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Wjrd Hoover gewählt oder nicht?
fk. Washington. 7. Okt. Bei einer von einer Zeitung vorgenommenen Probe- Abstimmung für die Präsidentenwahl hat Roosevelt 415 000 Stimmen erhalten, während für Hoover nur 326 000 Stimmen abgegeben wurden
Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., Familien anzeige« bei Barzahl. 0.07 GM., amtl. u. au«* wLrttgeAn,. 0.10GM. Sog. kleine Anzeigen nach Spe,Ialtarif.Srm,d- schrift: Solonel. Bei schwierig.Sah fetole bei Platzvorschrift 5Oe/o Aufschlag. — Lammelanzeigen 100*/« Aufschlag Reklam.-Millim. 0.40 «M. Srundschrift! Petit. Jeder Rabatt qilt al« Barrabatt. Ziel S Tage. Vfferten-Sebührr 25 Pfg bei Zustellung der Angebote «inschl. Porto —.60 SM. Belege werden
tDbcvlicUsche Zeitung
tieferen Gründ haben dürfte. Polen, so sagt der regierungstreue „Kurjer Czer- wonny", müsse an allen politischen Aktionen, die die deutsche Rüstung betreffen, beteiligt sein. Die letzte Ratswahl beweise, daß Polen als ungemein wichtiger Faktor (!) in Europa angesehen werde und daß ohne sein Beisein keine wichtigen Beschlüsse der internationalen Politik fallen könnten.
Die Wiederwahl Polens zum Ratsmitglied und der Wunsch Frankreichs nach aktiver Unterstützung durch feine Trabanten, besonders gegen die deutsche Eleich- berechtigungsforderung, haben in Warschau dem dauernd gehegten Glauben an die polnische Machtstellung in Europa neuen kräftigen Antrieb gegeben. Eine Bedrohung dieser Machtstellung wird in der Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung erblickt. Dies zu verhindern, ist darum oberstes Gesetz sogenannter polnischer Abrüstungspolitik. Darum neigt man auch in maßgeblichen Kreisen zu der Meinung: Bester die ganze Abrüstungskonferenz auffliegen zu lasten, als dah Deutschland irgendwelche, auch nur die geringsten Zugeständniste gemacht werden. In dieser Voraussicht schreibt der „Krakauer Illustrierte Kurier", der in solchen Dingen dem polnischen Augenministerium nahezustehen pflegt, bereits mit Bestimmtheit: „Trotz der Bemühungen Hendersons wird es gar keine Abrüstungskonfe- renz geben..."
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deutsche A h -
Die heutige Pariser Preste beginnt damit zu rechnen, daß die Londoner Konferenz wahrscheinlich überhaupt nicht zustande kommen werde. Die Schuld an einem Scheitern des englischen Planes wird, wie zu erwarten war, der deutschen Negierung in die Schuhe geschoben. Jn- desten gibt der offiziöse „Petit Parifien" zu, daß dieser Abschwächungsversuch mit untauglichen Mitteln unternommen wird. Das Blatt schreibt nämlich, es sei notwendig, darauf hinzuweisen, daß sich die französische Regierung, als ihr der Vorschlag Macdonalds unterbreitet wurde, wohl gehütet habe, ihn sofort zurückzuweisen, obwohl er wirkliche Gefahren in sich trug, sondern es vorzog, zunächst abzuwarten. Jedoch habe man mit l e b h a s - terBefriedigung — so äußert es in dem Bericht — in Genf vernommen, daß die Konferenz, die Macdonald aus den 11. Oktober nach London einberufen hätte, ohne Verzug vertagt wurde.
Diese Vertagung «erde es Paul Boncour erlauben, die Fertigstellung des französische« Planes mit Energie za betreiben.
und da die Dölkerbundshauptversammlung frühestens Ende kommender Woche zum Abschluß gelange, würden vielleicht die Besprechungen, die Macdonald nach London verlegen wollte, diesmal in ihrem bisherigen Rahmen, den des VölkerKunde s i n E e n f angebahnt werden können.
Polnischer Größenwahn
Der inzwischen gescheiterten Londoner Konferenz ist in Warschauer politischen Kreisen größtes Jntereste entgegengebracht worden, was nicht zuletzt sowohl in der Wiederwahl Polens zum Ratsmitglied als auch in der besonderen Haltung Frankreichs seinen
würde. Die deutsche Regierung hat, wie verlautet, in il^er Antwort auf die Einladung der Londoner Zusammenkunft er- klärt, daß die letzten Vorschläge Groß- britanntens und. Frankreichs ihrer Forderung nach Gleichheit noch nicht genug tun. Es muß zugegeben werden, daß die Frage der verbotenen Waffen in keinem der Vorschläge von ihnen berücksichtigt wurde.
Weitere Verzögerung in der Behandlung der vollen deutschen Forderung kan« nur da» Gespenst des Wettrüstens heraufbeschwörev.
Sicher wäre es am besten, wenn die am meisten interessierten Mächte gemeinsam eine Formel entwerfen, die Deutschland zur Abrüstungskonferenz zurückbrächte, oder andernfalls den Veweis lieferten, dah Deutschland überhaupt nicht den Wunsch habe noch weiter an ihren Arbeiten teil-. zunehmen.
rüstuugs-These zeige« werde.
»Simes" über die deutschen Eleich- berechtigungsansprüche.
»Times" schreiben in einem Leitartikel pt den deutschen Gleicherechtigungsan- sprüchen: Die jetzige deutsche Regierung hat in Fortsetzung der Politik ihrer Vorgängerin, die ihren Standpunkt mit einer größer werdenden Festigkeit bekundet hatte, gleiche Rechtsstellung gefordert — «cht zahlenmäßige Gleichheit, wohl aber
Gleichstellung mit anderen Ländern m der Frage der Herstellung und des Gebrauchs der Waffen und der Verwendung der nationalen Streitkräfte.
Es herrscht Einvernehmen darüber, daß die deutsche Forderung im wesentlichen gerecht ist. daß eine große Ra- tion nicht für unbegrenzte Zeit in einer erniedrigenden »nd minderwertigen Stellung gehalten werden kann «nd daß in Zukunft alle Einschränkungen, die vorgenomme« werde«, freiwillig seien nnd den Begrenzungen, die ander« Länder sich auferlegen, im allgemeinen entsprechen müssen.
Somit sollte es möglich sein, jetzt eine Zusage abzugeben, daß keine grundlegende Unterschiedsbehandlung zwischen dem emen und dem anderen Unterzeichner einer neuen Rüstungskonferenz gemacht werden
Was nun?
Die englische Staatskunst, deren Rolle als „ehrlicher Makler" in europäischen Dingen notorisch ist und zu deren hervor* ragendsten Methoden stets die Improvr* sattonen gehören, hat eine empfindftche Schlappe erlitten. Kaum 24 Stunden, nachdem Sir Simon sich im Militärflug* zeug nach Paris begeben hatte, um Her* riot für seinen bzw. Macdonalds Gedanken eines zwanglosen Meinungsaustausches zwischen den Grohmächter in London zur Erledigung der deutschen Gleichberechti* gungSfrage zu gewinnen, ist dieser Plan wieder fallen gelassen worden. „Infolge der ablehnenden Haltung der französttchcn Regierung und des von deutscher Seite eingenommenen Standpunttes", so heißt es in einer halbamtlichen Reutermeldung, müsse der Gedanke dieser Konferenz ausgegeben werden, da eine Beteiligung dieser beiden Länder an der Konferenz kaum in Aussicht steht.
Der Sache ist freilich wenig damit gedient, wenn man feststellt, dah diese große diplomatische Attivn von ihren Urhebern in einer allzu großen Verworrenheit und ohne genügende sachliche Vorarbeit durch- gefühtt wurde. England ist — ebenso wie Amerika — von dem Wunsch geleitet, eisten Mißerfolg der Genfer Abrüstungskonferenz unter allen Umständen und koste es, was es wolle, zu vermeiden. Leider ist aber auch der englischen Drplvmatte der Vorwurf nicht zu ersparen, dah sie keine einheitliche Linie verfolgt, sondern sich zwischen der grundsätzlichen Gutheißung des deutschen Anspruchs und der takttschen Hinneigung nach der Sette Frankreichs hin- und herzerren läßt. Wäre es sonst möglich, dah Macdonald gegenüber dem Reichskanzler in Lausanne der deutschen Aktton seine dolle Unterstützung zuge-. sichett, später aber in seiner bekannten Rote an Deutschland in schulmeisterlichem Ton den Versuch gemacht hat, uns zum Rachgeben zu bewegen? Auch das gegen- wättige Unternehmen der improvisierten Aussprache zwischen den hauptbeteiligten Mächten krankte an einem großen Mangel, nämlich an dem Fehlen einer geeigneten Verhandlungsgrundlage. Von deutscher Seite wurde mit Recht gefordert, daß auf der Londoner Konferenz der ursprüngliche Zustand, wie er vor den Roten Frankreichs und Englands an Deutschland bestand, zur alleinigen Grundlage der Verhandlungen gemacht werden mühte. In der Tat war es ja auch so, daß die ganze Verschärfung in der Gleichberechtigungsfrage erst durch diese beiden Denkschriften entstanden ist, die mit juristischen Spitzfindigkeiten den deutschen Anspruch zu widerlegen bzw. überhaupt den Tatbestand auf den Kopf zu stellen suchten. Auch in England dürfte man die rechtliche Unantastbarkeit dieser Haltung Deutschlands anerkannt haben, ohne indessen in der Lage gewesen zu sein, die Hemmnisse auszuräumen, die Herriot in den Weg gewälzt hätte.
Daß die ablehnende Haltung Frankreichs übechaupt hundettpronzentig an dem Scheitern dieser Konferenz schuld ist, wird auch in der oben wiedergegebenen Reuter- meldunq klar anerkannt. Es ist bezeichnend, daß der englische Bericht ausdrücklich zwischen der „ablehnenden Haltung der französischen Regierung" und „dem von deutscher Seite eingenommenen Standpuntt" einen Unterschied macht. Auch nach der Auffassung Englands wird also die Stellungnahme Herriots als der Hauptanlaß für das Scheitern der Kon- ferenzpläne angesehen, stiachdem der ftan-.
Frankreich will Zeit gewinnen
Die Eüinde für di- Verhinderung der Londoner Konferenz - Trotzdem schiebt man die Schuld auf Deutschland
Berlin. 6. Okt. Wie von zuständiger Stelle m tgeteilt wird, hat der englische Botschafter Lord Tyrrell am Donnerstag mittag am Quai d'Orsay im Auftrage seiner Regierung mitgeteilt, daß der ursprünglich in Aussicht genommene Zeit- pnnkt für de« Zusammentritt der geplanten Londoner Konferenz bis auf weiteres vertagt worden fei. Tie Besprechungen zwischen London und Paris würden in freundschaftlichem Geiste fortgesetzt.
„Deutschland ist allein Schuld."
Die Mitteilung des englischen Botschafters in Paris, daß seine Regierung die geplante Londoner Konferenz vorläufig vertagt hat, hat in der Pariser Öffentlichkeit ihren Eindruck nicht verfehlt. Die Blätter scheinen sich darüber keine Rechenschaft abzulegen, daß die französische Regierung einen großen Teil Schuld an dem Mißerfolg der Bemühungen Macdonalds trägt und suchen nun nach einem Sündenbock, ben Re natürlich in der Reichsregierung gefunden zu haben glauben. Ganz allgemein sucht man nunmehr glauben zu machen, daß nur allein die Stellung' Deutschlands den Entschluß Macdonalds dikttert hat und geht sogar soweit, ein gewißes Bedauern der französischen Regierung durchblicken zu lasten, daß die Konferenz nicht zustande gekommen ist.
Das „I o u r n a l" schreibt u. a., daß jede Ueberraschung überflüssig sei, da die Verantwortung an dem Nichtzustandekommen der Konferenz einzig und allein Deutschland zugeschoben werden müste, das als einziger Staat offiziell einer ablehnenden Haltung Ausdruck gegeben habe. Auch „Petit Parifien" legt Wert auf die Feststellung, daß der Vertagung des Londoner Konferenz-Regimes vollkommen fremd gegenüber siehe. Nur Perttnax gibt im „Echo de Paris" offen zu, daß der Widerstand des französischen Minister- Präsidenten nicht ohne Einfluß auf den Entschluß der englischen Regierung gewesen sei.
Stimmungsumschwung i« der Abrüstungs- Politik Englands?
„Echo de Paris" glaubt heute einen -timmungsumschwung innerhalb der englischen Abrüstungsdelegation berichten z« können. Das Blatt glaubt zu wisten. daß die Genfer englische Delegation, die «och vor etwa zwei Monate« durch ihre Zusammenarbeit mit Frankreich und Amerika die Annahme der bekannten Genfer Abrüstungsentschließung ermöglichte. heute das Bestreben habe, sich aus dieser Verbindung mit den beiden MächtenzulSsea. Daraus folgert „Scho de Paris", daß die englische Delegation jetzt größeres Entgegen-
Nicht London,^ sondern -Genf
Die Taktik-der Franzosen
Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhefse« Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen siir Stadt «nd Kreis Marburg