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Nr. 231

Odrrvefftfche Zeitung. Marburg a. L. Sonnabend, dm I. Oktober 1932

Hessens Lehrer tagen in Marburg

Am Sonntag, Montag und Dienstag tagt hier in Marburg der 5 e f f t id) e Volks- schullehrerv erein, der die Volksschul- lehrerichast des Regierungsbezirks Kassel um- fatzt und etwa 3000 Mitglieder zählt. Zu­letzt tagte der H. V. L. V. rm Jahre 1921 m Marburg, während damals etwa 1300 Lehrer die Tagung besuchten, wird dresmal di,e Teilnehmerzahl sich auf etwa die Hälfte belaufen. Die Not der Zeit zeigt sich also auch hier.

Der Tagungsplan ist ein Arbeitsplan. Er sieht zunächst für den Sonntagvor­mittag in den Stadtsälen eine Zusam­menkunft der stellenlosen Jung­lehrer und Junglehrerinnen vor, nachmittags ist dann im Freidhof die Sit­zung des Hauptausschusses und am Abend findet in den Stadtsälen der B e - grützungsabend statt.

Am Montagvormittag findet in den Stadtsälen die V ertreterversamm- lung des H. 23. L. 23. statt, in der der Vorsitzende des Preußischen Lehrervereins, Lehrer Diekmann- Magdeburg über die schulpolitische Lage sprechen wird. Der Nach­mittag ist für Besichtigungen der Universität, des Kunstinstituts ,der Elisabethkirche und der Anatomie freigegeben, abends findet dann noch im Hallenbad eine Schwimmschau statt, bei dem die Volksschulen, der Mar­burger Schwimmverein und der Turnverein 1860 mitwirken werden.

Für Dienstag, den 4. Oktober, ist schließlich in den Stadtsälen die Haupt­versammlung angesetzt, in der u. a. Privatdozent Dr. Krüger-Marburg über ^Die Freiheit und die Endlichkeit des Geistes" imb Regierungspräsident Dr. Friedens­burg über das so aktuelle Thema23er- waltungsreform und Freiwillrger Arbeits­dienst" sprechen wird. Als Abschluß der Ta­gung ist auf dem Hansenhaus ein Unter- haltungsabend vorgesehen.

Die Lehrer unseres Regierungsbezirkes wer­den also nicht nach Marburg kommen, um zu feiern, sondern um in ernster Arbeit wichtige schmlpolttische Tagesfragen zu erledigen, an denen auch die Elternschaft stark interessiert ist. Wir Marburger wollen auch dankbar dafür sein, daß die Lehrerschaft gerade in dieser Notzeit Marburg als Tagungsort gewählt hat, darum wünschen rott ihr neben der Ar- beh frohe Stunden in unserer Stadt und heißen sie herzlich willkommen. sr.

Zum sechsten Male in seiner 63jährigen ereignisreichen Geschichte ruft der Hessische Bolksschullehrerverein seine Mit­glieder zu einer Hauptversamin- lung nach Marburg. Und wie immer in guten und auch in schweren Zeiten werden nicht nur die gewählten 23ertreter der ein» «Inen Zweigvereine, sondern aus eigenem Antriebe auch zahlreiche andere Lehrer herbei­eilen, angezogen von den Schönheiten und Reizen der kräftig sich verjüngenden, mächtig aufstrebenden Universitätsstadt, getrieben von Pflichtbewußtsein und Kameradschaftlichkeit. So zählte die letzte Marburger Lehrertagung im Jahre 1921 über 1300 Gäste; fast die Hälfte der aktiven Vereinsmitglieder war dem Rufe «folgt. Das vielbesuchte Marburg ist ja an Versammlungen und Tagungen aller Art ge­wöhnt; aber eine Berufstagung von solchem Ausmaß bei der die große Zahl der Teil- «hmer nicht als Masie, sondern als ein Heer eifriger Mitarbeiter auftritt, verdient wohl besondere Aufmerksamkeit. Vor allem die Eltern der Schulkinder werden Anteil nehmen an der Arbeit und dem Ergebnis dieser Ver­sammlung. Sind hier doch die Lehrer und Miterzieher ihrer Kinder versammelt. Gerade die diesjährige Tagung ist dazu berufen, die Grundlagen der Ziele und Schularbeit neu zu durchdenken. Deshalb wird mancher prüfende Blick aus Elternaugen die Gäste streifen, die aus den fernsten Winkeln des Hesienlandes herbeigeeilt sind und so die Einheit des Er­zieherberufs sinnfällig darstellen. Manch ein Vater wird die Zeitungsberichte zur Hand nehmen, um feftzustellen, welche Ziele die Leh­rer seiner Kinder der Schularbeit stecken und welchem Geiste diese Arbeit getan wird. Möge sich Herausstellen, daß Eltern und Lehrer, Gäste und Gastgeber miteinander zu­frieden sind.

Die diesjährme Versammlung wird sich aus «i Reihe der hessischen Lehrertagungen scharf «ttusheben. In früheren Zeiten waren diese Zusammenkünfte immer Marffteine in der Aufwärtsentwicklung der hessischen Volksschule xn" Lehrerstandes. Trotz aller Rückschläge uns Enttäuschungen war jedesmal von einem erTteuFortschritt zu berichten. So war «auch 1921 in Marburg. Mitten in den be­ginnenden Sargen der Inflation arbeiten Re- giermig, Elternschaft und Lehrer gemeinsam mn Ausbau einer einheitlichen deutsche Volks- "^eint gegen schulfeind- »che Machte. Wir erinnern uns mit Genug-

** otzntlnhe Versammlung in den bdrdtialen, aufderwohl iooo Eltern der Etn- folgten, einig im Weg 55. r L erfüllte

damals tue hessischen Lehrer, daß sie durch keümHi8e ÜJeiträge 30 000 J( aufbrachten zur Erhaltung und Ausgestaltung des psvcholooi- schen Instituts der Universität! 108

Mit wie andern Gefühlen und Erwartungen wird die Tagung 1932 begonnen. Der all­

gemeine Stillstand und Rückgang hat sich in erschreckender Weise auch auf das Gebiet der Schule übertragen. Heute steht die deutsche Schule auf dem Puntt, daß sie nicht nur vieles mühsam Errungene verloren hat, sondern daß auch noch der zäheste Kampf notwendig ist, um eine völlige Zerschlagung unseres meist so stolzen Schulwesens zu verhüten. Wir sehen die ständig wachsenden Gefahren, die aus der steigenden Wirtschaftsnot heraus gerade unserer Jugend broljen. Mit Schrecken und Bestürzung betrachten wir die Zahlen des Kulturabbaus. Obgleich seit vorigem Jahr die Zahl der preußischen Dolksschüler z. B. um 300 000 gestiegen ist, sind 7000 Lehrerstellen abgebaut roordn. Die Ausgaben des preußi­schen Staates für die Volksschulen sind in demselben Zeitraum um 20 Prozent gesenkt worden. Dazu treten noch stärkere Abstriche der Gemeinden. Selbst schulfreundliche Städte (zu dem man auch Marburg zählen muß), sind nicht mehr imstande, ihre Aufgaben aus dem Gebiet der Schulpflege ausreichend zu er­füllen. Dabei fordern die ungeheure innere Not unseres Vaterlandes, der übermächtige Druck der Siegerftaaten und die Enge unsrer Grenzen gerade die Heranziehung eines gesun­den starken, mutigen Geschlechts, und die Schule soll einen großen Teil dieser unge­heuren Aufgabe lösen. Die Lehrerschaft ist sich ihrer schweren 'Verantwortung bewußt, und die Marburger Tagung soll dazu helfen, den rechten Weg zu finden.

Wie im erbitterten Kampf der Wirtschafts­mächte sich gebieterisch die Erkenntnis auf­drängt, daß mit den alten, geläufigen Mitteln die Not nicht zumeistern ist, so sind auch alle, di« an der Jugenderziehung Mitarbeiten, zu ernster Besinnung gezwungen über den Wert und die Kraft ihrer Erziehungsmittel. Gerade der Erzieher erfährt es immer wieder daß die tiefsten Quellen jedes Aufstiegs und Glücks aus dem Geistigen fließen. Deshalb soll die Tagung Klarheit schaffen über die geistigen Grundlagen unserer Zeit und gleichzeitig über die Grundlagen der Vereins- und Standes- arbeit. Verein, Stand und Schularbeit find der Lehrerschaft ein untrennbares Ganze; das gibt dem Verein seine stets erneute Stoßkraft und Frische, seine unermüdliche Arbeitsfteu- digkcit int Dienst des Ganzen.

Eine schwere Sorge lastet auf bet Lehrer­schaft; das ist die Notlage ihres Nachwuchses. Der Abbau der 7000 Lehrerstellen im ver­gangenen Jahr nahm ebensoviel Junglehrern die Möglichkeit der Anstellung im Schuldienst. So warten heute in Preußen noch 22 000 Junglehrer auf feste Arbeit im Beruf, z. Teil unter schweren leiblichen und seelischen Nöten. Diese früh alternden, oft enttäuschten Men­schen stellen die nächste Lehrergeneration dar, die helfen soll, einer Heranwachsenden Jugend den Platz an der Sonne zu erobern! Darum

fühlt stch der Verein verpflichtet, gerade ihnen seine besondeie Fürsorge angedeihen zu lassen, und ein Teil der Versammlungsarbeit wird dem Schicksal der Junglehrer gewidmet sein. Noch mannigfache, ernste Fragen drängen den Verein zur Erörterung und zur Stellung­nahme: der Kampf für ein kulturförderndes Reichsschulgesetz, die Sorge um die Erhaltung und Erneuerung des Berufsbeamtentums, die Mitwftkung der Lehrer bei der Entwicklung des fteiwilligen Arbeitsdienstes und v-a. die Rückwirkungen der preußischen Verwaltungs­reform auf die Schule erfordern eine gründ­liche Beurteilung. Aufs entschiedenste Stellung nehmen muß die Lehrerschaft gegen die zu­nehmende politische Verhetzung der Schul­jugend.

Groß ist die Zahl der Beratungsgegen­stände. Aber alle Erwägungen gipfeln immer wieder in der Sorge: Wie kann die Schule helfen, unfern Kindern neuen Lebensraum zu erwerben und zu sichern, wie kann sie mitbauen an einer besseren Zukunft, die uns allen Ziel und Gewißheit sein muß, wenn anders unser Leben und Arbeiten einen Sinn haben soll? Die Lehrerschaft weiß, daß sie ihr hochgesteck­tes Ziel nicht in isolierter Arbeit erreichen kann; Eltern und Lehrer müßen sich die Hand reichen zu gemeinsamem Wirken und zu gegen­seitiger Förderung. Daneben müssen alle Lebensregungen und Wachstumskeime in unferm Volk aufmerksam beobachtet werden. Deshalb durchwandert der Hessische Volks- fchullehrerverein mit seinen Tagungen alle hessischen (Baue und hält gründlich Umschau in den Eastorten. Deshalb wirbt er ständig um das Vertrauen der Elternschaft. Leider muß in diesem Jahre aus verschiedenen Gründen darauf verzichtet werden, die Elternschaft Marburgs zu einer gemeinsamen Versamm­lung einzuladen. Doch mögen die geladenen Übertreter der Bürgerschaft und der Behörden aus den Verhandlungen den Eindruck mit» nehmen, daß in dem Verein eine Kraft stch spannt, gewillt, dem Ganzen selbstlos zu dienen, aber auch wert, vom Ganzen freudig und stark gefördert zu werden.

Gern find Hessens Lehrer der Einladung bet Stadt gefolgt, einer ehrlichen deutschen Gast­freundschaft gewiß. Nach arbeitsreichen Tagen werden fie angeregt und bereichert wieder heimziehen in ihre großen und kleinen Wir­kungsorte, um in alter Treue neuen Samen auszustreuen. Sie werden auch nicht ver­säumen, den Ruhm des unvergleichlichen Mar­burg zu verbreiten. Doch was fie hauptsäch­lich suchen und heimnehmen möchten, ist die Gewißheit, daß ihr Streben einen Widerhall in der Elternschaft findet und daß es so in den kommenden schweren Kämpftn für Kinder und Schule heißen möge:

in Einigkeit vorwärts und aufwärts!

S.

Das Wetter der nächsten Woche

Nach Regen wieder sonniges Herbstwetter.

Aus dem veränderlichen, in vielen Lan­desteilen zeitweilig sehr regenreichen Wet­ter der ersten Wochenhälfte hat sich am Mittwoch rasch einAltweibersommer" entwickelt: ruhiges, fast wolkenloses, in der Sonne noch recht warmes Wetter, wie es uns der Herbst fast in jedem Jahr zu bringen pflegt. Aber dieser Altweiber­sommer, schneller gekommen, als zu erwar­ten Umgestaltung der Wetterlage war der empfehlen, da das wichttgste Krete- rium für diesen Witterungstypus, die Beständigkeit, diesmal fehlt.

Bei der am Ende der Vorwoche erfolg­ten Umgestaltung der Wetterlage warm neben den vielfach sehr ergiebigen Nieder­schlägen, deren Mengen am Wochenschlutz 30 Millimeter überschritten, der bemerkens­werteste Vorgang die nur ganz gering­fügige Abkühlung. Mtt Ausnahme des Küstengebiets und der westlichen Hälfte Norddeutschlands blieben die Tempera­turen zunächst überall auf sommerlicher Höhe; namentlich in Mittel- und Süd­deutschland überschritten sie bebeutenb die 20-Erad-Erenze. Erst nachdem die Tief­druckfurche ostwärts nach Rußland abge­wandert war, konnte, um die Wochenmitte, die maritime Polarluft ohne Umweg nach Mitteleuropa vordringen, wo fie dann auch rasch das Hoch aufbaute, das die hei­tere Sttahlungswitterung der letzten Tage bedingte.

Zunächst wird, nach vorübergehender Er­wärmung, das Wetter jedenfalls veränder­lich mit vorwiegend bewölktem Himmel, Neigung ja Regenfällen und allmählich von Ost über Nord nach Westen drehenden Winden werden, bei Temperaturen, die sich ungefähr auf der für die Jahreszeit nor­malen Höhe halten dürften. Dann kann der zu erwartende, durch Kaltlustzufuhr beschleunigte Druckanstieg erneut hei­teres und ruhiges Strahlungs­wetter, eine zweite Auflage des Alt­weibersommers, herbeiführe«.

Mchsvertiniguirg Deutscher Sausfrauen

Die Ortsgruppe Marburg bet Reichsver­einigung Deutscher Hausfrauen e. V. eröffnete ihre Winterarbeit mit einem Dorttag bet Bundesvorsttzenben Frau Martha Voß (Zietz), bte übet bas Thema sprach, warum Hausfrauenvereine notwendig sind. Dor Be­ginn des Übertrags teilte sie mtt, daß man ein­stimmig Frau Eva Zahn in den Bundesvor­stand berufen hat. Zur Landesveteinigungs- vvrsitzenden fei an Stelle von Frau Zahn Ftl. Kappel gewählt.

Dann begann bet eigentliche Vortrag. Wäh­rend jeder andere Beruf, fei es Beamte, Kauf­leute ober Handwerker sich in einer Berufs­organisation zusarnmenschließt, find von den zwölf Millionen deutscher Hausstauen kaum 500 000 organisiert. Und bodj hat die Re­volution neben neuen Rechten der Frau auch schwere Pflichten auferlegt durch Wahlrecht und damit bedingte Mitarbeit an Steuer und Preisgestaltung. Die Reichsvereinigung Deutscher Hausftauen fei kein Frauenverein, sondern eine Berufsorganisation, die für die Erhaltung des Familienhaushaltes arbeitet und sich gegen jede Eefetzesmaßnahme wendet, die zwangsläufig den Haushalt in einen Ge- I werbeöettieb mnwandekt. Zu den weiteren Aufgaben der Reichsvereinigung gehört «tellnng zu nehmen zu Steuer und Zoll. Durch einfeHige Steuerbelastung find Land- wirtfchast. Industrie und Kleinhandel fast zum Erliegen gerächt. Die Einnahmen, die der Staat unbedingt braucht, müssen durch Ab­gaben erlangt werden, die alle Volksange­hottgen gleichmäßig rteffen. Von diesem Standpunkt aus müssen Salz- und Zuckersteuer ertragen werden. Der durch die Steuer um ein Fünftel verminderte Zuckerverbrauch be­deutet keine Gefahr für die Volksgesundheit, wahrend die Schlachtsteuer in Preußen und die bevorstehene Margarinesteuer im Reich eine schwere Schädigung für weiteste Volks- kreise bewirkt. Der Fleischverbrauch ist bereits um_ ein Achtel seit dem vergangenen Jahre zuttickgegangen. Fleisch und Fette dürfen nicht teurer werden, Die Margarinefteuer birgt außer der Überteuerung die Gefahr, daß die seit Jahren mit allen Mitteln erstrebte Monopolstellung des holländisch - englisch- tschechoslowakischen Margarinekonzerns er­reicht wird. Die reichen Geldmittel dieses Auslandkongerns würden eine Beibehaltung der alten Preise ermöglichen trotz der Steuer,

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während die trustfreien deutschen Fabriken eine solche Belastung nicht ertragen würden und fie auf die Verbraucher umlegen müßten. Und Monopol heißt: Preisdiktat für schlechtere Ware. Das haben wir Hausfrauen am Zünd­holzmonopol erfahren dürfen. Darum müssen sich die Hausftauen zusammenfchließew, um wirksamen Einfluß auf bas Wirtschaftsleben zu gewinnen.

Nach dem Dank der Vorfitzenden folgte bet übortrag über:Die Frauen und der Tierschutz" von Herrn Lehrer Ober­mann, der traurige Bilder der täglichen Quälereien an der schutzlosen Kreatur zeichnete und mit warmen Worten für die wehrlosen Geschöpfe einrtat. Auch die Frauen müssen energisch dahin wirken, daß wie ander« Län­der auch Deutschland ein Tierschutzgesetz be­kommt, daß Tiermißhandlungen unter Strafe stellt. Ebenso ist es Sache der Hausfrau und Mutter, die Kinder von klein auf dazu zu er­ziehen, nicht die Tiere zu quälen und auch von anderen Tierquälereien nicht zu dulden. Jeder, der diese Bestrebungen unterstützen will, ist herzlich gebeten, dem Tierschutzverein, dessen Vorfitzender hier Herr Obermann ist, für den bescheldenden Jahresbeittag von 1 Jt bei­zutreten.

Zum Schluß wurde noch eine praktische Hartgummibürste vorgeführt, die durch Rei­bungselektrizität den Staub aus Möbeln und Kleidern ohne Strom entfernt. Dieselbe ist in hiesigen Geschäften zu haben.

Frau Zahn gab bekannt, daß die Mitglieder der Ortsgruppe sich am Montag, 3. Oktober, 3 Uhr nachmittags, am Kunstinstitut treffen, um gemeinsam'zu ermäßigtem Preis von 20 Pfg. die Gemäldeausstellung der Familie Bantzer zu besichtigen und for­derte zu zahlreichem Besuch der Modeschau am 5. und 6. Oktober in den Stadtsälen auf.

WinterEvlMan

des Evgl. Volksbildungs- und Film-Dienstes Marburg, Philippshaus.

Der Evgl. üboHsbilbungs» und Film-Dienst im Philippshaus gedenkt seine Arbeft im kommenden Winter mit folgendem zeitge­mäß eingeschränktem Programm aufzuneh­men. Vorgesehen sind: Vier Groß-Filme und ein Lichtbildervortrag, sowie ein Bor- ttag über Serual-Ethik.

Um einen Begriff von der Arbeit der Evgl. Kirche in der Großstadt zu geben, ist eine Aufführung des neuen Frlmes des Evgl. Preßoerbandes Berlin:Kreuz über b er Großstadt" geplant, ein Film, der einen Einblick in die riesenhafte, ver­zweigte verborgene und öffentliche Arbeit der evangelischen Gemeinden Groß-Berlins gewährt. Ein weiterer Film aus dem evan­gelisch-kirchlichen Leben in Geschuhte und Ge­genwart ist der tm Eustao-Adolf-Iahr ent­standene, gerade eben herausgekommene erste große Film des Evgl. Bildspieloerbandes für Deutschland mit dem Titel:Das wir- kende Wort". Er entwickelt die packende Geschichte der evangelischen Waldenser Ge­meinden, die jahrhundertelang aufs Schwerste verfolgt, ihrem Glauben die Treue hielten. Petrus Waldus und die Kämpfe feiner tap­feren Glaubensgenossen gegen den Herzog von Piemont und die mit ihm verbündeten Franzosen, ferner dieRuhmreiche Heimkehr" der Waldenser unter Henri Arnauds Füh­rung ersteht in fesselnden Szenen. Der Film ist vervollkommnet durch einen hochinteressan­ten Einblick in das Leben der Waldenser und evangelischen Gemeinden iM heutigen Italien, rote durch eine Darstellung der ehe­maligen Waldenser Gemeinden im heutigen Oberhessen, hier m bet Nähe Marburgs: in Wiesenfeld und Todenhausen. Ferner ist em großangekegter Kulturfilm geplant mit dem Titel:Zwischen Amazonas und Feuerland", der uns einführt in die Wett des Aufstiegs" jenes großen noch nicht erschlossenen Landes an der Küste Süd-Ame- rikas, Brasiliens und Argentiniens, in die Gletscherwelt des kaum erforschten Pata­gonien, in bte Eis- und Schneeregionen Feuerlanbs. Der Film wirb bereichert durch einen Veglettvorirag des Sachkenners Dr. Roch aus Brasilien, der ihn selbst hergestellt und herübergebracht hat. Endlich soll ein Film sowjetrussischer Mentakrtät zur Darstellung kommen. Auch ist für Weih­nachten ein Märchenfilm vorgesehen. Eine besondere Freude fit es uns, unseren Freunden in Stadt und Land mitteiken zu können, daß wft für den Winter die Tochter des verstorbenen Malers Wilhelm Stein­haufens für einen Lichtb ild er - V o r - trag über die religiösen Kunstwerke ihres Vaters gewonnen haben. Außerdem ist ein Vortrag über das zur Zeit wohl bren­nendste Gebiet des Sexuallebens für die Frauen und Männer Marburgs ge­plant von Regierungsrat Goethe- Ham­burg, dem die besondere Gabe gegeben ist, dies prekäre Gebiet in zarter und doch Harer Weise zu behandeln.

Wir hoffen, daß die Treue unserer alten Freunde und das Interesse weftester Kreise die Durchführung dieses Planes ermöglichen.

Verlag Dr. E. Hitzeroth. Hauptschristletter und verantwortlich für Po lttik und Feuilleton: Dr. E r n st S ch e l I e t für Kommunalpolitik, Provinz und Lokal: Lothar Schneider, sämtlich inSJlarbir