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Sekte T

OderheMche Zeitung, Marburg a. L. Montag, den 3. Oktober IS32

Nr. 232

10. SeMWee Sunglehrertas in Marburg

Don ihrer zweckmäßigen Lösung hängt rm wesentlichen der von der Staatsregierung mit der Neugliederungs-Verordnung er­strebte Sparerfolg in den komimmalen Haushalten ab. Sie mutz daher mit llm- >'cht. aber auch mit größter Beschleunigung in Ängriff genommen werden. Es wird sich hierbei in der Hauptsache um

zwei große Gruppen von Maßnahmen handeln: die Regulierung des Beamten- und Angestelltenkörpers und ferner die Zusammenfasiung der kreiskommunalen Aufgaben in den zu einem neuen Land­kreis zusammengefchlosienen Gebietsteilen unter dem Gesichtspunkt der Vereinhert- lichung und sparsamen Wirtschaftsfüh­rung.

Von den Maßnahmen auf per­sonellem Gebiete ist folgendes zu erwähnen: Erste Aufgabe der Kreisver­waltung ist die Aufstellung eines den Be­dürfnissen der Verwaltung entsprechenden Stellenplanes für Beamte und An­gestellte. Auf der Grundlage des Stellen­planes ist festzustellen. welche Beamten und Angestellte in der neuen Kreisver- waltung entbehrlich werden. Hierbei sind sämtliche im Dienste des neu gebildeten Landkreises stehenden Beamten und Ange­stellten gleichmäßig zu behandeln, ohne Rücksicht darauf, ob sie bereits früher ihren dienstlichen Wohnsitz in dem jetzig» Kreisort hatten oder nicht. Bei der An- pasiung des Beamten- und Angestellten­körpers an den neuen Zustand soll zunächst eine Verminderung dadurch erstrebt wer­den, daß das freiwillige Ausscheiden von Beamten und Dauerangestellten erleichtert wird. Bei allen Maßnahmen auf perso­nellem Gebiete sind neben der Frage der sachlichen Eignun'g des Beamten und An­gestellten für die ihm zu übertragende Dienststellung auch die sozialen, Gesichts- punfte weitestgehend nach Möglichkeit zu berücksichtigen.

Verlag Dr. C. Hitzerolh.

Hauptschriftteiter und verantwortlich für< litik und Feuilleton: Dr. Ernst S ch eil er; für Kommunalpolitik, Provinz und Lokales:

Ortsgruppe des Deutsch»! " 'cn Frauenbundes.

Aus dem umfangreichen Runderlaß, den die preußischen Minister des Innern und der Finanzen wegen der Neugliederung von Landkreisen den beteiligten Behörden zugeleitet haben, teilt der Amtliche Preu­ßische Presiedienst folgende Einzelheiten mit:

Oberster Gesichtspunkt für die N e u - abgrenzung der Aemter und Amtsbezirke ist die Schaffung ratto- gellet den Interessen der Bevölkerung und des Staates Rechnung tragender Verwal- ttmg-cheiirke. Die Größe und Einwohner­zahl der Aemter und Amtsbezirke ist da- hpr so zu bemessen, daß einerseits die Er- ki'llun--' der den Aemtern und Amtsbezir­ken obliegenden Aufgaben gesichert, ande­rerseits der erforderliche Zusammenhang zwischen Verwaltung und Bevölkerung ge­wahrt bleibt.

Die wichtigste Aufgabe der Regiernngs- präsidenten ist die Bildung der zur Wahr­nehmung der Geschäfte des Kreisausschuf- ses und des Kreistages berufenen kom­missarischen Kreisausschüsse. Die kommisiarischen Kreisansschüsie sind sowohl in den durch Zusammenschluß, ge- l'^deten Kreisen als auch in den Kreisen, deren Kreistage aufgelöst sind, einzusetzen. Es ist Aufabe der Regierungspräsidenten, bei der Auswahl der Mitglieder des kom­misiarischen Kreisausschusies und deren Stellvertreter in erster Linie solche Persön­lichkeiten zu berücksichtigen, die nach ihrer Stellung und bisherigen Tätigkeit rm öffentlichen Leben in ganz besonderem Matze geeignet erscheinen eine rerbungs- lofe und schnelle Ueberleitunz in den neuen Zustand zu gewährleisten und zu fördern. Dabei wird aber auch auf die politische und konfessionelle Struktur der neu abgegrenzten Landkreise. die gebüh­rende Rücksicht zu nehmen sein.

In Gebieten die in einem Polizei- Bezirk (Provinz. Reg. Bez., Kreis, Ortspol.-Vezirk) eingegliedert worden sind treten die Polizeiverordnungen des Polizei-Bezirks, in den die Eingliederung erfolgt ist mit der Eingliederung, also dem 1. 10. 1932, in Kraft, die bisher in den eingegliederten Gebieten geltenden Vor­schriften außer Kraft. Einer Abänderung der bisherigen Polizeiverordnung bedarf -es daher in diesen Fällen nicht.

In den ans einzelnen Polizei-Bezirken oder Teilen von Polizei-Bezirken neu ge­bildeten Polizei-Bezirken treten die in den einzelnen Teilen in Geltung befindlichen Volizeiverordnungen mit dem Ablauf von sechs Monaten nach der Neubildung, also mit dem 1. 4. 1933 außer Kraft, es sei denn, daß sie schon vorher durch neue Po- lneiverordnungen ersetzt worden find. Dies gilt insbesondere für das Gebiet der Landkreise, die durch Zusammenschluß meh­rer Kreise neugebildet worden find, sowie für das Gebiet derjenigen zusammenge- schlosienen Landkreise, in die außerdem noch Teile anderer Landkreise eingegliedert worden sind.

Der erforderliche Ausgleich im Per­sonalbestände zwischen den von,den Erenzänderunqen betroffenen P r o v i.n - z e n wird in der Weise hergestellt, daß die Beamten und Dauerangestelften, die ihren Wohnsitz in einem in eine andere Provinz eingegliederten Gebiete haben, unmittelbar durch die mit Gesetzeskraft erlaßene -Ver­ordnung in den Dienst ihrer Provinz übertreten. Ueber die Ruhegehälter und Hinterbliebenenversorgung sagt die Ver­ordnung selbst nichts. Infolgedesien ist das Ruhegehalt (Ruhegeld) für diejenigen Beamten und Dauerangestellten, die vor dem 1. 10. 1932 in den Ruhestand treten, von der ausnehmenden Provinz, zu tragen. Entsprechendes gilt für die Hinterbliebe­nenversorgung.

Bei der Verteilung des Vermögens und der Schulden der Landkreise ist grundsätz­lich nach dem Belegenheitsprinzip zu ver­fahren.

Einrichtungen und Anstalten find also dem Landkreis zu übereignen, in dem fie nach der Neugliederung belegen find. Hierbei ist jedoch dafür Vorsorge zu tref­fen, daß die wirtschaftliche Ausnutzung der Einrichtungen und Anstalten gewähr­leistet bleibt.

Es ist Aufgabe der Beteiligte« Land­kreise, Aufsichts- und Beschlutzbehörden, dafür Sorge zu tragen, daß die A u s e i n- andersetzung so schnell als irgend möglich zum Abschluß kommt, da dies eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Einstellung der Verwaltung auf den neuen Zustand ist.

Die Einstellung der Verwaltung der neu gebildeten Landkreise auf den neuen Zu­

lleber die Maßnahmen auf fach­lichem Gebiete führt der Runderlatz u. a. aus: Das von der Neugliederungs­verordnung erstrebte Ziel die Ratio­nalisierung der Landkreisverwaltungist in vollem Umfange nur zu erreichen, wenn die Organe der neuen Kreiskommunal­verwaltungen an die Zusammenfasiung der kreiskommunalen Aufgaben in den verschiedenen zu einem neuen Landkreis zusammengeschlosienen Kreisteilen unter dem Gesichtspunkte der Vereinheitlichung und dem Ziele der sparsameren Wirt­schaftsführung sofort mit Umsicht und Tat­kraft Herangehen.

Spezielle Richtlinien laßen sich bei der Verschiedenheit, Zersplitterung und dem z. T. erst werdenden Aufgabengebiete nicht geben. Es sei daher nur auf die gro­ßen überkommunalen Funktionen der Landkreise auf dem Gebiete der Versor­gung der Bevölkerung mit lebenswichft- gen Gütern (Elektrizität. Gas, Waßer ufa>.) und die Sorge für die Wohlfahrt und Gesundheit der Bevölkerung (Kran­kenhäuser, Kinderheime, Altersheime usw.) hingewiesen, bereit Vereinheitlichung und Nutzung für ein größeres Gebiet in glei­cher Weife für die Bevölkerung und für die öffentliche Wirtschaftsführung von Vorteil ist.

Diese rationalen Erwägungen dürfen aber nicht dazu führen, daß die berech­tigten Ansprüche der Bevölke­rung an die Verwaltung außer Betracht gelaßen werden. Es ist Aufgabe der Landräte, ohne den Rationalisierungs­erfolg zu gefährden, die Erschwerniße, die aus bett weiteren Wegen zu bett neuen Kreissitzen bet Bevölkerung entstehen kön­nen, zu ntilbern und auch bem historischen Empfinben bet Einwohner entgegenzu­kommen. Dies kann geschehen burch De­zentralisation gewisser Ver­waltungszweige, durch Einführung von Sprechtggen und andere Maßnahmen.

Das Seit der Schlesier

Am Samstag und Sonntag beging die Bereinigung der Schlesier ihren 30. Ge­burtstag. Nicht ein rauschendes Fest sollte anläMch dessen fein, betonte der 1. Vor­sitzende Kern in seiner Begrüßungsrede am Samstag, sondern wie bei der Gründung beschlossen und feit drei Jahrzehnten ge­halten, ein alljährliches Zusammenkommen im engen Kreise, ein Familie nabend der großen Familie der Schlesier.

Lind das geschcch am SamStag tu den Steinwegsälen. Gin dolles Haus war der Dank an den Vorstand für alle seine mich* seligen Vorbereitungen. Nach einigen Musikstücken der Kurkapelle des Kurhotels Ortenberg, leitete eht Vor sprach, dopge­tragen von Frl. Hani sch zum eigent­lichen Heimatabend über. Nach der Be­grüßungsansprache durch den 1. Mtrsitzen- den und dem GedichtQIn die Heimat", das Frl. Loch zu Gehör brachte, tarn die Festrede des Herrn Fitzek aus Gießen. iKurz die Entstehungsgeschichte streifend ging er zum eigentlichen Thema über, das Heimaütebe und Heimattreue behandelte.

Zrn Anschluß sprach der Führer der Südroestgruppe des Schlesierbundes, Herr Schölzel, Darmstadt, der im Namen keiner OttSaruvve den Marburgern ein

Nach Beendigung der Sommetferien eroff- nete die Ortsgruppe die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit in einem Vortragsabend. Zuerst gedachte die Vorsitzende^ des Heim­gangs eines der ersten Freunde Und För­derer der evangelischen Frauenbewegung. Superintendent Fritsch, früher in Hanau, wo der Hochbetagte auch seine letzte Ruhe­stätte fand, hat bis zuletzt mit reger, freundschaftlicher Teilnahme das bauernde Wachstum des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes begleitet, der seinen Heim­gang in Dankbarkeit tief Betrauert. An­schließend beleuchtete die Vorsitzende in ihrem VortragEvangelische Frauenbewe­gung in der Zeitenwende" ausführlich die Frage: Warum ist eine Frauenbewegung in einer Zeit notwendig, in der die Frau alle Rechte besitzt. Auch im Winter werden die Versammlungen wie bisher am 3. Freitag jeden Monats stattftnden. Die Volksbücherei im PhlliPPshauS Und die Brockensammlung am Markt arbeiten in gewohnter Weise weiter. Sprechstunde der Vorsitzenden ist Dienstag nachmittag von 24 Uhr Bismarckstr. 30.

für die in Frankfurt ansässigen Schlesier Herr Dr. Fleischer. Vertreter des Ostbundes, der Badener Und zuletzt der Elsaß-Lothringer Vermittelten Grütze «nv Glückwünsche.

Einem der Gründer der Vereinigung, dem Ehrenmitglied Herrn Heimann der noch lebende Zweite war leider nicht anwesend wurde ein Bild seiner Hei­mat, die Kynsbuvg im Schlesiertal, über­reicht. Auch Herrn Fitzek, Gießen, der sich immer wieder für die Schlesier ein» setzte, ehrte man mit einem Bild aus Schlesien.

Gin Dial^kgedicht und ein flottgespielter Schwank,De Heiratsamrunce", bildeten den Schluß des offiziellen Programms, doch noch lange hielt Terpsichore alt Und jung zusammen.

Rach Mitternacht gedachte man auch des Herrn Reichspräsidenten von Hinden­burg, dessen 85. Geburtstag angebrochen war.

Am Sonntag morgen fanb dann in der Kapelle des Friedhofs eine Dvtenge- denkseier statt, bei der Pfarrer Dr. Gelle r die Festrede hiell. Wohl keiner war geeigneter wie er, ist er doch selbst Schlesier. In zu Herzen gehenden Wor­ten wußte er die Anwesenden zU fesseln, dne Feierstunde Und ErbanungsstMide im wahren Sinne des Wortes. Anschließend wurden die Gräber der hier ruhenden Mit­glieder geschmückt.

Am Nachmittag traf sich die Vereini­gung nochmals za einem gemüllichen Bei­sammensein in der Stadt Straßburg, wo­mit die Feier dann chr Ende hatte.

ferner Bürgermeister Doh, bet vor allem die Verbienste Lehrer Walters in kommunal- politischer Hinsicht hervorhob und babei des Jugendherbergswerkes gedachte, um bas sich Lehrer Walter besonbers verdient gemacht hat. Die Abschiedsariiße des Kollegiums über­brachte Direktor Scholz und für die Mar­burger Lehrerschaft rief Lehrer Mütze bem aus bem Schuldienst Scheibenden Worte des Dankes und der weiteren Verbundenheit nach.

Die Neugliederungen von Landkreisen

Durchführungsbestimmungen für die Ueberleitung in den neuen Zustand

Zuschüße, die Veschästigungsmöalichketten in Polizei-, Heeresfach- und Berufsschulen, sowie der sog. Zentralausgleich für die Junglehrer Bedeuten, bildet diese wirtschaftliche Hilst ein erfreuliches Zeichen praktischer Jugendhilfe. In diesem Zusammenhänge find auch dir Junglehrerfreizeiten, wie sie in den beiden letzten Berichtsjahren auf dem Knüll und in Döbl stattgefunden haben, ein wertvoll« Stütf aufbauender Gemeinschaftsarbeit.

An den Verhandlungen desMarburger Junglehrertages" nahm auch bei geschästs- führende Vorstand des Hessischen Volksschul- lehrervereins teil, Der Derhandlungsleiter schloß die Tagung mit dem Wunsch«, daß die erfolgt« Aussprache und die gefaßten Be­schlüße der arbeitsfteudigen und arbeitswil­ligen Junglehrerschaft zum Segen werden mögen. Hebet allem aber stehe heute das Ge­bot der Stunde: Helft der deutschen Schule!

Der VillkommensgrO

Zur Begrüßung der auswärtigen Teil­nehmer der Lehrertagung und der außerdem noch zahlreich erschienenen Gäste veranstaltete der Marburger Lehrervereiu am Sonntag abend in den Stadtsälen ehren Begrüßungs­abend, der einen sehr anregenden Verlauf nahm. Für den gastgebenden Verein begrüßte Lehrer Mütze die zahlreich Erschienenen, für den Hessischen Dolksfchullehrerverein sprach besten Vorsitzender, Rektor Leinius, Kastel. Die Grüße der Stadt Marburg überbrachte Oberbürgermeister Müller, der der Arbeit an der Erziehung der Jugend und am Wohle der Schule stets guten Erfolg wünschte und seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß Heßenlands Lehrer diesmal ihren Weg zur den Dienst des Abends hatte sich die Lehrer­ben Dienst bes Abenbs batet sich bie Lehrer- fängeigruppe Marburg Stadt und Land ge­stellt, bie unter der sicheren Stabführung von Richard Rohde stand und durch verumer- lichte Darbietung finniger Volkslieder wesent­lich zum Gelingen des Abends beitrug. Ebenso bildeten die musikalischen Einlagen der Ka­pelle Pauli, sowie Einzelvorträge und Hans- Sachs-Spiele durch Angehörige des Marbur­ger Lehrervereins eine schöne Bereicherung des Abends, der auch an feinem JEeil dazu beigetragen hat, die Erinnerung an die Mar­burger Lehrertagung noch lange wach zu halten.

Abschied von Lehrer Walter

Am letzten Schultage fand im Lehrerzimmer der Rordschule eine Abschiedsfeier für Lehrer Walter statt, der nahezu 42 Jahre als Volksschullehrer in Marburg tätig war. Zu­erst an der früheren Mädchenschule, kam er vorübergehend zur Ketzerbachschule, um bann int Jahr« 1906 mit der Errichtung der Nord- schule in das Lehrerkollegium dieser Schule einzutreten.

An der Abschiedsfeier nahm Schulrat Eeldner teil, bei bie Arbeit des Scheiden-

Durch alle Verhandlungen hindurch zog sich wie ein roter Faden immer roiebet bet Blick auf bie Wirtschaftskrise ber Gegenwart, auf die Volksnot allgemein, auf bas bedenkliche Abgleiten bet Lebensmöglichkeiten vieler Be­rufsstände innerhalb der Volksgemeinschaft Doch wurde betont, daß in der Frage der be­schleunigten Heranführung des Lehrernach­wuchses an die Arbeit ber Volksschule inso­fern eine vordringliche Aufgabe ber Gegen­wart liege, als es sich habet einmal um Le­bensfragen bei ferneten Entwicklung der deutschen Volksschule an und für sich handle, darüber hinaus aber auch das gegenwärtig so brennende ProblemJugend, Arbeits­wille und Arbeitspflicht" hier end­lich .ein Stück Wirklichkeit werden könne. Wertvolles Zahlenmatertal aus anderen 'Be­zirken Preußens ließ vergleichsweise bie An- stellungsverhältniße in Heßen als in der Ent­wicklung wohl langsam, aber doch in erfreu­licherweise als stetig aufwärtsschreitend er­kennen. Wenn auch das vorjährige Abbausoll von 7000 Lehrerstellen in Preußen durch Vor­verlegung des Penfionierungsalters der Leh­ret auf 62 Jahre zu einem gewißen Grade in feinet starken Auswirkung auf die damals hierdurch stellenlos gewordenen Junglehrer in sich wieder wesentlich abgemilbert worden sei, so bedeuten doch die übrigen Erschwerniße, wie z. B- die Erhöhung der Klaßenftequenzen, eine zurzeit noch sehr fühlbare Hätte- Dank­bare Aussprache fand im Rahmen ber Aus­sprache bieJunglehrerhilfe" seitens der Or­ganisation bes Hessischen Volksschullehrerver- __lo___ eins. Neben ben stützenden Maßnahmen der «r Aufsichtsbehörden. Staatsregierung, wie fie die Fortbildungs-

Als Auftatt zur diesjährigen Herbsttagung des Hessischen Dolksschullehrervereins in Mar­burg, die heute früh in den Stadtlälen ihren Anfang genommen hat, fand gestern vormittag im kleinen Stadtsaal eine erweiterte Ob­männerversammlung hessischer Junglehrer statt, zu der außer den Vertretern der Kreis­gruppen noch zahlreiche Schulamtsbewerber Hessens sich eingefunden hatten. An der im Vergleich zu früheren Veranstaltungen tnr an­deren Orten des Bezirks gemeßenen starken Teilnehmerzahl konnte festgestellt werden, daß neben der wichtigen Tagungsarbeit wieder einmal der RufNach Marburg!" feine alte Anziehungskraft bewährt hatte.

Um 9 30 Uhr eröffnete der Vorsitzende, K. Dietrich- Kaßel die Verhandlungen. Ein eingehender Gefchästsbricht beleuchtete die mancherlei Fragen, die heute im Blick auf Wirtfchafisnot,, Volksschularbeit und Berufs­ausbildung die Junglehrerschaft beschäftigen. Tätigkeitsbericht, Aussprache und die Behand­lung der eingebrachten Anträge, ließen mit aller Deutlichkeit erkennen, daß die nun schon fett Jahren bestehend« Junglehrernot sich über die wirtschaftliche Seite hinaus zu einer B«- rufsnot zu entwickeln droht, wenn nicht die Anstellungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten baldigst zu einer Lösung geführt werden, die die jungen Kräfte an den einen Platz bringt, wohin sie gehören, nämlich in die Schule zur vollverantwortlichen Unterrichtsarbeit.