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OberdeMche Zettvng, Marburg a. L, Mittwoch, bet 26. Oktober 1932.

Rr. 252

Marbmgrr Stadtzellung

Bau -er Autoumge-unssjtraße

Die Mittel bewilligt.

Für den Ausbau der Autoumgehungs- stratze find für die Teilstrecke B (Hinden­burg straße vom Hochwasserdamm bis zur Unteren Sieche) die Mittel nunmehr vom Reich genehmigt worden. Mit der Aus­führung der Arbeiten ist begonnen.

Es werden vorerst die Kanalver­legungsarbeiten für den Regen­wasserkanal und hierauf die Damm­schüttungsarbeiten für den Stratzenkörper in Angriff genommen.

Es ist vorgesehen, zur Abführung der Tageswässer eine Kanalleitunz vom Graben am Petroleumhäuschen bis zum Erlengraben mit Anschluß an denselben herzustellen. Die zur Zeit tiefer als das Gelände liegende Straße soll durchschnitt­lich 1 Meter aufgefüllt und in einer Breite von 9,50 Meter hergestellt werden. Die für die Auffüllung erforderlichen Erd­massen werden am städtischen Grundstück am Kaffweg entnommen.

Keine zersvMrung!

Zur Winterhilfe.

Man schreibt uns:

Die schwierigen wirtschaftlichen Ver­hältnisse werden in diesem Jahre große Anforderungen an die Winterhilfe stel­len. Eine gleichmäßige Verteilung der Gaben bann nur von zentraler Stelle aus erfolgen. Diese Stelle ist für Mar­burg die Winterhilfe des Stadt­verbandes Marburger Frauen­vereine, die in engster Zusammen­arbeit mit dem städtischen Wohlfahrts­amte die Arbeit leistet. Wenn von ver­schiedenen Seiten für verschiedene Win­terhilfen gesammelt wird, so muß dies dem großen Hilfswerk schaden. Zwischen der städtischen Winterhilfe und den Kir­chen sind Vereinbarungen getroffen, die ein gutes Zusammenarbeiten mit sich bringen. Die Organisationen, die jetzt ihrerseits selbständig mit der Winterhilfe vorgehen wollen, wollen bewußt ihre Winterhilfe neben die städtische Winter­hilfe stellen. Sie wollen auch bewußt nur bestimmten Kreisen ihre Hilfe zuteil werden lassen. So sehr man sich darüber freuen muß, daß der Gedanke der Win­terhilfe in weite Kreise eingedrungen ist, so muß man doch die Zersplit­terungbedauern. Es gilt zunächst aus wirtschaftlichen Gründen Einheit­lichkeit, aber dann komntt doch auch jetzt die große Forderung, daß in der Not alle gleichmäßig behandelt werden sollen, daß wir uns m der großen Not alle als Schicksalsgemeinschaft fühlen und nicht nur die Not Einzelner, sondern die Not Aller mindern wollen.

Deshalb ergeht die dringende Bitte, von Einzelsammlungen Abstand zu nehmen. Die betreffenden Organisa­tionen haben ja immer noch die Möglich­keit, durch besondere Weihnachtsgaben chrerseits ihren Mitgliedern chre Hilfs­bereitschaft zu zeigen, aber die große Sammlung muß auf einheitlicher Basis geschehen.

• Polizeiliches. Entwendet wurden in der Nacht zum 25. d. Mts. im Südviertel unter erschwerenden Umständen zwei Ka­ninchen b ö cke, schwarz-weiß und grau­weiß gefleckt. Mitteilung erbittet die Krimi­nalpolizei. — Gestern abend verübte ein Mann dadurch groben Unfug, daß er in der Eisselberger Straße mit einer Schreck- schußplstole auf Radfahrer schoß. Der Mann wurde festgenommen und der Po- kyei übergebe«.

• Der Semesterbeginn. Allmäh­lich treffen die Studenten wieder in Marburg ein. Die Vorlesungen begin­nen Dienstag, den 1. November, die Neu­anmeldungen zur Immatrikulation wer­den bis zum 14. November getätigt.

* Die Belieferung von Back­waren. Dom Landratsamt wird uns dazu iwch folgendes mitgeteilt: Die Belieferung von offenen Verkaufsstellen (z. B. Zweigge­schäften, Wiederverkaufsstellen, Verkaufsstel­len von Konsumvereinen und ähnlichen Ver­einen/ mit Backwaren jeder Art ist von 6V« Uhr morgens an zulässig. Die Abgabe von Backwaren jeder Art aus dem Bäckereibetrieb unmittelbar an Verbraucher ist von 6Vi Uhr morgens an zulässig. Beliefe­rung und Abgabe sind zeitlich vom Der- lafion des Däckereigrundstücks an zu rechnen.

* Stadltheater. Man schreibt uns: Morgen eröffnet das Stadttheater Marburg seine diesjährige Winterspielzeit 1932,-33. Der Spielplan sieht als erste Aufführung der Sai- lon das Zeitstück „D e r 18. O f t o b e r" von Walter Erich Schäfer vor. Der Dichter die­ser historischen Episode hat ein Stück Welt­geschichte auf knappen Raum zusammenge- drängt, szenisch und dialogisch äußerst ge­schickt bewältigt. Es ist dramaturgisch, szenentechnisch, spannungsmäßig eine Meister­leistung. Spielleitung hat Oberspielleiter Peter Fassott, der auch die Rolle des Ober­sten Bauer spielt. Mitwirkende Herren: Bruck, Dieten, Eggemann, Geiger, Hamel, Hauer, Heck, Hub, Heyser, Kühne, Michel, Nieren,

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Dolck. Spieldauer von 20.10 Uhr bis 22.15 Uhr.

* Kreiskriegerverband Marburg. Es wird, um Verwechslungen vorzubeugen, daran erinnert, daß am Sonntag. 30. Oktober, 10 Uhr, pünktlich, int Hause Freidhof, die Sitzung des Vorstandes (nicht eine Verrretertagung) stattfindet. Das Erscheinen aller Mitglieder des Krelskriegerverbandsvor- standes ist erforderlich, da wichtig« Sachen zu erörtern sind.

• Mittel standskundgebung b er Nationalsozialisten. Am Freitag, 28. abends 81/» Uhr, findet in den Steinweg­sälen eine Mittel st andskundge­bung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei statt. Es werden über das Thema: „Das Papen-Programm und der deutsche Mittel st and" der Land­tagsabgeordnete G. W. Schmidt- Wies­baden und Dr. Adolf Wagner sprechen. Der Landtagsabgeordnete Schmidt ist Ober- innungsmeister in Wiesbaden und Vorstands­mitglied des Reichshandwerkerbundes. Dr. Adolf Wagner dürfte in den Kreisen der Handwerker und Gewerbetreibenden Mar­burgs kein Unbekannter mehr sein und. ist als vorzüglicher Redner und Vertreter des deutschen Mittelstandes nicht nur in Mar­burg, sondern überall in Deutschland bekannt geworden.

* Vortrag August Pauli. Dieser Redner, der von früheren Vorträgen in Mar­burg bestens bekannt ist, spricht in dieser Woche in Marburg zum Thema: „Helden — Hei­lige,— Geistmensche n". Er wird die Entwicklung unseres Volkes und der Mensch­heit betrachten und dabei verfolgen, wie die Ideale des Volkes und der Menschheit sich ge­wandelt haben. Im Zusammenhang mtt dem alten Germanentum entwickelte sich das Ideal des Helden, im Zusammenhang mit dem Mit­telalter das Ideal des Heiligen. Das Ideal der Gegenwart hat der Redner als Ideal des Eetstmenschen bezeichnet. Der Vortrag, der allgemeines Interesse finden dürste, ist öffent­lich und allgemein zugänglich. Er findet statt: Donnerstag den 27. Oktober, 20.15 Uhr, Raum der Ehristengemeinschaft, Rikolaistr. 1. (Siehe Anzeige.)

• Marga von Etzdorf spricht in Marburg. Am Dienstag, dem 1. No- 'vember, wird die besonders durch ihren küh­nen 2apan--Nug bekannte Fliegerin in den Stadtsälen die fesselnde Darstellung ihrer mannigfaltigen Flugerlebnifse geben. — Die Fliegerin Marga von Etzdorf, welche sich schon vor Jahren einen Namen gemacht hat, als sie unter Leitung von Prinz Eugen zu Schaumburg-Lippe am Dreifaltigkeitsberg in Spaichingen die Segelfliegerprüfung „C" ab­legte, hat seither viele gute Leistungen ge­zeigt. Am bekanntesten wurde sie durch ihren Berlm-Japan-FlUg, eine unerhörte Leistung. Flog sie doch durch größtenteils kulturferne Gebiete, mutterseelenallein mtt ihrem Glücks­kater „Du". Unter glatter Ueberwrndung dieser 10000 Kilometer in 11 Tagen drückte sie für diese Riesensttecke sämtliche Rekorde. Ebenso ist noch ihr Afrika- und Teneriffa- Flug 1931 in aller Erinnerung, mit dem sie die beste Streckenleistung deutscher Fliegerin­nen vollführte. Sie ist auch die emsige Fliegerin, welche sämtliche Flüge ohne jede dirette oder indirekte Hilfsstellung oder son­stige Scherung durchführt, also wirklich „die einsame Fliegerin", wie man sie m dem von ihr. durchflogenen Spanien und Afrika nennt. Wie hat fie das geschafft, diese überragenden Leistungen,, welche nur etne Auswahl sind aus der Fülle ihrer kühnen Flugtaten? Nur mit einem vor keinem Hindernis zurückschreckenden Draufgängertum, dem Vertrauen zu ihrer Semen Iunkersmaschine. Und was fpomte sie an? Neben der leidenschaftlichen Liebe zum schönen Flugsport der glühende Wunsch, mtt beizuttagen, die deutschen Leistungen dem Ausland zu zeigen und auch den deutschen Wirtschaftsinteressen Vorspanndienste zu lei­sten. Möge ihr Vortrag vor allem recht viel Jugend anlocken und diese wispomen, es ihr gleich zu tun.

Ium Sparerfchutz

Gefahren -es Wirtschaftens auf Bors

Von der Kreissparkafse Mar- burg/Lahn und der Sparkasse und Leihbank der Stadt Marburg wird uns folgendes mitgeteilt:

Auf Ende Oktober fällt auch in diesem Jahr der Weltspartag. Wie manche Ein­richtung unserer Zeit ist auch die Ein­richtung des Weltspartages, seit er 1925 zum ersten Mal begangen wurde, hie und da auf wenig Verständnis gestoßen. Wozu sparen? Wozu Sparförderung? Wozu gar Weltspartag? Wir glauben, daß heute viele den Sinn des Weltspar­tages recht gut verstehen. Eine ange­sehene Zeitung hat vor kurzem ausge­führt, daß die große Erfahrung der ge­genwärtigen Krise darin liegt, daß man die Gefahr des Wirtschaftens auf Borg klar erkannt habe. Eine Wirtschaft mit übermäßiger, womöglich gar vorwiegend kurzfristiger Verschul­dung, ist einer Erschütterung in ganz anderem Maße ausgesetzt, als eine Wirt­schaft, deren gesunder und allmählicher Fortschritt sich auf ausreichendes heimi­sches Sparkapital gründet. Diese Wahr­heit hören heute sehr viele Schuldner sehr > ungern, aber fie besteht trotzdem zu I Recht: den verhältnismäßig kleinen I

Kreisen der Schuldner stehen viele Mil­lionen von Sparern gegenüber, die auch ein Anrecht auf volle Wahrung ihrer Interessen und Rechte haben. Das ist nämlich auch eine Aufgabe des Weltspar­tages im Krisenjahr 1932: die Notwen­digkeit des Schutzes des Sparers und des Spargedankens in aller Oeffentlichkeit zu betonen. Das Sparkapital ist, von den einzelnen Sparern mühsam erspart, ein Besitz, an dem sehr viel Arbeit, aber auch sehr viele Hoffnungen hängen. In der einseitigen wirtschaftspolitischen Inter­essenvertretung wird es heute manchmal so dargestellt, als ob der Besitz von Spar­kapital etwas Unerwünschtes, ja Uner­laubtes wäre. Das ist eine ebenso törichte wie gefährliche Auffassung. Das Spar- Kapital ist wohlerworbenes Eigentum, das Sparen hat einen hohen sittlichen Wert, der Sparer ist für die Wirtschaft und für die Wirtschaftsbelebung wichti­ger als der Schuldner. Nur das heimische Kapital schafft die Mittel für die Kon­junkturbelebung. Vom Ausland können wir eine 'Kapitalhilfe nicht erwarten. Diese Zusammenhänge soll der Weltspar­tag 1932 der Allgemeinheit zum Bewußt­sein bringen. Er ist darum notwendig und aktuell wie jemals.

Aus den Parteien

Dr. Richard Merton.

Man schreibt uns:

Der neue Spitzenkandidat der D. V. P. in unserem Wahlkreis ist Franffurter Kind. Er wurde am 1. Dezember 1881 als zweiter Sohn des bekannten Philanttopen Wilhelm Merton geboren und verbrachte feine ganze Schulzeit auf dem Lessing-Eymnasmm in Frankfurt/M.

Nach dem Abitur studierte er in Straßburg und Leipzig Volkswirtschaft und Staatswissen­schaften, und trat nach seinem Dienstjahr, ein­undzwanzigjährig, bei der Metallgesellschaft, Frankfurt a. M., ein.

Dr. Merton kennt aus vielen Auslands­reisen einen großen Teil der Welt. Mehr als drei Jahre lebte er in den Vereinigten Staa­ten, bis er 1911 Direktor der Metall­gesellschaft wurde.

1914 rückte er bei der Mobilmachung als Oberleutnant mit den 14er Husaren (Kassel) aus. In der zweiten Hälfte des Krieges wur­den seine besonderen Kenntnisse und Er­fahrunggen beim Generalgouvernement in Belgien und später in seiner Stellung als Adjutant des Generals Eroener ausgenutzt, mit dem er im Kriegsernährungs­amt und im Kriegsamt tätig war und später in Kiew wirtschaftliche Angelegenheiten be­arbeitete.

In den Jahrn 1918 und 1919 hat Dr. Mer­ton Weltgeschichte aus nächster Nähe miterlebt, da er der Waffenstillstandskommission und der Friedensdelegation unter Graf Brock- oorf-Rantzau in Versailles als Mitglied an­gehörte.

Dr. Merton ist jetzt Vorsitzender des Auf­sichtsrats der Metallgesellschaft, er ist Mitglied der Jnternattonalen Handelskammer in Paris und gehört dem Präsidium der Deutschen Gruppe dieser Organisation in Berlin an.

Im Jahre 1924 wurde Richard Merton von der wtttschasts, und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt a. M. der Doktor der Staatswissenschafen e. h. verliehen. Mit dieser Auszeichnung wurden Dr. Mertons große Verdienste um die deutsche Wirtschaft und gleichzeitig die Tatsache anerkannt, daß Dr. Merton im Geiste seines »erstorbenen Vaters die vielerlei sozialen und charitativen Ein­richtungen, die aus dem Institut für Gemein­wohl in Frankfurt a. M. hervorgegangen sind, unter großen Opfern durch alle Schwierigkei­ten der Nachkriegszett, insbesondere durch die Inflation hindurchgerettet hat.

Der Wahloorschlag der DNVP. für den Wahlkreis 19.

Der Reichstagswahlvorschlag der Deutfchnationalen Volkspartei, Landes­verband Hessen-Nassau, für den Wahl­kreis 19 enthält u. a. folgende Namen:

1. Dr. Hugenberos, Landwirt, Roh- braken; 2. Hergt, Staatsminister und Reichsminister a. D., Göttingen: 3. Weg­mann, Landwirt, Röhrigshof, Kr. Schlüch­tern; 4. L. v. Schrenck-Notzing, Indu­strieller, Berlin; 5. Schäfer, Fabrikarbei­ter, Daubbausen, Kr. Wetzlar; 6. Zeid­ler, Pfarrer, Kassel; Auf der Liste stehen weiter: 12. Boedicker, Vizeadmiral a. D., Kassel; 16. Reuße, Malermeister, Kassel; 24. Frau Mangelsdorf, Kassel; 31. Erbe, Bürovorsteher, Kassel.

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* Das Prüfungse^gebnis für das höhere Lehramt in Preußen. Rach einer Uebersicht der zwölf wifienschaftlichen Prüfungsämter in Preußen wurden vom L April 1931 bis 31. März 1932 2772 Prüfun­gen für das Lehramt an höheren Schulen durchgeführt. Im Vorjahr betrug die Zahl der Prüfungen 2122. Die Prüfungen bestan­den 1868 Prüflinge. Nicht bestanden haben die Prüfungen insgesamt 904 Prüflinge.

SoltWWe

Wiele, die das Thema, Über das Pfar» ter Dr. Ritter jetzt in der Volkshochschule spricht — „Sie Geschichte der deutschen Jugendbewegung, ein Beitrag zum Ringen unseres Volkes um feine Zchkumft" — flüchtig in der Zeitung gelesen haben, sind sich wohl nicht dessen bewußt geworden, daß die genannte Bewegung den Anstoß zu einer erstaunlichen Fülle von Reuorien- tterungen auf den verschiedensten Lebens­gebieten gegeben hat. Sie ist nicht tot, wie bekannte Gelehrte behauptet haben, sondern taucht immer wieder in neuen Formen auf. Sie ist längst nicht mehr bloß das burschikose Verlangen der Ju­gendlichen nach Angebundenhett und nach Selbstbestimmungsrecht, das uns Weiteren früher manchmal gegen den Strich ging; fie hat auf den Gebieten des Familien­lebens, der Schule, der Gesellschaft, der Kunst und der Religion den nachhaltigsten Einfluß ausgeübt. And zwar, indem fie wie ein Quell aus verborgenen Diesen her- vorbrach als ein Zeichen der Krisis, bie in unserem Volkstum wühlte.. Jetzt ist es eine wichtige Angelegenheit, ob unser Volkskörper noch die Abwehrstoffe auf- zubringen vermag, die eine Heilung her­beiführen können. Wenn man schon das Problem aufwerfen hört, ob nicht unsere ganze neuzeitliche europäische Kultur wert sei, vom Erdboden zu verschwinden, so ist doch jetzt schon wieder manches Anzeichen dafür vorhanden, daß sich gerade unser Volk wieder auf die Güter zu besinnen anfängt, die den wahren Wert des Lebens darstellen. Schwer sind die Probleme, mit denen Pfarrer Ritter ringt; aber stark ist auch der Mut, mit denen er ihnen zu Leibe geht. Der erste Vortrag, dem die Hörer mit sichtbarer Spannung folgten, hat den Boden aufgerissen. Am nächsten Montag wird gezeigt werden, unter wel­chen Umständen die Jugendbewegung aus feinen Schollen heraus ins Leben trat Da genug Raum vorhanden ist, kann noch mancher an diesen Stunden innerer Kraft» bildung teilnehmen. Auch die Jugend- vrganisattonen aller Richtungen sind will­kommen.

Tagesanzeiger.

Mittwoch, den 2 6. Oktober. Vergnügungsanreiger.

Cafe Markees, Rettgasse: Ao 16 u. 20 Ahr: Konzert Hansi Aurtsch mit feinem Orchester.

Cafe Vetter, Reitgasse: Ab 20 Ahr: Bobby Müller und seine Solisten.

Stadtkeller, 20 Ahr: Künstlerkonzert All Buesher mit seinen Solisten.

Restaurant Daud, Frankfurter Stt.: 20 Ahr: Konzert mit Tanzeinlagen.

Capitol, Biegenstraße: 17 Ahr: „Johann Strauß".

Kamera, Kasernenstraße: 17 u. 20.15 Ahr: „Der Schützenkönig".

Versammlungen, Vorträge, sportlich« Beranstattnngen «sw.

Volkshochschule: 15.30 Ahr im Museum der Aniversität: Privatdozent Dr. Stein» barth: Erste Führung durch die Ge­mäldegalerie und den Saal der Pla- sttken. — Desgl. 20.45 Ahr int Institut für Leibesübungen: Musiklehrer Hör- fchelmann: Erste offene Singstunde.

Verein für Gesundheitspflege e. V.: 2C Ahr im Saale des Hotels Freidhof: Oefsentl. Frauenvortrag. Thema: »Aer- vosttät — Frauenleiden".

Deutsche Volkspartei: 20.15 Ahr im kleiner Stadtsaal: Wahlversammlung. Redner: Reichstagsabg. Dr. Otto Hugo, Bochum.

D. O.B.: 20.30 Ahr: Hauptversammlung RSBO.: 20.45 Ahr, Lahnlust, Wehrdaei

Weg: Versammlung. Thema: „Arbeite: Und Student als Träger der deutscher Revolution".

Auswärtige Veranstaltungen. Wetter: Rindvieh-, Schweine- und Kram­markt.

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Sette WWtWtengcn

r. Frankfurt, 26. Ott. Nachdem an der gestrigen Abendbörse eine etwas freund­lichere Grundstimmung zum Durchbruch kam, wurde die Tendenz des heutmen Vormit­lagsverkehrs ttotz anhaltender Geschäftsstillle weiter ziemlich zuversichtlich tariert. Im An­schluß an das widerstandsfähige Neuyork hörte man Farbenindustrie mit 93, Siemens 111,75.

Statt. Bekanntmachung

Öffentliche Steaermahmmg.

Die im Monat Ottober d. 3s. fälligen Grundvermögens- und Hauszrnssteuern, Müll­und Kanalgebühren für das III. Viertel­jahr, die Hundesteuer für das II. SSalmalir 1932, sowie die Bier- und Eekränkesteuer für den Monat September d. 3s. sind, sowett nicht gestundet, nunmehr bis zum 29- d. Mts. einschl. der gesetzt. Verzugszuschläge an die Stadthauptkasse einzuzahlen.

Mahnzettel werden nicht ausgehändigt.

Vom 31. d. Mts. ab werden die Rückstände im Wege des Verwaltungszwangsverfahrem beigetrieben.

Marburg, den 26. Ottober 1932. (5945

Stadthaupttasse.