Marburg a. Lahn
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Konzentrischer Druck^aufDeutschland
_____U n„ h« ..Abrültunasarbeit« - Sind Frankreich und Amerika ermg?
Hoover wünscht weitere Beteiligung Deutschlands an der „Abrustungsarbeit
Die Erklärung Hoovers.
dem 3ahre 1929 mnegehavt vorbildlicher Unparteilichkeit aendem Verständnis in die
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Simon in Genf alles versuchen wird, um die Reichsregierung doch noch zur Ten* nähme an den Arbeiten der Abrüstungskonferenz zu bewegen. Der Londoner Berichterstatter des »Petit Parisicn will aus gut unterrichteter Quelle erfahren haben, die englische Regierung werde der Reichsregierung die Versicherung geben, daß die Frage der deutschen Gleichberechtigung im Rahmen eines besonderen Abr üstungsabkvm- mens geregelt werde. Es handelt sich dabei um eine etappenweise Abrüstung, so wie sie vom Präsidenten Hoover in seiner am Dienstag im Weitzen Haus abgegebenen Erklärung vorgesehen ist. Englischerseits, betont der Be- ricksterstatter des »Petit Parisren", wolle man die Reichsregierung gewisser- mahen zwingen (?), an den Arbeiten
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ddtz Deutschland weiterhin an der Abrüstungskonferenz teil. «i« « t. die nunmehr für die ganze Welt so erfolgversprechend (?) aussieht und daß Deutschland an der Erreichung ihrer große« Ziele «ithilft.-
Amerikanisches Doppelspiel.
Rewyork. 20. Sept. Entgegen den Washingtoner Meldungen, daß der Streit um die deutsche Eleichberechtigungsforde- ruug als europäische Angelegenheit angesehen werde und daß die amerikanische Regierung eine Einmischung ablehne, berichte« «ne amerikanische Telegramme in Paris, dah eine weitgehende Uebereinst i m m u n g in den Besprechungen zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Herriot einerseits, dem ameri- kamschen Botschafter in Paris, Edge, »ud dem bekannten Senator Reed ans der anderen Seite gesunde« worden sei. Edge «nv Reed hätten Herriot erklärt, daß die Bereinigten Staaten den Zeitpunkt für die Stevuug des deutschen Verlangens ans Gleichberechtigung als ««gelegen ansehen »nd dah das Volk der Vereinigten Staaten eine Regelung der von Dentsch- land angeschnittenen Frage lieber ans der Genfer Abrüstungskonferenz wünsche. Aaherdem «»sie man auf dtzr
Die Regierung wird im Landtagsplenum nicht vertrete« jein.
Lerli«, -a. Sept. Auf der Tagesordnung der morgige« Plenarsttzu«g des Prenhischen Landtags stehen ein« Reih« von Vorlagen, tue insbesoader« auch die Wirksamkeit der kommissarischen Staatsregierung betreffen. Sieben der Debatte über die Notverordnung für den pren- hischen Etat ist die Badepolizeiverordnung des stellvettretenden Reichskommisiars Dr. Bracht zur Beratung gestellt. Entgege» der ursprünglichen Annahme, dah die kommisiarische Regierung Erklärungen vor alle« auch zur Bade- polizeioerorduung abgeben wolle, wird uus an unterrichteter Stelle jetzt erklärt, dah nicht beabsichtigt sei, Regierungsver- trete« in die Bollfitznng des Landtags entsende«. Daher bleibt es i» dieser Hinsicht bei de« bisherige« Dispositionen, wonach Regieruugsvettreter sich he Plenarsaal des Landtags und auf tat Tribüne« nicht aufhalten dürfen. Da« Betreten de, Land, tagsgebüudes ist jedoch tat Regierungsver-
Sturmtage im Landtag?
Scharfe Gegensätze zw kqmMssarrschen Regierung
stehen.
Hoovers Appell a« die amerikanische Oeffenttichkeit.
Anzeiger fiir (bas frühere kurhessische) Oberhessen «iaer her amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
Um die prrtchifche kommisiarische Staats- regienmg.
In einer Berliner Morgenzeitung wird im Zusammenhang mit dem Bericht über den Empfang des Landtagspräsidenten Kerrl bei Reichspräsident v. Hindenburg davon gesprochen, daß Reichskanzler v. Pap en, der bei diesem Empfang zugegen war, von dem Landtagspräsidenten die Zurücknahme des f. 3t gefaßten Landtagsbeschlusies verlangte, wonach den preußischen Beamten geraten wurde, den Anordnungen der kommissarischen Staatsregierung nicht Folge zu leisten. Bon zuständiger Stelle wird dazu erklärt daß Reichskanzler v. Papen der Erwartung Au^ druck gegeben hat, dah es bei diesem Beschluh des Landtages nicht bleiben werde. Der Kanzler hat den Landtagspräsidenten darauf aufmerksam gemacht, dah die kommisiarische preußische Staatsregierung sich mit einem derartigen Beschluß des preuhischen Landtages nicht abfinden könne.
fk. München, 21. September. Zu der heutigen Sitzung des preuhischen Landtages bringt die R.S.K. einen Artikel, in dem es
Danzig, 20. Sept. Aus Anlaß des Todes Gras Graninas Haden heute die Gebäude des Senats, des Volkstages, sowie der polnischen diplomatischen Vertreter Halbmast geflaggt. Der Danziger Senat hat aus rln- laß bes Ablebens des Grafen Eravma eine Kundgebung erlassen, in der es u. a. heißt: „Der Heimgegangene hat sein hohes richtcr- liches Amt seit dem Jahre 1929 mnegehabt und hat es in vorbildlicher Unparteilichkeit u>d mit einbringenbem Verständnis in bie schwierigen politischen unb wirtschaftlichen Verhältnisse ber Freien Stabt Danzig ausge- übt. Die volle Hingabe an feine Aufgabe und seine große Bedeutung als Staatsmann und Diplomaten haben ihm die Führung des schwierigen Amtes erleichtett. Seme vornehme ritterliche Gesinnung und die hervorragenden Gaben seines Geistes und Charakters haben auf alle, denen er, nahekam, «nen tiefen Eindruck gemacht. Die Freie otabt Danzig und die Danziger Regierung werden dem Entschlafenen über das Grab hinaus stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Einsetzung eines vorläufigen Völkerbunds- konnnissars geplant.
Genf, 20. Sept. Das unerwartete,Hin- scheiden des Danziger Dölkerbundskommmars Graf Gravina hat m Dolkerbrmdskrei- sen allgemein große Trauer und Bestürzung ausgelöst. Unmittelbar nach.dem Emtteffen der Todesnachricht haben Besprechungen über die jetzt zu ergreifenden Maßnahmen begonnen/ Da man hier allgemein eine Einigung zischen Deutschland, Polen und den übrigen Großmächten auf eine geeignete Perlon ichkeit in so kurzer Zeit für ausgeichlwien halt, besteht die Absicht, emen vollauf,genVülker- bundskommissar zu ernennen, der lediglich für einige Monate. eingesetzt werden . soll. Es wird gegenwättlg erwogen, daß em höherer Beamter entweder des Völkerbundsiekretariats oder des Foreign Office mit der verttetungs- weisen Führung der Geschäfte des Danziger Völkerbundskommissars beauftragt wirv.
Choleraepidemie in der Provinz Schansi.
London, 20. Sept. Rach Meldnngen au« Peking ist in der Provinz Schansi eine schwere Choleraepidemie ausgebrochen. Die Seuche hat bisher 160 Ortschaften heim gesucht unb be- teils 2500 Todesopfer gefordert.
heißt, es habe den Anschein, als ob das derzeitige Reichskabinett die Wahl eines preußischen Ministerpräsidenten auf parlamentarischem — das heißt verfas- ungsmätzigem — Wege überhaupt verhindern wolle, um Zeit zu haben, das in der Verfassung festgelegte Berhältnis zwi- chen Reich und Preußen zu ändern.
Weiter beabsichtige nur« sogar, natürlich mittel» einer Rotverord- ««n g, die preußische Polizei «nd tüe La«djSgerei dem Reich z« «nterstellen «nd ihr« Leitang Offiziere« der Reichswehr zu über, trage«.
Wenn derartige Pläne vorläufig aus takti- schen Gründen noch abgeleugnet oder verschwiegen würden, so sei doch bekannt, daß man sich in bestimmten Reichsstellen sehr ernstlich mit ihnen beschäftige. Letzten Endes liefen alle diese Pläne auf eine Zerschlagung Preußens und auf die Vernichtung seiner Eigenstaatlichkeit hinaus Hiergegen werde sich das deutsche Volk und das preußische Volk mit allen Mitteln zu wehren wissen. Alles in allem ständen bei dem Preußischen Landtag Sturmtage bevor und man dürfe gespannt sein, welche Mittel das Pra- sidialkabinett von Papen dagegen anroenben werde. Sie könnten nur „auf dem Wege des Staatsskeiches und des Derfasiungsbruches liegen, denn eine Land tag saufl öfumg könne nur vom Landtag selbst oder von dem Drei-Männer-Kollegium vorgenommen werben. Roch keine Entscheidung wegen der Gemeindewahlen.
Zu dem Beschluß des Gemembeausschusies des Preußischen Landtages auf Abhaltung ber Gemeinbewahlen am 6. November, ber am Mittwoch auch vom Plenum beftatigt werben dürfte, hat bas preußische Staatsministerium noch nicht Stellung genommen. Dem Nachrichtenbüro bes Vbz. wirb an zustanbiger Stelle bazu erklärt, baß biefe Frage eng verknüpft sei mit ben weiter geplanten Maßnahmen auf bem Gebiete der Derwaltungsreform. Diese wiederum müßten zurückgestellt werden, bis der Staatsgerichtshof in dem verfassungsrechtlichen Streit zwischen der Regierung Braun und dem Reichskommisiar entschieden habe. Eine Entscheidung über eventuelle Ge- meindewcchlen ist daher vorläufig nicht zu er- warten.
der Abrüstungskonferenz teilzmrchmm. Eine Weigerung würde als em Bew«s dafür ausgelegt werden, dah Deutscylano weniger die Abrüstung der anderen, als die eigene Aufrüstung wünsche (!).
Herriot ««d Sir John Simon fahren gemeinsam nach Genf.
ft. Paris, 21. Sept. Herriot ist am Dienstag nach Genf abgereist. Den gleichen Zug hat auch der englische Auhen- Minister Sir John Simon bestiegen, so daß die beiden Staatsmänner noch einmal Gelegenheft haben, sich vor Beginn der Genfer Arbeiten über die sämtlichen un Vordergrund des Interesses stehenden Fragen eingehend zu unterhalten. Kttegs- Minister Paul Boncour, der als ständiger Vertreter Frankreichs und Führer der französischen Abordnung in Genf bleiben wird, besteigt den Zug unterwegs da er sich bis zum letzten Augenblick im Manövergebiet bei EhalonS sur Marne aufhält. Auf dem Pariser Bahnhof hatten sich neben den Mitgliedern des Kabinetts eine große Anzahl von hochstehenden po- littsc^n und parlamentarischen Persönlichkeiten eingefunden, die den Ministerpräsidenten bet seiner Abreise begrüßten. Die französische Abordnung bei den kommenden Arbeiten, die ursprünglich gelegentlich des Kabinettsrates am Dienstag abend ernannt werden sollte, ist wider Erwarten noch nicht bestimmt worden.
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Nach dem Tode Eravinas
Tnmerkundgebung des Danziger Senats.
Standpunkt in der Rüstungsfrage vollkommen unbegründet feien, daß Amerika viel- mehr an dem Entwaffnungsdrktat des Vetsailler Vertrages keineswegs interessiert sei. ES wird ferner hervorgehoben, daß Hoover, dem feit seinem Regierungsantritt die Forderung der Weltabrustung das höchste-und tnmgst erwünschte Ziel seiner Außenpolitik set, Deutschland zur weiteren Mitarbeitbrauche, in der festen und von ganz Amerika geteilten UeberzeugjunA daß weder der Weltfriede noch Deutschlands
ftärung des Präsidenten lediglich an die breite Oeffentlichkeit gerichtet und nicht von einer diplomatischen Aktion — sei es hier ober durch die amerikanische Botschaft in Berlin — begleitet war, obwohl man daher von einem formellen Appell an die Reichsregierung nicht sprechen kann, so wird doch in der amerikanischen Presse die mit dramatischer Plötzlichkeit erfolgte Kundgebung Hoovers als ein »Appell an Deutschland" bezeichnet. In den Zeitungen wird überwiegerft» betont, Hoover habe Deutschland darüber bemhigen wollen, daß die von Pans ausgehenden Gerüchte über eine franzosisch-amenka- i Nische Einheitsfront gegen Deutschlands j
Washingto«. 20. Sept. Präsident Hoover gab ««erwartet eine Erklärung «6. ht de, «niet Bezugnahme auf Pariser Presiemeldunge« über die deutsche Gleichberechtigungsforderung zunächst fest- stellt, daß die Stellung der amerikanischen Regierung z« dieser Frage klar sei. »Die einzige Frage, a« der die Vereinigten Staaten interessiert find, ist die schritt- ____
«eise Herabsetznng der Rüst««- I Interessen gefördert werden könn-
ge« in der Minze« Welt. Wir find keine wenn Deutschland sich von den Ver- Partner des Versailler Vertragswerkes. Handlungen fern hatte.
Die Beschränkung der deutschen Rüstungen Englischer Druck ans Deutschland, ist eine rein enropäische Frage. Amerika fl. Paris, 21. Sept. In gut unterbat bereits erNärt. daß es an den diesbe- j^ten französischen Kreisen glaubt man, zügliche« Erörterungen keinen Anteil neh- I daß der englische Außenminister Sir John men wolle. Wir find daran interesfiert,--
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