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der Abrüstung

Ein Plan des dänischen Außenministers

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Times" fuhrt weiter aus, fSr er­kannte Eeheimrüstungeu Deutschlands, die auf einer direkten UmgehimS°n Teil 5 des Versailler Vertrages beruhten, scheine kaum Beweismaterial vorzuliegen. Einige

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ten Staaten umfassen wSrve, an ge­strebt werde. Er bemerkte, daß dre Schaffung einer kleinen internationalen Luftflotte, hauptsächlich zu Jnvestigations- zwe^en, in Erwägung gezogen werde.

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Milas, ttn30.6t6t.1932

Ankurbelung"

rüstung durchzusuhrsn und dre Mett mm dem Ultraprotettionismus der Nachkriegszeit zu befreien.

Die bisherigen Ergebnisse tzäkkM das Verträum der italienischen Regierang auf eine sofortige praktische Lösang we- smtlich geschwächt. Der Erfolg btt Ab­rüstungskonferenz sei aber diie anorlätz- liche Vorbedingung für das Verträum der Völk«.

Die italienische'Regierung wünsche äufs Dringendste, daß die Abrüstungskonferenz zum Erfolge führte und das, diese unruhige und schwierige Epoche der europäischen be­schichte abgeschlossm werde.

Warum handelt England nicht?

Times" zur Frage der Rechtsgleichheit

Times" sagt in einem Lditartrlel, die' Abrüstungskonferenz fei von einem völligen Zusammenbruch bedroht, wenn das dringendste Problem der Rechts­gleichheit nicht gelöst werden kann. Die bedeutende Position, die die nationale Regierung in Erohbritannien während der 12 Monate ihres Bestehens errungen hat, lege ihr eine besondere Pflicht auf, eine Lösung vorzuschlagen und sich für ihr Zu­standekommen einzusetzen. In der Frage des deutschen Anspruches aus Elerchberech- tiauna könne der britischen Regierung wei­terhin nicht das Kompliment gemacht wer­den datz ihre Politik einheitlich oder klar gewesen sei. Der heutige Kabinettsrat sollte dem neuen Ministerium Mac- donald die Möglichkeit geben, eine Po­litik zu formulieren, die die Verminderung

der berühmte Deist von Locarno? Frank­reich hat ihm den Hals ab gedreht.

sind die Ergebnisse der Lausanner Kon­ferenz? Auf dem Papier And selbst Schaffung der Haager SchredSgenchtsbar- St ift fein Erfolg, ist Zue «rohe Lugss, weil Frankreich es versteht, selbst das Recht zu beugen, wo es ihm in den Kram paßt, weil die Richter im Haag von Frank­reich so unter Druck gesetzt werden, üaßfre keine gerechten, sondern politische Urteile fällen, wie wir es ost genug, Meht bei,der Zollunion und dann beim Memelkonflikt erlebt haben.

Die zahllosen übrigen Mißerfolge, daS sonstige völlige Versagen des Völker­bundes unterschlägt Hernot. Zn der gan­zen Welt werden die Minderheiten unter­drückt, stellenweise mit Feuer und SchlMrt ausgerottet, wie jetzt in Ostpolen die Trainer. Schrecklich ist das Los der Kroaten und Mazedonier in Sudslawien, unechört die Unterdrückung der Deutschen in Polen, in der Tschechoslowakei, in Sud­tirol, der Angarn in Rumänien und Sud- H atm en der Slowenen in Ztalieu. Aber der Völkerbund rührt sich nicht. Wie völ­lig versagt der Völkerbund gegenüber Za- pan. Man könnte noch huudert weitere Versager aufzählen. Es ist mcht riotiy. Die ganze Welt kennt die Anfah.gkeit des Völkerbundes. Jedes Lob für ihn ist von vornherein eine ßuge. MnS S^rriot hat den Völkerbund überaus stark gelobt. Das kennzeichnet den Mann und den ^d W kommt noch das völlige Ver- kaaen' der Abrüstungskonferenz. Dringt dikst kem Ergebnis, ist auch das Schicksal des Völkerbundes besiegelt. Dem will SSerriot zuvorkommen. Den einzig mog- Iick?n Weg, abzurüsten, und die Ab- rüstungskonferenz zu einem Ergebnis zu bringen und dadurch den Dolkerbumd zu rettmi will Frankreich nicht gehen. Frank­sch will nicht abrüsten; das beweist Her- i stöts Rede erneut. Es will sich aber trotz- I den Völkerbund erhalten als williges

man sich sehr stark an den Hooverplan anlehnen «olle.

Don anderer Seite verlautet, der Ge­danke der progressiven Abrüstung solle so verwirktlicht werden, daß zunächst und zwar für einen Zeitraum von etwa fünf Jah­ren, die Staaten sich zu einer etwa zwanzig prozentigen . Herab- ketzung ihres Rüstungsniveaus ver­pflichten sollen. Von dieser prozentualen Rüstungsherabsetzung sollen aber ausdrück­lich die Staaten, deren Rüstungsfragen durch den Versailer Vertrag ge­regelt worden sind, ausgenommen werden. Rach einem gewissen Zeitraum, etwa nach fünf Jahren, sollen weitere pro­zentuale Herabsetzungen vorgenommen werden. Was die Prozedur angeht, so scheint beabfichstgt zu fein, den Hauptaus­schutz der Abrüstungskonferenz, der vor­aussichtlich im November zusammentreten wird, mit diesen Plänen zu befassen.

Phrasen

Der deutsche Außenminister Mefyerrvrm Reurath hat Mittwoch abend Verff verrus­sen obwohl Herriot ihm noch vorher hat Mitteilen bissen, daß er ©«merStag dne arohe Rede vor der Volldersrmrmlmrg des Verbundes halten werde- MdKr Mitteilung wollte der französische M», nisterpräsident den deutschen ster veranlassen, seine Abreitzr zu verschieb ben. SS ist ihm nicht gelungen.^ War» kann mrr äußerste Defttedi^ng^rrÄ^ äußern, daß ReArach sich E hot veranlassen lassen, noch m Genf M Ben, em am Donnerstag das übte Wf schwätz Herrrots anzuhören. GS sind iuuE die gleichen Phrasen, mit deumkne stm», zösischen Staatsmänner und Spießbürger die Welt überschütten, aber hettte sind wkr endlich so wert, daß kein Mensch mehr daran glaubt, selbst die unentwegten Va­sallen Frankreichs wissen, wie hohl and leer all dies Seschwätz ist, aber sie klat­schen Beifall, weil sie müssen.

Was Herriot gesagt hat, war inhaltlich völlig bedeutungslos, nur eine einzige Lobeshymne auf den Völkerbund, auf ^s Instrument der KnegSgewinner-Staaten, öS bisher noch bei jeder Gelegenheit ver­sagt hat und das tftrr dazu dient, das An- «cht der Friedensverttäge möglichst lange aufrecht zu erhalten. DierTatsachen ver­suchte Herriot als große Erfolge des Vol kerbundes hinzustellen, als erste die Ein­berufung der Abrüstungskonferenz. Diese Behauptung ist geradezu grotesk Sine größere Blamage als nnt der Abrustungs- stmferenz hat der Völkerbund überhaupt Sch nicht erlebt. Dies als einen Erfolg hinstellen, ist eine Derlogenheit wie re wirklich nicht, größer vorstellbar ist. Auch die dann von Herriot erwähnten Konfe­renzen von Lausanne und Locarno sind h^hbnTTiae Fehlschläge geblieben. Wo ist

Sorge zu einem entscheidenden Teil beseitigen. Er habe nicht die Absicht, an einer der beiden Mächte Kritik zu üben. Niemand bezweifle jedoch, daß, wenn die Politik die­ser beiden Mächte in voller Ueber- einstimmung mit den von ihnen ange­nommenen Grundsätzen des Bokker- bundes geführt würde, automatisch alle Schwierigkeiten und Gegensätze aufhören würden. Lord Cecil ging dann zur

Baron Aloisi

erklärte, der Völkerbund brauche heute nicht Wotte, sondern Taten. Schon Grandi habe auf die Notwendigkeit hingewiesen, die im Völkerbundsvettrag verankerten V e r - pflichtun gen zur allgemeinen Ad­

der französischen Befürchtungen seien über­trieben. Wenn z. B. 140 000 Polizisten als Reserve 1. Klasie hinzestellt wurden so wäre dabei vorausgesetzt, datz das Land im Kriegsfälle von der Polizei entblößt werden könnte. Ueberdies habe ja iedes Land eine Polizeitruppe, die als Reserve gerechnet werden könnte.

Aber ganz abgesehen von der Kopf- starke. die Reichswehr besitze jeden­falls gegenwärtig W Kriegsmaschinen nicht, die allein einer modernen Armer wirkliche Osfensivkraft geben.

E e n f, 29. Sept. Der dänische Autzen- minister Dr. Munch machte heute abend in einer Presiekonferenz, zu der nur die Pressevertreter kleinerer Staaten eingela­den waren. Mitteilung über einen Plan zur Aktivierung der Abrüstungskonferenz. Es handelte sich, erklärte Dr. Munch, vor­läufig um eine Diskussionsgrundlage, die zunächst als Grundlage der Beratungen innerhalb der acht Staaten ge­dacht fei, die bereits im Sommer verschie­dentlich geschlosien in Abrüstungsfragen aufgetreten feien. (Diese Staaten sind Dänemark, Schweden, Norwegen, Holland, Belgien, die Schweiz, die Tschechoslowakei und Spanien.) Es komme jetzt darauf an, einige Hauptgrundsätze aufzustellen und das Ziel und den Zweck der schritt­weisen Abrüstung zur Erörterung zu stellen. .

1 . wirksame Abrüstung gematz dem Hooverplan auf qualitativem und quanti­tativem Gebiet,

2 eine Bestimmung des Angreifers und

3 kollektive Verträge zur Bekämpfung des Angreifers. (Das Wort Sankttonen kam ttl den Ausführungen Munchs nicht vor.)

Munch betonte noch, datz eine Univer- kallöfuns, die also auch die Veremig-

Genf, 29. Sept. Herriot hielt heute n der Vollversammlung des Völkerbundes seine angelündigte Rede. , Der Inhalt sei­ner Rede enttäuschte jedoch, so datz der Beifall zum Schlutz auffallend schwach imir. Herriot bewegte sich in längeren theoretischen Ausführungen über die Aufgaben und Tätig­keit des Völkerbundes und Betonte vor allem den festen Entschluß Frankreichs, am Völkerbund festzuhalten. Entgegen den offiziösen Verlautbarungen befaßte sich jedoch Herriot auch mit der Abrüstungs­konferenz. Er streifte jedoch nur andeu­tungsweise die großen Gegensätze Mischen der deutschen und der französischen Auffas­sung.

In seiner Rede führte

Herriot u. a. aus:

Frankreich wün'che in der Hauptaussprache von neuern, seine Treue zum Völkerbund zu bekunden, um so mehr, als in diesem Jahr vom Genfer See aus ein eiliger Wind des Pessimismus wehe. Alle Volker- bundsmächte hätten die Pflicht, sich der Schwierigkeiten des Völkerbundes bewußt zu werden. Frankreich wolle die Aufmerksam­keit der öffentlichen Meinung auf alles das lenken, was der Völkerbund bisher geleistet habe. Der Völkerbund habe die Ab­rüstungskonferenz geschaffen; er habe Bit Lausanner Konferenz ermöglicht, er habe ferner die Locarno-Konferenz angeregt, die internationale Schiedsgerichts­barkeit geschaffen und schließlich das System des allgemeinen Schiedsgerichtswesens auf- gebaut.

Der brennende Punkt des öffentlichen Le­bens sei gegenwärtig

die Abrüstungskonferenz.

Er habe die Besorgnis, ihr nicht alles sagen zu können, ohne nicht die pflichtgemäße Ehr- lichkest und Offenheit zu verletzen. Jetzt müsse nicht das festgestellt werden, was trenne, sondern das, was einige. Jede Macht habe ihre eigenen Schwierigkeiten, und es wäre offener und ehrlicher, die Ziele auf der Abrüstungskonferenz klar zu nennen, als Vorbehalte und Verheimlichungen zu machen.

Er halte es nicht ffit zweckmäßig, sämt­liche Schwierigkeiten der Abrüstwigs- kvnferem; anfzuzählen, um die Gegensätze nicht noch zu verschärfen. D« großen Schwierigkeiten m der Abrüsttmgsfrage müßten mit Vorsicht behandelt werden, weil das Schicksal des Völkerbundes auf dem Spiele stehe.

Frankreich habe aber den Mui., eße diese Fragen zu lösen. Der Erfolg der Ab­rüstungskonferenz werde entscheidend für die allgemeine Ruhe sein. Persönliche Erinne­rungen verbänden ihn mit dem Genfer Pro­tokoll von 1924. Man sei jedoch seitdem andere Wege gegangen. Jetzt handele es sich um die Frage der Entwurzelung des tausend­jährigen Uebels des Krieges. Für diese Frage müsse jetzt eine universelle Lösung ge­funden werden, auf die Frankreich seit zeher entscheidenden Wert lege. Trotz aller Krttik und andersartiger Auffassung seien die Ar­beiten der Abrüstungskonferenz zweifellos nicht ohne Erfolg geblieben. Die Krmferenz müsse jetzt auf den Boden des Realen tre­ten. Eine neue Ordnung müsse geschaffen werden. Mtt erhobener Stimme rief Herriot:

Frankreich will den Völkerbundspakt, den vollen Völkerbmrdspakt, Frankreich iordert diesen Pakt und fordert das

Recht!«

Lord Cecil.

Lord Robert Cecil verteidigte am Donnerstag als Vertreter Englands m der Vollversammlung den Völkerbund gegen alle Angriffe. Vorwürfe müßten nicht gegen, den Dötterbund, sondern gegen seine Mitglieder gerichtet werden.

Die gespannten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich seien ernster, als alle anderen Streitfälle.

Erne Enngung zwischen diesen beibffl gefr­ier Mächten würde dre heutige Unruhe und

Frankreich ist der Völkerbund

Eine schwache, aber bezeichnende Rede Herriots

Anzeiger für (das frühere kurhefsifche) Oberheffen

Anzeiger der amtNche« Bekanntmachungen i«r Stadt und Kreis Marburg