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Anzeiger für (das frühere kurhesifche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Papens Antwort an Herriot

Frankreich wünscht keine Verständigung - Nicht Aufrüstung, sondern gleiche Sicherheit für alle

Berlin, 27. Sept. Sn einer Unter­redung hat der Reichskanzler von Papen nunmehr aus die Erklärungen des fran- Mschen Ministerpräsidenten Herriot er­widert.

Sn dieser Unterredung erklärt der Reichskanzler u. a., er sehe in der Rede Herriots keine Förderung der Aussprache scher die Abrüstung, sondern nur eine Be­stätigung der völlig negativen Auslegung der französischen Rote vom 11. September.

Die Rede Herriots stelle die V e r h ä l t- «isse auf den Kops.

Es handele sich nicht «m die deutsche Abrüstung, sondern «m die Einlösung | des Abrüstungsversprechens der a«- >- deren Mächte. Von deutscher Auf- riistung sei keine Rede, sondern von deutscher Gleichberechtigung und ttr gleichen Behandlung Deutschlands auf der Abrüstungskonferenz.

_£fte deutschen Forderungen sagten nichts anderes, als datz Deutschland im Rahmen der Abrüstungskonventionen dieselbe Frei­heit der Anpassung der Rüstungen an Deutschlands soziale und nationale Be- dürsnisie verlange, die jedem anderen Staate zustehe. Deutschland habe niemals verlangt, daß es sich in demselben Umfange bewaffne, wie dies Frankreich und andere Staaten täten.

Die Rede von Gramat beweise, datz man gewillt sei, mit zweierlei Matz zu mesien. Deutschland solle sich mit juristischen Sicher- heitskonstruktionen begnügen, während andere Staaten den größten Teil ihrer ungeheuerlichen militärischen Rüstungen beibehalten wollten.

Die rechtliche Argumentativ« der fra«. zöfischeu -ud englische« Regier««- sei gLuzlich unhaltbar.

Wenn der französische Ministerpräsident beklage, datz manK i n d e rn d i e K u n st des Tötens lehre", verschweige er völlig, datz gerade in Frankreich die m i l i- tärische Iugendvorbereitunz seit Jahren in grotzem Stile betrieben werde Der Gesetzentwurf über die nnn- tärische Ausbildung der Jugend stelle einen wesentlichen Bestandteil der franzö­sischen Heeresreform dar. Jeder junge Franzose werde im Waffenhandwerk aus­gebildet. Demgegenüber sei feftzustellen, datz die sportliche Ertüchtigung der deut­schen Jugend keinerlei militärischen Eha- ratter trage. Der Kanzler weist dann darauf hin, datz die französischen Angaben über die französische Heeresverminderung irreführend find, weil das Schwergewicht der franzöfischen Armee in den Reserven liegt. Die Stärke der franzöfischen Armee sei überdies in den vielen Tausend schwerer Geschütze, Tanks, Flugzeugen usw. zu scheu. Rur Gleichberechtigung und Gleichbehand­lung könne die Entspannung zwischen den Völkern herbeiführen.

Aussprache Herriots mit Vertreter« der Kleinen Entente, Polens »«d Belgiens.

E e n f, 27. Sept. Der französische Mi­nisterpräsident Herriot empfing heute abend die Vertreter der kleinen Entente, Polens «nd Belgiens z« einet gemeinsame« Aussprache. Sie

erstreckte sich, wie verlautet, auf die Ar­beit der Völkerbundsversammlung, die Lage auf der Abrüstungskonfe­renz und insbesondere die deutsche Eleichberechtigungsforderung. Die seit Herriots Rede viel erörterten Pläne über neue Friedenssicherungsmatznahmen, von denen man sich offenbar eine Neubelebung

st. Tokio, 28. Se^. 3n einer Unter- red»«« mit Pressevertreter« erklärte der Kriegsminister Araki, Japan werde, we«« der chinesische General Tsch-ngshue- liaug in die Manvschurei «"bringe, nötigenfalls Pekiag ««d Tientsin besetze«. Rur so Kaue die aufrührerische Tätigkeit Tschangshu-liangs gegenüber der neuen mandschurische« Regierung «niet» drückt werden. Ein neue« militärisches Vorgehen Japans i« Schanghai werde da­von abhänge«, wie China sich $« de« Waffenstillstandsabkommen verhält. Wei­ter betonte Araki, Japan werde Vorschläge des Völkerbundes glatt abtehne«, da er die Unabhängigkeit der Mandschurei nicht

Reue blut»» Freischärler-Kämphe in der Mandschurei.

st Schanghai, 28. Sept. Wie die chinesische Presse meldet, haben fich in der Mandschurei nördlich von Mukden erneut blutige Kämpfe der chinesischen Frei­schärler mit den Japanern abgespielt. Von den Freischärlern, die in Stärke von 9000

der Abrüsturgskonferenz verspricht, über die aber nchts bekannt ist, sollen gleich­falls erörtrt worden sein. Herriot hatte außerdem noch eine besondere Besprechung mit dem schechoslowakischen Autzenminister Benest, dem Berichterstatter der Ab- rüstungsvnfereiy.

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Mann anrückten, ist di« StoÖt Faku (etwa SO Meilen nördlich von Mukden) besetzt worden. Es entwickelte sich eine heftige Schlacht, in der 100 Japaner ge­tötet sein solle«. Die Tätigkeit der Frei­schärler hat stch auch im Gebiet Tschöngtfu verstärkt. Weiterhin ist die Station Tfstfikar von de« Freischärlern unter Feuer l genommen worden. Ein japanischer Pan­zerzug mutzte eingesetzt werden. Oestlich von Tfitfikar wurde die Eisenbahnlinie zerstört. __________

Bau dreier amerikanischer Zerstörer.

st. London, 28. Sept. Einer E^-Hauge- Melduwg «ms Washington zufolge, ha« der . Marinesekretär angrkündigt, datz die Re- gier««g sofort a« de« Bau der Zerstörer herangehe« werde, der seiner Zeit ons Sparsamkeitsriiüfichte« ausgeschoben warte. Znr Begründung dafür, datz der Ba« jetzt i, Angriff genommen werden soll, lautet, datz man dadurch die Arbeitslosigkeit ver- gttitkeen wollte.

Wechsel im englischen Außenministerium?

ft gratis, 28. Sept. Der Verlauf des zweiten Tages der Genfer Konferenz wird von der Pariser Presse sehr pesin- miftisch beurteilt. Die Blätter geben zu. Daß die Besprechung Herriots mit Ser John Simon und auch mit Hen­derson kern Ergebnis zeitigte und daß kerne Aenderung der deutschen Haltung zu erwarten fei. Wan rechnet damit, datz der englische KcMnettSvat am Mittwoch wahr-,

Streik im Scherl-Verlag ft Berlin, 28. Sept. Wegen Lohn- streitigkeiten ist heute nacht um 1 Uhr die gesamte Belegschaft des Scherl-Verlags etwa 3090 Mann i« den Streik getre­ten.

schemlich eine sehr bedeutende Aenderung in der ^rsammenfetzung der augenblick­lichen 'Regierung herbeiführen wird und zwar glaubt man, daß Sir John S im o n das Innenministerium über­nimmt und daß an seine Stelle der bis- bisherige Luftfahrtminister Lord Lon- donderrh tritt, der als persönlicher Freund Macdonalds gilt. Eine Stärkung der französischen These könne demnach keineswegs erwartet werden.

Pertiirax weist im »Echo de Paris" Daro«f hin, daß der französische Mi­nisterpräsident Genf auf alle Fälle am Freitag, möglicherweise aber schon früher verlassen werde, um erst im Lause der kommenden Woche wieder nach dort zu- rückzukehren. Da auch Reichsauhenminister von Reu rath und Henderson am Donnerstag Genf verlassen, rechnet man nidjt wehr mit besonderen Ereigmssen vor Ablauf der kommenden Woche.

Die Pariser Presse n«d die Antwort von Papens an Herriot.

Die /Unterredung, die Reichskanzler von Papen am Dienstag einem deutschen Pressevertreter gewährte und die in ge­wissem Sinne eine Antwort auf die Svnn- taasrede Des französischen Ministerpraft- dmlten Darstellt, findet in der Pariser Movaenpresse «größte Beachtung und wird in aller Ausführlichkeit wiedergege^n. Die Blätter haben aber noch keine Ge- leaenheit genommen, in irgend einer Weise dazu Stellung zu nehmen. Die Abwesen­heit Des französischen Ministerpräsidenten nnd Das dadurch notwendigerweise hervor­gerufene Fehlen ieg^cher amt- lichen Parole macht den Blattern außerdem sehr schwer, sich in der einen oder änderen Form zu den Ausführungen des Reichskanzlers zu äußern.

Unterredung Hendersons mit dem italienischen Vertreter.

Genf, 27. Sept. Zwischen dem Prä­sidenten der Abrüstungskonferenz, Hen­derson, und dem italienischen Vertre­ter Unterftaatssekretär Aloisi, fand heute abend eine Unterredung über die Lage auf der Abrüstungskonferenz statt. Von englischer Seite wird erklärt, datz die italienische Auffassung über die weitere Gestaltung der Abrüstungskonferenz w e t t- gehend mit der englischen über­ein ft i m m e.

Diegroße" kefahr

Der Raubzug der Japaner

Tientsin und Peking?

Vor der Besetzung von

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i einer körperlichen Ertüchtigung der Jugend beschäftigt, die er als eine neue Gefahren-

I Elle für Frankreich hinstellte.

Bei seiner Hetzrede im Erammat hat ich Ministerpräsident Herriot besonders sin- . gehend mit den deutschen Bestrebum-n 1 quelle für Frankreich hmstellte.

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