Einzelbild herunterladen
 

Ameiaer für (das frühere kurhesfifche) Oberhessen

A^ig-r »er amtlichen Bekanntmachnngxn Hin Stadt und Kr-i- Marburg

herriot fordert Deutschland heraus

V Unerträgliche Verleumdungen und Verdrehungen ,D°utM°nd M mehrws^ Mchen *

gedantt. das bun

wolle ähnlich wie seinerzeit Preußeneinen neuen Typus seiner, Armee oder sogar eine Doppelarmee" schaffen.

Dazu ist doch nur festzustellen, dntz die Form unserer Armee uns durch den Versailler Vertrag a«fgezwungeu war-

St. 226 67. M» Mnkbun>a.Mn

Der Anreigenpret« beträgt für ven 11 gespalt. Zeilenmilltmeter 0.08 ®9R., Familienanzeigen bei Barzahl. 0.07 GM.,amtl. u. ans- wLrtig« «nz.0.10 GM. Sog. kleine Anzeigen nach Spezialtarif.Drnnd- phttft: Solonel. Bei schwierig.««,; sowie bei PlatzdorschrtftbO*/, Auf­schlag. Sammelan^igen 100°ln Aufschlag ReNanu-Millim. 0.40 «M. Grundschrist-. Petit. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Offertrn-Sebührr 25 Pfg , bei Zustellung der Angebote einschl. «potto.60 GM. Belege werden berechnet. Lrfüllm>g-°rt Marburg.

Eine vorläufige Antwort

Die Erklärung zuständiger Kreise zur Rede Herriots

teiligen. . , ... ,.

..Frankreich", so schlo ßHerrwt, ruhig, abgeklärt und sich seines guten Gewissens bemüht. Es erklärt sich, bereit zu allen loya- len Abmachungen, die die terrstoriale und po­litische Unabhängigkeit aller ^Nationen uche^ stellen Es hat nur einen Wunsch, nämlich den, nach einer schweren Prüfung die Kruder, die chm verblieben smd, m Ehren und m Frieden zu erziehen."

den ist.

Uns macht der französische Ministerpräsi­dent Vorwürfe, weil wir uns um dre Or­ganisationen unserer Verteidguna ml den mehr als engen Grenzen von Versailles bemühen. Für Frankreich aber r t nach Herriot die ungeheure Maschinerie der französischen Wehrpflichtnur eine der Formen der Bürgerpflichten .

Höchst unklar ist die Rolle, die Art. 8 der Völkerbundssatzung tu der Rede iptelt. Immer wieder greift Herriot auf ihn z rück, ohne aber einmal zu lagen, was er denn nach seiner Meinung vorfchreibt Es ist deshalb vielleicht nützlich den Wortlaut heranzuziehen. Danachbekennen sich d Vundesmitglieder zu dem Grundsatz, datz die Aufrechterhaltung des Friedens eine Herabsetzung der nationalen Rüstungen auf das Mindestmatz erfordert, das mit der nationalen Sicherheit und mit der Er­zwingung internationaler Verpflichtungen durch gemeinschaftliches Vorgehen verein­bar ist-" ,

Dieses Recht dernationalen Siche» heil- wird Deutschland durch Frank­reich ebenso verweigert, wie Frankreich

Die Red.) Wer aber kann die hervorragende Antwort vergessen, d«e dre franzostsche Sozia­listische Partei im Jahre, 1917 auf den Stock­holmer Fragebogen erteilte? 3n dresemDo- f um ent wurde erllärt, datz die Schaffung einer internationalen Str ett- macht km Dienste des Rechts das haupt- sächlichste Ziel eines Völkerbundes st' Re­spektierung der internationalen Vertrage, Be­seitigung der Gehenndiplomatie, Swieosge- richtsverfahren, militärische und wrrtfchastbche Sanktionen das seien dm notwmdrsen Elemente für die Losung. des ProblE. Rur nm diesen Preis könne em Regime,d« Frie­dens hergestellt werden. Das gleiche sozia­listische Manifest bezeichnet auch dre Vor­schläge einer Liga, die dm Frieden allem aut der Schiedsgerichtsbarkeit aufbauen wölkte, als unbefriedigmd, und betonte noch-

^rt an Deutschland zum Ausdruck ge­bracht, die trotz aller beabsichtigten Mahigung mit so viel Leidenschaft fnifgenommen wurde. Mir betreiben die Politik des Völkerbundes, eine Politik, vor der alle Völker, ob groß oder klein, gleichberechtigt sind. .

Mr stellen mit Vergnüaen fest, datz wir nicht die einzigen gewesen find, die er- «ären, datz eine Wiederaufrüstung Deutschlands der B-giun der Rückkehr zu den alten Torheiten sei; denn es handelt f fich »m eine Wiederaufrüstung. Zahlreiche

Beweis« liege« hierfür neben den be»

vöS

Hoover, die gezeigt haben, m welchem M^e die Veremrgtm Staaten sich für, dre Sw teidigung des Kellogg-Paktes emsetzen, Hu­ben sich bedeutmde Männer m Skandinavien mit dem sie beunruhigenden Problem be- schästigt. Wir werdm ihre Anstrengungen sorgsam verfolgen.

Unter dm gegenwärtigen Umstanden b» absichtigt Frankreich, ferne DErm und seine Handlungen auf dm unernge- schränkten Respekt vor dem FriedE- nertrao und vor dem Völkerbundsstatut aus- zubaum. Satzerfüllte Rufe drmgm zur uns, und man sagt, datz man dm Versuch macht, dm Zorn gewisser Völker gegen uns aufzu- pertschm. Frankreich hat das Recht, diesen Leidenschaften ferne ®ernimft, ferne leistungen und sem Wohlwollen entgegen­zustellen. Frankreich haßt kernl Volk. Es könnte heute noch am Rhem stehen. Vor der Frist hat es Deutschland die freie Ver­fügung über die kraft der Verträge besetzten Gebiete gegebm. Man hat ihm dafür nicht

Herriot zählte dann alle Maßnahmen aus die die französische Regierung angeblich seit 1921 zur Herabsetzung ihrer Rüstungm ge­troffen habe und fuhr fort:Es scheint manchmal, als ob die Verbindung von Sicher­heit und Abrüstung eme Art rückständiger Auffassung zum Ausdruck brmge und als Vorwand für den schlechten Wil­len gelte. (3a! 3a! und nochmals 3a!

kannte« deutschen Kundgebungen v»r.

Die technischen Einzelheiten für eine Wieder­aufrüstung sind vermehrt worden. Ern Ha« nister (General v. Schleicher), der uns fort- I gesetzt unseren angeblichen Hegemomewillm zum Vorwurf macht, deckt die rn sehr Zurück­haltender Form in der diplomatischen Note I zum Ausdruck gebrachten Absichten auch da­durch, daß er Materialim fordert und die Schaffung einer Miliz verlangt.

Die Verordnung vom 13. September (übet die Bildung des Reichskuratoriums für

Weise, datz sie in der Lage ist, d»e Waffen I zu tragen.

Es ist eines der traurigsten Kapitel der Heu- I tigen Zeit, die junge Generation, die aus der schmerzlichen Erfahrung ihrer Vater hatte Nutzen ziehm sollen, zu Hebungen heranzu- ziehen und zu Handlungm 3U~ veranlassen, die der Abrüstung und dem Frieden mcht Ög sind. Wie kann man Kinder d,e des Tötens lehren? Wie kann man ernsthaft das schwere Friedensproblem be­handeln, und welche Täuschung ist es, fort­gesetzt von einer materiellen Abrüstung zu sprechen, wenn man nichts tut, um die moralische Abrüstung herbeizuführen, wenn man direkt oder indirekt, offen oder geheim, die Kräfte des Lebens für das verhängnis­volle Werk des Tötens einsetzt, wenn man einen Willen aufreizt, dem die industrielle Zivilisation der Gegenwart im gegebenen Augenblick schnell die Mittel zur Vernich­tung der Menschheit in die Hand geben würde!

Frankreich, das sehr oft verleumdet wurde, . kann die Welt zum Zmgm anrufm, datz es nicht von dieser Ansteckung befalle« ist und datz es seine national« Erziehung auf andere Ziele einftellt.

Aber wir haben noch anderen Ansatz zur Bmnruhigung. Die andere Beunruhigung wird in uns wachgerufen durch die offenkun­dige Absicht, zu beweisen, datz llebereinstim- rnung zwischm den (dmtschen) Forderungm, die gewisse Kreise für gemäßigt halten, und dm Publikationen militärischer Fachlmte be- steht, die fich weigern, unser Genfer Elaubms- bekenntnis zuzulaffm und die den Unterschied, dm wir zwischen einem Angriffskrieg und einem Verteidigungskrieg machm, verspottm.

Diese Fachlmte, derm Autorität unbestteit- bcr ift wollen uns glauben machm, dah DeutsÄand eine sehr mächtige moderne Armee zu organisieren sucht, die nicht nur für die nationale Verteidigung bestimmt ist was durchaus berechtigt wäre sondern sich auch für dm Angriff eignet. Sollte nicht ' in genau der gleichen Weise, wie Prmhen da­mals die Bedingungen, die ihm aufgezwungen wordm waren, dazu benutzt hat, eine gefahr- liche Armee eines völlig neuen Typs zu lchaffm.

Die Beteiligung an dieser Iugendausbil- dung ist eine der wichtigsten Voraussetzun­gen für die Beförderung der akttven Mann­schaften. Dieser Vergleich zeigt unwider­leglich, wie Herriot die tatsächlichen Ver- hältnifse in beiden Ländern geradezu auf den Kopf stellt.

Das Gleiche gilt auch für de« Teil der Rede, in dem der französische Minister- Präsident von der moralischen Abrüstung spricht. Es ist sichrlich keine moralische Ab­rüstung, wenn sich noch vor wenigen Tagen der Vorsitzende des französischen Obersten Kriegsrates bei der Turenne-Kundgebung in dem elsässischen Städtchen Turkherm das Wort des Marschalls Ludwigs XVI. zu eigen gemacht hat,

das kein Kriegsmann in Frankreich Ruhe habe, solange ein Deutscher auf der linken Seite des Rheines stehe.

Das ist doch geradezu eine Propagandie- rung der Annexion des linken Rheinufers, und sie wiegt um so schwerer, als sie von dem einflutzreichsten und hervorragendsten Vertreter der französischen Generalität be­trieben wird. Wie sich derartige Aeuge- rungen mit dem Begriff der moralischen Abrüstung vertragen, ist für deutsche und sicher auch für neutrale Beurteiler schlecht­hin unerfindlich.

Auf gleich schwachen Füßen stehen die historischen Erklärungen, mit denen Herriot "vettert. wenn er Deutschland vorwirft, es

Der Gedanke der fronzösischen Negierung ist vor allem auf den Frieden gerichtet, Sur uns wie für Briand ist der Krieg em Ver­brechen. Unser Programm hat nichts Zwei- dmttges; wir haben dies m unserer A t-

$tm unterrichteter Berliner Seite wird mitgeteilt: Die Rede Herriots enthält eine Fülle von Ungeheuerlichkeiten und Schief­heiten. Das gilt gleich zu Beginn der Rede für die Behauptung, es komme Deutschland nur auf eine Wiederaufrüstung an, wäh­rend Frankreich den Frieden wolle.

3n Wirklichkeit ist in allen denlschem Erklärungen zu diesem Thema auch in denen des Generals v. Schleicher, auf die Herriot anfpielt immer wie­der mit Nachdruck betont worden, datz wir jedes Waffenverbot, jede Ab­rüstung begrüßen «nd mitmachen würden.

Herriot glaubt die Maßnahmen der Reichs­regierung zur Ertüchtigung der Ju­gend als Beweismittel anführen zu kön­nen und versteift sich dabei zu dem Satz: .Wie kann man Kinder die Kunst des Tötens lehren!" Dabei hat der Leiter des Kuratoriums für Jugendertllchtigung.-Ge- neral v. Stülp nagel, in seinem be­kannten Interview mit einem französischen Journalisten klar und deutlich auseinander- aefetzt daß die Jugendertüchtigung nicht im geringsten militärischen Cha­rakter haben soll.

Im Gegensatz hierzu ist Frankreich in der militärischen Ausbildung seiner Jugend allen Nationen geradezu rich- 'tnaoebenb vorausaeaanaen

heut« das militärische Genie Deutschlands versuchen, eine Armee -der f-Ü« eine Doppelarmee z« schaffen in der Absicht, einen entscheidenden Stotz ins Her, des Gegners zu führen, für den die nationale Verteidigung nur eine der Formen der

Bürgerpflicht ist?

TVp- gestaltet das Abrüstungsproblem so L-K fc nt »W d-b di- AIIU°r. etn des letzten Krieges versprochen ha­ben, ihre Rüstungen berabzusetzen. Man vergibt aber zu oft die Präambel $u Teil V des Versailler Vertrages und das er­läuternde Dokument,

Namen der Minetten übergeben

Dokument präzisiert, ba6 die ^Mtung Deutschlands der erste Schritt 5U> ien« absetzung und allgemeinen Beschrankung der Rüstungen ist, die die gesamten Machte durch­zuführen suchen als eines der dem Kriege vorzubeugen, .eme Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen, die der Völkerbund als eine ferner ersten Pflichten herbeiführen müßte.

Zweifellos hat das englische Memo» ran du m vom 15. November, das sich loyal dem Willen. die Rüstungen herabzusehen, an­schließt. nachdrücklich gezeigt, daß dm Präambel zu Teil V dem Vertrag nicht seinen obliga­torischen Charatter nimmt, und ba6 nicht em einziger Hinweis, wie die Abrüstung durch- gefühtt werden muß,, sich in den allgemeinen Aeußernngen des Artikels^ des Volkerbunds- pattes f in bet" Aber bissen Art kel 8 unb ; t dar­in enthaltenen Verpflichtungen will Frankreich loyal 'respektieren. Ich glaube, m entscheiden­der Weise in meiner Antwott an Deutschland bewiesen zu haben, daß Frankreich in weitem Maße zur Rettung der Abrüstungskonferenz in den Monaten Juni und 3ult beigetragen

ÄbecheUsche

46 A A HPA A MM mmi

TasesaMistt ^ndrszrmms

schland die freie Ver- t bei Verträge besetzten

Gebiete gegeben. Man hat ihm dafür mcht gedantt. Es hat emen Teil des Geb etes, das durch die Schlachten verwüstet wurde, wiederherstellen müssen. Nach 3nkrafsietzung des Youngplanes, desien getreuliche Ausfüh­rung

Frankreich an fernen Neparcttwnsforberungen die schwersten Opfer gebracht. Auch dafür hat man ihm keinerlei Dartt gewußt. Frank reich, das selbst von der Wirtschaftskrise ^e- troffen ist muß seine Produktion schützen, aber trotzdem öffnet es den deutschen Waren 'E Grenzen, und Deutschland hat 1931 m eme n Handelsverkehr mit Frankreich emen U.be - schutz von 3 385 000 000 Francs gehgbt. Auch dafür dmitt man uns nicht. Wir haben das Recht, die Aufmerksamkeit Frankreichs und der Welt auf diese Tatsachen zu lenken. Aber wir werden uns nicht an den Agitationen be­

male:

Was di« Völker vor allem verlang««, ist Sichrrhrit.-

Herrwt zitiette aus dem Manifest vo-n 1917 die Stellen über die gegenseitige Hilfe­leistung und erklärte, daß diese von den

«»-El ben. Em Regime gegensertiger Kontrolle ÄÄS-iSÄ«

Fan^Tufg^ronten5 Problems S schwer fallen.

Man muffe ein Friedensstatut schaffen, das in einem gleichen Regime der Sicher­heit alle Rationen Europas ,ufamrnen- führe ««d das Deutschland feine restlofe

Beruhigung gebe.

Ich glaube zu misten, fuhr Herriot fort, daß hervorragende Mitglieder des Völker­bundes augenblicklich em Programni studie­ren, durch das die Abrüstung rn em Verhalt nie zur Sicherheit gebracht werden soll. Seit der historischen Rede Sttmsons und fett

Monlac, «nW.Skv1.lM w .Oberhessische Zeitung' et- yint sechsmal weckentlich. Be- monatl.i. Marburg 2.02 jgif. au-schl. ZusiellungSgebühr, unsren ylgenturen 1,93 SM. .Kgl. Zustellung Sgebsihr, durch L Post 2.25 SM. Mir ettva lech Streik, Maschinendesekioder jonentote Ereignisse ausfallende «tttntnent wird kein Ersav ae» Met. Verlag, Dr. 6. Hitzervth, der Itnib-Buchdruckerei Aug. Koch, Markt 21/23. iernsprecher: Rr. 2054u. Rr. 2055 tzstscheckkonte»: Amt Frankfurt ^M- Rr. 5015. Sprechzett vt Aedaktiem dem 10H *f,l1 tot.

Daris, 25. Sept.Die angekündigte große lutzenpolitische Rede, die Herroot heute ,n Kramat gehalten hat, begann mit ,kurzen Aus- übrungen über die Rentenkonventierung und ,ie Notwendigkeit eines Budgetausgleiches. Außerdem sprach er sich über das Ergebms von Strefa aus und erklärte, Frankreich nehme gern die dott erzielten Ergebmsie an,, well es « als einen Erfolg feiner Arbeit tn Lau- fftme betrachte. Herriot ging alsdann zum Hauptthema, zur Außenpolitik, über un übrte u. a. aus: