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Anzeiger für (das frühere kurhessifche) Overhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Der 85. Geburtstag Hindenburgs

Berlin ehrt den Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten

Berlin 2. Okt. Unter allgemeiner Anteilnahme der Berliner Bevölkerung beging die Reichshauptstadt heute den 85. Geburtstag des Reichspräsidenten. Der reiche Fahnenschmuck auf allen Amts­gebäuden, Botschaften und Gesandtschaften und den großen Geschäftshäusern zeigte auch äußerlich die Festlichkeit des Tages an.

Schon in den frühen Vormittagsstunden' herrschte auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt, vor allem in der Wilhelm- straße ungewohntes Leben. Ueber dem Reichskanzlerpalais, wo Hindenburg wäh­rend des Umbaues des Reichspräsidenten­palais Wohnung genommen hat, wehte die Standarte des Reichspräsidenten. Immer wieder brachten Postbeamte unzählige Glückwunschschreiben und Telegramme, deren Beförderung nur in einem Sonder­dienst bewältigt werden konnte. Auch viele Blumenspenden und Aufmerksamkei­ten wurden in die Wohnung des Reichs­präsidenten getragen.

Den Auftakt zu den Feierlichkeiten bildete

tme Große Decke« der Reichswehr.

Um 7 Uhr passierte die Regimentskapelle des Wachregiments Berlin in der For­mation des Großen Zapfenstreiches das Brandenburger Tor, wo Unzählige sich eingefunden hatten, um dem in Berlin seltenen militärischen Schauspiel beizuwoh­nen. Der Zug ging die Linden entlang und passierte im Stechschritt am preußi­schen Ehrenmal und an der Kommandan­tur vorüber, auf deren Balkon der Kom­mandant der Stadt Berlin, General v. Witzendorff, erschienen war.

Gegen 10 Uhr verließ der Reichspräsi­dent, begrüßt von dem lauten Jubel der Menge, das Palais, um sich in Beglei­tung seines Sohnes im Auto zum

Militärgottesdienft in V-r alte« evan­gelische« Garnisonkirche

zu begeben. Auf dem Wege dorthin wurde dem Reichspräsidenten, der die Uniform des Generalfeldmarschalls trug, überall stürmisch zugejubelt. Auch vor der Earnisonkirche standen dicht gedrängt Tausende von Menschen. Dem Gottes­dienst wohnten viele hohe Militärs der alten Armee und der Marine, der Reichs­wehr und Reichsmarine, Mitglieder der Negierung und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Leben bei. Umrahmt von der Lithurgie, hielt Feldprobst D. Schle­gel die Predigt, der er das Bibelwort zugrunde legte:Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Voreltern her in reinem Gewißen". Mit dieser Inschrift schmückte der Reichspräsident eine Bibel, die er aus Anlaß seines Geburtstages der Alten Garnisonkirche schenkte. Dem 85jährigen Reichspräsidenten gelte kein schöneres Wort als der Vers vom Erntedank:Wer da säet den Segen, der werde auch ernten den Segen". Mit einem Gebet für das Reichsoberhaupt endete die Andacht. Beim Verlaßen der Kirche wurde dem Reichs­präsidenten von einem Heinen Mädchen ein Blumenstrauß überreicht. Zur glei­chen Zeit hatte in der katholischen Heeres- kirche ebenfalls ein Militärgottesdienst stattgefunden.

Die Rückkehr Hindenburgs gestaltete sich zu einer Huldigungsfahrt. Das Auto hielt dann Unter den Linden und der Reichs­präsident legte

am Ehrenmal

in Gegenwart des Reichswehrministers und der Ehefs der Heeres- und der Marineleitung einen Kranz nieder. Der­weilen wuchs die Begeisterung der Men­

schenmenge vor den Toren des Reichskanz­lerpalais immer stärker an. Immer wie­der wurden Hochrufe auf Hindenburg aus­gebracht. Ueber dem weilen Platz tönten vom Turm der Dreifaltigkeitskirche die Klänge eines Jubelchorals.

Kurz nach Hindenburgs Rückkehr mar­schierte die Ehrenkompagnie der Berliner Wachtruppe von der Moabiter Kaserne über die Linden- und Friedrichstraße unter klingendem Spiel an, und nahm auf dem

Wilhelmsplatz vor der Reichskanzlei Auf­stellung Die Feierlichkeiten erreichten ihren Höhepunkt, als sich Rechspräsident von Hindenburg, von dem brausenden Jubel der Menge empfangen, nun vor das Palais begab. Der Reichspräsident rich­tete an verschiedene Ofsiziere herzliche Worte des Dankes und schritt, den Feld- marschallstab in der Hand, in Begleitung des Reichswehrministers und der Chefs der Heeres- und Marineleitung die Front

Aend erung d er Notv erordnun g?

Folgen der Streikbewegung

B e r l i n, 2. Okt. Wie verlautet, wird sich die Reichsregierung bereits am Mon­tag mit der wachsenden Streikbe­wegung im Reiche befaßen. Die opti­mistisch« Erwart««« der Regierungskrsise. daß die Streikbewegung durch die Gewerk­schaften selbst abgettzoßelt werde, scheint sich als irrig zu erweisen, da «ach Ansicht der Gewerkschaften die Rechtslage für de« Streikenden hinsichtlich der großen

Wlrtschaftsnotverordnung «icht » « «- stig ist. Die Regierung will nun Ar­beitgeber und Gewerkschaften an den Ver­handlungstisch bringe«, «m Klar­heit über die Anwendung der Rotverorv- nun'g'zu schaffen. Vermutlich» wird durch die Vertreter der Arbeitgeber «nd Arbeit­nehmer eine Abänderung der Not­verordnung vorgeschlagen werden. Man hofft, daß im Laufe drr Woche eine I Verständigung erzielt wird.

Glückwünsche sm Hindenburg

Berlin, 1. Okt. LandtagsprSsident Äerrl hat, wie der Preußische Pressedimst der NSDAP, mitteilt, an den Herrn Reichs­präsidenten folgendes Schreiben genchtet:

Hochzuverehrender Herr Generalfeldmar- schall und Reichspräsident! Zu der Vol­lendung des 85. Lebensjahres bitte ich Eure Erzellenz namens des Präsidiums des. Preu­ßischen Landtages und zugleich in eigenem Namen ehrerbietige Glückwünsche aussprechen zu dürfen. Möge das kommende Jahr Euer Erzellenz die unentwegte Gesundheit und Rüstigkeit erhalten und diee politische Enolge bescheren, die unserem schwergeprüften deut­schen Volke den endgültigen Wiederaufstieg sichern.

In ehrerbietiger Hochachtung Euer Erzel­lenz sehr ergebener (ge$.) Steril, Präsident des Preußischen Landtages."

Reichstagspräsident Göring hat an den Reichspräsidenten folgendes Schreiben gerichtet:Hochzuverehrender Herr General­feldmarschall und Reichspräsident! Zum heu­tigen Tage, an dem Ew. Erzellenz das 85. Lebensjahr vollenden, beehre ich mich m meinem sowie im Namen des zur Zeit ge- schäftsführenden Präsidiums des Reichstages Ew. Erzellenz ehrerbietige und aufrichtige Glückwünsche auszusprechen. Möge Ihnen durch Gottes Gnade auch im kommenden Le­bensjahre Gesundheit und Kraft erhalten blei­ben, damit Sie, Herr Generalfeldmarschall, weiter Ihres hohen und verantwortungsvol­len Amtes zum Wohle unseres Volkes und Vaterlandes walten können. In ausgezeich­netster Hochachtung und aufrichtiger Ver- ehrmrg habe ich die Ehre zu sein Ew. Erzel­lenz sehr ergebener (gez.) Hermann Göring."

Auch der Berliner Gauleiter der NSDAP.

Dr. Goebbels

veröffentlicht intAngriff" ehren Elück- wunschartikel, in welchem es zum Schlug heißt:

Wenn auch wir zum 85. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten einen bescheidenen Wunsch hinzusteuern dürfen, dann ist es der, daß Hindenburg, an der Schwelle seines Le­bens stehend, zum Segen des deutschen Volkes

doch noch den Weg finden möge zu jenem jungen Deutschland, das blutend und opfernd für das neue Reich die Bresche geschlagen hat.

Dr. Hugenberg

hat an "den Reichspräsidenten von Hinden­burg namens der Deutschnattona­len Volkspartei das nachstehende Glück­wunschtelegramm gerichtet:

Die Deutschnationale Volkspartei gedenkt am heutigen Tage mit ehrerbietigen Segens­wünschen des Feldmarschalls und Retchsprasi- denten. Durch allen Wandel der Zetten hin­durch bleibt das deutsche Volk Ew. Erzellenz dankbar für den Schutz seiner Greifen tm Weltkriege. Es dankt Ihnen, daß Sie am Tannenbergdenkmal die Lüge von der deut­schen Kriegsschuld zerrißen haben. Es, dankt Ihnen heute, daß Sie zersetzenden Weimarer Parlamentarismus in seine Schranken roetjen und für den politischen und wirtschaftlichen Neubau des Reiches die Bahn freimachen. Die weltgeschichtlichen Aufgaben der E^enwart sind nur auf der Grundlage sachlicher Ar­beit, sozialer Gerechtigkeit sowie innen- und wehrpolitischer Gleichberechtigung zu lösen. Sie erforbern eine starke, stetige, wirklich autoritäre Staatsfuh- rung. Eine solche zu stützen, haben wir stets als Dienst am Vaterland anaeiehen. Gott er­halte Sie dem deutschen Volke und vergönne es Ihnen, das Vaterland wieder frei und glücklich zu sehen, gez. Dr. Hugenberg."

Der Reichsverbanb der Deutschen Industrie.

Berlin, 1. Ott. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat int Namen der ge­samten deutschen Industrie an den Reichsprä­sidenten zur Vollendung des 85. Lebensiahres em Glückwunschtelegramm gesandt, in dem es beißt:Die Entscheidungen, die. Sie, Herr Reichspräsident, gerade in der jetzigen Zelt zu treffen haben, und die in der .Zukuntt vor Ihnen liegen, sind für das Schicksal Deutsch­lands und besonders der deutschen Industrie von allergrößter Bedeutung. Möge Gott Ew. Erzellenz noch manches Jahr die Gesundheit und die Kraft verleihen, bereit ber Führer des schwer ringenden deutschen Volkes im beson­deren Maße bedarf."

ber Ehrenkompagnie ab. Spontan stimmt» die Menge das Deutschlandlied an.

Darauf brachte die Fahnenkompagnt« die Fahnen des Infanterieregiment», Generalfeldmarschall von Hindenbnrg Nr. 147, des 3. Garberegiments ja Fuß «nd des Oldenburgifche« In« fanterreregiments Nr. 91 i« das Ar« beitszimmer des Reichspräsidenten, wo die Feldzeichen bis morgen Auf.

stellung finden.

Nach dem Abmarsch ber Truppen wür­ben bte polizeilichen Absperrungen auf­gehoben unb tausenbe von Menschen ström­ten zum Wilhelmsplatz. Sie stimmten in be­geisterte Jubelrufe für den Reichspräsiden- ten ein. Sprechchöre bildeten sich spontan unb veranlaßten durch bett immer rotebei erschallenden Ruf:

Wir gratulier«!"

bett Reichspräsidenten, sich mit seiner Be­gleitung wiederholt am Fenster zu zeigen. Die Menschenmaßen stimmten darauf das Deutschlandlied an.

Um 13 Uhr fand auf dem Moabiter Exerzierplatz eine

Parade der Wachtruppe ! statt, die der Befehlshaber des Eruppen- kommandos I, General der Infanterie von R u n dst e d t, abnahm. Nachdem der General zunächst in Begleitung des Kom­mandeurs der Wachtruppe die Front abge» schritten hatte, brachte er nach einer kur­zen Ansprache, ht der er die Persönlichkeit des Reichspräsidenten würdigte, ein drei­faches Hurra auf den Generalfeldmarschall v. Hindenburg aus. Dann zogen die Kom­pagnien im Paradeschritt an ihrem Be­fehlshaber vorüber. Zur selben Zeit fan­den auf verschiedenen großen Plötzen Ber­lins Konzerte der Reichswehr statt, die überall, namentlich im Lustgarten, große Menschenmengen angelockt hatten.

Im Dom hatten sich die Angehörigen des Stahlhelms und des Reichskriegerbundes Kyffhäuser zu einem Festgottesdienst zu Ehren des Reichspräsidenten versammelt.

Von offiziellen Empfängen nrnt auf ausdrücklichen Wunsch des Herr« Reichspräsidenten abgesehen morde«.

Der Herr Reichspräsident empfing nur lediglich zur Entgegennahme des Glück­wunsches der Reichsregierung den Reichs­kanzler und anschließend den Reichswehr­minister und die Chefs der Heeres- und der Marineleitung, die die Glückwünsche ber Wehrmacht aussprachen; vorher hatte Staatssekretär Meißner die Glückwünsche der Beamten und Angestellten des Büros und Hauses dargebracht. Die beim Reich beglaubigten Botschafter und Gesandten, ebenso die Mitglieder des Neichsrats und zahlreiche andere führende Persönlichkeiten trugen sich in das im Hause aufliegende Besuchsbuch ein.

Den Nachmittag und Abend verbrachte der Herr Reichspräsident im Kreis seiner Familie^ die sich mit Kindern, Enkeln und Urenkeln um ihn versammelt hatte.

Die Feiern btt Neichsmarine.

Kiel, 2. Okt. Zum 85. Geburtstag des Reichspräsidenten v. Hindenburg trugen alle Dienstgebäude und Anlagen der Reichsmarine sowie dte staatlichen und städtischen Gebäude und viele Pnoathauser reichen Flaggenschmuck. Die militärischen Feiern tm Standort K,el wurden mit einem Zapfenstreich der 1. Matrosen­artillerieabteilung am Samstag einge­leitet. Die heuttgen Veranstaltungen be-