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Anzeiger für (das frühere knrheffifche) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen fiir Stadt und Kreis Marburg.

Der französische Abrüstungsplan

Natürlich Sanktionen Bombenflugzeuge für den Völkerbund Wo bleibt die Gleichberechtigung?

Herriot Donnerstag und Freitag bei Macdonald

ff. Paris. 11. Oft. Amtlich wird mmmehr bekannt gegeben, datz Herriot am Mittwoch nach London ob­re i st und datz die Besprechung mit Macdonald am Donnerstag ftattfindnn wird.

Der Amerikanische Vertreter bei der Ab­rüstungskonferenz. Daris ist in London eingetroffen und hatte eine Aussprache mit Autzenminister Simo «. I« amtlichen Londoner Kreisen werden die Aussichten der Biermächte-Konserenz über die Gleich- berechtigungsfrage nunmehr hoffnungs­voller beurteilt.

Nur Annäherung der beiderseitigen Auffassungen."

ff. Paris, 11. Okt. Wie nun endgül­tig festgestellt, verlässt Ministerpräsident Herriot am Mittwoch nm 16 Uhr, in Begleitung seines Kabinettschefs, Mar­cel Rey, und eines hohen Beamten des Quai d'Orsay Paris. Seine Rückkehr nach Paris ist für Sonnabend vorgesehen, so daß ihm zwei volle Tage bleiben, um mit dem englischen Ministerpräsidenten und Außenminister Rücksprache zu nehmen. In Pariser politischen Kreisen ist man er­freut über das Zustandekommen des Lon­doner Besuches Herriots, aus dem man, ohne etwa die Tragweite zu Lberschäüen, sehr gute Wirkungen für die weitere Ent- wicklung der Arbeiten der Abrüstungskon­ferenz in Genf sieht. Die Blätter betonen jedoch allgemein, daß es sich bei der Zu­sammen Herriots mit Macdonald nicht um eine Konferenz zu Zweien handele, sondern um einen gegenseitigen Gedanken­austausch im Nahmen des englisch-franzö­sischen Vertrauensabkommens, wobei die Möglichkeiten besprochen werden sollen, die am besten geeignet sind, die Genfer Ver­handlungen wieder in Fluß zu bringen. Was dabei den von Macdonald angeregten Gedanken einer Fünfmächte-Konferenz anlangt, so nimmt man französischerseits an, daß der englische Ministerpräsident die Gelegenheit benutzen werde, um seinem französischen Kollegen über die letzten Ver­handlungen mit der Reichsregierung zu unterrichten, die zur Annahme der Ein­ladung geführt habe, und daß keine Be­schlüge gefaßt würden, sondern nur eine gemeinsame Auffasiung der Eleichberech- tigungsforderung Deutschlands gerecht zu werde. In diesem Zusammenhang werden noch einmal die Gerüchte als falsch bezeich­net, die davon wissen wollten, daß Eng­land der Reichsregierung seine endgültige Unterstützung zugesagt habe. In politi­schen Kreisen betont man ferner, daß Herriot die Gelegenheit des Londoner Be­suches nicht vorüber gehen lassen werde, ohne den amerikanischen Vertreter Nor­man Davis aufzusuchen, der sich augen­blicklich in der englischen Hauptstadt be­findet.

Rosenberg bei Henderson.

, Genf. 10. Oft. Der Führer der deut­schen Abordnung ans der Abrüstungskonfe­renz, Gesandter von Rosenberg, startete am Montag vormittag dem Präsi­denten Henderson einen Besuch ab. Dieser Besuch ist auf besonderen Wunsch Hendersons erfolgt. Henderson hat, bsie verlautet, sich bei Rosenberg über die weiteren Pläne des deutschen Auüemuuri-.

sters unterrichten wollen und die Frage gestellt, ob Freiherr von Neurath die Absicht habe, in der nächsten Woche nach Genf zu kommen. Heber den Ver­lauf der Verhandlungen werden keine Mit­teilungen gemacht.

Das Büro der Abrüstungskon­ferenz, das ursprünglich heute zusam-

mentreten svllte. tritt vorläufig nicht zusammen. Präsident Henderson hatte heute vormittag eine eingehende An- terredung mit Drummond und dem Direk­tor der Abrüstungsabteilung Aghnides. Eine Sitzung des Büros der Abrüstungs­konferenz ist vorläufig für den 17. oder 19. Oktober in Aussicht genommen.

Burgfriede im Osten?

Wie man Deutschland einwickeln will

ff. Paris, 11. Oft. Der Genfer Son- I derberichterstatter desPetit P a r i - sien" macht nähere Ausführungen über den französischen Vorschlag für ein A b - rüstungs-Abkommen. Der Plan, der noch Gegenstand einer genauen iprü- fung des französischen Außenministeriums und des Landesverteidigungsrates sei, sieht folgende fünf Hauptpunkte vor:

1. Ein allgemeines Abrüstungsabkom- men.

2. Ei« allgemeines Konfultatioabkom- men.

3. Ein regionales Abkommen gegensei­tiger Unterstützung, der Sicherheit und der Kontrolle (dieser Teil des Planes bezieht sich lediglich auf Europa).

4. Ein Abkommen über die Schaffung einer internationalen Streit­macht.

5. Eia Protokoll über die Durchführung des Grundsatzes der Gleichberechtigung.

Der Sonderberichterstatter meint, dieser Plan trage den Vorschlägen der vertagten Abrüstungskonferenz und den Empfehlun­gen des amerikanischen Staatspräsidenten weitgehend Rechnung. Das Konsultattv- Abkommen mache es allen unterzeichneten Mächten zur Pflicht, im Konflikttalle den streitenden Patteien eine H i l f s f r i st von 48 Stunden zu setzen, um die Stteitigkeiten einzustellen. Werde dieser Aufforderung nicht Folge geleistet, so würden sofott alle Sankttonsmaßnahmen in Kraft treten, die in dem Abkommen vorgesehen seien. Hierbei handelt es sich für die europäischen Staaten um die be­reits in anderen internationalen Verträge vorgesehenen

gegenseitige llnterstützungsmatznah.

meu $e Gunsten des angegriffenen Staates.

während Amettka auf die Vorteile der Neutralität verzichten soll. Das Abkom­men sehe ferner die Verpflichtung vor. nie­mals ein anderes Land vor eine vollendete Tatsache zu stellen.

Was das regionale Abkommen angehe, so enthalte es die gleiche Präambel wie das Locarno-Abkommen und werde außer­dem durch eine Nichtangriffs-Earantie verstärkt.

Was schließlich die Schaffung einer inter­nationalen Streitmacht anlangt, so han­delt es sich darum,

ve« Völkeichund Bombenflugzeuge zur Verfügung $e stellen.

und den Unterzeichner-Staaten die Be­nutzung dieser Flugzeuge überhaupt zu ver­

bieten. Parallel hiermit laufe eine strenge Kontrolle der Handelsluft- f a h r t.

Die Durchführung des Grundsatzes der Gleichberechtigung sei so gedacht, datz ein diplomatisches Schriftstück zunächst einmal den gegenwärtige« Rüstuugsstand aller Länder, einschlietz« lich Deutschland, feststelle.

Auf der Grundlage des dann festgesetzten Rüstungsftandes, der auf keinen Fall er­höht oder vermindert werden könne, soll Deutschland dann der Grundsatz der Gleich­berechtigung zuerkannt werden.

Widersprechende Meldungen über das Ziel der Unterredung Macdonald-Herriot.

fk. London, 11. Okt. Zu dem Ge­rücht, daß auf der Unterredung zwischen Macdonald und Herriot außer dem deut­schen Anspruch auf Gleichberechtigung unter Umständen auch der neue fran­zösische Abrüstungsplan und in Verbindung hiermit ein auf etwa zehn Jahre berechneter .politischer Waffen­stillstand" erörtert werden würde, wäh­rend dessen Laufzeit Deutschland die Frage der Ost grenzen nicht an­schneiden dürfe, meldet der diploma­tische Korrespondent desDaily Tele­graph", daß man von England unmög­lich eine Garantie in der angedeuteten Richtung erwarten könne, wie Frank­reich, Polen und die Tschechoslowakei es offenbar wünschten. Es könne sein, daß der persönlichen Aussprache zwischen Macdonald und Herriot späterhin eine ähnliche Unterredung zwischen englischen Ministern und dem deutschen Reichskanz­ler oder Reichsaußenmiister folge. Sollte diese persönliche Aussprache die deutsch- französischen Schwierigkeiten überwin­den, so würde eine Acht- oder Neun- Mächte-Konferenz in Genf oder Lau­sanne ftattfinben.

Der diplomatische Korrespondent der Morning Post" dagegen sagt, daß Herriot nur deshalb nach London einge­laden worden sei, um der Abrüstungs­konferenz neues Leben einzugeben. Es komme nicht in Frage, etwa Genf in den Hintergrund zu schieben, oder eine Ein­heitsfront zum Nachteil Dritter zu schu­fen. Wenn es auch möglich fei, daß Her­riot und Macdonald die deutschen Forde­rungen stteichen würden, so werde sich ihre Unterredung doch hauptsächlich dar­auf ersttecken, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die sich der Fortsetzung der Abrüstungsverhandlungen entgegen­stellen. Hierunter könne u. a. auch eine eingehende Besprechung über die Befürch­tungen fallen, die Frankreich wegen sei­ner Sicherheit, hege.. , .

D.N.V.P. und N.S.D.A.P.

Berlin, 11. Ott. Dr. Hugenberg be­schäftigt sich in der ihm nahestehenden Presse unter der Überschrift:Am Jahrestag von Harzburg" mit der poli­tischen Entwicklung des letzten Jahres. Er bezeichnete es als schmerzlich, heute gegen diejenigen schreiben zu müssen, mit denen zusammen er vor einem Jahr hoffte, gemeinsam Deutschland dienen zu können, und nennt dieses ganze Jahr auf selten der Nationalsozialisten eine große Kette verpaßter Gelegenheiten mit dem End­ergebnis, daß inzwischen d-ie Gelegenhei­ten, die von der nationalen Opposition ge­schaffen worden seien, von anderer Seite ausgenutzt wurden. Damit sei die Arbeit der nationalen Opposition nicht etwa ver­geblich geworden. Nur: Es heiße, nicht die Sache vergessen, nicht das Vaterland und das eigene Volk die Fehler entgelten lassen, die man selbst begangen habe.

Harzburg sei nicht ohne Frucht geblie« ben. Das seitdem vergangene Jahr habe auf anderen Wegen die Weadung z« den Zielen gebracht.

Der Nationalsozialismus mag tun, was er will, so führt Dr. Hugenberg weiter aus, wenn wir anderen nationalen Men­schen jetzt unsere Pflicht tun, so bleibt es bei dem einen großen Ergebnis der letzten drei bis vier Jahre: Weimar und seine fürchterlichen Zirkel sind jerftört. Das Patteiwesen ist heute so zersetzt überall ist ja der Kommunismus das ZünAein an der Waage daß es nicht mehr möglich war, das alles vernichtende Regiment der letzten 14 Jahre fortzusetzen.

Der Weg zu einer besseren Zukunft ist damit frei. Es kommt jetzt nur darauf an, ihn ttchtig und ttar zu gehen. Es barf nicht neuer Opportunismus, netter Gvu- vernementaliSmus ohne Willen und Kraft sein. Sonst gibt es ein fürchterliches, nie dagewesenes Elend. Es darf nicht Rück­fall der Arbeitnehmer in die alte dumpfe Friedlosigkeit fein, sondern ihre wirkliche Eingliederung in die nationale Gemein­schaft nicht Zerstörung des Bauern­standes, sondern eine neue Bauernbefrei­ung nicht Greisenhaftigkeit, sondern jugendliche Schaffenslust inmitten einer Wett, die jedem einzelnen tausend Hoff­nungen eröffnet, weil hinter jedem ein­zelnen die Nation steht und jeder einzelne hinter der Nation. Ich rufe der Jugend zu: Lasset uns auch ohne diejenigen, die uns settdem verlassen haben, Harzburg verwirklichen.

Dr. Goebbels will bei den Deutsch- nationalen sprechen.

Berlin, 10. Ott. Im heutigenAn­griff" wird ein Brief von Dr. Goebbels an die Reichspatteileitung der DNVP. verösfentlicht, in dem Dr. Goebbels mit- teilt, daß am kommenden Mittwoch im Bettiner Sportpalast eine Massenkund­gebung der NSDAP, stattfindet, in der er mit Äindtagspräsident Kerrl eine Aus­einandersetzung mit dem Reichskanzler und der hinter ihm stehenden Deutichnationalen Volkspattei beabfichkigt. Dr. Goebbels ersucht, zu dieser Versammlung einen Red­ner zur Diskussion zu entsenden, dem eine Stunde Redezeit zugebilligt wird. Dr. Goebbels garantiert ihm mit seinem Wort, daß ihm kein Schaden zugesügt und die Versammlung ihn ohne Zwischenrufe und ohne Mißsallenskundgebungen Gehör