.. I llPI>W»WWWW'» ^1'»'.-«M—..... D**WMW»««W...............W-........' «» ..... II -1^l> I ........ l .......................................................»NI. II.iw.......... Ml
Sonnabend, den L Ski. IW
»k .Obkrhrssisch« Zrltmig" erscheint sechsmal wöchentlich. 55t- MgSpreiS monatl.t. Marburg 2.02 SM. ausschl. ZuflellunaSgebtlbr, bei tmfttn Agenturen 1.83 SM. pyügl. ZustellungSgebübe. durch bk Post 2.25 SM. Mr etwa Oinp OTTtir, vn «jtptnfltWiCTi ron elementare tkreigniffe ausfallende Nummern wird Mn SrfaN ge» letstel. Verlag, Dr. 5. Hitzeroth, Druck der Univ-Buchdruckerei Iah. Aug. Koch, Markt 21/23. Mrnft>recher:Srr-2054 u-Rr. 2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — «brechet der Redaktion von 10—11 und si—1 tot.
ölrerhMsche
*'**” /lAifijHA Mm«
WaiWt 117 | | |l im wtütmm
Anzeiger für (das frühere kurhesfifche) Oberhesfe«
Sir. 249 «7. Mrs.
3üarburgo.8n6n
Der Sinzei genprei« beträgt für den 11 gespalt. Zetlenmillimeter 0.08 GM., Familienanzeigen bei Barzahl. 0.07 GM., amtl. u. auswärtige An,. 0.10 GM. Sog. kleine Anzeigen nachSveziaitarifuSrund- schrtft: Lolouel. Bei schwierig-Sat;, sowie bei Platzdorschrift 50°l« Aufschlag. — Sammelan,eigen 100“)» Aufschlag Reklam.-Milltm. 0.40 SM. Grunbschrift : Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offerten-Gebühr: 25 Pfq.. bet Zustellung der Angebote einschl. Porto —.60 SM. Beleae werden berechnet. Lrfüllungsort Marburg.
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Das Wirtschaftsprogramm der N. S. D. A. P.
Wichtige Einzelheiten aus den Vorschlägen Gregor Strassers — Ein nationales Aufbauprogramm
Serlitt, 21. Ott. Der Preußische Pressedienst der NSDAP. veröffentlicht das durch den Reichsorganssationsleiter Gregor Strasser M. d. R. in einer Berliner Wahlversammlung zum Vortrag gebrachte wirtschaftliche Aufbau- programm der NSDAP. Es heißt darin M. a.:
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei erstrebt einen Neubau des Staates und der Wirtschaft auf nationalsozialistischer Grundlage, was nur durch eine tiefergreifende Umgestaltung des politischen und wirtschaftlichen Systems in einer Totallösung ju erreichen ist. Wir sind überzeugt, daß das deutsche Wirtschaftssystem in seiner jetzigen Verfassung nicht aufrecht zu erhalten ist. Das oberste Ziel der Wirtschaftspolitik muß sein, die Erhaltung und Stärkung der nationalen Volks- und Bodenkräfte, so daß jeder Deutsche von seiner Arbeit wieder Nutzen hat und zwar l'edereinzelnenachseinerLeistung. Nach diesem Erundprinziv muß die deutsche Wirtschaftspolitik einheitlich geführt werden.
Grundforderungen.
1. Arbeitsbeschaffung.
Für etwa 2 Millionen Menschen muß auf Grund eines Jahresplanes Arbeit und Verdienst geschaffen werden. Hierzu sind staatliche und private Neuinvestitionen im Ausmaße von fünf bis sechs Milliarden Reichs- mart erforderlich. Diese Summe bedeutet ungefähr die Hälfte der normalen jährlichen Sachinvestitionen der deutschen Wirtschast, die planmäßig auf Grund eines feiten Finanzierungsprogramms der Wirtschast wieder von Staatswegen zugeleitet werden sollen. Das nennen wir nationalsozialistische Wirtschafts- leitung. Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für öffentliche Aufträge liegt bereits vor. Ferner sind Arbeitbeschaffungsmistel bereitzustellen für eine Erweiterung der deutschen Roh- ftoffgrundlage und für neue nationale Industrie- und Gewerbezweige. Eine planmäßige Umstellung der industriellen und gewerblichen Produktion unter besonderer Berücksichtigung der vom Staate kontrollierten Betriebe und der nationalpolitisch besonders wichtigen Industriezweige ist in dieses Arbeitsbeschaffungs- Programm einzubeziehen.
2. Finanzierung und produktive Kredit- fchöpfnug.
Zur Finanzierung dieses Arbeitsbeschaf- fungsprogramms 'sst notwendig eine produktive Kreoftschöpfung (Krediterwelterungs im Ausmaß von etwa 3 Milliarden RM. Die Krediterweiterung geschieht aut Grund eines Kredites an das Reich durch die Reichsbank und die der Staatshoheit unterstellten Banken. Zur Durchführung dieser Krediterwcsterung ist eine Vermehrung des Umlaufsgeldes nur im Ausmaße von viesseicht 300—500 Millionen RM. erforderlich. 3m übrigen vollzieht sich die Krediterweiterung auf dem Wege des Giralgeldes. Der Produktionswechsel und der Staatskredit werden zur Unterlage des Geldumlaufes. Durch die Finanzierung des Arbeitsbeschaffungsprogramms schäften wir erst wieder eine gesunde Währung. Wir wollen also keine Jnflafton, sondern die Wiederherstellung einer gesunden Währung mit liguider Deckung. Eine Aenderung des Reichsbankgesetzes ist erforderlich, durch das die Autonomie der Reichsbank be- fbitigt wird.
3. Kontrolle des Selb- und Kreditwesens.
Diese Maßnahmen machen notwendig eine staatliche Konstokle des Geld- und Kreditwesens und einen Ausbau des staatlichen Verrechnungsverkehrs. Wtt wollen kerne Staatswirtschast. auch fernen Staatssozialismus, sondern wst wollen emen Sozialismus, der den Dolkskörpet vor äußeren und inneren Gefahren schützt und eme planvolle Gemeinschaftsarbeit aller Erwerbszweige und aßet Stände zur Förderung des Gesantt- wohles zuläßt.
4. SHe Entschuldung der Wirtschaft.
(Es kann feine wirksame Entschuldung der Landwirtschaft geben, wenn nicht die gesamte deutsche Wirtschaft aus der Verkrampfung und der Schuldenwsttschaft befrest wird, in der sie sich sett Jahren befindet. Die
Umschuldung wstd die ganze Wirtschaft er- fassen, jedoch so, daß die Durchführung im einzelnen auf berufsständischer Grundlage erfolgt.
5. Zinssenkung.
Die Zmssenkung rotrb die individuellen Verhältnisse in der Wirtschaft weftgehend berücksichtigen müssen, aber nur eine generelle, von staatlichen Geldinstituten durchgefühste Um>huldung gibt die Gewähr dafür, daß diese Maßnahmen nicht zu einer Erschüste- rung des Verstauens und zu ungerechftertig- ten und unerträglichen Kapitaleinbußen oder Kapitalabweftungen führt.
Die Landwirtschaft wird, wenn sie von unerträglichen Zinslasten befreit ist, wieder aufatme«. Dana erst werden die notwen,
digen weiteren Lastensenlungen »oll zur Auswirkung kommen. Es kann keinen gesunden Export geben, wenn der Binnenmarkt krank ist. Wir find nicht so töricht, die Notwendigkeit eines Exportes für Deujchland nicht anzuerkennen. Wir glaube» es aber nicht verantworten »zu können, wenn wirtschaftliche Unternehmungen mit staatlichen Subventionen durchgeschleppt werden, die auf einem überlebten Wirtschaftssystem ausgebaut find.
6. Die Methoden des Wirtschaftsaufbaues.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß die deutsche Wistichaft weder mit kommunistisch- marristischen, noch mtt liberalistisch-kapfta-
Erklärung der Reichsregierung
Zu dem Offenen Brief Adolf Hitlers
Berlin, 21. Ott. Amtlich wird mit- geteilt:
„3n einem Offenen Brief an den Reichskanzler hat Adolf Hitler Behauptungen über den Standpunkt der deutschen Regierung in der Abrüstungsfrage auf- gestellt, die im Interesse der deutschen Außenpolitik auf das schärfste zurückgewiesen werden müssen.
Hitler behauptet, Deutschland fei mtt einem Aufrüstungsprogramm vor die Welt getreten; es habe die Forderung nach einer 300 000-Mann-Armee erhoben, es habe ferner den Bau von Eroßkampf- schiffen usw." gefordert.
Diese drei Behauptungen find in vollem Umfange unwahr.
Deutschland hat niemals andere Forderungen erhoben als diejenigen, welche das veröffentlichte Memorandum vo« 29. August enthält.
Es verlangt nach wie vor, daß die anderen Staaten auf einen Stand abrüsten, der unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jeden Landes demjenigen Rü
stungsstand entspricht, der uns durch den Versailler Vertrag auferlegt worden ist. Trägt die Abrüstungskonferenz dieser unserer grundsätzlichen Forderung nicht Rechnung, so müssen wir verlangen, daß nicht weiter zweierlei Recht gilt, sondern daß die in Genf abzuschließende Abrüstungskonvention auch auf Deutschland Anwendung findet.
Deutschland fordert auch in diesem Falle keine Aufrüstung.
Der Zustand darf aber nicht weiter bestehen, daß uns grundsätzlich Waffen verboten find, die anderen Staaten als unentbehrliche Mittel der Verteidigung erlaubt bleiben.
Die Reichsregierung stellt in aller Oeffentlichkett fest, daß Herr Adolf Hitler in seinem Offenen Briefe vom 20. Oktober unwahre Behauptungen erhoben hat. die geeignet find, das Bild der deutschen Äußenpolittk zu verfälschen und damit das Interesse des deutschen Volkes aufs schwerste zu schädigen. Das Urteil über dieses Verhalten des Herrn Hitlers überläßt die Regierung dem deutschen Volke."
listischen Methoden aufsebaut werden tarnt, sondern nur nach nationalen und deutschen sozialistischen Grundprinzipien. Auch t* Wirtschaft muß mtt einem neuen Geist, muß mtt einer neuen ratio und mit nationalem Ethos erfüllt werden.
Wir erkennen die ethische Berechtigung und uatioualpolitischr Bedeutung des Privateigentums an und stellen das Leistungsprinzip bewußt in den Vordergrund.
Aber auch der Unternehmer wttd nur dann erfolgreich am Neubau der deutschen Wttt- schfat arbeiten können, wenn uns die Heber« windung des Klassenhasses und die Entpro- letariiierung breiter Massen der Arbeiter und des Mittelstandes in Deutschland gelingt.
7. Seneralappell zur Mitarbeit.
Dieses Ziel ist nur zu erreichen durch einen erfolgreichen Generalappell zur Arbett. Gegenüber einem Aufbauprogramm, wie dem unferigen, sind die Maßnahmen der Regierung Papen völlig unzulänglich, ja man muß sagen, daß die Regierung Papen geradezu die Arbeitsbeschaffung verhindert.
8. Entscheidungen und Ausblick.
Die Furcht vor der letzten Entscheidung ist heute in der Wirtschaft leider noch ebenso groß wie in der Politik. Um diese letzte Entscheidung kommen wir aber nicht herum. Die „Weltwirtschaft" ist durch den Weltkrieg und die strukturellen Veränderungen in den em*
zÄmie Wirtschaftsgebieten der Wett in ihren wesentlichen Bestandteilen zerstört worden. Jetzt ist es notwendig, zunächst einmal eine nationale Wirtschaft wieder aufzu- richten. Wtt haben in Deutschland genügend nationales Kapttal. Da wir em nationales Geld- und Kredttsystem nicht haben, müssen wtt es uns schäften. Die Wiederaufrichtung einer nationalen deutschen Wirtschaft auf der Grundlage eines international gebundenen Geld- und Kredttsystems, wie es jetzt die Regierung Papen versucht,, ist ein Unding und eine unverantwortliche Kurzsichtigkeit.
,Die deutsch-französischen Kontingentierungsverhandlungen.
Paris, 21. Okt. Im Verlaufe der deutsch-französischen Kontingentierungsverhandlungen haben die Vertreter der französische Regierubng selbst eine Poli- ten sich angesichts der Tatsache, daß die französische Negierung selbst eine Pol- tik der Einsuhrkontingennerung durchführe, nicht grundsätzlich gegen ein gleiches deutsches Vorgehen wenden. Sie haben indessen verschiedene Einwendungen vorgSbracht, ohne die Höhe der Kontingente zu erörtern. Die deutsche Delegation hat erklärt, daß sie über diese Einwendungen ihrer Regierung Bericht erstatten werde.
Eine neue Front?
Die HeberzeugUng, baß auch eine reine autoritäre Regierung ohne einen starken Rückhalt im Volke auf die Dauer in Deutschland nicht möglich ist, setzt sich immer mehr durch Diese Heberzeugung fehlt auch der Regierung Papen feines* Wegs; die Frage aber ist, ob sie sich tot ihrer jetzigen unveränderten Führung und Gestalt wird durchsetzen können, Um den notwendigen Rückhalt im Volk auf breiter Basis doch noch zu gewinnen. Der Grund* gedanke der autoritären Präsidialregie* rung, der bedeutet, daß eine gesunde Re* gierung verfassungsmäßig vom parlamen* tatischen Kuhhandel Und von Zufaklsmehr* heften unabhängig sein muß, wird dabei in keiner Weise abgelehnt. ES sei aber nötig, daß eine solche autoritäre Regierung sich endlich doch auf eine breite Front im Volke, auf irgend eine starke Bewegung stützen und deren Vertrauen haben müsse. Deshalb gibt man vielerorts der Regierung Papen nur eine begrenzte Lebensdauer. Ihre historische Aufgabe wäre es, das schwarz-rote System zu liquidieren. Sei diese Aufgabe erfüllt, so müsse die jetzige Regierung anderen Männern Platz machen, dft über den nötigen Rückhalt im Volk ver* fügten. Ob dieser Zeitpunkt schon mit dem 6. November gekommen sein würde, sei jedoch in diesem Falle fraglich. Das würde doch davon abhängen, vb sich dann schon eine große Front herauSgebildet haben würde, die in der Lage wäre, die Auf* gäbe des Reubaues des Deutschen Reiches auf breitester Grundlage zu übernehmen. Solange eine solche Front nicht da ist, foü£ die Regierung Papen im Amte bleiben. Man hält es für sehr wohl möglich, daß es soweit erst sein wird, wenn der Reichstag des 6. November abgelöst ist von einer Nationalversammlung zur Ver* abschiedung der Reichsreform, mit bereit Einberufung zum Frühjahr man vielfach rechnet.
ES zeichnen sich immechin beretts gewisse Linien ab, wie eine solche breite Volks* front etwa aussehen könnte. Von außer* »ordentlicher Bedeutung sind da Erllä* rungen Gregor Strassers, die er Donners* tag auf einer nationalsozialistischen Be* triebszellenversammlung im Berliner Sportpalast machte. Man will in den an Hilgenberg gerichteten Worten ein deutliches Angebot auf Zusammenarbeit sehen. And man kann wohl sagen, daß diese Aus* »nicht unberechtigt ist. „Wir arbei* jedem zusammen, der Deutschland über alles stellt und es retten will. Hu* genberg hat von der Notwendigkeit der Entproletarisierung des deutschen Arbei* ters gesprochen und die Arbeiterbewegung bejaht, die auch wir bejahen." Zweifellos streckt hier Strasser Hugenberg die Hand zur Zusammenarbeit hin.
Gleichzeitig wandte sich Strasser auch an Leipatt, in dessen Ausführungen vom 18. Oftober er Zukunftsausblicke sieht, die jeden mft freudiger Zustimmung erfüllen könnten. Damals hatte Leipatt, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, die nationale Einstellung der Gewerkschaften stark in den Vordergrund gerückt, und u. a. erklärt: „Keine soziale Schicht kann sich der nationalen Entwicklung entziehen. Wir haben alles unterstützt, was unser Volk frei uno wirtschaftlich wieder gesund machen sollte. Wir wehren uns aber dagegen, daß der nationale Gedanke mft dem aristokratisch-kapitalistischen System gleichgestelü wird, llnsere Arbeit ist Menst am Volke. Sie kennt den soldatischen Geist der Einordnung und der Hingabe für das Ganze. Wir sind Antimilitaristen. Wtt wehren uns aber da-