Monias,
»en z. SN. IM
f>fe .vberhrsflsch« Zrtttmg' er- ^ehtt sechsmal wöchentlich. Be- ^»qsvreis monatl. i. Marburg 2.02 AM. auSschl. ZuflellungSgebühr, bei unsren Agenturen 1.93 SM. zuzügl. Zustellungsgebühr, durch bte Post 2.25 SM. Für etwa durch Streik, Maschine«defektvde« elementar« Sreigutffe auSfalleud« Nummern wird fein Ersatz geleistet. Verlag, Dr. 5. Hitzeroth. Druck der Univ-Buchdruckerei Ivh. Aug. Koch, Markt 21/23. «fernshrecher: Nr. 2054u. Nr. 2055 Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 «nb
obecheffifche
■*** ziAiTitiih ***
$aatSon*t A ■ |7 ■ ■ A ■ ■ g tontojtuung
Nk.M 67.FMS. Marburg a. Lahn
Der Anzeigend«« beträgt fltr den 11 gespalt. Zeilemnillimetqc 0.08 DM., Familienanzeige« bei Barzahl. 0.07 SM., amtl. u. auswärtige Anz. 0.10 GM. Sog. klein« Anzeigen nach Spezial1artf.Gruud- fchrtft: §olo««l. Bei schwiertg.Gatz, sSvie bei Platzdorsch rtft 50«/. Auf- schlag. — Sauunelan zeigen 100®/. «nfschlag Reklam.-Millim. 0.40 «M. Drundschrist! Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tag«. Sfferteu-Gebühr: 25 Pfg., bei Zustellung der Angebote einfchl. Porto —.60 GM. Beleae werden berechnet. (EtfAfluttgSoti MMburg.
Anzeiger für (das frühere kurhessifche) Overhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Der 85. Geburtstag Hindenburgs
Berlin ehrt den Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten
Berlin 2. Okt. Unter allgemeiner Anteilnahme der Berliner Bevölkerung beging die Reichshauptstadt heute den 85. Geburtstag des Reichspräsidenten. Der reiche Fahnenschmuck auf allen Amtsgebäuden, Botschaften und Gesandtschaften und den großen Geschäftshäusern zeigte auch äußerlich die Festlichkeit des Tages an.
Schon in den frühen Vormittagsstunden' herrschte auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt, vor allem in der Wilhelm- straße ungewohntes Leben. Ueber dem Reichskanzlerpalais, wo Hindenburg während des Umbaues des Reichspräsidentenpalais Wohnung genommen hat, wehte die Standarte des Reichspräsidenten. Immer wieder brachten Postbeamte unzählige Glückwunschschreiben und Telegramme, deren Beförderung nur in einem Sonderdienst bewältigt werden konnte. Auch viele Blumenspenden und Aufmerksamkeiten wurden in die Wohnung des Reichspräsidenten getragen.
Den Auftakt zu den Feierlichkeiten bildete
tme Große Decke« der Reichswehr.
Um 7 Uhr passierte die Regimentskapelle des Wachregiments Berlin in der Formation des Großen Zapfenstreiches das Brandenburger Tor, wo Unzählige sich eingefunden hatten, um dem in Berlin seltenen militärischen Schauspiel beizuwohnen. Der Zug ging die Linden entlang und passierte im Stechschritt am preußischen Ehrenmal und an der Kommandantur vorüber, auf deren Balkon der Kommandant der Stadt Berlin, General v. Witzendorff, erschienen war.
Gegen 10 Uhr verließ der Reichspräsident, begrüßt von dem lauten Jubel der Menge, das Palais, um sich in Begleitung seines Sohnes im Auto zum
Militärgottesdienft in V-r alte« evangelische« Garnisonkirche
zu begeben. Auf dem Wege dorthin wurde dem Reichspräsidenten, der die Uniform des Generalfeldmarschalls trug, überall stürmisch zugejubelt. Auch vor der Earnisonkirche standen dicht gedrängt Tausende von Menschen. Dem Gottesdienst wohnten viele hohe Militärs der alten Armee und der Marine, der Reichswehr und Reichsmarine, Mitglieder der Negierung und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Leben bei. Umrahmt von der Lithurgie, hielt Feldprobst D. Schlegel die Predigt, der er das Bibelwort zugrunde legte: „Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Voreltern her in reinem Gewißen". Mit dieser Inschrift schmückte der Reichspräsident eine Bibel, die er aus Anlaß seines Geburtstages der Alten Garnisonkirche schenkte. Dem 85jährigen Reichspräsidenten gelte kein schöneres Wort als der Vers vom Erntedank: „Wer da säet den Segen, der werde auch ernten den Segen". Mit einem Gebet für das Reichsoberhaupt endete die Andacht. Beim Verlaßen der Kirche wurde dem Reichspräsidenten von einem Heinen Mädchen ein Blumenstrauß überreicht. — Zur gleichen Zeit hatte in der katholischen Heeres- kirche ebenfalls ein Militärgottesdienst stattgefunden.
Die Rückkehr Hindenburgs gestaltete sich zu einer Huldigungsfahrt. Das Auto hielt dann Unter den Linden und der Reichspräsident legte
am Ehrenmal
in Gegenwart des Reichswehrministers und der Ehefs der Heeres- und der Marineleitung einen Kranz nieder. Derweilen wuchs die Begeisterung der Men
schenmenge vor den Toren des Reichskanzlerpalais immer stärker an. Immer wieder wurden Hochrufe auf Hindenburg ausgebracht. Ueber dem weilen Platz tönten vom Turm der Dreifaltigkeitskirche die Klänge eines Jubelchorals.
Kurz nach Hindenburgs Rückkehr marschierte die Ehrenkompagnie der Berliner Wachtruppe von der Moabiter Kaserne über die Linden- und Friedrichstraße unter klingendem Spiel an, und nahm auf dem
Wilhelmsplatz vor der Reichskanzlei Aufstellung Die Feierlichkeiten erreichten ihren Höhepunkt, als sich Rechspräsident von Hindenburg, von dem brausenden Jubel der Menge empfangen, nun vor das Palais begab. Der Reichspräsident richtete an verschiedene Ofsiziere herzliche Worte des Dankes und schritt, den Feld- marschallstab in der Hand, in Begleitung des Reichswehrministers und der Chefs der Heeres- und Marineleitung die Front
Aend erung d er Notv erordnun g?
Folgen der Streikbewegung
B e r l i n, 2. Okt. Wie verlautet, wird sich die Reichsregierung bereits am Montag mit der wachsenden Streikbewegung im Reiche befaßen. Die optimistisch« Erwart««« der Regierungskrsise. daß die Streikbewegung durch die Gewerkschaften selbst abgettzoßelt werde, scheint sich als irrig zu erweisen, da «ach Ansicht der Gewerkschaften die Rechtslage für de« Streikenden hinsichtlich der großen
Wlrtschaftsnotverordnung «icht » « gü «- stig ist. Die Regierung will nun Arbeitgeber und Gewerkschaften an den Verhandlungstisch bringe«, «m Klarheit über die Anwendung der Rotverorv- nun'g'zu schaffen. Vermutlich» wird durch die Vertreter der Arbeitgeber «nd Arbeitnehmer eine Abänderung der Notverordnung vorgeschlagen werden. । Man hofft, daß im Laufe drr Woche eine I Verständigung erzielt wird.
Glückwünsche sm Hindenburg
Berlin, 1. Okt. LandtagsprSsident Äerrl hat, wie der Preußische Pressedimst der NSDAP, mitteilt, an den Herrn Reichspräsidenten folgendes Schreiben genchtet:
„Hochzuverehrender Herr Generalfeldmar- schall und Reichspräsident! Zu der Vollendung des 85. Lebensjahres bitte ich Eure Erzellenz namens des Präsidiums des. Preußischen Landtages und zugleich in eigenem Namen ehrerbietige Glückwünsche aussprechen zu dürfen. Möge das kommende Jahr Euer Erzellenz die unentwegte Gesundheit und Rüstigkeit erhalten und diee politische Enolge bescheren, die unserem schwergeprüften deutschen Volke den endgültigen Wiederaufstieg sichern.
In ehrerbietiger Hochachtung Euer Erzellenz sehr ergebener (ge$.) Steril, Präsident des Preußischen Landtages."
Reichstagspräsident Göring hat an den Reichspräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: „Hochzuverehrender Herr Generalfeldmarschall und Reichspräsident! Zum heutigen Tage, an dem Ew. Erzellenz das 85. Lebensjahr vollenden, beehre ich mich m meinem sowie im Namen des zur Zeit ge- schäftsführenden Präsidiums des Reichstages Ew. Erzellenz ehrerbietige und aufrichtige Glückwünsche auszusprechen. Möge Ihnen durch Gottes Gnade auch im kommenden Lebensjahre Gesundheit und Kraft erhalten bleiben, damit Sie, Herr Generalfeldmarschall, weiter Ihres hohen und verantwortungsvollen Amtes zum Wohle unseres Volkes und Vaterlandes walten können. In ausgezeichnetster Hochachtung und aufrichtiger Ver- ehrmrg habe ich die Ehre zu sein Ew. Erzellenz sehr ergebener (gez.) Hermann Göring."
Auch der Berliner Gauleiter der NSDAP.
Dr. Goebbels
veröffentlicht int „Angriff" ehren Elück- wunschartikel, in welchem es zum Schlug heißt:
„Wenn auch wir zum 85. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten einen bescheidenen Wunsch hinzusteuern dürfen, dann ist es der, daß Hindenburg, an der Schwelle seines Lebens stehend, zum Segen des deutschen Volkes
doch noch den Weg finden möge zu jenem jungen Deutschland, das blutend und opfernd für das neue Reich die Bresche geschlagen hat.
Dr. Hugenberg
hat an "den Reichspräsidenten von Hindenburg namens der Deutschnattonalen Volkspartei das nachstehende Glückwunschtelegramm gerichtet:
„Die Deutschnationale Volkspartei gedenkt am heutigen Tage mit ehrerbietigen Segenswünschen des Feldmarschalls und Retchsprasi- denten. Durch allen Wandel der Zetten hindurch bleibt das deutsche Volk Ew. Erzellenz dankbar für den Schutz seiner Greifen tm Weltkriege. Es dankt Ihnen, daß Sie am Tannenbergdenkmal die Lüge von der deutschen Kriegsschuld zerrißen haben. Es, dankt Ihnen heute, daß Sie zersetzenden Weimarer Parlamentarismus in seine Schranken roetjen und für den politischen und wirtschaftlichen Neubau des Reiches die Bahn freimachen. Die weltgeschichtlichen Aufgaben der E^enwart sind nur auf der Grundlage sachlicher Arbeit, sozialer Gerechtigkeit sowie innen- und wehrpolitischer Gleichberechtigung zu lösen. Sie erforbern eine starke, stetige, wirklich autoritäre Staatsfuh- rung. Eine solche zu stützen, haben wir stets als Dienst am Vaterland anaeiehen. Gott erhalte Sie dem deutschen Volke und vergönne es Ihnen, das Vaterland wieder frei und glücklich zu sehen, gez. Dr. Hugenberg."
Der Reichsverbanb der Deutschen Industrie.
Berlin, 1. Ott. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat int Namen der gesamten deutschen Industrie an den Reichspräsidenten zur Vollendung des 85. Lebensiahres em Glückwunschtelegramm gesandt, in dem es beißt: „Die Entscheidungen, die. Sie, Herr Reichspräsident, gerade in der jetzigen Zelt zu treffen haben, und die in der .Zukuntt vor Ihnen liegen, sind für das Schicksal Deutschlands und besonders der deutschen Industrie von allergrößter Bedeutung. Möge Gott Ew. Erzellenz noch manches Jahr die Gesundheit und die Kraft verleihen, bereit ber Führer des schwer ringenden deutschen Volkes im besonderen Maße bedarf."
ber Ehrenkompagnie ab. Spontan stimmt» die Menge das Deutschlandlied an.
Darauf brachte die Fahnenkompagnt« die Fahnen des Infanterieregiment», Generalfeldmarschall von Hindenbnrg Nr. 147, des 3. Garberegiments ja Fuß «nd des Oldenburgifche« In« fanterreregiments Nr. 91 i« das Ar« beitszimmer des Reichspräsidenten, wo die Feldzeichen bis morgen Auf.
stellung finden.
Nach dem Abmarsch ber Truppen würben bte polizeilichen Absperrungen aufgehoben unb tausenbe von Menschen strömten zum Wilhelmsplatz. Sie stimmten in begeisterte Jubelrufe für den Reichspräsiden- ten ein. Sprechchöre bildeten sich spontan unb veranlaßten durch bett immer rotebei erschallenden Ruf:
„Wir gratulier«!"
bett Reichspräsidenten, sich mit seiner Begleitung wiederholt am Fenster zu zeigen. Die Menschenmaßen stimmten darauf das Deutschlandlied an.
Um 13 Uhr fand auf dem Moabiter Exerzierplatz eine
Parade der Wachtruppe ! statt, die der Befehlshaber des Eruppen- kommandos I, General der Infanterie von R u n dst e d t, abnahm. Nachdem der General zunächst in Begleitung des Kommandeurs der Wachtruppe die Front abge» schritten hatte, brachte er nach einer kurzen Ansprache, ht der er die Persönlichkeit des Reichspräsidenten würdigte, ein dreifaches Hurra auf den Generalfeldmarschall v. Hindenburg aus. Dann zogen die Kompagnien im Paradeschritt an ihrem Befehlshaber vorüber. Zur selben Zeit fanden auf verschiedenen großen Plötzen Berlins Konzerte der Reichswehr statt, die überall, namentlich im Lustgarten, große Menschenmengen angelockt hatten.
Im Dom hatten sich die Angehörigen des Stahlhelms und des Reichskriegerbundes Kyffhäuser zu einem Festgottesdienst zu Ehren des Reichspräsidenten versammelt.
Von offiziellen Empfängen nrnt auf ausdrücklichen Wunsch des Herr« Reichspräsidenten abgesehen morde«.
Der Herr Reichspräsident empfing nur lediglich zur Entgegennahme des Glückwunsches der Reichsregierung den Reichskanzler und anschließend den Reichswehrminister und die Chefs der Heeres- und der Marineleitung, die die Glückwünsche ber Wehrmacht aussprachen; vorher hatte Staatssekretär Meißner die Glückwünsche der Beamten und Angestellten des Büros und Hauses dargebracht. Die beim Reich beglaubigten Botschafter und Gesandten, ebenso die Mitglieder des Neichsrats und zahlreiche andere führende Persönlichkeiten trugen sich in das im Hause aufliegende Besuchsbuch ein.
Den Nachmittag und Abend verbrachte der Herr Reichspräsident im Kreis seiner Familie^ die sich mit Kindern, Enkeln und Urenkeln um ihn versammelt hatte.
Die Feiern btt Neichsmarine.
Kiel, 2. Okt. Zum 85. Geburtstag des Reichspräsidenten v. Hindenburg trugen alle Dienstgebäude und Anlagen der Reichsmarine sowie dte staatlichen und städtischen Gebäude und viele Pnoathauser reichen Flaggenschmuck. Die militärischen Feiern tm Standort K,el wurden mit einem Zapfenstreich der 1. Matrosenartillerieabteilung am Samstag eingeleitet. Die heuttgen Veranstaltungen be-