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Marburg a. Lahn

gleicher Rechtsstellung geben, die mit der Aufrechterhaltung guter internationaler 1 ß?ttrfTrrtirr rn firinfiert sei.

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Nienstao, WW.Sept.19I2

ön awidgMtptd» beträgt ffc 6tn 11 gestalt. Zeilnnnillimeter 0.08 SM.. Familienanzeige« bei SargabL 0.07 SM., amtl. u. an#- wckrttge 3«j. 0.10 SM. 6og. Heim Anzeigen nach Spezialtarif.Vrrmb- schrist:Solon«l. Bei schwierig.Satz. sowie bet Platzdorschrift SO*/» Auf­schlag. Sammelanzeigen 100*1» Aufschlag R«kl«m.-Milttm. 0.40 «M. Sruudschrist, Petit. Jeder Rabatt gilt al« BarrabaN Ziel 5 Tage. vffe«teu-S«bilh»r 25 Pfg^ bei Zustellung der Angebot» einschl. Porto.60 SM. Belege werden berechnet. Lksüllungtzort Marburg.

den soll, und wird sich dann in den späten Abendstunden n a ch E e n f begeben, wo er gleichzeitig mit Kriegsminrster Paul Vonc out eintrifft, der sich vorläufig noch im Manövergelände von Chülons aufhält. Wenn die Haltung der französi­schen Regierung in der Frage der deutschen Gleichberechtigungs-Forderungen ziemlich,

klar ist, so ist dies nicht der Fall in Bezug auf die verschiedenen Abrüstungsvor­schläge, die sowohl von amerikanischer wie auch englischer Seite eingebracht worden find. Eigentümlicher Weise nehmen die Pariser Morgenblätter keinerlei Notiz von der Zusammenkunft H e r r i o t s mit dem Präsidenten des Heeresausschusies des

legenheit gelebt.

Angesichts der Verpflichtung, die die Eierten und asioziierten Mächte im Ver­sailler Vertrag und im Locarno-Abkom­men eingegangen seien, könne es nur eine Antwort auf die deutsche Forderung nach

Beziehungen in Einklang zu bringen sei. Die Lage erfordere, so schreibt Henderson, schnelles und kühnes Handeln und die Mächte, die direkt interessiert sind, könn­ten sie sofort erleichtern

öbertMsche Zeitung

| Henderson fordert Einhaltung der Versailler Abrüstungs-Verpflichtung seitens der Alliierte«.

Der Präsident der Abrüstungskonferenz > e n d e r s o n, veröffentlicht imNews Ironie le" einen Artikel, in dem es £ a. heißt, das Büro der Abrüsttings- Ionferenz sehe sich vor die hochwichtige Drage gestellt, die sich aus Deutschlands Forderung nach gleicher Rechtsstellung er­hebe. Diese Angelegenheit könne nicht Umgängen oder ignoriert werden, und er, «Henderson, hoffe zuversichtlich, daß bas Büro sich' dieser Dringlichkeit und seiner, fett. Folgen für das Werk der Konferenz »nicht verschließe. Keine Delegation der Abrüstungskonferenz könne überrascht ge­wesen sein, daß die deutsche Forderung so mchdrücklich in den Vordergrund geschoben eurbe. Das deutsche Volk habe 13 Jahre « einer Stellung militärischer Unter-

Die unerwartete Ablehnung

' Das Urteil der Berliner Presse

Aenderung des Bankgesetzes

Hindernisse für Diskontsenkung beseitigt

Basel. 19. Sept. Der Berwaltungs- rat der BIZ. hat de« deutsche« Antrag aus Abänderuug des § 29 Abs. 3 des Reichsbankgesetzes. der vorschreibt, daß eine Diskontsenkun« unter 5 Prozent nicht erfolgen darf, solange sich die Golddeckung unter 40 Prozent bewegt, angenommen. Damit ist der Weg für die von der deut­sche« Wirtschaft geforderte Diskontherab­setzung freigegeben.

Der-Millionen-Dollarkredtt der Deutschen Reichsbank, der bis zum 5. De­zember verlängert worden ist. wird vom der bevorstehende« Diskontherabsetzung nicht berührt. Für ihn gilt mach wie vor der Zinssatz von 5 v.H.

Bankgesetz bereits abgeäadert.

Berlin, 19. Sept. Die nach dem Beschluß des Verwaltungsrats der BIZ. erwartete Notverordnung der Reichsregie­rung, durch die das Bankgesetz zur Er-

durch die freimütige Erklärung, daß sie beabsichtigen, der in Versailles eingegangenen Verpflichtung nachzu­kommen.

Line solche Handlungsweise würde viel dazu beitragen, das deutsche Volk und die Söller der anderen besiegten Länder da­von zu überzeugen, daß die Mitgliedschaft im Völkerbund tatsächlich Gleichheit der Rechte, der Pflichten und der Verantwort­lichkeit bedeutet.

Daily Telegraph" sagt, der eng- fische Vorschlag kommt der deutschen For- derung, deren Berechtigung zugegeben wird entgegen. Er baut sich auf dem Ge­danken huf, daß der nächste Abschnitt der Abrüstungskonferenz diel, weitergehende Ergebnisse als die bisherigen, sehr eitt- täuschenden Ergebnisse bringen werd«.

Daily Mail" schreibt, Deutschlands Anspruch auf Gleichberechtigung soll zu» fnedengesteD werden ohne Wiederauf­rüstung. Englands Regierung habe ein Daß der Abrüstung im Auge, das erheb­lich sei und das nicht nur etwa sich auf eine Verminderung der Heere um ein paar tausend Mann und ein paar Geschütze er­strecke. Das von Macdonald und S-imon ersrrebte Ziel gehe diel weiter als die Abrüftungspläne, die in dem Washing­toner und Londoner Verttägen enthalten seien. Die Meinungsverschiedenheiten wüßten beigelegt werden, da sie sich zu einem gefährlichen Streich auswachsen würden.

Bor der Abreise Herriots nach Genf.

fk. Paris, 20. Sept. Herriot wirb heute (Dienstag abend) noch einem Kabjnettsrat vorsitzen, auf dem die franzö- äjche Abordnung für die kommenden Kon- lerenz-Arbeiten endgültig bestimmt u>er-

Zn einer ganzen Reihe Berliner Abend- I blätter wird zu der englischen Abrüstungs- denkschnft ausführlich Stellung genommen, j

DieDeutsche Allgemeine Zei­tung" bezeichnet den schulmeisterlichen und ironisierenden Ton der Rote fast un­erträglich. Anter Hnweis auf di« Herriottede sagt das Matt, das Ausland ziehe die Reguistten unserer Knechtschaft aus der Rumpelkammer hervor und winke mit ihnen nach Deutschland hinüber. Auch die britische Haltung sei von einem Geiste getragen, der im größten Widersprach zu den Kundgebungen der öffenllichen Mei­nung Englands und zu den Versprechungen führender britischer Staatsmänner stehe. Das sei eine Methode, die fortzufetzen wir dem englischen auSwättigen Amte nicht gestatten dürften.

DerLokalanzeiger" spricht von aberwitzigen, juristischen Tüfteleien und einer Rabulisttk. eines Poincare würdig, die doch etwas überraschend sei in einem englischen Aktenstück".

DasBerliner Tageblatt" un­terstreicht seinen Standpunkt, daß es hin­ter der Reichsregierung steht, wenn es die Anerkennung einer Gleich- berechttgang und eine wirklich effektive allgemeine Abrüstung verlangt. Mit dem tattischen Vorgehen des Reichskabinetts Pupen habe das Matt sich nicht za be­freunden vermocht. Er warnt dann vor Hoffnungen auf englisch-französische Ge­gensätze.

Eemeindewahlen am

6. November?

Berlin, 19. Sept. Der Eemeindeaus- schuß des Preußischen Landtages hat am Moniz einen nationalsozialistischen An­trag mit den Stimmen bet Antragsteller unb bet Kommunisten angenommen, wo­nach die Derttettlngen bet preußischen ®e» meinbeverbänbe am 6. November, also zu­sammen mit den Reichstagswahlen, ne« gewählt werden sollen. Wahlberechtigt sollen alle 20 Jahre alten Gemeindeange­hörige, die ab 1. November in der Ge­meinde wohnen sein. Der Antrag wird am Mittwoch das Landtagsplenum be­schäftigen und voraussichtlich auch dort angenommen werden. Es bleibt abzuwarten, ob der Staatsrat Einspruch gegen den Beschluß einlegt. In diesem Fi.r würde der Beschluß durch eine Zwei­drittelmehrheit des Landtages bestätigt werden müssen. Auch dann ist die Durch­führung des Veschlusies noch fraglich, da die kommisiarische preußische Regie­rung die Auffassung vertritt, daß sie an keinen Landtagsbeschluß ge­bunden ist.

' Si« Wahlaufruf de, Reichsregieruug.

Börsenzeitung und Deutsche Allgemeine Zeitung berichten, daß die Reichsregierung in ihrer gestrigen Kabinettssitzung die Veröffentlichung eines Wahlaufrufes beschloßen habe, der die offizielle Stellung­nahme zum ÄZahlkampf enthalten und noch einmal die Gründe umreißen soll, aus denen heraus die Reichsregierung den Entschluß zur Reichstagsauflösung und zur Ausschreibung von Neuwahlen faßte. Der Aufruf werde ferner die Mahnung an die Parteien richten, den Wahlkampf mit größter Zurückhaltung und unter Wahrung der Ordnung und Ruhe zu führen. Nur unter dieser Vor­aussetzung sei ein planmäßiger Ablauf der Wahlen gewährleistet.

möglichung der Diskontherabsetzung ab­geändert wird, wird bereits heute tm Reichsanzeiger bekanntgegeben

Durch eineVerordnung des Reichs­präsidenten über eine Aussetzung der An­wendung des §29 Absatz 3 des Bankge­setzes" bleibt bereit Vorschrift, baß bet Reichsbankbiskontsatz nicht unter 5 v. H. gesenkt werben barf, solange die 4Oprozen- tige Deckung bet Reichsbanknoten durch Gold urtb Devisen unterschritten ist, für die Zeit bis zum 30. September 1934 außer Anwendung Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung, dem 19. Sep­tember, in Kraft.

Eine Einberufung des Zentralausschus­ses der Reichsbank dürfte voraussichtlich im Laufe des Dienstags erfolgen^ da die durch die Notverordnung jetzt ermöglichten Diskontsenkungsbeschlüfse des Reichsbank- virektoriums in Anwesenheit des Reichs­bankpräsidenten Dr. Luther gefaßt wer­den sollen, der heute abend Basel wieder . verlassen hat.

«r .Obrrbrsstsckx Settwtfl* « rt<int fed>«mal wöchentlich. Be» M/pteU monati. 1. Marburg 2.02 Jsr <nt4f»L 3ttft«thmg«fl<bflbt, hi ansken Agenturen 1,93 SM.

Znstellnngsgebäbt. durch Post 2.25 «M. Mir etwa Lrf Streik, «aschtnendefektoder ^gortew Ereignisse ao«toCenbe Martern wird kein Ersatz ge» jflet. Verlag, Dr. §. Hitzeroch. pagf bet Unib-Bnchdrntkerei art. Ang. «och, Markt 21/23. Mlnfvtrcher: Rt.20S4n.Rr. 2055 «ostscheckko«»: Amt Frankfurt Jjr. Rr. 5015. - Sprech*«

DieGermania" führt aus, wenn die englische Regierung glaubt, uns trat dieser Methode an den Genfer Konferenz­tisch zurüctzwingen zu können, so täuscht sie sich über die Ernsthaftigkett des deutschen Gleichberechtigungswillens.

Der Kompromißvorschlag, den man von englischer Seite erwartete, fielst sich in Wahrheit alS eine volle Unterstützung des französischen Stützpunstes dar.

DieDeutsche Tageszeitung" nennt die deutsche Gleichberechtigungs­aktion, soweit sie eine Zustimmung Frank­reichs und Englands zu den deutschen Ab­sichten herbeiführen sollte, zunächst ge­scheitert. Es müßte ausgeschlossen sein, daß wir uns durch eine Rote, die Fairneß und Logik vermissen lasse, an unserem historischen Kampf für Gleichberechtigung hindern lassen.

DerAngriff" meint, so bedauerlich für Deutschland diese schroffe Absage der englischen Regierung sei, so folgerichtig vom englischen Standpunkt fei sie für die gegenwärtige Regierung und eS sei nur eine logische Forderung, wenn verlangt werde, daß sie daraus die unweigerlichen Konfeguenzen zieh« und einer wirklichen nationalen Dollsregierung Platz mache.

DerAbend" macht der Reichsregie­rung den Vorwurf, daß sie sich in eine Zsolierung gebracht habe. Für Deutsch­land schwinde jede Hoffnung, im Streit um die Rüstungen England gegen Frankreich ausMspielen.

amerikanischen Senats. Reed, wobei nach amerikanischer Darlegung Fragen von weittragender Bedeutung und inter- imtionalem Interesse behandelt wurden und in bereit Verlauf Herriot sich bereit erklärt haben soll, ben Abrüstungsvor- schlag Hoovers anzunehmen.

Was die Nichtbeteiligung Deutschlands a« den Abrüstnngsbesprechunge« angeht, so glaubt das .Journal" den Stein der Weisen gefunden z« haben, indem e» das Fernbleibe« Deutschlands mit der Fnrcht vor de, Beschlußfassung einer internatio­nalen Untersuchung des deutsche« Rüstungsstandes begründet (!).

Pertinax rechnet imEcho de Par i s damit, daß die englische Abordnung stch gegen eine derartige Untersuchung wen-, den werde, da sie befürchte, daß diese Un­tersuchung sich in eine nicht enden wollende Auseinandersetzung über das Kriegs-Po- tentiel verlieren werde. Man ist im übri­gen der Ansicht, daß die Anwesenheit des Reichsaußenministers v. Neurath bei den Arbeiten des Völkerbundes in Genf Gelegenheit genug biete auch über die Rüstungsfrage zu sprechen, und das Fernbleiben Deutschlands von der Ab­rüstungskonferenz selbst weniger störend gestalte.

ft. ®enf, 20. Sept Das engere Büro | Itt Abrüstungskonferenz hat Uebereiustim- «ing darüber erzielt, daß die Arbeite« «ch bei einem Fernbleiben Deutschlands fortgesetzt werden

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhesse« ««teiger der amtlichen Bekanntmachungen sSr Stadt und Kreis Marburg

Politik mit verteilten Rollen

Henderson fürBerückstchtigung der deutschen Forderungen - Frankreich fühlt sich durch die englische Regierung gedeckt