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Anzeiger für (das frühere kurhessische) OVerhesfen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Frankreich stellt Bedingungen

Englands Einladung zur Fünfmächtkonferenz Frankreich fordert Teilnahme Polens und der Tschechoslowakei

Die Einladung an Deutschland überreicht.

fk. Berlin, 5. Dlt Am Dienstag nachmittag ist im Berliner Auswärtige« Amt vom englischen Geschäftsträger die Eiuladung Englands zur Teil- «chme an der für London geplanten Fünfmächte-Konferenz über die «leichberechtigungsfrage überreicht wor­den. Voraussetzung für die Teilnahme Deutschlands dürfte sein, daß di« grund­sätzliche Anerkennung der deutschen Gleich­berechtigung als Berhandluugs- gruudlage erzielt wird.

Eine Bestätigung Englands.

ft. London, 5. Okt. Don amtlicher englischer Seite wird bestätigt, daß mit den Regierungen Deutschlands, Frank­reichs und Italiens Verhandlungen über die Einberufung der Fünf-Mächte-Kvnfe- renz geführt werden. Auch die Unter­redung, die Außenminister Simon mit Herriot hatte, galt der Erörkrim» der deutschen Gleichberechtigung und der Frage der Teilnahme Frankreichs an dieser Kon­ferenz.

Die Bedingungen Frankreichs.

fk. Paris, 8. Okt. Sn Pariser polM- schen Kreisen wird mitgeteA, daß Her, riot eine Reihe von Bedingungen für sein« Teilnahme an der Fünfmächte- Konferenz gestellt hat, und zwar verlangt er Genf als Tagungsort, Ueber- «eifung des endgültigen Beschlusses über di« Gleichberechtigung an de« Völkerbund und Mitbetetliguug Pole«» «ad der Tschechoslowakei.

Ei, Aaerbiete« Sir John Simoas a« Herriot?

De, Pariser Korrespondeat derMor- uing Post" behauptet, Sir John Simon habe Herriot bei der letzte« Unterredung angeboten, die Einladung zu. Londoner Konferenz auf Belgie« und Pole« auszudehnen, damit Frankreich sich nicht gegenüber Großbritannien, Dentschland und Italien isoliert fühle. Herriot hab« das Anerbieten aber abgelehnt. Dazu will der diplomatische Korrespondeat des Blattes erfahre, habe», daß Herriot den britischen Vorschlag nicht direkt verworfen habe, allerdings habe e, sich auch sicht da­für erklärt. Die A»sfichte« auf et* Zu- ftavdekommen der Konferenz seien ange­sichts der Ansichten in Paris wie in Ber­lin nicht verheißungsvoll.

Senders« kehrt am Sonnabend «ach Genf zurück.

fk. London, 5. Okt. Henderson wird am kommenden Sonnabend von Lon- iw« nach Eens abreisen, um beim Wie­derzusammentritt des Äbrüstungsbüros den Vorsitz zv führen. Er erklärte, daß er hoffe, am Wochenende in Paris oder in 6enf not Herriot zusammen zu tteüto.

Hessischer Landtag bleibt

Ministergehälter auf 12 000

Darmstadt, 4. Oft. Im Hessischen Landtag wurde am Dienstag der sozial- deurokratische Antrag auf Landtagsauf­lösung und Neuwahl zusammen mit der Reichstagswahl mit den Stimmen der An­tragssteller gegen we Stimmen des Zentrums und der Sozialistische« Arbeiter­partei angenommen. Da aber die Na­tionalsozialisten vor der Abstimmung den Saal verlassen hatte«, bleibt der Antrag ««wirksam, da zu seiner Verwirklichung Zweidrittel Mehrheit erforderlich ist. Die

Mk. herabgesetzt

NSDAP, hatte ihre Zustimmung von der Annahme ihres Antrages abhängig ge­macht, die Zahl der Abgeordneten von 70 auf 35 zu reduzieren. Dieser ««trag war mit den Stimme« der SPD., KPD., des Ze«trums, der SAP. und DBP. gegen Rattonalsoxialiften und Deutschnationale abgelehnt worden.

Dagegen fand ein nattonalsozialrstischer Hnttofl auf Herabsetzung de, Ministerge- hälter auf 12 800 JL mit sofortiger Wir­kung Annahme.

Pariser Befürchtungen

Lehnt Herriot ab?

Die Pariser Morgeppresse zeigt sich über die englischen Absichten,. in London eine Dier-Mächte-Konferenz einzuberufen, we­nig begeistert. Die Blätter teilen an* cheinend die Befürchtung des ftanzösi- chen Ministerpräsidenten, Frankreich könnte ich gegenüber England, Italien und Deutschland in eine wenig angenehme Lage gedrängt sehen und schließlich allein da­stehen. Diese Befürchtung war auch allem Anschein nach der Grund dafür, daß Her­ri ot den englischen Außenminister um Bedenkzeit gebeten hat, die damit ausgenutzt werden soll, bei den französi­schen Vasallenstaaten Rücksprache zu neh­men. Obgleich über den eigentlichen Ver­lauf der Besprechungen zwischen den Staatsmännern amtlicherseUs noch nichts bekanM gegeben ist, nimmt man in gut unterrichteten Kreisen doch an, daß Herriot «mz besonders auf die Beteiligung Polens und der Tschechoslowa­kei bestehe und in dieser Richtung von Simon gewisse Insagen erhal­ten hat.

Der auhenpvlrkis che Berichketflakker des Echo de Paris", Perttnax, betont in diesem Zusammenhang, daß der franzö­sische Ministerpräsident gelegentlich seines letzten Aufenthaltes in Genf gegenüber den Mächten der Kleinen Entente gewisse Bürgschaften übernommen habe, die mit der englischen Absicht einer Vierer-Kon­ferenz unvereinbar seien.

Das Journal" glaubt z« wissen, daß Herriot seinem englischen Kollegen versprochen habe, die Angelegenheit ernst­lich zu prüfen, daß er aber brcher nicht einmal seine grundsätzliche Zusage gegeben habe. Frankreich so betontPetit Pa- risien", habe keinen Grund, die gewünschte Aussprache zv befürchten, wenn sie ohne jede vorherige Bindung stattfinde. Gerade in diesem Zusammenhang stellten die letzten Rachrichten ausBerlin eine Enttäuschung dar. Die Forderung der Aeichsregierung, man möge Hr zunächst, einmal die Gleichberechtigung zuerkennen, um sich in London über die Einzelheiten zu einigen, beweise, wie weit die Wil- helmstraße durch die bevorstehenden Wah­len gebunden und in ihrer Handlungs­weise beschränkt sei. Wenn man an die tmMwollende Haltung denke, die Mac-

donald gegenüber der deutschen Forde­rung eingenommen habe, so müsse man sich darüber wundern, dah sein Vorschlag m Deutschland ein so wenig begeistertes Echo finde.

In den Morgenblätter« wird mehrfach an Herriot das Ersuchen gerichtet, dem englischen Vorschlag einer neuen Konferenz zur Behandlung des Fragenkomplexes Gleichberechtigung und Abrüstung" aus dem Wege zu gehen. Einzelne Blät­ter glauben, Näheres über die Unterhal­tung Herriots mit Sir John Simon Mit­teilen zu können, die gestern bei der Durch­reise des englischen Außenministers statt­gefunden hat. Nach demMatin" hat Herriot zu dem englischen Vorschlag bisher weder Nein noch Ja gesagt; er hat viel­mehr verlangt, daß, ehe er sich endgültig entscheidet, eine Reihe von Vorfragen ge­klärt wird. Diese drei Fragen werden vom ,Matm" angeführt. Wenn sie in dieser Form aufgeworfen worden find, so hat Herriot damtt eigentlich doch bereits zu dem Konferenzvorschlag Stellung ge­nommen und zwar in negativer Form. DemMali n zufolge wünschte er zu wißen, ob man sich in London zu­nächst die Zustimmung Berlins ge­sichert habe. Ferner hat er die Frage auf­geworfen, in welchem Geist das Ka­binett Popen eintretenden Falls bereit fei, an der Konferenz teilzunehrneu. Wenn dies zutrifst, würde es darauf hinaus­laufen, daß Deutschland sich, noch ehe es sich an den Konferenztisch setzt, bereits vorher die Hände binde« soll.

Schließlich möchte Herriot wifie«, * Deutschland die Bedingungen aufrecht erijält, die es für seine Beteiligung a* bet Abrüstungskonferenz gestellt hat. De« Matt«* zufolge hat Herriot ben englischen Außenminister aufgefordert, sich hierüber mit Berlin ins Einver­nehmen zu setzen.

Erst wenn Frankreich eingehend unter­richtet sei, würde es zu dem englischen Vor­schlag Stellung neh"-

Ausweg oder Falle?

Aus Genf wie aus London und Paris häufen sich jetzt die Meldungen, die die Ge­rüchte bestätigen, daß in London eine soge­nannte Fünfmächtekonferenz abgehalten wer­den soll, nm einen Ausgleich der Spannun­gen in der Abrüstungs- und Gleichberechtl- gungsfrage zu erzielen. In Berlin ist inzwi­schen auch die englische Einladung eingetrof­fen. Die polftische Lage ist indessen durch die Vielzahl derartiger vielfach unkonttollier- barer Nachrichten keineswegs übersichtlicher geworden, vor allem was die Frage nach dem wirllichen Urheber dieser Anregung und dem in London gegebenenfalls zur Beratung stehenden Berhandlungsstoff anbetriffi. Er­sichtlich ist bisher nur die zunehmende Ge­schäftig kett der Gegenseite, die sich alle Mühe gibt, die durch den Auszug Deutschlands aus den Genfer Verhandlungsräumen hervorge­rufene Verlegenhett durch geschicktes Wieder- cmlnüpfen der gerissenen Fäden zu beseitigen. Durch diese geschäftigen Bemühungen sind zu­nächst einmal die französischen Behauptungen Lügen gestraft, daß die Abwesenheit Deutsch­lands in Genf prattisch kerne Rolle spiele und daß man ruhig m der allen Tagesord­nung fortfahren wird. Tatsächlich liegt nun also doch das Eingeständnis vor, daß ohne Deutschlands Mttarbeü alles in der Lust schwebt und daß man sich auf der gegneri­schen Seite wohl oder übel zu einem ent­gegenkommenden Schritt verstehen muß.

Nachdem jedenfalls der Eedcmke, durch Besprechungen im kleineren Kreise zu einer Annäherung der Standpunkte zu gelangen, feste Umrisse angenommen hat, ergibt sich für die deutsche auswärtige Politik die Not­wendigkeit, gewissenhaft zu prüfen, ob Ab­sichten und Zweck der diplomatischen Aus­sprache auf einer nach London einzuberufen­den Konferenz zwischen Deutschland, Eng­land. Frankreich, Italien und etwa Polen eine genügende Gewähr bieten, um Deutsch­lands Teilnahme zweckmäßig erscheinen zu lassen. Für die Becmtwottung dieser Frage ergeben sich aus dem bisher Bekannten be­reits gewisse Fingerzeige, die zur größten Vorsicht mahnen. Zunächst emmal scheint festzustehen, daß der Urheber des neuen Fünfmächtekonferenz-Vorschiages die englische Diplomatie ist. Sowohl während des letzten englischen Kabrnettsrats als auch bei der Un­terredung zwischen dem englischen Außen­minister und dem ftanzöfischen Ministerpräsi- deuten ist dieser bereits von Macdonald An­fang September gemachte Vorschlag, der sei- nerzest von den Franzosen abgelehnt wurde, wieder hervorgeholt worden. England liegt nach wie vor sehr viel daran, Deutschland zunächst einmal wieder an den Verhandlungs­tisch zu bringen, wenn nicht in Genf, so dann eben unter etwas veränderten äußeren Um­ständen m London. Dabei ist es bemerkens­wert, daß nach dem englischen Vorschlag die Fünsmächtekonferenz an die im Sommer ge- fühtten Genfer Besprechungen cmknüpfen soll, womit offenbar die seinerzeitigen Verhand- lungen m Bessmge gemeint sind, wo der ame­rikanische Staatssestetär Stimson während der Abrüstungskonferenz sein Hauptquartier hatte. Damals handelte es sich um die letzte Phase der Abrüstungskonferenz, in der Deutschland ferne künftige Nichtbeteiligung ankündigte.

Man möchte also dott wieder anknüpfen, und das, was inzwischen geschehen ist, sttll- schweigend außer Betracht lasten. Darm wurde zugleich das Eingeständnis liegen, datz die i« der Zwischenzeit auf das deutsche Me­morandum erfolgten Antworten Frankreichs und Englands nunmehr doch als sehr unbe­quem und für einen ersprießlichen <yortgang der Aussprache wenig geeignet angesehen wer­den. Andererseits heißt, es aber in Genfer Berichten, man wolle m London an den TM v jener Londoner Rote anknupfen, deren hochfahrender und schulmeisterlicher -u?n nicht nut in Deutschland allgemeine Zurückweisung erfuhr sondern auch in der englischen Seffent« Inbi«it selbst wenig günstig aufgenommen wurde. Gegenüber diesen Unklarheiten ver­tritt Deutschland den einzig richtigen «tand- penit, daß die Besprechungen vom oergange-