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Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen siir Stadt und «reis Marburg.

Sie lassen sich viel Zeit

Die Abriistungsarbeiten vertagt - Kurze Unterredung Herriots mit Simon - Eröffnung der Dölkerbundsverfammlung

$ie Besprechung zwischen Sir John Simon und Herriot.

Eens, 26. Sept. Die ««gekündigte Be- sprcchung zwischen dem englischen Autzen- «inister Sir John S i m o n «nd dem fran- Mschen Ministerpräsidenten Herriot, sand hente abend kurz nach der Ankunft s Herriots im Hotel ter französischen Dele­gation statt. Die Besprechung danerte etwa dreiviertel Stunde. Simon begab sich »«mittelbar darauf in gröhter Eile zum Sahmhof. Man hatte den Eindruck, daß Ke Besprechung nicht zu Ende geführt wurde. Der englische Auhen- ] Minister ist mit dem Nachtzuge n a ch L o n- don zurückgekehrt. Er wird für Ende, der Worte wieder in Eenf zurück­erwartet. Herriot wich Fragen, die nach Schluh der Besprechung an ihn von Presse­vertretern gestellt wurden, ans. Auch auf die Frage, ob er den deutschen Ausien- minlster sehe« werde, gab er keine be­stimmte Antwort. Er erklärte, dah er für seinen Aufenthalt in Genf noch kein be­stimmtes Programm habe. Es scheint auch noch keine Entscheid«»« darüber getroffen ,« sei«, -b Herriot in der Bölkevbundsver- - sammlung reden wird.

Rückkehr des Reichskanzlers.

Reichskanzler von Papen wird nach Beendigung seiner Ostpreuhenreise heute vormittag wieder in Berlin erwartet. Es ist anzunehmen, dasi auch der Reichsernäh­rungsminister ungefähr gleichzeitig wieder in der Reichshauptstadi eintrifft, während Freiherr von Neurath ja noch einige Tage in Genf bleibt, um etwa am Donerstag zurückzukehren. Der Kanzler wird siib nach feinem Eintreffen in Berlin natürlich zunächst über die politische Lage Bericht erstatten lasten und mit seinen M'N'sterkollegen vor allem besprechen, ob auf die Rede Herriots auch eine offizielle Stellungnahme _tet Reichsregierung erfolgen soll. Darüber wird sich wohl erst im Laufe des Abends etwas Bestimmtes sagen lasten. Dm Nach­mittag findet die Sitzung. des Ueber- wachungsausschustes statt, rn der der Kanzler der Reichsinnemnrnister «nd Staatssekretär Planck als Zeugen über die Reichstagsaaflösun-g gehört werden sollen.

Ab^üstnngsarbeiten bis 10. Oktober vertagt

Genf, 26. Sept. Das Büro der Ab­rüstungskonferenz ist heute nachmittag zu einer kurzen Sitzung znfammengetreten, in der beschlossen wurde, die Arbeiten vor­läufig bis zum 10. Oktoberzuunter- brechen Henderson teilte in der heutigen Sitzung noch mit. baff der Vor­sitzende des Luftsabrtausschustes der Kon­ferenz de Madriaga beauftragt wor­den sei bis zur nächsten Sitzung einen Be­richt über das Verbot der Luftangriffe gegen die Zivilbevölkerung und im Zu­sammenhang damit über Kontrollmatznah- men für die Zivilluftfahrt vorzulegen. Be­kanntlich hat in der letzten Sitzung des Büros de Madriaga darauf Hingewi^en, dah die Behandlung des Planes durch die Abwesenheit Deutschlands erschwert sei. Henderson erklätte heute dazu, dah er in- Nvischen eine Unterredung mit dem deut­schen Auhenminister gehabt habe und datz er damit rechne. Freiherrn von Reurath noch einmal in diese« Tagen M sprechen.

Er hoffe, dah diese Unterhaltungen die Behandlung der Frage erleichtern werden.

Eröffnung ter Bölkerbundsversammlung.

Eens, 26. Sept. Die 13. ordentliche Völkerbundsversammlung wurde heute vormittag durch den Präsidenten des Völ­kerbundsrats eröffnet. Als Vertreter Deutschlands nimmt der deutsche Reichs-

auhenminister Freiherr von Neurath an der Eröffnungssitzung teil. Die weite­ren deutsche Delegierten, die in der ersten Reihe der Versammlung ihren Platz haben sind der Gesandte in Stockholm von Rosenberg, und Ministerialdirektor Dr. Eauh. Nach Erledigung der ge- schäftsordnungsmähigen Formalitäten hielt de Valera die Eröffnungsrede.

Handgreifliche Friedfertigkeit

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(Ein riesiges Eifenbabn-Ferngelchütz, bas "teFben französischen Hetbstmanövern rn der Champagne mitwirkte.

In seiner Rede in Grammat kam Ministerpräsident Herriot auch auf die grobe Friedensliebe Frankreichs zu sprechen, der er den Aufrüstungswillen Deutschlands gegenüberftellte. Das Rie­sengeschütz auf unserem Bilde zeigt, wie sehr Frankreichs Friedenssehnsucht sich auf die entsetzlich­sten Mordwaffen stützt.

Explosion auf einem U-Boot

Paris, 26. Sept. An Nord tes fifcheuUnterseebootes ^er$<-e* explodierten teste, als sich das Boot auf eher Probefahrt zwischen der englischen w* der franMfche« Küste befand, die Akkumulatoren für die Mo­toren. Hierbei sollen etwa M Personen ver­letzt worden sei«. Auf Funkrnf de« Bootes hin, t« de« um Hilfe gebeten wurde, sandte die Marinepräfektur in Cherbourgh zwei Schlepper und zwei Wasserflugzeuge aus. Emer ter Schlepper konnte das Boot H» Schlepptau nehmen, nm es nach Cherbourgh ja bringen. Er handelt sich nrn ein ll-Boot erster Klaffe, das «79 Tonnen ver- biängt

ft. Paris, 27. Sept. Bei der Explosion, die sich am Montag an Bord des französischen UnterseebootesPersse" ereignete, handelt es Lch mn eine Motorexplosion, bei der das Kurbelwellenlager ritz und das ganze Kurbel­wellengehäuse zerstört wurde. Ein In­genieur der Bauwerst und ein Mon­teur die sich m unmittelbarer Nähe des Motors befanden, wurden auf der Stelle getötet, während eine ganze Reihe an­dere Personen durch Herumstiegende Eisen- teäe schwere Verletzungen davontrugeu. Zwei.

«m ihnen eflttten so schwere Schädelbrüche, dah an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. 3m Anschluß an die Explosion brach im Ma- schmenraum ein Feuer aus, durch das etwa 20 Wann der Besatzung mehr oder weniger schwere Brandwunden erlitten.

DerReifee* war am Montag morgen von Cherbourgh ans zu einer Aebungsfahrt aus­gelaufen. An Bord befanden sich außer der Besatzung, die jedoch nicht vollzählig vertreten war, etwa 20 Ingenieure und Mechaniker der 1 Schiffswerft, um die Maschinen einer letzten Prüfung zu unterziehe«- Roch ehe die durch SOS-Rufe angeforderten Hilfsschiffe zur belle waren, wurde derPerser" von einem 'anderen stanzösischen Stepper, der gerade in ' der Rahe kreuzte, ins Schlepptau genommen. Sie erreichten in den späten Abendstunden des Montag den Hafen von Cherbourgh, wo die Verletzten sofort in das Marinekrankenhaus eingeliefert wurden. Neben den Schwerver­letzten sollen sich noch drei Mechaniker in Le­bensgefahr befinden, die schwere Brandwun­den davon getragen haben. DerPerser" ge­hörte zum Flottenbauprogramm 1927 und war 1931 vom Stapel gelaufen.

Das friedliche Frankreich

Unter dem TitelWaffen und Reden" geht Gayda im halbamtlichenEior- n a l e d' I t a l i a" mit der Rede Herriots ins Gericht. Er führt aus. dah nach den Aeuherungen des französischen Unterstaats­sekretärs Vernier am 24. September ge­legentlich einer Inspektionsreise die fran­zösischen Befestigungen gegen Italien an der Alpengrenze unangreifbar feien. Nach den Worten desselben Unterstaatssekretärs seien auch die Verteidigungslinien im französischen Nordosten gegen Deutschland in ihrem Aufbau beendet und von der Erde aus unangreifbar. Was die Luftangriffe betreffe, so sagt Eayda, dah bas letzte un­geheure Bauprogramm des französischen Luftfahrtministertums, das

1097 Lufthäfen und einen Aufwand.

von 4,3 Milliarden Franken vorsehe, Frankreich auch in der Luft, sowohl in der Verteidigung wie für den Angriff vollkommen überlegen mache. Eayda weist dann

die Verschleierung des französischen^ Heereshaushalts

nach und stellt fest, dah die tatsächlichen Ausgaben für das Jahr 1931/32 nicht 11,6, sondern 19 Milliarden betragen und somit nach Goldwert die Heeresausgaben von 1913 um 44,8 Prozent übertreffen. Von einer Abrüstung, wie sie Herriot in seiner Rede betone, sei also nichts zu bemerken. Die Ziffern stünden im Gegensatz zu den Worten, die Tatsachen zu den Theorien.

Kurze Unterredung

Pessimismus in Paris.

Die kurze Unterredung Herriots mit dem englischen Auhenminister Sir John Simon am Montag scheint nicht so ver­laufen zu sein, wie man französischerseits erwartete. Die Schuld daran schiebt man bet Tatsache zu, bah Herriot erst verhält- nisrnähig spät in Genf eingetroffen sei unb baher keine Gelegenheit gehabt habe, mit seinem englischen Kollegen bie Fragen zu beraten, bie augenblicklich im Vordergrunb bes Interesses stehen. Der Genfer Bericht­erstatter besEcho b e Paris", Perti- nax glaubt zu wissen, bah sich bet englische Auhenminister barauf beschränkte, Herriot übet seine Unterredung mit dem Reichs- auhenrnrnister zu unterrichten und auhet- bem auf Punkt 5 bet englischen Note auf­merksam zu machen, in bem bekanntlich bie Möglichkeiten erwähnt sinb. bie man englischerseits für eine Befriedigung der deutschen Forderungen ins Auge gesagt hat. Pertinax ist der Aufsasiung. dah ge­rade diese Punkte bie französische These

| an bet schwachen Stelle treffen.

DasJournal" wirft bem englischen I Auhenminister vor, bie Lage ein wenig auf bie leichte Schulter zu nehmen. Er habe beim Verlasien Herriots nicht ben Eindruck eines Mannes gemacht, bet fein Gewissen mit bet Frage bet Organisierung bes Stiebens überlaste.

DerMati n" gibt offen zu, bah bie Besprechungen zwischen Herriot unb Simon nicht zu bem erwarteten Ergebnis geführt haben Der Beginn bet Völkerbundsrats- sitznng stehe in einem sehr pessimistischen Zeichen.

Auch betExcelsiot" gibt zu, bag noch nie ein so starker Pessimismus über Genf gelagert habe. Detschiebene Länder könnten nunmehr Rechenschaft übet tee Auswirkung ihrer Politik ablegen, dir b<*m Prestige unb bet moralischen Achtung >. Völkerbunbes sehr gejchabet hätte.