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Das Genfer Büro tagt Keine Debatte über Deutschlands Fernbleiben
öbecheMche Zeitung
Washington, 21. Sept. Staatssekretär Stimson hat heute mitgeteilt, daß er den amerikanischen Batschafter in Paris, Edge, nach Washington beordert habe. Dieser Schritt sei in Verbindung mit den französisch-amerikanischen Handelsvertragsverhandlungen keines-
SonimAas, mLöeviiM
-K .vberhessische Zeitung' ee- sechsmal wöchentlich. De- E-chret« monatl. L Marburg 2.02 gfgi. ausschl. Zustellungsgebstbr. ftf unsren Agenturen 1,93 GM.
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die deutschen Eleichberechtigungrforde- rungen zu besprechen. Man hofft französischerseits, daß die Unterredung, die zu Ende der Woche zwischen Sir John Simon und dem Reichsaußenminister v. Neurath erwartet wird, zu einer für Frankreich günstigeren Haltung des englischen Außenministers fuhrt, und dann die Gelegenheit für den französischen Ministerpräsidenten wesentlich besser ist, seinen Standpunkt durchzusetzen.
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und die Antwort des Konferenzpräfidenten vor. Beide Schreiben wurden im Wortlaut verlesen. Mit dem Vorschläge Hendersons, über die Mitteilung der deutschen Regierung vorläufig in keine Diskussion einzutreten für den Fall, daß die deutsche Regierung den Wunsch habe auf fernen Brief zu antworten, erklärte sich das Büro einverstanden.
Sodann gab Henderson ein Schreiben Litwinows bekannt, in oem die Moskauer Regierung sich weigert, in Zukunft Vertreter in die technischen Ausschüsse der Kon- e zu entsenden, solange nicht Be-
? über wesentliche Herabsetzungen der Rüstungen gefaßt seien.
Die Bürositzung verlief vor fast leeren Tribünen ohne das geringste Interesse. Es machte sich allgemeine und
Teilnahmslosigkeit geltend. Die ohne Deutschland die praktischen Ab- Lstungsarbeiten weiterzuführen, scheinen bereits am ersten Tage gescheitert zu sein. Die Verhandlung rief in allen Kreisen einen geradezu trostlosen Eindruck hervor. Abreise der deutschen Delegation in Genf.
Berlin. 21. Sept. Die deutsche Delegation für die Völkerbundsratstagung wird heute nachmittag um 16.22 Uhr vom Anhalter Bahnhof abreisen.
lanks aufzunehmen und bis zu ihrem Abschluß einer Vertagung der Arbeiten des Büros der Abrüstungskonferenz zuzustimmen. Diese Möglichkeit, die man gestern in verschiedenen Kreisen noch ms Auge gefaßt habe, und eine solche Möglichkeit habe auch tatsächlich bestanden, da ja Ministerpräsident Herriot nicht zögerte, nach Genf zu reisen, um nötigenfalls an einer Debatte darüber teilpinehmen, sei aber nicht eingetreten.
Niemand habe sich gestern geftmdeu, em die These Hendersons zu Sberaeh-
Abriistungskouferenz ist heute vormittag wieder zusammengetreteu. 3m ganzen setzt sich das Büro aus 19 Persönlichkeiten zusammen. Deutschland hat zu dieser Tagung gemäß der Mitteilung des deutschen Außenministers an den Präsidenten der Abrüstungskonferenz vom 14. September keine Vertreter entsandt.
Präsident Henderson eröffnete die Tagung des Büros der Abrüstungskonferenz mit einer kurzen Ansprache, in der er erklärte, die Abrüstungskonferenz sei jetzt an ihrem kritischsten Punkte angelangt. Es handele sich jetzt darum, ob man zu einer wirksamen und ernsthaften Herabsetzung der Rüstungen oder zu einem neuen Rüstungswettlauf gelange. Hauptaufgabe des Büros sei die Vorbereitung des zweiten Tagungsabschnittes der Konferenz, der, wie er bestimmt hoffe, fine Rerhe konkreter Abrüstungsmaßnahmen zeitigen werde.
Die Rede Hendersons wurde von der Versammlung schweigend entgegengenommen. Sodann legte der Präsident
das Schreiben des deutschen
Außenministers
bis Deutschland wieder «m Serhau» kungstisch Platz genommen habe. Niemand. nicht einmal der Vertreter Rußland* -der der Vertreter
Sialiens.
Eine Forderung der „Times".
In einem Leitartikel über die Rüstungsgleichberechtigung erklärte die „Times , daß nunmehr eine gemeinsame Erklärung der Mächte — besonders der alliierten Staaten — notwendig sei, in der sie verkünden sollten, daß die Äbriistungsverem- barungen rechtlich und tatsächlich den Teil 5 des Versailler Vertrages hinsichtlich der ZWdmgoa ungültig machen stüen.
Liebesgaben für den Gustav-Adolf-Verein Leipzig. 21. Sept. Die heutige Schlußsitzung der Reichstagung des Gustav-Adolf-Vereins in der blümen-, geschmückten Aikolaikirche brachte die Aeberreichung der Liebesgaben. Die Ga- ben sind im Altarramn der Kirche tof* gebaut. Man erblickt zwei neue Mocken.s ein silbernes Kruzifix, Altargerüte, Altar* decken und manches andere.
Die Versammlung wurde mit der Ver* lesung eines Telegramms des Reichspräsidenten eröffnet. Reichs* Präsident von Hindenburg erwiderte die ihm dargebrachten Grüße des Zentralvvr- standes und wünscht dem Verein weitere segensreiche Arbeit im Dienste der evan- gelischen Kirche. Der Präsident teilte ferner mit, datz der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Goerdeler zum Mitglied des Zentvalvorstandes berufen worden ist.
Sie erste Gabe ist die „Sachsengabe" im Gesamtbeträge von 150000 Mark, die Pfarrer Roehling-Leipzig überreichte. An der IubiläumSsammlung „Gine Million in Groschen" sind die Hauptvereine Leipzig tob Dresden mit .105 000 Mark beteiligt, so daß das Sachsendolk trotz aller Verarmung insgesamt 255 000 Mark für den Li^eSdienst an der Diaspora aufgebracht hat. Die Spende sächsischer Frauenver- etne besteht aus drei vollständigen Altarfische», einem Kruzifix und anderem. Zwei Vogtländerinnen in Landestracht überreichten zwei Teppiche. Für die Gabe des Gustav-Adolf -Frauen- Vereins im Betrage von 25 000 .Mark ist zum ersten Male in größerem Umfang auch außerhalb der Reichsgrenzen gesammelt worden. Trotz Der Rot der Zeit haben zahlreiche Vereine ihre Beträge verdoppelt, ein Verein verzehnfacht. Die Gaben sollen der weiblichen Diakonie im Auslande zugute kommen. Am Ende der langen Reihe steht die in Tausenden von Kindergottesdiensten gesammelte Gustav-Adolf-Kindergabe, die Hr verdienter Leiter Pastor D. Piersig- Bremen in einem Betrage von 29 000 Mark überreichte.
Der Präsident nahm die Gaben im Ra- men des Zentralvorstandes mit Worten der Freude und des Dankes entgegen.
Ueberraschende Wendung in einem Sonder- gerichtsprozeß.
Essen, 21. Sept. Eine überraschende Wendung nahm heute eine Verhandlung vor dem hiesigen Sondergericht gegen vier Nationalsozialisten, die an einem Zusammenstoß mit Kommunisten am 18. Juni in Bottrop tetlge- nommen haben sollen. Bei dieser Gelegenheit soll auch einer von den Angeklagten, der Bergmann Hermann, zwei Schüße abgegeben haben, durch die zwei Personen verletzt wurden Der Beschuldigte bestritt enhchredcm geschossen zu haben, obwohl eine ganze Reche von Tatzeugen il)n mit Bestimmtheit als hcn Sitzen wiedererkennen wollten. Die Verhandlung die gestern bereits begonnen hatte, war auf 'Antrag des Verteidigers auf heute vertagt worden. Dieser überreichte heute frutz einen Brief des nationalsozialistischen Reichs tagsabgeordneten Paul Schmidt, in dein dieser, der gestern als Zeuge im Gerichts- oebäude anwesend war, mitteilte, daß er di.' zwei Schüsse in Notwehr abgcfcuert habe. Das ^ondergericht hat die Verhandlung auf den 30. September vertagt. Schmidt ist angeblich gestern abend zu einer .wichtigen Ausschuß-
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,Echo de Paris" Pertinax, gibt dieser Hoffnung Ausdrucks indem er betont daß Herriot von Str John Simon die 'größte Zurückhaltung in seinen Abrüstungsforderungen gegenüber Frankreich erwartet, nach dem dieser bei seiner Unterredung mit Reichsaußenminister v. Reurath ftstgestellt habe, daß man von deutscher Seite kfinerlei Entgegenkommen erwarten könne. 3m übrigen bemühen sich sämtliche Blätter, die Oeffentlichkeit davon zu überzeugen, daß bte Abwesenheit Deutschlands bei den Abrüstungsbespre- chunaen den Gang der Verhandlungen in
sich zu eigen mache und in der Sitzung des
Büros der Abrüstungskonferenz vorfchla- w« Vanve.sver^g^»^^ gen werde sofortige Verhandlungen wegs iedoch zwecks Diskussion mit den .Vertretern Deutsch- l toulbenfroee etf**
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg
Kuhhandel aus Kosten Deutschlands
Kurswechsel der französischen Ostastenpolitik — Amerika unterstützt Frankreichs Standpunkt in der Abrüstungsfrage
ft London. 22. Sept. Di« Genfer 1 Nemchtrrstatter des ^D-ily Herald" m»d der »News Chroniele- erfahre» überfinstirnrneud. daß Vie französische Äegieteeg einen Kurswechsel m ihrer fernöstlichen Polittk gegen Japan t»b China beschlossen habe. Frankreich beabsichtige seine bisher mehr oder weni- verhüllte Unterstützung des
«panischen Borgeheas in China der Mandschurei auszugeben und in Zukunft wesentlich auf das Sol» kerbu-dsftatut zu stützen. Der nd für diesen Umschwung sei jedoch «icht etwa eine besondere Friedensliebe Frankreichs, sondern Deutschlands leichberechtigungsforderung.
seine Stellungnahme, daß Deutschlands Forderung eine Mißachtung von Sertragsverpflichtunge« bedeute. $» stütze«, sehe sich Frankreich gezwungen, die Gültigkeit solcher Verpflichtungen im fernen Osten — vorübergehend — anzuerken- rnru. Di« französische Negierun« sei überzeugt daß die alleinige Antwort auf Deutschlands Forderung a«t dtzrrch den BSlkervund und durch strenge Einhaltung des Völkerbundsstatuts erfolgen könne.
3* diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, daß die „Time s" bereits am Mittwoch aus Washington gemeldet hat, Senator Reed habe Herriot die amerikanische Unterstützung des sranzösisthen Standpunktes itt der Eleich- berechtigungssrage zugesagt, falls Frankreich Amerika in der Maudschureifrage «nterstütze.
Japan imb der Völkerbund.
„Associated Preß" meldet aus Washington, der zur Vertretung des beurlaubten Botschafters Debutche dort eingetroffene japanische Geschäftsträger Hirofi Saito soll die Erklärung abgegeben haben, sein Land würde nicht eine Minute zögern, aus dem Völkerbund auszutreten, falls es sich zu diesem Schritt durch den Lytton-Bericht veranlaßt sehen sollte. Japan erwarte jedoch, daß der Bericht über seine Tätigkeit in der Mandschurei nicht ungünstig ausfallen würde.
Herriots kurzer Besuch Der Hauptgrund.
hewt'e.^Dounerstag wieder i« | Fein« Weife hindere. tms
Paris zurückerwartet.Er Ungarn tt»m- I Konferenzkreifen der gewesen
«enden Montag wieder nach ®e»f daß angesichts der Abwesenheitdeutsch- pirücktehren. I lands jede Arbeit nutzlos sei, da man sie
3n ttanzösischen politischen Kreisen er- I doch an dem Tage revidieren müsie, an klärt man die plötzliche Rückkehr Herriots dem sich die Reichsregierung anzerge. wre- damtt daß er von vorneherei« nur die I der an den Beratungen teilzunehmen. Absicht gehabt habe, auf der Eröffnungs- ■
fitzunq der Abrüstungskonferenz anwesend Deutschland v0lNg t|01t€n ' Slfö "b-r^iSÄ-" D«. S.ud--b--Icht-,st°«°rd«- „P-.It
Gunsten Deutschlands zurückmeisen zu I Parisien" st, Eens schreibt, man habe können Es scheint aber festzustehen, daß sich gefragt, ob nicht irgend xemand die noch andere Beweggründe den französischen Hendersonsche A r g u m ent a 11 o n Ministerpräsidenten veranlaßt. haben^ die 1 “ - ”“*• hes
Konferenz zu verlassen. Bei einem längeren Aufenthalt hätte es Herriot kaum vermeiden können, mit Sir 3ohn Simon