen zweiten Sieg bei einem Torverhältnis von 16:24 zu Gunsten der Magvaren. In Bu­dapest steigt also am Sonntag das zehnte Zu­sammentreffen der beiden Lander.

Der Spielausschutz des DFB hatte diesmal bei feiner Mannschaftsaufstellung bedeutende Schwierigkeiten. Verschiedene süddeutsche Spie­ler mutzten infolge Beanspruchung durch ihren eigenen Verein dem DFB eine Absage erteilen. So machen die Kämpen des Deutschen Mei­

sters Bayern München, der Frankfurter Ein­tracht und von den Vereinen ttn Reich die von Schalke 04 die Reise nach Budapest nicht in,t. In die deutsche Mannschaft, die mit Jakob (Jahn Regensburg): Huber (KarlsruherFV); Wendl (1860 München); Janes (Fortuna Düsseldorf), Lemberger (Spvg. Fürtb), Knöpfte (Futzballspo-rtverein Frankfurt); Albrecht (For­tuna Düsseldorf), Lachner (München 18601, Malik (Beuthen), R. Hofmann (Dresden), Kobierski (Fortuna Düsseldorf) antritt, kann man trotzdem einiges Vertrauen setzen. Das Hintertrio ist mit drei Könnern besetzt, die kaum enttäuschen werden. Besonders auf den Riesen Jakob setzt man berechtigte Hoffnungen. In der Läuferreihe ist ausschlaggebend,. in welcher Form sich Leinberger befinden wird. Rafit er sich endlich wieder einmal zu einer guten Leistung auf, dann ist uns um den Si '.Jaufbau nicht bange. Knöpfte hat tn Länderspielen noch nie versagt und Janes ist in seiner Dereinsmannschaft einer der Besten. Don großer Problematik ist die Stürmerreihe. Kobierski und Hofmann sind gut, doch das erste Fragezeichen ist Malik, der Siurmsührer aus Beuthen. Von seinem Einschlagen hängt schließlich beinahe alles ab. Albrecht hat sich fchon öfters bewährt und der kleine Lachner aus München befindet sich augenblicklich in Glanzform. Es kommt also darauf an, wie sich diese fünf Stürmer aus fünf Vereinen ver­stehen werden und wie sie durch Malik geführt werden.

Ungarn hat folgende Spieler nominiert: Hada (FTC); Dudas (Uivest), Pronenberger BBorsany (Hjpest), Sarosi, Lazar TC): Maroszy (lljpest). Auer (lljpest), ZTC). Toldi (FTC), Dori (Torkeves). Die Mannschaft wird also nur von zwei Ver­einen, lljpest und Fervenczvaros, gestellt. Der Linksaußen Dori ist Amateur. Die größere Einheitlichkeit ist daher auf Seiten der Un­garn und auch ihre Chancen sind nach Berück­sichtigung aller Momente etwas besser als die der Deutschen.

• Fußball.

Sierzhausen — Lohra 3:1 (2:1).

In Sterzhausen trafen sich die erste und die Jugendmannschaft des Sportvereins Lohra mit den gleichen Mannschaften des Platz­vereins. Es entwickelte sich gleich zu Beginn ein sehr flottes Spiel. Ungefähr tn der 10. Minute konnte St. den ersten Treffer er­zielen. Dann kam Lohra stark auf und erzielte den Ausgleich durch ein Selbsttor von Sterz- Hausen. Der Platzverein kam aber sehr schnell wieder in Front und konnte nach sehr schöner Kombination wieder in Führung gehen.

In der zweiten Halbzeit konnte Sterzhausen außer zwei nicht gewerteten Toren einen drit­ten Treffer erzielen. Lohra spielte sehr eifrig und schnell und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Hu einem Torerfolg für Lohra kam es jedoch nicht, da der Sterzhäuser Tormann wie überhaupt die gesamte Mannschaft einen guten Tag hatten.

Deutsche Turneeschast

Turnverein Alsfeld gegen Turn- und Sport­verein 1860 Marburg 3:2 (3:1).

Ihr erstes Spiel der Rachrunde führte die Marburger in Alsfeld mit dem dortigen Turn­verein zusammen. Das Spiel mußte eine ge­wisse Entscheidung darüber bringen, ob die mit drei Punkten Abstand führenden Alsfelder noch eingeholt werden konnten. Die Mar­burger spielten eigentlich erstmalig mit kom­pletter Elf uhb hatten auch in diesem Spiel die größeren Aussichten auf Gewinn. Der Spielverlauf selbst farni das mir noch unter­streichen, auch ttotz der Niederlage. Dir Mar­burger waren nämlich während der gesamten Spieldauer ihrem Gegner klar überlegen, in der zweiten Halbzeit derart drückend, daß die Gastgeber kaum über die Mitte hinaus- kamen. Wenn trotzdem nur zwei Tore fielen, so liegt das an den ganz hervorragenden Leistungen des Alsfelder Torhüters, der sich tollkübn immer nieder auch nach den aus­

sichtslosesten Bällen warf und bei seinen Paraden auch ein kaum glaubhaftes Glück hatte. Bei dem unerhört waghalsigen Spiel kam schließlich aber das, was kommen mußte, zweimal blieb er besinnungslos liegen. Bei dieser Gelegenheit übersah auch der Schieds- nchter ein klares Tor für die Marburger. Dies war aber nicht feine einzige Fehlent­scheidung, sondern er gab ein weiteres regel­recht erzieltes Tor für die Marburger nicht und brachte sie bannt zunächst um pin Un­entschieden. dann um den Sieg. Vorbildlich war es, wie die Marburger sich ttotzdem den Entscheidungen fügten. Die 1860er stellten eine gleichmäßig besetzte Elf, die ihrem Geg­ner besonders technisch überlegen war. Zwei von den Toren hätte der Torwart halten können. Bei den Alsfeldern gab es manchen schwachen Punkt. Sehr unschön roirfte ihr dauerndes Reklamieren und besonders das unfaire Spielen in der zweiten Halbzeit.

Der Kampf begann sofort mit schnellen Angriffen der Marburger, mehrere raffinierte Bälle, mehrere Bombenwürfe wehrte der Als­felder Torhüter glänzend ab. Rach 15 Mi­nuten gab es eine kurze Pause von 2 Minuten zu Ehren eines kürzlich verstorbenen ver­dienstvollen Alsfelder Turners. Wenig spä­ter schoß der Halblinke der Platzbesitzer mit langem Schuß das Führungstor für seine Mannschaft, dem gleich darauf der Ausgleich durch einen Doppelhänder des Marburger Mittelstürmers folgte. Kurz vor der Pause fallen bei durchbruchartigen Angriffen der Alsfelder durch Mittelstürmer und Halbrech­ten die entscheidenden Tore für Alsfeld. Die Zweite Halbzeit Bringt ein einseitiges Spiel, in dem die Platzbesitzer nichts mehr $u ve- stellen haben. Die Ausbeute der dauernden lleberlegenheit der Gäste sind drei Tore, von denen aber nur eins gegeben wird.

. Den Marburgern ist mit dieser Niederlage jebe Möglichkeit genommen, noch an die Spitze zu kommen. In den kommenden Spielen kön­nen sie nur noch den zweften Platz verteidigen.

Das FrmlWn Mls-Wmin«

Sonnabend, den 29. Oktober.

6.00: Wetterbericht. — Anschließend: Mor­gengymnastik. — 7.05: Schallplatten-Konzert. — 10.10: Schulfunk. — 12.00: Schallplatten- Konzert. — 13.30: Konzert. — 15.30: Stunde der Jugend. — 17.00: Platz-Komert der Reichswehrkapelle Marburg. — 18.00: „Die Erfahrungen bei der Wiesbadener hup- freien Woche", Gespräch. — 18.25: Stunde der Arbeit. — 18.50: „Arbeitslohn, Ar- bettszeit, Beschäfttgungsprärnie — Welche Möglichkeiten bietet die Notverordnung dem Gewerbebetrieb?", Gespräch. — 19.20: „Ihr Leute, hört die Trauermär!", eine Stunde gruseliger Moritaten. — 20.00: „Iabuka", Operette m drei Auszügen. — 22.05: Hirsche schreien! — 22.20: Zeitangabe, Tagesnach­richten. Wetterbericht, Spottbericht. — An­schließend: Interview mit den Mannschafts­führern des Internationalen Kunstturnens am 30. Oktober m der Frankfurter Fest­halle. — 22.45: Nachtmusik.

Bekanntmachung

Abdruck aus dem amtlichen Kreisblatt.

Die Schildlaus hat in mehreren Eemeiin- den des Kreises durch starkes Auftreten er­heblichen Schaden angerichtet, der nur durch die Unaufmerksamkeit der Besitzer, Pächter und Nutznießer eintreten konnte. Ich bringe daher nachstehenden Paragraphen des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 23. Juli 1928 (Beilage zum Reg.-Amtsblatt Nr. 31/28) in Erinnerung.

§ 35.

Zur Bekämpfung des Italien Au riefens der Schildlaus lKommaschildlaus, Lepido- sophes ulmi) haben die Eigentümer, Nutz- nießer oder Pächter von Obstbäumen diese, soweit sie von der Schildlaus befallen smd, in der Zett vom 1. Oktober bis 1. AprU am Stamm und den stärkeren Aesten abzukratzen.

Der Stamm und die stärkeren 91 eite sind mit einer lOprozentigen Obstbaumkarbol». neumlösung zu streichen, der ein geringer Pro­zentsatz Kalk zuzusetzen ist.

Bei solchen Bäumen, wo die SchWkans bereits die Kronen befallen hat, sind auch diese in gleicher Weise zu behandeln.

Die Bestimmungen hinsichtlich der Anzeige, pflicht des Verbotes des Versands der Früchte sowie der Zulassung des Betretens der Grundstücke durch Sachverständige im § 34 finden hier sinngemäße Anwendung.

Marburg, den 26. Oktober 1932. (5985

Der Landrat. Schwebeü.

Wetterbeobachtungen am 27. 2S.0ht.

Höchste Temperatur am 27,Oktober 10,6 Celsius

Niedrigste Temperatur letzte Nacht 7,0 Celsius

Dvtni.

PHOTO-BÜHLER - BRILLEN-BOHLF -

Zeit

Barometerst. reduziert auf N.N.

Tempe­ratur

Relative Luft- feuchtia»

27.10.2 Uhr nachm.

750.0 mm

9,4 Teil.

87 1.

27.10. 9 Ubr

748,0 mw

7,0 Keli.

921.

nachm.

28.10.7 Uhr

746,1 mm

5.8 Teil.

94*/.

vonn.

Wettergasse 30 Bahnhoss-r

Marburg/Lahn

Fernruf 2248.

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Wetterbericht.

3u der sich von Irland bis zum B^,si.„ erstreckenden Tiefdruckrinne hat sich bei Ir­land ein neuer Teilwirbel entwickelt, der raich out unser Wetter Einfluß gewinnen Mrd. Da sich an der Nordseite der Rinne kältere Lustmassen angesammelt haben und nach dem Durchzug des Wirbels kräftig sudwatts vor- stoßeu werden, kann auch bei uns mit stärkerer Abkühlung, wenn auch noch nicht mit be­ständigem Wetter, gerechnet werden.

Witterungsaussichten für Sonnabend: Wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen meist schauerartigen Niederschlägen, bei teil­weise nördlichen Winden weitere Abkühlung.